ALG1 Arbeitsbescheinigung ist meiner Meinung nach fehlerhaft. Welche Zeiten müssen herangezogen werden und wie verhält es sich mit der Wiedereingliederung während des Berechnungszeitraums? (1 Betrachter)

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Melli76

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Liebes Forum,

mir platzt der Kopf und ich benötige Hilfe! Ich hoffe, dass das Unterforum richtig ist, da es zwar ein Aussteuerungsfall ist, meine Fragen sich jedoch auf ALG1 beziehen.

Ich bin dabei, meine Unterlagen zum ALG1 Antrag zusammenzustellen und habe nun die Arbeitsbescheinigung des Arbeitgebers erhalten. Ich versteh nur noch Bahnhof?!...

Meine Fragen/Probleme:

In den letzten 12 Monaten war ich leider gesundheitlich stark eingeschränkt, das heißt weniger als 150 Tage gearbeitet, sprich es werden die letzten 24 Monate vom Arbeitsentgehalt herangezogen, hier erreiche ich die Tage. Soweit, so gut. Nun wird es für mich kompliziert:

1.) Ich hatte letztes Jahr Mitte Mai bis Mitte Juni Vollzeit gearbeitet, bevor ich erneut krank wurde. Beide Monate wurden in der Arbeitsbescheinigung nicht eingetragen. Ist dies richtig, da nur "volle Abrechnungszeiträume" angegeben werden dürfen oder muss dies rein, da es ja am Ende des Monats per normaler Lohnsteuerbescheinigung abgerechnet wurde? Habe die Monate nicht jeden Tag arbeiten können (bis Mitte Mai und ab Ende Juni war ich erneut erkrankt), aber ist es nicht dennoch jeweils ein "voller Abrechnungszeitraum?" Gibt es nicht eine tagegenaue Abrechnung? Zudem steht in den Hinweisen, dass Zeiten ohne jegliche Zahlung nicht angegeben werden sollen bzw. falls die Zahlung von Arbeitsentgelt wegen Bezug von Krankengeld unterbrochen wird, nur die bis dahin tatsächlich abgerechneten Entgelte eingetragen werden sollen.

2.) Mein Vertrag wurde Ende des vorletzten Jahres auf Vollzeit umgestellt von 30,5 Stunden (Krankheit galt als ausgeheilt). In der Bescheinigung steht jedoch nur 30,5 Stunden/Teilzeit. Gibt es hier speziele Fälle/Klauseln weshalb nur die Teilzeit angegeben wird oder muss dies ebenfalls geändert werden? Oder würde des irrelevant sein für den Antrag/Hätte ich volle Monate in Vollzeit arbeiten müssen? Mein zuletzt gültiger Vertrag beinhaltet aber Vollzeit...

3.) Im letzten Jahr hatte ich vier Monate im Rahmen einer betrieblichen Wiedereingliederung gearbeitet. Jetzt habe ich bei den Ausfüllhinweisen der Arbeitsagentur folgendes gefunden:
" Stufenweise Wiedereingliederung in das Erwerbsleben:
Für Zeiten der stufenweisen Wiedereingliederung in des Erwerbsleben für die das Arbeitsentgelt vermindert war, geben Sie bitte das Arbeitsentgelt an, dass die Arbeitnehmerin ohne die wiedereingliederungsbedingte Arbeitszeitreduzierung erzielt hätte"
In der Zeit hatte ich "nur" Krankengeld bekommen, muss hier der Arbeitgeber dennoch das fiktive Arbeitsentgelt bescheinigen, was ich eigentlich ohne Wiedereingliedeurng bekommen hätte oder verstehe ich dies falsch? In der Bescheinigung sind die Zeiten komplett ncht aufgeführt. Richtig oder falsch?

Bevor der ALG1 Bescheid falsch ist und ich mich mit Widerspruch etc herumärgern muss, würde ich lieber erst einmal das mit dem Arbeitgeber klären, falls hier noch etwas neu oder anders ausgefüllt werden muss?

Ich wäre unendlich dankbar, wenn hier jemand Licht ins Dunkle bringen könnte, einer Beratung bei der Arbeitsagentur traue ich nicht und vertraue hier dem Forum weitaus mehr...

Viele viele liebe Grüße!
 
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BerndB

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Nur mal meine Überlegungen:
Von der Berechnung des Alg dürfte es keinen Unterschied machen, ob in der Arbeitsbescheinigung 30,5 oder bspw. 40 Std. als vereinbarte Zeit stehen. Das Alg wird als "Tagessatz" ausgerechnet, sodass das tägliche Alg stimmen sollte. Anders sieht es aus, wenn du in der Arbeitslosigkeit die Arbeitsbereitschaft wieder reduzierst.
Mal angenommen, die AfA geht von 30,5 Std. bisheriger Arbeitszeit aus, du hast aber tatsächlich im durchschnitt 37 Std. gearbeitet.
Reduzierst du die Arbeitsbereitschaft in der Arbeitslosigkeit einmal von 40 auf 35 Std./Wo. hat das nach meiner Meinung folgende Auswirkung:
Geht die AfA von 30,5 Std./Wo. bisherige Beschäftigung aus, erfolgt keine Reduzierung es Alg. Du liegst ja mit deinen 35 Std./Wo. noch über den bisherigen 30,5 Std./Wo.
Geht die AfA von 37 Std./Wo. bisherige Beschäftigung aus, erfolgt ein Reduzierung des Alg im Verhältnis 37 Std./Wo. auf die neue Arbeitsbereitschaft 35 Std./Wo.

Zum Lohn in der Wiedereingliederung sehe ich es so: Du hast Krankengeld und keinen Lohn erhalten, also wird für diese Zeit kein Lohn in die Arbeitsbescheinigung eingetragen. Anders wäre es, wenn in der Zeit der Wiedereingliederung zu reduziertem Lohn gearbeitet worden wäre.

Ich würde mich aber bei der AfA beraten lassen, ob die Arbeitsbescheinigung richtig ausgefüllt ist. Gehst du einfach zu deinem Arbeitgeber, geht es dem vielleicht so wie dir. Höchstens er hat ein großes Lohnbüro, das sich mit den Finten des SGB III auskennt.
 

Melli76

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Okay, die anteiligen Monate Mai und Juni müssten aber noch bescheinigt werden oder? Denn für die Tage hatte ich ja ebenfalls Sozialabgaben etc bezahlt. Alternativ könnte ich zusätzlich zu der Bescheinigung noch entsprechende Kopien der Lohn-Monatsbarechnung einreichen, aber erkennt die AfA dies an oder hält sie sich zwingend an die Bescheinigung vom Arbeitgeber?

Ja genau, für die Wiedereingliederung hab ich Krankengeld erhalten aber ist dies nicht immer so? Der Passus der AfA bzgl. der fiktiven Berechnung hört sich für mich so an, als falle ich drunter :/ Und die Beratung bei der AfA würde wahrscheinlich nicht zu meinen Gunsten ausfallen, nachdem was man hier alles liest und was ich bislang für Erfahrungen habe. Auf das erhaltene Wort würde ich da keinerlei Garantien geben...Leider...
 

BerndB

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Okay, die anteiligen Monate Mai und Juni müssten aber noch bescheinigt werden oder? Denn für die Tage hatte ich ja ebenfalls Sozialabgaben etc bezahlt.
So sehe ich es auch.
Alternativ könnte ich zusätzlich zu der Bescheinigung noch entsprechende Kopien der Lohn-Monatsbarechnung einreichen, aber erkennt die AfA dies an oder hält sie sich zwingend an die Bescheinigung vom Arbeitgeber?
Sie wird sie "vermutlich" nicht anerkennen. Sie nimmt sie maximal zum Anlass, die Arbeitsbescheinigung vom Arbeitgeber neu ausfüllen zu lassen.

Ja genau, für die Wiedereingliederung hab ich Krankengeld erhalten aber ist dies nicht immer so?
Da muss ich passen. Allerdings gibt es auch übers Arbeitslosengeld die Möglichkeit einer Wiedereingliederung. Warum nicht über einen (Teil-)Lohn? Aber ich weiß es nicht.
Und die Beratung bei der AfA würde wahrscheinlich nicht zu meinen Gunsten ausfallen, nachdem was man hier alles liest und was ich bislang für Erfahrungen habe. Auf das erhaltene Wort würde ich da keinerlei Garantien geben...Leider...
Da würde ich jetzt widersprechen. Natürlich hörst du hier Negatives zu Entscheidungen der AfA. Die auch in Einzelfällen zutreffen. Du musst aber auch sehen, dass derjenige, der mit dem Alg und den Beratungen zufrieden ist, und wir haben über 2 Mio. arbeitslose Personen, kaum im Internet bzw. in Foren nach Lösungen sucht. Also sind die Lobeshymnen in der Minderheit. Wobei natürlich nicht alle, die hier nicht im Forum eine Antwort suchen auch zufrieden sind. Gerade beim Ausfüllen der Arbeitsbescheinigung aber geht es rein um Fakten , hier "menschelt" es noch nicht.
 
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