ALG1 als Freelancer - Fragen

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Hussel

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Hallo zusammen,

ich beziehe seit diesem Monat ALG1 und habe mich schon viel in die Materie eingelesen, dennoch habe ich ein paar Fragen, wo ich einfach nicht wirklich weiter weiß, bzw. Dinge hab, die ich gerne bestätigt haben würde. Bitte verzeiht, ich habe damit das erste Mal zu tun.

1. Ich möchte mich selbstständig machen und habe mir eine Steuernummer besorgt, um als Freelancer in der Filmbranche Rechnungen schreiben zu können.
Wenn ich alles korrekt verstanden habe, kann ich neben dem Bezug von ALG1 ohne Probleme Jobs annehmen und Geld dafür bekommen. Dabei wird mein ALG nicht beeinflusst, ich muss mich lediglich abmelden für diesen Arbeitstag. Das ist doch korrekt, oder?
Dabei ist es egal, ob ich 40€ oder 4000€ für einen eintägigen Job in Rechnung stelle?

2. Des Weiteren habe ich einen Freibetrag von 165€ im Monat mit 14,9 Stunden pro Woche. Ein Kollege würde mich sogar einstellen, so dass ich bei ihm 2 Tage die Woche offiziell mitarbeite und den Rest der Zeit bei ihm das Büro für meine Selbstständigkeit nutzen kann. Dafür gibt es dann auch einen Arbeitsvertrag und das würde beim Amt gemeldet sein.
Auch das geht ohne Probleme ohne meinen ALG1 Bezug zu beeinträchtigen, oder?

3. Außerdem gibt es den Gründungszuschuss. Ich erfülle alle Kriterien (Businessplan, etc), habe mich da aber noch nicht für angemeldet. Ist das überhaupt sinnvoll? Soweit ich das verstanden habe, muss ich damit nämlich auch meine Krankenversicherung zahlen. Ich habe mich mit den Kosten für KV noch nicht schlau gemacht, aber mit Gründungszuschuss komme ich doch auf +/- 0. Wozu sollte ich diesen denn beantragen oder gibt es andere Vorteile, die mir nicht aufgefallen sind?

4. Ergo bekomme ich monatlich: ALG1 + Freibetrag + Gründungszuschuss + theoretisch unendlich Einkommen durch Selbstständigkeit. Richtig? Natürlich nur für eine gewisse Laufzeit und bis zu bestimmten Einkommensgrenzen.

Und wie ist das genau mit dem An- und Abmelden? Interessiert sich da überhaupt jemand für oder sind die beim Amt einfach nur verpflichtet jemandem diesen Vorgang aufzusetzen? Muss man das machen? Ich bin ehrlich genug und mache das, aber theoretisch kommt so etwas doch nicht raus. Genau so, wie eine hohe Rechnung für z.B. drei Arbeitstage schreiben und für die Tage auch abmelden, aber in Wirklichkeit Arbeitszeiten wie ein Angestellter zu haben. Nicht falsch verstehen, aber das wird doch keiner merken. Das habe ich auch nicht vor, kam mir nur bei der Recherche in den Kopf.

Ich freue mich über jede Antwort.
 

wolfmuc

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um als Freelancer in der Filmbranche Rechnungen schreiben zu können.
ist das ne Luftnummer oder steht da ersthaft Geldverdienen im Vordergrund?

Des Weiteren habe ich einen Freibetrag von 165€ im Monat
dafür + den Gründungszuschuss , -- wars das oder wie sieht dein Buissenesplan aus ?...:confused:

als ich mich in den 80ern das erste mal selbstsändig machte -
Stand ein Umsatz von 6-7000.- (DM damals) ins Haus,
sowas ist ein Grund ne Firma anzumelden,
wegen ein paar Euronen würd ich mir den Streß nicht antun ...

lg
wolfmuc
 

Schlaufuchs88

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1. Ich möchte mich selbstständig machen und habe mir eine Steuernummer besorgt, um als Freelancer in der Filmbranche Rechnungen schreiben zu können.
Wenn ich alles korrekt verstanden habe, kann ich neben dem Bezug von ALG1 ohne Probleme Jobs annehmen und Geld dafür bekommen. Dabei wird mein ALG nicht beeinflusst, ich muss mich lediglich abmelden für diesen Arbeitstag. Das ist doch korrekt, oder?
Dabei ist es egal, ob ich 40€ oder 4000€ für einen eintägigen Job in Rechnung stelle?
Hi,

also du kannst das so handhaben, wie du es geschrieben hast (Abmeldung für den jeweiligen Arbeitstag). Wenn du dabei zusammenhängend unter 6 Wochen bleibst, wird das Arbeitslosengeld auch anschließend ohne weitere Veranlassung direkt ohne neue Antragstellung weitergezahlt. Wichtig hierbei ist nur noch, dass du spätestens am 1. Tag der Arbeit das Ganze der Agentur mitteilst. Ansonsten ist (selbst bei einem Tag) anschließend eine neue Arbeitslosmeldung und Antragstellung erforderlich.
Du kannst diese Selbständigkeit auch nebenberuflich laufen lassen. Dabei hast du dann den Freibetrag von 165 Euro auf deine Einnahmen. Von den Einnahmen aus der nebenberuflichen Selbständigkeit werden pauschal 30% als Betriebsausgaben abgezogen (es sei denn, man weist höhere Ausgaben nach) und alles was über dem Freibetrag liegt, wird dann auf das Arbeitslosengeld angerechnet. Wichtig hierbei ist natürlich auch, dass diese Tätigkeit 15h/Woche unterschreiten muss.

2. Des Weiteren habe ich einen Freibetrag von 165€ im Monat mit 14,9 Stunden pro Woche. Ein Kollege würde mich sogar einstellen, so dass ich bei ihm 2 Tage die Woche offiziell mitarbeite und den Rest der Zeit bei ihm das Büro für meine Selbstständigkeit nutzen kann. Dafür gibt es dann auch einen Arbeitsvertrag und das würde beim Amt gemeldet sein.
Auch das geht ohne Probleme ohne meinen ALG1 Bezug zu beeinträchtigen, oder?
So wie du es beschreibst erfolgt keine Anrechnung auf das Alg. Solltest du überlegen die Selbständigkeit zusätzlich als Nebentätigkeit auszuüben (den zweiten Teil, den ich eben beschrieb), dann dürfen beide Nebentätigkeiten ZUSAMMEN die Stundengrenze (15h/Woche) nicht überschreiten.

3. Außerdem gibt es den Gründungszuschuss. Ich erfülle alle Kriterien (Businessplan, etc), habe mich da aber noch nicht für angemeldet. Ist das überhaupt sinnvoll? Soweit ich das verstanden habe, muss ich damit nämlich auch meine Krankenversicherung zahlen. Ich habe mich mit den Kosten für KV noch nicht schlau gemacht, aber mit Gründungszuschuss komme ich doch auf +/- 0. Wozu sollte ich diesen denn beantragen oder gibt es andere Vorteile, die mir nicht aufgefallen sind?
Der Gründungszuschuss ist mitlerweile eine Bedarfsleistung, über die dein Vermittler / deine Vermittlerin entscheidet und auch bei Erfüllung aller Grundvoraussetzungen abgelehnt werden kann. Das also im Vorfeld gut mit deinem Berater durchsprechen, ob für dich die Möglichkeit besteht.
Dann liegt dein Gründungszuschuss für 6 Monate in der Höhe des Alg zzgl. 300 Euro. Dadurch, dass dies nur zur Aufnahme einer hauptberuflichen Selbständigkeit gewährt werden kann, bist du natürlich nicht mehr über das Alg versichert, sondern musst eben die Versicherungsbeiträge (wie jeder andere Selbständige auch) selbst tragen. Der GZ ist in der Hinsicht ein kleines Guddi, wenn jemand eben aus der Arbeitslosigkeit heraus sich selbständig machen möchte. Vorteil natürlich: Du hast erst mal mit der Agentur nichts mehr zu tun.
Nach Ablauf der 6 Monate kannst du die Weitergewährung von 300 Euro für weitere 9 Monate beantragen. Sind dann aber "nur noch" 300 Euro und nicht mehr.

4. Ergo bekomme ich monatlich: ALG1 + Freibetrag + Gründungszuschuss + theoretisch unendlich Einkommen durch Selbstständigkeit. Richtig? Natürlich nur für eine gewisse Laufzeit und bis zu bestimmten Einkommensgrenzen.
Hm... nicht ganz. Du kannst entweder nur Alg (und natürlich einen Freibetrag bei einem Nebeneinkommen) erhalten, oder den Gründungszuschuss. Beides gleichzeitig geht nicht.

Und wie ist das genau mit dem An- und Abmelden? Interessiert sich da überhaupt jemand für oder sind die beim Amt einfach nur verpflichtet jemandem diesen Vorgang aufzusetzen? Muss man das machen? Ich bin ehrlich genug und mache das, aber theoretisch kommt so etwas doch nicht raus. Genau so, wie eine hohe Rechnung für z.B. drei Arbeitstage schreiben und für die Tage auch abmelden, aber in Wirklichkeit Arbeitszeiten wie ein Angestellter zu haben. Nicht falsch verstehen, aber das wird doch keiner merken. Das habe ich auch nicht vor, kam mir nur bei der Recherche in den Kopf.
Also angenommen du meldest dich jeweils für den Tag deiner Selbständigkeit bei der Agentur ab, dann kriegt man das theoretisch nicht wirklich raus. Es sei denn, du meldest dich bspw. für diese Tage bei deiner Krankenversicherung selbst an. Dann kann dies bei der Agentur gemeldet werden, wenn sich da Zahlungen durch die Agentur und deine überschneiden.
Wenn du die Selbständigkeit nebenberuflich machen willst, dann musst du auch entsprechend die Steuerbescheide einreichen. Da müsste man also theoretisch schon beim Finanzamt Schmu betreiben. ;-)
Aber so wie du das beschreibst, möchtest du ja die erste Möglichkeit mit der kompletten Abmeldung nutzen. Dann wie gesagt am besten vorher, spätestens taggleich die Arbeitsaufnahme (und die Dauer) mitteilen. Dann ist das in der Regel kein Problem und auch das Alg läuft dann anschließend normal weiter. Bei einer verspäteten Mitteilung wie gesagt anschließend erneut pers. arbeitslos melden und neuen Antrag stellen.

Grüße
 
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