ALG II nach welchem Arbeitszeitraum?

kata85

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Hallo an alle zusammen, ich bin neu hier und wollte mal meine Fragen hier stellen, ob mir die jemand beantworten kann? Ich hatte in einem Zeitraum von 6 Monaten ALG II bezogen, danach dann nicht mehr verlängert den Antrag, weil mir gesagt wurde ich müsste es irgendwann zurückzahlen (da selber gekündigt) hab ich es gelassen... dann fand ich wieder vor kurzem ne Stelle nur als Verkäuferin (Hintergrund: hab ein Diplom, find aber keine passende Arbeitsstelle schon längere Zeit) Meine Fragen sind: stimmt das wirklich dass man ALG II irgendwann mal zurückzahlen muss, wenn man selber kündigt: Und zweite Frage zur jetzigen Situation: wenn ich in dieser Arbeitsstelle als Verkäuferin, nach einem Monat gekündigt wäre, würde ich dann eventuell das Recht auf ALG II haben? Würde mich freuen wenn mir jemand helfen könnte..
 

HartzVerdient

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Zu 1) Wer bitte gibt dir denn so eine Falschauskunft ? ALG2 sind Sozialleistungen, die man erstmal nicht zurückzahlen muss. Das ist vollkommener Unfug. Ausserdem muss man, wenn der Zeitraum vom 6 Monaten verstrichen ist, vorher einen Weiterbewilligungsantrag stellen. Ausserdem steht dir ALG" jederzeit zu, sofern du Arbeitsfähig bist. Du musst, um ALG2 zu bekommen, nicht unbedingt vorher gearbeitet haben.

Zu 2) Es kann sein, dass du eine Sanktion erhälst, da du deine Bedürftigkeit durch Kündigung selbst herbeigeführt bzw. begünstig hast. Würde dich aber der Arbeitgeber kündigen, steht dir unmittelbar ALG2 zu und dir wird keine Sanktion aufgebrummt.

Weiterhin stehen dir neben dem ALG2 (ab 2014 sind es 391€) auch die Kosten der Unterkunft zu (Miete, Nebenkosten, Gas, Wasser, usw. -> kein Strom).

Lies dich hier erstmal im Forum richtig ein, dann siehst du schnell, wie der Hase rennt.
 

ZynHH

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§ 34 SGB II Ersatzansprüche bei sozialwidrigem Verhalten

(1) Wer nach Vollendung des 18. Lebensjahres vorsätzlich oder grob fahrlässig die Voraussetzungen für die Gewährung von Leistungen nach diesem Buch an sich oder an Personen, die mit ihr oder ihm in einer Bedarfsgemeinschaft leben, ohne wichtigen Grund herbeigeführt hat, ist zum Ersatz der deswegen gezahlten Leistungen verpflichtet. Der Ersatzanspruch umfasst auch die geleisteten Beiträge zur Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung. Von der Geltendmachung des Ersatzanspruchs ist abzusehen, soweit sie eine Härte bedeuten würde.
§ 34 SGB II Ersatzansprüche bei sozialwidrigem Verhalten


Kommt selten vor, hat es aber schon gegeben. Halte es in diesem Fall allerdings auch für eine unsinnige Behauptung, hätte dann ja schon beim Hauptantrag kommen müssen der Hinweis und nicht bei einer Weiterbewilligung.

Einfach den Antrag Stellen. Wie bist du denn Krankenversichert im Moment?
 

*kampfpaar*radikal.A

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Meine Fragen sind: stimmt das wirklich dass
man ALG II irgendwann mal zurückzahlen
muss, wenn man selber kündigt:

Und zweite Frage zur jetzigen Situation:
wenn ich in dieser Arbeitsstelle als
Verkäuferin, nach einem Monat gekündigt
wäre, würde ich dann eventuell das Recht auf
ALG II haben?
.

Zur RückZahlung ALG II:

Eine Rückzahlungspflicht besteht ebenfalls,
wenn vorsätzlich oder grobfahrlässig die
Hilfebedürftigkeit herbeigeführt wurde.
aus:
Rückzahlung von Hartz IV - Estattungsansprüche gegen Erben und Dritte

Die Frage wäre die nach der Bewertung
"grob fahrlässig" und "vorsätzlich".
Siehe dazu aber auch den Beitrag von
HartzVerdient Zu 2)

Siehe auch:

Rückforderung von ALG II nach neuer Rechtslage! | Sozialberatung Kiel

... und dem zugrunde liegenden §:

§ 34 SGB II Ersatzansprüche bei sozialwidrigem Verhalten - dejure.org
dort auch speziell:
Absatz 3

Zur 2. Frage:

Ja.
.

 

HartzVerdient

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Die hier aufgeführten Aussagen von ZynHH und Kampfpaar sind richtig. Allerdings wollte ich hier die Sache nicht verkomplizieren. Wir Bedürftigen hier auf dem Forum kennen genau, mit welchen Tricks die Jobcenter die Bedürftigen um ihr Geld besche!ssen.

Vieles was die Mitarbeiter der Jobcenter von sich geben ist einfach nicht tragbar oder hätte rechtlichen Bestand. Wieso sollten etliche Millionen von Bedürftige normal ALG2 beziehen und davon jahrelang leben und ausgerechnet nur bei dir sollte der Sachverhalt anders sein. Jeder von uns hatte bereits eine Anstellung. Dem Einen wurde gekündigt, der Andere ist von sich aus gegangen, weil es gesundheitliche Gründe gab, bzw. Es Probleme auf der Arbeit gab.

Ist die Situation demnach selbst herbeigeführt ? Die Antwort wäre vermutlich mit "Ja" zu beantworten. Nur kündige ich lieber selbst, als mich bei meinem Arbeitgeber gesundheitlich lebenlang kaputt gehen zu lassen.
 

kata85

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Ich danke euch allen für die Antworten!
Nein als ich selber gekündigt habe, war das nicht herbeigeführt, ich konnte einfach da nicht mehr arbeiten, hatte schon fast Depressionen gehabt, deswegen. Dies konnte ich dann allerdings nirgendwo nachher nachweisen, deswegen das alles..
 
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