ALG II-Leistungen - Exmatrikulation

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ekid

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Hallo liebe Forenmitglieder
ich habe ein Problem und hoffe, dass ihr mir helfen könnt:

Es ist so, dass ich an einer Fernuni immatrikuliert bin und keinen Bafög-Anspruch mehr habe, sodass ich als Teilzeitstudentin eingeschrieben bin und ALG II-Leistungen erhalte.
Ich bin jetzt seit ca. 5 Wochen krankgeschrieben, da es mir psychisch sehr schlecht geht. Vor 4 Wochen hatte ich einen Job frisch angefangen und war dann krankgeschrieben, sodass ich natürlich die Kündigung erhalten habe. Ich nehme an, dass ich bald zum med. Dienst gehen muss.

Ich bin aber weitehrin immatrikuliert: Kann mich nun das Amt dazu auffordern, dass ich mich exmatrukulieren soll, da es mir ja eh nicht gut geht?
 

AEMR

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Prinzipiell geht dass ja durchaus, ALG-II-Bezug und Teilzeit-Fernstudium, auch wenn das Jobcenter (JC) gerne ihre einmalige Mischung aus Chaos und Willkür anwendet, um etwa ein sinnvolles Halbtagsstudium zwangsweise in eine sinnlose Vollzeit-Maßnahme umzubauen (und darauf, dass es jemandem psychisch schlecht geht, dann ebenso wenig Rücksicht nimmt).

Es ist gut, dass du Vorsorge triffst, beim JC ist mit allem zu rechnen; aber erst mal keine schlafenden Hunde wecken in Sachen aufgezwungener Exmatrikulation. Das wäre übrigens eine Unterschrift - und in der BRD gibt es keinen Kontraktionszwang, du musst also nichts unterschreiben (vor allem auch keine EGV). Lass dich nicht unter Druck setzen.

Ich finde es toll, wenn jemand überhaupt etwas lernt - das JC sollte das eigentlich sehr würdigen!

Aber korrekt, die werden unter Umständen versuchen, dir diese Chance auch noch kaputt zu machen - weil sie als "Kopf(geld)jäger" mehr verdienen, wenn sie dich in eine Sinnlosmaßnahme stecken.

Einerseits: Du muss dem Arbeitsmarkt zu Verfügung stehen. Andererseits: So gut ist die Beschäftigungslage nicht und gerade (d)ein Weiterbilden/Aufbau-Studium kann dir die Chance auf eine Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt ja erhöhen.

Lass dich nicht einschüchtern oder bedrohen von den nahezu durchweg unfähigen JC-Beschäftigten - und vor allem alles nur noch schriftlich mit dem Jobcenter, kein Gerede zu so wichtigen Dingen. Als erstes würde ich Telefon und E-Mail sperren lassen, wenn du das noch nicht getan hast.

Gibt es an der Fernuni einen kompetenten Sozialberater oder Vertrauensprofessor, gibt es, wie an den sonstigen Hochschulen üblich, eine Studierendenvertretung (AStA)? Die solltest du mal nach dem Thema Krankheit fragen. Vielleicht, wenn er fit ist, einen AStA an einer sonstigen großen Uni, denn das Thema Krankheit hat je nach Hochschulstandort schon viele "Vollzeit"-Studis betroffen (bzw., genauer: hat sie über fragwürdige Fehlzeitenregelungen diskriminiert), die sich mit dem Thema Gleichbehandlung befassen mussten und um ihren Studienplatz kämpfen mussten.

Vielleicht auch, vom Krankheitsbild ausgehend, über eine Selbsthilfegruppe Info einholen: Rückkehr in den Beruf / Weiterbildung / Umschulung / Überleben trotz Jobcenter.

Du bist nicht alleine. In der medial herumalbernden Republik der ansteigenden (Un)Moral des Abzockens und der gefälschten Doktorarbeiten (von Guttenberg, Schavan) gibt es Tabu-Themen und neuartige "Kasten" von Unberührbaren oder Geächteten ... und Krankheit ist ebenso tabu wie Arbeitslosigkeit.

Viel Erfolg.
 

AEMR

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Zum Beispiel hat "Hagen" einen AStA:

Der Allgemeine Studierendenausschuss, kurz AStA, ist die „Verwaltung“ der Studierendenschaft und vertritt sie nach außen. Er wird vom Studierendenparlament gewählt, deren Mitglieder wiederum von den immatrikulierten Voll- und Teilzeitstudierenden der FernUniversität für eine Legislaturperiode von zwei Jahren gewählt werden.

Der AStA ist Ansprechpartner für alle Studierenden der FernUniversität, z.B. für die Bereitstellung von Übernachtungsmöglichkeiten in Hagen, Versand von alten Klausurtexten und Vergabe von Darlehen für bedürftige Studierende.

AStA, Allgemeiner Studierendenausschuss - Wegweiser - Studium - FernUniversität in Hagen

Hier lese ich gerade etwas:

In der Regel schreiben Studierende der FernUniversität Klausuren jeweils zu einer bestimmten Zeit an einem zentralen Ort. Für behinderte oder chronisch kranke Studierende ist dies aus gesundheitlichen Gründen nicht immer möglich, deshalb bietet die Fernuniversität je nach Einschränkung an, Klausurzeiten zu verlängern, Aufgabenstellungen vorlesen zu lassen oder in Einzelfällen Prüfungen auch unter Aufsicht in der eigenen Wohnung oder einem Studienzentrum schreiben zu lassen. In einigen Fakultäten können Klausuren in bestimmten Situationen durch schriftliche Hausarbeiten ersetzt werden. Die FernUniversität braucht in solchen Fällen Zeit und etwas Spielraum, um eine individuelle Lösung zu finden und Prüfungsbedingungen zu gewährleisten, die allen Studierenden gerechte Chancen bieten. Deshalb sollten Sie sich so früh wie möglich mit dem Prüfungsamt Ihrer Fakultät in Verbindung setzen.

Studieren mit Behinderung - Wegweiser - Studium - FernUniversität in Hagen
 

ekid

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Danke für deine Antwort. Job ist echt nicht das Problem. Ich geh gern arbeiten und hatte ja diesen Job. Dann traf mich ein Schicksalsschlag und ich war fertig, musste mich nach zwei Tagen arbeit im neuen Job krankmelden. Die Chefs waren richtig lieb und haben mich versucht mit aufzubauen, haben sogar das gehalt gezahlt, damit ich keine zusätzliche Baustelle habe.

Mir gehts darum, ob der Anspruch besteht, mich zu sowas aufzufordern z.B. mit dem Argument: "Ihnen geht es ja schließlich schlecht." Ich weiß ja auch nicht, wie lang ich noch krankgeschrieben sein werde, vermute aber, dass es länger dauert.
 

AEMR

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Achte bitte auf deinen Datenschutz, das JC macht das Gegenteil:

da es mir psychisch sehr schlecht geht

das geht das JC nichts an - erst einmal. Mit einem Termin beim Medizinischen Dienst, um die Erwerbsfähigkeit zu prüfen, hast du leider wohl zu rechnen, aber Schweigepflichtsentbindungen (gar pauschale) solltest du grundsätzlich nicht unterschreiben.

Aus welchen Gründen jemand AU (arbeitsunfähig) ist, geht die übergriffig neugierigen Schnüffelnasen vom JC grundsätzlich gar nichts an.
 

AEMR

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Ja, genau so kommen die Mobber vom JC schon mal ganz gerne:

"Ihnen geht es ja schließlich schlecht."
Falls das bei einem Termin mit der/ dem SB wäre, würde ich mit einem "Bitte alles schriftlich." das Gespräch für diesen Tag höflich aber entschieden beenden. Das Jobcenter fürchtet es nämlich, ein Papier selbst bedrucken zu müssen, wie der Vampir den Knoblauch. Die Damen und Herren legen sich nicht gerne fest, schon gar nicht schriftlich - denn dagegen kannst du Widerspruch einreichen.
 

ekid

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Naja, man kann sie ja verstehen. Ich weiß nicht genau, welcher Arzt dort sitzt (Allgemeinmedizinier ?). Der hat sicher nicht so ein tiefes Wissen z.B. im Bereich Psychiatrie und da ist es doch ok, wenn man eine Entbindung hinsendet was die Psychiatrie angeht. Das find ich nicht so dramatisch.

Also mit dem Argument: "Ihnen geht es ja schließlich schlecht, lassen Sie sich doch exmatrikulieren." würden die nicht weit kommen?
 

AEMR

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An den Medizinischen Dienst sollten nur die absolut notwendigen Daten - aber an das JC sollten immer möglichst wenige Daten, möglichst gar keine.

Den meisten Menschen ist eine mentale Krankheit viel unheimlicher als eine "überschaubar-erklärliche" organische. Im Jobcenter "menschelt" es sehr. Was die sich an "Sozialdaten" zu deiner Person anlegen, kriegst du kaum eingesehen und noch schwerer gelöscht.

Ferdinand456 gibt einige Hinweise, worauf jeder achten sollte:

Asperger-Syndrom mangels Einfühlungsvermögen gegenüber Arbeitgeber diagnostiziert

meine Sachbearbeiterinnen versuchten mich im September 2011 WIEDER zum Psychiater (alternativ "Therapeuten") zu bewegen, um irgendetwas Undefinierbares zu "verarbeiten" (bei Nachfrage, was es "zu verarbeiten" gilt und mit welchem Therapie-Ziel: Keine Antwort). ... Immer wieder treffe ich auf Zeitgenossen, die irgendwie irgendwo erklären, sie hätten diese und jene psychiatrische Diagnose bekommen ("Borderline" ist auch so eine Mode-Diagnose geworden), hakt man aber genauer nach und versucht, ein paar wenige Kriterien (Begründungen) für diese angeblich schwere Erkrankung zu finden, findet man: Absolut NICHTS, was bedeutet, kerngesunde Leute mit kerngesunden Emotionen wie auch Reaktionen werden reihenweise als Fälle für die Psychatrie ausgewiesen, meist geht es um Geld und / oder Statistiken, etc., etc. Ich kläre nun seit über 10 Jahren auf, nur werden die Dinge schlimmer und schlimmer, es nimmt gefährliche Ausmaße an.

Ich kann nur empfehlen, jedem Einzelnen, der eine psychiatrische Diagnose aufgedrückt bekommen soll, obwohl er das für nicht richtig hält: Wehrt Euch! Hakt nach! Fragt nach fundierter Begründung und Herleitung für diese "Diagnose" oder aber alleine für die Einladung zu einem Psychiater! Nicht alles gefallen lassen. Auftreten, beschweren, nicht jeder Forderung einfach so nachgehen, nicht jede Diagnose glauben, immer hinterfragen! Denkt an die Konsequenzen, die eine solche Diagnose mit sich bringen kann: Berufskraftfahrer, Selbständigkeit, Heilberufe, Versicherungen, (s. oben)! Lasst Euch nicht gesellschaftlich komplett an den Rand drängen, nachdem ihr schon arbeitslos geworden seid, indem man euch im Nachhinein noch eine psychiatrische Diagnose hineinwürgt, ggfs. gegen euren Willen!

https://www.elo-forum.org/schwerbeh...en-gegenueber-arbeitgeber-diagnostiziert.html

Wie gesagt, auf Datenschutz immer sehr achten.
 

AEMR

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Also mit dem Argument: "Ihnen geht es ja schließlich schlecht, lassen Sie sich doch exmatrikulieren." würden die nicht weit kommen?

Doch - wenn du dich nicht wehrst, werden sie sogar sehr weit kommen und dir das Studium erfolgreich verbieten.

Die suchen freiwillige Opfer.

Sei kein freiwilliges Opfer!


Und studiere weiter - das ist vorbildlich.
 

ekid

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Doch - wenn du dich nicht wehrst, werden sie sogar sehr weit kommen und dir das Studium erfolgreich verbieten.

Die suchen freiwillige Opfer.

Sei kein freiwilliges Opfer!


Und studiere weiter - das ist vorbildlich.


Na klar, möchte einfach nur wissen, ob die einen solchen Anspruch haben.

Ich würde das wahrscheinlich einfach ignorieren oder wie sollte ich mich da am bestehen verhalten?
 

AEMR

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Na klar, möchte einfach nur wissen, ob die einen solchen Anspruch haben.
Rechtsanspruch haben sie eher nicht, aber das JC versteckt sich beispielsweise hinter der sagenhaften Mitwirkungspflicht und kürzt die Leistung (sanktioniert) oder kürzt nicht, aber sperrt einfach die Auszahlung und zwingt dich damit zum persönlichen Vorsprechen, und da wird dir mitgeteilt, dass erst einmal wichtige Tatsachen zu ermitteln seien. Und sogleich der Maßnahmen-Terror. Zwischendurch ein unangekündigter Hausbesuch ...

Ich würde das wahrscheinlich einfach ignorieren oder wie sollte ich mich da am bestehen verhalten?
Einschüchterungsversuche, vorwurfsvolle Blicke oder Drohungen kann und soll man ignorieren, ja. Auf den Brief warten, (frühestens) dann reagieren.

Das JC kann aber versuchen, jeden, der halbtags studiert (oder zwanzig oder zehn Wochenstunden sinnvoll jobbt) durch Aufzwingen einer Ganztagsmaßnahme "auf lange Sicht in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren". Da gibt es ein liebliches Programm: erst mal Bewerbungstraining acht Wochen Vollzeit und Anwesenheitspflicht, ein dreiviertel Jahr später eine Kaufmännissche / bürokaufmännische Qualifikation zwanzig Wochen Vollzeit. Sich dagegen zu wehren kann funktionieren, ist aber nicht so leicht!

Fernuni kenne ich persönlich nicht, aber an einer sonstigen Hochschule würden bei solchen, eben genannten Vollzeit-"Maßnahmen" Fehlzeiten entstehen, die hochschulisch eher nicht geduldet werden, sondern vielleicht mit Exmatrikulierung belegt ... und das notorisch sadistische JC weiß das.

Der Faktor Sozialneid ist nicht zu vergessen, die JC-Sachbearbeiter haben keinen Bachelor, kein Diplom, und sind missgünstig, wenn einer ihrer "Klienten" diesen Abschluss erreicht, den sie gerne hätten.
 

tigrafahrer

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Der Faktor Sozialneid ist nicht zu vergessen, die JC-Sachbearbeiter haben keinen Bachelor, kein Diplom, und sind missgünstig, wenn einer ihrer "Klienten" diesen Abschluss erreicht, den sie gerne hätten.

Das ist, mit Verlaub, solch großer Unsinn, dass ich hier dann doch mal schreiben muss, bisher habe ich mich eher als stiller Mitleser zufrieden gegeben. Und ja, ich bin Mitarbeiter einer Stadtverwaltung, der 7 Jahre im Jobcenter tätig war.

Mein altes Team (16 Kollegen) bestand aus:

  • 6 Volljuristen
  • 2 LL.M. (für die nicht Informierten: Master of Law)
  • 8 Beamten des gehobenen Dienstes (Diplom)
  • von denen 5 derzeit nebenher noch irgendeinen Masterabschluss machen
  • meine Wenigkeit als Teamleiter hat auch Diplom und einen LL.M.

Zugangsvoraussetzung in den allermeisten Jobcentern ist die Laufbahnbefähigung für den gehobenen Dienst, also 1. Staatsexamen, Diplom oder gleichwertig.

Bitte demnächst informieren, bevor solch Blödsinn gepostet wird - danke :icon_evil:
 

ekid

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Ja mal ganz ehrlich, da sitzen studierte Leute (nicht alle) - Leistungstabteilung sind i.d.R unstudiert - und die benehmen sich tweileise wie ... wirklich zufrieden sehen die nicht aus eher ziemlich k.o.. hat ja auch ein grund, man studiert und muss sich dann mit den ALG IIlern rumschlagen, deswegen studiert man ja nicht.

und zum Rest kann mir der Teamleiter vielleicht auch was sagen?
 

tigrafahrer

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- Leistungstabteilung sind i.d.R unstudiert -

Äm, nein. Wie ich oben geschrieben habe, ist ein Studium Voraussetzung für die Tätigkeit in der Leistungsabteilung.

Das passt vielleicht nicht in jedermanns Weltbild, ist aber so (einfach mal googeln oder den pAp eurer Wahl fragen - oder mir glauben, auch wenn's vielleicht schwer fällt).

Evtl. überlegt der ein oder andere auch mal, ob er sich für eine "geringwertige Tätigkeit" zu schade ist. Volljuristen verdienen im Jobcenter ca. 1.700 Euro netto. Dafür haben die aber auch x Jahre studiert und zwei Staatsexamen bestanden (plus Referendariat etc.). Wenn man nun als Un- oder Angelernter mindestens 2.000 Euro Nettoeinkommen beansprucht, kann das nicht ganz passen - oder?
 

ZynHH

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Wenn man nun als Un- oder Angelernter mindestens 2.000 Euro Nettoeinkommen beansprucht, kann das nicht ganz passen - oder?
Wieso nicht, hättest ja auch ne Ehrliche Arbeit suchen können. Ein Studium heisst ja nun nicht, dass keiner ein höheres Gehalt haben darf.
Wer nichts wird, wird Wirt,
wer nicht Wirt wird,
wird Betriebswirt.....
wer das nicht schafft, geht ins Jokecenter.
 
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ExitUser

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Also, ich verstehe jetzt noch nicht ganz die Sorge von ekid und teile AEMRs Ansicht auch nicht ganz.
@ekid: ich habe das so verstanden, dass es dir psychisch derzeit sehr besch***** geht und Du nicht arbeiten kannst? Du bist also weiterhin au und es steht noch nicht fest für wie lange? Dann kann Dich keiner zwingen, Dich zu exmatrikulieren. Warum auch? Ich würde aber in so einer Situation unterstellen, dass Du zum Studieren auch nicht in der Lage bist momentan. Du kannst natürlich nicht sagen: das Teilzeit-Studium schaff ich so gerade noch, aber die Pflichten fürs JC gehen nicht, weil ich nur "halb-krank" bin. Also, ganz oder gar nicht. Ist meine Meinung. Du kannst natürlich nicht sagen, fürs Studium reicht die Energie noch, das mach ich weiter, aber das JC soll mich in Ruhe lassen.
Ich verstehe Deine Sorge nicht, krank ist krank. Also wirst Du wohl erstmal weder studieren noch arbeiten. Warum sollte Dich also jemand vom Amt zwingen, Dich zu exmatrikulieren? Da gibts eher Probleme mit der Uni. Vielleicht wär eine Beurlaubung sinnvoll?
Wenn man gesund ist könnte ich mir bei einem Teilzeit-Fernstudium allerdings schon vorstellen, dass man da natürlich dann trotzdem vielleicht zu Maßnahmen muss. Diese Art des Studiums ist extra so angedacht, dass man es neben einer Vollzeit-Arbeit ausführen kann. Von daher wäre das absolut rechtens in meinen Augen. Das JC ist nicht zuständig dafür, einem das Studium zu finanzieren.
ich wüsste keinen Grund, dass das Jobcenter Dir das Fernstudium nun verbieten sollte.
 
F

Ferdinand456

Gast
ekid, wenn Du Dich schlecht fühlst, wäre natürlich ein Psychiater des Vertrauens angebracht. Suchen, suchen, suchen, auch mal wieder welche verlassen, wenn man sich nicht verstanden fühlt. Irgendwo gibt es denjenigen oder diejenige, deren Praxis Du betrittst und die Chemie stimmt. Nicht aufgeben!

Was Dein Studium angeht: Du kannst es als Beitrag zur Heilung Deiner psychischen Krise bewerten. Sag, dass es Deinem Alltag Struktur gibt, Dein Selbstwertgefühl erhält oder sogar wieder aufbaut, Dir einen täglichen Halt gibt und Dich hoffnungsvoll in die Zukunft blicken lässt.

Sag bitte nie (!!!!) etwas wie "wenn Sie mir mein Studium nehmen, bringe ich mich um", oder aber "hat mein Leben keinen Sinn mehr". Das wird im Zweifelsfall auch mal ganz gerne als "akute Suizidalität" gewertet und zack - hast Du die Aufforderung, Dich unmittelbar in eine psychiatrische Klinik zu begeben, folgst Du dieser nicht, steht innerhalb von knapp 2 Wochen die Polizei mit Krankenwagen vor Deiner Türe.
 

kelebek

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1. Ich vermute, dass Du seitens des JC nicht gezwungen werden kannst, Dein Fernstudium aufzugeben. Denn Du hast dies anscheinend just auch deswegen gewählt, weil Du es neben Deinem (und damit auch einem eventuellen anderen) Beruf betreiben kannst.

Als sinnvolle Beratungswege, um dies zu klären, wurden bereits der AStA / die Studierendenvertretung der Uni genannt.

2. Wenn Du erkrankt bist und ggw. ohnedies vermutlich im Semester keine Studienleistung mehr erbringen wirst, dann erwäge, Dich von Deiner Uni für das laufende Semester - oder das kommende, falls Du Regenerierungszeit brauchst - beurlauben zu lassen. Informationen dazu bekommst Du von den unter 1. genannten und von der Studierendenverwaltung (Imma-Büro) deiner Hochschule.
 

AEMR

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Viele Arbeitslose oder Hartz4-Aufstocker würden sich gerne durch ein Fernstudium weiterbilden. Doch leider legt das Jobcenter hier oft Steine in den Weg. Viele Hartz4-Empfänger trauen sich deshalb nicht, etwas für die eigene Bildung und zur Verbesserung der Berufschancen durch ein Fernstudium zu tun. Doch diese Angst ist unberechtigt. Wenn Sie als Hartz4 Empfänger/in ein Fernstudium absolvieren wollen, dann tun Sie das! ... Um beim Beispiel der Fernuni Hagen zu bleiben, dürfen Sie offiziell nur ein Modul pro Semester belegen, um dem Arbeitsmarkt weiterhin voll zur Verfügung zu stehen. Doch dies kommt ganz auf das persönliche Pensum an und vielleicht gehören Sie zu den Superlernern, die auch zwei oder drei Module bewältigen? Die Agentur für Arbeit muss ja nicht alles erfahren. Denn mit einem Fernstudium, das sie während der Arbeitslosigkeit absolvieren tun Sie etwas für das eigene Selbstbewusstsein, das oft während Phasen der Arbeitslosigkeit enorm leidet.

Fernstudium und Hartz 4

- - - - -

Etliche der heutigen, JC-seits geförderten "Maßnahmen" qualifizieren leider nicht, sondern stigmatisieren. Die Jobcenter geben das natürlich nicht zu, sondern lassen in der lokalen Presse sinngemäß verkünden: "Wir sind super."

Sozialneid gibt es zweifach, der gewöhnlichere Variante, schon schlimm genug, sagt in etwa: "Ich verhindere, dass du mich im Status nach oben überholst". Der noch niederträchtigere Sozialneid aber handelt nach dem Prinzip: "Ich verhindere, dass du auf mein Niveau heraufkommst bzw. dass du überhaupt auch nur ein Stück weit herauf kommst."

Gegenüber einem soliden Hochschul-Abschluss oder anderen soliden Ausbildungsabschluss rechnet sich der durch wiederholte Maßnahmen erzeugte Drehtür-Efekt für die von der Hüttenindustrie der Maßnahmeträger umgebenen deutschen Jobcenter wesentlich besser ... den Erwerbslosen mehrfach hintereinander in klangvolle Maßnahmen zu schicken, erweckt den Ministerien und Parlamenten gegenüber den Schein von Qualifizierung der lokalen Erwerbslosen und hält die oft ausgesprochen unfähigen MT-Dozenten in Lohn und Brot.
 

AEMR

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tigrafahrer brachte aufschlussreich viel Hilfestellung zum hier gemeinsam besprochenen Thema Fernstudium - nämlich gar keine. Das ist das legendäre Jobcenter-"Niveau", das wir jeden Tag erleben "dürfen". Der Herr ist echt ...
 

ekid

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@ tigrafahrer
Äm, nein. Wie ich oben geschrieben habe, ist ein Studium Voraussetzung für die Tätigkeit in der Leistungsabteilung.

Das passt vielleicht nicht in jedermanns Weltbild, ist aber so (einfach mal googeln oder den pAp eurer Wahl fragen - oder mir glauben, auch wenn's vielleicht schwer fällt).

Evtl. überlegt der ein oder andere auch mal, ob er sich für eine "geringwertige Tätigkeit" zu schade ist. Volljuristen verdienen im Jobcenter ca. 1.700 Euro netto. Dafür haben die aber auch x Jahre studiert und zwei Staatsexamen bestanden (plus Referendariat etc.). Wenn man nun als Un- oder Angelernter mindestens 2.000 Euro Nettoeinkommen beansprucht, kann das nicht ganz passen - oder?


>>
Wie ich bereits sagte, ist ein Studium, um in der Leistungsabteilung arbeiten zu können, keine Voraussetzung! Ich wurde damals nach meiner AUSBILDUNG (!) ebenfalls gefragt, da ich nicht sofort einen Job gefunden hatte, ob ich nicht in der Leistungsabteilung arbeiten möchte, was ich natürlich dankend abgelehnt habe. Kurze Zeit später hatte ich dann auch schon einen anderen Job in der freien Marktwirtschaft.

Eine ehemalige Bekannte arbeitet selbst als pAp in einem JobCenter (Sozialpsychologin) und hatte ebenfalls eine Arbeitslose in das JobCenter - Leistungsarbeitlung - als Mitarbeiterin vermitteln können. Sie hatte ebenfalls nur eine Ausbildung und kein Studium. Daher kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass ein Studium für die Leistungsabteilung sicher nicht notwendig ist ;-).


@ Carpe
Also, ich verstehe jetzt noch nicht ganz die Sorge von ekid und teile AEMRs Ansicht auch nicht ganz.
@ekid: ich habe das so verstanden, dass es dir psychisch derzeit sehr besch***** geht und Du nicht arbeiten kannst? Du bist also weiterhin au und es steht noch nicht fest für wie lange? Dann kann Dich keiner zwingen, Dich zu exmatrikulieren. Warum auch? Ich würde aber in so einer Situation unterstellen, dass Du zum Studieren auch nicht in der Lage bist momentan. Du kannst natürlich nicht sagen: das Teilzeit-Studium schaff ich so gerade noch, aber die Pflichten fürs JC gehen nicht, weil ich nur "halb-krank" bin. Also, ganz oder gar nicht. Ist meine Meinung. Du kannst natürlich nicht sagen, fürs Studium reicht die Energie noch, das mach ich weiter, aber das JC soll mich in Ruhe lassen.
Ich verstehe Deine Sorge nicht, krank ist krank. Also wirst Du wohl erstmal weder studieren noch arbeiten. Warum sollte Dich also jemand vom Amt zwingen, Dich zu exmatrikulieren? Da gibts eher Probleme mit der Uni. Vielleicht wär eine Beurlaubung sinnvoll?
Wenn man gesund ist könnte ich mir bei einem Teilzeit-Fernstudium allerdings schon vorstellen, dass man da natürlich dann trotzdem vielleicht zu Maßnahmen muss. Diese Art des Studiums ist extra so angedacht, dass man es neben einer Vollzeit-Arbeit ausführen kann. Von daher wäre das absolut rechtens in meinen Augen. Das JC ist nicht zuständig dafür, einem das Studium zu finanzieren.
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>>
Das ist mir alles klar und es erschließt sich von selbst, dass ich derzeit nicht studieren kann. Fakt ist, dass das JobCenter gern Mittel anwendet, um Leute unter Druck zu setzen und dazu zu bewegen, sich doch exmatrikulieren lassen. Das war übrigens auch genau die Ansage, die ich mir anhören durfte, als ich mich arbeitslos melden musste. Konnte dem natürlich einige Argumente an den Schädel knallen, warum das völliger Blödsinn ist. Das war auch nur so ein Mitarbeiter, der alle erstmal allg. in die EDV mit aufgenommen hat; also noch nicht mein pAp

Aber die Erfahrung zeigt, dass so etwas gern versucht wird. Dem möchte ich nur vorbeugen. Die Sorge ist aber sicher berechtigt oder?

Aber wenn ich alles richtig verstehe, besteht kann sich das Amt wohl auf den Kopf stellen.
 
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