ALG II dann Arbeitsvertrag, dann Kündigung durch Arbeitgeber, und dann???

Scwalbe4

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Hallo zusammen,

Eine Freundin von mir steht vor einer schwierigen Situation und hofft auf Hilfe hier in Forum.
Die Situation: Sie war ALG II Bezieherin. Am 1.Oktober 2018 hat sie ein Arbeitgeber eingestellt um nach dem umsatzstarken Weihnachtsgeschäft sie
direkt wieder am 27. Dezember mit zweiwöchiger Kündigungsfrist zum 11.01.2019 zu kündigen.
Sie hatte sich natürlich erst im November vom Jobcenter abgemeldet, da der Arbeitgeber erst am Ende des Monats bezahlt und sie den Monat Oktober finanzeill
überleben musste. Nun ist sie ja offiziell ab dem 11.01.2019 gekündigt worden, aber noch lebt sie vom Gehalt vom Dezember, das Anfang Januar bezahlt wurde.
Meine erste Frage: Was macht sie in so einem Fall am besten. Sich erneut arbeitslos melden, oder einen Weiterbewilligungsantrag stellen. Was wären da die Vor-oder Nachteile?
Meine zweite Frage: Im Monat Oktober war sie ja bedürftig, also hat sie zurecht ALG II bezogen, muss sie das jetzt zurückzahlen? Und ab wann werden Ihr
jetzt wieder ALG II Leistungen wieder genehmigt? Sie würde doch ganz blöd da stehen, wenn man jetzt, das was Ihr für die 11 Tage Januar Ende des Monats bezahlt wird, anrechnen würde und auch noch, die Leistung für Oktober zurückfordert.
Sie hat blöderweise einen Antrag auf Weiterbewilligung gestellt und nun will das Jobcenter den Arbeitsvertrag und Kontoauszüge der letzten drei Monate. Soll sie lieber den Weiterbewilligungsantrag zurück nehmen und erneut Antrag auf Arbeitslosengeld stellen?
Warum Kontoauszüge? Hoffentlich wollen sie Ihr auch noch das bisschen mehr Geld, das sie für Ihre Arbeit in den Monten Oktober, Novenber und Dezember verdient hat auch noch irgendwie anrechnen, oder? Ihr sieht es ist alles sehr kompliziert und mir wird es einfach schwindeling...
 

Kerstin_K

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Der Arbeitsvertrag geht das JC nichts an.

Aber sie wird darlegen muessen, wann ihr welche Zahlungen zugelassen sind, zum Beispiel ueber die Kontoauszüge.

Die Freibeträge bleiben ihr auf jeden Fall, fuer eventuelle Rückzahlungen kann man Raten vereinbaren.
 

Claus.

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Bei AlgII-Unterbrechungen unter 3 Monaten ist m.W.n. nur ein Weiterbewilligungsantrag möglich. D.h., ich bin mir gar nicht mal so sicher ob überhaupt ein WBA erforderlich ist, oder ob dann nicht sogar einfach der alte Bewilligungsbescheid wieder auflebt.

Deiner Bekannten sind allerdings ein paar andere Fehlerchen unterlaufen ...

- verspätete Mitteilung der Arbeitsaufnahme. Nix mit "natürlich" - sondern die VÄM muß spätestens 1 Minute vor Arbeitsaufnahme im JC eingetrudelt sein. Das hätte hier auch völlig gereicht, denn die angewiesenen Zahlungen können nur bis etwa zum 28. wieder zurückgerufen werden. Sie hätte entsprechend mit etwas Timing so oder so noch die Oktoberzahlung erhalten.

- und eine verspätete Arbeitsuchendmeldung auch noch wenn ich das richtig verstehe :rolleyes: die liebe Frist vonwegen ´binnen 3 Tagen nach Erhalt einer Kündigung ...´. Was steht da im SGB II drauf (weiß ich seltsamerweise gar nicht - kommt mir grad)? Im SGB III wäre für das eine Sperrzeit fällig.


Die gesammelten Kontoauszüge der letzten 3 Monate geht das JC m.M.n. nichts an. Die brauchen lediglich die Nachweise, wann jeweils die Lohnzahlung auf das Konto eingeflattert sind. Vonwegen Zuflussprinzip. Und im allerentferntesten Fall noch den aktuellen Kontostand, um die Einhaltung der Vermögensfreigrenzen kontrollieren zu können.

Wenn die Lohnzahlung für den Arbeitsmonat Oktober schon im Oktober auf das Konto geflattert ist, schauts mau aus mit der Oktober-RL (das gilt auch eingeschränkt für eventuell vom AG geholte Vorschüsse). Wenn die Lohnzahlung für Oktober dagegen erst im November zugeflossen ist, ist sie fein raus.

Das selbe Prinzip gilt nun auch für die Restlohnzahlung 1. bis 11. Januar. Hier wäre zu überlegen ob es sinnvoll wäre, den AG zu bitten, diese Zahlung (oder zumindest den größten Teil davon) noch bis 31. Januar auf das Konto zu schaufeln. Denn alles was erst am 1. Februar oder später eintrudelt, ist selbstverständlichst leider wieder mit der AlgII-RL zu verrechnen.

Wirf´ evtl. doch auch mal noch ein paar Zahlen rüber^^ ... jew. Lohnzuflussdatum, Höhe der bisherigen AlgII-RL, Höhe Lohn Okt.-Dez., vermutete Lohnhöhe Jan.
 

Kerstin_K

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- und eine verspätete Arbeitsuchendmeldung auch noch wenn ich das richtig verstehe :rolleyes: die liebe Frist vonwegen ´binnen 3 Tagen nach Erhalt einer Kündigung ...´. Was steht da im SGB II drauf (weiß ich seltsamerweise gar nicht - kommt mir grad)? Im SGB III wäre für das eine Sperrzeit fällig.
Arbeitssuchendmeldung beim JC? Gibt es das überhaupt?
 
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