ALG I zu niedrig nach Aussteuerung berechnet, wer kann mir einen Hinweis geben?

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KrisEU

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Hallo Zusammen,

ich bin leider nun schon ziemlich lange krankgeschrieben (aber immer noch angestellt beim Arbeitgeber), sodass zum 02.07. mein Krankengeld endete und ich ausgesteuert wurde.

Im Rahmen der Nahtlosigkeitsregelung habe ich frühzeitig einen Antrag auf ALG I gestellt. Da der ärztliche Dienst ziemlich lange für sein Gutachten gebraucht hat, habe ich erst heute den Bescheid der Agentur für Arbeit erhalten.

Ich bin nun etwas verwirrt, da ich der Meinung war, Krankengeld sind (bei 1 Kind) 67% des Nettogehaltes, und ALG I ebenso.

Beim Krankengeld hat das auch gepasst, das waren immer so ca. 1350 Euro / Monat. Beim Überbrückungsgeld von der Rentenversicherung während 2 x 6 Wochen Reha in der Zeit ebenfalls.

Vom Arbeitsamt bekomme ich jetzt nur noch 1030 Euro / Monat.

Habe ich was übersehen, oder hat sich die AfA verrechnet?

Braucht Ihr noch weitere Infos von mir ?

Vielen Dank & Viele Grüße, Kris
 

KrisEU

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Nochmal Hallo,

ich glaube ich habe die Antwort eben selber gefunden:

Bei Krankengeld und Überbrückungsgeld zahlt man ja nur Abgaben für die Rentenversicherung und Krankenversicherung.
In meinem ALG-Bescheid wird jetzt aber vom täglichen Bemessungsentgelt zusätzlich noch Lohnsteuer und Soli abgezogen (ca. 11 Euro)

Dann wird es wohl so sein...

ABER: Die AfA zahlt mir nur noch 60 % vom Leistungsentgelt, obwohl ich nach wie vor und seit 9 Jahren 0,5 Kinderfreibetrag auf der Steuerkarte habe.
Das müssten die eigentlich wissen, die haben ja alle möglichen Bescheinigungen der letzten Jahre von mir bekommen. Sollte ich deswegen noch mal nachfragen oder direkt Widerspruch einlegen?

Gruß, Kris
 

BerndB

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Wenn jemand Zweifel an der Höhe hat hilft eine Rückfrage bei der Anmeldung der AfA oder über die Hotline der AfA. Die können die Berechnung abrufen bzw. unterrichten den SB. Ggf. fristgerechten Widerspruch einlegen.

Bei ausgesteuerten Personen kommt es glgt. vor, dass bei der Berechnung des Alg nicht vom früheren Einkommen ausgegangen wird. Das bisherigen Einkommen wird nur verwendet, wenn in den letzten 2 Jahren mindestens 150 Tage mit Einkommen vorhanden sind. Ist dies nicht der Fall, wird das Alg nach dem Einkommen errechnet, das jemand noch erzielen kann. Der SB der Vermittlung legt mit dem Betroffenen fest, welche Tätigkeit er noch ausüben kann. Danach richtet sich dann das Alg.
 

HermineL

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Der SB der Vermittlung legt mit dem Betroffenen fest, welche Tätigkeit er noch ausüben kann. Danach richtet sich dann das Alg.
Nicht bei Nahtlosigkeit. Maßgebend für die Einstufung bei der fiktiven Berechnung ist die Qualifikation die man für den letzten ausgeführten Job benötigte den die Vermittlungsbemühungen
der BA haben sich auf eine Vermittlung (fiktiv) in einem gleichwertigen Job zu erstrecken. Eine irgendwann mal erworbene Qualifikation ist dabei nicht ausschlaggebend.

Beispiel: Jemand hat Schlosser gelernt und ist ohne weitere Ausbildung ins Büro gewechselt und hat sich dort im Laufe der Jahre
bis ins mittlere Management hochgearbeitet. Das fiktive Bemessungsgeld muss sich dann nach der Qualifikation richten die normalerweise für diesen Job im mittleren Management benötigt wird da sich die Vermittlungsbemühungen auf einen gleichwertigen Job erstrecken müssen.

Rechtsgrundlage ist § 152 Abs.2 SGB III
...
(2) Für die Festsetzung des fiktiven Arbeitsentgelts ist die oder der Arbeitslose der Qualifikationsgruppe zuzuordnen, die der beruflichen Qualifikation entspricht, die für die Beschäftigung erforderlich ist, auf die die Agentur für Arbeit die Vermittlungsbemühungen für die Arbeitslose oder den Arbeitslosen in erster Linie zu erstrecken hat. Dabei ist zugrunde zu legen für Beschäftigungen, die

1. eine Hochschul- oder Fachhochschulausbildung erfordern (Qualifikationsgruppe 1), ein Arbeitsentgelt in Höhe von einem Dreihundertstel der Bezugsgröße,
2. einen Fachschulabschluss, den Nachweis über eine abgeschlossene Qualifikation als Meisterin oder Meister oder einen Abschluss in einer vergleichbaren Einrichtung erfordern (Qualifikationsgruppe 2), ein Arbeitsentgelt in Höhe von einem Dreihundertsechzigstel der Bezugsgröße,
3. eine abgeschlossene Ausbildung in einem Ausbildungsberuf erfordern (Qualifikationsgruppe 3), ein Arbeitsentgelt in Höhe von einem Vierhundertfünfzigstel der Bezugsgröße,
4. keine Ausbildung erfordern (Qualifikationsgruppe 4), ein Arbeitsentgelt in Höhe von einem Sechshundertstel der Bezugsgröße.
…..
 

BerndB

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Nicht bei Nahtlosigkeit. Maßgebend für die Einstufung bei der fiktiven Berechnung ist die Qualifikation die man für den letzten ausgeführten Job benötigte den die Vermittlungsbemühungen
der BA haben sich auf eine Vermittlung (fiktiv) in einem gleichwertigen Job zu erstrecken. Eine irgendwann mal erworbene Qualifikation ist dabei nicht ausschlaggebend.
Rechtsgrundlage ist § 152 Abs.2 SGB III
o.k., dazugelernt.
 
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