ALG I Ratlos in Notlage. Fragen zur Mobilitätsförderung. (1 Betrachter)

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LastManStanding

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Guten Tag liebe Leute,

ich wende mich Ratsuchend an euch.

Vorab, ich bin Laie auf dem Gebiet der Gesetze etc, auch hatte eigentlich nie was mit der Agentur für Arbeit zu tun.
Aber wie ich feststellen musste, kann man seine Rechte, mit unter nur durchsetzen wenn man Ahnung von der Materie hat.
Mein Eindruck.

Aber nun zur Sache,

Anfang 06/19 habe ich mein bestehendes Arbeitsverhältnis per Aufhebungsvertrag beendet.
Grund hierfür waren relativ schwere gesundheitliche Belastungen etc. Dies ist auch ärztlich Attestiert und (spoiler) von der Agentur für Arbeit so akzeptiert worden.
Da ich nicht in Arbeitslosigkeit fallen wollte bzw mir das nicht leisten kann, habe ich mich im Vorfeld um eine neue Stelle bemüht. Diese auch gefunden und ich hätte dort direkt anfangen können.
Wäre da nicht mein Auto einem Motorschaden zum Opfer gefallen.... Und ab hier beginnt der Spaß.

Da ich mir nicht zu helfen wusste, da keine Ersparnisse, kein nennenswerter Restwert des Fzg., meldete ich mich bei der Agentur für Arbeit in der Hoffnung man könnte mir helfen.
Ich meldete mich also vorbeugend Arbeitssuchend da noch kein Arbeitsvertrag zustande gekommen ist.
Bei Antragsabgabe und erstem Vermittlungs/Beratungsgespräch, hoffte ich nun endlich Gehör zu bekommen, weil ich habe ja eine neue Arbeitsstelle die ich antreten kann, dachte ich.
Ich schilderte also die Situation und fragte die SB ob es möglich sei eine Förderung oder Darlehen für einen Pkw zu bekommen um zur Arbeit zu kommen. (Info: Ich wohne ländlich, Entfernung Arbeitsstätte: 15km; Entfernung Agentur f. Arbeit 15km) (kein Anschluss von öffentlichen Verkehrsmitteln beim Betrieb)
Die Antwort die ich bekam war ernüchternt, "Sowas machen wir hier nicht" gab die SB von sich. Ich müsse mit dem Fahrrad fahren oder mir eine Fahrgemeinschaft suchen.
Ich erklärte nochmal mit Nachdruck meine Situation. Jeder hat nun mal wenn er länger arbeitet gewisse Fixkosten (Verträge,Kredite etc) und einen gewissen Standard den das Alg1 wohl kaum gerecht werden würde.
Nunja meine Bitte wurde abgeschmettert und ich wusste nicht weiter und schaute nach Arbeitsstellen in der nähe von 5km, konnte aber nicht fündig werden.
Daraufhin versuchte ich es nochmal, und bewarb mich bei einer "guten" Zeitarbeitsfirma. Diese konnten mir gleich 2 Stellen anbieten, eine sogar mit einem Verdienst von knapp 16,00 Euro/Std. was für eine Arbeitnehmerüberlassung als ungelernter wohl nicht schlecht ist. Jedoch beide Firmen wieder nur mit Pkw erreichbar.

Also wieder Vermittlungsgespräch, meine Frage bezüglich Darlehen wurde wieder verneint. Im gleichen Atemzug händigt mir die SB einen Vermittlungsvorschlag aus von genau der Firma bei der ich hätte anfangen können, nur ohne die Zeitfirma dazwischen und fragt mich "ob eine Möglichkeit hätte dort hinzukommen". Ich dachte ich bin im falschem Film.
ich fragte noch nachdrücklich ob es denn keine Möglichkeit gäbe eine Förderung oder Darlehen zu bekommen.
Die SB sagte aufeinmal ich könne einen Antrag stellen, das würde aber nichts bringen weil dieser eh abgelehnt werden würde. Sie begründete das mit einem Fall der bewilligt wurde die Arbeitsstelle lag in dem Fall aber 56km entfernt.
Naiv wie ich war schenkte ich dem glauben und stellte auch keinen Antrag.

Also suchte ich nach Arbeit in der Nähe.

Zwischenzeitlich hatte ich 2 Termine, die nicht wahrnehmen konnte, da kein Geld und Konto im Minus. Ich lebe monatlich von dispo zu dispo, meine Fixkosten übersteigen meine Einnahmen.
Um guten willen zu beweisen leihte ich mir einen PKW um zum geforderten 3. Termin zu erscheinen. Leistungen wurden ruhend gestellt, ich äußerte mich zu den Versäumnissen.(ohne SB KOntakt) (23.09)
Ich erhielt kein Geld für September.
Am 04.10 erhielt ich einen Anruf der SB die mich noch einmal zur Anhörung befragte. Ich erklärte ihr die Situation, das mein Konto im Minus sei und ich keine Möglichkeit hatte zu erscheinen. Sie zeigte sich nicht gerade Verständnisvoll, dann müsse Ich mit dem Fahrrad fahren(15km) oder mich bringen lassen. Und das sie mir nun 2 Sperrzeiten auferlegt. (Kürzung 50%)
Ich bat sie dies nicht zu tun da sonst meine Fixkosten nicht gedeckt werden und meine Bank bereits mein Dispo gekündigt hat da diesen Monat noch kein Geldeingang zu verzeichen war.

Das alles interessierte die Dame anscheinend nicht und ich bekam 2x 1 Woche Sperre und somit nur die Hälfte der eigentlichen Leistungen.
Und diese auch erst am heute (09.10.)

Nun ist mein Konto bei -90 Euro , da die Leistungen direkt vom Dispo "gefressen" wurden.
Faktisch habe ich also 0 Euro und stehe vor dem Bankrott bzw Privatinsollvenz.

Ich verstehe das Vorgehen der Agentur nicht, ich hatte 3 Stellen, ich hätte nicht in Arbeitslosigkeit fallen müssen.
Es hätten keine Leistungen gezahlt werden müssen.
Lediglich ein Darlehen, welches zurückgezahlt worden wäre.
Desweiteren fühle ich mich falsch beraten von der SB und mittlerweile auch schikaniert. (die ganze Situation hat auch spürbare psychische Auswirkungen)
Für mich geht das Ganze hier gegen jede Logik.
Zumal ich, meiner Meinung nach nichts selbstverschuldet habe oder mich in irgendeiner Weise Versicherungswidrig verhalten hätte.

Ich bin für Anregungen und Tipps für mein weiteres Verhalten in Bezug auf die Agentur dankbar.
 

marty

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Hallo
zu diese Stunde sind die Experten wohl nicht mehr da. Warte mal ab.
 

Zeitkind

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Willkommen im Forum. :welcome:
Rezeption
Ich bin für Anregungen und Tipps für mein weiteres Verhalten in Bezug auf die Agentur dankbar.
Du hast den Fehler gemacht, Dich auf :icon_laber: mündliche Aussagen zu verlassen.
Beantrage schriftlich nachweisbar und ausführlich begründet eine Förderung aus dem Vermittlungsbudget nach § 44 SGB III
in Form eines Zuschusses zum Erwerb eines gebrauchten PKW für die Aufnahme einer Beschäftigung.
§ 44 SGB III Förderung aus dem Vermittlungsbudget
(1) Ausbildungsuchende, von Arbeitslosigkeit bedrohte Arbeitsuchende und Arbeitslose können aus dem Vermittlungsbudget der Agentur für Arbeit
bei der Anbahnung oder Aufnahme einer versicherungspflichtigen Beschäftigung gefördert werden, wenn dies für die berufliche Eingliederung notwendig ist.
Sie sollen insbesondere bei der Erreichung der in der Eingliederungsvereinbarung festgelegten Eingliederungsziele unterstützt werden.
Die Förderung umfasst die Übernahme der angemessenen Kosten, soweit der Arbeitgeber gleichartige Leistungen nicht oder voraussichtlich nicht erbringen wird.
Kein SB kann einen derartigen Antrag unbegründet ablehnen und muß den Antrag mit einem rechtsmittelfähigen Bescheid beantworten.
Wird der Antrag abgelehnt, kannst Du gegen den Ablehnungsbescheid Widerspruch erheben, ggf. Klage erheben.
Auch wenn der Beschluß des LSG Niedersachsen-Bremen v. 13.05.2015, Az: L 11 AS 676/15 B ER
für einen LE von Grundsicherung gefaßt wurde, dürfte die Begründung auch auf LE von ALG übertragbar sein.
 

Helga40

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Nein, ist er nicht, weil im SGB III z. B. eine gewisse Eigenleistungsfähigkeit vorausgesetzt wird.

Mit Einstellungszusagen kann man durchaus auch bei der Hausbank oder dem Autohändler wegen Kredit nachfragen, insbesondere, wenn man quasi nur die Arbeitsstelle wechselt.
 

Zeitkind

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Nein, ist er nicht, weil im SGB III z. B. eine gewisse Eigenleistungsfähigkeit vorausgesetzt wird.
... welche nach Angaben des TE durch die Sperre bis auf 0 vermindert wurde.
Mit Einstellungszusagen kann man durchaus auch bei der Hausbank oder dem Autohändler wegen Kredit nachfragen ...
Wird der Kreditgeber nach Kenntnis der Schufa-Score dankend ablehnen.
... und meine Bank bereits mein Dispo gekündigt hat da diesen Monat noch kein Geldeingang zu verzeichen war.
Das nenne ich mal aktive Förderung zur Aufrechterhaltung von Arbeitslosigkeit. :icon_klatsch:
Was die Sperre betrifft, würde ich anstelle des TE Rechtsschutz inanspruch nehmen.
» Der Verfahrensweg und die Anwendung von Rechtsmitteln
 

Helga40

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Zum einen gab es bei dem ersten Arbeitsangebot noch gar keine Sperre, zum anderen sind es 2 Wochen Sperrzeit, also nix mit "0".

Seinen Score kennst du nicht, wieso soll der niedrig sein? Nach seinen Beiträgen laufen bereits Kredite, die er auch zahlt, denn deswegen reicht ihm ja das Alg nicht. Wenn er pünktlich zahlt, dürfte er sogar einen guten Score haben.

Im Übrigen reden wir von einem Kleinkredit, denn für 30 km am Tag reicht auch erstmal ein alter und billiger fahrbare Untersatz. Gerade jetzt vor dem Winter.
 

Zeitkind

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zum anderen sind es 2 Wochen Sperrzeit, also nix mit "0".
Die "0" bezog sich auf die Eigenleistungsfähigkeit, nicht auf die Sperre;
Nun ist mein Konto bei -90 Euro , da die Leistungen direkt vom Dispo "gefressen" wurden
Im Übrigen reden wir von einem Kleinkredit, denn für 30 km am Tag reicht auch erstmal ein alter und billiger fahrbare Untersatz.
Richtig, und das sollte den SB gerade zu einer entsprechenden Ermessensentscheidung bewegen.
Das Verhältnis der Darlehenshöhe gegenüber dem zu erwartenden Leistungsanspruch bei Langzeitarbeitslosigkeit ist wohl offensichtlich.
Die Pensionen des SB sind doch bereits gesichert, warum erfüllt er dann nicht seine eigentlichen Aufgaben?
 

Helga40

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Die Eigenleistungsfähigkeit des TE ist durch Eigenverschulden nicht gegeben. Die Sperren sind ja nicht umsonst gekommen. Bei aller Liebe, aber dass man aus einer Tätigkeit heraus nicht genug auf der hohen Kante hat, dass man sich ein Billigstauto über Ibäh Kleinanzeigen oder so kaufen kann, ist unlogisch. Als Autobesitzer muss man ja auch mit Reparaturen oder Ersatzanschaffungen (Winterreifen, Bremsen) bis 1000 Euro jederzeit rechnen.

Der SB dürfte später eine Rente bekommen, denn Beamte sind auch bei der BA inzwischen selten geworden. Im Übrigen hat er seine Arbeit gemacht, denn vorliegend ist eine Ermessensreduzierung auf Null nicht erkennbar.
 

LastManStanding

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Du hast den Fehler gemacht, Dich auf :icon_laber: mündliche Aussagen zu verlassen.
Beantrage schriftlich nachweisbar und ausführlich begründet eine Förderung aus dem Vermittlungsbudget nach § 44 SGB III
in Form eines Darlehens zum Erwerb eines gebrauchten PKW für die Aufnahme einer Beschäftigung.
Danke für deinen Rat, alles also nur nur schriftlich. Widerspruch gegen die Sperren und der Antrag auf Förderung werden dann meine nächsten Schritte sein.

weil im SGB III z. B. eine gewisse Eigenleistungsfähigkeit vorausgesetzt wird
In wie fern wird diese Bemessen? Ich kann versichern, wäre es auf anderen Weg möglich gewesen einen Kredit oder Darlehen zu erhalten, hätte ich dies von Anfang an gemacht. Somit hätte ich mich auch nicht Arbeitslos melden müssen. Die Arbeitslosigkeit ist eher ein Resultat dessen.

Zum einen gab es bei dem ersten Arbeitsangebot noch gar keine Sperre, zum anderen sind es 2 Wochen Sperrzeit
Die Sperren resultieren nicht aus Arbeitsverweigerung, sondern aus 2 Meldeversäumnissen. Die meiner Ansicht nach und den Umständen entsprechend nicht gerechtfertigt sind.
Mal davon abgesehen das diese "Gesprächstermine" weder Zielführend noch hilfreich sind. Stellenangebote kann ich mir auch Zuhause am PC suchen, dafür muss ich keine 15km fahren um sie mir in unfreundlicher Manier ausdrucken zu lassen. Um zu erfahren das ich gewisse Anträge stellen kann musste ich auch selbst recherchieren.

Richtig, und das sollte den SB gerade zu einer entsprechenden Ermessensentscheidung bewegen.
Das Verhältnis der Darlehenshöhe gegenüber dem zu erwartenden Leistungsanspruch bei Langzeitarbeitslosigkeit ist wohl offensichtlich
Das sehe ich genauso, wie Eingangs beschrieben, ich hätte nichteinmal Leistungen in Anspruch nehmen müssen. Ich bat lediglich um Hilfe damit ich weiterhin einer Beschäftigung nachgehen kann.

Bei aller Liebe, aber dass man aus einer Tätigkeit heraus nicht genug auf der hohen Kante hat, dass man sich ein Billigstauto über Ibäh Kleinanzeigen oder so kaufen kann, ist unlogisch. Als Autobesitzer muss man ja auch mit Reparaturen oder Ersatzanschaffungen (Winterreifen, Bremsen) bis 1000 Euro jederzeit rechnen
Im Grunde genommen ist das richtig, jedoch sieht die Realität etwas anders aus und unlogisch finde ich das nicht.
Reifen zb. habe ich bis jetzt immer gebraucht gekauft, Reparaturen soweit selber durchgeführt oder mit Hilfe eines Freundes aus dem Kfz Bereich.

Im Übrigen hat er seine Arbeit gemacht, denn vorliegend ist eine Ermessensreduzierung auf Null nicht erkennbar
Faktisch, ausgehend von meiner Situation ist sie auf 0 gesunken.
Menschlich finde ich das Verhalten auch fragwürdig, trotz meiner Bitte und mit Hinweis auf meine prekäre Lage, die Gelder zu kürzen.
Welches Ziel wird damit verfolgt?
Ich bin doch arbeitswillig, aus welchem Grund sollte man mich bestrafen.
Und hätte er seine Arbeit gemacht hätte er mich auch über mögliche Anträge aufklären müssen.
Subjektiv fühlt es sich so an als ob die Agentur mein Gegner wäre.
 

BerndB

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Die SB sagte aufeinmal ich könne einen Antrag stellen, das würde aber nichts bringen weil dieser eh abgelehnt werden würde. Sie begründete das mit einem Fall der bewilligt wurde die Arbeitsstelle lag in dem Fall aber 56km entfernt.
Es geht nicht um die Entfernung, sondern nur darum, ob du anderweitig zur Arbeitsstelle kommst.
Und zur Eigenleistungsfähigkeit stellt die Zentrale der AfA in Ihren Weisungen fest: Bei Ausbildungsuchenden und Arbeitslosen kann in der Regel davon ausgegangen werden, dass die Eigenleistungsfähigkeit grundsätzlich nicht vorliegt und auf die Prüfung verzichtet werden kann. Ob die einzelnen Agenturen dies umsetzen ist aber deren Sache.
 

LastManStanding

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Es geht nicht um die Entfernung, sondern nur darum, ob du anderweitig zur Arbeitsstelle kommst
Ja das ist mir schon bewusst, war halt ihre Argumentation. Und wie ich bereits sagte, sind die Arbeitsstellen nicht anderweitig erreichbar.
Ich sage auch ehrlich dazu, ich bin körperlich fit und würde auch mit dem Fahrrad fahren, aber keine 15km hin und 15km zurück. Vor allem nicht im Winter.

Ob die einzelnen Agenturen dies umsetzen ist aber deren Sache
Sowas wurde auch nie geprüft, geschweige denn angesprochen. Ich wäre jedoch zur Kooperation bereit.

Ich kenne mich mit Sozialrecht halt null aus, weil es nie Thema war. Aber anscheinend muss ich das.

Vorerst kann ich wohl nicht viel unternehmen als die Antworten von Antrag und Widerspruch ab zu warten.
 

Agent

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Hallo LastManStandin,

im SGB III ist ein Darlehen nicht vorgesehen. Die gibt es da einfach nicht.
Bliebe somit die Möglichkeit einer Förderung aus dem Vermittlungsbudget (wobei mir jetzt natürlich die ermessenslenkenden Weisungen vor Ort nicht bekannt sind).
Grundsätzlich vermute ich aber, dass auch dort festgeschrieben ist, dass der Arbeitsort nicht innerhalb der zumutbaren täglichen Pendelzeit zu erreichen ist. Diese beträgt für eine Vollzeitstelle 2,5h am Tag.
Ohne dir jetzt zu nahe treten zu wollen...
1. Du sagst, der Betrieb sein nicht an den ÖPNV angeschlossen. Stellt sich die Frage, wie nah kommt man ran. Wenn du zB. 15 Minuten Bus fährst und dann einfach noch 2 km in 20 Minuten laufen müsstest oder dir da eben irgendwo ein Fahrrad hinstellst, dann kann das durchaus auch zumutbar sein. Google Maps und die Verbindungsauskunft des ÖPNV helfen hier weiter.
2. kann ich auch nicht nachvollziehen, wieso man keine wenigen hundert Euro auftreiben kann, um sich ggf. selbst zunächst mal eine günstige Karre zu besorgen. Der Reparatur-KFZ-Kumpel wäre da doch meine erste Anlaufstelle, wenn ich so dringend darauf angewiesen bin. Er könnte was vernünftiges raussuchen und ein Privatdarlehen gewähren. Ja, steinigt mich, aber eine gute Freundin von mir hat immer etwas zu viel für Aufstockung verdient und die hat sich über einige Jahre immer wieder mit günstigen alten Autos beholfen. Wo ein Wille...
3. die Sperrzeiten folgen klaren Vorgaben. Ein wichtiger Grund wird in der Regel bei zu niedrigem Kontostand im SGB III nicht anerkannt. Eine Kostenerstattung für die Terminwahrnehmung ist aber möglich. Hast du diese für die beiden ersten Termine beantragt?

Viele Grüße
Agent
 

grün_fink

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Nein, ist er nicht, weil im SGB III z. B. eine gewisse Eigenleistungsfähigkeit vorausgesetzt wird.

Mit Einstellungszusagen kann man durchaus auch bei der Hausbank oder dem Autohändler wegen Kredit nachfragen, insbesondere, wenn man quasi nur die Arbeitsstelle wechselt.
*hüstel*
Finde ich sehr witzig in Hinblick auf mäßig gut bezahlte Arbeitsstellen in den unteren Einkommensgruppen.
Bei noch schlechter bezahlten Arbeitsstellen mit Aufstockung würde ich keine Eigenleistungsfähigkeit in solchem Umfang sehen.

Zu meiner Zeit in den 90ern schon, in einem ordentlich entlohnten Anlernjob, und auch später in einem ordentlich bezahlten Bürojob (bezahlt wie einfache Sachbearbeitung in der Industrie, etwa viertbester Tarifvertrag), war ich sofort nach meinem Herzug hierher wohngeldberechtigt.
Später mit ALG 1 (berechnet aus diesem Bürojobgehalt) war ich so nah dran an der Sozialhilfeschwelle, dass mir fast schwindlig wurde. Wäre es berechnet worden aus dem Hilfsarbeitergehalt, hätte ich eventuell eine Aufstockung vom Sozialamt bekommen.

Sieht das die Agentur wirklich so wenig differenziert?

Mit Krediten hätte ich damals in diesers Einkommensgruppe die Überforderung pur gehabt, und ich war aufgrund jahrelanger vorheriger Kreditrückzahlung schon mehr als bedient damit gewesen.
 

Zeitkind

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im SGB III ist ein Darlehen nicht vorgesehen.
In der Tat habe ich mich da geirrt, denn die Leistungen aus dem Vermittlungsbudget werden als Zuschuß gewährt.
Entsprechend habe ich meinen ersten Beitrag geändert auf "Antrag ... auf Förderung ... in Form eines Zuschusses".
2. kann ich auch nicht nachvollziehen, wieso man keine wenigen hundert Euro auftreiben kann ...
Das kann keiner, der die Augen vor der Entwicklung verschließt. Aber wenigstens die Schilderung von Armut sollte genügen.
Zurück zur Eigenleistungsfähigkeit und dem Ermessen. Der SB hat m.M.n. sein Ermessen nicht ausgeschöpft.

Förderung aus dem Vermittlungsbudget gemäß § 44 SGB III - Fachliche Weisungen (PDF)
V.44.02 - Zuständigkeit
(2) Die Entscheidung, ob und ggf. in welchem Rahmen die Förderung aus dem VB zu gewähren ist,
trifft die zuständige Vermittlungs- und Beratungsfachkraft. Dies geschieht im Regelfall im Rahmen der EV (vgl. FW 44.05).
Sie entscheidet auch nach fachlicher und rechnerischer Prüfung unter Berücksichtigung des Einzelfalles
und der vorgelegten Nachweise über den Antrag. Diese sind im Original vorzulegen. Können aus dem Vermittlungsbudget die Kosten nur anteilig erstattet werden
(z.B. Kosten zum Erwerb des Führerscheins, Anschaffung eines Kfz – lt. ermessenslenkender Weisung), ist die Vorlage einer Kopie ausreichend.
Dies ist mit der Kundin/ dem Kunden zu besprechen und in der EV festzuhalten. Sie/er ist spätestens bei der Antragstellung darüber zu informieren.
Nein, ist er nicht, weil im SGB III z. B. eine gewisse Eigenleistungsfähigkeit vorausgesetzt wird.
44.05 - Notwendigkeit
(3) Die individuelle Förderung ist an den Gegebenheiten des Einzelfalles auszurichten.
Dabei ist die Eigenleistungsfähigkeit in vereinfachter Form zu prüfen und ggf.zu berücksichtigen.
Zur Vermeidung eines nicht vertretbaren Verwaltungsaufwandes ist von einer detaillierten Prüfung der Einkommensverhältnisse abzusehen.
Bei Ausbildungsuchenden und Arbeitslosen kann in der Regel davon ausgegangen werden,
dass die Eigenleistungsfähigkeit grundsätzlich nicht vorliegt
und auf die Prüfung verzichtet werden kann.
44.06 - Kostenübernahme
(1) Die Förderung aus dem VB beschränkt sich auf die Übernahme entstandener Kosten
(z.B. Pauschale für nachgewiesene Bewerbungen oder Kostennachweis durch Rechnungen).
Die Gewährung einer Vorauszahlung ist nur unter Berücksichtigung der besonderen Umstände des Einzelfalles
(z.B. wegen fehlender Liquidität bei Aufstockern) möglich.
...
(3) Die Förderung aus dem VB ist ausschließlich als Zuschuss zu gewähren.
Der SB hätte durchaus einen Ermessensspielraum zugunsten der Beschäftigungsaufnahme des Erwerbslosen.
 

ELOO

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@ LastManStanding

Ich bin der Meinung, dass Deine kindlich-rebellische Grundhaltung gegenüber einer Behörde, welche am längeren Hebel sitzt, von dir überdacht und geändert werden sollte. Beispiel:
Um guten willen zu beweisen leihte ich mir einen PKW um zum geforderten 3. Termin zu erscheinen.
Der Gedanke: "Ihr gebt mir kein Darlehen, somit habe ich kein Geld mir ein Auto zu kaufen und kann ergo auch nicht zum Termin erscheinen.... ich bin sauer!" hat ja gezeigt zu welchem Ergebnis dies geführt hat: 2 Wochen Alg1 gestrichen. Diese Trotzhaltung, wenn man etwas von Mama oder Papa will und es nicht bekommt, mag vielleicht als Kind eine erfolgreiche Strategie sein, um die Eltern zum Aufgeben zu bringen und den Willen durchzusetzen. Die AfA bzw. Jobcenter als Reaktion auf versäumte Termine kennen leider nur eine Richtung in Sachen Erziehung: und zwar die Bestrafung.

Hätte, täte, könnte, wenn, wäre...... hätte hätte Fahrradkette! Du sagst, wer lange gearbeitet hat, der hat sich einen gewissen Standard erarbeitet und möchte bzw. muss dies nun auch weiterhin fortführen. Und die AfA hat dafür Verständnis zu zeigen. Falsch! Du hast dir vielleicht einen schönen grünen Rasen angelegt und dafür deinen Brunnen leergepumpt. Dann hast Du noch den Brunnen der Nachbarn angezapft. Und jetzt erwartest Du noch von der Gemeinde die Bewässerung deines Gartens. Die Gemeinde sucht nach einer entsprechenden Regelung und sagt: auf Regen warten oder Wasser vom nächsten See oder Fluss holen! :unsure:

Deine Kündigung/Aufhebungsvertrag mit Attest vom Arzt und Akzeptanz von der AfA hast Du doch auch clever hinbekommen. Scheinst also doch ein wenig Ahnung von der "Materie" zu haben und hättest durchaus wissen müssen, die Termine von der AfA von Anfang an wahrzunehmen. Selbst 2 Termine mit Taxi wären günstiger als 2 Wochen Alg1-Sperre. Und da Du ja noch fit bist, wie Du sagst, 2 Wandertage bei schönem Wetter a 4h = 2 Wochen Alg1 erhalten. Hätte sich auch gelohnt.

Ich war bei meinen ersten Kontakten mit der AfA in meiner Naivität ebenfalls der Meinung, ich habe das Recht nach über 20 Jahren Erwerbstätigkeit zu fordern. Die SB hat mir gezeigt, wer am längeren Hebel sitzt und ich habe gelernt: saurer Essig schadet nur seinem eigenen Behältnis!
 

LastManStanding

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Der Gedanke: "Ihr gebt mir kein Darlehen, somit habe ich kein Geld mir ein Auto zu kaufen und kann ergo auch nicht zum Termin erscheinen.... ich bin sauer!"
Klar ist man sauer, wenn man erfährt das Möglichkeiten gegeben sind, aber diese weder besprochen noch versucht werden umzusetzen.
Die Termine habe ich ja nicht aus trotz heraus nicht wahrgenommen, sondern einfach weil mir die Mittel fehlten.

Und jetzt erwartest Du noch von der Gemeinde die Bewässerung deines Gartens
Das sehe ich nicht so, um mal Sinnbildlich bei dir zu bleiben, habe ich von Anfang an keine Bewässerung gewünscht. Ich wollte nur einen Eimer um die Bewässerung weiterhin selbst sicher zu stellen.

Deine Kündigung/Aufhebungsvertrag mit Attest vom Arzt und Akzeptanz von der AfA hast Du doch auch clever hinbekommen
Was heißt clever hinbekommen, die entstandene Situation wollte ich nie herbeiführen. Das Attest war für meinen AG gedacht um den Aufhebungsvertrag zu schließen.

Selbst 2 Termine mit Taxi wären günstiger als 2 Wochen Alg1-Sperre.
Richtig, aber wie hätte ich das Taxi bezahlen sollen?!

Du ja noch fit bist, wie Du sagst, 2 Wandertage bei schönem Wetter a 4h = 2 Wochen Alg1 erhalten. Hätte sich auch gelohnt.
Ganz ehrlich, irgendwo zieh ich die Grenze.
Zumal wenn man Zeitungsartikel liest, in denen Menschen mit Taxis zu Terminen gefahren werden oder Monatelang zur vermittelten Arbeitsstelle.
Bad Essen: Mit dem Taxi zur Arbeit - Amt zahlt Syrer 1.300 Euro pro Monat - 15 km Landstraße mit Fahrrad unzumutbar?
Die Begründung in dem Artikel lässt sich auch so auf meinen Fall übertragen.(ÖPNV)
Mit unter haben diese Personen noch nicht einmal Sozialversicherungsbeiträge gezahlt.
Da fühle ich mich verarscht. (Nicht das ich es der Person nicht gönnen würde, mir gehts hier ums Prinzip)

Und wenn die Möglichkeit für mich über einen Zuschuss aus dem Vermittlungsbudget besteht warum wird das seitens des SB verschwiegen?!
Die Notwendigkeit ist für mich auch gegeben.
 

saurbier

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Hallo ELOO,

ist zwar ein schöner Beitrag, nur leider bringt er nicht weiter.

Außerdem zeigt er mir, daß du eher zu dem Personenkreis zu zählen wärst, der gutgläubig den Weisungen der Behörden folgt.

Ja mit Trotz kommt man da nicht weiter, aber zu glauben die Herrschaften - die Tatsächlich am längeren Hebel sitzen, eben weil sie über die finanziellen Mittel für unseren Lebensunterhalt in absehbarer Zeit verfügen - mit ihren Handlungen immer im Recht sind ist leider eine Fehleinschätzung. Leider wird hier häufig genug reine Willkür betrieben und dies artet dann immer zulasten der Betroffenen aus.

Ein schönes Beispiel ist z.B. meine aktuelle Geschichte, wo man mir nach über 7 Jahren voller EMR plötzlich die Rentenzahlung einstellte und ich mich daraufhin wieder bei der AfA melden mußte. Nicht das man glaubt die AfA hätte jetzt nahtlos (wie vom Gesetz vorgesehen die Zahlung aufgenommen), nein da manmich seitens der AfA wegen Alter und SchwerB nicht mehr Vermittlungsfähig sah, verweigerte man mir über 4 Monate mein ALG-I (kein Geld) und klärte im HIntergrund mit der DRV den Umstand das man mich halt nicht mehr erfolgreich in Arbeit vermitteln kann. Mir gegenüber kam man in der zeit immer mit ablehnenden Ausreden wie - ohne äD-Gutachten kann man nicht entscheiden, oder aber die DRV hat die Rentenbezugszeit nicht bestätigt bzw. noch nicht bestätigt -. Wie gesat alles abseits des Gesetzes, denn nach § 328 Abs. 3 SGB III und selbst der Dienstanweisung der BA hätte man mir mein ALG-I vorläufig bewilligen müssen.

Die Behörden interessieren sich inzwischen recht wenig dafür, was unsereins laut Gesetz ja selbst so mancher Gerichtsurteile zusteht, sie sehen ausschließlich ihre Bilanz und wie sie so wenig wie möglich aus Ausgaben haben. Oder wie sonst willst du es erklären, daß sie sobald sie erkennen mit Sanktionen kommen zu können die umgehend umsetzen bzw. zum Teil sogar konstruieren.

Frag dich doch mal im vorliegenden Fall, was deinem Ermessen eine SB entgegen steht, einen dem ein neuer Arbeitsplatz in Aussicht stehen würde, wie hier nicht eine finanzielle Hilfe für deren Antritt zu ermöglichen. Ist die Sicherung bzw. Erlangung eines einzelnen Arbeitsplatzes soviel weniger Wert, wie z.B. aktuell der 380 Mio. Bundeskredit für Condor mit zig hunderten Mitarbeitern.


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Nein, ist er nicht, weil im SGB III z. B. eine gewisse Eigenleistungsfähigkeit vorausgesetzt wird.

Mit Einstellungszusagen kann man durchaus auch bei der Hausbank oder dem Autohändler wegen Kredit nachfragen, insbesondere, wenn man quasi nur die Arbeitsstelle wechselt.
Sorry Helga40, aber deine Aussage halte ich für einen schlechten Witz. Schon mal selbst versucht. Keine Bank räumt einen heutzutage eine Kredit ein, wenn nicht Einkommensnachweise der letzten Monate vorgelegt werden können. Da reicht es bereits das man den bisherigen Arbeitgeber wechselt, um eine Ablehnung zu erhalten. Bei Banken gilt halt nicht umsonst das alte Sprichwort - wer Geld hat bekommt jederzeit neues, wer nichts hat hat Pech -.

Und ja, eine Eigenleistungsfähigkeit beim ALG-I mag durchaus gegeben sein, solange man auch genug Verdient hat. Wenn dann die AfA sich allerdings über Wochen bis zu Monaten Zeit läßt mit ihrem Bescheid (je nach Umstände), dann ist auch die Eigenleistungsfähigkeit schnell dahin, nur sowas ist dann für die SB´s eine Nebensächlichkeit, denn sie sind ja daran nicht Schuld.

Bei aller Liebe, aber dass man aus einer Tätigkeit heraus nicht genug auf der hohen Kante hat, dass man sich ein Billigstauto über Ibäh Kleinanzeigen oder so kaufen kann, ist unlogisch. Als Autobesitzer muss man ja auch mit Reparaturen oder Ersatzanschaffungen (Winterreifen, Bremsen) bis 1000 Euro jederzeit rechnen.
Auch hier scheinst du die Lebensrealität ein klein wenig verloren zu haben, warum auch immer. Schon selbst mal versucht mit einem Einkommen knapp oberhalb des Hartz IV Satzes ein neues Ibäh Auto zu kaufen. Da muß man erst mal über Monate sparen und Rücklagen bilden, nur meist spielt das leben eben nicht immer mit und es kommen andere Umstände als man erwartet hat dazwischen und dann. Richtig, wer sich ein gutes neues Auto leisten kann, ja der darf auch damit rechnen das mal eine Reparatur für 1.000,-€ anfällt, nur frag dich doch mal wie er die dann bezahlt. In der hier besprochenen Einkommensgruppe dürfte dann wohl eher ein neues Ibäh Auto der günstigere und wohl einzige Weg sein. Ob jemand tatsächlich Rücklagen in 4-stelliger Höhe getroffen hat, dürfte eh auf einem ganz anderen Blatt stehen, denn schon Arbeitslosigkeit läßt das laufende Einkommen von heute auf Morgen (äh nächsten Monat auf nur noch 60% schwinden, die laufenden Kosten allerdings bleiben, oder.

Ich frage mich denn auch, wie man hier die nachfolgenden Ausführungen sehen sollte:


Denn da scheint es doch so einiges zu geben. Möchte man das dem TE einfach vorenthalten, oder wie. Wenn sich der Gesetzgeber dazu bereits ausgiebig Gedanken gemacht hat um die viel zitierte Mobilität der Arbeitnehmer aufrecht zu erhalten bzw. auch zu fördern, dann bitte sollte die Behörde zur Vermeidung von längerfristigen Leistungsansprüchen im öffentlichen Interesse diese bitte auch entsprechend umsetzen und nicht um Geld zu sparen ablehnen.


Grüße saurbier
 
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ELOO

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@ LastManStanding und sauerbier

Ihr habt beide Recht in dem was ihr sagt!
Man muss auch nicht immer gutgläubig den Weisungen der Behörden folgen. Deswegen schrieb ich ja auch, dass TE es mit dem Attest und um eine evtl. Sperre zu umgehen es clever gemacht hat. Sollte ein Lob sein. Aber zu sagen, alle bekommen und ich will auch.... funktioniert eben nicht. Wenn es Wege und Mittel gibt und wie und ob es funktionieren kann und Hilfestellungen zu diversesten Problematiken, dafür gibt es doch dieses Forum. Aber einfach Termine sausen lassen oder sich mit der AfA/SB anlegen ist eben ein schlechter Schachzug. Das dumme dabei ist eben nur, dass man immer erst im Nachgang schlauer ist.
Man muss sich keiner Behörde beugen. Aber hier wird es doch tagtäglich zitiert: immer höflich bleiben, Unterlagen mitnehmen, sich schlau machen, evtl. Risiken der eigenen Handlung abwägen und dann handeln.
Dem TE ist jetzt mit meiner Anführung hier nicht direkt weitergeholfen. Ich kann den Frust auch absolut nachvollziehen. Ich habe wochenlang schlaflose Nächte verbracht und bin am Ende in ein tiefes Loch gefallen. Niemand kommt und sagt:"Herr ELOO, es tut mir Leid, dass ich Sie etwas schikaniert und ziemlich ungerecht behandelt habe und ich Ihr rosarotes naives Idealbild dieser Welt zerstört habe."
Was bleibt nun? Es bleibt also nur, deren Sprache zu sprechen und sich innerhalb der Grenzen und deren § zu bewegen. Eine andere Sprache verstehen die leider nicht.
Darüberhinaus gibt es aber auch die Frage: was kann ich selber tun (also direkt selbst steuern), um mir aus der Misere, in der ich mich befinde, heraus zu helfen.
Erfordert Selbstdisziplin und Übernahme von Verantwortung, manchmal auch Selbstüberwindung. Ich denke, meine Meinung natürlich, nur so kann es funktionieren.

Ich sass mal in einer bekannten Burger-Bude. Kam einer und hat mich nach einem Euro gefragt. Ich sagte, wenn Du Hunger hast kaufe ich dir 2 Hamburger. Er sagte:" Nöö, wenn dann will ich einen Doppelwhopper!" :icon_neutral: Dann gab ich ihm eben einen Euro.
 

Helga40

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Auch hier scheinst du die Lebensrealität ein klein wenig verloren zu haben, warum auch immer. Schon selbst mal versucht mit einem Einkommen knapp oberhalb des Hartz IV Satzes ein neues Ibäh Auto zu kaufen.
Bei aller Liebe, aber lest doch den Beitrag des TE richtig.


Jeder hat nun mal wenn er länger arbeitet gewisse Fixkosten (Verträge,Kredite etc) und einen gewissen Standard den das Alg1 wohl kaum gerecht werden würde.
Er schafft sich in der Zeit mit Arbeit einen Standard, ist jedoch nicht in der Lage, wenigstens ein paar hundert Euro als Notnagel zurück zu legen? Auch während einer Beschäftigung kann doch jederzeit eine Notlage eintreten, für die man angespart haben sollte. Was soll das dann für ein "Standard" sein? Er lebte trotz Arbeit von der Hand in den Mund, aber hat sich einen "Standard" geschaffen?!

Und dann gibt man sein Alg für sonstwas aus, damit man kein Geld mehr hat, erscheint nicht zu Terminen, erwartet dafür noch vollstes Verständnis und dass man ihm doch nicht das Geld sperren könne, er hätte doch eh schon nix. Ist ja nicht so, dass man weiß, dass es Sperrzeiten für sowas gibt, aber nein, für TE muss da eine Ausnahme geschaffen werden.

Sorry, so ganz kann ich das echt nicht einordnen. Entweder, der TE ist tatsächlich lebensuntüchtig oder ein Troll.

Er kann ja mal Butter bei die Fische geben. Wie hoch ist das Alg1? Wie hoch sind seine Ausgaben und wofür sind sie? Was ist mit dem Tipp, zur potentiellen neuen Arbeit mit ÖPNV zur nächstmöglichen Haltestelle zu fahren und den Restweg mit dem Fahrrad? Oder Arbeitgeberkredit? Immerhin hatte er schon 3 konkrete Angebote, er scheint doch eine gefragte Fachkraft zu sein, den jeder Chef gern hätte...
 

grün_fink

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@Helga40
In der Tat ist vieles in den Aussagen von @LastManStanding etwas schwammig, und man kann sich viel zusammen reimen.
Deine Aussage weiter oben, wo du so allgemein meinst, was von einem Arbeitenden Menschen und einem ALG I-Bezieher allgemein verlangt werden kann, trifft halt nicht den Nerv von Leuten, die warum auch immer mit dem Regelbedarf klar kommen müssen oder Kredite hatten, die nicht dem Konsum geschuldet waren (was immer so allgemein manchen pauschal Bevölkerungsgruuppen unterstellt wird), sondern auch mit Gebaren von Behörden zu tun hatten, die Leute gerne über den Tisch ziehen.
Das konnte man nicht so stehen lassen.
 
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