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ALG I - "Jobs" bei Zeitarbeitsfirmen

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John Daily

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#1
Hallo,

ich bin seit ca. 3 Wochen arbeitssuchend und habe nun folgendes Problemchen :icon_kinn:


Ich war vor 2 Wochen beim Gespräch beim Arbeitsvermittler (der Agentur für Arbeit), dieser drückte mir u. a. eine "Stelleninformation" in die Hand und sagte ich solle mich da melden... genauer Wortlaut der Stelleninformation:

Stelleninformation
Sehr geehrter Herr xxxxxxx,
wir möchten Sie auch auf Stellenangebote aus unserer JOBBÖRSE, die nicht durch die Agentur für Arbeit betreut sind, hinweisen:

Referenznummer:
Tätigkeit:
Titel des Stellenangebots:
Stellenbeschreibung:
Ausübungsort:
Eintrittstermin:
Arbeitgeberkontakt:
Tel.:

Bitte vereinbaren Sie telefonisch einen Termin.

Das Ergebnis Ihrer Bemühung teilen Sie uns bitte über Startseite - www.arbeitsagentur.de, durch Rücksendung des beigefügten Schreibens oder telefonisch unter folgender Rufnummer.


Unter Arbeitgeberkontakt ist eine Zeitarbeitsfirma angegeben. Ich hab da angerufen und die haben mir gesagt, ich solle mich über deren Homepage bewerben, was ich auch getan habe.

Nun habe ich morgen bei dieser Zeitarbeitsfirma einen Vorstellungstermin erhalten.


Die Frage die sich mir nun stellt :icon_kinn:

Muß ich da einen Job annehmen?

Es handelt sich hier um eine "Stelleninformation" und nicht um einen "Vemittlungsvorschlag" - kann ich da also alles ablehnen ohne das dies Konsequenzen für mich hat (Sperre v. ALG I) ?

Bitte um Antworten. :)


(Sorry, wenn ich hier für diesen Beitrag das falsche Forum gewählt haben sollte... aber ich bin halt eben ein "Neuankömmling".) :)
 

John Daily

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#3
Ja. Du mußt jeden zumutbaren Job annehmen um deine Bedürftigkeit zu verringern.

Zu jedem "Lohn"? Also auch wenn die nur 5 Euro die Stunde zahlen?

Mein letztes monatliches Bruttogehalt (bei einem normalen Arbeitgeber) betrug 2200 €.
 
G

Gast1

Gast
#4
Hi John Daily,

Zu jedem "Lohn"? Also auch wenn die nur 5 Euro die Stunde zahlen?

Mein letztes monatliches Bruttogehalt (bei einem normalen Arbeitgeber) betrug 2200 €.
Bei ALG 1 gibt es (in diesem Fall, also bei z.B. 5 Euro ) folgende Regelung:

§121 SGBIII:

(1) Einem Arbeitslosen sind alle seiner Arbeitsfähigkeit entsprechenden Beschäftigungen zumutbar, soweit allgemeine oder personenbezogene Gründe der Zumutbarkeit einer Beschäftigung nicht entgegenstehen

[...]

(3) 1Aus personenbezogenen Gründen ist eine Beschäftigung einem Arbeitslosen insbesondere nicht zumutbar, wenn das daraus erzielbare Arbeitsentgelt erheblich niedriger ist als das der Bemessung des Arbeitslosengeldes zugrunde liegende Arbeitsentgelt. In den ersten drei Monaten der Arbeitslosigkeit ist eine Minderung um mehr als 20 Prozent und in den folgenden drei Monaten um mehr als 30 Prozent dieses Arbeitsentgelts nicht zumutbar. Vom siebten Monat der Arbeitslosigkeit an ist dem Arbeitslosen eine Beschäftigung nur dann nicht zumutbar, wenn das daraus erzielbare Nettoeinkommen unter Berücksichtigung der mit der Beschäftigung zusammenhängenden Aufwendungen niedriger ist als das Arbeitslosengeld.

Quelle: SGB 3 - Einzelnorm

Das heißt, dass Du auf

Selbstberechnung

a) "das der Bemessung des Arbeitslosengeldes zugrunde liegende Arbeitsentgelt" berechnest (falls Du noch keinen Bewilligungsbescheid hast) und

b) und das Arbeitsentgelt des Dir angebotenen Jobs ermitteltst und

c) eine Prozentrechnung machst ;)

Gruß

schlaraffenland

PS: Außerdem hast Du den Vermittlungsvorschlag ja ohne eine Rechtsfolgebelehrung erhalten. Also kann Dir die Agentur keine Sperre verhängen?!
 
E

ExitUser

Gast
#5
Zu jedem "Lohn"? Also auch wenn die nur 5 Euro die Stunde zahlen?
Ich kann mich jetzt nicht mehr genau erinnern wie das bei ALG1 ist, ich denke aber ähnlich wie bei ALG2.

Spätestens wenn du in H4 bist hast du keine Wahl mehr. Also gewöhne dich schon mal dran.
 

John Daily

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#6
Hi John Daily,

(3) 1Aus personenbezogenen Gründen ist eine Beschäftigung einem Arbeitslosen insbesondere nicht zumutbar, wenn das daraus erzielbare Arbeitsentgelt erheblich niedriger ist als das der Bemessung des Arbeitslosengeldes zugrunde liegende Arbeitsentgelt. In den ersten drei Monaten der Arbeitslosigkeit ist eine Minderung um mehr als 20 Prozent und in den folgenden drei Monaten um mehr als 30 Prozent dieses Arbeitsentgelts nicht zumutbar. Vom siebten Monat der Arbeitslosigkeit an ist dem Arbeitslosen eine Beschäftigung nur dann nicht zumutbar, wenn das daraus erzielbare Nettoeinkommen unter Berücksichtigung der mit der Beschäftigung zusammenhängenden Aufwendungen niedriger ist als das Arbeitslosengeld.

Quelle: SGB 3 - Einzelnorm

Das heißt, dass Du auf

Selbstberechnung

a) "das der Bemessung des Arbeitslosengeldes zugrunde liegende Arbeitsentgelt" berechnest (falls Du noch keinen Bewilligungsbescheid hast) und

b) und das Arbeitsentgelt des Dir angebotenen Jobs ermitteltst und

c) eine Prozentrechnung machst ;)

Gruß

schlaraffenland

PS: Außerdem hast Du den Vermittlungsvorschlag ja ohne eine Rechtsfolgebelehrung erhalten. Also kann Dir die Agentur keine Sperre verhängen?!


Hallo schlaraffenland,

vielen Dank für Deine Antwort. :)

Ich habe leider noch keinen Bescheid über die Höhe von ALG I erhalten, aber als ich meinen Antrag persönlich abgegeben habe, hat mir die Sachbearbeiterin gesagt, dass ich ca. 830 € ALG I erhalte.


Wenn ich das mit den 20 Prozent oben richtig verstanden habe... :confused: dann können die mir einen Job anbieten, wo ich ca. 672 € Netto monatlich "verdiene"... habe die 830 € ALG I - 19 % gerechnet.
(Wie soll man von 672 € Netto leben, wenn man 500 € Kaltmiete zahlen muss ??? )

PS: Es ist ja eigentlich kein "Vermittlungsvorschlag" sondern eine "Stelleninformation" - und ja, eine Rechtsfolgebeleherung ist an dieser "Stelleninformation" nicht dabei.

Bin echt am verzweifeln, was ich das morgen beim Vorstellungsgespräch sagen darf bzw. nicht sagen darf.
 
G

Gast1

Gast
#7
Hi John Daily,

Hallo schlaraffenland,

vielen Dank für Deine Antwort. :)
Gern geschehen ;)

Ich habe leider noch keinen Bescheid über die Höhe von ALG I erhalten, aber als ich meinen Antrag persönlich abgegeben habe, hat mir die Sachbearbeiterin gesagt, dass ich ca. 830 € ALG I erhalte.
Ich würde vorsichtig sein, was die SB sagt. Sie könnte sich irren ;)

Ich kann nur sagen, dass die Höhe meines ALG 1, das ich laut Bewilligungsbescheid bekomme, genau der Höhe entspricht, die ich auf der Seite "Selbstberechnung" errechnet habe.

Für die Berechnung der Höhe von ALG-1 auf der Seite "Selbstberechnung" (für das Jahr 2008) habe ich die

"Summe des beitragspflichtigen Arbeitsentgelts" (also das Gehalt der letzten 12 Monate meines ehemaligen AG)

verwendet, die auf der Arbeitsbescheinigung meines letzten Arbeitgebers steht (die habe ich vor der Abgabe beim AA kopiert).

Die "Summe des beitragspflichtigen Arbeitsentgelts" habe ich durch 12 geteilt (also das durchschnittliche Monatsgehalt ermittelt). Und das Ergebnis habe ich auf Selbstberechnung im obersten Feld eingegeben.

Wenn ich das mit den 20 Prozent oben richtig verstanden habe... :confused: dann können die mir einen Job anbieten, wo ich ca. 672 € Netto monatlich "verdiene"... habe die 830 € ALG I - 19 % gerechnet.
Nein, so ist der Gesetzestext nicht gemeint ;)
Es geht um das prozentuale Verhältnis zwischen "dem der Bemessung des Arbeitslosengeldes zugrunde liegenden Arbeitsentgelts" und dem "Arbeitsentgelt" der Dir angebotenen Arbeit. Das "Arbeitsentgelt der Dir angebotenen Arbeit" sollte mir zufolge der angebotene monatliche Bruttolohn sein.

Das "der Bemessung des Arbeitslosengeldes zugrunde liegende Arbeitsentgelt" berechnest Du mir zufolge wie oben beschrieben, also:

Gesamtbruttolohn-/gehalt des letzten Arbeitgebers geteilt durch 12. Nennen wir mal diesen Wert der Einfachheit halber ab hier "Wert x".

Wenn der monatliche Bruttolohn der Dir angebotenen Arbeit weniger als 80% von Wert x entspricht, kannst Du den Vermittlungsvorschlag ablehnen, ohne eine Sperre zu bekommen. Das gilt aber nur für die ersten 3 Monate seit Eintritt Deiner Arbeitslosigkeit. Ab Monat 4 gelten andere Regeln. Siehe oben (Auszug aus dem SGBIII).

Ich habe in einer ähnlichen Situation (Vermittlungsvorschlag mit Rechtsfolgebelehrung in den ersten 3 Monaten meiner Arbeitslosigkeit mit ALG-1-Bezug) einen Vermittlungsvorschlag erfolgreich ablehnen können. Allerdings wusste ich schon, wieviel Gehalt ich bekommen hätte, weil es auf dem Vermittlungsvorschlag angegeben war.

(Wie soll man von 672 € Netto leben, wenn man 500 € Kaltmiete zahlen muss ??? )
Soweit wird es mir zufolge erst gar nicht kommen.

PS: Es ist ja eigentlich kein "Vermittlungsvorschlag" sondern eine "Stelleninformation" - und ja, eine Rechtsfolgebeleherung ist an dieser "Stelleninformation" nicht dabei.
Dann kannst Du das Angebot sowieso ablehnen, davon gehe ich sehr stark von aus.

Ans Forum: Die Frage ist: soll John Daily am besten der Zeitarbeitsfirma sagen, dass er erst gar nicht da hingeht (zum Vorstellungsgespräch)? Denn wer weiß, was die Zeitarbeitsfirma mit seinen Daten (vor allem Angaben zu ehemaligen Arbeitgebern, Zeugnisse, ausgefüllter Fragebogen usw.) so anstellt, wenn sie sie einmal haben ... Aber: wenn John Daily durch das Vorstellungsgespräch weiss, wie hoch der Bruttolohn ist, dann kann er ja auch noch zusätzlich wie oben beschrieben gegen den Vermittlungsvorschlag argumentieren. Dann müsste er aber wohl zum Vorstellungsgespräch ... was meint der Rest hier?

Bin echt am verzweifeln, was ich das morgen beim Vorstellungsgespräch sagen darf bzw. nicht sagen darf.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass Du keinen Grund zum Verzweifeln hast ;) - sag entweder: unter Bruttolohn soundso kommen wir nicht ins Geschäft, oder: ich habe es mir anders überlegt.

Aber: ein Forum wie dieses ist kein Rechtsanwalt ;)

PS: Noch ein Tipp (Du bist wahrscheinlich "neu im Geschäft") - wenn Du Deine Ablehnung bei der Agentur abgibst, erstelle vorher eine komplette Kopie Deines Schreibens (also von allen Blättern Deines Schreibens) und lasse Dir auf der Kopie beim Empfang in der Agentur den Eingang bestätigen (Stempel plus Unterschrift). Einige der dort Beschäftigten machen entweder auf jedes einzelne kopierte Blatt einen Eingangsstempel und ne Unterschrift, oder sie heften die Einzelblätter des Originals und der Kopie jeweils zusammen und machen da jeweils nur einen Stempel plus ne Unterschrift drauf (also auf das erste Blatt des Originalschreibens und des kopierten Schreibens). Will nur sagen:

Achte drauf, dass Dein Originalschreiben nicht aus losen Blättern besteht. Es muss zusammengeheftet sein. Sonst kommt eventuell nur ein Teil bei der SB an ...

Gruß

schlaraffenland
 
G

Gast1

Gast
#8
Hi John Daily,

noch ein Vorschlag:

Geh zum Vorstellungsgespräch. Sage dort, dass Du Dich einfach nur informieren willst über die Jobs und die Bezahlung (Wieviel? Wird nach einem Tarifvertrag bezahlt? Falls ja, nach welchem Tarifvertrag? Und in welche Tarifgruppe würdest Du eingeteilt werden?).

Gebe aber keine Unterlagen ab, und unterschreibe nichts. Weil Du Dir die Sache noch mal überlegen willst. Nimm alle Unterlagen mit, die sie Dir für Informationszwecke geben, aber unterschreibe nichts. Sage ihnen, dass Du Dir die Unterlagen zu Hause anschauen möchtest.

Dann hast Du weder zu- noch abgesagt ;)

Und Du hast Zeit zu überlegen - mindestens bis zum nächsten Tag, dann werden "sie" Dich wohl anrufen ... lass dann Deinen AB für Dich sprechen ;)

Denn ich kenne nicht die rechtliche Grundlage für Folgendes:

Angenommen, Du hast eine Eingliederungsvereinbarung unterschrieben, und in ihr steht, dass Du Dich auch bei Zeitarbeitsfirmen bewerben wirst (musst):

Was passiert, wenn Du dann ein Stellenangebot für eine ZAF ohne RFB ablehnst? Kann das Arbeitsamt dann argumentieren, dass Du die EGV nicht eingehalten hast?

Ich glaube eher nicht, denn ich nehme an, dass das Arbeitsamt erst am Ende der Laufzeit einer EGV beurteilt, ob der Erwerbslose sie eingehalten hat oder nicht.

Aber man weiß ja nie ...

Gruß

schlaraffenland
 

John Daily

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#9
Das "der Bemessung des Arbeitslosengeldes zugrunde liegende Arbeitsentgelt" berechnest Du mir zufolge wie oben beschrieben, also:

Gesamtbruttolohn-/gehalt des letzten Arbeitgebers geteilt durch 12. Nennen wir mal diesen Wert der Einfachheit halber ab hier "Wert x".

Wenn der monatliche Bruttolohn der Dir angebotenen Arbeit weniger als 80% von Wert x entspricht, kannst Du den Vermittlungsvorschlag ablehnen, ohne eine Sperre zu bekommen. Das gilt aber nur für die ersten 3 Monate seit Eintritt Deiner Arbeitslosigkeit. Ab Monat 4 gelten andere Regeln. Siehe oben (Auszug aus dem SGBIII).
"Wert x" wäre dann in meinem Fall also so ca. 2200 € ---> 80% wären dann also ca. 1760 €. Von Bekannten weiß ich, dass Zeitarbeitsfirmen Bürokaufleuten ca. 11 € Brutto/Stundenlohn zahlen und für 35 Stunden in der Woche zahlen (man arbeitet aber 40 Stunden - die 5 Stunden die nicht bezahlt werden landen auf einem "Gleitzeitkonto").

Also wären das bei der Zeitarbeitsfirma 140 Stunden im Monat x 11 € = 1540 € Brutto im Monat.

Demzufolge müsste ich bein den Sklavenhändlern keinen Job annehmen.


Ans Forum: Die Frage ist: soll John Daily am besten der Zeitarbeitsfirma sagen, dass er erst gar nicht da hingeht (zum Vorstellungsgespräch)? Denn wer weiß, was die Zeitarbeitsfirma mit seinen Daten (vor allem Angaben zu ehemaligen Arbeitgebern, Zeugnisse, ausgefüllter Fragebogen usw.) so anstellt, wenn sie sie einmal haben ... Aber: wenn John Daily durch das Vorstellungsgespräch weiss, wie hoch der Bruttolohn ist, dann kann er ja auch noch zusätzlich wie oben beschrieben gegen den Vermittlungsvorschlag argumentieren. Dann müsste er aber wohl zum Vorstellungsgespräch ... was meint der Rest hier?
Zum Vorstellungsgespräch gehe ich aufjedenfall... nicht das mir dir Sklavenhändler einen Strick beim Arbeitsamt drehen.


PS: Noch ein Tipp (Du bist wahrscheinlich "neu im Geschäft") - wenn Du Deine Ablehnung bei der Agentur abgibst, erstelle vorher eine komplette Kopie Deines Schreibens (also von allen Blättern Deines Schreibens) und lasse Dir auf der Kopie beim Empfang in der Agentur den Eingang bestätigen (Stempel plus Unterschrift). Einige der dort Beschäftigten machen entweder auf jedes einzelne kopierte Blatt einen Eingangsstempel und ne Unterschrift, oder sie heften die Einzelblätter des Originals und der Kopie jeweils zusammen und machen da jeweils nur einen Stempel plus ne Unterschrift drauf (also auf das erste Blatt des Originalschreibens und des kopierten Schreibens). Will nur sagen:

Achte drauf, dass Dein Originalschreiben nicht aus losen Blättern besteht. Es muss zusammengeheftet sein. Sonst kommt eventuell nur ein Teil bei der SB an ...
Ja ich bin "neu im Geschäft" bzw. seit 3 Wochen arbeitslos. Muss ich die Ablehnung bei der Agentur denn abgeben? Ein Bekannter, der inzwischen in Hartz 4 gefallen ist, meinte er hätte diese Antwortschreiben an die Agentur nie zurückgeschickt und es sei nie etwas passiert (keine Sperre).

Viele Grüße
John Daily
 

John Daily

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#10
Hi John Daily,

noch ein Vorschlag:

Geh zum Vorstellungsgespräch. Sage dort, dass Du Dich einfach nur informieren willst über die Jobs und die Bezahlung (Wieviel? Wird nach einem Tarifvertrag bezahlt? Falls ja, nach welchem Tarifvertrag? Und in welche Tarifgruppe würdest Du eingeteilt werden?).

Gebe aber keine Unterlagen ab, und unterschreibe nichts. Weil Du Dir die Sache noch mal überlegen willst. Nimm alle Unterlagen mit, die sie Dir für Informationszwecke geben, aber unterschreibe nichts. Sage ihnen, dass Du Dir die Unterlagen zu Hause anschauen möchtest.

Dann hast Du weder zu- noch abgesagt ;)

Und Du hast Zeit zu überlegen - mindestens bis zum nächsten Tag, dann werden "sie" Dich wohl anrufen ... lass dann Deinen AB für Dich sprechen ;)

Denn ich kenne nicht die rechtliche Grundlage für Folgendes:

Angenommen, Du hast eine Eingliederungsvereinbarung unterschrieben, und in ihr steht, dass Du Dich auch bei Zeitarbeitsfirmen bewerben wirst (musst):

Was passiert, wenn Du dann ein Stellenangebot für eine ZAF ohne RFB ablehnst? Kann das Arbeitsamt dann argumentieren, dass Du die EGV nicht eingehalten hast?

Ich glaube eher nicht, denn ich nehme an, dass das Arbeitsamt erst am Ende der Laufzeit einer EGV beurteilt, ob der Erwerbslose sie eingehalten hat oder nicht.

Aber man weiß ja nie ...

Gruß

schlaraffenland

Hi schlaraffenland,

gut das du mir "beistehst". :icon_daumen:

So ein Mist, habe gerade in meinen "Agentur-Unterlagen" nachgeschaut, und da diese von mir unterschriebene "Ziel-/Eingliederungsvereinbarung" gefunden. :frown:

Vereinbarte Aktivitäten des Kunden bis zum nächsten Termin:
u.a. Bewerben Sie sich als xxxxxxx auch bei Zeitarbeitsfirmen.


Naja, werde morgen zu den Sklavenhändlern gehen und mich so verhalten wie du es oben geraten hast... also ich überlege es mir und so.

Aber ich denke, dass dir mir sowieso weniger als 2200 € - 20% monatlich Brutto bieten und dann bin ich ja auf der "sicheren Seite" und ich entgehe den Sklavenhändlern.

Werde dich bzw. das Forum auf dem Laufenden halten.
 
G

Gast1

Gast
#12
"Wert x" wäre dann in meinem Fall also so ca. 2200 € ---> 80% wären dann also ca. 1760 €. Von Bekannten weiß ich, dass Zeitarbeitsfirmen Bürokaufleuten ca. 11 € Brutto/Stundenlohn zahlen und für 35 Stunden in der Woche zahlen (man arbeitet aber 40 Stunden - die 5 Stunden die nicht bezahlt werden landen auf einem "Gleitzeitkonto").
Ach, sieh an .... wieder was gelernt. Habe nämlich noch keine praktischen Erfahrungen mit Zeitarbeit.

Es gibt aber 3 Tarifverträge für Zeitarbeit.

Nicht alle Zeitarbeitsfirmen haben sich einem dieser drei Tarifverträge angeschlossen.

Tarifvertrag zwischen dem Arbeitgeberverband Mittelständischer Personaldienstleister (AMP) mit der christlichen Gewerkschaft:
Arbeitgeberverband Mittelständischer Personaldienstleister: AMP-Tarifverträge

Tarifvertrag zwischen dem Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (IGZ) mit dem DBG:
http://www.ig-zeitarbeit.de/infos_zur_zeitarbeit/iGZ-Tarifvertrag-neu.pdf

Tarifvertrag zwischen dem Bundesverband Zeitarbeit Personal-Dienstleistungen (BZA) und dem DBG:
Arbeitgeberverband Mittelständischer Personaldienstleister: AMP-Tarifverträge

Entscheidend für die Bezahlung ist, in welche Entsoldungsgruppe jemand eingeteilt wird und ob der Job in Ostdeutschland, in gewissen Bundesländern in Ostdeutschland oder Westdeutschland ist. Der AMP-Vertrag scheint am unattraktivsten zu sein, was den Grund-Bruttolohn in Ostdeutschland betrifft (ich habe aber nicht alle 3 Tarifverträge komplett miteinander verglichen).

Also wären das bei der Zeitarbeitsfirma 140 Stunden im Monat x 11 € = 1540 € Brutto im Monat.
Äh, ich glaube, Du musst den Bruttostundenlohn mit 151,67 Stunden für die Berechnung des Monatsbruttos multiplizieren. Dann hast Du das Brutto für 35 Stunden/Monat. Das steht zum Beispiel im BZA-Tarifvertrag:

Die individuelle regelmäßige monatliche Arbeitszeit beträgt 151,67 Stunden; dies entspricht einer durchschnittlichen
wöchentlichen Arbeitszeit von 35 Stunden. Diese muss im Durchschnitt von 12 Kalendermonaten nach Maßgabe des § 4 erreicht werden.
http://www.bza.de/fileadmin/bilder/2007/03/Tarifvertraege_BZA_Stand_300506.pdf

Demzufolge müsste ich bein den Sklavenhändlern keinen Job annehmen.
Noch mal genau ausrechnen ;) - aber wie gesagt, ich gehe sehr stark davon aus, dass Du zumindest im aktuellen Fall "den Job" gar nicht annehmen musst, weil keine RFB vorhanden ist.

Zum Vorstellungsgespräch gehe ich aufjedenfall... nicht das mir dir Sklavenhändler einen Strick beim Arbeitsamt drehen.
Ja, besser ist besser, aber: ich würde nichts unterschreiben und abgeben, siehe oben.

Muss ich die Ablehnung bei der Agentur denn abgeben?
Sicher ist sicher, würde ich mal sagen. Wenn auf dem Stellenangebot kein Bereich angegeben ist, wo man schreiben kann "ich lehne ab", dann auf einem extra Schreiben die Ablehnung, evt. mit Begründung, schreiben.

Wenn auf dem Zettel vom AA so ein Bereich angegeben ist, reicht der Platz für eine eventuell notwendige Begründung nicht aus => extra Schreiben anfertigen.

Ein Bekannter, der inzwischen in Hartz 4 gefallen ist, meinte er hätte diese Antwortschreiben an die Agentur nie zurückgeschickt und es sei nie etwas passiert (keine Sperre).
Hm, vielleicht ist das auch so korrekt: Falls auf den Zetteln des AA kein Bereich vorhanden ist, in dem die Ablehnung angegeben werden muss. Vielleicht kann man nur dann so ein Stellenangebot in die Tonne kloppen, und es wird keine Sperre verhängt.

Deswegen: lieber auf Nummer sicher gehen und die Ablehnung mitteilen und ggf. den Grund für die Ablehnung nennen. So weit wie möglich absichern ....

Viele Grüße

schlaraffenland
 
G

Gast1

Gast
#13
Wann ist "das Ende der Laufzeit einer EGV" ?
Wenn Du beim Arbeitsamt eine neue EGV vorgelegt bekommst. In meiner aktuellen EGV steht, dass die Zielsetzungen der EGV "bis zum nächsten Termin" gelten. Wahrscheinlich steht bei Dir auch so eine Floskel drin. In meiner EGV steht, dass das Schreiben bzgl. des nächsten Termins bis <Zeitangabe> mir zugeschickt werden wird.

Ach so ja:
EGV's werden zwischen dem oder der SB und dem Erwerbslosen im Einvernehmen unterschrieben. Also erst einmal das Ding nach Hause nehmen und nicht sofort unterschreiben. Hier im Forum schreiben Leute, dass sie unter Androhung von Sanktionen zum Unterschreiben an Ort und Stelle gebracht werden sollten. Das ist aber in keinem Fall rechtens, soweit ich weiss.

Weiteres Infos hierüber über die Suchefunktion hier im Form (Stichwort "EGV" oder "Eingliederungsvereinbarung").

Viele Grüße

schlaraffenland
 
G

Gast1

Gast
#14
Hi schlaraffenland,

gut das du mir "beistehst". :icon_daumen:
Gern geschehen, John Daily :icon_wink:

So ein Mist, habe gerade in meinen "Agentur-Unterlagen" nachgeschaut, und da diese von mir unterschriebene "Ziel-/Eingliederungsvereinbarung" gefunden. :frown:

Vereinbarte Aktivitäten des Kunden bis zum nächsten Termin:
u.a. Bewerben Sie sich als xxxxxxx auch bei Zeitarbeitsfirmen.


In meiner EGV steht auch drin, dass ich mich auch bei ZAF's bewerben soll ...

Naja, werde morgen zu den Sklavenhändlern gehen und mich so verhalten wie du es oben geraten hast... also ich überlege es mir und so.
Ist wohl am besten. Aber kann hier jemand anders im Forum auch vielleicht eine Einschätzung abgeben?

Werde dich bzw. das Forum auf dem Laufenden halten.
Ja, das wäre gut, bin ja auch von dem Kram (ZAF`s) betroffen ...

Viele Grüße

schlaraffenland
 
G

Gast1

Gast
#15
@admins:
Könnt Ihr vielleicht dieses Thema in den Bereich "ALG" verschieben? Da gehört er eher hin als hier in die "Allgemeinen Fragen", würde ich mal sagen. Dann lesen vielleicht auch ein paar mehr ALG-I-ler mit ;)

Oder was meinst Du, JohnDaily? Vielleicht hast Du ja bewusst hier in "Allgemeine Fragen" dieses Thema erstellt? Weil es a) um ALG 1 und b) um ZAF's geht.

Gruß

schlaraffenland
 

John Daily

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#16
@admins:
Könnt Ihr vielleicht dieses Thema in den Bereich "ALG" verschieben? Da gehört er eher hin als hier in die "Allgemeinen Fragen", würde ich mal sagen. Dann lesen vielleicht auch ein paar mehr ALG-I-ler mit ;)

Oder was meinst Du, JohnDaily? Vielleicht hast Du ja bewusst hier in "Allgemeine Fragen" dieses Thema erstellt? Weil es a) um ALG 1 und b) um ZAF's geht.

Gruß

schlaraffenland

Bewusst gewählt habe ich es nicht - wie geschrieben, ich bin "Neuankömmling" in diesem Forum und kann (noch) nicht beurteilen wo was reingehört. Das sollen die admins entscheiden und ggfs. verschieben. :icon_smile:
 

John Daily

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#17
In meiner EGV steht auch drin, dass ich mich auch bei ZAF's bewerben soll ...

Ist wohl am besten. Aber kann hier jemand anders im Forum auch vielleicht eine Einschätzung abgeben?

Ja, das wäre gut, bin ja auch von dem Kram (ZAF`s) betroffen ...

Viele Grüße

schlaraffenland

Hallo schlaraffenland,

habe meinen Termin heute wahrgenommen. Zuerst musste ich bei der ZAF so was ähnliches wie einen Personalbogen ausfüllen, damit die ZAF ein Profil anlegen kann.

Dann hat begann das Gespräch mit dem "Rekrutierer". Zuerst wurde die ZAF kurz vorgestellt :icon_laber:also dann und dann gegründet und dann wurde versucht die Zeitarbeit "schmackhaft" zu machen. Also... viele Arbeitgeber würden sich heutzutage so die Leute in die Firma für Ihre Festanstellungen holen und es sei nicht mehr so "wie früher", dass die Arbeitgeber nur bei Auftragsspitzen Leute holen würden. Hab dann nachgefragt und "Rekrutierer" sagte, dass 65% der Leute würden später in einen festen Arbeitsvertrag übernommen. :icon_laber:

Also habe ich mir das ganze angehört und immer wieder leicht kritische Fragen gestellt (u. a. habe ich erwähnt, dass wenn man in Internetforen reinschaut, dann wäre der Ruf der Branche ZAFs nicht unbedingt überragend.) Diese Aussage wurde dann gekontert, dass es ja überall schwarze Schafe geben würde.

Später gings dann um das Gehalt. Für die Stelle, die ich lt. Stelleninformation von der Agentur erhalten habe, war ein Bruttogehalt von 1700 € vorgesehen. Habe gesagt, was ich beim letzten Arbeitgeber verdient habe und dem "Rekrutierer" war spätestens dann wohl klar, dass wir nicht ins Geschäft kommen. Die 1700 € waren aufjedenfall unter den 20% v. meinem letzten Arbeitsentgelt - sollte also nichts von der Agentur kommen. Der "Rekrutierer" sagte dann noch, dass ich in den Bewerberpool aufgenommen werde bzw. das mein Profil angelegt wird und er sich bei einem geeigneten Job wieder melden würde. (Bei 'nem Bekannten von mir läuft das auch immer so ab, meistens melden die sich aber nie wieder bei einem).

Da ja ein "Vorstellungsgespräch" ein gegenseitiges Kennenlernen sein soll, habe ich dann noch Gelegenheit erhalten um Fragen zu stellen - natürlich habe ich mir heute Vormittag paar zurecht gelegt.

Hab gefragt ob in der ZAF ein Tarifvertrag angewendet wird (für ZAF gibt es anscheinend drei verschiedene), diese Frage wurde mir bejaht.

Hab auch gefragt ob Kilometergeld bezahlt wird, wurde ebenfalls bejaht - allerdings erst ab dem 25 km...

Nächste Frage von mir war, ob die ZAF BZA-Mitglied (Bundesverband Zeitarbeit Personaldienstleistungen e.V.) sei oder einem anderen Verband angehöre. Wurde ebenfalls bejaht, würden irgendeinem anderen Verband angehören... den Namen habe ich aber vergessen.

Da der "Rekrutierer" leicht genervt war und ich es nicht auf die Spitze treiben wollte (nicht das der mir doch noch bei der Agentur einen Strick dreht), habe ich die Fragen nach Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld und vermögenswirksamen Leistungen sicherheitshalber ausgelassen.

So das wars erst mal.
 
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Gast1

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#18
Hi John Daily,

Vorstellungsgespräche sind schön, nicht wahr? ;)

Gab es das Angebot eines Getränkes vor dem Gespräch? Soweit ich weiss, gibt es sowas nicht bei den ZAF's.

Und wie lange hat das Gespräch gedauert? Wenn ich mich vorstelle, und das Gespräch dauert nicht mindestens eine Stunde, bin ich beleidigt ;)

Hab dann nachgefragt und "Rekrutierer" sagte, dass 65% der Leute würden später in einen festen Arbeitsvertrag übernommen.
Ich sehe das so wie Du. Ist wohl ne Mär ...

Also habe ich mir das ganze angehört und immer wieder leicht kritische Fragen gestellt (u. a. habe ich erwähnt, dass wenn man in Internetforen reinschaut, dann wäre der Ruf der Branche ZAFs nicht unbedingt überragend.)
Kennst Du schon dieses Forum?

ZeitarbeiterInnen - Ohne Organisation Machtlos :: Index

=> schau mal rein, lohnt sich mir zu Folge.

Diese Aussage wurde dann gekontert, dass es ja überall schwarze Schafe geben würde.
Hat er *määäh* gemacht ;)

Später gings dann um das Gehalt. Für die Stelle, die ich lt. Stelleninformation von der Agentur erhalten habe, war ein Bruttogehalt von 1700 € vorgesehen.
Wie ich bereits vermutet habe, und wie ich dann auf

ZeitarbeiterInnen - Ohne Organisation Machtlos :: Index

gelesen habe, wird mensch netterweise in eine Tarifgruppe unterhalb der eigenen Qualifikation eingestuft. Und (das wusste ich bisher nicht) in der richtigen Tarifgruppe dem Entleiher verkauft => größerer Gewinn für die ZAF.

Vielleicht verallgemeinere ich ja, aber ich bin durch Aussagen wie die von mir oben gemachte (und irgendwo auf ZeitarbeiterInnen - Ohne Organisation Machtlos :: Index gelesene) in meinem Misstrauen bestätigt worden.

Die 1700 € waren aufjedenfall unter den 20% v. meinem letzten Arbeitsentgelt - sollte also nichts von der Agentur kommen.
Wenn das unter 80% liegt - auf den ersten Blick sieht das ganz so aus ;) - dann hast Du (erst Mal) Schwein gehabt.

Der "Rekrutierer" sagte dann noch, dass ich in den Bewerberpool aufgenommen werde bzw. das mein Profil angelegt wird und er sich bei einem geeigneten Job wieder melden würde. (Bei 'nem Bekannten von mir läuft das auch immer so ab, meistens melden die sich aber nie wieder bei einem).
Naja, ich persönlich hätte darauf verzichtet, dass irgendeine Firma meine kompletten Daten aufnimmt und die dann ggf., ohne mein Wissen oder vielleicht auch gegen gesetzliche Bestimmungen*, weiterreicht ;)

* mensch weiss ja nie ...

Hab auch gefragt ob Kilometergeld bezahlt wird, wurde ebenfalls bejaht - allerdings erst ab dem 25 km...
Oh, wie generös ...

Da der "Rekrutierer" leicht genervt war und ich es nicht auf die Spitze treiben wollte (nicht das der mir doch noch bei der Agentur einen Strick dreht), habe ich die Fragen nach Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld und vermögenswirksamen Leistungen sicherheitshalber ausgelassen.
Leicht genervter Rekrutierer = mir zufolge schon ein starkes Zeichen dafür, dass mensch von dieser ZAF die Finger lassen sollte.

Da fällt mir ein, bist Du Gewerkschaftsmitglied? ZAF's sollen nämlich allergisch auf so was reagieren, wenn die das hören ;).

Lass Dich nicht verzaffen :D

Viele Grüße aus dem

Schlaraffenland
 

John Daily

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#19
Hi John Daily,

Vorstellungsgespräche sind schön, nicht wahr? ;)

Gab es das Angebot eines Getränkes vor dem Gespräch? Soweit ich weiss, gibt es sowas nicht bei den ZAF's.

Und wie lange hat das Gespräch gedauert? Wenn ich mich vorstelle, und das Gespräch dauert nicht mindestens eine Stunde, bin ich beleidigt ;)
Vorstellungsgespräche bei ZAF sind nicht wirklich schön. :icon_hmm:
Naja, ausser man kann den Rekrutierer leicht nervös machen (natürlich nur leicht... sonst entwickelt er noch Ehrgeiz und macht mit der Bundesagentur rum...)

Rekrutierer hat mir Getränk angeboten - hab ein ganzes Glas Mineralwasser geordert. :icon_klarsch:

Das Gespräch war nach 20 Minuten vorbei - war auch gut so. :icon_biggrin:


Ich sehe das so wie Du. Ist wohl ne Mär ...

Kennst Du schon dieses Forum?

ZeitarbeiterInnen - Ohne Organisation Machtlos :: Index

=> schau mal rein, lohnt sich mir zu Folge.
Vielen Dank, lohnt sich wirklich, hab ich gleich in meinen Favoriten gespeichert.

Da fällt mir ein, bist Du Gewerkschaftsmitglied? ZAF's sollen nämlich allergisch auf so was reagieren, wenn die das hören ;).
Nein bin (noch) kein Gewerkschaftsmitglied - aber du hast mich auf etwas gebracht :icon_daumen:
Meinst du ich sollte einer Gewerkschaft beitreten? Bin ja Bürokaufmann bzw. suche einen Bürojob... sollte also wohl bei verdi Mitglied werden. Ich meine, falls ich mal später doch bei einer ZAF landen sollte und es Probleme gibt... oder falls ich Ärger mit der Bundesagentur (Sperre oder so) bekommen sollte, dann kann ich doch über die Gewerkschaft zu 'ner Beratungsstelle oder so. Fragen über Fragen...

Bist du Gewerkschaftsmitglied?


So nebenbei erwähnt:
(Ich bin erst seit sehr kurzer Zeit arbeitslos, hätte nicht gedacht, dass ich mich mit diesen Themen so intensiv befassen muss - hoffe echt, ich bekomme bald wieder einen neuen "normalen" Arbeitsplatz.)
 
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#20
Rekrutierer hat mir Getränk angeboten - hab ein ganzes Glas Mineralwasser geordert. :icon_klarsch:
Mit oder ohne Kohlensäure? :D
(Pass auf, was Du schreibst, vielleicht merken sich die ZAF's, welche Arten von Mineralwasser sie anbieten ....)

Das Gespräch war nach 20 Minuten vorbei - war auch gut so. :icon_biggrin:
Mein kürzestes war bisher ne halbe Stunde - aber für ne Direktanstellung. Ich habe dann selber abgesagt.

Meinst du ich sollte einer Gewerkschaft beitreten?
Ich würde mal sagen, kann nicht schaden. Meine Gewerkschaft hat mir bisher immer geholfen. Und - persönliche Meinung - in diesen Zeiten ist es umso wichtiger, dass die Leute (Arbeiter/Angestellte) sich zunehmend organisieren ... sonst sind die Gewerkschaften irgendwann gesellschaftlich nicht mehr relevant. Dann vegetieren die Leute wieder zu Zeiten der Industrialisierung.

Bin ja Bürokaufmann bzw. suche einen Bürojob... sollte also wohl bei verdi Mitglied werden. Ich meine, falls ich mal später doch bei einer ZAF landen sollte und es Probleme gibt... oder falls ich Ärger mit der Bundesagentur (Sperre oder so) bekommen sollte, dann kann ich doch über die Gewerkschaft zu 'ner Beratungsstelle oder so. Fragen über Fragen...
ver.di-Erwerbslosenberatung

ver.di-Tipps zu Arbeitszeugnissen

ver.di: Leistungen und Beiträge

ver.di-Erwerbslosenberatung - FAQ

Rechtschutz in bezug auf arbeitsrechtliche Dinge bekommt mensch, meine ich, nach 3 Monaten der Mitgliedschaft.

Bist du Gewerkschaftsmitglied?
Öh, wie meinst Du das? *grins*

Ich bin erst seit sehr kurzer Zeit arbeitslos, hätte nicht gedacht, dass ich mich mit diesen Themen so intensiv befassen muss - hoffe echt, ich bekomme bald wieder einen neuen "normalen" Arbeitsplatz.)
Wir beide können uns glücklich schätzen, dass wir noch nicht in Hartz-IV sind. Da geht es echt ab ...

Ja, ich wünsche Dir und all den anderen, dass sie alle einen richtigen Arbeitsplatz finden (Direktanstellung). Der "richtig" bezahlt wird, den eigenen Wünschen entspricht, den Arbeitsschutzgesetzen entspricht und nicht zum Burnout führt.

Viele Grüße

schlaraffenland
 

Carinaa

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#21
EGV bei ALG1 ??
Habe ich garnicht und bin jetzt im 2.Monat :)icon_mrgreen:) arbeitslos.

Habe meine SB aber auch erst 2 mal gesehen.
Beim ersten mal nach Hause geschickt, weil ich noch nicht arbeitslos war (nur arbeitssuchend) und es hätte ja sein können, das mein Vertrag verlängert wird, dann hätte sie sich die ganz Arbeit umsonst gemacht (so hat sie´s gesagt).
Beim zweiten Mal nach Hause geschickt, weil die AfA mit meinem ALG1 Antrag nicht aus dem Quark kam und ich Hartz4 beantragen musste. Da war sie dann nicht mehr für mich zuständig.
Habe nun Anfang Februar meinen vorläufigen Bescheid bekommen und seit dem nix von ihr gehört.

Aber wir gesagt, ich habe keine EGV.
 
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#22
Hi Carinaa,

irgendwann wirst Du dann wohl doch mit einer EGV konfrontiert werden ... Du bekommst vorher ne Einladung zu einem Gespräch bei der AfA.

Bis dahin würde ich mich über Sinn und Zweck von Eingliederungsvereinbarungen und Deine Rechte als Erwerbslose hier im Forum informieren. Denn es scheint mindestens in einigen Fällen so zu sein, dass der Erwerbslose beim Gespräch dazu gebracht oder genötigt werden soll, die EGV an Ort und Stelle zu unterschreiben. Das musst Du aber nicht. Nimm die EGV nicht-unterschrieben nach Hause und schaue sie Dir in Ruhe an.

Hier gibt es im Forum einen Bereich namens "Eingliederungsvereinbarung". Guck am Besten da mal rein ;)

Viele Grüße

schlaraffenland
 
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#23
Hallo John Daily, herzlich Willkommen im ELO Forum.

Mein Sachbearbeiter hat mir das so erklärt wie ich es dir jetzt anhand des Rechenbeispiels schildere.

Bei 2.200 Brutto hast du als Single ohne Kinder etwa 1.400 Netto.

In den ersten drei Monaten hast du 20% wenige vom Netto in Kauf zu nehmen, dass wären dann ~ 1.120€ Netto.

ZAF rechnen anders!

Als Kaufmann je nach Berufserfahrung, Bundesland und Alter hast du etwa 9,50 - 13,50 die Stunde zu erwarten. Diese Zahlen stimmen in etwa was die letzten zwei Jahre angehen.

Mit ihren tollen Rechenbeispielen bei Vorstellungsgesprächen kommst du schnell in der Theorie auf mehr wie 1.120€ aber in der Praxis, sprich der ersten Abrechnung erlebst du dann eine böse Überraschung die da heist "Stundenkonto"!

Ich war über 10 Jahre in der Zeitarbeit und kann dir anhand von BZA & IGZ Tarif (Hessen, Darmstadt) und einem Stundenlohn von 11,75€ sagen, dass du nicht mehr als 1.200 Netto überwiesen bekommst! Von Schichtzuschlägen mal abgesehen.

Am einfachsten kommst du da raus wie Martin und andere es immer wieder empfehlen, einfach mal nach Betriebsrat und Gewerkschaft fragen oder den Arbeitsvertrag mitnehmen und prüfen lassen!

Lieben Gruß Ursel
 

Carinaa

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#24
Danke für den Tip. Ich dachte bis jetzt sowas gäbe es nur bei der ARGE, aber man lernt ja nie aus :)
 
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Gast1

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#25
Hi Stumme Ursel,

Mein Sachbearbeiter hat mir das so erklärt wie ich es dir jetzt anhand des Rechenbeispiels schildere.

Bei 2.200 Brutto hast du als Single ohne Kinder etwa 1.400 Netto.

In den ersten drei Monaten hast du 20% wenige vom Netto in Kauf zu nehmen, dass wären dann ~ 1.120€ Netto.
Du möchtest damit sagen, dass diese 80%-Regelung in den ersten 3 Monaten des ALG-1-Bezugs auf das Nettogehalt angewendet werden muss.

Ich sehe das anders - mir zufolge muss das Bruttogehalt herangezogen werden ;)

Oben schrieb ich:

Es geht um das prozentuale Verhältnis zwischen "dem der Bemessung des Arbeitslosengeldes zugrunde liegenden Arbeitsentgelts" und dem "Arbeitsentgelt" der Dir angebotenen Arbeit.
Was ist nun dieses ominöse Arbeitsentgelt?

Im "Leitfaden für Arbeitslose", 24. Auflage, Stand: 1.10.2007, Seite 161 steht:

Nach §14 Abs. 1 Satz 1 SGB IV sind Arbeitsentgelt "alle laufenden oder einmaligen Einnahmen aus einer Beschäftigung, gleichgütig, ob ein Rechtsanspruch auf die Einnahmen besteht, unter welcher Bezeichnung oder in welcher Form sie geleistet werden und ob sie unmittelbar aus der Beschäftigung oder im Zusammenhangmit ihr erzielt werden."

...

Als Richtschnur kann folgender Grundsatz gelten: Alles, wofür Sie als Arbeitnehmer Lohnsteuer zahlen (müssen), ist beitragspflichtiges Arbeitsentgelt.
Deswegen gehe ich davon aus, dass das prozentuale Verhältnis zwischen den Einnahmen aus dem letzten beitragspflichtigen Arbeitsverhältnis und einem angebotenen Arbeitsverhältnis sich auf das jeweilige Bruttogehalt{/b] bezieht.

ZAF rechnen anders!

Mit ihren tollen Rechenbeispielen bei Vorstellungsgesprächen kommst du schnell in der Theorie auf mehr wie 1.120€ aber in der Praxis, sprich der ersten Abrechnung erlebst du dann eine böse Überraschung die da heist "Stundenkonto"!
Du meinst, du arbeitest bei der Entleiherfirma z.B. 40 Stunden, dir werden aber nur 35 Stunden ausgezahlt, und die restlichen 5 kommen auf das Stundenkonto. Mit der Begründung, dass das Stundenkonto dann aufgebraucht wird, wenn kein Einsatz durch dich gemacht werden kann? Und bei einsatzfreien Zeiten du dann aus dem Stundenkonto bezahlt wirst? Und es aber in der Praxis so aussieht, dass das Stundenkonto an dich gar nicht ausgezahlt wird, sondern du genötigt wirst, in einsatzfreien Zeiten Urlaub zu nehmen?

Viele Grüße

schlaraffenland


PS: ich habe mehrere Frank-Zappa-Platten, aber leider keinen Plattenspieler ;)
 
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#26
Hallo Schlaraffenland, ich höre gerade zum Leidwesen meiner Nachbarn Joe`s Garage von Zappa. :icon_klarsch:

Zum Thema, genau weis ich es nicht, Brutto oder Netto?

Es wird eh wahrscheinlich sein, dass es mal so und mal so ist?

Hier reflektiere ich in erster Linie meine eigenen Erfahrungen und die meines Mannes.

Ja, dass mit dem "Stundenkonto" meine ich so; du arbeitest 168 Stunden, bekommst aber nur 150 Stunden ausbezahlt. Beim Einstellungsgespräch rechnen dir die Disponenten aber mit genau diesen 168 Stunden dein Geld aus, eine glatter und dreister Betrug in meinen Augen!

Dann wirst du genötigt bei Zeiten ohne Einsatz diese "Gutstunden" zu nehmen, was die meisten aus Unwissenheit auch leider machen. :icon_neutral:
 
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Gast1

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#27
Hi Stumme Ursel,

Zum Thema, genau weis ich es nicht, Brutto oder Netto?
Naja, ich würde mal sagen, die Frage ist dann sehr wichtig, wenn es um die Ablehnung eines Vermittlungsvorschlags mit RFB geht. Lieber auf der sicheren Seite bei der Berechnung sein. Ich bin ja der Meinung: das Bruttogehalt ist die Grundlage für die Berechnung.

Es wird eh wahrscheinlich sein, dass es mal so und mal so ist?
Dein SB (s.o.) hat - mir zufolge - die Sache falsch berechnet. er hat sich auf das Nettogehalt bezogen bei der Berechnung.

Hier reflektiere ich in erster Linie meine eigenen Erfahrungen und die meines Mannes.
Damit andere davon in diesem Behördenkramdschungel profitieren :icon_daumen:

Mache ich ja auch. Mein Anliegen war es, die Sache mit dieser 80%-Regelung so genau wie möglich zu erforschen :wink:

Ja, dass mit dem "Stundenkonto" meine ich so; du arbeitest 168 Stunden, bekommst aber nur 150 Stunden ausbezahlt. Beim Einstellungsgespräch rechnen dir die Disponenten aber mit genau diesen 168 Stunden dein Geld aus, eine glatter und dreister Betrug in meinen Augen!

Dann wirst du genötigt bei Zeiten ohne Einsatz diese "Gutstunden" zu nehmen, was die meisten aus Unwissenheit auch leider machen.
Du meinst, dass dann diese Stunden nicht ausbezahlt werden, sondern "abgebummelt" werden, nicht wahr? Also Geld futsch.:icon_eek:

Viele Grüße

schlaraffenland
 
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#28
Hallo Schlaraffenland,

sehr gerne würde ich dieser Regelung auf den Grund gehen, 80% vom letzten Brutto oder Netto? Aber zum umgehen von Stellenangeboten mit RFB gibt es andere, wirksamere Methoden.

Ja, mit den Stundenkonto wird in der Regel der Arbeitnehmer einer ZAF betrogen. Suche mal zu dem Thema hier --> Chefduzen - Forum der Ausgebeuteten | Startseite

Denn, weder musst du Urlaub nehmen noch musst du Gutstunden abfeiern wenn die Zeitfirma keinen Einsatz hat!
 
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Gast1

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#30
Hi Stumme Ursel,

sehr gerne würde ich dieser Regelung auf den Grund gehen, 80% vom letzten Brutto oder Netto?
So. Ich spiele jetzt mal Gesetzgeber :biggrin::

§1: Ein Stellenangebot darf in den ersten 3 Monaten des Bezugs von ALG 1 abgelehnt werden, wenn das Bruttogehalt des Angebots nicht mindestens 20% höher ist als das Gehalt des letzten Jobs.

§2: In den Monaten 3 bis 7 darf es abgelehnt werden, wenn das Bruttogehalt des Angebots nicht mindestens 30% höher ist als das Gehalt des letzten Jobs.

§3: Ab Monat 8 darf es abgelehnt werden, wenn das Bruttogehalt des Angebots nicht mindestens 100% höher ist als das Gehalt des letzten Jobs.

Gilt ab: Jetzt!
Bundesweit!

:biggrin:

Aber zum umgehen von Stellenangeboten mit RFB gibt es andere, wirksamere Methoden.
Du meinst im Vorstellungsgespräch: auf die eigene Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft hinweisen; fragen, ob es einen Betriebsrat gibt; fragen, ob bei einer wöchentl. Arbeitszeit von 40 Stunden und mehr diese auch tatsächlich ausbezahlt werden und die Stunden > 35 h nicht in ein Stundenkonto landen, und der Urlaub einem nicht aufgedrückt wird, wenn kein Einsatz vorliegt?

Eben Fragen, die auf einen kritischen Bewerber hinweisen, der sich auskennt :wink:

Ja, mit den Stundenkonto wird in der Regel der Arbeitnehmer einer ZAF betrogen. Suche mal zu dem Thema hier --> Chefduzen - Forum der Ausgebeuteten | Startseite
Danke für den Link, habe da schon mal was gestöbert ...

Was mir auffällt bei Zeitarbeit:
Zeitarbeit beansprucht total viel Zeit, bevor man sich überhaupt bei einer dieser ZAF's bewirbt (bewerben muss): für die ganze Recherche zu diesem Thema braucht mensch x "Arbeitstage".

Lieber Gesetzgeber: diese Zeit könnte ich weitaus sinnvoller einsetzen für Bewerbungen bei "richtigen Firmen" und für das eigene Weiterbilden zu Hause.

Ich sehe es schon kommen: durch die Behörden-Sanktioniererei sinkt nicht nur der Durchschnittslohn, nehmen die prekären Arbeitsverhältnisse immer weiter zu, und die Arbeitsgesetze werden unterhöhlt, nein:

Wir werden alle immer blöder.

Nicht nur, weil ich z.B. mich nicht auf das eigene Weiterbilden konzentrieren kann, sondern weil ja jede Arbeit "zumutbar" ist und verordnet werden kann, unabhängig von der eigenen Qualifikation und Berufserfahrung.

Viele Grüße

schlaraffenland
 

John Daily

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#32
Was mir auffällt bei Zeitarbeit:
Zeitarbeit beansprucht total viel Zeit, bevor man sich überhaupt bei einer dieser ZAF's bewirbt (bewerben muss): für die ganze Recherche zu diesem Thema braucht mensch x "Arbeitstage".

Lieber Gesetzgeber: diese Zeit könnte ich weitaus sinnvoller einsetzen für Bewerbungen bei "richtigen Firmen" und für das eigene Weiterbilden zu Hause.

Ich sehe es schon kommen: durch die Behörden-Sanktioniererei sinkt nicht nur der Durchschnittslohn, nehmen die prekären Arbeitsverhältnisse immer weiter zu, und die Arbeitsgesetze werden unterhöhlt, nein:

Wir werden alle immer blöder.

Nicht nur, weil ich z.B. mich nicht auf das eigene Weiterbilden konzentrieren kann, sondern weil ja jede Arbeit "zumutbar" ist und verordnet werden kann, unabhängig von der eigenen Qualifikation und Berufserfahrung.

Viele Grüße

schlaraffenland

Das hast du wiedermal den Nagel genau auf den Kopf getroffen. Ich bin in meinem 1. Monat der Arbeitslosigkeit, aber was ich mich über ZAFs, ALG I & Co. informieren musste ist echt der Hit - verdammt Schade um die verlorene Zeit.

Ahja, wenn wir immer blöder werden, dann kommt es übrigens auch wieder den ZAFs zugute... blödes und uninformiertes Volk läßt sich schließlich auch leichter lenken und dementsprechend besser ausbeuten.

Um nicht komplett zu verblöden, habe ich mich sicherheitshalber ab März bei der IHK für eine nebenberufliche Weiterbildung (Abendkurs, 2 x wöchentlich) angemeldet.

Dieses werde ich dann auch immer bei weiteren Gesprächen bei ZAF erwähnen und sagen, dass ich diese und jene Qualifikationen erwerbe und mir natürlich diese versilbern lassen will. :icon_klarsch:

Viele Grüße an euch Zwei :smile:


P.S. Bin nebenher in eine Gewerkschaft eingetreten - man kann ja nie wissen, was noch auf eine/n zukommt.
 
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#33
Zeitarbeit = Lohnsklaverei und Betrug

Hallo Schlaraffenland,

im Prinzip musst du nur (wenn du arbeiten willst über ZAF) den Vertrag genau unter die Lupe nehmen. In Deutschland herrscht Vertragsfreiheit, also kannst du mit einer ZAF im Prinzip aushandeln was du willst.

Aber es wird so sein, wenn du keinen Einsatz hast, und du bestehst auf dein Recht der Fortzahlung, werden die meisten ZAF sofort die betriebsbedingte Kündigung aussprechen. Nichts anderes wie das US Prinzip "hire and fire"!

Den restlichen Urlaub und die Gutstunden müssen ZAF dem ausscheidenden Mitarbeiter auszahlen!

Also niemals Zeiten ohne Einsatz mit Urlaub und Gutstunden überbrücken!

Aber auch hier versuchen ZAF dir mit allen Tricks die Lohnfortzahlung in der freien Zeit ohne Einsatz zu verweigern, oder zumindest so zu drücken, dass du im schlimmsten Fall nur ein paar hundert Euro ausgezahlt bekommst.

Gruß Ursel


 
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#34
Hi Stumme Ursel,

im Prinzip musst du nur (wenn du arbeiten willst über ZAF) ...
Kein Kommentar ;)

... den Vertrag genau unter die Lupe nehmen. In Deutschland herrscht Vertragsfreiheit, also kannst du mit einer ZAF im Prinzip aushandeln was du willst.
Aber sie könnte bei Vertragsverhandlungen durch mich doch sicherlich damit drohen, dass sie sich ans AA wenden. Und dann irgendwas Negatives, vielleicht sogar Erfundenes, dort berichten, um mir eine Sanktion verpassen zu lassen. Falls dem so wäre: ich würde mich nicht einschüchtern lassen ;)

Aber es wird so sein, wenn du keinen Einsatz hast, und du bestehst auf dein Recht der Fortzahlung, werden die meisten ZAF sofort die betriebsbedingte Kündigung aussprechen.
Ach, ist ja nett. Dann geht es eben zum Arbeitsgericht.:tongue:

Nichts anderes wie das US Prinzip "hire and fire"!


Dann wende ich mich eben an den Obersten Gerichtshof in den USA.:icon_mad:

Den restlichen Urlaub und die Gutstunden müssen ZAF dem ausscheidenden Mitarbeiter auszahlen!

Das wäre ja wohl das Mindeste.

Also niemals Zeiten ohne Einsatz mit Urlaub und Gutstunden überbrücken!

Ja!

Aber auch hier versuchen ZAF dir mit allen Tricks die Lohnfortzahlung in der freien Zeit ohne Einsatz zu verweigern, oder zumindest so zu drücken, dass du im schlimmsten Fall nur ein paar hundert Euro ausgezahlt bekommst.
Und ich dachte, dass da nur Gentlemen arbeiten würden. So mit Candle-Light-Diner und so. :icon_confused:

Ey, hier gibt es ja lustige Smileys, wie ich gerade entdecke ...

Gruß

schlaraffenland
 
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#35
Timeko GmbH & DIS AG

Auch wenn Zeitarbeit zu 99% als solche abzulehnen ist, gibt es doch auch einige wenige wo man empfehlen kann wenn dringend ein Job gesucht wird.

Aus eigener, positiver Erfahrung kann ich die DIS AG und Timeko GmbH empfehlen.

Kaufleute und Techniker/Ingenieure sind bei der DIS AG gut aufgehoben. Es gibt es ein richtiges (faires) Gehalt, pünktlich zum Monatsende und super Möglichkeiten zur Weiterbildung/Qualifizierung.

Timeko GmbH (TIMEKO-Personaldienstleistungen-Arbeitnehmerüberlassung) bietet oft schnelle Übernahme, vor allem für Handwerker, ist Fair und Ehrlich zu seinen Mitarbeitern. Auch die Bezahlung ist weit über dem Durchschnitt der restlichen Branche.

Aber Zeitarbeit bleibt Zeitarbeit, und so lange es kein Equal Pay und eine feste Übernahme nach spätestens 12. Monaten vom Entleihbetrieb vorliegt, so lange ist sie abzuwehren wenn man kann (sich leisten kann!)
 
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Gast
#36
Hi Stumme Ursel,

Aus eigener, positiver Erfahrung kann ich die DIS AG und Timeko GmbH empfehlen.
Vielen Dank für diese Info! Ist nicht nur für mich, sondern auch für andere interessant.

Aber Zeitarbeit bleibt Zeitarbeit, und so lange es kein Equal Pay und eine feste Übernahme nach spätestens 12. Monaten vom Entleihbetrieb vorliegt, so lange ist sie abzuwehren wenn man kann (sich leisten kann!)
Yep.

Gruß

schlaraffenland
 
E

ExitUser

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#37
So, aber nu ganz genau ;-)

§ 121 SGB III

Zumutbare Beschäftigungen

(1) Einem Arbeitslosen sind alle seiner Arbeitsfähigkeit entsprechenden Beschäftigungen zumutbar, soweit allgemeine oder personenbezogene Gründe der Zumutbarkeit einer Beschäftigung nicht entgegenstehen.

(2) Aus allgemeinen Gründen ist eine Beschäftigung einem Arbeitslosen insbesondere nicht zumutbar, wenn die Beschäftigung gegen gesetzliche, tarifliche oder in Betriebsvereinbarungen festgelegte Bestimmungen über Arbeitsbedingungen oder gegen Bestimmungen des Arbeitsschutzes verstößt.

(3) Aus personenbezogenen Gründen ist eine Beschäftigung einem Arbeitslosen insbesondere nicht zumutbar, wenn das daraus erzielbare Arbeitsentgelt erheblich niedriger ist als das der Bemessung des Arbeitslosengeldes zugrunde liegende Arbeitsentgelt. So, und nun später einfach mal auf den Bescheid schauen, das steht es nämlich drin, welches Arbeitsentgelt zugrunde gelegt wurde.
Bemessungsentgelt ist immer Brutto (genaue Höhe bitte im Bescheid entnehmen), wird dann pauschal bereinigt mit SV, Steuer und Soli. Heraus kommt das Leistungsentgelt bei ALG1 und das ist dann das Netto.
In den ersten drei Monaten der Arbeitslosigkeit ist eine Minderung um mehr als 20 Prozent und in den folgenden drei Monaten um mehr als 30 Prozent dieses Arbeitsentgelts nicht zumutbar. Vom siebten Monat der Arbeitslosigkeit an ist dem Arbeitslosen eine Beschäftigung nur dann nicht zumutbar, wenn das daraus erzielbare Nettoeinkommen unter Berücksichtigung der mit der Beschäftigung zusammenhängenden Aufwendungen niedriger ist als das Arbeitslosengeld.

(4) Aus personenbezogenen Gründen ist einem Arbeitslosen eine Beschäftigung auch nicht zumutbar, wenn die täglichen Pendelzeiten zwischen seiner Wohnung und der Arbeitsstätte im Vergleich zur Arbeitszeit unverhältnismäßig lang sind. Als unverhältnismäßig lang sind im Regelfall Pendelzeiten von insgesamt mehr als zweieinhalb Stunden bei einer Arbeitszeit von mehr als sechs Stunden und Pendelzeiten von mehr als zwei Stunden bei einer Arbeitszeit von sechs Stunden und weniger anzusehen. Sind in einer Region unter vergleichbaren Arbeitnehmern längere Pendelzeiten üblich, bilden diese den Maßstab. Ein Umzug zur Aufnahme einer Beschäftigung außerhalb des zumutbaren Pendelbereichs ist einem Arbeitslosen zumutbar, wenn nicht zu erwarten ist, dass der Arbeitslose innerhalb der ersten drei Monate der Arbeitslosigkeit eine Beschäftigung innerhalb des zumutbaren Pendelbereichs aufnehmen wird. Vom vierten Monat der Arbeitslosigkeit an ist einem Arbeitslosen ein Umzug zur Aufnahme einer Beschäftigung außerhalb des zumutbaren Pendelbereichs in der Regel zumutbar. Die Sätze 4 und 5 sind nicht anzuwenden, wenn dem Umzug ein wichtiger Grund entgegensteht. Ein wichtiger Grund kann sich insbesondere aus familiären Bindungen ergeben.

(5) Eine Beschäftigung ist nicht schon deshalb unzumutbar, weil sie befristet ist, vorübergehend eine getrennte Haushaltsführung erfordert oder nicht zum Kreis der Beschäftigungen gehört, für die der Arbeitnehmer ausgebildet ist oder die er bisher ausgeübt hat.

SGB 3 - Einzelnorm
 
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ExitUser

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#38
Hallo Schlaraffenland,

sehr gerne würde ich dieser Regelung auf den Grund gehen, 80% vom letzten Brutto oder Netto? Aber zum umgehen von Stellenangeboten mit RFB gibt es andere, wirksamere Methoden.
Dagegen protestiere ich ;-), denn das ist (falls jemand 20% weniger hat) die wirksamste Methode und eine rechtmäßige Methode dazu.
Ist mir auch mal gelungen, trotz Bedrohung der ZAF. Ich habe sie ausgelacht und ihr gesagt, dass ihre Drohungen bei mir nicht ankommen und Tschüss.
 

John Daily

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#39
§ 121 SGB III

Zumutbare Beschäftigungen

(3) Aus personenbezogenen Gründen ist eine Beschäftigung einem Arbeitslosen insbesondere nicht zumutbar, wenn das daraus erzielbare Arbeitsentgelt erheblich niedriger ist als das der Bemessung des Arbeitslosengeldes zugrunde liegende Arbeitsentgelt. So, und nun später einfach mal auf den Bescheid schauen, das steht es nämlich drin, welches Arbeitsentgelt zugrunde gelegt wurde.
Bemessungsentgelt ist immer Brutto (genaue Höhe bitte im Bescheid entnehmen), wird dann pauschal bereinigt mit SV, Steuer und Soli. Heraus kommt das Leistungsentgelt bei ALG1 und das ist dann das Netto.
In den ersten drei Monaten der Arbeitslosigkeit ist eine Minderung um mehr als 20 Prozent und in den folgenden drei Monaten um mehr als 30 Prozent dieses Arbeitsentgelts nicht zumutbar. Vom siebten Monat der Arbeitslosigkeit an ist dem Arbeitslosen eine Beschäftigung nur dann nicht zumutbar, wenn das daraus erzielbare Nettoeinkommen unter Berücksichtigung der mit der Beschäftigung zusammenhängenden Aufwendungen niedriger ist als das Arbeitslosengeld.

Okay, da ich hier immer noch nicht durchblicke stelle ich mal eine Beispielrechnung (mit Fantasiezahlen, nicht dass man denkt, dass ich hier die Zahlen meines Arbeitsentgeltes veröffentliche...) auf, mit der Bitte um Korrektur bzw. Richtigstellung.

Nehmen wir also mal an, Bewilligungsbescheid lautet so:

Leistungsentgelt = 100,00 € täglich
abzüglich
21,00 € für die Sozialversicherung in Höhe von 21%
14,00 € für die Lohnsteuer
1,00 € für den Solidaritätszuschlag
Damit beträgt Ihr tägliches Leistungsentgelt = 64,00 €

Als Arbeitslosengeld erhalten Sie ohne Kind 60% des Leistungsentgelts.

Das "Netto-Arbeitslosengeld" wäre demnach = 38,40 €

Für jeden vollen Kalendermonat erhalten Sie unabhängig von der Zahl der Kalendertage den 30-fachen täglichen Leistungssatz.

Also:

30 x 38,40 € = 1152,00 € monatliches "Netto-Arbeitslosengeld"


Wenn jetzt also eine Sklavenhändler-ZAF (in den ersten 3 Monaten der Arbeitslosigkeit ein monatliches Nettogehalt unter 920,00 € bietet, dann kann man dies bedenkenlos ablehnen???

 
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#41
Sorry für die Verwirrung, John

Hi John Daily,

Oh Mist, tut mir echt leid, mir fällt auf, dass ich in diesem Thema zwei widersprüchliche Sachen geschrieben habe:

1. In meinem Beitrag vom 26.02.2008, 18:29, habe ich sinngemäß in diesem Thema geschrieben,

dass das Arbeitslosengeld/Monat die Grundlage sei für den Vergleich zwischen dem letzten Job und dem vorgeschlagenene Job. Wobei das Arbeitslosengeld des neuen Jobs mit dem aktuellen Arbeitslosengeld des alten Jobs zu vergleichen sei.

2. In den nachfolgenden Beiträgen habe ich geschrieben, dass das Bruttogehalt des letzten Arbeitgebers mit dem Bruttogehalt des vorgeschlagenen Jobs zu vergleichen sei.

Das verwirrt, sorry. Meine Schuld, ich habe den Gesetzestext - mir zufolge - zuerst falsch interpretiert ...

Mir zufolge ist die 2. Version die richtige. Denn im Gesetzestext geht es um "das der Bemessung des Arbeitslosengeldes zugrunde liegende Arbeitsentgelt".

In diesem Zitat kann mit "Arbeitsentgelt" nur der Bruttolohn gemeint sein.

Denn das Arbeitslosengeld wird ja unter anderem durch

- Abzug der SV, Lohnsteuer, Solibeitrag
- dem hieraus resultierenden Ergebnis mal 60%
- dem hieraus resultierenden Ergebnis mal 30 Kalendertage

in bezug auf den Bruttolohn berechnet, wie auf der Seite Selbstberechnung zu sehen ist.

Deswegen ist die Bemessungsgrundlage des Arbeitslosengeldes der Bruttolohn. Und der Bruttolohn ist hier das gleiche Wort wie "Arbeitsentgelt".

Weiter oben habe ich aus dem "Leitfaden für Arbeitslose" zitiert":

Als Richtschnur kann folgender Grundsatz gelten: Alles, wofür Sie als Arbeitnehmer Lohnsteuer zahlen (müssen), ist beitragspflichtiges Arbeitsentgelt.
Hoffentlich habe ich diesmal keinen Fehler in meiner Erklärung gemacht ...

Aber auf § 14 SGB IV - Sozialgesetzbuch Viertes Buch - Gemeinsame Vorschriften für die Sozialversicherung wird auch noch der Begriff "Nettoarbeitsentgelt" verwendet. Ist dort in §14, Satz 2 erwähnt.

(ich glaube, ich meine Satz 2 zu verstehen: wenn schwarz gearbeitet wird, dann bekommt der Schwarzarbeiter "Nettoarbeitsentgelt" [weil er ja keine Abgaben bezahlt], muss aber, weil er ja erwischt wird, anschließend alle Abgaben zahlen. Nach Zahlung all dieser Abgaben existiert nun endlich das "Arbeitsentgelt": denn er hat Nettoarbeitsentgelt plus Abgaben bezahlt. )

Mannmannmann, da lernt man ja was ...

Viele Grüße

schlaraffenland
 
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ExitUser

Gast
#42
Okay, da ich hier immer noch nicht durchblicke stelle ich mal eine Beispielrechnung (mit Fantasiezahlen, nicht dass man denkt, dass ich hier die Zahlen meines Arbeitsentgeltes veröffentliche...) auf, mit der Bitte um Korrektur bzw. Richtigstellung.

Nehmen wir also mal an, Bewilligungsbescheid lautet so:

LeistungsentgeltBemessungsentgelt, nicht Leistungsentgelt. = 100,00 € täglich
abzüglich
21,00 € für die Sozialversicherung in Höhe von 21%
14,00 € für die Lohnsteuer
1,00 € für den Solidaritätszuschlag
Damit beträgt Ihr tägliches Leistungsentgelt = 64,00 €

Als Arbeitslosengeld erhalten Sie ohne Kind 60% des Leistungsentgelts.

Das "Netto-Arbeitslosengeld" wäre demnach = 38,40 €

Für jeden vollen Kalendermonat erhalten Sie unabhängig von der Zahl der Kalendertage den 30-fachen täglichen Leistungssatz.

Also:

30 x 38,40 € = 1152,00 € monatliches "Netto-Arbeitslosengeld"


Wenn jetzt also eine Sklavenhändler-ZAF (in den ersten 3 Monaten der Arbeitslosigkeit ein monatliches Nettogehalt unter 920,00 € bietet, dann kann man dies bedenkenlos ablehnen???

Nein, so ist es nicht.
Ich habe Bemessungsentgelt gesagt und das ist Brutto.
Mal mein Beispiel. Wenn mein Bemessungsentgelt (nicht Leistungsentgelt) bei ALG1 knapp 76 Euro Brutto pro Tag war, dann kommt eine Summe von 2280€ Brutto Bemessungsentgelt zustande und dann müsste ich in den ersten drei Monaten eine Arbeit annehmen, dessen Brutto 20% weniger ist als 2280, also 1824. Alles was darunter ist, muss ich nicht annehmen. In den nächsten drei Monaten müsste ich eine Arbeit annehmen, wenn das Brutto mindestens 1596 ist, alles was darunter ist nicht. Und ab dem 7. Monat müsste ich alles annehmen, was in der gleichen Höhe wie mein ALG1 ist, also bei mir waren das 862 Euro und deshalb hätte ich in keiner ZA als Helfer eine Arbeit annehmen müssen, weil das Nettogehalt bei höchstens 830 Euro lag und Fahrtkosten darf man auch noch weg rechnen.

Hoffe, das ist nun einigermaßen verständlich.
 

John Daily

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#43
Nein, so ist es nicht.
Ich habe Bemessungsentgelt gesagt und das ist Brutto.
Mal mein Beispiel. Wenn mein Bemessungsentgelt (nicht Leistungsentgelt) bei ALG1 knapp 76 Euro Brutto pro Tag war, dann kommt eine Summe von 2280€ Brutto Bemessungsentgelt zustande und dann müsste ich in den ersten drei Monaten eine Arbeit annehmen, dessen Brutto 20% weniger ist als 2280, also 1824. Alles was darunter ist, muss ich nicht annehmen. In den nächsten drei Monaten müsste ich eine Arbeit annehmen, wenn das Brutto mindestens 1596 ist, alles was darunter ist nicht. Und ab dem 7. Monat müsste ich alles annehmen, was in der gleichen Höhe wie mein ALG1 ist, also bei mir waren das 862 Euro und deshalb hätte ich in keiner ZA als Helfer eine Arbeit annehmen müssen, weil das Nettogehalt bei höchstens 830 Euro lag und Fahrtkosten darf man auch noch weg rechnen.

Hoffe, das ist nun einigermaßen verständlich.

Super - glaube, es jetzt auch endlich verstanden zu haben. :icon_biggrin:


Dann stelle ich gleich noch mal eine Beispielrechnung auf, denke es gibt noch andere Betroffene die mit diesem ganzen Käse nicht klar kommen.

Beispielrechnung 2:

Bemessungsentgelt (lt. Bescheid) = 100,00 € (mit 100 € läßt es sich leichter rechnen)

Summe Brutto Bemessungsentgelt = 30 x 100,00 € = 3000,00 €

In den ersten 3 Monaten Arbeitslosigkeit:
2400 € = 80% dementsprechend ---> Job muß angenommen werden
2300 € = unter 80% dementsprechend ---> Job kann abgelehnt werden

4, 5 + 6 Monat Arbeitslosigkeit:
2100 € = 70% dementsprechend ---> Job muß angenommen werden
2000 € = unter 70% dementsprechend ---> Job kann abgelehnt werden

Hoffe ich habe nun richtig gerechnet. :smile:
 

John Daily

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#44
Hi John Daily,

Oh Mist, tut mir echt leid, mir fällt auf, dass ich in diesem Thema zwei widersprüchliche Sachen geschrieben habe:

Hi schlaraffenland,

kein Problem :smile:
Denke wir Zwei sind nicht die einzigen, die mit dem Beamtendeutsch das eine oder andere Problem haben. :icon_rolleyes:
 

John Daily

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#45
Und ab dem 7. Monat müsste ich alles annehmen, was in der gleichen Höhe wie mein ALG1 ist, also bei mir waren das 862 Euro und deshalb hätte ich in keiner ZA als Helfer eine Arbeit annehmen müssen, weil das Nettogehalt bei höchstens 830 Euro lag und Fahrtkosten darf man auch noch weg rechnen.
Hallo andine,

vielen Dank für deine Antwort. :icon_daumen:

Was mich noch interessiert, ist das mit dem Abzug von Fahrtkosten. Läßt sich das irgendwie belegen? Ich meine Gesetz oder sowas?

Dann könnte man nämlich beim Gespräch mit einer ZAF gleich auf dicke Hose machen, so in der Art: "Sie wissen ja, laut Sozial-Gesetzbuch, Paragraph 123 Absat 456, können Fahrtkosten für die Bemessungsgrundlage abgezogen werden und deshalb bin ich nicht verpflichtet bla bla bla, ciao und schönen Tag noch." :icon_klarsch:
 
E

ExitUser

Gast
#46
Leider weiß ich nicht mehr, wo ich das gelesen habe. Vielleicht kann jemand anders da aushelfen.
Aber jedenfalls hast du richtig gerechnet. :icon_daumen: :smile:
 

Stumme Ursel

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#49
So ist es. :icon_daumen: Falls mal der Tag kommt, an dem eine ZAF unumgänglich sein sollte... man kann ja nie wissen. :eek:
Hallo ihr lieben,

erst mal Danke für die tollen Informationen. Jetzt weis ich, wenn das Amt mir 1000€ zahlt, muss ich keinen Job für unter 800€ annehmen.

Aber! --> Da die meisten Zeitfirmen in Vollzeit für Fachkräfte im Moment um die 1.200 € Netto zahlen (Theorie!!!) wird es schwer sich da sauber aus der Affäre zu ziehen.

Daher empfehle ich bei Zwangsstellen über Zeitarbeit andere Wege in Betracht zu ziehen!

Eine Möglichkeit wäre der Fragebogen für Zeitarbeitsfirmen, aber Vorsicht das zieht nicht bei jeder ZAF!

Bei Fragen rund um ZAF gebe ich euch gerne Rat, auch anonym per PM oder e-mail.

Gruß Ursel
 
G

Gast1

Gast
#50
Hi Stumme Ursel,

Daher empfehle ich bei Zwangsstellen über Zeitarbeit andere Wege in Betracht zu ziehen!

Eine Möglichkeit wäre der Fragebogen für Zeitarbeitsfirmen, aber Vorsicht das zieht nicht bei jeder ZAF!
Meinst Du damit den entsprechenden Fragebogen auf

Chefduzen - Forum der Ausgebeuteten | Leiharbeit, Zeitarbeitsfirmen & PSA | Mein Fragebogen beiBewerbungen an ZA Firmen

? Umf, den Kram muss ich mir ja auch noch durchlesen ...

Was genau meinst mit

aber Vorsicht, das zieht nicht bei jeder ZAF!
? Meinst Du etwa, wenn du angebrachte Fragen im Vorstellungsgespräch stellst, dann riskierst du ne Sperre durch die Afa/Arge?

Bei Fragen rund um ZAF gebe ich euch gerne Rat, auch anonym per PM oder e-mail.
Vielen Dank, Ursel ;). Aber zur Zeit muss ich bei einer ZAF nicht bewerben, das kann sich aber schlagartig ändern, wenn der Postbote heute kommt, und dann würde ich eventuell auch per PN Dich mal fragen möchten ;)

Viele Grüße

schlaraffenland
 

Stumme Ursel

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#51
Hallo Schlaraffenland,

ich schreibe zu dem Thema "Fragebogen für ZAF" später noch etwas ausführlicher!

Muss nämlich gleich zu einer ZAF mich vorstellen..... :icon_cry:
 
G

Gast1

Gast
#52
Hi Ursel,

ich schreibe zu dem Thema "Fragebogen für ZAF" später noch etwas ausführlicher!
Vielen Dank, das finde ich :icon_daumen: von Dir ;)

Muss nämlich gleich zu einer ZAF mich vorstellen..... :icon_cry:
Au weia .... ich wünsche Dir viel Glück: Und zwar so, dass das Gespräch so abläuft, wie es Du Dir wünschst .... und ohne jeglichen Nachteile für Dich ...

Viele Grüße

schlaraffenland
 

John Daily

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#53
Hi Ursel,



Vielen Dank, das finde ich :icon_daumen: von Dir ;)



Au weia .... ich wünsche Dir viel Glück: Und zwar so, dass das Gespräch so abläuft, wie es Du Dir wünschst .... und ohne jeglichen Nachteile für Dich ...

Viele Grüße

schlaraffenland

Ich kann mich schlaraffenland nur anschließen. :smile:
 

John Daily

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#54
Hallo Schlaraffenland,

ich schreibe zu dem Thema "Fragebogen für ZAF" später noch etwas ausführlicher!

Muss nämlich gleich zu einer ZAF mich vorstellen..... :icon_cry:

Ja, das Thema "Fragebogen für ZAF" würde mich auch interessieren, bin gespannt was du zu dem Thema schreibst. :eek::smile:
 

Stumme Ursel

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#55
Fragebogen für Zeitarbeitsfirmen

Guten Abend meine lieben Mitstreiter,

hier noch mal der Link zum ursprünglichen Fragebogen:

Chefduzen - Forum der Ausgebeuteten | Leiharbeit, Zeitarbeitsfirmen & PSA | Mein Fragebogen beiBewerbungen an ZA Firmen

Und als ganzes zum Lesen für die Faulen unter uns.... :biggrin:

Hallo

Dies ist schon seit längerem mein Fragebogen bei Zwangsbewerbungen bei ZAF Firmen.

Da er von mir selber ist stellen ich ihn jedem Interressenten frei zur Verfügung.

Bisher war er recht abschreckend mit falsche Meldungen von einen Teil der ZA Firmen bei der AfA ich sei arbeitsunwillig.
Ich bin nicht bereit für ZA Firmen zu arbeiten selbst bei Bezug von ALG 2 wird bei Zwang und trotz des Fragebogens ebend meine Arbeitsleistung entsprechen sein das kein Kunde von ZAs mich behält.

Die Afa hat allerdings nach Vorlage des Fragebogens von mir keine Beanstandungen gehabt, meinten aber so kämen ich bei ZA Unternehmen sicherlich nicht unter

Habe den Bogen etwas aktualiesirt und vorige Tage wieder einmal bestätigt bekommen von der AfA gegen den Bogen gibt es keine rechtliche Handhabe.

Fragenliste an ZA Firmen
haben Sie einen Betriebsrat ? ...........................................................................

Befristet / unbefristet ? ...........................................................................
.......
Ort und Firma der Tätigkeit ? ........................................ Art der Tätigkeit ? ..................

Welchen Tarifvertrag, Manteltarifvertrag haben Sie? .....( bei BZA ohne § 8.6 )............
welche Betriebsvereinbarungen bestehen ? .................................................................
Welchen Arbeitsgeberverband gehören Sie an. ..........................................................
Da ich keiner Gewerkschaft angehöre gilt ein Individuell abgeschlossener Arbeitsvertrag
In Anlehnung an einen gültigen ZA Tarifvertrag mit individuellen Anpassungen.

Vergütung ? Nur tatsächliche ohne jegliche Zuschläge.... .............. Tarif............
Welche Entgelteingruppierung? Welche Steigerung ?....................................................
Schichtzuschläge ? Überstundenzuschläge ? ............... Samstags , Sonntags , Feiertage
andere Zuschläge Prämien , Erschwernis, Schmutz, Lärm usw und wer bestimmt diese ?

Merkblatt für Leiharbeitsnehmer Absatz B Punkt 2 , 2 Kapitel wird nicht akzeptiert
Dieser besagt Bezahlung auf ALG Höhe in den ersten 6 Wochen
Arbeitszeit ? Wie viel Std. Monat / Woche / Tag ? .
Eine Jahresstundenzahl wird nicht akzeptiert..............................
Überstunden ...... Wie ist die Regelung ? ..........................................
Bei Teilzeitvertrag wird jede Stunde über vereinbarte Stundenzahl als Überstunde bezahlt.

Zeitkonten sind völlig überflüssig, da Nichteinsatzzeiten bezahlt werden müssen
Zum Arbeitsvertrag gehören die in Anwendung kommende Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen in Schriftform, die alle vor Arbeitsantritt von der ZA zur Prüfung übergeben werden müssen.

Auf jeden Fall ab der 1. Stunde nur mit Insolvenzschutz einschließlich der Sozialbeiträge mit Nachweis - Name Adresse der Versicherung / Versicherungsnummer + Verzinsung
Bei Zeitkonto nur ohne Minusstd., diese können nicht entstehen, alles weitere siehe Vorsatz.
Wenn Überstunden abfeiern, nur auf meinem Wunsch .
Ab ( 1 Wochenarbeitszeit ) 35 Stunden muss jede weitere Stunde ausbezahlt werden

Nichteinsatzzeiten Nur die gesetzliche Reglung gültig ist § 11 Abs. 4 AÜG in Verbindung mit BGB § 615 und Merkblatt für Leiharbeitsnehmer Absatz A Punkt 6

Das heißt keinen Urlaub und keine Stunden vom Zeitkonto für Nichteinsatzzeiten.

Einsatzgebiet ? nur Stadtgebiet ( Tagespendelbereich ) muss mit Bus / Bahn in angemessener Zeit nach ( § 121 Absatz 4 SGB 3 ) erreicht werden.
Kein bundesweiter Einsatz. Alles was über die Zeit hinausgeht, die gebraucht wird, um zum Büro der ZA zu kommen ist Arbeitszeit .... (diese sind ca 45 Minuten )
Fahrzeitenregelung wie geregelt ? ...........................................................................
....
Bei Auswärtigen Einsatz außerhalb Stadtgebiet -- volle Kostenerstattung Fahrt, Unterkunft im Einzellzimmer und Mehrausgaben im voraus

wie viel Urlaubstage ? ...........wie viel Urlaubsgeld ? ...........Jahressonderzahlungen ? Heiligabend, Silvester + Rosenmontag wie ist die Regelung ? ..............
Lohnfortzahlung wie geregelt ? Krankmeldung der AU vom 1.Tag ..........................

Stundennachweis + dienstl. Besuche im Büro der ZA , für neue Aufträge, Zeit und Kosten (z.B. Fahrgelder, Telefon ), wer trägt sie? .................................................................
Vermögenswirksame Leistungen / Altersversorgung ? ..............................................
Arbeitssicherheit, Sicherheitsregeln - / aufklärung ................................................
Persönlicher Sicherheitskleidung -schuhe , Helm , Werkzeug usw. ................
Vertragsstrafen , Konventionalstrafen usw.


Ich persönlich habe diesen ein wenig "abgeändert" auf meine Bedürfnisse, manche würden sagen entschärft, aber er zeigt bis auf eine Ausnahme (ich berichtete) durchaus seine Wirkung.

Dennoch seit bitte Vorsichtig ihr müsst unbedingt dabei zeigen, dass ihr die Stelle "wollt", aber es gibt ja so viele schwarze Schafe....., und natürlich rät euch eure Gewerkschaft dazu! :wink:

Ich stelle noch mal meine Version hier rein demnächst.

Gruß Ursel
 

Stumme Ursel

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#56
Hier meine Version

Fragebogen für Zeitarbeitsfirmen (Version von Stumme Ursel 2008)

Haben Sie einen Betriebsrat? _______________________________________

Welchen Tarifvertrag, Manteltarifvertrag haben Sie? _____________________

(bei BZA ohne § 8.6) _____________________________________________

Welche Betriebsvereinbarungen bestehen? ____________________________

Welchem Arbeitsgeberverband gehören Sie an _________________________

Da ich keiner Gewerkschaft angehöre gilt ein Individuell abgeschlossener Arbeitsvertrag in Anlehnung an einen gültigen ZA Tarifvertrag mit individuellen Anpassungen.

Vergütung ? Nur tatsächliche ohne jegliche Zuschläge ________ Tarif _______

Welche Entgelteingruppierung?

Welche Steigerung ?______________________________________________

Schichtzuschläge ? Überstundenzuschläge ? _______ Samstags & Sonntag.

Feiertage andere Zuschläge Prämien, Erschwernis, Schmutz, Lärm usw. und wer bestimmt diese?

Merkblatt für Leiharbeitsnehmer Absatz B Punkt 2, 2 Kapitel wird nicht akzeptiert.

Dieser besagt Bezahlung auf ALG Höhe in den ersten 6 Wochen
Arbeitszeit?


Wie viel Std. Monat/Woche/Tag?. ____________________________________

Eine Jahresstundenzahl wird nicht akzeptiert ___________________________

Überstunden _________ Wie ist die Regelung? _________________________

Zeitkonten sind überflüssig, da Nichteinsatzzeiten bezahlt werden müssen!

Zum Arbeitsvertrag gehören die in Anwendung kommenden Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen in Schriftform, die alle vor Arbeitsantritt von der ZA zur Prüfung übergeben werden müssen.

Auf jeden Fall ab der 1. Stunde nur mit Insolvenzschutz einschließlich der Sozialbeiträge mit Nachweis - Name und Adresse der Versicherung / Versicherungsnummer + Verzinsung.


Bei Zeitkonto nur ohne Minusstunden, diese können nicht entstehen, alles weitere siehe Vorsatz.


Ab ( 1 Wochenarbeitszeit ) 35 Stunden muss jede weitere Stunde ausbezahlt werden.

Nichteinsatzzeiten Nur die gesetzliche Reglung gültig ist § 11 Abs. 4 AÜG in Verbindung mit BGB § 615 und Merkblatt für Leiharbeitsnehmer Absatz A Punkt 6.

Das heißt keinen Urlaub und keine Stunden vom Zeitkonto für Nichteinsatzzeiten.

Einsatzgebiet ? Nur Stadtgebiet ( Tagespendelbereich ) muss mit Bus/Bahn in angemessener Zeit nach (§ 121 Absatz 4 SGB 3) erreicht werden.

Kein bundesweiter Einsatz. Alles was über die Zeit hinausgeht, die gebraucht wird, um zum Büro der ZA zu kommen ist Arbeitszeit _____ (Diese sind ca. 45 Minuten)

Fahrzeitenregelung wie geregelt ? ____________________________________

Bei Auswärtigen Einsatz volle Kostenerstattung Fahrt, Unterkunft im Einzellzimmer und Mehrausgaben im Voraus.

Wie viel Urlaubstage? ________


Wie viel Urlaubsgeld ? ________________ Jahressonderzahlungen?

Heiligabend und Silvester wie ist die Regelung? _______________

Lohnfortzahlung wie geregelt? _______________________________________

Krankmeldung der AU vom 1.Tag ____________________________________

Stundennachweis + dienstl. Besuche im Büro der ZA, für neue Aufträge, Zeit und Kosten (z.B. Fahrgelder, Telefon), wer trägt sie? _________________________

Vermögenswirksame Leistungen/Altersversorgung? ______________________

Arbeitssicherheit, Sicherheitsregeln -/Aufklärung? ________________________

Vertragsstrafen , Konventionalstrafen usw.? _____________________________

 

John Daily

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#57
Fragebogen für Zeitarbeitsfirmen (Version von Stumme Ursel 2008)

Hallo Stumme Ursel,

vielen Dank für Deine Version des Fragebogens für Zeitarbeitsfirmen.

Mich würde noch interessieren wie du das mit dem Fragebogen machst.

Schickst du diesen Fragebogen mit deinen Bewerbungsunterlagen an die Zeitarbeitsfirma wenn du dich bewerben mußt (also aufgrund eines "Vermittlungsvorschlags" der Agentur für Arbeit) oder stellst du diese Fragen in einem "Vorstellungsgespräch" bei einer ZAF ?

Also, mitschicken würde ich mich wohl nicht unbedingt trauen... aber bei einem Vorstellungsgespräch hätte ich kein Problem diese Fragen zu stellen, schließlich zeigt man ja doch so "verstärktes Interesse" bei der ZAF zu arbeiten... ;-) sind ja (bis auf die eine oder andere) legitime Fragen die man bei normalen Firmen in einem Vorstellungsgespräch auch ansprechen würde.
 

Stumme Ursel

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#59
Guten Morgen,

nun, ich bewerbe mich normal meist per e-mail richtig ordentlich mit allen Unterlagen und sauberem Anschreiben. Es ist ganz wichtig das man euch auf keinen Fall etwas unterstellen kann vom Arbeitsamt oder der ARGE.

Wenn es zu einem Vorstellungsgespräch bei der ZAF kommt, frage ich als erstes schriftlich die Erstattung von den Fahrtkosten an, sofern es nicht schon in der Einladung steht.

Meistens muss man dann noch einmal einen Fragebogen vor Ort ausfüllen, dort fülle ich nur das aus, was nicht schon im Lebenslauf steht, ich mache einen Vermerk; "siehe CV". :rolleyes:

Dann wenn der Disponent mich ausgquetscht lasse ich ihn reden und dann kommt ja meist die Frage; "haben Sie noch irgendwelche Fragen an uns?"

Jetzt lege ich den Fragebogen vor und fange an...... :icon_biggrin:

Oder ich gebe ihn der Dame/Herrn mit der bitte um Erledigung.

Ihr solltet mal die Gesichter sehen von den Schergen der Ausbeuterfirmen.

:icon_lol:

Der Fairneß halber möchte ich aber hier an der Stelle folgendes erwähnen,
zur Zeit werden bei BZA ZAF fast nur noch "richtige" Gehälter, also feste Zahlungen am Monatsende vereinbart und die Stundensätze liegen für einen Industriekaufmann mit Berufserfahrung zwischen 10 -13 €, es wird wieder verstärkt Fahrgeld und VMA gezahlt, sehr viel mehr bekommt man ausserhalb der ZAF auch nicht.

Bei gewerblichen und Handwerkern geht der Trend (bei BZA) auch in die Richtung Festgehalt und Stundenkonto, allerdings kenne ich die Stundensätze nicht so genau, aber ein Staplerfahrer sollte mindestens 8,40 bis 9,60€ bekommen zur Zeit.

Als Vergleich, ein kfm. Sachbearbeiter verdient durchschnittlich in Hessen und Rheinland-Pfalz nach Tarif Chemie als Sachbearbeiter ~ 2.243,00 Brutto außerhalb von Zeitarbeit.

Gruß Ursel
 

John Daily

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#60
Dann wenn der Disponent mich ausgquetscht lasse ich ihn reden und dann kommt ja meist die Frage; "haben Sie noch irgendwelche Fragen an uns?"

Jetzt lege ich den Fragebogen vor und fange an...... :icon_biggrin:

Oder ich gebe ihn der Dame/Herrn mit der bitte um Erledigung.

Ihr solltet mal die Gesichter sehen von den Schergen der Ausbeuterfirmen.

:icon_lol:


Hallo Stumme Ursel,

vielen Dank für deinen Beitrag. :icon_daumen:

Sollte ich demnächst mal wieder (hoffentlich nicht) in den zweifelhaften "Genuß" eines Vorstellungsgesprächs bei 'ner ZAF kommen, werde ich auch so 'nen Fragenkatalog durchgehen. :icon_biggrin:


Viele Grüße
John Daily
 

Erntehelfer

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#61
Arbeitsminister Scholz hat Sendepause

In der ZDF-Mediathek ist heute ein lustiges Video aufgetaucht, in dem unser Arbeitsminister, der ja auch wirklich demokratisch legitimiert ist Arbeitsminister zu sein, nur Schnute macht, als er zum Thema Leiharbeit befragt wird. Die Reporterin sagt dort "Und jetzt noch eine Frage zum Thema Leiharbeit, wie soll man damit umgehen?" Da Macht Scholz nur Schnute und dreht sich um wie jemand der ein sehr schlechtes Gefühl im Bauch hat, weil er in seiner Verantwortung als Arbeitsminister überhaupt nicht Leiharbeit verantworten kann. Er verabschiedet sich nichtmal, was auch deutlich werden lässt, wie verroht die Moral in der Politik bereits ist. Es ist wirklich ein Psychokabinett, welches uns da regiert. Ein sehr schönes Video.
Scholz: Sendepause beim Thema Zeitarbeit
 
G

Gast1

Gast
#62
Die Reporterin sagt dort "Und jetzt noch eine Frage zum Thema Leiharbeit, wie soll man damit umgehen?"

Da Macht Scholz nur Schnute und dreht sich um wie jemand der ein sehr schlechtes Gefühl im Bauch hat ...
Das liegt daran, dass er selber Leiharbeiter in der Regierung ist.
 
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#63
Hallo Stumme Ursel,

vielen Dank für deinen Beitrag. :icon_daumen:

Sollte ich demnächst mal wieder (hoffentlich nicht) in den zweifelhaften "Genuß" eines Vorstellungsgesprächs bei 'ner ZAF kommen, werde ich auch so 'nen Fragenkatalog durchgehen. :icon_biggrin:


Viele Grüße
John Daily
Du solltest diesen "Katalog" auf dich und deine derzeitige Situation zuschneiden.

Es langt wenn du hartnäckig nach Tarifvereinbarungen fragst, und Fragen zum Betriebsrat stellst. Ich wurde schon abgewürgt als ich die Eingruppierung (damals IGZ Tarif) ablehnte und darauf hingewiesen habe, dass ich 3. Gruppen nach oben gehöre!
 
G

Gast1

Gast
#64
Ich wurde schon abgewürgt als ich die Eingruppierung (damals IGZ Tarif) ablehnte und darauf hingewiesen habe, dass ich 3. Gruppen nach oben gehöre!
Also passiert "es" doch, so wie ich es mir dachte:

Die ZAF versucht den Bewerber/Leiharbeiter in eine zu niedrige (billigere) Entgeltgruppe zu packen.

Und dann, nehme ich an, "verkaufen" sie den Bewerber/Leiharbeiter an den Entleiher in der richtigen (höheren) Entgeltgruppe, damit sie noch mehr Gewinn aus dem Bewerber/Leiharbeiter ziehen können.

Mannmannmann.
 

Erntehelfer

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#65
Und dann, nehme ich an, "verkaufen" sie den Bewerber/Leiharbeiter an den Entleiher in der richtigen (höheren) Entgeltgruppe, damit sie noch mehr Gewinn aus dem Bewerber/Leiharbeiter ziehen können.
Sie sparen Steuern und Abgaben. Meinerzeit wurde die Differenz zur richtigen Entgeltgruppe mit Auslöse bezahlt. dafür war auch mein Rentenbeitrag geringer.
 
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#66
Also passiert "es" doch, so wie ich es mir dachte:

Die ZAF versucht den Bewerber/Leiharbeiter in eine zu niedrige (billigere) Entgeltgruppe zu packen.

Und dann, nehme ich an, "verkaufen" sie den Bewerber/Leiharbeiter an den Entleiher in der richtigen (höheren) Entgeltgruppe, damit sie noch mehr Gewinn aus dem Bewerber/Leiharbeiter ziehen können.

Mannmannmann.

Genau so läuft es, die Tarifverträge sind so gearbeitet das vor allem jüngere Mitarbeiter mit keiner oder wenig Berufserfahrung ein schlechter Lohn gezahlt werden kann. Mit Unterstützung unserer Gewerkschaftsfreunde versteht sich.

Das ganze hat Methode, mit 10 Jahren Berufserfahrung sollte ich 7,98€/Std. bekommen, was ich natürlich dankend abgelehnt habe.

Bedenkt man, dass für einen Facharbeiter locker 28€/Std. den Entleihbetrieben in Rechnung gestellt wird, so sieht man die Gewinnspanne die natürlich um jeden Cent sinkt, der dem MA mehr bezahlt wird.
 
Status
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