ALG I - EGV und direkte Einladung zu einem Bewerbungstraining (1 Betrachter)

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Justus Jonas

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Hi Ihr Lieben,

ich war letztens zum Erstgespräch einem Arbeitsvermittler vorgeladen. Mein Antrag ist noch nicht gestellt (!), da ich noch gut zwei Wochen im Arbeitsverhältnis bin und ich die Arbeitbescheinigung seitens des Personalamtes meiner Arbeitstätte erst bald bekomme werde.

Der Termin war okay, jedoch hat er mir direkt eine EGV und eine Einladung zu einem Bewerbertraining mit dem Ziel des Coachings, Bewerbungschreiben üben, Selbstdarstellung verbessern etc. ausgedruckt . What? Ich habe wirklich keinen Bedarf daran. Die Verhältnismäßigkeit dieser Maßnahme ist bei mir wirklich nicht getroffen und es scheint mir so, dass dieser Kurs momentan einfach nicht gut besucht ist (gestützt durch eine interne Quelle).

Meine Eigenbemühungen - in Form von neun Bewerbungen (!) mit einem strukturell und schriftsprachlich sehr hohen Niveau - legte ich auch vor (habe auch schon zwei Vorstellungsgespräche und sonst keine Absagen bisher). Ohne dies zu würdigen, verwies er darauf, dass das Anschreiben einer Bewerbung höchstens eine Seite umfassen sollte (bei mir waren es 1 1/4) und es so überhaupt niemand lesen würde (auch als PDF nicht). Darüber habe ich mit ihm diskutiert, doch wir sind auf keinen Konsens gekommen. In meinem Berufsfeld fallen Bewerbungen von ihrem Umfang nun mal (naja 1 1/4 Seiten) höher aus, da es sich bei dem akademischen Beruf um die Arbeit mit Menschen handelt und dort die Fertig- und Fähigkeiten sowie die Durchführung von Projekten und die Erfahrung spezifischer Handlungsfelder beschrieben werden sollten. Außerdem hatte ich bis jetzt noch nie Probleme mit meiner Art und Weise, wie ich meine Bewerbungen en gros gestalte.

Kurzum, was haltet ihr von dieser EGV und vor allem, wieso sollte ich jetzt an einer Maßnahme teilnehmen, die mir rein gar nichts bringt? Außerdem möchte er eine Bewerbung pro Woche (lieber wären mir persönlich vier im Monat, da ich ja nach adäquaten Jobs suche und nicht jede Woche etwas dabei ist). Darüber hinaus möchte er in zwei Monaten noch einmal alle Bemühungen (also die Bewerbungen) auf einer "ausgehändigten Liste" nachvollziehen. Ich habe aber kein Blanko von ihm erhalten?

Genauso wenig wollte er mir meine "persönliche Arbeitssuchendmeldung" quittieren, er hätte es ja in seinem PC eingegeben (Personalsausweis hatte ich vorzeigen müssen am Ende). Der Vermittlungsvorschlag, der in der EGV erwähnt wird, ist ohne Rechtshilfebelehrung. Auch darauf bewerben?

Meine Fragen:

- Was droht mir bei der Nicht-Unterzeichnung der EGV (ALG I)? (Habe diese zur Durchsicht mit nach Hause genommen).
- Was droht mir bei der Nicht-Wahrnehmung der Einladung zu dieser Maßnahme? Rechtshilfebelehrung ist dabei.
- Wie sollte ich jetzt verfahren? (Evtl. ihm eine E-Mail schreiben, mit der Bitte und der Begründung der vorgeschlagenen Ausbesserung?)
- Außerdem sind glaube ich noch oben ein paar Fragen zwischen den Zeilen zu finden. :)

Liebe Grüße und schon einmal vielen Dank,
Justus Jonas
 

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Diplomjodler

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Eine EGV ist mit jedem erwerbsfähigen Leistungsberechtigten abzuschließen. Das ist man dann, wenn man den Bewilligungsbescheid für Leistungen hat.

Da du noch nicht einmal den Antrag gestellt hast, kann (!) das Jobcenter mit dir keine EGV eingehen und damit ist alles andere erst einmal für den *****, auch die Maßnahmeteilnahme.

Diese EinV dient nur der Statistikbefriedigung und ist Müll.
 
G

Gast1

Gast
Diplomjodler, Justus Jonas ist angehender ALG-I-Bezieher (er ist arbeitssuchend gemeldet), da ist das mit der Eingliederungsvereinbarung anders geregelt als beim Bezug von ALG II. Ich zitiere Dir mal den § 37 Abs. 2 und Abs. 3 SGB III:

(2) In einer Eingliederungsvereinbarung, die die Agentur für Arbeit zusammen mit der oder dem Ausbildungsuchenden oder der oder dem Arbeitsuchenden trifft, werden für einen zu bestimmenden Zeitraum festgelegt
1. das Eingliederungsziel,
2. die Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit,
3. welche Eigenbemühungen zur beruflichen Eingliederung die oder der Ausbildungsuchende oder die oder der Arbeitsuchende in welcher Häufigkeit mindestens unternehmen muss und in welcher Form diese nachzuweisen sind,
4. die vorgesehenen Leistungen der aktiven Arbeitsförderung.Die besonderen Bedürfnisse behinderter und schwerbehinderter Menschen sollen angemessen berücksichtigt werden.


(3) Der oder dem Ausbildungsuchenden oder der oder dem Arbeitsuchenden ist eine Ausfertigung der Eingliederungsvereinbarung auszuhändigen. Die Eingliederungsvereinbarung ist sich ändernden Verhältnissen anzupassen; sie ist fortzuschreiben, wenn in dem Zeitraum, für den sie zunächst galt, die Ausbildungssuche oder Arbeitsuche nicht beendet wurde. Sie ist spätestens nach sechsmonatiger Arbeitslosigkeit, bei arbeitslosen und ausbildungsuchenden jungen Menschen spätestens nach drei Monaten, zu überprüfen. Kommt eine Eingliederungsvereinbarung nicht zustande, sollen die nach Absatz 2 Satz 1 Nummer 3 erforderlichen Eigenbemühungen durch Verwaltungsakt festgesetzt werden.
Das bedeutet, dass auch mit Arbeitssuchenden (die also [noch] nicht im Bezug von ALG I sind) EGV's abgeschlossen werden sollen.
 
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Gast1

Gast
Hi Justus Jonas,

Der Vermittlungsvorschlag, der in der EGV erwähnt wird, ist ohne Rechtshilfebelehrung. Auch darauf bewerben?
In einem solchen Fall könnte nur aus der EGV heraus eine Sperrzeit verhängt werden, weil der Vermittlungsvorschlag keine Rechtsfolgenbelehrung enthält. Eine Sperrzeitverhängung aus der EGV heraus ist aber nicht möglich, da die Rechtsfolgenbelehrung (RFB) in der EGV nicht vorsieht, dass Du eine Sperrzeit bekommst, wenn Du Deine Pflichten, die in der EGV genannt sind, nicht erfüllst. Schau Dir noch mal die RFB in der EGV an, da steht nix von einer Sperre bei Nichtbewerbungen auf Vermittlungsvorschläge (VV's). Die RFB in der EGV ist harmlos.

Also brauchst Du Dich auf den VV nicht zu bewerben.

- Was droht mir bei der Nicht-Unterzeichnung der EGV (ALG I)? (Habe diese zur Durchsicht mit nach Hause genommen).
Dann kann der Arbeitsvermittler Deine EGV als Verwaltungsakt erlassen. Ein Verwaltungsakt ist eine einseitig von einer Behörde erlassene Entscheidung, die in die Rechte des Bürgers eingreift und/oder ihm Rechte gewährt. Beispiele für Verwaltungsakte sind Bußgeldbescheide oder Baugenehmigungen.

Wenn Dein Arbeitsvermittler die EGV als Verwaltungsakt erlässt, ändert sich jedoch der Inhalt der Rechtsfolgenbelehrung. Schaue Dir noch mal die RFB in Deiner EGV an: sie ist harmlos. In einem die EGV ersetzenden Verwaltungsakt werden aber in der RFB Sperrzeiten angedroht, wenn Du z.B. nicht die Maßnahme antrittst, abbrichst oder Anlass zum Abbruch gibst, und wenn Du nicht die geforderte Anzahl von Bewerbungen zu den Stichtagen nachweist.

- Was droht mir bei der Nicht-Wahrnehmung der Einladung zu dieser Maßnahme? [/Rechtshilfebelehrung ist dabei.
Dann bekommst Du eine Sperrzeit von einer 1 Woche. Steht in der Rechtsfolgenbelehrung in der "Einladung" zur Maßnahme.

- Wie sollte ich jetzt verfahren? (Evtl. ihm eine E-Mail schreiben, mit der Bitte und der Begründung der vorgeschlagenen Ausbesserung?)
Was die EGV betrifft: Du kannst selbstverständlich Deinem Arbeitsvermittler Änderungsvorschläge unterbreiten. Dies würde ich aber nicht per Mail machen, sondern für Dich nachweisbar auf schriftlichem Wege (z.B. per Einschreiben), oder Du gibst Deine schriftlichen Änderungsvorschläge in der Agentur für Arbeit gegen eine Empfangsbestätigung bzw. durch Anbringung eines Posteingangsstempels auf einer 2. Ausführung Deiner Änderungsvorschläge ab.
 

Diplomjodler

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Diplomjodler, Justus Jonas ist angehender ALG-I-Bezieher (er ist arbeitssuchend gemeldet), da ist das mit der Eingliederungsvereinbarung anders geregelt als beim Bezug von ALG II. Ich zitiere Dir mal den § 37 Abs. 2 und Abs. 3 SGB III:
Stimmt sorry, keine Ahnung wie ich mich hierhin verirrt habe, ich melde den Beitrag umgehend zur Löschung. Ist das peinlich...
 

Justus Jonas

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Guten Morgen,

alles sehr interessant.

Wenn ich also diese Maßnahme über acht Wochen nicht mitmachen sollte, bekomme ich dann ingesamt oder jeden verpassten Termin (3x die Woche - zwei Monate lang) diese Sperrzeit von einer Woche? Wie könnte ich denn dagegen argumentieren, dass diese Maßnahme für mich nicht der Verhältnismäßigkeit (Gründe sind ja schon im Eingangspost ersichtlich) entspricht? Oder sollte ich den Termin wahrnehmen, dann vor Ort meine gekürzten Bewerbungen vorlegen, mich präsentieren und schließlich mit dem Dozenten (?) klären, ob sich diese Maßnahme für mich überhaupt "lohnt"?

Was bedeutet denn "bis zum xx.07.16 soll ich auf einer nicht ausgehändigten Liste" meine wöchentlichen Bewerbungen nachweisen? Muss ich mich dann wirklich jede Woche bewerben oder können es auch z.B. mal zwei in einer Woche sein, wenn in der vorigen Woche keine adäquate Stelle ausgeschrieben ist?

Über diese Jobbörse kann ich ja auch direkt Kontakt mit dem AV aufnehmen, reicht das nicht als Nachweis einer diesbezüglichen Korrespondenz?

Sehr gerne würde ich Eure Enschätzungen und Vorgehensweisen hören, quasi eine Handlungsempfehlung, da ich die Sache baldmöglich geklärt haben möchte.

Liebe Grüße
Justus Jonas
 

gelibeh

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zur EGV. Die solltest Du unterschreiben, weil da in der Rechtsfolgenbelehrung schon mal keine Sperren drinstehen. Das könnte, wie schon erwähnt, bei einem EGV-Verwaltungsakt dann anders aussehen. Dann kannst Du Dich an die Auflagen in der EGV halten, musst es aber nicht, weil eben keine Rechtsfolgen bei Nichtbefolgung drohen. Ich würde mit der Unterschrift auch nicht zu lange warten.

Die Einladung musst Du befolgen. Dann kannst Du ja sehen, was der Dozent dort meint.
 

Justus Jonas

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Wie lange habe ich denn Zeit die EGV per Einschreiben zurückzusenden? Was ich nicht verstehe, wieso ist die EGV nicht rechtsbindend? Wieso wird diese dann überhaupt mit den "Pflichten" respektive "Aktivitäten" etc. vereinbart? Und: Ich habe nur ein Exemplar der EGV mit der Unterschrift des AV, die andere enthält weder von mir noch von dem AV eine Unterschrift. Sende ich also, wenn ich sie zurücksende, die EGV ohne dessen Unterschrift zurück?

Gerne höre ich mir noch weitere Meinungen an. Übrigens ein super Forum hier.
 

gelibeh

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Was ich nicht verstehe, wieso ist die EGV nicht rechtsbindend? Wieso wird diese dann überhaupt mit den "Pflichten" respektive "Aktivitäten" etc. vereinbart?
Aus rein psychologischen Gründen. Die Wenigsten kennen sich doch mit der Rechtslage aus und werden sich krampfhaft bemühen, die Auflagen zu erfüllen. Du schickst das Exemplar ohne Unterschrift des SBs versehen mit Deiner Unterschrift dort hin.
 

Justus Jonas

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Wenn ich es so machen sollte, dann schicke ich direkt das Antwortscheiben des VVs mit dem Kreuzchen "Ich habe mich nicht beworben, weil...." mit der EGV zurück oder brauche ich da keine Rückmeldung tätigen?

Wie lange hat man denn nun Zeit, sich die EGV mal zu "überlegen"? Und es hat definitiv keinen Vorteil, so wie ich es jetzt verstanden habe, die EGV korregieren zu lassen hinsichtlich der einen Bewerbung pro Woche und dieser Maßnahme? Bezüglich der mir nicht ausgehändigten Übersichtsliste meiner Eigenbemühungen, kann ich nun selbst auch Protokoll führen, oder?

Liebe Grüße
 

gelibeh

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ich glaub, das mit dem Vermittlungsvorschlag kam bis jetzt falsch rüber hier. Steht auf dem Vermittlungsvorschlag eine Rechtsfolgenbelehrung mit Sperrzeitandrohung, dann musst Du Dich darauf bewerben. Das ist unabhängig von einer EGV. Maßgebend ist die Zumutbarkeit ->§140 SGBIII. Musst den mal prüfen, ob zumutbar.
 

Justus Jonas

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Nein, die Rückseite fängt mit "Bitte teilen Sie uns Ihre Bemühungen mit" und hört mit "MFG AV" auf. Ohne Paragraphen etc. - Jedoch ist in der EGV ja die definitive Bewerbung als eine meiner Aktivitäten aufgeführt.

Wir hatten eben gleichzeitig geantwortet, der Post oben ist meinerseits noch erweitert worden; schau mal bitte.
 

gelibeh

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Wie lange hat man denn nun Zeit, sich die EGV mal zu "überlegen"? Und es hat definitiv keinen Vorteil, so wie ich es jetzt verstanden habe, die EGV korregieren zu lassen hinsichtlich der einen Bewerbung pro Woche und dieser Maßnahme?
Es hat keinen Vorteil, darüber zu verhandeln, es sei denn Du bekommst so wenig ALG1, dass man Bewerbungskosten noch verbindlich festlegen lassen möchte. Dann dürfte aber die Rechtsfolgenbelehrung eventuell anders aussehen, weil die sich ja zu etwas verpflichten.
Schick die schnellstmöglich zurück.

Wenn in dem Vermittlungsvorschlag keine Sperren bei Nichtbewerbung aufgeführt sind, dann dürfte es sich um eine Stelleninformation handeln, auf die man sich bewerben kann, aber nicht muss. Vielleicht, weil die SB nicht weiß, ob zumutbar für Dich.
 

Justus Jonas

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Kann ich also das Zettelchen mit meinem persönlichen Grund der Nicht-Bewerbung mitsenden? Macht also nichts, obwohl in der EGV steht, dass ich mich innerhalb von drei Tagen darauf bewerbe und folglich dann das Ergebnis mitteilen soll?

Vielen Dank schon mal - bin auch auf weitere Meinungen gespannt. Werde es dann morgen, wenn sich die Meinungen signifikant überschneiden, das Einschreiben sofort senden.

Noch einmal für mich als Reminder
Kann ein VA eigentlich auch dieses Bewerbertraining enthalten bzw. die Einladung dort hin (die ich nun mal schon habe), die ist nun unabhängig von einer/m EGV/VA und dieser muss auf jeden Fall Folge geleistet werden? Also ist alles andere, was in der EGV vereinbart wird (ALG I) rein psychologischer Wirkungsnatur?
 
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Gast1

Gast
Kann ich also das Zettelchen mit meinem persönlichen Grund der Nicht-Bewerbung mitsenden? Macht also nichts, obwohl in der EGV steht, dass ich mich innerhalb von drei Tagen darauf bewerbe und folglich dann das Ergebnis mitteilen soll?
Wenn Du den Rückmeldebogen des Vermittlungsvorschlags nicht an die AfA zurücksendest, kann und darf Dir deswegen keine Sperrzeit entstehen. Weil die RFB in der EGV dies nicht vorsieht.

Noch einmal für mich als Reminder
Kann ein VA eigentlich auch dieses Bewerbertraining enthalten bzw. die Einladung dort hin (die ich nun mal schon habe), die ist nun unabhängig von einer/m EGV/VA und dieser muss auf jeden Fall Folge geleistet werden? Also ist alles andere, was in der EGV vereinbart wird (ALG I) rein psychologischer Wirkungsnatur?
Ein VA sollte immer den Inhalt der EGV enthalten, die als VA ersetzt werden soll. Das bedeutet: Wenn in der von Dir nicht unterschriebenen EGV die Teilnahme an einer Maßnahme enthalten ist, dann sollte der VA, der die EGV ersetzt, die Teilnahme an dieser Maßnahme auch enthalten. Die RFB im VA wird dann aber wahrscheinlich eine Sperrzeit androhen, falls Du die Maßnahme nicht antrittst, abbrichst oder Anlass zum Abbruch der Maßnahme gibst.

Eine "Einladung" zum Ersttermin bei einer Maßnahme muss nicht sowohl in einer EGV oder einem EGV-VA als auch in einer sperrzeitbedrohten "Einladung" festgesetzt werden. Es reicht auch eine "Einladung" zum Ersttermin bei der Maßnahme aus, um eine Sperrzeit zu bekommen, wenn man den Ersttermin nicht wahrnimmt.

Ich sehe das auch so: im Gegensatz zu EGV's beim Bezug von ALG I haben EGV's beim Bezug von ALG I einen rein psychologischen Effekt: EGV's beim Bezug von ALG I sollen den Leistungsbezieher unter psychologischen Druck setzen, ohne dass Rechtsfolgen (Sperrzeiten) eintreten, wenn der Leistungsbezieher sich nicht an die Pflichten hält, die in der EGV aufgeführt sind. Weil in der Regel die RFB's in solchen EGV's harmlos sind, da sie keine Sperrzeiten androhen.
 

Justus Jonas

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Du schilderst die Meldungspflicht ausschließlich für den "Ersttermin" ? Was erwartet mich dort und wie geht es dann weiter bzgl. der Pflicht?

Also schicke ich jetzt die EGV per Enschreiben z.Hd. meines AVs und streiche dann die Bewerbungsaufforderung aus der EGV, oder lasse ich alles so und bewerbe mich einfach nicht (bzw. schildere dem AV per Jobbörsenkontakt wieso diese Arbeitsstelle für mich nicht infrage kommt)?

Nochmal zur RFB bzgl. § 38 Abs. 2 SGB III
Was bedeuten die Wörter bezogen auf die "Vereinbarungen" in der EGV:

-"(...) die für die Vermittlung erforderlichen Auskünfte zu erteilen, Unterlagen vorzulegen (...)"


LG

Justus Jonas
 
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Gast
Du schilderst die Meldungspflicht ausschließlich für den "Ersttermin" ? Was erwartet mich dort und wie geht es dann weiter bzgl. der Pflicht?
Wahrscheinlich wird man Dir Verträge für die Teilnahme an der Maßnahme vorlegen. Der Maßnahmeträger wird

a) wahrscheinlich rumzicken Dir die Unterlagen zur Prüfung mit nach Hause zu geben, ehe Du sie unterschreibst. Nachtrag: In Deutschland herrscht Vertragsfreiheit, man kann nicht gezwungen werden irgendwelche Verträge zu unterschreiben.

b) wahrscheinlich behaupten, dass ohne Deine Unterschrift auf die Maßnahmeverträge Deine Teilnahme an der Maßnahme unmöglich ist. Woraus die Agentur für Arbeit daraus den Nichtantritt der Maßnahme konstruiert und dann versucht Dir eine Sperrzeit aufzubrummen.

Also schicke ich jetzt die EGV per Enschreiben z.Hd. meines AVs und streiche dann die Bewerbungsaufforderung aus der EGV
Streichungen aus Verträgen sind nur dann rechtsgültig, wenn beide Vertragsparteien die Streichungen jeweils mit einer Unterschrift bestätigen.

... und bewerbe mich einfach nicht (bzw. schildere dem AV per Jobbörsenkontakt wieso diese Arbeitsstelle für mich nicht infrage kommt)?
Da der VV keine RFB hat, musst Du rein gar nichts tun.
 

Muzel

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Ich musste zu einem Bewerbungstraining und für mich war das die Hölle. Bei der Einladung, die im Gruppengespräch stattfand, musste ich mit ansehen wie ein 10 Jahre älterer Mann (geschätzt) einen Nervenzusammenbruch erlitt. Das möchte ich nie wieder erleben müssen.
 

Justus Jonas

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Nochmal zur RFB bzgl. § 38 Abs. 2 SGB III
Was bedeuten die Wörter bezogen auf die "Vereinbarungen" in der EGV:
- "(...) die für die Vermittlung erforderlichen Auskünfte zu erteilen, Unterlagen vorzulegen (...)"
Hm...

@ Schlaraffenland

- Muss ich schlussendlich die Maßnahme mitmachen und auch unterschreiben? Oder mitmachen ohne zu unterschreiben? Oder nichts von beidem?

______________________________________________

- Ergo jetzt: Meine unterschriebene EGV per Einwurfeinschreiben z.Hd. AV (Die von dem AV unterschriebene behalte ich). Und auf den VV einfach nicht bewerben, obwohl es so in der EGV steht. Was ist eigentlich dann mit dem punktuellen Bewerben genau 1x die Woche, kann ich also in meinem Rhymus machen?
 
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Gast1

Gast
Hm...

@ Schlaraffenland

- Also muss ich schlussendlich die Maßnahme mitmachen und auch unterschreiben? Oder mitmachen ohne zu unterschreiben? Oder nichts von beidem?
Das hängt von Deinem Widerstandswillen ab. Ggf. lässt Dich der Maßnahmeträger auch an der Maßnahme ohne Deine Unterschriften unter die Maßnahmeverträge teilnehmen.

Zu der Problematik "Ich soll eine Sinnlosmaßnahme machen. Wie kann ich mich wehren?" gibt es hier im Forum unzählige Threads, bitte dort einlesen, also in diesem Unterforum:

https://www.elo-forum.org/weiterbildung-umschulung-sinnlose-massnahmen/
 
G

Gast1

Gast
Justus Jonas, noch hast Du keine Zuweisung zu der Maßnahme. Zuweisungen zu Maßnahmen sind in der Regel auch mit Sperrzeitandrohungen verbunden, für den Fall, dass man die Maßnahme nicht antritt, abbricht oder Anlass zu Abbruch gibt.

Du hast aber bisher nur eine "Einladung" zum Ersttermin dieser Maßnahme erhalten. Streng genommen darf man Dir keine Sperrzeit aufbrummen, wenn Du a) die "Einladung" wahrnimmst, aber b) die Maßnahme nicht antrittst.

Ich kann mir aber vorstellen, dass man Dir während des Einladungstermins eine Maßnahmezuweisung inkl. RFB in die Hand drückt.
 

Justus Jonas

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Ergo jetzt

- Meine unterschriebene EGV per Einwurfeinschreiben z.Hd. AV (Die von dem AV unterschriebene behalte ich).

- Und auf den VV einfach nicht bewerben, obwohl es so in der EGV steht. Was ist eigentlich dann mit dem punktuellen Bewerben genau 1x die Woche, kann ich also in meinem Rhymus machen?


Vielen vielen Dank
 
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Was ist eigentlich dann mit dem punktuellen Bewerben genau 1x die Woche, kann ich also in meinem Rhymus machen?
Wenn Du nicht 1 Bewerbung pro Woche schreibst bzw. nachweist, darf Dir daraus keine Sperrzeit entstehen. Weil in der RFB in der EGV keine Rede von Sperrzeiten ist.
 

Justus Jonas

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Bevor ich zur Post gehe, ihr Lieben:

Unten auf der EGV steht

"Die EGV wurde mit mir besprochen. Ich bin mit den vereinbarten Aktivitäten einverstanden und verpflichte mich, diese einzuhalten."

Könnte mir der AV daraus nicht etwas drehen? Also bezogen auf die Anzahl der Bewerbungen (1x pro Woche) und auf die eine spezifische Bewerbung?

Ganz liebe Grüße

Justus
 
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