ALG I EGV mit der Klausel meine Bewerbungsunterlagen offen zu legen

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Shimazu

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Hallo mal wieder an alle. :biggrin:

Am Donnerstag war ich bei meiner neuen Sachbearbeiterin, welche sich sehr engagiert zeigt und mir einreden will, dass ich die Zeitarbeit als Sprungbrett nutzen kann....

Na ja, jedem das seine, aber ich will es ehrlich gesagt vermeiden mich ausbeuten zu lassen.

Nach dem freundlichen Gespräch mit ihr bekam ich natürlich ne schöne EGV von ihr hingelegt.
Ich habe mir das Ding kurz durchgelesen- die Bewerbungskosten werden erstatten, finde ich gut, aber ich verpflichte mich auch meine Bewerbungsunterlagen an sie zu schicken, was ich ehrlich gesagt nicht will.

Außerdem habe ich 6 Bewerbungen pro Monat (was ja noch geht), aber VV's sollen explizit nicht als Eigenbemühungen gelten, was ich auch nicht gut finde. Ich sprach sie darauf an und sie hielt mir einen Vortrag warum dem nicht so sei....
Warum soll ich das dann unterschreiben, wenn dem nicht so ist ^^

Ich blieb noch höflich, um das ansonsten gute Gespräch nicht eskalieren zu lassen und bat sie um Zeit mir das in ruhe durchzulesen, was sie damit konterte mir direkt einen VA zu geben. Ich sagte ihr dann, im scherz, dass ich ja wohl doch ein wenig Zeit hätte rechtlich das Dingen prüfen zu lassen und sie mir den VA auch gerne geben kann wenn sie will.

Darauf hin blieb sie ruhig und willigte ein, dass ich mir das Dingen mit nach Hause nehmen kann, bat mich aber darum, mir wie in der EGV geschrieben meine Bewerbungsunterlagen spätestens bis zum 01.07 zu schicken und die EGV auch so schnell wie möglich wieder unterschrieben zurück zu geben.

Das ich die EGV so nicht unterschreiben will ist klar, aber wie gehe ich jetzt am besten vor?
Ein gültige EGV habe ich nicht, da ich durch den wechsel der SB nichts mehr mit der Dame am Hut hatte und die ihr auch nie unterschrieben habe, obwohl die nicht schlimm war.

Ich wäre um euren Rat dankbar :smile:
 

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Couchhartzer

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Das ich die EGV so nicht unterschreiben will ist klar, aber wie gehe ich jetzt am besten vor?
Wenn du nicht unterschreiben willst, dann gehst du in der logischen Konsequenz am besten so vor, dass du sie auch nicht unterschreibst.

Gründe dafür können sein:

  1. Das Jahresbudget für Bewerbungskostenerstattungen ist auf 300, € festgelegt und gleichzeitig sollst du auf 6 monatliche Bewerbungen à 5,00 € Erstattung zzgl. Vermittlungsvorschlagsbewerbungen verpflichtet werden. Schon das passt nicht, denn bei 6 x 5,00 € x12 Monate = 360,00 € zusammen, denn das Jahresmaximalbudget wird nur durch diese Bewerbungen (ohne die zusätzlichen auf Vermittlungsvorschläge) schon deutlich überschritten.
  2. Den Lebenslauf und eine Blankopauschalbewerbungsschriftsatz muss man nicht einreichen, denn das Profiling soll SB im Gespräch erstellen und eine Blankopauschalbewerbung ist völlig sinnfrei, da man sich gezielt auf Stellen bewerben soll.
  3. Mitwirkungspflichten für Änderungen usw. haben in einer EGV rein gar nichts unter den verpflichtende Regelungsgegenständen des Hilfeempfängers verloren, da diese Dinge allesamt bereits vollumfänglich abschliessend gesetzlich geregelt sind.
  4. Dasselbe geilt für den sinnfreien Hinweis auf ein erhaltenes Merkblatt, das ja von sich selber aus schon keine regulierbare Pflicht sein kann.
 
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Frag sie mal, wieso sie die Bewerbungen sehen möchte?
Um diese nachzuweisen reicht die Bewerberliste.
Wenn sie dann in die Tiefe gehen will bedeutet das nur eines.
FEHLENDES VERTRAUEN!
Gab es dazu Anlaß? Das möchte sie mal bitte erklären.
Idealerweise hat man schon 20 Bewerbungstrainings gemacht, das "Hilfe" ausscheidet als Ausrede der SB.
 

AnonNemo

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Hallo Shimazu,

warum willst du die EGV nicht unterschreiben?

Hast du dir schon die RFB dieser EGV genau durchgelesen?
Welche Strafe wird dir angedroht wenn du deinen Pflichten nicht nachkommst?
Das ist mal wieder eine dieser Pseudo-ALG1-EGVen um den eLB unter Druck zu setzen.

Ich würde hergehen und - bei unterschriebener EGV - mit dem Bewerben aufhören, sobald das Vermittlungsbudget durch Bewerbungen und VVs ausgeschöpft ist.
Die VV würde ich auch nicht in die Nachweisliste eintragen, aber falls du die gewünschten 6 Bewerbungen nicht voll bekommst den/die SB drohen lassen (was mit Sicherheit gemacht wird aber :icon_laber:)!

Für die Zukunft, bei einer sanktionsbewehrten RFB:
VV zählen (angeblich) nicht zu den Eigenbewerbungen
Vermittlungsvorschlag Eigenbemühungen - Petition 23756 - Pet 4-17-11-81503-036141 Abschlussbegründung
Homepage: https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2012/_03/_23/Petition_23756.nc.html
PDF-Download: https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2012/_03/_23/Petition_23756.abschlussbegruendungpdf.pdf
Wenn auch die Entgegennahme von Vermittlungsvorschlägen durch die Arbeitsagentur noch keine Eigenbemühung darstellen kann, so sind jedenfalls sich hieraus ergebende Bewerbungen, Vorsprachen und Vorstellungsgespräche genauso dem Arbeitssuchenden obliegende und bei der Erfüllung der Eingliederungsvereinbarung zu beachtende Eigenbemühungen, wie die weiteren denkbaren Formen von Eigenbemühungen.
Ansonsten hat dir @Couchhartzer schon Argumente geliefert, um eine sanktionsbewehrte EGV nicht unterschreiben zu wollen.

Natürlich wirst du in so einem Fall von deiner Verhandlungsmöglichkeit mit dem/der SB Gebrauch machen :wink:!

AnonNemo
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gelibeh

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Ansonsten hat dir @Couchhartzer schon Argumente geliefert, um eine sanktionsbewehrte EGV nicht unterschreiben zu wollen.
Deine ist aber nicht sanktionsbewehrt, also droht Dir kein Ungemach, wenn Du Dich an irgendetwas nicht hältst.
 

AnonNemo

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Deine ist aber nicht sanktionsbewehrt, (...)
... und deshalb habe ich extra für @Shimazu geschrieben:
Für die Zukunft, bei einer sanktionsbewehrten RFB:
[...]
Ansonsten hat dir @Couchhartzer schon Argumente geliefert, um eine sanktionsbewehrte EGV nicht unterschreiben zu wollen.

Meine liebe gelibeh, mit so einem "hingeschluderten" Beitrag wirst du deinem Renommee aber keinen Gefallen machen :icon_mrgreen: :icon_knutsch:.
 

Doppeloma

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Hallo Shimazu,

Na ja, jedem das seine, aber ich will es ehrlich gesagt vermeiden mich ausbeuten zu lassen.

ob dieses "ZAF-Sprungbrett" aktuell überhaupt zumutbar wäre nach § 140 SGB III kannst du nur selber nachlesen ...

§ 140 SGB III Zumutbare Beschäftigungen

das sind nämlich so die kleinen gesetzlichen "Stolpersteine" für die SB im ALGI (SGB III) von denen sie dir lieber nichts erzählen und die sie auch nicht beachten, wenn sie eine EGV "vorschlagen" ...

Nach dem freundlichen Gespräch mit ihr bekam ich natürlich ne schöne EGV von ihr hingelegt.
Ich habe mir das Ding kurz durchgelesen- die Bewerbungskosten werden erstatten, finde ich gut, aber ich verpflichte mich auch meine Bewerbungsunterlagen an sie zu schicken, was ich ehrlich gesagt nicht will.

Da steht nicht wirklich was von "Bewerbungs-Unterlagen", da steht nur was von Lebenslauf und einem Bewerbungsanschreiben ... wobei mir dazu nur einfällt = Lebenslauf geht die Dame nichts an (es genügt wenn ein potenzieller AG den bekommt) und ein Bewerbungsanschreiben sollte ja konkret auf eine bestimmte Stelle passen ... so "allgemeines Bla, Bla" kannst du ihr natürlich gerne schicken wenn sie da solchen Wert drauf legt ...

Falls es überhaupt ankommt "irgendwie" per Post (Streik" :icon_hihi: ) oder per Mail, das kannst du überhaupt nicht nachweisen, wer weiß wo das landet (Spam-Ordner ???), und bis zum 01.07. gibt es doch noch gar keine Unterschrift auf diese EGV ... also brauchst du auch nicht machen was da drin steht ... :icon_evil:

Außerdem habe ich 6 Bewerbungen pro Monat (was ja noch geht), aber VV's sollen explizit nicht als Eigenbemühungen gelten, was ich auch nicht gut finde. Ich sprach sie darauf an und sie hielt mir einen Vortrag warum dem nicht so sei....
Warum soll ich das dann unterschreiben, wenn dem nicht so ist ^^

Warum sollst du das überhaupt unterschreiben, wenn es dir komplett nicht zusagt was da drin steht, man ist bereit dir 2 Wochen "Probearbeit" zu genehmigen ... damit ein AG deine Qualifikationen überprüfen könne ... aber HALLOOO wofür gibt es eigentlich die bezahlte Probezeit von 6 Monaten, da kann der AG genug probieren und prüfen, aber bitte gegen Bezahlung ...

Hat sie dir das auch erklärt, warum das nun so gemacht werden soll ...
Zu den VV und den Kosten wurde schon alles geschrieben ... trotzdem wäre ich mal neugierig wie sie das begründet hat, dass die keine Arbeit machen und kein Geld kosten werden für dich ... :icon_kinn:

Es ist eigentlich ganz einfach, Verträge die man nicht will unterschreibt man nicht, ganz wie im richtigen Leben auch in ALGI und ALGII ...
In diesem Behörden-Leben kann man dann einen VA bekommen, na UND, im ALGI ist der (für Sperren nach § 159 SGB III) genau so wenig wert, wie diese EGV nämlich gar nichts ... darin dürfen nämlich auch nur die Bewerbungen geregelt werden ...

§ 159 SGB III Ruhen bei Sperrzeit

Das wurde zwar auch "leicht modifiziert" aber man kann nicht dafür gesperrt werden, dass man z.B. unbezahlte Arbeit (Probearbeit) nicht aufnehmen /antreten wollte, weil es nicht zulässig ist gesetzlich überhaupt unbezahlt irgendwo arbeiten zu "müssen" ... :icon_evil:

Ich würde da einem VA ganz gelassen entgegensehen ... "freiwillig" unterschreiben würde ich solchen Unsinn jedenfalls nicht ...
Allgemein sind unberechtigte Sperrversuche im ALGI (aus EGV oder EGV/VA) wesentlich leichter und schneller "vom Tisch zu bekommen" als eine Sanktion im SGB II ...

MfG Doppeloma
 

Shimazu

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Guten Tag zusammen.
Ich bedanke mich schonmal recht herzlich bei allen für den Input =)

Wenn du nicht unterschreiben willst, dann gehst du in der logischen Konsequenz am besten so vor, dass du sie auch nicht unterschreibst.

Das war auch mein erster Gedanke... Man ist da immer in so einer Zwickmühle. Zum einen will ich da keinen raushängen lassen, aber andererseits will ich auch nicht zeigen das ich es mit mir machen lasse.... Zum anderen ist ja wie die anderen hier im Thread mich auch schon drauf aufmerksam gemacht haben keine RFB dabei und mir würde eh nichts passieren können.

Wenn sie dann in die Tiefe gehen will bedeutet das nur eines.FEHLENDES VERTRAUEN! Gab es dazu Anlaß?

Sie ist mit mir meine Bewerbungsliste durchgegangen und meinte sie würde ihren "Kunden" ja grundsätzlich vertrauen, aber bei mir haben die ZAF oft (nicht beworben, nicht zum Vorstellungsgespräch erschienen bei dem Rückfragebogen ausgefüllt).
Ich weiss aber selber, dass ich mich immer beworben habe und habe ihr auch angeboten ihr die Sachen zu zeigen, auf welche das zutrifft.
Bei den ZAF habe ich mich natürlich mit den bewährten Bewerbungen hier aus dem Forum beworben :biggrin:
Aber beworben habe ich mich. Und bei Antworten der ZAF habe ich promt und freundlich um einen neuen Termin gebeten ^^.
Ich denke einfach mal die waren nur sauer, weil die keinen Bock auf den Postkram haben.
Sie meinte auch ich solle besser immer dort anrufen- hat sogar versucht während des Gesprächs bei einer der Erwähnten ZAF anzurufen und einen telefonischen termin auszumachen. Ich ging drauf ein, weil es schon sehr ablehnend rübergekommen wäre xD leider war nur der AB von denen dran :icon_hihi:
Ich habe auch einfach die Vermutung, dass eine der ZAF meine Bewerbung "gepetzt" hat und das sie deshalb meine Bewerbung haben will...

Ich würde hergehen und - bei unterschriebener EGV - mit dem Bewerben aufhören, sobald das Vermittlungsbudget durch Bewerbungen und VVs ausgeschöpft ist.
Die VV würde ich auch nicht in die Nachweisliste eintragen, aber falls du die gewünschten 6 Bewerbungen nicht voll bekommst den/die SB drohen lassen (was mit Sicherheit gemacht wird aber :icon_laber:)!

Also so wie ich das verstehe hat die mir ne EGV gegeben, bei der mir rein rechtlich nichts passieren kann, selbst wenn ich sie unterschreibe?
Das wäre natürlich genial. Ich unterschreibe, sie fühlt sich gut, ich fühle mich gut- also eine win, win Situation.

Deine ist aber nicht sanktionsbewehrt, also droht Dir kein Ungemach, wenn Du Dich an irgendetwas nicht hältst.

Wenn dem so ist, wäre es genial. Danke!

Ich würde da einem VA ganz gelassen entgegensehen ... "freiwillig" unterschreiben würde ich solchen Unsinn jedenfalls nicht ...
Allgemein sind unberechtigte Sperrversuche im ALGI (aus EGV oder EGV/VA) wesentlich leichter und schneller "vom Tisch zu bekommen" als eine Sanktion im SGB II ...

MfG Doppeloma

Die Idee einfach auf den VA zu warten ist auch sehr verlockend. Ich danke Dir/Ihnen ebenfalls für den ausführlichen Text!


Alles in allem bin ich nun aber im Zwiespalt. Unterschreiben oder nicht unterschreiben, das ist hier die Frage...
Meine Entscheidung muss ich selber wählen. Aber falls ich nicht unterschreibe, soll ich dann einfach warten was passiert, oder ihr im Vorfeld sagen warum ich nicht unterschreiben will?

Zum anderen will die ja auch meinen Lebenslauf und Anschreiben. Eigentlich geht sie das ja nichts an, aber ich könnte ihr ja eine Schöne Musterbewerbung geben. Da stellt sich dann halt auch nur die Frage ob ich ihr die geben soll, die ich auch wirklich an die ZAF geschickt habe oder eine andere....

Ich danke euch allen für die Denkanstöße und eine schönen Montag allen!
:dank:
MfG Shimazu
 
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