• Herzlich Willkommen!
    Schön, dass Sie zu uns gefunden haben.

    Wir sind das Erwerbslosen Forum Deutschland und befassen uns vor allem mit den Problemen bei Erwerbslosigkeit, Armut und gesellschaftlicher Benachteiligung.
    Das wichtigste Ziel ist, dass jeder zu seinem Recht kommt und diese nicht von den Behörden vorenthalten werden. Dazu gehört auch, dass Sie Ihre gewonnenen Informationen an andere weiter tragen. Bei den vielen völlig willkürlichen Handlungen von Behörden - und besonders bei Hartz IV - müssen Betroffene wissen, wie sie sich erfolgreich wehren können.
    Was man als Erwerbsloser zur Abwehr von Behördenwillkür alles wissen muss.
    Genauso wichtig ist es, dass Sie mit dazu beitragen, dass dieses unsägliche Gesetz Hartz IV überwunden werden muss. Deshalb brauchen wir auch aktive Unterstützer, die durch zivilen Ungehorsam, bei Demonstrationen etc. sich für diese Ziele einsetzen. Hierzu geben wir regelmäßig Informationen heraus.
    Mit diesen Zielen haben wir hier viele Menschen versammeln können, welche offen über sich diskutieren und ihre eigenen Erfahrungen hilfsbereit anderen mitteilen. Am besten ist es, wenn Sie sich kurz fürs Forum registrieren und Ihre Probleme, Meinungen und Ideen schreiben Das geht ganz schnell, ist kostenlos und bringt Ihnen nur Vorteile. So werden Sie sicherlich auf Gleichgesinnte stoßen, welche gerne versuchen, Ihnen weiter zu helfen, damit Sie den richtigen Weg finden. Ebenso habe Sie damit Zugriff auf unsere Vorlagen zu Widersprüchen, Klagebeispiele etc... Hier können Sie sich registrieren.

    Hoffentlich finden Sie, was Sie suchen.

ALG I-Antrag: Frage zum Punkt 2e) Gesundheitliche Gründe

Status
Nicht offen für weitere Antworten.

Psammy

Elo-User/in

  Th.Starter/in  
Mitglied seit
12 Aug 2009
Beiträge
3
Gefällt mir
0
#1
Hallo zusammen,

am kommenden Freitag habe ich einen Termin bei der Arbeitsagentur, um meinen Antrag auf ALG I abzugeben.

Ich habe folgende Frage zum Punkt "2e" (gesundheitliche Gründe) auf dem Antrag:

Ich hatte Ende letzten Jahres einen Bandscheibenvorfall, den ich mit Krankengymnastik ganz gut in den Griff bekommen habe. Es musste also nicht operiert werden. Mein Orthopäde hat gesagt, dass ich künftig nicht mehr schwer heben darf. Bisher habe ich in einem Büro gearbeitet, dort musste ich nicht schwer heben. Ich habe bislang kein Attest oder eine sonstige Bescheinigung über diesen Bandscheibenvorfall. Die Bescheinigung müsste ich aber ohne Probleme von meinem Orthopäden erhalten.

Ist es nachteilig, wenn ich auf dem Antrag ankreuze, dass bei mir "gesundheitliche Gründe" vorliegen könnten? Wird mir evtl. von Anfang das ALG I gekürzt, da ich nicht mehr für alle Stellen zur Verfügung stehe? Ist besser, den Bandscheibenvorfall zu verschweigen?

Dort steht auch noch der Zusatz:
"Bei einer ärztlichen Begutachtung bin ich bereit, mich im Rahmen des festgestellten Leistungsvermögens für die Vermittlung zur Verfügung stellen."

Wer würde diese "ärztliche Begutachtung" durchführen. Mein Orthopäde oder ein Arzt, denn die Arbeitsagentur bestimmt? Der Arzt der Arbeitsagentur würde mich evtl. für "gesünder erklären" als ich eigentlich bin, da er ja im Auftrag der AA arbeitet? Wird diese Begutachtung immer durchgeführt? Und wenn ja: Wann? Möglicherweise erst, wenn ich einen Vermittlungsvorschlag aus gesundheitlichen Gründen ablehne?

Kann ich bei dem Zusatz ohne Bedenken "Ja" ankreuzen?

Für Tipps bin ich dankbar.

Danke schön,
Psammy
 

lupe

Elo-User/in

Mitglied seit
5 Feb 2008
Beiträge
1.399
Gefällt mir
41
#2
Ja, Du kannst ohne Besorgnis JA ankreuzen.

Wird mir evtl. von Anfang das ALG I gekürzt, da ich nicht mehr für alle Stellen zur Verfügung stehe?
Nein, da wird nichts gekürzt.
 

PompeiPit

Elo-User/in
Mitglied seit
19 Feb 2008
Beiträge
284
Gefällt mir
168
#3
Hallo zusammen,


Ist es nachteilig, wenn ich auf dem Antrag ankreuze, dass bei mir "gesundheitliche Gründe" vorliegen könnten? Wird mir evtl. von Anfang das ALG I gekürzt, da ich nicht mehr für alle Stellen zur Verfügung stehe? Ist besser, den Bandscheibenvorfall zu verschweigen?
Ich würde den Bandscheibenvorfall angeben. Ist immer besser. So wissen die gleich, was Sache ist. Eine Kürzung des ALG I wird es deswegen, denke ich, nicht geben. Es muss ja schliesslich erst einmal festgestellt werden, ob Du in der Vermittlung eingeschränkt bist. Denke nicht, dass das im Bürojob so wichtig ist.
Dort steht auch noch der Zusatz:
"Bei einer ärztlichen Begutachtung bin ich bereit, mich im Rahmen des festgestellten Leistungsvermögens für die Vermittlung zur Verfügung stellen."

Wer würde diese "ärztliche Begutachtung" durchführen.
Kann ich bei dem Zusatz ohne Bedenken "Ja" ankreuzen?
Würde "Ja" ankreuzen. Sonst drehen die dir nachher noch einen Strick daraus, wenn es um die Ablehnung von Arbeitsvorschägen geht, die Du wegen dem Rücken nicht machen kannst.
Der von der AfA bestellte Amtsarzt wird die Begutachtung durchführen, wenn die AfA der Meinung ist, dass ein Gutachten nötig ist. Kann sein, dass es sofort passiert, kann aber auch sein, dass Du erst dann zum Doc geschickt wirst, wenn Du einen entsprechenden Vorschlag aus gesundheitlichen Gründen abgelehnt hast. Dazu werden dann aber die Unterlagen deines Orthopäden berücksichtigt.

[/QUOTE]
 

Psammy

Elo-User/in

  Th.Starter/in  
Mitglied seit
12 Aug 2009
Beiträge
3
Gefällt mir
0
#4
Hallo PompeiPit,

danke für deine Antwort. Habe es so gemacht, wie du geschrieben hattest. Die Sachbearbeiterin bei der AfA hat nur kurz nachgefragt. Ihr war es auch wichtiger, dass ich trotz der gesundheitlichen Einschränkungen Vollzeit arbeiten kann. Die ganze Sache wird wohl erst wichtig werden, wenn mir nach längerer Arbeitslosigkeit und nicht erfolgreichen Bewerbungsversuchen ein Vermittlungsvorschlag bspw. als Helferin in einer Fabrik o. Ä. unterbreitet wird.

Viele Grüße,
Psammy
 

Martin Behrsing

Mitarbeiter
Redaktion
Mitglied seit
16 Jun 2005
Beiträge
22.327
Gefällt mir
4.162
#5
Wenn es nicht unbedingt notwenig ist, sollte man nicht angeben, dass man bestimmte tätigkeiten nicht mehr machen kann. Es kann nämlich passieren, dass man dann in eine andere Berufsgrruppe sortiert wird und in der Folge weniger ALG1 bekommt, da man ja für den ursprünglichen Beruf nicht mehr zur Verfügung steht.
 

PompeiPit

Elo-User/in
Mitglied seit
19 Feb 2008
Beiträge
284
Gefällt mir
168
#6
Wenn es nicht unbedingt notwenig ist, sollte man nicht angeben, dass man bestimmte tätigkeiten nicht mehr machen kann. Es kann nämlich passieren, dass man dann in eine andere Berufsgrruppe sortiert wird und in der Folge weniger ALG1 bekommt, da man ja für den ursprünglichen Beruf nicht mehr zur Verfügung steht.
Das kann passieren, denke aber nicht, das so etwas im Bürobereich passiert. Bei mir haben die's versucht (habe chronischen Durchfall). Die Frage war, ob ich als Wachmann noch vermittelbar wäre... meine Antwort darauf: Die Wachen haben sanitäre Anlagen, es wäre also kein Problem.. Damit war das Thema für meine Sachbearbeiterin vom Tisch. Jetzt rutsche ich im November wohl in ALG-II, da wird's dann wohl auf ein neues Gutachten hinauslaufen...
 

Psammy

Elo-User/in

  Th.Starter/in  
Mitglied seit
12 Aug 2009
Beiträge
3
Gefällt mir
0
#7
Hallo zusammen,

jetzt ist es eh zu spät, den Antrag habe ich abgegeben. Also bleibt nur zu hoffen, dass die AfA mein ALG1 nicht kürzt. So hoch ist es nämlich nicht.

@PompeiPit: Wann genau hat die AfA versucht, dein ALG I zu kürzen? Direkt als du denn Antrag abgegeben hast? Oder erst als die AfA versuchte, dir bestimmte Tätigkeiten zu vermitteln?

@Martin Behrsing: Ich habe gerade das SGB III durchsucht, konnte aber speziell zum Thema "Kürzung ALG I bei gesundheitlichen Einschränkungen" nichts finden. Gibt es evtl. besonderen Durchführungsverordnungen bei der AfA? Könntest du mir bitte deine (rechtliche/n) Quelle/n nennen? Ich möchte mich vorbereiten, falls ich in der nächsten Woche einen Bescheid mit gekürztem ALG I in meinem Briefkasten habe ...

Noch einmal vielen Dank im Voraus.

Grüße,
Psammy
 

lupe

Elo-User/in

Mitglied seit
5 Feb 2008
Beiträge
1.399
Gefällt mir
41
#8
@ M.B.

Wenn es nicht unbedingt notwenig ist, sollte man nicht angeben, dass man bestimmte tätigkeiten nicht mehr machen kann. Es kann nämlich passieren, dass man dann in eine andere Berufsgrruppe sortiert wird und in der Folge weniger ALG1 bekommt, da man ja für den ursprünglichen Beruf nicht mehr zur Verfügung steht.
Warum soll man nicht angeben, dass man bestimmte Tätigkeiten wegen gesundheitlicher Problme nicht mehr ausüben kann? Ne, da gibts nicht weniger ALG I.

Ich sehe es eher so, dass man dann eine "Umschulung" macht. Da würde ich dann noch meinen Hausarzt zu Rate ziehen. In welche Berufsgruppe wollen die denn einen Facharbeiter/Angestellten reinsortieren. In ALG I ist es so, dass ein Facharbeiter nicht zu Helfertätigkeiten herangezogen werden darf. Kannst mir gerne glauben!!!

@ Psammy
Die Sachbearbeiterin bei der AfA hat nur kurz nachgefragt. Ihr war es auch wichtiger, dass ich trotz der gesundheitlichen Einschränkungen Vollzeit arbeiten kann
Vollzeit vs. Teilzeit ist das eine. Facharbeitertätigkeit und Helferjob in ALG I die andere. Einen Helferjob in ALG I braucht man nur als ungelernter anzunehmen.
 
Status
Nicht offen für weitere Antworten.
Oben Unten