ALG I-Anspruch nach Honorarjob?

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reimemonster

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Habe eine Frage: habe derzeit einen sozialversicherungspflichtigen job (seit ca. 10 Jahren) und nun ein kurzfristiges angebot für einen honorarjob von 5 monaten, der aber inhaltlich sehr interessant wäre.

Was ist mit meinem ALGI-anspruch, bleibt der erhalten, wenn ich während der honorarzeit keine arbeitslosenversicherung habe, und würde sich dann auf die letzten 12 Monate meines sozialversicherungspflichtigen Jobs beziehen? Oder bezieht sich der ALGI-anspruch immer nur auf den durchschnitt der letzten zwölf kalendermonate, so dass ich also wegen des Honorarjobs bei 5 von 12 Monaten keinen Anspruch erwerben und dementsprechend ein niedriges ALG I zu erwarten hätte?

Danke für Eure Infos! :bigsmile:
 
G

Gelöschtes Mitglied 41016

Gast
Der Alg1-Anspruch bleibt erhalten.
Wenn du einen seit 10 Jahren bestehenden Arbeitsplatz für einen Job aufgibst der von vornherein nur 5 Monate laufen soll (und wohl auch nicht verlängerbar ist), solltest du aber eine mögliche Sperrzeit von 12 Wochen mit einplanen.

Nachtrag:
Sieh dir mal dir hier verlinkten BSG-Urteile an, vielleicht hilft dir das bei deinen Überlegungen:
https://www.elo-forum.org/alg-1-san...g-befristetem-arbeitsvertrag.html#post2193870
 
E

ExUser 2606

Gast
---> § 159 SGB III

Aus meiner Sicht steht das da so nicht drin.

Mag ja sein, dass die AfA meint, dass die Arbeitslosigkeit damit fahrlässig herbeigeführt wurde, aber das wäre aus meiner Sicht nur dann der Fall, wenn der efristete Job nicht nahtlos an den unbefristeten anschliesst. Was in 5 Monaten st und ob man danach nicht wieder sofort etwas findet, kann doch heute noch keiner sagen.
 

Babbelfisch

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Gelöschtes Mitglied 41016

Gast
Mag ja sein, dass die AfA meint, dass die Arbeitslosigkeit damit fahrlässig herbeigeführt wurde, aber das wäre aus meiner Sicht nur dann der Fall, wenn der efristete Job nicht nahtlos an den unbefristeten anschliesst. Was in 5 Monaten st und ob man danach nicht wieder sofort etwas findet, kann doch heute noch keiner sagen.
Sieh dir mal den Link in #2 an, da geht es genau um solche Sachen und darum, wann dann eine Sperrzeit rechtens ist und wann nicht.
 
M

mafrsist

Gast
Habe eine Frage: habe derzeit einen sozialversicherungspflichtigen job (seit ca. 10 Jahren) und nun ein kurzfristiges angebot für einen honorarjob von 5 monaten, der aber inhaltlich sehr interessant wäre.

Was ist mit meinem ALGI-anspruch, bleibt der erhalten, wenn ich während der honorarzeit keine arbeitslosenversicherung habe, und würde sich dann auf die letzten 12 Monate meines sozialversicherungspflichtigen Jobs beziehen? Oder bezieht sich der ALGI-anspruch immer nur auf den durchschnitt der letzten zwölf kalendermonate, so dass ich also wegen des Honorarjobs bei 5 von 12 Monaten keinen Anspruch erwerben und dementsprechend ein niedriges ALG I zu erwarten hätte?

Danke für Eure Infos! :bigsmile:

Du bekommst 12 Wochen Sperrzeit. Diese laufen mit Beginn des sperrzeitbegründenden Ereignisses.

Auf Deutsch. Ab dem 1. Tag nach dem das 1. Beschäftigungsverhältnis beendet wurde.

Während du den Honorarjob ausübst, läuft die Sperrfrist dann ab.

Wenn du danach ALG I beantragst, reduziert sich deine Anspruchdauer um 1/4.

z.B. 12 Monate - 1/4 = Restanspruch 9 Monate.

Du solltest die 3 Monatsfrist zur arbeitssuchend Meldung zwingend beachten! Sperrzeiten summieren sich auf!

Zur Bemessung ist dein sozialversicherungspflichtiges Einkommen der letzten 12 Monate heranzuziehen. Bei weniger als 150 Tagen im Jahr vor der Arbeitslosigkeit wird er Bemessungszeitraum auf 2 Jahre ausgedehnt.
 

reimemonster

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danke für die ganzen hinweise! das mit der sperrzeit hatte ich gar nicht auf dem schirm, ach herrje, so ein mist, und eine frechheit!

eine frage noch dazu:
"Bei weniger als 150 Tagen im Jahr vor der Arbeitslosigkeit wird er Bemessungszeitraum auf 2 Jahre ausgedehnt."
d.h. wenn ich 5 monate (=ca. 150 tage) honorar gemacht hätte, und parallel keine sozialversicherungspflichtige arbeit, wird dennoch nur mein letztes jahr herangezogen und quasi der durchschnitt der 12 monate berechnet? kann ich das irgendwo nachlesen?

dankesehr!
 
M

mafrsist

Gast
https://dejure.org/gesetze/SGB_III/150.html

Abs. 3

Nö. Vom 1. Tag der Arbeitslosigkeit an 1 Jahr rückwirkend wird das sozialversicherungspflichtige Einkommen berücksichtigt.

Sind in dem Jahr rückwirkend weniger als 150 Tage werden die letzen 2 Jahre berücksichtigt. Also wenn du z.B. mehr als 7 Monate Honorarjob gemacht hast.

Ausweitung auf 2 Jahre ist aber auch möglich über Abs. 3 S. 1 Nr. 3. Unbillig sind die >10% höheres Einkommen.
 
G

Gelöschtes Mitglied 41016

Gast
Du bekommst 12 Wochen Sperrzeit. Diese laufen mit Beginn des sperrzeitbegründenden Ereignisses.

Auf Deutsch. Ab dem 1. Tag nach dem das 1. Beschäftigungsverhältnis beendet wurde.

Während du den Honorarjob ausübst, läuft die Sperrfrist dann ab.
Das stimmt so nicht ganz.
(2) Bei Aufgabe eines unbefristeten zugunsten eines befristeten Beschäftigungsverhältnisses beginnt die Sperrzeit
- bei unmittelbarem Anschluss der befristeten an die unbefristete Beschäftigung im Anschluss an das befristete Beschäftigungsverhältnis,
https://con.arbeitsagentur.de/prod/apok/ct/dam/download/documents/FW-SGB-III-159_ba015166.pdf (Seite 17)
 
G

Gelöschtes Mitglied 41016

Gast
Ich wär mir ncht so sicher, dass die BA das auch so sieht.
Schließlich ist auch eine selbständige Tätigkeit eine Beschäftigung, und das Wort Arbeitsverhältnis steht dort ausdrücklich nicht.

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@reimemonster:
:idea:
Wie stehst du dich mit deinem Chef? Wäre es denkbar, dass du für diese 5 Monate unbezahlten Urlaub bekommst?
Damit würdest du den ganzen AfA- und Sperrzeit-Stress vermeiden.
 
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