ALG I Anspruch nach einer überbetrieblichen Ausbildung 2017 (BaE)

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Jascha93

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Guten Tag liebes Forum,

Ich habe am 14. Juni 2017 meine dreijährige überbetriebliche Ausbildung als Kaufmann für Büromanagement erfolgreich abgeschlossen. Mein Ausbildungsgehalt für das dritte Lehrjahr betrug 374€ (weniger als bei einer normalen Ausbildung). Ich habe mich am 15. Juni 2017 direkt arbeitslos bei meiner Agentur für Arbeit gemeldet und vorher auch schon arbeit suchend gemeldet. Dann habe ich meinen Antrag auf Arbeitslosengeld I fertig gemacht und online abgeschickt, dieser wurde auch bewilligt. Allerdings war ich dann erstaunt und erschrocken das ich nur 180€ ALG I im Monat bekommen soll was hinten und vorne nicht ausreicht. Von einem Kollegen habe ich gehört der genau beim selben Bildungsträger wie ich seine überbetriebliche Ausbildung gemacht hat und ein Jahr vorher fertig war das er circa 900€ im Monat ALG I bekommt. Wie kann das also sein? Wie unfair ist das? Er hat genau das selbe verdient wie ich in der überbetrieblichen Ausbildung. Ich weiß nicht was ich jetzt tun soll... Wohne derzeit bei meinem Eltern mit im selben Haus aber in einer eigenen Wohnung quasi. Aber trotzdem das Geld das reicht nicht aus. Hoffe jemand kennt sich da gut aus habe gehört das dieses Gesetz geändert wurde aber kann es selbst nicht finden. Ich war der Meinung das es dann fiktiv berechnet wurde und ein bestimmter Satz genommen wurde bei meinem Kollegen.

Mit freundlichen Grüßen
Jascha Vogt
 

Pfefferminz38

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Wie viel Arbeitslosengeld gibt es?


Die Höhe des Arbeitslosengeldes ist gesetzlich einheitlich geregelt. Es richtet sich nach:

  • dem durchschnittlichen Verdienst der letzten zwölf Monate,
  • der Lohnsteuerklasse und
  • danach, ob Sie kindergeldberechtigt sind.
Wenn Sie einen ungefähren Betrag haben möchten, können Sie den Arbeitslosengeld-Rechner benutzen. Der angegebene Wert dient aber nur Ihrer Orientierung.


Was sagt denn der ALG1 Rechner?
 

Jascha93

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Die Antwort von der Arbeitsagentur über meinen Antrag auf Arbeitslosengeld I? Kann den gerne mal abfotografieren oder einscannen und hochladen ja.
 

Jascha93

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Mache ich wird aber etwas dauern. Schreibe gerade Bewerbungen. Werde auch Morgen direkt nochmal bei meiner Arbeitsagentur vorstellig werden.

Mit freundlichen Grüßen
Jascha Vogt
 

Jascha93

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Also soll das so rechtlich richtig sein das man weniger als jemand bekommt der Arbeitslosengeld II bekommt? Obwohl man drei Jahre gearbeitet hat? Dachte immer Arbeitslosengeld I soll "besser" sein als Arbeitslosengeld II. Naja ich lade später mal den Bescheid hoch. Natürlich schwärze ich meine persönlichen Daten dann.

Mit freundlichen Grüßen
Jascha Vogt
 

Jascha93

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Hier die Anhänge der Bescheid und die Online Anzeige in den E-Services.
 

Anhänge

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  • Bewilligungsbescheid Seite 4 zensiert.jpg
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MissRuhrpott

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Leider stimmt das so.Mein Sohn hat,wie Dein Kollege,kurz vor der Änderung seinen Anspuch erwirkt.Stichtag zur Umsetzung war der 01.08.16 wenn ich mich richtig erinnere,war für die Prüflinge in dem Jahr auf jeden Fall ganz knapp.
Auf Nachfrage bei der SB bei Antragsabgabe wurde das so auch bestätigt.
 

Jascha93

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Ich habe gelesen das man in Qualifikationsgruppen eingeteilt wird und ich müsste eigentlich in der dritten Qualifikationsgruppe sein und somit eigentlich mehr bekommen wie alle anderen auch vorher. Wenn das Gesetz geändert wurde möchte ich bitte den offiziellen Ausschnitt aus dem Gesetz lesen. Weil das für mich völliger Quatsch wäre wenn es wirklich geändert wurde.

Hier der Ausschnitt vom Gesetz mit den Qualifikationsgruppen:
https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__152.html
 

MissRuhrpott

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Ich finde die Quelle nicht wieder,bzw habe ich damals die Ankündigung zur Änderung in den Weisungen der AA gelesen.
Vielleicht wirst Du ja dort fündig.

Edit: Hier ist sie
https://www3.arbeitsagentur.de/web/...il/index.htm?dfContentId=L6019022DSTBAI485829

Die fiktive Berechnung wird nur noch in folgenden Fällen angewendet (Auszug aus dem link):

nicht mindestens 150 Tage mit Anspruch auf Arbeitsentgelt, wird der Bemessungsrahmen auf zwei Jahre verlängert. Können auch in diesem verlängerten Bemessungsrahmen keine 150 Tage mit Anspruch auf Arbeitsentgelt festgestellt werden, wird der Berechnung des Arbeitslosengeldes ein fiktives Arbeitsentgelt zugrunde gelegt. Die Höhe des fiktiven Arbeitsentgelt ist in vier Qualifikationsstufen gestaffelt und von der Beschäftigung abhängig ist, auf die sich die Vermittlungsbemühung der Agentur für Arbeit für Sie erstrecken.
 
Zuletzt bearbeitet:

Jascha93

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Wenn ich auf deinen Link klicke kommt "Diese Website ist nicht erreichbar".

Habe außerdem noch etwas auf dieser Seite gefunden: https://www.imacc.de/arbeitslosenge...eitslosengeld-berechnen-nach-einer-ausbildung

Auszug:

"Arbeitslosengeld berechnen nach einer Ausbildung
Wenn Sie ihre Berufsausbildung abgeschlossen haben, wird als Bemessungsgrundlage das Ausbildungsentgelt des letzten Jahres berücksichtigt.

Aufgrund der meistens zu niedrigen Einnahmen wird eine Sonderbemessung von Arbeitslosengeld durchgeführt und ein tarifliches Arbeitsentgelt festgelegt. So wird es berechnet:

Das nach der Ausbildung zu erwartendes Arbeitsentgelt (Bescheinigung des Ausbildungsbetriebs oder Schätzung der AA),
wird halbiert und
dann auf ein wöchentliches Arbeitsentgelt umgerechnet und
verglichen mit dem durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitsentgelt aus den letzten 52 Wochen.
Das höhere Entgelt wird für die Berechnung des Arbeitslosengeldes angesetzt."
 

Jascha93

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Und wo steht da jetzt der Paragraph des Gesetzes? Sehe ich nicht? Die können da schreiben was Sie wollen ich möchte gerne das Gesetz sehen wo es drin steht.
 

Jascha93

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Aber wie soll man mit 171€ im Monat über die Runden kommen? Es muss doch noch etwas geben womit man aufstocken kann. Sonst kann ich keine Bewerbungen schreiben und auch nirgends hinfahren weil ich es mir nicht leisten kann.
 

Jascha93

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Was ich nur sehr merkwürdig finde ist wenn das Gesetz seit 01.08.2016 in Kraft getreten ist warum dann mein Kollege im Oktober 2016 noch den fiktiven Satz berechnet bekommen hat. Ein Fall für Galileo Mystery..
 

Katzenfan

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Die seit 01.08.2016 gültige Regelung ist in § 151 Abs. 3 Satz 3 SGB III festgeschrieben (wie bereits geschrieben wurde).

Ich hatte mir damals (vor gut 1 Jahr) den Hinweis dazu auf der BA -Seite in ein Word-Dokument kopiert:

Aktueller Hinweis für Ansprüche auf Arbeitslosengeld nach einem außerbetrieblichen Ausbildungsverhältnis
Der Gesetzgeber beabsichtigt, die Bemessung des Arbeitslosengeldes nach einem außerbetrieblichen Ausbildungsverhältnis neu zu regeln. Für alle Ansprüche ab 01.08.2016 soll als Bemessungsgrundlage die erzielte Ausbildungsvergütung gelten. Ist keine Ausbildungsvergütung vereinbart, soll als Arbeitsentgelt für die Bemessungsgrundlage ein monatlicher Pauschalbetrag maßgeblich sein (397,-- Euro bis 31.07.2016 und 425,-- Euro ab 01.08.2016). Mit einer persönlichen Arbeitslosmeldung bis einschließlich 01.08.2016 können Sie eventuelle Rechtsnachteile vermeiden.
Für weitere Auskünfte können Sie Ihre Agentur für Arbeit gerne telefonisch kontaktieren.
Bitte nutzen Sie hierfür montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr die Rufnummer 0800 4 5555 00 (der Anruf ist für Sie kostenfrei).

Stand 20.04.2016


Was ich nur sehr merkwürdig finde ist wenn das Gesetz seit 01.08.2016 in Kraft getreten ist warum dann mein Kollege im Oktober 2016 noch den fiktiven Satz berechnet bekommen hat.
Das kann m. E. nur daran liegen, dass der zuständige SB die neue Rechtslage nicht kannte und deshalb (fehlerhaft, aber zugunsten Deines Kollegen) das alte - nicht mehr gültige - Recht angewandt wurde.

Am besten noch heute persönlich zum JC gehen und einen Antrag auf (ergänzendes) ALG II stellen.
Hoffentlich hast Du das gemacht!

Leistungen nach SGB II werden ab dem Tag der Antragstellung gewährt.
Nicht ab dem Tag der Antragstellung, sondern ab dem 1. des Monats in dem der Antrag gestellt wird.
 

andreawilfert

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Hallo alle miteinander, auch ich bin von der Neuregelung betroffen. Habe letztes Jahr im September meine Ausbildung in einem BBW erfolgreich abgeschlossen. Während der Zeit dort hab ich nur Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben und keinen Lohn bezogen. auch mir wurde das ALG1 aufgrund dessen berechnet. Es beträgt rekordverdächtige 176€, was natürlich nicht wirklich reicht. Ich habe mir eine Anwältin genommen und wir klagen jetzt gegen das Urteil. Aussichten laut Anwältin sehr gut, da in meinem Falle kein Bemessungszeitraumn gegeben ist, weil ja Zeiten, in denen derartige Leistungen bezogen wurden, bei der Berechnung des ALG1 außer Betracht bleiben. Auch die Neuregelung mit der Einführung des WAStG vom 18.7.2016 trifft bei mir nicht zu
 

andreawilfert

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Ich finde die Quelle nicht wieder,bzw habe ich damals die Ankündigung zur Änderung in den Weisungen der AA gelesen.
Vielleicht wirst Du ja dort fündig.

Edit: Hier ist sie
https://www3.arbeitsagentur.de/web/...il/index.htm?dfContentId=L6019022DSTBAI485829

Die fiktive Berechnung wird nur noch in folgenden Fällen angewendet (Auszug aus dem link):

Bei der Ermittlung des Bemessungszeitraums bleiben außer Betracht

1.Zeiten einer Beschäftigung, neben der Übergangsgeld wegen einer Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben, Teilübergangsgeld oder Teilarbeitslosengeld geleistet worden ist,

Das steht ja schließlich auch oben auf dem Bescheid, den man zu Beginn der Ausbildung bekommen hat
 
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