ALG 2 trotz Wohneigentum?

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Breezy

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Hallo zusammen,
ich höre momentan unterschiedliche Meinungen über die Voraussetzungen für ALG 2.
Ich bewohne ein abbezahltes Einfamilienhaus selbst.
Ich habe 18 Monate Krankengeld bezogen, bin seit 9/18 in einer Maßnahme zur Teilhabe am Arbeitsleben, danach stehen mir noch 10 Monate ALG 1 zu.
Habe ich danach Anspruch auf ALG 2?
Was ist mit Ersparnissen auf der Bank?

Vielen Dank für eure Hilfe...
 

qwertz123

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Du darfst Ersparnisse in Höhe von 150 Euro pro Lebensjahr + 750 Euro haben und ein Fahrzeug im Wert von 7500 Euro.
Wohneigentum darfst du auch haben aber da spielt die Größe und der Wert eine Rolle und die Unterhaltskosten, so genau kann ich das jetzt nicht sagen.
 

TazD

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Wie groß ist das Wohneigentum und bewohnst du es alleine? Liegt die Größe innerhalb der Angemessenheit?

Noch eine Anmerkung zu den Begrifflichkeiten:
Rechtlich bezeichnet "Wohneigentum" das Eigentum an einer Eigentumswohnung. Bei einem Haus spricht man von Immobilieneigentum. ;)
 

Breezy

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Du darfst Ersparnisse in Höhe von 150 Euro pro Lebensjahr + 750 Euro haben und ein Fahrzeug im Wert von 7500 Euro.
Wohneigentum darfst du auch haben aber da spielt die Größe und der Wert eine Rolle und die Unterhaltskosten, so genau kann ich das jetzt nicht sagen.
Wie groß ist das Wohneigentum und bewohnst du es alleine? Liegt die Größe innerhalb der Angemessenheit?
Es sind ca. 130 qm, wohne derzeit alleine. Meine Freundin möchte aber in den nächsten Monaten zu mir ziehen.....ist das eher negativ? Sie verdient knapp über ALG 2 Satz.
 

qwertz123

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Wenn sie zu dir zieht seit ihr eine Bedarfsgemeinschaft, das heißt auch sie müsste ihre Finanzen offenlegen auch wenn sie mit dem Jobcenter nichts zu tun hat, denn sie könnte ja theoretisch für dich aufkommen.
 

apfelkuchen

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Du kannst auch einfach eine Mitbewohnerin in dein Wohneigentum aufnehmen, die dann eben Miete entrichtet. Es spricht ja nichts dagegen, bei 130 qm ein Zimmer unter Mitbenutzung von Küche und Bad zu vermieten. Solange ihr nicht füreinander einstehen wollt, seid ihr rechtlich halt nur Mitbewohner und müsst auch nicht anders vor dem JC auftreten. Das wäre auch zu empfehlen. Sonst werdet ihr ganz schnell vom JC "zwangsverheiratet" und dürft jeweils gegenseitig Unterhalt zahlen, sollte der andere nicht genug verdienen.
 

Helga40

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G

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Das ist dann nicht mehr als Schonvermögen geschützt, mit der Miete hat das nichts zu tun, siehe § 12 Abs. 3 SGB II.
Was größenmäßig angemessen ist, hatte irgendwann mal das BSG ausgeurteilt.
 
G

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Gast
Spätestens mit einem Untermieter dürften die Betriebskosten des Antragstellers aber so gering ausfallen, dass es finanziell total ineffizient wäre, in eine Mietwohnung zu ziehen.
Muss das Haus auch dann verkauft werden?
 
G

Gelöschtes Mitglied 54151

Gast
Ja, das ist nicht geschütztes, also zu verwertendes Vermögen.
Da eine solche Verwertung bei einem Haus logischerweise nicht von jetzt auf gleich möglich ist, gibt es in solchen Fällen Alg2 als Darlehen. Meines Wissens aber nur für 6 Monate (selten länger), verbunden mit der Auflage die Verkaufsbemühungen nachzuweisen. Wer das verweigert, kriegt gar nichts.
---> BSG, 24.05.2017, B 14 AS 16/16 R
 

Helga40

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Spätestens mit einem Untermieter dürften die Betriebskosten des Antragstellers aber so gering ausfallen, dass es finanziell total ineffizient wäre, in eine Mietwohnung zu ziehen.
Muss das Haus auch dann verkauft werden?


Es geht nicht um Kosten der Unterkunft, sondern um die Frage, ob das Vermögen zu verwerten ist. § 12 SGB II hat nichts mit § 22 SGB II zu tun.
 

Fabiola

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Du darfst Ersparnisse in Höhe von 150 Euro pro Lebensjahr + 750 Euro haben und ein Fahrzeug im Wert von 7500 Euro.
Das ist nur zum Teil richtig - da Du die Deckelung nicht erwähnt hast:
Bei Personen, die

1. vor dem 1. Januar 1958 geboren sind, darf der Grundfreibetrag nach Satz 1 Nummer 1 jeweils 9 750 Euro und der Wert der geldwerten Ansprüche nach Satz 1 Nummer 3 jeweils 48 750 Euro,

2. nach dem 31. Dezember 1957 und vor dem 1. Januar 1964 geboren sind, darf der Grundfreibetrag nach Satz 1 Nummer 1 jeweils 9 900 Euro und der Wert der geldwerten Ansprüche nach Satz 1 Nummer 3 jeweils 49 500 Euro,

3. nach dem 31. Dezember 1963 geboren sind, darf der Grundfreibetrag nach Satz 1 Nummer 1 jeweils 10 050 Euro und der Wert der geldwerten Ansprüche nach Satz 1 Nummer 3 jeweils 50 250 Euro

nicht übersteigen.
 

TazD

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Das JC müsste hier eigentlich ein zweistufiges Prüfungsverfahren ansetzen.

1. Prüfung: Ist die eigengenutzte Immobilie angemessen?

Ja. ---> Alles okay und es muss auch nichts verwertet werden. Leistungen gibt es ganz normal, aber das JC würde bei einer evtl. Belastung der Immobilie nur die Zinsen zahlen. Des Weiteren ist es als LE schwer irgendwelche größeren Reparaturmaßnahmen zu stemmen.

Nein. ---> Leistungen werden nur als Darlehen gewährt und es ist als nächster Schritt zu prüfen, ob die Immobilie überhaupt verwertet werden kann.

2. Prüfung: Ist die Immobilie verwertbar?

Hier kommt das zum tragen, was @Wampel angeführt hat. Versuchst du die Immobilie zu verkaufen, aber es findet sich trotz ernsthafter Verkaufsbemühungen kein Käufer, so kann eine weitere Leistungsgewährung über 6 Monate hinaus bewilligt werden. Allerdings besteht dann auch die "Gefahr", dass sich das JC die darlehensweise bewilligten Leistungen dinglich im Grundbuch sichern lässt.
 
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