ALG 1 - Zumutbarkeit Lohn und Gehalt - Spezialfall? (1 Betrachter)

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steinfisch

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Hallo,

hier eine Frage. Es kann offensichtlich in besonderen Fällen dazu kommen, dass es bei der Berechnung der Zumutbarkeit (durch alte Ansprüche) z. B. so aussieht:

20% (erste 2 Monate): 2000 Euro
30% ab dem 3. Monat): 1750 Euro
ALG1 Bezug 67% = Netto (jetzt mal ohne Fahrtkosten, die kämen ja noch dazu) 2100 Euro

Das sind fiktive Zahlen. Es geht nur darum, dass letztendlich die Staffelung nach Zumutbarkeit ja abwärts gehen soll, hierbei ist aber die "geringste und späteste" Zumutbarkeit die Höchste. Sozusagen verkehrte Welt.
Heisst das jetzt, man braucht sich dennoch nur die ganze Zeit über auf Stellen bewerben, die mindestens als netto das ALG1 + Fahrtkosten ermöglichen? Oder ist es dann so, dass ich mich erst auf schlechter bezahlte Stellen bewerben muss und erst ab dem 7. Monat auf wieder besser bezahlten Stellen bewerben kann? (Wäre komisch, weil die Staffelung ja doch noch eine minimale Sicherheit geben soll...)

Vielen Dank und viele Grüße vom Steinfisch.
 

Agent

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Hallo Steinfisch,

kannst du bitte mir den Gedankengang zu den 2100€ erläutern?

Soweit ich es verstehe, bist du von ursprünglich mal 2500€ ausgegangen, die 20 und 30% drunter kann ich nachvollziehen, nicht aber den Rest.

67% davon wären 1675€. Wie kommst du auf 2100?

Viele Grüße
Agent

_____________________________________

Ergänzung: Ich glaube, mein Groschen ist grad gefallen... Du musst durchgängig von dem der Bemessung zugrunde liegenden Entgelt ausgehen, dann erhöhen sich dem entsprechend auch die ersten beiden Beträge und dann passt es wieder.
 

bla47

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Die 20 % und 30 % beziehen sich auf den ehemaligen sozialversicherungspflichtigen Brutto Lohn. Ab 7. Monat muß das netto vom neuen Job so hoch sein wie das ALG 1.
Möglicherweise hat der TE irgendwas mit Entgeltumwandlung gemacht und auf 4 % Brutto der Beitragsbemessungsgrenze verzichtet.
Das rächt sich jetzt mit weniger ALG 1 und schnellere Zumutung schlecht bezahlter Jobs !
 

steinfisch

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Der Gedankengang:

Es sei einfach so, dass das ALG 1 (Leistungsentgelt bei 67%) höher ist als wenn ich vom vorher verdienten Brutto die 20% bzw. 30% abziehe und davon im Nettolohnrechner berechne...

Es ist ein Beispiel - habe ich doch geschrieben. Mir geht es nur um die Zumutbarkeit,. falls so ein Fall auftritt.

Wißt Ihr da was?

Danke vom Steinfisch.
 
G

Gelöschtes Mitglied 41016

Gast
Es sei einfach so, dass das ALG 1 (Leistungsentgelt bei 67%) höher ist als wenn ich vom vorher verdienten Brutto die 20% bzw. 30% abziehe und davon im Nettolohnrechner berechne...
Da gehst du von falschen Voraussetzungen aus, sieh dir mal den § 140 SGB III genau (!) an.
 

Katzenfan

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20% (erste 2 Monate): 2000 Euro
30% ab dem 3. Monat): 1750 Euro
ALG1 Bezug 67% = Netto (jetzt mal ohne Fahrtkosten, die kämen ja noch dazu) 2100 Euro
nur mal ne kleine Korrektur:

In den ersten drei Monaten der Arbeitslosigkeit ist eine Minderung um mehr als 20 Prozent und in den folgenden drei Monaten um mehr als 30 Prozent dieses Arbeitsentgelts nicht zumutbar.
Quelle: § 140 Abs. 3 Satz 2 SGB III
 
G

Gelöschtes Mitglied 41016

Gast
Dann verstehe ich es nicht, eine Erklrärung wäre dann aber hilfreich.
SGB III § 140 Zumutbare Beschäftigungen
[...]
(3) Aus personenbezogenen Gründen ist eine Beschäftigung einer arbeitslosen Person insbesondere nicht zumutbar, wenn das daraus erzielbare Arbeitsentgelt erheblich niedriger ist als das der Bemessung des Arbeitslosengeldes zugrunde liegende Arbeitsentgelt.
Denk mal nach:
Nach welchem Arbeitsentgelt wurde dein Alg berechnet?
 

steinfisch

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Denk mal nach:
Nach welchem Arbeitsentgelt wurde dein Alg berechnet?
Nach einem alten Anspruch, welcher noch höher war, als das, was aus der letzen Berechnung vom Gehalt (letzte Arbeitsstelle) herausgekommen wäre.

Wie sieht es also aus???
 

gelibeh

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das der Bemessung des Arbeitslosengeldes zugrunde liegende Arbeitsentgelt.
Das ist doch eindeutig. Das Arbeitsentgelt, das zur Bemessung herangezogen wurde ist maßgebend.
 

steinfisch

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Ich hoffe, jetzt habe ich es verstanden. Also gehen die 20%, 30% weniger noch nach dem alten Entgelt?

Danke.
 

Agent

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Genau so sieht es aus. Dieses alte Entgelt lag der Berechnung zugrunde, ist also auch maßgebend für die Zumutbarkeit bei der neuen Stellensuche.
 
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