ALG 1 - Vermittlungsvorschlag (mit RFB) mit FALSCHEN Angaben

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Sören Petersen

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Hallo zusammen, dies ist meine erster Beitrag hier. Ich hoffe ich begehe keine Anfängerfehler. Die Suchfunktion konnte mir leider nicht helfen.


Folgender Sachverhalt:

Ich bin seit knapp 2 Wochen erwerbslos und beziehe ALG 1 (Berechnung steht noch aus, es dürfte aber vorerst nichts im Wege stehen). Heute erhielt ich einen Vermittlungsvorschlag mit Rechtsfolgebelehrung. Soviel ich weiß werden VVs mit RFB ja vorher auf Zumutbarkeit geprüft.

Das Hauptproblem: Die Angaben des Arbeitgebers zum Arbeitsort sind FALSCH! Genannt wird der Ort Frankfurt, allerdings handelt es sich um ein Kaff welches etwa 10km von Frankfurt entfernt liegt. Nimmt man weiterhin an dass der Arbeitsort Frankfurt ist ergibt sich nach SGB III § 121 eine Pendelzeit von etwas weniger als 2.5 Stunden (ÖPNV), die Ausübung der Stelle wäre demnach also zumutbar.

Der tatsächliche Ausübungsort, den man sowohl im Internet recherchieren kann (Firmensitz), und der mir telefonisch von der Firma (Ansprechpartner auf dem VV) bestätigt wurde, ergibt eine Pendelzeit von 3.5 Stunden (ÖPNV) und ist damit nicht zumutbar.

Ich habe in dieser Angelegenheit bei der Agentur für Arbeit (sowohl Hotline als auch Rückruf durch meine Ansprechpartnerin) vorgesprochen. Hier verwies man mich jeweils darauf dass sich die AfA auf die Faktenlage beruft, also der vom Arbeitgeber genannte (falsche) Arbeitsort zählt, und ich mich daher auch zu bewerben habe. Eine Bereitschaft den Fehler zu recherchieren, einzusehen oder gar zu korrigieren war nicht erkennbar. Die Angabe müsste wenn dann schon vom Arbeitgeber korrigiert werden, meine Initiative sei dafür kein Grund.

Ganz nebenbei bin ich für diese Stelle völlig überqualifiziert. Ich bin ein gut ausgebildeter IT-Spezialist mit immerhin 10 Jahren Berufserfahrung + Auslandstätigkeit und soll nun eine First-Level Tätigkeit ausüben, also Telefonhotline. Dies würde mich um Jahre zurückwerfen. Zudem ist das zu erwartende Gehalt für eine derartige Anstellung deutlich niedriger als das was ich mir in den letzten Jahren erarbeitet habe, man kann von mindestens 30% Einbußen ausgehen. Dass ich Familienvater mit Haupteinkommen bin (Partnerin im Babyjahr) sei noch erwähnt.


Da ich das Gesetz klar auf meiner Seite sehe (der zitierte Paragraf ist ja recht deutlich formuliert) und hier ein offensichtlicher Fehler in der Berechnungsgrundlage für die Zumutbarkeit vorliegt... wie gehe ich am geschicktesten vor? Ich habe kein Interesse daran eine Pseudo-Bewerbung abzusenden, da ich dazu nach meinem Verständnis nicht verpflichtet bin.

Kann ich den VV mit dieser Begründung (Falschangabe/Zumutbarkeit) ablehnen? Wird mich trotzdem eine Sperrzeit erwarten, gegen die ich dann Widerspruch oder ggf. Klage einreichen müsste? Soll ich eine Fachaufsichtsbeschwerde stellen? Oder was sonst?

Ich bitte um euren geschätzten Rat. Vielen Dank! SP.
 

Thillie82

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§ 121 Abs.3 SGB3

Aus personenbezogenen Gründen ist eine Beschäftigung einem Arbeitslosen insbesondere nicht zumutbar, wenn das daraus erzielbare Arbeitsentgelt erheblich niedriger ist als das der Bemessung des Arbeitslosengeldes zugrunde liegende Arbeitsentgelt. In den ersten drei Monaten der Arbeitslosigkeit ist eine Minderung um mehr als 20 Prozent und in den folgenden drei Monaten um mehr als 30 Prozent dieses Arbeitsentgelts nicht zumutbar. Vom siebten Monat der Arbeitslosigkeit an ist dem Arbeitslosen eine Beschäftigung nur dann nicht zumutbar, wenn das daraus erzielbare Nettoeinkommen unter Berücksichtigung der mit der Beschäftigung zusammenhängenden Aufwendungen niedriger ist als das Arbeitslosengeld.

Das ganze muss du natürlich beweisen können. Ohne was schriftliches vom potenziellen Arbeitgeber wird dies aber schwierig. Auch wenn im Stellenangebot eine Gehaltsangabe angegeben ist, ist diese ja immer noch in einem persönlichen Gespräch verhandelbar. Auf einen VV mit RFB kommt man nur sehr selten raus oder besser gesagt, meiner Erkenntnis nach gar nicht.

Bewerbe dich doch einfach und kläre alles in einem persönlichem Gespräch. Bewerben heisst ja nicht gleich Zusage. Viele AG wollen doch selbst schon keine Bewerber die weiter weg wohnen. Und von den unpassenden VV's wirst du noch mehr bekommen!
 
G

gast_

Gast
Soviel ich weiß werden VVs mit RFB ja vorher auf Zumutbarkeit geprüft.
Schön wärs! :)
Ich habe in dieser Angelegenheit bei der Agentur für Arbeit (sowohl Hotline als auch Rückruf durch meine Ansprechpartnerin) vorgesprochen.
Lektion 1: man telefoniert nicht mit denen - du kannst den Gesprächsinhalt später nie beweisen
Alles schriftlich - Abgabe gegen Empfangsbestätigung - das kann dir viel Ärger ersparen
Hast du denen deine Telefonnummer/emailadresse angegeben?
Dann: Antrag auf Datenlöschung stellen...Muster auf Anfrage

Bewirbst du dich nicht, wirst du gegen eine Sperrzeit mit Widerspruch und sicher auch Klage angehen müssen.

Denn du unterliegst da einem Irrtum (wie ich früher mal): 2 1/2 Std, das ist keinefeste Grenze der Zumutbarkeit - leider.

In Gegenden, wo längere Fahrzeiten aufgrund der örtlichen Gegebenheiten üblich sind, kann auch mehr zugemutet werden.

Und leider hast du auch keinen Anspruch auf einen Job oder Vermittlungsvorschläge, der deinen Qualifikationen entspricht.

Lediglich die Höhe des Gehaltes kann in der ersten Zeit der Arbeitslosigkeit unzumutbar sein...

https://www.sozialleistungen.info/arbeitslosengeld/zumutbare-beschaeftigung.html

Deshalb: Bewerb dich so, daß du wahrscheinlich keine Einladung erhältst...aber man dir auch nichts kann.

Ohne Foto, ohne Telefonnummer/Emailangabeohne Mappe und Zeugnisse: werden beim Vorstellunggespräch mitgebracht.
 
S

silka

Gast
@Sören
der § 140 SGB III , Absatz 3, 4 wird dir helfen.

Eine herzblutleere Kurzbewerbung würde ich trotzdem absenden.
du kommst eh nicht in die Wahl. Wegen der Überquali.

Zum Streit wegen der Pendelzeit würde ich es nicht kommen lassen.
Bis eine Sperrzeit ausgemerzt ist, vergeht viel Zeit und Nervenkraft.
Die könntest du stattdessen für sinnvolle Eigenbemühungen verwenden (was du ja sowieso schon machst)

Der VV mit RFB ist hier nur als Versuch der *Sofortvermittlung aus ALG* zu sehen.
Da kommt alles, egal, ob Schrott, unzumutbar oder passend.
Hauptsache VV rausgehauen an die neuen Kunden.

Schätze mal, wieviele Kunden diesen VV bekommen haben.
Von allen AfA im Bundesgebiet?
Schätze mal, wieviele Hotline-fähige IT-Spezies es gibt.
 
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