ALG 1 und Umzug (1 Betrachter)

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Hallo erstmal !
Ich bin neu hier und habe eine Frage.

Ich bin seit dem 01.09 diesen Jahres Arbeitslos gemeldet und beziehe dem entsprechend Arbeitslosengeld. Mir sind seither diverse Vermittlungsvorschläge (ohne Rechtsfolgebelehrung) in den Briefkasten geflattert auf die ich mich nicht beworben habe. Das hat den Hintergrund, dass ich mich kurz nach meinem ersten Termin bei der SB entschlossen habe die Stadt zu wechseln und somit werde ich zum 15.12 diesen Jahres Umziehen. Mir ist nun ein neuer Termin zugeschickt worden, der am Dienstag, den 30.10 stattfinden soll, die SB möchte meine Bewerbungsbemühungen mit mir besprechen und ich solle entsprechende Nachweise mitbringen. Diese habe ich nicht da ich mich auch nicht Beworben habe, es gibt auch am neuen Wohnort keine Stellen die für den Zeitraum Ende des Jahres ausgeschrieben sind, sodass ich mich wenigstens auf diese Bewerben könnte.
Nun bekomme ich jedoch ein bisschen Angst, ob die Agentur mir Sanktionen verpassen könnte obwohl keine RFLB bei den VVs mitgeschickt wurde. Eine Eingliederungsvereinbarung habe ich ebenfalls nicht unterschrieben, diese wurde von der SB einfach in mein Jobbörse-Account hinterlegt ohne das ich diese vorher gesehen habe, zugeschickt wurde mir diese ebenfalls nicht.

Hat die Agentur die möglichkeit mir Sanktionen zu verpassen, obwohl feststeht, dass ich diesen Ort verlassen werde ? Oder besteht die Möglichkeit, dass mich die Agentur, wenn ich es der SB erkläre bis zum Umzug und Ummeldung in Ruhe lässt damit ich erst einmal den Umzug regeln kann ?

Ich hoffe es hat jemand einen Rat/Tip und eine Einschätzung für mich.

Grüße

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G

gast_

Gast
Diese habe ich nicht da ich mich auch nicht Beworben habe,
Dann wirst ne Sperre bekommen.

Du solltest Bewerbungsbemühungen nachweisen können, auch wenn du nix Passendes findest. Man kann und muß sich auch initiativ bewerben...

Hat die Agentur die möglichkeit mir Sanktionen zu verpassen
Sanktionen gibt es im ALG II Bezug, bei ALG I wird komplett gesperrt, wie lange, kann ich aber nicht sagen.

Hat die Agentur die möglichkeit mir Sanktionen zu verpassen, obwohl feststeht, dass ich diesen Ort verlassen werde ?
Der Umzug hat damit nichts zu tun.

Oder besteht die Möglichkeit, dass mich die Agentur, wenn ich es der SB erkläre bis zum Umzug und Ummeldung in Ruhe lässt damit ich erst einmal den Umzug regeln kann ?
Damit solltest du nicht rechnen...
 
E

ExitUser

Gast
Du bist zu laufenden Eigenbemühungen bei der Stellensuche in ausreichendem Umfang gesetzlich verpflichtet, auch ohne besondere Vereinbarung. Zu sagen, du hättest gar keine Eigenbemühungen unternommen, wird daher Ärger und wahrscheinlich eine Sperrzeit einbringen.

Aber: ohne EGV und ohne besondere schriftliche Aufforderung bist du nicht verpflichtet, eine bestimmte Quote zu erreichen. Was ein ausreichender Umfang ist, hängt von den individuellen Umständen ab. Du bist in so einem Fall auch nicht verpflichtet, Nachweise für deine Bemühungen aufzubewahren. Hier muß also erst einmal deine Versicherung ausreichen. Beachte außerdem, daß unter den Begriff "Eigenbemühungen" beileibe nicht nur schriftliche Bewerbungen fallen, sondern alles, was der Stellensuche dient (telefonische Bewerbungen, persönliches Herumfragen, allgemeines Studium des Stellenmarktes und ähnliches). Darüber hat man natürlich keinen Beleg.

Also überlege dir vorher, was du sagst.

Vermittlungsvorschläge sind für dich nur verbindlich, wenn sie dir schriftlich vorliegen und mit einer RFB versehen sind. Deine Konto in der "Jobbörse" ist nicht maßgebend; du bist auch nicht verpflichtet, in dieses regelmäßig hineinzuschauen oder überhaupt eines zu besitzen.

Umziehen kannst du natürlich jederzeit. Beachte aber, daß du deinen Umzug und die neue Adresse der Arbeitsagentur rechtzeitig anzeigen mußt, da du kontinuierlich erreichbar sein mußt. Du solltest nicht darauf hoffen, wegen eines geplanten Umzugs in anderthalb Monaten jetzt "zufriedengelassen" zu werden.
 

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vielen Denk erstmal für eure einschätzungen.

eine allgemeine Stellenrecherche habe ich für den neuen Wohnort natürlich bereits unternommen um mir einen Überblick zu verschaffen welche Möglichkeiten ich dort habe. Nachweise darüber habe ich nicht.

Liegt das Eintreten der Sperrzeit komplett im Ermessen der SB auf Grundlage des Gesprächs ?
 
E

ExitUser

Gast
Nein, eigentlich nicht, da die Sperrzeitvoraussetzungen klar gesetzlich geregelt sind (§ 159 SGB III). Eine Sperrzeit wegen unzureichender Eigenbemühungen setzt insbesondere eine vorherige Belehrung über die Rechtsfolgen unzureichender Eigenbemühungen voraus - mal abgesehen davon, daß festgelegt werden müßte, wieviel und welche Eigenbemühungen zu unternehmen sind und wie sie nachzuweisen sind. Das muß immer vorher durch EGV oder gesonderte schriftliche Aufforderung der Arbeitsagentur erfolgen. Nachträglich ist es nicht möglich.

(Ich habe mich bezüglich des Begriffes der Sperrzeit im vorigen Beitrag leider unklar ausgedrückt.)

Aber: wenn du einfach sagst, du hättest keinerlei Eigenbemühungen unternommen, erfüllst du nicht mehr die gesetzlichen Voraussetzungen für die Arbeitslosigkeit und damit den Bezug von ALG (§ 138 SGB III). Die ALG-Bewilligung müßte in so einem Fall aufgehoben werden. Das Aufbewahren von Nachweisen für Eigenbemühungen wird gesetzlich allerdings nicht gefordert. Deswegen muß hier deine entsprechende Versicherung ausreichen, denn du hast dich ja um eine neue Stelle bemüht.

Ich kann deshalb nur nochmals wiederholen: überlege dir deine Äußerungen zu diesem Thema genau. Nachträglich kann man das dann nur schlecht wieder ins Lot bringen. Am besten wäre es, wenn du immer ein paar Eigenbemühungen nachzuweisen hast.
 

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okay, das heißt, ich werde berichten welche Bemühungen ich unternommen habe und nicht welche ich eben nicht unternommen habe.

Jetzt erscheint mir auch der Begriff "Eigenbemühungen" logischer weil es dort ja nicht rein um die Menge der Bewerbungen geht sondern eben darum, dass man etwas dafür tut einen neuen Arbeitsplatz zu finden und dazu zählt natürlich das ganze drum herum wie Stellenrecherche, Telefonische nachfrage usw. Eine EGV habe ich zum Glück nicht unterschrieben, also gibt es bei mir keine genauere Regelung was die Menge und den Umfang der Bewerbungen und Bemühungen angeht.

Ich weiß nun schon viel besser wie ich morgen an das Gespräch herangehen sollte, eben mit dem Berichten meiner Bemühungen.

Vielen Dank :icon_daumen:
 
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