ALG 1 und schwanger (1 Betrachter)

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ExitUser

Gast
Hallo liebe Foren-Gemeinde,

ich habe heute von meiner Schwangerschaft erfahren. Ich habe eine Risikoschwangerschaft und meine Ärztin würde mir gerne ein Beschäftigungsverbot ausstellen. Zur Zeit erhalte ich ALG 1. Wie würde das in dem Fall aussehen? Würde das Arbeitsamt überhaupt weiter bezahlen obwohl ich gar nicht zur Verfügung stehen würde? Im Angestelltenverhältnis würde man ja seinen Lohn weiter bekommen von der Krankenkasse.

Viele Grüße
Tweety483
 

havenstein

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https://www.kvno.de/60neues/2014/14_04_au_richtlinie/index.html

Da gab es wohl bisher eine Regelungslücke, weil eine Schwangere die einem Beschäftigungsverbot unterlag nicht gleichzeitig AU sein konnte. Und nur bei AU bezahlt die Arbeitsagentur 6-Wochen!!! weiter ALG I. Bei einem Beschäftigungsverbot ging die Arbeitsagentur von der Nichtverfügbarkeit aus und stellte die Leistungen ein.

Google mal nach GA § 138 SGB III und GA § 146 SGB III

Der Arzt muss bescheinigen, dass du mindestens 15 Std./Woche arbeiten kannst. Bei weniger als 15 Stunden sowie dem Ablauf der 6 Wochen besteht kein Anspruch auf ALG I mehr.

Dann käme Krankengeld in Betracht bzw. ALG II.

Ich würde die Sache erst am Anfang eines Monats dem Amt mitteilen. z.B. Anfang Februar, nachdem du dein ALG für den Monat erhalten hast. Das Amt könnte die Leistungen vorläufig einstellen und dann dauert es, bis die ganze Sache bearbeitet ist. Üblicherweise wird eine Stellungnahme des Arztes angefordert.

Typisch deutscher, bürokratischer Müll. Wenn man in Deutschland Leistungen beantragt, sollte man genügend Geld unter dem Kopfkissen haben, um die Bearbeitungszeit überbrücken zu können. :icon_motz:

Vor der Meldung an das Amt solltest du dich bei deiner Krankenkasse erkundigen, ob bzw. in welcher Höhe du Anspruch auf Krankengeld hast, wenn die Arbeitsagentur die Leistungen nach 6 Wochen AU einstellt. Am besten persönlich und mit einem Zeugen dabei, der das Gesagte bestätigen kann.
 
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ExitUser

Gast
Hier sind die GA zu den Paragraphen. (Aufbau: 1. Änderungen, 2. Gesetzestext, 3. Inhaltsverzeichnis, 4. Stichwortverzeichnis, 5. GA).

Meines Wissens gilt grundsätzlich, wer z.B. 15 oder 20 oder.. Stunden arbeiten kann, bekommt auch nur das Alg für diese Stundenzahl. Egal ob die Reduzierung freiwillig oder gesundheitlich bedingt ist. Ein bisheriger VZ-Lohn würde also runtergerechnet.

Ansonsten tendiere ich auch dazu, dass bei weniger als 15 Std./Wo.-Arbeitszeit Arbeitsunfähigkeit vorliegt, also nach Ablauf von 6 Wochen die Krankenkasse zahlen müsste. Also wäre die Krankenkasse zu fragen.
Liegt ein Beschäftigungsverbot nicht vor, wird Alg bezogen, dessen Dauer sich mit jedem Tag vermindert.
 
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