ALG 1 und kurzfristige Selbstständigkeit (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

graugestreift

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Liebe Community,

ich habe eine vielleicht etwas komplizierte Frage, zumindest für mich. :icon_kinn:

Vorgeschichte:
Ich hatte viele Jahre eine unbefristete Angestelltenstelle und habe nun ein Kind bekommen. Ich habe 3 Jahre Elternzeit beantragt und habe 1 Jahr Elterngeld bekommen.
Danach hat mein Mann einen Job in einem anderen Bundesland angenommen und ich bin mit meinem Kind mitgezogen. Mit meiner alten Firma habe ich einen Aufhebungsvertrag gemacht.
Ich bekomme seit kurzem ALG 1 bezogen auf mein altes Gehalt (vor dem Kind). Nun suche ich einen neuen Job. Bei einer guten Firma könnte ich vielleicht einen temporären Job bekommen, als Freelancer für 2-3 Monate. Als Einstieg fänd ich das ganz prima.

Nun meine Frage: :biggrin:
Was passiert wenn der Job doch nach 3 Monaten endet. Bekomme ich dann wieder ALG 1? Denn ich habe ja dann nur 3 Monate gearbeitet und zwar als Freelancer. Man muss doch mind. 1 Jahr sozialversicherungspflichtig tätig sein. Oder wird die Leistung einfach wieder fortgesetzt?

Verstehe das alles irgendwie nicht...:icon_neutral:
Kann mich jemand aufklären?

In einem anderen Beitrag habe ich gelesen, dass jemand sich abgemeldet und wieder angemeldet hat nach der Selbstständigkeit (war nur 1 Tag). Käme das auch für mich in Frage?

Mir ist klar, dass ich mich dann für die Zeit des Freelancens krankenversichern muss...

Lg
 

graugestreift

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Wenn ich die Arbeitslosigkeit mehr als 6 Wochen unterbreche, muss ich mich erneut arbeitslos melden. OK. Verstehe.

Meine Frage ist nun:

Bekomme ich dann wieder Arbeitslosengeld bezogen auf mein altes Gehalt vor dem Kind?
Oder bekomme ich womöglich dann gar kein Arbeitslosengeld mehr?
 

gizmo

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Meine Information ist hier diese, ALG1 ist eine Vesicherungsleistung und wird in Tagen berechnet, wenn du also noch Tage über hast stehen diese dir noch zu.

Die Kohle ist die gleiche wie die alte. Hierzu kannst du dich aber auch abmelden und das JC/SB die Frage stellen. Die sind hier Auskunftspflichtig.
 

graugestreift

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Vielen Dank für die Antwort. :icon_daumen:

Was ist aber JC/SB? Jobcenter und ...?

Und das ist nicht gefährlich sowas zu fragen? Man ist doch verpflichtet den Job anzunehmen, auch wenn er nur 3 Monate geht und auf Freelancebasis ist. oder?
 
S

silka

Gast
Hallo, graugestreift
die Links von @gizmo finde ich unpassend für deine Situation.
Du würdest als Freelancerin ja mehr als 6 Wochen unterbrechen, nämlich 2-3 Monate.
Und eine Existenzgründerin bist du ja auch nicht.

Ich meine, dein ALG nach Ende des befristeten Freelancer-Jobs würde nach dem durchschnittlichen Nettoeinkommen der letzten 12 Monate berechnet werden.

SB---ist der/die dort arbeitende SachbearbeiterIn.

Es ist nicht gefährlich, bei der Arbeitsagentur nachzufragen.
Man ist auch nicht generell verpflichtet, jeden Job anzunehmen.
Kommt beim ALG immer drauf an, wielange du *richtig* arbeitslos bist.
Dann werden Stufen genannt, bis zu welchem Verdienst man noch wegen unzumutbar ablehnen darf.
siehe evtl. hierzu:
https://www.sozialleistungen******/arbeitslosengeld/zumutbare-beschaeftigung.html

ABER:
Wielange hast du denn jetzt überhaupt noch ALG-Anspruch?
Dein Anspruch verlängert sich nicht durch 2-3 Monate, er wird nur unterbrochen.
Die restliche Dauer hängt man dann an, ans Ende vom Freelancer-Dasein.

Würdest du eine richtige Selbständige sein?
Bist du über deinen Mann familienversichert bei der KK ?
Oder kannst du das noch machen?
Sonst müßtest du dich selbst frw. krankenversichern, kann happig werden!
 

graugestreift

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Liebe Silka,

vielen Dank für die ausführlichen Informationen!!! :icon_klatsch:
Leider funktioniert der Link nicht :icon_sad:

Zu deinen Fragen:
Ich habe noch 10 Monate Alg 1 Anspruch.
Ich denke, dass ich richtige selbstständige wäre. Als Grafikerin darf man ja ohne Gerwerbe als Freelancer arbeiten. Würde die Kleinunternehmerregelung nutzen.
Ich bin nicht familienversichert bisher. Kann ich aber machen. Nur gilt die Beitragsfreistellung als Familienmitglied nicht mehr, wenn man eigenes Einkommen hat. Der Tagessatz, den ich als selbständige nehme, sollte diese Fixkosten beinhalten uvm... :eek:

Nochmal zu dieser Berechnungsproblematik:
Wenn ich in den letzten 12 Monaten aber "nur" Elterngeld bzw. nach den 12 Monaten Landeserziehungsgeld erhalten habe berechnet sich das ALG1 doch dann nicht plötzlich danach.
Bei meiner derzeitigen ALG 1 Berechnug wurde das Gehalt vor dem Elterngeld gerechnet. Aber ich weiss nicht mehr wo diese Regelung stand.
Und nun wenn ich 3 Monate was verdiene ist das ja schön, aber wenn ich dafür dann die folgenden 7 Montate kein Geld mehr bekomme, bin ich ja schlechter dran...ALG 2 bekommen wir nicht, da mein Mann gerade zuviel verdient :icon_dampf:

Ich habe gar keine Telefonnummer von meiner Arbeitsamt Dame...
Kann ich auch die bei der Hotline fragen?

Lg
 

Seebarsch

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Hallo, die Sache ist recht einfach!
Arbeitslosengeld wird für die Dauer einer bestimmten Anzahl an Monaten / Kalendertagen gewährt. Die Gesamtdauer ist abhängig von der Dauer der Beschäftigungszeit und dem Lebensalter bei Entstehen des Alg Anspruches.

Beispiel:
35 Jahre alt, die letzten drei Jahre Beitragszeit.
Alo ab 01.08.2012
Alg-Anspruch = 12 Monate oder 360 Kalendertage.

Selbständig 01.01. - 31.03.2013
Restanspruch Alg ab 01.01.2013 =
12 Monate - Alg 01.08. -31.12.2012 = 7 Monate

Dieser Restanspruch kann dann bis 31.07.2016 = 4 Jahre nach Entstehen des Anspruchs am 01.08.2012 geltend gemacht werden.

Soweit kein neuer Anspruch auf Alg ensteht = 12 Monate Beschäftigung nach dem 01.08.2012 wird das Rest-Alg dann auch in der alten Höhe weitergezahlt.
:biggrin:
 

Schorse66

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Hallo,

ich habe eine ähnliche Frage, nur mit anderen Ausgangsbedingungen.

Ich plane mich zu 1.7.2014 selbstständig zu machen und komme aus einer ungekündigten 18-jährigen Angestelltentätigkeit.

Mein theoretischer Anspruch auf ALG 1 wären bei meinem Alter 12 Monate (360 Tage).

Nun zur Frage:
Wenn ich nach z.B. 6 Monaten oder 12 Monaten feststelle, dass die Selbstständigkeit nix wird, kann ich dann ALG 1 beziehen, wenn ich noch nie Arbeitslosengeld bezogen habe und mich auch bisher nicht bei der Arbeitsagentur arbeitslos gemeldet habe. Ich weiß ja, dass der Anspruch mind. 2 Jahre weiterbesteht aber gilt das auch, wenn ich keinen einzigen Tag zuvor ALG 1 bezogen habe? Irgendwo las ich, dass man mind 1 Tag ALG1 bezogen haben musste (oder war das nur für die freiwillige AV?).

Vielen Dank schon mal für Eure kompetenten Antworten.:danke:

LG
Schorse
 

Fritz Fleißig

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@Schorse66

Bitte nicht uralte Beitragsfäden "reaktivieren", auch nicht mit ähnlichen eigenen Problem, sondern neuen Beitragsfaden eröffnen. Das trägt zur Übersichtlichkeit bei.

Zur Sache: Du könntest vermutlich als Selbständiger freiwillig in der Arbeitslosenversicherung versicherungspflichtig werden (§ 28a SGB III). Ob du das machst und sich das lohnt, mußt du selbst entscheiden. Dann würdest du bei späterer Aufgabe der Selbständigkeit auf jeden Fall Anspruch auf ALG haben, und die Höhe deines ALG würde zumindest zum Teil durch dein beitragspflichtiges Einkommen während der Selbständigkeit bestimmt.

Wenn du das nicht tust, hättest du grundsätzlich Anspruch auf ALG-Leistungen aus deinem während der Angestelltentätigkeit angefallenen Beitragszeiten, sofern noch mindestens 12 Monate Versicherungszeiten innerhalb der letzten 2 Jahre vor Eintritt der Arbeitslosigkeit zusammenkommen. Hier wäre natürlich bezüglich der Höhe allein dein altes Einkommen als Angestellter maßgebend.

Falls du vor Beginn der Selbständigkeit kurz arbeitslos bist (ein Tag genügt) und somit ein Anspruch auf ALG entsteht, bleibt der Restanspruch für vier Jahre erhalten.

Beachte: falls du deine Angestelltentätigkeit selbst kündigst, droht eine Sperrzeit und eine damit einhergehende Minderung des Leistungsanspruchs von 12 Wochen, es sei denn, daß bis zum Entstehen des Anspruchs auf ALG mindestens ein Jahr vergeht. "Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit" ist für sich allein kein wichtiger Grund für eine Eigenkündigung.
 

Schorse66

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@Schorse66

Bitte nicht uralte Beitragsfäden "reaktivieren", auch nicht mit ähnlichen eigenen Problem, sondern neuen Beitragsfaden eröffnen. Das trägt zur Übersichtlichkeit bei.

OK.

1. Zur Sache: Du könntest ...

2. Wenn du das nicht tust, hättest du grundsätzlich Anspruch auf ALG-Leistungen aus deinem während der Angestelltentätigkeit angefallenen Beitragszeiten, sofern noch mindestens 12 Monate Versicherungszeiten innerhalb der letzten 2 Jahre vor Eintritt der Arbeitslosigkeit zusammenkommen. Hier wäre natürlich bezüglich der Höhe allein dein altes Einkommen als Angestellter maßgebend.

3. Falls du vor Beginn der Selbständigkeit kurz arbeitslos bist (ein Tag genügt) und somit ein Anspruch auf ALG entsteht, bleibt der Restanspruch für vier Jahre erhalten....
Nein, wollte ich nicht.

4. Beachte: falls du deine Angestelltentätigkeit selbst kündigst, droht eine Sperrzeit und eine damit einhergehende Minderung des Leistungsanspruchs von 12 Wochen, es sei denn, daß bis zum Entstehen des Anspruchs auf ALG mindestens ein Jahr vergeht. "Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit" ist für sich allein kein wichtiger Grund für eine Eigenkündigung.
Vielen Dank Fritz:danke:

Trotzdem noch eine oder 2 Fragen. Ich hatte ja oben meinen konkreten Fall geschildert.

zu 1. habe ich so nicht vor.
zu 3. habe ich nicht vor.
zu 2. i.V. mit 4.: konkret. Ich habe sicher eine Sperrfrist von 3 Monaten, ich möchte auch gar keinen Tag arbeitslos sein zu Beginn. Habe zuvor ewig in die Versicherung eingezahlt ungekündigt.

Habe ich dann Anspruch z.B. nach 1 Jahr Selbstständigkeit, wenn ich mich zu Beginn der Selbststädigkeit gar nicht arbeitslos gemeldet habe, sondern das evtl erst nach 1 Jahr mache?

Verstehe ich das richtig. Wenn ich z.B. nach 13 Monaten mich arbeitslos melden würde, wäre a) die Sperrzeit eh abgelaufen und ich kann normal ALG1 beziehen?

Danke nochmal und sobald ich weiß wie ich einen neuen Beitrag eröffne, werde ich es für weitere Fragen tun.

Gruß Schorse
 

Fritz Fleißig

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Für das folgende sei angenommen, daß du nicht als Selbständiger freiwillig arbeitslosenversichert bist und dich auch nicht kurzfristig arbeitslos meldest, bevor du deine Selbständigkeit aufnimmst.

Falls du, wie von dir in den Raum gestellt, dich nach 13 Monaten Selbständigkeit arbeitslos melden und ALG beantragen würdest, würde dir kein ALG mehr zustehen. Es kommen dann nämlich keine 12 Monate Versicherungszeiten innerhalb der letzten zwei Jahre vor Beginn der Arbeitslosigkeit mehr zustande. Das würde nur funktionieren, wenn die Selbständigkeit nicht länger als 12 Monate dauern würde.

Genau deshalb könnte es ratsam sein, durch Arbeitslosmeldung einen Anspruch auf ALG überhaupt erst einmal entstehen zu lassen, ungeachtet einer eventuellen Sperrzeit, die ja nicht den Anspruch auf ALG als solchen betrifft.

Eine Sperrzeit (und damit einhergehend eine Minderung der ALG-Anspruchsdauer) wegen Aufgabe einer Beschäftigung ohne wichtigen Grund kannst du andererseits nur vermeiden, wenn mindestens ein Jahr seit der Arbeitsaufgabe vergangen ist. Falls du einen wichtigen Grund zur Aufgabe des Arbeitsverhältnisses nachweisen kannst, beispielsweise gesundheitliche Unzumutbarkeit, würde die Sperrfrist ebenso entfallen.

Du solltest die Kündigung (auch wenn sie inoffiziell einvernehmlich erfolgt) besser dem Arbeitgeber überlassen, wenn immer möglich. Auch keinen Aufhebungsvertrag schließen.

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