Alg 1 und 2 erw.Kinder, was beachten wenn ALG II naht? (1 Betrachter)

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Silberfunke

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Mutter mit 2 volljährigen Kindern bewohnen eigenes Haus.
Kinder machen diese und nächstes Jahr Abitur.

Mutter ist in Alg 1 und hat kaum Aussicht auf einen Job, da gesundheitliche Probleme sind.

Haus verkaufen wäre wohl hier angebracht, da noch Schulden da sind.
Kommt Alg II, wirds übel:icon_kotz:

Mutter hat unregelmässig geringes Einkommen aus Vermietung.

Wie wird das angerechnet und in welchem Turnus muss es gemeldet werden?
Was seht Ihr noch für Möglichkeiten vorsorglich zu Alg II ?
 
E

ExitUser

Gast
AW: Alg 1 und 2 erw.Kinder

Beim ALG I wird nur Erwerbseinkommen angerechnet, soweit es den Freibetrag übersteigt. Das ist eine nichtselbständige oder selbständige Erwerbstätigkeit unter Einsatz der eigenen Arbeitskraft. Einkommen aus Nichterwerbstätigkeit (beispielsweise Vermietung, solange sie nicht im Rahmen eines Gewerbes erfolgt) ist hier nicht relevant und muß auch nicht gemeldet werden.

Im Bereich ALG II würde jede Art von Einkommen angerechnet.

Zu bedenken wäre für die Zukunft noch folgendes. Im Bereich ALG II würde ein selbstbewohntes Haus angemessener Größe nicht zum anrechenbaren Vermögen gehören, der Barerlös aus seinem Verkauf allerdings schon. Von daher sollte man sich einen Verkauf gut überlegen. Da werden natürlich auch andere Faktoren hineinspielen.

Hast du Wohngeld beantragt (gibt es als Lastenzuschuß grundsätzlich auch für ein eigenes Haus)?
 

Silberfunke

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Erst mal danke:icon_smile:

Wohngeldantrag ist ein guter Tipp:icon_daumen:

Das Haus ist schon ein Problem. Sollten die Kinder beruflich wegziehn, kann sie evtl. mehr vermieten, hat aber immer die Kosten des Hauses und das evtl. mit Alg II, ist nicht gerade easy!


Schulden sind dann wieder nicht abzutragen und Instandhaltungskosten bleiben.
Alles :icon_neutral::icon_neutral::icon_neutral:

Die Kinder erben mal ein Haus mit Schulden und wenn die Mutter Alg II bezogen hat, sind die Kinder rückzahlungspflichtig mit dem Wert des Erbes.
Dann müssen sie das Haus verkaufen und haben nur Ärger und Probleme.

Der Vater kümmert sich in keinster Weise - kein Kontakt, ausser Unterhaltszahlung, solange er noch muss.

Doch eher versuchen, das Haus zu halten??
 

gila

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Es ist immer schwierig, in so einer Situation "los zu lassen" - ich habe auch lange allein mit 2 Kids "balanciert", um ihnen das gewohnte Umfeld im Haus zu erhalten.
Letztlich ging dann doch irgendwann alles über die Wupper - und außer Stress hat es nichts gebracht.

Heute denke ich persönlich: hätte ich "damals" doch schon eine veränderte Lebenshaltung und mehr Einsicht gehabt - es wäre leichter gewesen.

Ich würde heute für einen neuen Anfang plädieren. Auch im Interesse der Kinder, wenn die mal den Scherbenhaufen erben sollen.
Solange Schulden auf dem Haus sind, ist der Verkaufserlös ja kein "Einkommen" oder Vermögen, dass verwertet werden muss, sondern es müssen die Kosten erstmal gedeckt werden.

Wenn die Mutter in ALG II rutscht und das Haus ist "unangemessen" wegen Größe und Kosten muss ja dennoch eine Weile die Situation aufgefangen werden, bis eine Kostensenkung kommt.
Ich würde daher jetzt schon mal die Fühler nach einem Käufer ausstrecken und suchen (Makler, Internet). Dann weiß sie auch, ob das Chancen hat und wie der Marktwert ist.

Wenn durch Verkauf zu wenig rum kommt und Schulden bleiben, muss man sich auch den Weg in eine Insolvenz überlegen - und dann stellt sich noch die Frage, inwieweit der Expartner hier am Hausbesitz und in der Schuldenfrage beteiligt ist!

Vielleicht liegt die "Übung" in der Situation darin, die Wahl zu treffen, welchen Weg man geht ... festhalten und Angst, Sorge oder eben positiv denken trotz allem und einen neuen Anfang wagen. "Jedem neuen Anfang wohnt ein Zauber inne" - manchmal bemerkt man das nicht :icon_knutsch:

Die Kinder sind volljährig und werden sich sicher auch bald auf und davon machen. Man könnte die verschiedenen Aspekte der Situation auch mit ihnen besprechen. Vielleicht ist auch ihnen das bei ihrem Weg eher ein "Klotz" am Bein?
 

gerda52

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Haus verkaufen wäre wohl hier angebracht, da noch Schulden da sind.
Kommt Alg II, wirds übel
ALG I wird ja nicht ewig gezahlt. Daher halte ich es für sinnvoll, zunächst alle werterhaltenden Möglichkeiten zu erkunden, bevor irgendwelche Schnellschüsse gestartet werden.

Den Lastenzuschuss hat Gurkenaugust bereits erwähnt.

Alternativ bzw. als Vergleich würde ich das derzeit verfügbare Einkommen (einschließlich Unterhalt und Kindergeld) abzüglich der mögl. Freibeträge dem rechnerischen Bedarf nach SGB II gegenüberstellen.


Fachliche Hinweise SGB II - www.arbeitsagentur.de

https://www.arbeitsagentur.de/zentraler-Content/A01-Allgemein-Info/A015-Oeffentlichkeitsarbeit/Publikation/pdf/Gesetzestext-12-SGB-II-ZuBeruecksicht-Vermoegen.pdf
 
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