ALG 1 & Studienabschluss

karlfried

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Hallo allerseits,

ich beantrage gerade zum ersten Mal ALG 1 und bräuchte Rat in einer etwas schwierigen Angelegenheit.

Situation: ALG 1 Anspruch besteht, ich habe die vergangenen 3 Jahre voll versicherungspflichtig gearbeitet. Als ich die Arbeit damals aufgenommen habe, habe ich mich als Student exmatrikuliert ohne das Studium vollständig abgeschlossen zu haben. Da ich vorher alle nötigen Scheine und Abschlussprüfungen absolviert hatte und nur die Magisterarbeit noch aussteht, habe ich die Möglichkeit, die Magisterarbeit anzumelden und das Studium abzuschliessen ohne dafür als Student eingeschrieben sein zu müssen.

Ursprünglich war der Plan, die Magisterarbeit nach Feierabend parallel zum Job zu schrieben, was leider aus diversen Gründen gründlich schief gegangen ist. Nun werde ich also arbeitslos (Zeitvertrag ausgelaufen) und sehe darin im Grunde die letzte Chance, mein Studium noch abzuschließen und damit dann auch bessere Karten auf dem Arbeitsmarkt zu haben.

Mir ist natürlich klar, dass ich ich für den ALG-Anspruch auch dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen muß - aber ich frage mich dennoch, wie ich am besten mit diesem Spagat umgehen und gegenüber der Agentur für Arbeit auftreten kann.

Fragen: 1. Gibt es irgendwelche Erfahrungen oder Präzedenzfälle in einer vergleichbaren Situation? Ist Euch da irgendwas bekannt? Ich habe bei allen Suchen im Netz, in Foren etc. nichts finden können...

2. Ist es sinnvoll, gegenüber meinem Sachbearbeiter offen anzusprechen, dass ich die Magisterarbeit schreiben möchte? Die Hoffnung dabei wäre, dann mit etwas Glück von allzu hohen Bewerbungsauflagen oder anderen Qualifizierungsmaßnahmen verschont zu bleiben, da ich ja daran arbeite, meine Qualifikation massiv zu verbessern.

Oder ist es besser, davon nichts zu erwähnen und die Magisterarbeit sozusagen nur in der Freizeit anzugehen? Kann es Probleme geben, wenn ich das offen anspreche?

3. Wäre es möglich, aufgrund der Magisterarbeit anzugeben, dass ich nur für Teilzeitstellen zur Verfügung stehe? Oder können daraus negative Konsequenzen entstehen?

4. Ich weiß, dass es Leuten in einer vergleichbaren Situation (Prüfungsanspruch ohne noch als Studenten eingeschrieben zu sein) möglich war, im Rahmen von ALG 2 in ihrer EGV zu vereinbaren, dass sie die Auflage haben, innerhalb einer bestimmten Zeit ihr Studium abzuschließen und sie dafür dann in dieser Zeit keine weiteren Bewerbungsauflagen erfüllen mußten. Ist so etwas auch bei ALG 1 denkbar oder ist das dadurch, dass man dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen muß grundsätzlich ausgeschlossen?

Ich wäre für alle Antworten, Tips & Anregungen extrem dankbar!
Beste Grüße,
karlfried
 
G

gast_

Gast
Um ALG I zu bekommen, mußt du dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.

Wenn du angibst, nur Teilzeit arbeiten zu wollen, bekommst auch nur anteilig ALG I.

Ich würde nichts sagen: Bewerben, aber bei Zaf so, daß man dich nicht nimmt...die wollen es ja so!
 

karlfried

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Danke. Du bestätigst leider meine Befürchtungen...

Irgendwie hält sich bei mir ja noch die naive Hoffnung, dass man mit denen vernünftig reden könnte - rationale Gründe, den Abschluß zu machen gibt es ja genug. Aber das liegt wohl auch daran, dass ich noch keine direkten Erfahrungen mit diesen Strukturen machen mußte.

Mhmhhmm...dann würde ich ja fast schon mit ALG 2 besser fahren als mit ALG 1. Krass. Denn finanziell nimmt sich das nicht wirklich viel.

Vielleicht sollte ich gleich angeben, nur Teilzeit zur Verfügung zu stehen und dann in ALG 2 abgeschoben werden, weil das anteilige ALG 1 nicht ausreicht. Eventuell hätte ich da ja mit etwas Glück in der Sachbearbeiter-Lotterie bessere Chancen auf einen Deal? Ohweh...
 

Anna B.

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Hallo,

ich würde ebenfalls nichts sagen...und mich vollumfänglich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen....
und dann schauen, wie es weitergeht...

wenn du nur teilweise dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehst, dann bekommst du auch nur "Teilzeit"-Alg...

Gruß
Anna
 

jockel

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Hallo allerseits,

ich beantrage gerade zum ersten Mal ALG 1 und bräuchte Rat in einer etwas schwierigen Angelegenheit.

Situation: ALG 1 Anspruch besteht, ich habe die vergangenen 3 Jahre voll versicherungspflichtig gearbeitet. Als ich die Arbeit damals aufgenommen habe, habe ich mich als Student exmatrikuliert ohne das Studium vollständig abgeschlossen zu haben. Da ich vorher alle nötigen Scheine und Abschlussprüfungen absolviert hatte und nur die Magisterarbeit noch aussteht, habe ich die Möglichkeit, die Magisterarbeit anzumelden und das Studium abzuschliessen ohne dafür als Student eingeschrieben sein zu müssen.

Ursprünglich war der Plan, die Magisterarbeit nach Feierabend parallel zum Job zu schrieben, was leider aus diversen Gründen gründlich schief gegangen ist. Nun werde ich also arbeitslos (Zeitvertrag ausgelaufen) und sehe darin im Grunde die letzte Chance, mein Studium noch abzuschließen und damit dann auch bessere Karten auf dem Arbeitsmarkt zu haben.

Mir ist natürlich klar, dass ich ich für den ALG-Anspruch auch dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen muß - aber ich frage mich dennoch, wie ich am besten mit diesem Spagat umgehen und gegenüber der Agentur für Arbeit auftreten kann.

Fragen: 1. Gibt es irgendwelche Erfahrungen oder Präzedenzfälle in einer vergleichbaren Situation? Ist Euch da irgendwas bekannt? Ich habe bei allen Suchen im Netz, in Foren etc. nichts finden können...

2. Ist es sinnvoll, gegenüber meinem Sachbearbeiter offen anzusprechen, dass ich die Magisterarbeit schreiben möchte? Die Hoffnung dabei wäre, dann mit etwas Glück von allzu hohen Bewerbungsauflagen oder anderen Qualifizierungsmaßnahmen verschont zu bleiben, da ich ja daran arbeite, meine Qualifikation massiv zu verbessern.

Oder ist es besser, davon nichts zu erwähnen und die Magisterarbeit sozusagen nur in der Freizeit anzugehen? Kann es Probleme geben, wenn ich das offen anspreche?

3. Wäre es möglich, aufgrund der Magisterarbeit anzugeben, dass ich nur für Teilzeitstellen zur Verfügung stehe? Oder können daraus negative Konsequenzen entstehen?

4. Ich weiß, dass es Leuten in einer vergleichbaren Situation (Prüfungsanspruch ohne noch als Studenten eingeschrieben zu sein) möglich war, im Rahmen von ALG 2 in ihrer EGV zu vereinbaren, dass sie die Auflage haben, innerhalb einer bestimmten Zeit ihr Studium abzuschließen und sie dafür dann in dieser Zeit keine weiteren Bewerbungsauflagen erfüllen mußten. Ist so etwas auch bei ALG 1 denkbar oder ist das dadurch, dass man dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen muß grundsätzlich ausgeschlossen?

Ich wäre für alle Antworten, Tips & Anregungen extrem dankbar!
Beste Grüße,
karlfried
Ich muß Dir leider Deinen Optimismus rauben, daß man mit einem oder mehreren höheren Berufsabschlüssen, auch bezogen auf verschiedene Branchen, bessere Vermittlungschancen in Jobs bekommt. Auch Akademiker sind trotz Fachkräftemangel nicht als gutbezahlte Arbeitskräfte gefragt.

Michael Hartmann - Die geschlossene Gesellschaft des Topmanagements

Eliteforscher Hartmann: "Zum Manager wird man geboren" - Wirtschaft | STERN.DE

Die Wirtschaft will zwar die eierlegende Wollmilchsau. Aber sie soll, jung, arbeits- und sozialrechtlich unerfahren und bloß nicht gesellschaftskritisch auf dem Damm und nicht gewerkschaftlich organisiert sein. Und ja nicht von sozialer Gerechtigkeit und kollegialer Solidarität träumen. Es zählt der Ellenbogen und das Herrschaftsprinzip von Cäsar bis Bismarck: Divide et impera! (zu deutsch Teile und herrsche) oder wie Bismark sagte: Politik von Zuckerbrot und Peitsche.

Ob Du Deine Magisterarbeit geschrieben hast und mit summa cum laude Dein Staatsexamen hingelegt hast, interessiert niemanden. Du kannst Dir auch die Dienstleistungen von Ghostwritern zu nutze machen, so wie von und zu Guttenberg und Co.



Wichtig ist nur eins:
  • Du mußt nur aus dem sozial richtig ausselektiertem Stall der selbsternannten Leistungselite kommen,
  • über die richtigen Netzwerke / Vitamin-B-Beziehungen verfügen,
  • Machtausübung skrupellos umsetzen und
  • möglichst schwarzgelbe Gesellschaftsansichten vom Wirtschaftswachstum jubilieren können.
Diese Wollmilchsau soll vom kapitalistischen Konsumrausch und Medieneinfluß ausreichend verblödet sein.

Georg Schramm -- Systematische Volksverdummung durch die Medien - YouTube

Was hat ein absolvierter Akademiker unterhalb der Leistungselite beruflich zu erwarten?

1-Euro- oder Minijob- oder kostenlose Endlos-Firmen-Praktikakarriere möglichst bis zum Erreichen des Renteneintritts.

Und dann wundert sich die Politik und Wirtschaft, um den Mangel an Familiengründungen und das Bestreben für Nachwuchs zu sorgen.

ARD/WDR, Monitor, Nr. 621 vom 16.06.2011: Doktor Arbeitsamt - Wie wissenschaftliche Mitarbeiter in die Illegalität getrieben werden

So und nun wundere Dich noch mal, warum Facharbeiter bis Akademiker, sofern sie finanziell noch in der Lage dazu sind, die deutschen Lande fluchtartig Richtung Schweiz, Skandinavien, USA verlassen?

Schwarzgelb zelebriert die flächendeckende Prekärbeschäftigung auf sozialem Niveau indischer Rikschafahrer und privatisiert oder zerschlägt die Sozialsysteme.

Damit man den ideologisch fruchtbaren Nährboden unter der Bevölkerung bereitet, bedient man sich der Agitatoren und Propagandisten, die im Dienst der Bertelsmann-Stiftung, der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft oder Konvent für Deutschland stehen, um nur paar der ideologischen Dreckschleudern unserer Elite zu nennen.
 

stummelbeinchen

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Hallo,

erkundige Dich bitte bei Deiner Uni, ob Du überhaupt noch die Möglichkeit hast, das Studium abzuschließen. In den meisten Prüfungsordnungen gibts eine Frist (bei mir warens 24 Monate), in der man alles abgeschlossen haben muss.
Also ab zur Studienberatung, bevor Du finanzielle und zeitliche Einbußen hast und dabei lohnt sich das noch nicht mal.

MfG
 

karlfried

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Danke Euch allen nochmal für die Antworten!

Dann werde ich wohl wirklich die Magisterarbeit nicht ansprechen und mich voll zur Verfügung stellen. Auftauchen wird die Angelegenheit am Rande wohl ohnehin, denn denen scheint nicht ganz klar zu sein, ob sie mich nun als Akademiker führen oder als Wasauchimmer. Da werden also Nachfragen kommen, aber ich halte mich dann bedeckt was die konkreten Pläne angeht.

@stummelbeinchen: sinnvoller Hinweis! Habe allerdings natürlich schon mit der Uni gesprochen und alles ist okay. Allerdings werden die Richtlinien demnächst geändert und insofern besteht schon ein gewisser Zeitdruck, der noch nicht näher definiert ist. Innerhalb des nächsten Jahres sollte ich die Arbeit wohl geschrieben haben.

@Jockel: netter Rundumschlag ;) Ganz so naiv optimistisch wie ich vielleicht geklungen habe bin ich dann leider doch nicht. Und was die allgemeinen Strukturen dieser Gesellschaft angeht bin ich gar nicht so weit weg von dir. Aber trotzdem gehe ich erstmal davon aus, dass es nen gewissen Unterschied macht, ob ich einen akademischen Abschluss habe oder weiter als reiner Quereinsteiger ohne echte Berufsausbildung unterwegs bin. Dass auf nicht mehr ganz junge Geisteswissenschaftler ohne Stallgeruch nicht händeringend gewartet wird ist schon klar - aber zu resignieren bringt mir ja nun auch nix.
 

karlfried

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wenn du nur teilweise dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehst, dann bekommst du auch nur "Teilzeit"-Alg...
Wie ist es denn, wenn ich vor der Arbeitslosigkeit Teilzeit gearbeitet habe? Dann bekomme ich ja ALG berechnet nach dem damaligen Lohn für sagen wir 30 Stunden - kann ich in dem Fall angeben, auch weiterhin nur für diese 30 Stunden arbeiten zu wollen, ohne dass es dann noch eine zusätzliche Kürzung des ALG 1 gibt?

Schließlich bekomme ich die Leistungen ja auch nur in Höhe meines Teilzeitgehaltes...

Ich steige da noch nicht ganz durch, auch wenn ich mich jetzt schon ewig durch das Forum gefräst habe.

Aber in jedem Fall großartig wieviel Wissen hier auf diesen Seiten zu finden ist! Großen Respekt an alle, die dazu beitragen!!!
 

stummelbeinchen

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Wie ist es denn, wenn ich vor der Arbeitslosigkeit Teilzeit gearbeitet habe? Dann bekomme ich ja ALG berechnet nach dem damaligen Lohn für sagen wir 30 Stunden - kann ich in dem Fall angeben, auch weiterhin nur für diese 30 Stunden arbeiten zu wollen, ohne dass es dann noch eine zusätzliche Kürzung des ALG 1 gibt?
Ja, das geht. Begründung hast Du selber geliefert.
 

karlfried

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Super! Da fällt mir schonmal echt ein Stein vom Herzen! Irgendwie gehe ich schon ganz selbstverständlich davon aus, dass logische Begründungen in dieser Bürokratie keinerlei Bedeutung haben. Hach!
 

Foederalist

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Super! Da fällt mir schonmal echt ein Stein vom Herzen! Irgendwie gehe ich schon ganz selbstverständlich davon aus, dass logische Begründungen in dieser Bürokratie keinerlei Bedeutung haben. Hach!
Grundsätzlich glaube ich schon, dass man auch in der Arbeitsagentur vernünftigen Lösungen oft aufgeschlossen gegenüber steht, solange diese geltenden Gesetzen und/oder internen Weisungen nicht widersprechen. Wenn es also vielleicht nur um maximal 1-2 Monate geht und du dann deinen Abschluss in der Tasche hast, dann kann es schon sein (natürlich von SB zu SB unterschiedlich), dass man Dich etwas in Ruhe lässt. Aber da Dein Beitrag vermuten lässt, dass Du mit der Magisterarbeit noch nicht weit fortgeschritten bist (oder noch gar nicht angefangen hast), sehe ich diese Möglichkeit nicht. Du hast ja wohl auch selber nicht ernsthaft gedacht, dass man dir vielleicht für z. B. 6 Monate Arbeitslosengeld rüberschiebt, allein damit Du Deine Magisterarbeit schreiben kannst. Eine Freundin von mir ist in einer ähnlichen Situation: Diese hatte auch gearbeitet und gehört zu den letzten in ihrem Fach die noch Magister macht. Nur sie hat sich nicht arbeitslos gemeldet, sondern arbeitet nebenbei in Minijobs.
Ziel bei ALG1 ist eben die schnellstmögliche Vermittlung wieder in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Wenn du dich arbeitslos gemeldet hast (und schließlich zwingt dich niemand dazu Arbeitslosengeld zu beziehen), dann musst du dich auch wie jeder andere mit den gesetzlich fixierten Verpflichtungen abfinden.
Aber klar ist: Wenn Du bisher 30 Std. gearbeitet hast, dann kannst du dich, wie auch hier schon beschrieben, auf diesen Zeitrahmen beschränken. Und das scheint dir ja zu reichen und somit dürfte auch das Problem erledigt sein.
 

stummelbeinchen

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Nur, damit hier kein falscher Eindruck entsteht:
Grundsätzlich glaube ich schon, dass man auch in der Arbeitsagentur vernünftigen Lösungen oft aufgeschlossen gegenüber steht, solange diese geltenden Gesetzen und/oder internen Weisungen nicht widersprechen. Wenn es also vielleicht nur um maximal 1-2 Monate geht und du dann deinen Abschluss in der Tasche hast, dann kann es schon sein (natürlich von SB zu SB unterschiedlich), dass man Dich etwas in Ruhe lässt.
Das widerspricht sich. Es gibt keine rechtliche Grundlage dafür, die in solch einem Fall greifen würde.

@karlfried
Du wirst nicht als Akademiker geführt oder vermittelt, weil Du keinen Abschluss hast.
 

jockel

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Danke Euch allen nochmal für die Antworten!

Dann werde ich wohl wirklich die Magisterarbeit nicht ansprechen und mich voll zur Verfügung stellen. Auftauchen wird die Angelegenheit am Rande wohl ohnehin, denn denen scheint nicht ganz klar zu sein, ob sie mich nun als Akademiker führen oder als Wasauchimmer. Da werden also Nachfragen kommen, aber ich halte mich dann bedeckt was die konkreten Pläne angeht.

@stummelbeinchen: sinnvoller Hinweis! Habe allerdings natürlich schon mit der Uni gesprochen und alles ist okay. Allerdings werden die Richtlinien demnächst geändert und insofern besteht schon ein gewisser Zeitdruck, der noch nicht näher definiert ist. Innerhalb des nächsten Jahres sollte ich die Arbeit wohl geschrieben haben.

@Jockel: netter Rundumschlag ;) Ganz so naiv optimistisch wie ich vielleicht geklungen habe bin ich dann leider doch nicht. Und was die allgemeinen Strukturen dieser Gesellschaft angeht bin ich gar nicht so weit weg von dir. Aber trotzdem gehe ich erstmal davon aus, dass es nen gewissen Unterschied macht, ob ich einen akademischen Abschluss habe oder weiter als reiner Quereinsteiger ohne echte Berufsausbildung unterwegs bin. Dass auf nicht mehr ganz junge Geisteswissenschaftler ohne Stallgeruch nicht händeringend gewartet wird ist schon klar - aber zu resignieren bringt mir ja nun auch nix.
Wenn Du ununterbrochen 10 Jahre mit höherwertiger Berufsausbildung immer noch auf Jobsuche bist, dann wird sich leider Deine Einstellung auch geändert haben, zumal ich heute auf den CDU-Parteitag die Ansichten dieser Unternehmergauner- und -gangstertruppe hörte.

Lohnuntergrenze bedeutet doch ständig ohne erwartbare Lohnanhebungungen sozial untenbleiben, damit die Unternehmensprofite endlose in den Himmel wachsen können. So wird die Wachstumsbeschleunigung verstanden - bei den Unternehmern - niemals fürs Volk.

Keine Lohnsteuern und Sozialabgaben zu bezahlen, klingt erstmal ganz gut für einen arbeitenden Menschen. Nur an die Folgen muß man denken: Ohne abgeführte Sozialbeiträge kein Krankengeld, kein Pflegegeld, keine Rente. Also ist mehr Netto statt Brutto absoluter Humbug für einen AN, aber ein Vorteil für den Unternehmer.

Volker Pispers über den Sinn von Steuersenkungen, FDP & Steuerhinterziehung - YouTube

Volker Pispers Bretto und Nutto 1/2 - YouTube

Volker Pispers Bretto und Nutto 2/2 - YouTube

Ein Mindestlohn dagegen kann ständig nach oben angepaßt werden

DIE LINKE: Was heißt hier Mindestlohn?

Caren Lay: 10 Euro pro Stunde sind das Minimum - YouTube

Fraktion DIE LINKE. im Bundestag - Pressemitteilung - Ost-West-Unterschied beim Mindestlohn wäre eine Schande

Warum ist man in den Niederlanden, in skandinavischen Ländern und der Schweiz sozial besser abgesichert als in Deutschland?

In Niederlande bei 50 Jahre Wohnaufenthalt - Grundsicherung 1.100 Euro. In Deutschland gehts nach Wartefristen, nachgewiesenen Beitragsjahren, Verdiensten und viele der Anrechnungs- und Zurechnungszeiten sind gestrichen worden, u.a. auch Zeiten der Berufsbildung. Also will man Aus- und Weiterbildungszeiten bei vorhandenen Fachkräfte in ihrer Entwicklung nicht staatlich fördern, sondern bestrafen.

Prekärbeschäftigung auf immer und ewig ist im Interesse der Unternehmer.

Unsichere Renten - ZDF.de

https://frontal21.zdf.de/ZDFde/download/0,6753,7024737,00.pdf

https://frontal21.zdf.de/ZDFde/download/0,6753,7024736,00.pdf

Renten: Auf dem Weg in die Altersarmut - Frontal21 - ZDFmediathek - ZDF Mediathek

"Für Viele ein böses Erwachen" - Frontal21 - ZDFmediathek - ZDF Mediathek

"Es ist nicht armutsfest" - Frontal21 - ZDFmediathek - ZDF Mediathek

"Nicht tauglich" - Frontal21 - ZDFmediathek - ZDF Mediathek
 

jockel

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Wie ist es denn, wenn ich vor der Arbeitslosigkeit Teilzeit gearbeitet habe? Dann bekomme ich ja ALG berechnet nach dem damaligen Lohn für sagen wir 30 Stunden - kann ich in dem Fall angeben, auch weiterhin nur für diese 30 Stunden arbeiten zu wollen, ohne dass es dann noch eine zusätzliche Kürzung des ALG 1 gibt?

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Weitere, ausgesuchte Arbeitslosenforen:

Tacheles - Aktuelle Informationen zum Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe und Grundsicherung mit bundesweitem Adressregister über Beratungsstellen und anwaltlicher Hilfe

www.erwerbslos.de mit Adressregister über Beratungsstellen

BAG unabhängiger Erwerbsloseninitiativen - Homepage

LabourNet Germany: Treffpunkt für Ungehorsame, mit und ohne Job, basisnah, gesellschaftskritisch
 

jockel

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Super! Da fällt mir schonmal echt ein Stein vom Herzen! Irgendwie gehe ich schon ganz selbstverständlich davon aus, dass logische Begründungen in dieser Bürokratie keinerlei Bedeutung haben. Hach!
Viele Rechtsregelungen im Arbeits- und Sozialrecht, Arbeitslosen- und Rentenrecht, Wohn- und Mietrecht, die logisch entstandene Schnittstellen aufweisen müssten, haben diese nicht, sondern widersprechen sich häufig, weil jedes Fachgebiet im eigenen Saft schmort bzw. sein eigenes Süppchen kocht.

Das kommt vom kleinkarierten Denken von Behörden und Unternehmen, die nicht über ihre Bereichs- oder Betriebsgrenzen blicken wollen. Die haben keinen Blick für volkswirtschaftlich wichtige Dinge.

Der ratsuchende Bürger erhält keine kompetente Hilfe und Beratung, sondern wird als lästiger Bittsteller abgefertigt. deshalb muß man sich häufig selbst mit den fragestellungen auseinandersetzen oder die Arbeitsloseninitiativen in Anspruch nehmen. So verschwendet man Zeit, Geld und Mühe mit dem Einarbeiten, was nicht sein müßte, wenn man als Mensch akzeptiert und respektiert würde.
 

jockel

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Grundsätzlich glaube ich schon, dass man auch in der Arbeitsagentur vernünftigen Lösungen oft aufgeschlossen gegenüber steht, solange diese geltenden Gesetzen und/oder internen Weisungen nicht widersprechen. Wenn es also vielleicht nur um maximal 1-2 Monate geht und du dann deinen Abschluss in der Tasche hast, dann kann es schon sein (natürlich von SB zu SB unterschiedlich), dass man Dich etwas in Ruhe lässt. Aber da Dein Beitrag vermuten lässt, dass Du mit der Magisterarbeit noch nicht weit fortgeschritten bist (oder noch gar nicht angefangen hast), sehe ich diese Möglichkeit nicht. Du hast ja wohl auch selber nicht ernsthaft gedacht, dass man dir vielleicht für z. B. 6 Monate Arbeitslosengeld rüberschiebt, allein damit Du Deine Magisterarbeit schreiben kannst. Eine Freundin von mir ist in einer ähnlichen Situation: Diese hatte auch gearbeitet und gehört zu den letzten in ihrem Fach die noch Magister macht. Nur sie hat sich nicht arbeitslos gemeldet, sondern arbeitet nebenbei in Minijobs.
Ziel bei ALG1 ist eben die schnellstmögliche Vermittlung wieder in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Wenn du dich arbeitslos gemeldet hast (und schließlich zwingt dich niemand dazu Arbeitslosengeld zu beziehen), dann musst du dich auch wie jeder andere mit den gesetzlich fixierten Verpflichtungen abfinden.
Aber klar ist: Wenn Du bisher 30 Std. gearbeitet hast, dann kannst du dich, wie auch hier schon beschrieben, auf diesen Zeitrahmen beschränken. Und das scheint dir ja zu reichen und somit dürfte auch das Problem erledigt sein.
Falsch: Ziel ist nicht die schnellstmögliche Vermittlung in Jobs auf dem 1. Arbeitsmarkt, sondern das amtlich kontrollierte Vergammeln und Verwahrlosen von Millionen arbeitslos gemachten Menschen, damit die Bediensteten der Arbeitslosenverwahrlosungsanstalten Arbeitsagentur und Jobcenter ihre Daseinsberechtigung nachweisen können, denn sonst würden sie ja selbst arbeitslos werden. Arbeitsvermittlung findet nur mit Statistikfälschungen auf dem Papier statt.

Das Schicksal der Arbeitslosen dient zur sozialen Abschreckung der Arbeitenden ins soziale Elend abzurutschen und jederzeit empfänglich für Prekärarbeit zu bleiben.

Hartzgesetzgebung unterstützt aktiv fortgesetzes Sozial- und Lohndumping.
 
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