ALG 1: SB erzwingt Unterschrift zur Maßnahme, lohnt sich Widerspruch und Dienstaufsichtsbeschwerde?

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jondelbee

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Hallo liebe Leute,

ich möchte Euch heute um Eure Meinung oder ein paar Hinweise bitten, zu einer Sache, die einer Freundin passiert ist:

Sie ist seit September letzten Jahres im ALG 1 Bezug und hat keine EGV bekommen. Aber seit 2 Monaten macht ihre SB sie nur noch zur Schnecke. Es fing damit an, dass meine Freundin ihrer SB mitteilte, dass ihr kleiner Junge ( 2 Jahre) erst ab 8.30 uhr in die Kita könnte vorher ist dort nicht geöffnet und ob sie das bei Vergabe der Termine bzw. Einladungen evtl.berücksichtigen könnte?! Die SB tat so als ob sie es registriert hatte, aber der nächste Termin kam prompt für 8.00Uhr. Daraufhin rief meine Freundin dort an und wollte den Termin auf nach 8.30Uhr verlegen lassen, aber Sie wurde nur angepampt warum sie die SB auf der Durchwahl anruft, das verbitte sie sich und sie solle gefälligst 8 Uhr auftauchen. Dann hat meine Freundin nochmal versucht der SB den Sachverhalt zu schildern aber es ging nicht in ihren kopf oder sie wollte nicht zuhören, da hat meine Freundin genervt aufgelegt und ist nicht zum Termin erschienen. Daraufhin wurde ihr ALG1 erstmal gesperrt.Der Folgetermin , fiel genau in den Urlaub meiner Freundin und zum Glück war dieser aber regulär bei ihrer SB angemeldet. Wer weiß was die sonstmit ihr gemacht hätte. Ich habe dann im Namen meiner Freundin eine Mail geschrieben, dass sie im Urlaub ist und nächste Woche wieder zur Verfügung stände. Den nächsten Termin bekam sie dann genau eine Woche später zum Glück für 8.30 Uhr bei einer anderen SB. Sie sollte nun Rede und Antwort stehen warum sie nicht zum vorhergehenden 8 uhr Termin erschienen ist. Nur leider war die andere SB an dem Termin nicht da und sie mußte wieder zu ihrer alten SB. Welche sie sofort zur Schnecke machte was das soll und ob sie ihre Bewerbungen dabei hat und was das für Unterlagen sind und sich über sie beschweren bringt überhaupt nichts, sie hätte ja eine richtig gute Rechtsschutzversicherung, die SB jetzt, und sie solle nicht immer dazwischen reden.... meine Freundin hatte die ganze Zeit überhaupt noch nichts gesagt. Dann wollte sie ihr nochmals erklären wie sich das mit den kita Öffnungszeiten verhält, weil diese Person überhaupt nicht darauf Rücksicht genommen hat, aber ihr wurde wieder das Wort verboten und eine Zuweisung zu einer Maßnahme vorgelegt, die sie sofort unterschreiben sollte oder ihr Geld bleibt gesperrt. Vor lauter Panik und Angst, die SB muß wohl sehr laut geworden sein, hat sie die Zuweisung unterschrieben und dabei garnicht bemerkt, dass die Maßnahme auch 8 Uhr beginnt und völlig sinnbefreit ist. Ihr Geld wurde nach 2 Tagen gezahlt, die Sperre ist aufgehoben. Aber alles ohne richtige Bescheide sonder nur so auf mündlicher Basis. Sehr komisch.

Nun hat sie mich aber gefragt ob ich nicht einen Widerspruch wegen der erzwungenen Unterschrift zwecks Teilnahme an der Maßnahme schreiben könnte und ob sie den SB wechseln kann und noch eine Dienstaufsichtsbeschwerde machen könnte?

Ich habe jetzt die Zuweisung zur Maßnahme von Ihr bekommen, da ist aber keine Unterschrift drauf. Ich habe sie gefragt ob sie eine EGV unterschrieben hat und sie meinte nein. Jedoch weiß ich jetzt gar nicht so recht wie ich am besten anfang mit dem Widerspruch. Ist der überhaupt zulässig? Soll ich die Zuweisung mal einstellen??? Wohin schickt man so eine Beschwerde oder den Widerspruch bei der AfA? Ich kenne mich gerade mal so in meinen Hartz 4 Sachen aus, aber ALG ! ist das auch so zu handhaben?

Sorry für den langen Text, ich konnte es aber nicht kürzer ausführen....

Und falls Ihr Euch wundert, ich mache schon ein paar Jahre die wichtigen postalischen Schreiben für meine Freundin und bis jetzt konnte ich immer Punkten, nur in diesem Fall ists ganz schön heftig finde ich. Könnt Ihr mir ein paar Tips geben?
 

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Gast
Ach ja, die lieben Kita-Zeiten. Ich habe mal meine damals 3-Jährige morgens zum JC-Termin einfach mitgebracht, die war morgens immer recht knatschig, danach kam nie mehr ein Termin vor 10 Uhr.

Ich weiß nicht, kann sein dass ich jetzt komplett daneben liege, aber kann es sein dass die Kombination weibliche Elo und weibliche SB öfter mal schief geht was das zwischenmenschliche betrifft?
 

Helga40

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Was ist deine Freundin von Beruf und hat sie sich Teilzeit oder Vollzeit zur Verfügung gestellt? Für mich liest sich das danach, dass sie Alg1 für Vollzeit bekommt, aber die Vermittlerin wegen der späten Kinderbetreuung davon ausgeht, dass sie in Wirklichkeit gar nicht Vollzeit arbeiten kann.

Ach ja, die lieben Kita-Zeiten. Ich habe mal meine damals 3-Jährige morgens zum JC-Termin einfach mitgebracht, die war morgens immer recht knatschig, danach kam nie mehr ein Termin vor 10 Uhr.

Ich weiß nicht, kann sein dass ich jetzt komplett daneben liege, aber kann es sein dass die Kombination weibliche Elo und weibliche SB öfter mal schief geht was das zwischenmenschliche betrifft?

JC ist was ganz anderes als Alg1. Bei Alg1 kommt es auf den Umfang der Verfügbarkeit an, was im Alg2 gar keine Rolle spielt.
 

jondelbee

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Danke schon mal fürs lesen und ja meine Freundin hat sich als Vollzeit gemeldet. Zuletzt war sie in der Süßwarenbranche in der Produktion. Mir kommt es auch so vor, wenn 2 weibliche Charaktere aufeinander treffen, die vielleicht auch noch beide etwas durchsetzen wollen, gehts rund. Aber diese SB ist schon bekannt für ihre lauten Ausraster und ihre unfreundliche Art.
Und danke für den Hinweis bzw. den Unterschied ALG 1 und ALG 2. Ich habs doch geahnt. Jetzt weiß ichs. Vielen Dank!
 

Helga40

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Zuletzt war sie in der Süßwarenbranche in der Produktion

Wie waren da die Arbeitszeiten? Erst ab 9 Uhr (8.30 Uhr Kind in die Kita bringen + Wegzeit zur Arbeit) hat man doch eher selten in der Produktion. Wie sind die Kita-Zeiten? Wenn man zu 8 Stunden Arbeit/Tag noch jeweils eine halbe bis 1 Stunde Wegzeit dazu rechnet, müsste die Kita bis 18.30 Uhr gehen? Sind denn in der Kita nur Kinder, deren Eltern nach 8.30 Uhr anfangen zu arbeiten?

Mit weiblich trifft auf weiblich hat das gar nichts zu tun. Es geht um Verfügbarkeit und darum, dass jemand Alg für Vollzeit will, die aber anscheinend gar nicht erbringen kann, weil die Kinderbetreuung weniger als Vollzeit zulässt.
 

Helga40

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Ich war bei keinem Gespräch dabei, du auch nicht, ob der TE als Beistand dabei war, kann ich auch nicht erlesen und die SB kann hier nicht befragt werden. Daher weiß niemand, was nun tatsächlich vorgefallen ist. Ich halte mich mit solchen Beurteilungen lieber zurück, wenn ich nicht beide Seiten hören kann.

Wenn es um möglichen Betrug geht (dass ist es nunmal, wenn man für Vollzeit Alg bezieht, aber in Wirklichkeit nur Teilzeit geht), kann es auch mal laut und ungemütlich werden.
 

jondelbee

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Also ihre Arbeitszeiten waren sogar in 2 Schichten: 5-14 uhr und 14-22uhr , falls ich das mal einwerfen dürfte. Sie hat sich allerdings auch mit Ihrem Lebensgefährten die Elternzeit geteilt. Jetzt ist ihr Freund aber auch schon wieder ne Weile am arbeiten. Und was für Eltern in der KITA sind kann ich leider nicht sagen. Hätte ich gewußt, das diese Info von Nöten ist hätte ich mir natürlich eine Zusammenstellung geben lassen.

Ich muß auch leider sagen, ich war als Beistand nicht mit dabei, aber ich wäre es gern gewesen. Normalerweise wäre ihr Termin ja auch bei einer anderen SB gewesen....sozusagen eine Verkettung unglücklicher Umstände. Und um Betrug geht es hier überhaupt nicht...sie kann ja von 8.30Uhr bis Nachmittags durchziehen. Vollzeit! Das Abholen des Kleinen ist gesichert. Nur für Morgens hat sie Niemanden.

So mal schauen, ob ich nun endlich mal paar Ratschläge bekomme ob sich ein Widerspruch lohnt oder ob wir weiter über die Kita reden.

Ja wir waren Alle nicht dabei, aber ich glaube Ihr, weil ich sie schon sehr lange kenne und sie sich noch nie so empört hat, über den unnormalen Umgangston. Wie gesagt, die SB ist auch schon vorher bekannt für ihre herbe Art gewesen. Außerdem kann doch bei keinem Beitrag oder Hilfegesuch gesagt werden ob alles 100% stimmt was da geschrieben wird und trotzdem wird geholfen. Das geht doch gerade alles etwas in die falsche Richtung hier. Können wir vielleicht mal davon ausgehen, dass es so war wie mir berichtet wurde....was könnte ich dagegen tun?
 

Makale

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Wenn es sich tatsächlich so zugetragen haben sollte wie beschrieben, wäre eine Fachaufsichtsbeschwerde kombiniert mit einer Dienstaufsichtsbeschwerde durchaus angebracht.

Übrigens sei mal angemerkt, dass die betroffene Person offensichtlich nicht alleinerziehend/alleinstehend ist und somit nicht per se eine Vollzeitverfügbarkeit aufgrund der Kitazeiten verneint werden kann. Es wäre auch Arbeitszeit beispielsweise von 9 - 17.30/18.00 Uhr möglich und der Partner holt das Kind aus der Kita. Da muss man die Lebensumstände genauer hinterfragen und bemüht sein eine beiderseitig akzeptable Lösung zu finden. Dazu ist die AfA auch gesetzlich verpflichtet, siehe nur § 33 SGB I. Einfach diktieren geht nicht, schon gar keine irgendwie gearteten Maßnahmen, wo weder genauere Infos noch irgendwelche Beweggründe der Entscheidung ersichtlich sind.

Und nein Helga ich widerspreche dir. Egal um was es geht oder wie schwierig die Situation auch ist. Professionelle Kundenbetreuung bedeutet in jeder Situation, und sei sie noch so schwierig oder verzwickt, souverän, sachlich, empathisch und fachlich kompetent aufzutreten. Das ist übrigens mein Job dafür Sorge zu tragen, dass mein Team dies umsetzt.
 
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Helga40

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Alg 1 ist nicht mein Rechtsgebiet, aber die Verfügbarkeit misst sich an den Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes und nicht danach, dass vielleicht eine Firma von 100 Arbeitszeiten ab 9 Uhr bis 17.30 Uhr (mit Pause) anbietet. So einfach ist das mit "Ich könnte dafür aber abends bis... arbeiten." nicht um SGB III.

Solange in einer Behörde Menschen auf Menschen treffen, menschelt es. Und ich bleibe dabei: Ich war nicht dabei und urteile nicht, wenn ich die andere Seite nicht hören kann.
 
E

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Alg 1 ist nicht mein Rechtsgebiet, aber die Verfügbarkeit misst sich an den Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes und nicht danach, dass vielleicht eine Firma von 100 Arbeitszeiten ab 9 Uhr bis 17.30 Uhr (mit Pause) anbietet. So einfach ist das mit "Ich könnte dafür aber abends bis... arbeiten." nicht um SGB III.
Ja und? icharbeote auch Vollzeit, und ich fange eigentlich nie vor 9 Uhr an, meistens noch später, passt bei uns deshalb gut, weil wir viel mit USA zusammenarbeiten und da ist es wegen der Zeitverschiebeung sehr von Vorteil, wenn auch nach 17 Uhr noch jemand erreichbar ist. Also dass diese Firma so eie Ausname sein soll, das bestreite ich einfach mal.
 

Helga40

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Ich kenne deine "Bei mir..." Beiträge. Aber ich bestreite jetzt mal trotzdem, das Vollzeit Arbeit ab 9 Uhr normal ist. Kommt im Übrigen auch auf die Branche an. Was die Bekannte des TE gelernt hat bzw. in welchem Bereich Arbeit gesucht wird, ist nicht bekannt.
 

Helga40

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Ich kenne niemanden, der in Vollzeit erst ab 9 Uhr arbeiten muss. Eher im Gegenteil. Um ein Beispiel aus meiner Familie zu nehmen: mein Sohn muss jeden Tag um 6.30 Uhr auf Arbeit sein (Technischer Systemplaner). Selbst in der Behörde mit Flexibler Arbeitszeit oder Gleitarbeit gibt es Kernarbeitszeiten bzw. es muss sich an Öffnungszeiten orientiert werden, da kann man bei Sprechzeit ab 8 Uhr sicherlich ab und zu mal etwas später kommen, aber nicht ständig. Daneben gibt es Branchen, da sind ganz andere Zeiten normal, sei es in der Gastronomie oder in der Pflege.

Ohne Kenntnis, für welchen Tätigkeitsbereich die Dame alo geführt wird, bringt diese Diskussion nichts.
 
E

ExUser 2606

Gast
Also in vielen Büros geht die Kernzeit erst ab 9.00 Uhr los. Bei und in Hannover öffnet in der Innenstadt inzwischen kaum ein Geschäft mehr vor 9.00 Uhr oder noch später. Ich bestreite ja gar nicht, dass das nicht überall geht, aber so wie du das darstellst stimmt das einfach nicht.
 
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E

ExUser 2606

Gast
Vollzeitig zur Verfügung stehen ist sicherlich nicht definiert als für acht Stunden des Tages meiner Wahl.
Das sagt ja keiner. Die Fragestellung muss einfach lauten: "Gibt es auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt Vollzeit-Arbeitsstellen, die die Mutter unter Berücksichtigung der Kinderbetreuungszeiten und Ihhrer Kenntnisse und Erfahrungen annehmen könnte?" Diese Frage muss man benatworten und nicht einfach nur eine Verfügbarkeit ab 8.00 Uhr voraussetzen.
 
E

ExUser 2606

Gast
Und Lehrer arbeiten ja auch nur während der Unterrichtsstunden, oder wie? Als ob in Ladenlokalen nur gearbeitet wird, wenn Öffnungszeiten sind.
Das ist mir auch klar, aber bei uns haben die meisten Geschäfte in der Innenstadt bis 20 Uhr auf, einige sogar noch länger. Da muss es also auch Schichten geben. Mir erschliesst sich immer noch nicht, warum eien Vollzeit-Verfügbarkeit nur gegen sein soll, wenn man ab 8.00 Uhr arbeiten kann.
 
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Helga40

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Selbst ab 8 Uhr kann problematisch sein, es kommt darauf an, was hinsichtlich der Berufsausübung üblich ist. Ich verweise der Einfachheit halber mal auf den Thread hier:

 

Makale

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Interessante Debatte von euch. Nun gut, sicherlich ist es problematisch, wenn zuvor einer Tätigkeit in der Produktionsbranche nachgegangen wurde, wo 2 oder 3 Tagesschichten üblich sind. Diese Branche halte ich außerhalb des kaufmännischen Bereichs generell mit einer Familie für unvereinbar. Ich rege daher grundsätzlich einen Branchenwechsel an. Aufgrund der generellen Berufswahlfreiheit ist das hinsichtlich der Vermittlung auch nachträglich noch möglich.

Die ALG Höhe richtet sich nach dem letzten Verdienst und der wöchentlichen Arbeitszeit, nicht danach in welcher Branche oder zu welchen Arbeitszeiten jemand tätig war. Wichtig ist daher, dass bei Vollzeit-ALG auch Verfügbarkeit für die Vermittlung in Vollzeit gegeben sein muss. Für die Vermittlung hat der Gesetzgeber, abgesehen von paar Vermittlungsgrundsätzen allgemeiner Art (§§ 35, 36 SGB III), keine weiteren starren Vorgaben gemacht. Deswegen muss grundsätzlich Art. 12 GG und § 33 SGB I berücksichtigt werden. Der Vollständigkeit halber sei noch auf § 1 SGB III hingewiesen.

Bei der Terminfestsetzung müssen die bekannten persönliche Verhältnisse des Meldepflichtigen berücksichtigt werden. Hierunter fällt auch das die Kita erst um 8.30 Uhr das Kind in Obhut nehmen kann. Demzufolge ist eine vorherige Meldeaufforderung rechtswidrig, wenn dies missachtet wird. In der Fachsprache ist das der klassische Fall der Ermessensunterschreitung, d.h. wesentliche Kriterien wurden nicht berücksichtigt bei der Ermessensausübung.
Ob und unter welchen Voraussetzungen für eine bessere bzw. passendere Verfügbarkeit für die Vermittlung ggf. ein Kitawechsel möglich erscheint oder andere Betreuungsformen in Betracht gezogen werden können, steht auf einen anderen Blatt und muss im Rahmen der Vermittlungsbetreuung geklärt werden. Zu den Aufgaben einer qualifizierten Vermittlungsfachkraft gehört es einen Ausgleich zwischen den Interessen der Versichertengemeinschaft und den Interessen des einzelnen ALG Beziehers herzustellen. Genau dafür hat der Gesetzgeber an vielen Stellen des Gesetzes Ermessensspielräume eingeräumt. Die Frage ist hier nur wie die jeweiligen Dienstvorgaben in der AfA sind und zudem wie es mit den Soft- und Hardskills des Vermittlers/der Vermittlerin aussieht. Leider sind allgemein viele Beschäftigten, vor allem in den Jobcentern, für diesen Job schlicht ungeeignet und unzureichend qualifiziert.

Mit Eingliederungsmaßnahmen ist es nicht anders. Da muss zunächst eine Potenzial- und Bedarfsanalyse vorgenommen werden (siehe § 37 Abs. 1 SGB III). Ohne dem läuft in der Vermittlung nichts rechtskonform. Daher bedarf es aus meiner Sicht kein weiteres Eingehen darauf. Die Betroffene ist nicht verpflichtet die aufgezwungene Maßnahme zu absolvieren. Aufgrund der offensichtlich "erpressten" Unterschrift ist die Einwilligung ohnehin unwirksam. Dagegen sollte auf jeden Fall in Form einer Beschwerde vorgegangen werden, sofern es den Tatsachen entspricht. Es ist sicher nicht verkehrt eine Fachberatungsstelle oder noch besser gleich einen Fachanwalt für Arbeits- und Sozialrecht hinzuzuziehen. Sofern da tatsächliche eine Vermittlerin regelmäßig über die Stränge schlägt, dann wird es Zeit sie aus dem öffentlichen Dienst zu entfernen.
 

Helga40

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Bei der Terminfestsetzung müssen die bekannten persönliche Verhältnisse des Meldepflichtigen berücksichtigt werden. Hierunter fällt auch das die Kita erst um 8.30 Uhr das Kind in Obhut nehmen kann. Demzufolge ist eine vorherige Meldeaufforderung rechtswidrig, wenn dies missachtet wird.

Die dazu passende Rechtsprechung hast du sicherlich parat, oder? Anders als im SGB II spielt Kinderbetreuung nämlich keine Rolle. Entweder man ist verfügbar oder nicht. Der Arbeitslose kann nicht einfach am Arbeitsmarkt vorbei bestimmen, wann es ihm mal mit Arbeit passt und wann nicht.

Nicht umsonst liest man in den FHs zu 138 folgendes:

.) Erklärt der Arbeitslose im Antrag und/oder gegenüber der Arbeitsvermittlung, dass die Betreuung aufsichtsbedürftiger Kinder oder pflegebedürftiger Personen im Falle der Arbeitsaufnahme oder eines Maßnahmeeintritts jederzeit sichergestellt ist, ist Verfügbarkeit gegeben. D

Du kannst dir auch mal § 140 Abs. 5 auf der Zunge zergehen lassen:

(5) Eine Beschäftigung ist nicht schon deshalb unzumutbar, weil sie befristet ist, vorübergehend eine getrennte Haushaltsführung erfordert oder nicht zum Kreis der Beschäftigungen gehört, für die die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer ausgebildet ist oder die sie oder er bisher ausgeübt hat.

Wenn sogar "Vorübergehend getrennte Haushaltsführung" zumutbar ist, dann interessiert offensichtlich unzureichende Kinderbetreuung im SGB III niemanden.

Sofern da tatsächliche eine Vermittlerin regelmäßig über die Stränge schlägt, dann wird es Zeit sie aus dem öffentlichen Dienst zu entfernen.

Manchmal frage ich mich, was du mit solcher Polemik zu erreichen versuchst.
 

jondelbee

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Makale du hast mir sehr geholfen, vielen vielen Dank. Das sind wenigstend Info´s mit denen ich arbeiten kann. Ich mache mich auch nochmal mit ein paar Paragrafen schlau und dann müßte ich ja endlich was schreiben können.
Und Helga40 , ich weiß nicht warum Du so eine feindselige Haltung zu allem was gesagt wird, einnimmst, aber die Arbeitslose will doch gar nicht einfach am Arbeitsmarkt vorbei bestimmen, wann es ihr mal mit Arbeit passt und wann nicht.
Wer hat das denn behauptet, es ging doch lediglich um die Einladungstermine und das geht doch nicht zu weit wenn ein SB sich mit der Kundin in Punkto Terminierung einigen könnte. Meine Vermittlerin z. Bsp. fragt mich nach jedem Gespräch wann ich denn das nächste mal Zeit hätte oder ob ich eine bestimmte Uhrzeit vorschlagen möchte. Das Datum legen wir gemeinsam fest und die Uhrzeit kann ich mir aussuchen. Natürlich im Rahmen Vormittags versteht sich. Aber ich bin auch ALG 2 .
Ich will damit nur sagen ein wenig menschlichkeit und Rücksichtnahme wäre doch nicht zu viel verlangt. Man kann sich doch irgendwie einigen und das heißt doch noch lange nicht, dass sie eine sinnvollen Tätigkeit, von der man auch leben könnte, mit Beginn vor 8.30Uhr ablehnen würde! Wieso willst Du sie permanent als arbeitsunwillig darstellen, Helga40? Vielleicht wird der ganze Freundeskreis alarmiert und wir finden dann schon eine Lösung, hier gehts aber nur um diese Termine, wo sowieso nichts bei rauskommt außer Beleidigungen und sinnlos Maßnahmen. Eine Arbeit wäre doch ein 6er im Lotto. Man macht sich dass dann schon passend, wenn man arbeiten will,darf und kann. Aber man kann natürlich auch alles total verbissen sehen und einem das Leben schwer machen.
Trotzdem danke dass Ihr Euch alle für diesen Bericht interessiert habt, ich freue mich dass sich doch noch die Leute untereinander helfen. Leider nimmt das immer mehr ab. Um so schöner das es solche Foren gibt. Ich werde jetzt erstmal was schriftliches zusammen basteln und mich darum auch paar Tage zurückziehen. Hab ja nicht ewig Zeit. Vielen Dank, Danke!!!
 

Helga40

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Es geht darum, die Hintergründe dieses Handelns darzulegen, nämlich, die Abklärung der tatsächlichen Verfügbarkeit. Mir ist klar, dass dir Makale Beitrag besser gefällt. Es geht im Leben aber nicht immer danach, was sich schöner liest.

Fakt ist doch, dass deiner Bekannten jetzt eine Maßnahme ab 8 Uhr zugewiesen wurde und sie damit zeitlich Probleme hat. Es droht also eine Sperrzeit. Das kann man nicht schönreden.
 

jondelbee

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Liebe Helga40 mir geht es doch auch nicht ums schön reden, mir geht es nur darum ob man auf Grund dieser "erpressten" Unterschrift nicht an der Teilnahme zu dieser Maßnahme rütteln kann? Vielleicht könnte man sich sogar mit dem Maßnahmeträger gut stellen und etwas später anfangen und das dann nachholen. Wenn ein Tag versäumt wird, kann er ja auch dran gehangen werden. Aber mir gehts ums Prinzip, dass man mit solch einer Einschüchterungstaktik keine Maßnahme erzwingen darf. Oder findest du das in Ordnung? ok Du und ich waren nicht dabei, aber stell Dir doch mal vor es ist so gewesen... Würdest Du das dann gut heißen? Ich möchte doch nur etwas dagegen unternehmen, ein Zeichen setzen bzw. klar stellen das es so nicht geht und es Leute gibt die sich wehren! Am liebsten würde ich für alle Leute aus unserer Stadt denen auch übel mitgespielt wurde, Widersprüche aufsetzen, denn es gibt bei uns keine Beratungsstelle für solche Sachen. Aber das traue ich mir dann doch nicht zu, nur in diesem Fall bin ich mir sicher, das kann nicht rechtens sein.
Es gibt genug Leute die immer kuschen und nichts hinterfragen und auf sowas warten diese SB´s nur. Den Mund verbieten und das Selbstwertgefühl zerstören. Einen langsam zermürben. Nein, warum? Es gibt doch nicht mal Arbeit von dieser Dame angeboten...nur eine undefinierbare Maßnahme. Bloß um klarzustellen wer am längeren Hebel sitzt, aber nicht mit uns. Wehrt Euch, kann ich da nur sagen und das möchte ich. Was soll das mit Arbeit ab um 9 uhr oder vor 8 Uhr...ich möchte mich gegen diese Nötigung und diese Art und Weise der Behandlung meiner Freundin in die Bresche werfen. Ich weiß nicht, warum man als erwachsener Mensch nicht alles im normalen Ton klären kann. So einen Umgangston muß man sich auch nicht bieten lassen. Mein Standpunkt und Punkt. Und ich habe mich übrigens auch bei Dir bedankt, Helga40, danke dass Ihr Euch alle für diesen Bericht interessiert habt. Damit warst auch Du gemeint. Makale hat aber mit zur Lösung beigetragen, deshalb ein extra Danke. Ich weiß wirklich nicht, warum DU so spitzfindig bist Helga40, aber trotzdem auch Dir nochmal einen extra Dank. Ohne Dich wäre vielleicht nicht so eine rege Diskussion entstanden. Bis die Tage!
 
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