ALG 1 - Sachbearbeiter kündigt rein telefonisch eine unerwünschte Maßnahme an. Welche Rechtsfolgen hat das, wenn die Betroffene da nicht teilnimmt?

alfonsbacke

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Aloha liebe Elo-Gemeinde

Nach stundenlangem Lesen habe ich leider noch kein klares Bild, wie meiner Bekannten in folgender Lage zu helfen ist:

Sie ist seit vier Tagen arbeitslos, auch im ALG 1 gemeldet, da nach 3 Jahren Kinderbetreuungszeiten (zwei Kindergartenkinder hat sie) die Arbeitsaufnahme am alten Arbeitsplatz nicht wieder möglich war. Die Familie bezieht auch aufstockend ALG 2. Die Frau hat zudem einen Minijob. Der Mann ist arbeitsunfähig erkrankt.
Ein Erstgespräch mit der SB vom ALG 1 fand heute, wegen Corona telefonisch, statt. Dabei wurden ihre Verfügbarkeit (man hat dann wegen der Kinderbeutreuungsprobleme 15 Stunden pro Woche angenommen) und ihre Qualifikation abgefragt.

Zum Ende des Telefonates hat man Ihr direkt eine Maßnahme zu einem "ganzheitlichen" Kurs der DAA in **************, mit Beginn in 3 Tagen angekündigt. Eine Verhinderung wegen akuter Erkankung wurde damit gekontert, mann solle die AU-Bescheinigung dann dem Maßnahmeträger zukommen lassen.
Im Anschluß rief eine Dame vom Maßnahmeträger an und bat im Prinzip nur darum, krank nicht zu erscheinen.
Der Umfang der Maßnahme soll 2 Tage/Woche und 6 Monate Dauer sein. Inhalte wurde nicht vorgestellt. Eine schriftliche Einladung oder Information zum Angebot erfolgten nicht.

Die einzige Begründung für die Maßnahme durch die ALG 1 SB klang ungefähr so: "Die Maßnahme soll beweisen, daß sie dem Arbeitsmarkt wirklich 15 Stunden/Woche zur Verfügung stehen und damit leistungsberechtigt sind."

Angesichts der Tatsache, daß dies alles extrem kurzfrist, ausschliesslich telefonisch, unspezifisch, mit zweifelhafter Begründung versehen und unter kompletter Ignorierung der derzeitigen Kinderbetreuungssituation (nämlich nur etwa 15 Stunden/Woche Fremdbetreuung möglich) sehe ich gute Chancen der AFA den Zahn zu ziehen. Ich vermute in diesem Vorgang nur Motivationen, die nicht im Interesse der Betroffenen sind.

Die Betroffene möchte nicht zu dieser Maßnahme erscheinen und wird am Montag erstmal ihre akute Erkrankung bescheinigen lassen und der SB (nicht wie gewünscht dem MT) zukommen lassen.
Ihren Pflichten zu Bewerbungsbemühungen kommt sie bereits nach, kann in dieser Situation mehr von ihr gefordert werden? Eine EGV existiert nicht.
Sie hat nun Bedenken, daß der Lebensunterhalt der Familie, der nur mit Hilfe des JC gesichert ist gefährdet ist.

Was ist das richtige weitere Vorgehen um die Sache zu versenken? Ich bin der Meinung man sollte der Frau Zeit geben sich wie ein normaler Mensch um einen soz.-verpfl. .Arbeitsplatz zu bemühen, sich um ihre Kleinkinder zu kümmern und ihrem vorhanden Minijob nachzukommen statt sie jetzt mit eine Sinnlos-Maßnahme in ein unglaubliches Chaos zu stürzen.

Nun schwirren mir Dinge wie -fehlende EGV, - zur Maßnahme gehen, aber nichts unterschreiben, -die Maßnahme wegen unbestimmtheit usw anzugreifen im Kopf herum. Aber alles zu unsortiert.

Bitte helft mit eurem Sachverstand!
 

Antihartzer19

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Zum Ende des Telefonates
Wieder einer der schon (unendlich) vielen Beispiele hier warum es sinnvoll ist nicht mit denen zu telefonieren.
(Weder JC und erst recht nicht der MT.)
Harre der nun folgenden Post und AU erst einmal ist die Notlösung. Die AU-Bescheinigung schrifltich nachweissbar zustellen.
Das Forum empfielt Webfax. Natürlich an das JC.
Mehr wenn Post vorliegt.
Eine angekündigte ist m.E. keine zugewiesene Maßnahme. Dann könnten wir mal schauen ob der SB alles richtig gemacht hat.
 

Helga40

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Was hat das Jobcenter damit zu tun? Es geht um die Agentur für Arbeit Arbeit, Alg1 und die zum Bezug von Alg1 notwendigen Voraussetzungen, hier konkret "Verfügbarkeit".

Das Jobcenter wird erst austicken, wenn die Dame mitteilt, dass sie das vorrangige Alg1 nur gemindert geltend gemacht hat, da sie sich nur Teilzeit zur Verfügung gestellt hat.

Wieso geht die Kinderbetreuung nur 15h/Woche, obwohl ja eigentlich wieder überall Normalbetreuung sein soll? Was genau hat der Ehemann, kann er gar nicht mehr die Kinder betreuen? Und wenn geschrieben wurde, dass sie sich bewirbt: wie will sie arbeiten gehen, wenn sie zeitlich so eingeschränkt ist? Und was war vor der Arbeitslosigkeit? Elternzeit oder Arbeit? Wenn Arbeit: wieviel Stunden? Und wieviel Stunden sind der 450 Euro Job?
 

alfonsbacke

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Eine Arbeitslosmeldung ist derzeit nur telefonisch möglich. Klar dieses zweite Gespräch hätte besser nicht stattgefunden, aber wer garantiert denn, daß dies in der Corona-Lage nicht als fehlende Mitwirkung ausgelegt worden wäre? Zudem, da es nur um die persönlichen Daten gehen sollte... Was eventuell hinterhältig ausgenutzt wurde.
Weshalb wird empfohlen, dem JC die Au-Bescheinigung zukommen zu lassen? Die AFA stellt sich hier als "Arbeitgeber" dar, der Anspruch auf die AUB hätte.
Könnte eine Zuweisung denn auch telefonisch erfolgen?
 

Curt The Cat

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Moderation Themenüberschrift:

Hallo alfonsbacke und willkommen hier ... ,

Ich möchte dir Forenregel 11 in Erinnerung bringen, immer eine aussagekräftige Überschrift für neue Themen zu erstellen.
Ein ganzer Satz oder eine vollständige Frage, die sich auch auf den Inhalt deines Erstpostings, bzw. dein Anliegen bezieht, soviel Zeit sollte sein.
Ergänzend verlinke ich auf Forenregel #11 und den Hinweis der Administration dazu...

Um dein Thema wieder allgemein für weitere Antworten zu öffnen, kannst du rechts oben, über deinem Beitrag, in dem 3 Punkte Menü "Deine Themenüberschrift bearbeiten" wählen und selbige aussagekräftiger gestalten.
Danach informiere bitte hier im verlinkten Forum einen Moderator
dass das Thema wieder geöffnet werden kann.

Wir bitten zukünftig um Beachtung und wünschen dir weiterhin einen angenehmen und hilfreichen Aufenthalt im Forum.

ALG 1 und Nichtantreten eine Maßnahme bei gleichzeitigem ALG II und 450 Eu Job
 

alfonsbacke

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Was hat das Jobcenter damit zu tun? Es geht um die Agentur für Arbeit Arbeit, Alg1 und die zum Bezug von Alg1 notwendigen Voraussetzungen, hier konkret "Verfügbarkeit".

Das Jobcenter wird erst austicken, wenn die Dame mitteilt, dass sie das vorrangige Alg1 nur gemindert geltend gemacht hat, da sie sich nur Teilzeit zur Verfügung gestellt hat.

Wieso geht die Kinderbetreuung nur 15h/Woche, obwohl ja eigentlich wieder überall Normalbetreuung sein soll? Was genau hat der Ehemann, kann er gar nicht mehr die Kinder betreuen? Und wenn geschrieben wurde, dass sie sich bewirbt: wie will sie arbeiten gehen, wenn sie zeitlich so eingeschränkt ist? Und was war vor der Arbeitslosigkeit? Elternzeit oder Arbeit? Wenn Arbeit: wieviel Stunden? Und wieviel Stunden sind der 450 Euro Job?


Das mit dem Vormittags-Kindergartenplatz ist nunmal eben die Sachlage. Das kann man nicht Knall auf Fall ändern. Ist ja nicht so, als wären die Kitas mit zu vielen Kapazitäten gesegnet. Ein Teilzeitarbeitsplatz und damit SozVersPfl Beschäftigung ist auch mit einer Vormittagsbetreuung der Kinder möglich, und damit auch die Voraussetzung daß man dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht. Wieso sollte man da was falsches angeben, um dann mit falschen Jobangeboten konfrontiert zu werden? Vor der Arbeitslosigkeit war Elternzeit. Der Minijob ist variabel. Die Erkrankung des Ehemannes kann eine Vollzeitbetreuung der Kinder nicht zuverlässig garantieren.
Beitrag wurde automatisch zusammengeführt:

Um mal darzustellen wie es zu dem Telefonat kam, hier ein screenshot einer Kommunikation mit dem ALG 1 SB.
Darauf würden wohl 99% der sich das erste Mal arbeitslos meldenden Menschen kein Misstrauen schöpfen, bzw es für die Verwirklichung ihres Anspruchs für "unverzichtbar" halten.
Daraus gelernt und die Löschung von Tel.-Nr und Email-Adresse beantragt wurde in diesem Fall...
 

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Fox29

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Die AFA stellt sich hier als "Arbeitgeber" dar, der Anspruch auf die AUB hätte.
Hat sie auch. Die AU-Bescheinigung einzureichen gehört bei Bezug von AlG zu den Mitteilungspflichten. Wichtig ist, dass die Ausfertigung für den AG abgegeben wird, da dort keine Diagnose drauf steht.

Könnte eine Zuweisung denn auch telefonisch erfolgen?
Eine Zuweisung ist nur mit einer schriftlichen Rechtsfolgenbelehrung gültig. Solange nichts schriftliches existiert muss sie gar nichts.

Wieso sollte man da was falsches angeben, um dann mit falschen Jobangeboten konfrontiert zu werden?

Zum Beispiel um mehr Arbeitslosengeld zu bekommen. Stellt man sich mit weniger Stunden dem Arbeitsmarkt zur Verfügung, als die Beschäftigung/en auf denen dir Berechnung des AlG beruht umfassen wird das Alg entsprechend gekürzt. Daher kann eine Erhöhung der stunden zu mehr AlG führen

Da aber hier die Intention besteht die Verfügbarkeit zu prüfen gehe ich davon aus, dass bald was schriftliches und daher zunächst verbindliches kommt. Denn die Verfügbarkeit zu überprüfen steht der Agentur zu
 

alfonsbacke

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Die Falschangabe zum Umfang der Verfügbarkeit um mehr ALG 1 zu bekommen, obwohl das Jobcenter sowieso aufstockt und der Betroffenen somit die Höhe des ALG 1 praktisch egal sein kann, würde dann auch dazu führen, daß die Verfügbarkeit im Vollzeitrahmen "Überprüft" werden würde. Weshalb also, sollte die Betroffene dies tun?

Wäre denn eine 6-monatige Maßnahme überhaupt angemessen, nur um die Verfügbarkeit zu prüfen? Das erscheint mir doch ein sinnloses Instrument.
Allein daß die Betroffene schon laufend einen Minijob erfüllt, erregt ja geradezu die Vermutung, daß sie, zumindestens zeitweise, verfügbar ist.

Sehe ich etwas falsch, wenn ich folgende worst-case-prognose erstelle? :
Die Betroffene lässt sich nicht auf irgendwelche Veralberungen von AFA ein. Sie geht nicht zu einer Maßnahme die sinnlos ist. Ihr wird eine Sperre verpasst. Sie hat 130 Eu weniger auf dem ALG 2- Zettel. Weitere negative Auswirkungen kommen nicht auf sie zu.

Es wäre natürlich schön, wenn ich mit Hilfe der Gemeinde hier dieses Szenario so beeinflussen kann, daß sie um die Sanktionen herum kommt.
 

Helga40

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Das mit dem Vormittags-Kindergartenplatz ist nunmal eben die Sachlage. Das kann man nicht Knall auf Fall ändern.

Das wird das JC sicher im Rahmen von § 16a SGB II prüfen, ob nicht kurzfristig Vollzeitbetreuungsplätze möglich sind:

Zur Verwirklichung einer ganzheitlichen und umfassenden Betreuung und Unterstützung bei der Eingliederung in Arbeit können die folgenden Leistungen, die für die Eingliederung der oder des erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in das Erwerbsleben erforderlich sind, erbracht werden:

1. die Betreuung minderjähriger oder behinderter Kinder oder die häusliche Pflege von Angehörigen,


Gab es von vornherein kein Ganztagsangebot oder wurde das extra so gewählt?

Weitere negative Auswirkungen kommen nicht auf sie zu.

Doch, Kostenersatz wegen schuldhaft Verhaltens, § 34 SGB II.


Die Nebentätigkeit wird im Alg1 nicht als Beweis der Verfügbarkeit gesehen. Eher im Gegenteil, da viele meinen, sich auf ihre Nebentätigkeit berufen zu können, wenn es um Vermittlungsangebote, Maßnahmen und Termine geht. Aber Terminschwierigkeiten wegen der Nebentätigkeit interessieren im SGB III nicht, denn da kommt es nur auf die Verfügbarkeit an. Wenn die NT der Verfügbarkeit im Wege steht, gibt es auch kein Alg1.
 
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Fox29

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Weshalb also, sollte die Betroffene dies tun?
Du hast gefragt warum man das macht. Ich habe allgemein geantwortet.

Wäre denn eine 6-monatige Maßnahme ü 1berhaupt angemessen, nur um die Verfügbarkeit zu prüfen?
Nicht alleine dafür. Kommt auf die Inhalte der Maßnahme an. Wenn da z. B. Qualifizierung mit drin ist könnte das nach so langer Elternzeit evtl sinnvoll sein. Je nach dem in welchen Berufsbereich man wieder einsteigen will. Aber dafür haben wir zu wenig Info zur Betroffenen und der angebotenen Maßnahme und meine 🔮 ist kaputt.

Allein daß die Betroffene schon laufend einen Minijob erfüllt, erregt ja geradezu die Vermutung, daß sie, zumindestens zeitweise, verfügbar ist.

Das heißt nicht, dass sie zusätzlich dazu verfügbar ist. Es geht hier um sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nicht Minijobs.

Sie hat 130 Eu weniger auf dem ALG 2- Zettel. Weitere negative Auswirkungen kommen nicht auf sie zu.

Es gibt ne Sperre beim AlG und eine Sanktion im AlG II. Im AlG 2 Wochen und im AlG 2 30% meine ich. Das muss ich aber nochmal googeln

Edit: Sperrzeit 3 Wochen. Ans SGB II müssten mal die Experten ran, da bin ich unsicher, daher ziehe ich meine Aussage diesbezüglich zurück.
 
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alfonsbacke

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Das wird das JC sicher im Rahmen von § 16a SGB II prüfen, ob nicht kurzfristig Vollzeitbetreuungsplätze möglich sind:

Das können sie ja gerne tun.


Gab es von vornherein kein Ganztagsangebot oder wurde das extra so gewählt?

Wenn man jetzt Ursachenforschung zu der aktuellen Lage betreiben wöllte, könnte man sicher bis Adam und Eva zurückgehen. Was bringt dies, außer den Leidtragenden auch noch die Schuld für ein verlogenes und tyrannisches System zuschieben zu wollen?
 

Helga40

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Geht es jetzt noch um den Einzelfall oder wird das jetzt eine Grundsatzdiskussion zu den Anspruchsvoraussetzungen für Arbeitslosengeld nach dem SGB III?

Fakt ist, dass das JC prüfen wird, ob Vollzeittätigkeit zumutbar ist, ob es Vollzeitkitaplätze gibt und ob sie nicht Alg1 für Vollzeit als vorrangige Leistung beantragen muss. Genauso, wie dann die Agentur die Verfügbarkeit prüfen wird. Wenn jetzt noch recht unverbindlich mündlich, dann über kurz oder lang definitiv schriftlich. Mit den entsprechenden Rechtsfolgen.

Verlogenes und tyrannisches System... der Hang zur Dramatik ist ja fast oscarreif.
 

alfonsbacke

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Du hast gefragt warum man das macht. Ich habe allgemein geantwortet.

OK, allgemein ist das natürlich ein mögliches Vorgehen. Aus den geschilderten Gründen hier aber wohl nicht zielführend. Da haben wir uns missverstanden.


Nicht alleine dafür. Kommt auf die Inhalte der Maßnahme an. Wenn da z. B. Qualifizierung mit drin ist könnte das nach so langer Elternzeit evtl sinnvoll sein. Je nach dem in welchen Berufsbereich man wieder einsteigen will. Aber dafür haben wir zu wenig Info zur Betroffenen und der angebotenen Maßnahme und meine 🔮 ist kaputt.

Wieso lässt man einer 4 Tage (!) sich in Arbeitslosigkeit befindlichen Person nicht erstmal die Chance, sich mit dem Arbeitsmarkt alleine zu beschäftigen? Sollen Menschen von Gebur bis Tod "Betreut" Leben, damit andere damit ihren Arbeitsplatz schaffen? Das kann doch unmöglich schon immer so gewesen sein, die Ämter waren doch nicht immer Monster. Da muß man mMn mal gegenhalten.


Das heißt nicht, dass sie zusätzlich dazu verfügbar ist. Es geht hier um sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nicht Minijobs.

Zusätzlich wäre ja nicht nötig. Eine Mutter mit zwei Kleinkinder kann ja dann wohl den Minijob gegen eine Halbzeit-Stelle tauschen. Da muß man sich auf ihre Einschätzung verlassen. Kinder erziehen und betreuen ist gesamtgesellschaftlich ja wohl auch als eine Leistung würdigbar...

Es gibt ne Sperre beim AlG und eine Sanktion im AlG II. Im AlG 2 Wochen und im AlG 2 30% meine ich. Das muss ich aber nochmal googeln

Dann ist das im schlimmsten Fall eben so. Klingt jetzt nicht so, als müsste die Betroffene sich mit dieser Perspektive den Strick nehmen. Ungerecht wäre es imho jedoch schon, deswegen versuche ich zu helfen.
 

Fox29

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Ok, du möchtest anscheinend eine Grundsatzdiskussion führen. Dafür ist mir die Zeit zu schade. Ich klinke mich dann aus.
 

Helga40

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Ich habe nicht den Eindruck, dass du die richtige Person bist, um zu helfen. Ich habe eher den Eindruck, dass du sie durch deine persönlichen Vorstellungen von Recht und Gesetz, die mit den Tatsachen nichts zu tun haben, nur in die Kacke reitest.

Solange man keine konkreten Fakten zu Vorbeschäftigung, tatsächlich möglicher Fremdbetreuung der Kinder und zur Erkrankung des Kindesvaters hat, ist das eh sinnlos.
 

alfonsbacke

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Inhaltlich ist das vielleicht etwas abgedriftet. Meine Vorstellungen sind tatsächlich egal. Konkrete Entwicklungen gibt es erst wieder mit schriftlichen Bescheiden von AFA und JC.
 

akaKnut

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Im Anschluß rief eine Dame vom Maßnahmeträger an und bat im Prinzip nur darum, krank nicht zu erscheinen.

Du brauchst jetzt noch mehr Ideen? ;)

Abgesehen davon:

Eine Maßnahmezuweisung per Telefon dürfte wohl keinen Bestand haben. Schon allein, weil es dir so nicht möglich ist, die Maßnahme auf Zumutbarkeit zu prüfen. Eine RFB ist per Telefon auch schlecht möglich.
Würde also erstmal eine schriftliche Zuweisung abwarten und dann weitersehen.
 

grün_fink

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Die Falschangabe zum Umfang der Verfügbarkeit um mehr ALG 1 zu bekommen, obwohl das Jobcenter sowieso aufstockt und der Betroffenen somit die Höhe des ALG 1 praktisch egal sein kann, würde dann auch dazu führen, daß die Verfügbarkeit im Vollzeitrahmen "Überprüft" werden würde. Weshalb also, sollte die Betroffene dies tun?
Vorrangige Leistung ist das ALG I. Da man seinen Lebensunterhalt im SGB II so viel wie möglich selbst sichern muss, und auch das ALG I dazu zählt, muss man sich so viel wie möglich zur Verfügung stellen. Es geht eben darum, und nicht darum, ob man am Ende in der Summe der beiden Leistungen das gleiche hat.
Das mit der Sperre im ALG I und der darauffolgenden Sanktion im ALG II wurde ja schon erklärt.
 

alfonsbacke

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Vorrangige Leistung ist das ALG I. Da man seinen Lebensunterhalt im SGB II so viel wie möglich selbst sichern muss, und auch das ALG I dazu zählt, muss man sich so viel wie möglich zur Verfügung stellen. Es geht eben darum, und nicht darum, ob man am Ende in der Summe der beiden Leistungen das gleiche hat.
Das mit der Sperre im ALG I und der darauffolgenden Sanktion im ALG II wurde ja schon erklärt.

Das derzeitige Nichtvorhandensein einer VollzeitKita, was sich ja ändern kann aber nun eben gerade Sachlage ist, würde von AFA und JC der Betroffenen sofort als Pflichtverstoß und sanktionswürdiges Verhalten angelastet werden? Verstehe ich das richtig?
 

Nena

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Die AU des im Haushalt lebenden Vaters spielt sicherlich auch eine Rolle. Beide Elternteile können nicht arbeiten, weil das Recht auf Kinderbetreuungsplätze nicht in Anspruch genommen wird?
 

grün_fink

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Wie die anderen schon schrieben, das wird wahrscheinlich überprüft werden.
Sie wird wahrscheinlich befragt werden.
Eigene Krankmeldung als Notlösung, bis alles geregelt ist, dürfte funktionieren.
Was man im ALG I mit einer unerwünschten Maßnahme generell macht, kann ich leider nicht sagen.
 

Kerstin_K

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Das derzeitige Nichtvorhandensein einer VollzeitKita, was sich ja ändern kann aber nun eben gerade Sachlage ist, würde von AFA und JC der Betroffenen sofort als Pflichtverstoß und sanktionswürdiges Verhalten angelastet werden? Verstehe ich das richtig?
Nicht als sanktionswuerdjg, aber Voraussetzung für den Bezug von ALG I ist nunmal, dass man dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht.

Bei Krankmeldung fliegt man nach 6 Wochen Us dem ALGI Bezug.
 

alfonsbacke

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Die AU des im Haushalt lebenden Vaters spielt sicherlich auch eine Rolle. Beide Elternteile können nicht arbeiten, weil das Recht auf Kinderbetreuungsplätze nicht in Anspruch genommen wird?
Durch einen Vormittagsplatz in der KITA ist die 15-stündige Verfügbarkeit der ALG 1 - Bezieherin gewährleistet, also die Voraussetzung für ALG 1 erfüllt. Jedoch im geminderten Umfang. Die Betroffene könnte ja von der AFA aufgetragen bekommen, ihren Bemühungen um einen Vollzeitplatz oder eine andere Betreuung zu steigern und zu dokumentieren, statt in eine Pauschalmaßnahme telefonisch eingeladen zu werden. Muß nicht erstmal eine Gelegenheit gegeben werden um Probleme zu lösen, statt sie als Sanktionsgrund zu nutzen?
 

alfonsbacke

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Im Telefongespräch wurde die Betroffene auch quasi dahin gedrängt, ihre volle Verfügbarkeit die sie zunächst angegeben hatte wieder einzuschränken und die KITA-Situation zu bedenken. Das ganze lief quasi so: "Sie machen eine Vollzeitmassnahme 5 Tage ab nächster Woche, außer es gibt Probleme in der Verfügbarkeit, dann stufen wir das auf 2 Tage runter." Daraufhin stimmte die Betroffene dieser Einschränkung zu, in Unkenntniss der hier geschilderten für sie negativen Folgen. Der Antrag ist ja auch noch nicht abgesendet, sie könnte ggf dort, oder auch an anderer Stelle, wieder eine volle Verfügbarkeit angeben, um diese ungeahnten Schwierigkeiten zu umschiffen. Ob das ratsam wäre? ich bin da unschlüssig.

Die AU des Kindsvaters beruht auf einer psychischen Erkrankung, deren Verlauf schwer vorersehbar ist. Wenn er sich wieder dieser Aufgabe gewachsen fühlt, kann er ja die Betreuungsübernahme dokumentiert zusagen. Das wäre eine denkbare Entwicklung. Aber es würde der Betroffenen auch keine Sinnlosmaßnahmen ersparen, nehme ich an.
Beitrag wurde automatisch zusammengeführt:

Es gibt keine Sanktion.
Klingt angenehm. Aber gibt es eine Grundlage für diese Annahme/Vermutung/Aussage?
 
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