ALG 1 nach überbetrieblicher Ausbildung

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Anon123

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Hallo,

ich hab meine überbetriebliche Ausbildung vor kurzem abgeschlossen und morgen steht der Arbeitsamt Termin an wo dann wohl berechnet wird wieviel ich bekommen werde.

Nun habe ich versucht mich per google schlau zu machen, aber aus der unglaublichen Masse hab ich nix fixes herausfinden können. Allerdings habe ich mehrfach gelesen das es bei überbetrieblichen azubis anders gehandhabt wird.

Normalerweise ist es bei azubis ja so dass sie von den letzten 12 Monatsgehälter dann 60% bekommen. Bei überbetrieblichen aber wird anscheinend ein fiktives Gehalt je nach Qualifikation (in meinem Fall eine kaufmännische Ausbildung) aus irgendeiner Tabelle genommen und davon bekommt man dann 50 oder 60%... irgendwie so um den Dreh?

3 weitere Azubis aus dem gleichen Betrieb hatten schon ihren Termin und alle bekommen verschiedene Beträge. Je 860€, 750€ (obwohl ihm gesagt wurde er kriegt 860€) und der letze bekommt sogar nur aufstockendes Hartz 4. Die können jetzt noch Wohngeld beantragen da sie alleine wohnen.

Nun wohne ich noch bei meinen Eltern, mir wurd zwar gesagt von denen dass es absolut keine Rolle bei ALG1 spielt aber ist das wirklich so?
Habt ihr eventuell einen gesetztestext parat den ich morgen vorzeigen kann? Bevor die mir morgen aufstockendes Hartz4 anschwaffeln und ich Einspruch einlegen muss..

und als weitere Frage: Wie siehts mit Kindergeld aus? Ich bin 22 jahre alt und hab damals noch meinen Zivi gemacht, dass erwähne ich weil ich meine mich zu errinern dass es auswirkung auf die bezugsdauer von kindergeld hat.

Danke schonmal... :)
 

Anon123

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Das scheint genau das zu sein was ich suche, vielen dank! Werde morgen dann berichten wie es ausging
 

Anon123

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Aber jetzt nochmal kurz zum Kindergeld. Habe vergessen zu erwähnen dass die Ausbildung eigentlich erst diesen Sommer endet. Da ich diese aber um ein halbes jahr verkürzt habe, hat die Familienkasse anscheinend keine ahnung dass ich jetzt arbeitslos bin.
Da ich wohl kein kindergeld anspruch habe... Krieg ich jetzt ne sanktion bzw. muss ich ne strafe zahlen wenn ich dass jetzt erst angebe?
 

Anon123

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Soo, mir wurde gesagt dass ich 685€ bekommen werde. Nachdem ich angesprochen habe dass Leute aus dem gleichen Betrieb mehr bekommen, hat er gesagt "Das kann nicht sein". Allerdings wurde bei der ehemaligen Arbeitskollegin im Gespräch auch erst 680€ gesagt und in dem Bescheid stand dann 860€ also hab ich noch Hoffnung.

Aber muss dazu sagen dass dieser Sachbearbeiter absolut unfreundlich und mich einfach nur loswerden wollte. Nachdem ich meine Unterlagen ausgehändigt hat guckte der mich wie ein Bahnhof an und fragte sich was ich da noch mache (also gut 15sekunden nachdem ich sein Büro betritt!). Nachdem ich gefragt hab ob er ausrechnen könne wieviel ich bekommen werde hat er mit den Augen gerollt und 3 zahlen in den PC eingetippt, und heraus kam dann die 685€.
 

gila

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Vergleiche mit den anderen ob da noch kindergeld übergeleitet wurde oder so. Prüfe dann gleich den Bescheid ob das richtig ist. Ggf. Widerspruch. Inzwischen schlau machen!

Google mal info wegen kindergeld. Dann wäre es um 860
 

gila

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Vergleiche mit den anderen ob da noch kindergeld übergeleitet wurde oder so. Prüfe dann gleich den Bescheid ob das richtig ist. Ggf. Widerspruch. Inzwischen schlau machen!

Google mal info wegen kindergeld. Dann wäre es um 860
 

Anon123

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Mittlerweile habe ich den Bescheid bekommen und bekomme 685,20€/monat. Eigentlich wäre ich damit zufrieden, weils fast doppelt so viel ist wie während der Ausbildung, aber da mir mehr zu steht und andere auch mehr bekommen ist es einfach nur unfair.
Habe mittlerweile einen interessanten link gefunden wo beschrieben wird wie das berechnet wird.
Arbeitslosengeld Berechnung | ALG Höhe berechnen

Anscheinend wurde ich in die Qualifikationsstufe 4 gepackt (weiß ich noch nicht, da dieser nochmal gesondert per Post verschickt wird). Quali Stufe 4 sind eigentlich leute die eine Stelle suchen die keinerlei ausbildung benötigt. Was in meinem Fall absolut nicht zutrifft, da ich ein gelernter Kaufmann bin und eine Vollzeit Arbeitsstelle als Bürokaufmann/Kfm. Bürokommunikation suche, dies ist steht auch im Stellengesuch, dass mein Betreuer und ich beim Ersttermin erstellt haben.

Meine Kollegin ist in Qualistufe 3 und hat den gleichen Abschluss und Stellengesuch.

Nächster Schritt: Warten bis die Qualistufe per Post kommt und dann Widerspruch einlegen. Gibts da ein Antrag/Musterformulierung/sonst was in der Art?
 

southsider88

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Hallo. Ich werde hier wohl keine große Hilfe sein, aber ich stecke im Moment in genau der selben Situation. Ich hab Mitte Januar meine überbetriebliche Ausbildung zum Industriemechaniker abgeschlossen und hab heute meinen Bescheid bekommen:

685,20 €

Andere Azubis aus meinem Betrieb, die letzten Sommer eine niedriger qualifizierte Ausbildung (Teilezurichter) abgeschlossen haben, erhalten
ca. 840€. Wenn ich das jetzt richtig verstanden habe wird zur Bemessung
der Durchschnittslohn eines ausgebildeten Facharbeiters zur Berechnung herangezogen. Das wären bei einem Teilezurichter ca 2029 €.
Dass würde in seinem Fall ca 1400 € Netto. Davon 60% sind 840€.

Seine Rechnung passt.

In meinem Fall:

Durchschnittslohn Industriemechaniker: ca. 2600 € Brutto.
Netto: 1659 €

Davon 60%: 995€

Bei ihm wie auch mir sind alle Angaben gleich, keine Kinder, Lohnsteuerklasse 1 usw. Bis eben auf den Unterschied, dass ich Industriemechaniker bin und er nur Teilezurichter.. Spielt das überhaupt eine Rolle?

Jetzt habe ich nämlich auf einer anderen Seite gelesen, dass bei einer abgeschlossenen überbetrieblichen Ausbildung grundsätzlich der gleiche Betrag als Grundlage genommen wird, nämlich 2100€.

Und wenn ich mit den 2100€ rechne komme ich in die Nähe der 840€.

Stimmt das so, oder hab ich was wichtiges übersehen?
Vielleicht konnte mein BEitrag ja doch auch dem TE bisschen helfen.


EDIT: Noch eine Frage.. Wenn ich den Widerspruch einreiche. Wie formuliere ich das am besten? Soll ich das Beispiel mit dem Teilezurichter bringen?
 

Anon123

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Ja wir sind wohl in der gleiche lage. Unsere Berufsberater oder wer auch immer dafür verantwortlich ist hat uns wohl in die Qualifikationsstufe 4 gesteckt. Die is eigentlich nur für ungelernte leute. Meine ex-arbeitskollegin wurde in die Qualistufe 3 gesteckt und bekommt 840-860€ bin mir grad nicht sicher.

Hier noch ein Gesetzesauszug: § 152 SGB III Fiktive Bemessung
Auf die schnelle hab ich in google kein passenden widerspruch gefunden. Ich jedenfalls werde auf meine abgeschlossene ausbildung verweisen & Kopie vom ihk-, berufsschul-, ausbildungszeugnis beifügen. Außerdem werde ich erwähnen, dass ich eine Vollzeit Stelle in meinen ausbildungsberuf (oder verwandte berufe) suche und NIE im leben jemand ohne eine kaufmännische ausbildung so einen job finden wird.

Das alles natürlich so nett & höfflich formuliert wie es nur geht.

edit: hab grad deinen thread gesehen, falls du nicht mehr bei mama wohnst kannst du wohngeld beantragen, auch wenn du 840€ ALG1 bekommen würdest
 

southsider88

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Bin gerade dabei den Widerspruch zu verfassen. Das is verdammt schwer, weil ich immer noch nicht genau weiss wo deren Fehler lag. Entweder wirklich bei der Qualifikationsstufe oder sie haben einfach statt 2600€ Durchschnittslohn 1600€ genommen.

Sobald ich den Brief verfasst habe, kann ich ihn ja hier reinstellen wenn du magst dann können wir uns gegenseitig helfen, verbessern und hoffen dass das bald alles seine Richtigkeit hat
 

Anon123

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Ich nehme an du hast das Schreiben wo deine Qualifikationsstufe drin steht auch noch nicht erhalten? Meine Kollegin meinte es kommt paar Tage später als der eigentliche ALG1 Bescheid. Da der Bescheid bei mir gestern an kam hoffe ich, dass der andere wisch diese Woche noch kommt. Vorher werde ich auch noch keinen Widerspruch verfassen, da ich ja erstmal ihre Begründung hören/lesen will um dagegen zu argumentieren.
 

southsider88

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Ich habe gerade bei dieser Hotline angerufen

01801 555 111

der Frau meine Daten und Versicherungsnummer durchgegeben und gefragt unter welcher Qualifikationsstufe ich geführt werde. Und es is wie du gesagt hast Stufe 4.

Vielen Dank schonmal dafür. Da wäre ich alleine nicht so schnell drauf gekommen und wäre noch ewig am rechnen gewesen.

Bei dir wird es wohl genau so sein.

Es ist schon einfacher einen Widerspruch zu schreiben, wenn man weiss wogegen man genau widerspricht :D

Ich werde den Brief noch heute per Einschreiben verschicken.

Lass mich wissen was bei dir rausgekommen ist.
 

gila

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Im Grunde ist der Widerspruch nicht schwierig.

Es reicht, wenn ihr schreibt:

Hiermit lege ich gegen den Bewilligungsbescheid vom ... fristgerecht Widerspruch ein.

Mein Arbeitslosengeld wurde auf Grundlage der Qualifiationsstufe 4 bemessen und beträgt lt. o.g. Bescheid XXX €.
Die Qualifikationsstufe 4 ist aber für ..... (Zitat aus den Vorschriften)

Mein Abschluß/Quali ist jedoch ...... somit erachte ich die Einstufung in die Qualifikationsstufe X für richtig.

Ich bitte um Berücksichtigung und Änderung.


Demnach beläuft sich mein Arbeitslosengeld auf XXXX €
 

Kira113

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Da es mit diesem Thema zusammenhängt, versuche ich es hier zu Posten.
Hab direkt wieder eine Frage, hoffe ihr könnt mir helfen.
Bin durch diesen Thread spontan auf den Hinweiß gekommen.

Ich hab von 2009-2011 ein ÜBERBETRIEBLICHE Ausbildung zum Fachlageristen erfolgreich abgeschlossen.
Daraufhin habe ich ALG1 beantragt.
Mein Anspruch belief sich auf Rund 150€, also 5€ pro Tag.
Dies kam mir wenig vor, aber ich dachte halt 60% von Lohn (hatte 310€ 1lehrjahr, 325€ 2 Lehrjahr)

Wurde da etwas falsch berechnet in meinem ALG1 zu dieser Zeit, laut der "Zuordnung zu den Qualifikationsgruppen" müsste ich ja in 3 Fallen.
Ich sehe aber nirgends welches ALG1 mir zustehen würde.
Kann mir jemand helfen?
 

Anon123

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da ich immernoch keinen Brief erhalten habe mit der Qualifikationsstufe werd ich montag mal bei dieser service nummer anrufen

@southinsider hat sich bei dir schon was ergeben?

@Kira also ich bin alles andere als ein Experte, aber bei meinen ALG1 Bescheid steht dass ich 1 Monat Zeit zum Wiederspruch habe. Ob du da noch was machen kannst weiß ich nicht. Aber in so einen krassen Fall, statt 800€(+-) nur 150€ zu kassieren muss es doch was zu machen geben?! Ich weiß ja nicht wielange du ALG1 bezogen hast aber wenns mehrere monate waren kommt da schon ein nettes sümchen zusammen... würd mich aufjedenfall dahinter klemmen! ggf. ein eigenes Thema erstellen (da es dann mehr Aufmerksamkeit kriegt!)
 

Anon123

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Möchte mal ein kurzes Update geben:
Hab Widerspruch eingelegt, vom Amt kam bis jetzt nur die Eingangsbestätigung, ist in Bearbeitung blablabla..

Und da ich inzwischen Arbeit gefunden habe, bekam ich vom Amt eine Entgeltbescheinigung, "Hinweise zur steuerlichen Berücksichtigung von Entgeltersatzleistungen". Ich war 7-8 Wochen Arbeitslos und bekam ca 1250€ ALG1 und sonst keine Leistungen aber auf diesen Bescheid stand bei "Entgelt für Rentenversicherung" 2372€. Ist da ein Fehler oder kann mir das einer erklären?
 

Anon123

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Soo heute hab ich die antwort erhalten und ich bekomme jetzt auch 861,60€ pro 30Tage monat.

FAZIT: (Für Leute die diesen Thread durch google oder was auch immer finden)
Also an alle die nach einer überbetrieblichen Ausbildung ALG beziehen, ihr bekommt min. Qualistufe 3, ob da dann noch je nach ausgebildeten Beruf unterschieden wird (z.b. Bürokaufmann und Friseur) weiß ich nicht da müsst ihr euch ggf. selber schlau machen, aber als Kaufmann solltet ihr um die 860€ bekommen.

Wichtig: Es ist mitentscheidend was ihr für eine Stelle sucht und ob diese in Vollzeit sein soll. Das heißt, falls ein Bürokaufmann nur eine Teilzeitstelle als Bürogehilfe sucht bekommt er nur Qualistufe 4, also 680€. Also beim Erstgespräch dem Berater verklickern, dass ihr ne Vollzeit Arbeitsstelle als Bürokaufmann/Sachbearbeiter/.. sucht.

Anmerkung: Stand März/April 2013, kann alles schon wieder ganz anders aussehen in paar Monaten.
 

Alex43

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Hallo,

ich habe diesen Februar erfolgreich meine Ausbildung ( Überbetrieblich ) abgeschlossen und bin seit dem arbeitslos. Mit Abschluss meiner Ausbildung wurde ich nicht übernommen und habe mich daraufhin arbeitslos gemeldet. Zu dem habe ich ALG 1 beantragt, da ich mich in einer Überbetrieblichen Ausbildung befunden habe müsste mein ALG 1 anhand eines Fiktiven Gehaltes meiner erworbenen Qualifikation berechnet werden oder irre ich mich in diesen Fall? Ich habe die letzen 12 Monate lediglich 275,50 € als Vergütung erhalten, dass Arbeitsamt bezieht mein ALG 1 Anspruch nun anhand dieser 275,50 €. Was meiner Meinung nach falsch ist, schließlich bekommen meine Kollegen ALG 1 anhand ihrer erworbenen Qualifikation ( die selbe wie meine ). Ist in meinem Fall jetzt einfach nur ein Fehler passiert oder steht mir das wirklich nicht zu?

Leider werde ich auch aus diesen §§ nicht schlau... sind die 275,50 € die ich erhalten habe keine richtiges ArbeitsEntgelt wie es in diesem Link steht ( § 152 SGB III Fiktive Bemessung ) oder warum genau habe ich anspruch darauf?

Wäre euch sehr dankbar dafür wenn mir einer das genau erklären kann warum ich anspruch/ bzw keinen darauf habe?

Mfg: ALex
 

Helga40

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Das gilt nur für Rehaausbildungen ("mit Ausbildungsgeld") nicht für normale Berufsausbildungen in außerbetrieblichen Einrichtungen. Da bekommt man eine Ausbildungsvergütung.
 

Helga40

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Das ist Blödsinn. Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen (§ 76 SGB III - BaE) steht allen Ausbildungssuchenden offen. Aber nur für Behinderte wird es nach § 122 SGB III mit Ausbildungsgeld gefördert. Die anderen Azubis bekommen Ausbildungslohn vom Bildungsträger.

Das BSG führt aus:

Denn die Klägerin hat während ihrer gesamten Ausbildung kein Arbeitsentgelt (vgl § 14 Abs 1 Sozialgesetzbuch Viertes Buch), sondern nur das Ausbildungsgeld der Beklagten als besondere Leistung zur Förderung der Teilhabe am Arbeitsleben (§§ 104, 105 Abs 1 Nr 2 SGB III) erhalten.

Und das ist eben der Unterschied: normale Azubis erhalten Ausbildungsentgelt (dass Ausbildungsvergütung als Arbeitsentgelt gilt vgl. BSG vom 03.09.2019 - B 11 AL 12/13 R BSG, Urteil vom 3. 12. 2009 ? B 11 AL 42/08 R), Behinderte aber nur Ausbildungsgeld nach dem SGB III.

Das Urteil gilt daher nicht für normale, gesunde Azubis, sondern nur für behinderte Azubis, die eine vom Arbeitsamt mit Ausbildungsgeld geförderte Ausbildung gemacht haben!

In dem von mir verlinkten Urteil kannst du also nachlesen, wie das ALG 1 von normalen Azubis (auch die in BaEs mit Ausbildungsvergütung) bemessen wird: nämlich nach den vom Lohn eingezahlten Beiträgen und eben nicht fiktiv.
 
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