ALG 1 nach 6 Monaten Unterbrechung - Frage zu Neuberechnung Bemessungsentgelt

Zauberpilz

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Hallo liebes Forum,

eine kurze Frage zu einem Sachverhalt von einem "Halbwissenden", der sich eben durch etliche Merkblätter und Gesetzestexte gelesen hat:

Es geht um einen Arbeitnehmer mit folgenden Arbeitszeiten:

Jan 2017 - März 2017
Juni 2017 - Dezember 2017
April 2018 - September 2018

Ergo hatte man innerhalb von 24 Monaten 16 Monate gearbeitet.
Ab hier fand von Oktober-November 2018 ein Bezug von ALG 1 statt (ca. 430 EUR). Genehmigt wurden 6 Monate, 2 Monate wurden nur ausgeschöpft.

Nun wurde wieder von Dezember 2018 - einschließlich Mai 2019 gearbeitet. Das Gehalt lag deutlich höher, als in den vergangenen 16 Monaten in den gearbeitet wurde.

Frage: Das Arbeitsamt hat einen Bescheid erlassen das nur 4 Monate lang ALG 1 bewilligt wurde. Und zwar wieder ca. in der Höhe von 430 EUR.

Nach meinem Verständnis wurde doch aber ein neuer Anspruch erarbeitet, oder ? Weil innerhalb der letzten 24 Monate > 12 Monate gearbeitet wurde (19 Monate lang).

Das bedeutet nach meinem Verständnis das ein neuer Anspruch entstanden ist, der sich a) auf 19 Monate bezieht. Die Höhe des ALG 1 müsste meinem Verständnis nach sich auf den Lohn der letzten 12 Monate beziehen, oder ? Also auf die reinen Kalendermonate 05/2018-05/2019 oder auf die 12 Monate in denen eine Beschäftigung vorlag (dementsprechend April-Sep 2018 und Dez-Mai 2019) ?
Müsste nicht bei 19 Monaten Arbeit innerhalb von 2 Jahren auch ein Anspruch von 8 Monaten entstanden sein? Oder entstand kein neuer Anspruch und das ALG das letztmalige bewilligt wurde, wird einfach nur die restlichen 4 Monate weiter ausgezahlt ?

Vielen Danke für alle aufklärenden Antworten. Irgendwie verheddert sich hier in meinem Kopf gerade einiges.
 

Agent

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Nach meinem Verständnis wurde doch aber ein neuer Anspruch erarbeitet, oder ? Weil innerhalb der letzten 24 Monate > 12 Monate gearbeitet wurde (19 Monate lang).
Nein, die Zeiten, die schon mal berücksichtigt wurden, können nicht erneut für einen Neuanspruch herangezogen werden.
Heißt konkret: Die 4 Monate Restanspruch mit ca. 430EUR sind richtig.

Ein neuer Anspruch entsteht erst, wenn nach Dezember 2018 wieder 12 Monate gearbeitet wurde.

Viele Grüße
Agent
 

Djang

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Gilt das auch in meinem Fall?
ALG1 Anspruch insgesamt 15 Monate, 4 Monate ausgeschöpft. Trete eine Stelle mit einer 1-Jahresbefristung halbtags an. Mein jetziges ALG1 ist um einiges höher als mein zukünftiger Verdienst. Fragt mich jetzt nicht warum ich so blöd bin!
Greift dann aufgrund der 12 Monate Regel eine neue Berechnung? Wenn ja, könnte ich ja so vorher kündigen, sodass ich nach 51 Woche arbeitslos wäre und mein alter Anspruch, abzüglich Sperrfrist, würde wieder aufleben, oder?
 

Ottokar

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Noch besser der Arbeitgeber kündigt DIch nach 11 Monaten. Dann hast Du ohne Sperre den Rest vom alten Anspruch, gehst danach einen Monat arbeiten um den neuen Anspruch aufzufüllen und hast dann den neuen Anspruch.
 

Djang

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gehst danach einen Monat arbeiten um den neuen Anspruch aufzufüllen und hast dann den neuen Anspruch.
Danke, aber ich verstehe jetzt nicht ganz warum ich danach 1 Monat arbeiten soll, um einen neuen Anspruch aufzufüllen. Was heisst das, Anspruch auffüllen?

Nur so um die Summen zu verstehen: ALG1 beträgt jetzt 1.950€, Verdienst netto 1.450€ netto. (Fiktive Werte)
Grund der Arbeitsaufnahme: Langweile zuhause und interessanter Job.
Nachteil danach: niedrigeres ALG1, wenn man nicht kündigt oder eine Kündigung provoziert; gibt sicher noch mehr Gründe.
 

dagobert1

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ALG1 Anspruch insgesamt 15 Monate, 4 Monate ausgeschöpft. Trete eine Stelle mit einer 1-Jahresbefristung halbtags an. Mein jetziges ALG1 ist um einiges höher als mein zukünftiger Verdienst. Fragt mich jetzt nicht warum ich so blöd bin!
Greift dann aufgrund der 12 Monate Regel eine neue Berechnung?
Einerseits ja, andererseits nein.
Die AfA muss in solchen Fällen eine Günstigerprüfung vornehmen.
§ 151 SGB III meinte:
(4) Haben Arbeitslose innerhalb der letzten zwei Jahre vor der Entstehung des Anspruchs Arbeitslosengeld bezogen, ist Bemessungsentgelt mindestens das Entgelt, nach dem das Arbeitslosengeld zuletzt bemessen worden ist.
Danach bleibt es für dich bei dem alten Betrag, da die 2 Jahre noch nicht rum sind.
Der neue Anspruch wirkt sich für dich nur dahingehend aus, das die Anspruchsdauer verlängert wird. Aber darüber bist du vermutlich nicht böse.

Wenn ja, könnte ich ja so vorher kündigen, sodass ich nach 51 Woche arbeitslos wäre und mein alter Anspruch, abzüglich Sperrfrist, würde wieder aufleben, oder?
Bei Eigenkündigung hast du 12 Wochen Sperrzeit am Hals, das wäre in jedem Fall ein schlechtes Geschäft.

Noch besser der Arbeitgeber kündigt DIch nach 11 Monaten. Dann hast Du ohne Sperre den Rest vom alten Anspruch, gehst danach einen Monat arbeiten um den neuen Anspruch aufzufüllen und hast dann den neuen Anspruch.
Und was soll das bringen?
 

Ottokar

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@Djang
Variante1 ; Du beendest Deine Arbeitslosigkeit und arbeitest 12 oder mehr MOnate. Du wirst danach arbeitslos und bekommst ALG nur nach den 12 Monaten.
Der Anspruch davor ist weg.
Variante 2: Du beendest Deine Arbeitslosigkeit und arbeitest weniger als 12 Monate, sagen wir., Du wirst danach arbeitslos und bekommst den verbliebenden alten Anspruchz.
Für die 11 Monate bekommst Du nichts an ALG1. Nach Verbrauchen des alten Anspruchs arbeitest Du einen Monat, danach hast Du auf Basis der 11*1 = 12 Monate einen neuen Anspruch an ALG 1.
 

dagobert1

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Variante1 ; Du beendest Deine Arbeitslosigkeit und arbeitest 12 oder mehr MOnate. Du wirst danach arbeitslos und bekommst ALG nur nach den 12 Monaten.
Der Anspruch davor ist weg.
Variante 2: Du beendest Deine Arbeitslosigkeit und arbeitest weniger als 12 Monate, sagen wir., Du wirst danach arbeitslos und bekommst den verbliebenden alten Anspruchz.
Für die 11 Monate bekommst Du nichts an ALG1. Nach Verbrauchen des alten Anspruchs arbeitest Du einen Monat, danach hast Du auf Basis der 11*1 = 12 Monate einen neuen Anspruch an ALG 1.
Variante 1 ist falsch (§ 147 Abs. 4 SGB III), Variante 2 ist im vorliegenden Fall sinnfrei.
 

Djang

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Einerseits ja, andererseits nein.
Die AfA muss in solchen Fällen eine Günstigerprüfung vornehmen.

Super!

Danach bleibt es für dich bei dem alten Betrag, da die 2 Jahre noch nicht rum sind.
Der neue Anspruch wirkt sich für dich nur dahingehend aus, das die Anspruchsdauer verlängert wird. Aber darüber bist du vermutlich nicht böse.

D.h. ich bekäme wieder 15 Monate ALG1? Wenn ja, um es auf die Spitze zu treiben, 10 Wochen nach der Befristung wäre ich 55J, d.h.mein Anspruch stiege von 15 auf 18 Monate....?


Bei Eigenkündigung hast du 12 Wochen Sperrzeit am Hals, das wäre in jedem Fall ein schlechtes Geschäft.

Wäre ja doof.

Und was soll das bringen?

Danke!!
 

dagobert1

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D.h. ich bekäme wieder 15 Monate ALG1? Wenn ja, um es auf die Spitze zu treiben, 10 Wochen nach der Befristung wäre ich 55J, d.h.mein Anspruch stiege von 15 auf 18 Monate....?
Der neue und der alte Anspruch werden addiert, das Ergebnis auf den maximalen Anspruch entsprechend dem Lebensalter gedeckelt.
11+6=17, gedeckelt auf 15 Monate
Wenn dein Chef dir den Vertrag um ein paar Monate verlängert, kann das für dich noch besser aussehen.
 
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