ALG 1 Fortzahlung im Krankheitsfall (1 Betrachter)

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mucel

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Hallo,

ALG 1 wird ja bei Arbeitsunfähigkeit für längstens 6 Wochen/42 Tage weitergezahlt.

Ist das in dem Fall so, wie bei der Lohnfortzahlung der Arbeitgeber, dass also pro Krankheit die Fortzahlung gilt oder aber insgesamt nur für 6 Wochen während des ganzen Bewilligungs-/Anspruchszeitraumes des ALG.

Oder anders gefragt:
41 Tage wg. Bandscheibenvorfall krank z.B. Mai und Juni 2016
ab dann z.B. wieder 14 Tage arbeitsfähig
39 Tage wg. Depression krank, z.B. Juli und August 2016

Gäbe es dann für beide Krankheiten, also 80 Tage die Fortzahlung des ALG oder nur für insgesamt 42 Tage?
 

Doppeloma

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Hallo mucel,

Ist das in dem Fall so, wie bei der Lohnfortzahlung der Arbeitgeber, dass also pro Krankheit die Fortzahlung gilt oder aber insgesamt nur für 6 Wochen während des ganzen Bewilligungs-/Anspruchszeitraumes des ALG.
Das ist auch beim AG nicht so, es kommt immer auf die Krankheit an die zur AU geführt hat ... bei gleicher Diagnose endet die Lohnfortzahlung für das Kalenderjahr, wenn die 6 Wochen bereits "verbraucht" sind.

Dann muss direkt die KK zahlen ...

41 Tage wg. Bandscheibenvorfall krank z.B. Mai und Juni 2016
ab dann z.B. wieder 14 Tage arbeitsfähig
39 Tage wg. Depression krank, z.B. Juli und August 2016
Im ALGI ist das etwas anders, die AfA zahlt immer wieder bis zu 6 Wochen ALGI, wenn dieser Zeitraum durch Genesung nicht überschritten wird.
Erst bei Überschreiten der 6 Wochen wird an die KK abgegeben zur Krankengeldzahlung oder eben wenn der ALGI-Anspruch irgendwann verbraucht ist auch schon vorher.

§ 146 SGB III Leistungsfortzahlung bei Arbeitsunfähigkeit

Gäbe es dann für beide Krankheiten, also 80 Tage die Fortzahlung des ALG oder nur für insgesamt 42 Tage?
Theoretisch kann man auf diesem Wege sein gesamtes ALGI für Krankheit "verplempern", wenn man immer kurz vor Ablauf der 6 Wochen meint wieder gesund und Vermittlungs-Fähig zu sein ...

Sinnvoll ist das nicht (außer nach der Aussteuerung /Ablauf des Krankengeld-Anspruches), denn dafür ist das Krankengeld vorgesehen von der KK, mit ALGI soll man ja in Arbeit kommen können ... was kaum gelingt, wenn man sich überwiegend in der Leistungs-Fortzahlung wegen AU befindet.

Bist du nach 6 Wochen AU (bei der AfA) noch nicht wirklich gesund, dann ist es besser das Krankengeld der KK in Anspruch zu nehmen (der Betrag ist dann gleich dem bisherigen ALGI im Monat), dein Restanspruch auf ALGI bleibt erhalten, bis du wirklich wieder arbeiten kannst.

Nur für den Fall, dass Krankengeld-Anspruch (nach 78 Wochen) nicht mehr besteht, ist es erforderlich bei der AfA zu bleiben wenn man eigentlich wegen Krankheit gar nicht arbeiten kann, dafür gibt es eine gesetzliche Sonderregelung (§ 145 SGB III).

MfG Doppeloma
 

Lufti

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Hallo erstmal, ich habe da mal 2 Fragen:
1. Wie sieht es aus wenn ich während meiner Arbeitsunfähigkeit, innerhalb der 6 Wochen auf eine andere Krankheit bei einem anderen Arzt krank geschrieben werde? Ist es ratsamer den Krankenschein abzulehnen weil man ja doch über die andere Krankheit bereits krank gemeldet ist. Und wie sieht es dann aus mit den 6 Wochen?

2. Wie hoch ist der ALG Anspruch nach dem ich wieder vom Arzt gesund geschrieben worden bin nach der Krankengeldzahlung? Ist die Betrag genau so hoch wie das zuvor erhaltene ALG oder geringer? Muß der ganze Antrag noch mal neu ausgefüllt werden oder läuft es reibungslos so weiter wie vorher?
 

Agent

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Hallo Lufti!

zu 1: Wenn du dir eine neue Erstbescheinigung wegen der neuen Erkrankung ausstellen lässt, die dann z.B. nahtlos an die vorherige AUB anknüpft, läuft die Leistungsfortzahlung von vorne. Über den Sinn lässt sich streiten, denn das ALG I für AU-Zeiten zu verplempern wo man auch KRG beziehen könnte ist aus meiner Perspektive sinnfrei.
Überschneiden sich die Zeiträume deutlich ist das ein wenig schwieriger. Das kann ich dir spontan nicht beantworten.

zu 2: Du musst lediglich den Hauptantrag nochmal ausfüllen sowie einen Zettel über den Bezug von Entgeltersatzleistungen - KRG - von deiner Krankenkasse ausfüllen lassen. Die Höhe des ALG bleibt gleich gegenüber der Höhe vor der AU.

Viele Grüße
Agent
 

Lufti

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Hallo Agent,
ersteinmal ein Dankeschön für deine schnellen Antworten.
Ich frage deshalb weil ich ein paar Monate bis zu meiner Rente überbrücken möchte.
Wenn ich bei der ersten Krankheit über die 6 Wochen komme steht mir ja Krankengeld zu, und diese Zeit wird doch wieder hinten drangehangen.
Bei der zweiten Krankheit verhällt es sich dann doch genau so.
So könnte ich doch zb. bei jeder Krankheit, bei der ich Krankengeld bekomme, die Zeit hinten dranhängen und das bis zur Rente hinausziehen. Verstehe ich das richtig?
 

Agent

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Prinzipiell siehst du das richtig. Ich halte zwar nicht soviel davon, aber machen kannst du das, wenn du einen Arzt hast, der da mitmacht.

VG Agent
 
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