ALG 1 erst später beziehen, vorher Aufbau einer Selbstständigkeit versuchen?

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hjkl

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Hallo,

ich weiß nicht ob die Frage hier auch hin passt, wenn nicht bitte verschieben :)

Ich habe vor, nachdem ich mit diversen Arbeitgebern in meiner Branche nicht glücklich geworden bin, mich selbstständig zu machen. Im Moment befinde ich mich noch in einem Arbeitsverhältnis, werde den neuen Job aber in der Probezeit beenden, weil ich mit meiner Chefin überhaupt nicht klar komme. Eigentlich wollte ich selber kündigen, aber man ist mir zuvor gekommen und hat mir zuerst die Kündigung ausgesprochen (was ja Richtung ALG 1 gar nicht mal schlecht ist, wegen Sperre und so...).

Nun meine Frage:
es heißt man hat Anspruch auf ALG 1 wenn man "innerhalb der letzten 2 Jahre 12 Monate soz.vers.pfl. beschäftigt war". Dies war bei mir durchgehend der Fall. KANN ich nun erstmal direkt mein Business aufziehen, auf das ALG 1 erstmal verzichten und ein halbes Jahr prüfen, ob das Geschäft bis dahin läuft? Und quasi als "Rettungsanker" dann Ende des Jahres zur Not doch das ALG beantragen? So liest sich jedenfalls diese Vorgabe. Gibt ja auch Leute, die erstmal 3 Monate Urlaub machen und dann erst das ALG beziehen, also recht ähnlich.

Das hatte ich auch schon eine Dame telefonisch bei der Agentur gefragt. Die war leider nicht so im Thema drin, weil Selbstständige bei denen nicht betreut werden. Sie meinte, ich könne mich privat als Selbstständiger auch in der Arbeitslosenversicherung anmelden und die Beiträge, die wohl nicht so hoch ausfallen, selber begleichen. Nun, das war eigentlich nicht meine Frage :unsure:. Aber in dem Zusammenhang würde mich interessieren, wie dann die Summe, die man im Falle des Falles erhält dann ausfallen würde? Denn wenn ich mein Business wegen mangelnder Einkünfte beende kann das ja nicht so angerechnet werden. (Zur Info: ich habe als Angestellter sehr gut verdient und hätte jetzt direkt einen ziemlich hohen Anspruch, den will ich mir natürlich nicht zerschreddern).

Wäre toll, wenn hier jemand schon mal Erfahrung in dem Bereich gemacht hat und mir zumindest den ersten Teil beantworten könnte!
Natürlich werde ich das noch mit dem Amt besprechen (nun muss ich ja sowieso vorstellig werden, sobald ich das Kündigungsschreiben erhalte - hätte aber gerne eine Vorab-Info).

LG
 
M

mafrsist

Gast
In welchem Bereich willst du dich selbständig machen?



Höhe wird normal berechnet. Bei weniger als 150 Tagen in 2 Jahren sozialversicherungspflichtiges Einkommen fiktive Bemessung.

Höhe des monatlichen Arbeitslosengeldes bei Steuerklasse III, (ohne Kind) 2017:
  • Hoch-/Fachhochschule: Qualifikationsgruppe I – 1.494,30 Euro
  • Fachschule/Meister: Qualifikationsgruppe II – 1.295,10 Euro
  • abgeschl. Ausbildung: Qualifikationsgruppe III – 1.086,00 Euro
  • keine Ausbildung: Qualifikationsgruppe IV – 846,00 Euro
Macht im 1. Jahr eigentlich keinen Sinn, da du hier sowieso normalen Anspruch auf ALG I hättest. Kannst dich auch einen Tag arbeitslos melden und dann in die Selbständigkeit gehen. Oder eine Woche, ein Monat. Förderung abgreifen vom Amt usw.
 

Doppeloma

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Hallo hjkl, :welcome:

ich weiß nicht ob die Frage hier auch hin passt, wenn nicht bitte verschieben :)

In Sanktion / Sperre hat es nicht wirklich gepasst, es geht doch ganz simpel um Fragen zum ALGI ...

Ich habe vor, nachdem ich mit diversen Arbeitgebern in meiner Branche nicht glücklich geworden bin, mich selbstständig zu machen.

Die Wenigsten werden damit wirklich glücklicher und erfolgreicher (besonders wenn sie bisher immer abhängig beschäftigt waren) aber es kommt natürlich darauf an, was konkret du da vor hast.

Eigentlich wollte ich selber kündigen, aber man ist mir zuvor gekommen und hat mir zuerst die Kündigung ausgesprochen (was ja Richtung ALG 1 gar nicht mal schlecht ist, wegen Sperre und so...).

War dann auf jeden Fall zunächst die "bessere" Lösung.

es heißt man hat Anspruch auf ALG 1 wenn man "innerhalb der letzten 2 Jahre 12 Monate soz.vers.pfl. beschäftigt war". Dies war bei mir durchgehend der Fall.

Das ist korrekt, du solltest dich bei der AfA pünktlich melden und von deinem "Dispositionsrecht" Gebrauch machen ... ich denke nicht dass man dir direkt (und gerne) Geld für deine Ideen zahlen möchte ... die Leistungen für Aufbau einer Selbsständigkeit wurden stark eingeschränkt, weil es eben (leider) nur selten ausreichendes Einkommen gebracht hat.

Nach § 137 SGB III kannst du deinen Anspruch aber eine gewisse Zeit "verschieben" und es wird dein letztes Erwerbseinkommen die Berechnungs-Grundlage dafür sein.

(2) Bis zur Entscheidung über den Anspruch kann die antragstellende Person bestimmen, dass der Anspruch nicht oder zu einem späteren Zeitpunkt entstehen soll.


KANN ich nun erstmal direkt mein Business aufziehen, auf das ALG 1 erstmal verzichten und ein halbes Jahr prüfen, ob das Geschäft bis dahin läuft? Und quasi als "Rettungsanker" dann Ende des Jahres zur Not doch das ALG beantragen? So liest sich jedenfalls diese Vorgabe. Gibt ja auch Leute, die erstmal 3 Monate Urlaub machen und dann erst das ALG beziehen, also recht ähnlich.

Aus welchem Grunde auch immer ist das also möglich, ob du dich sofort privat weiter gegen Arbeitslosigkeit versichern musst kann ich nicht beurteilen, du hast ja erst mal einen Anspruch erworben und noch nicht genutzt. :icon_kinn:
Allerdings wirst du selbst für deine Krankenversicherung und den Lebensunterhalt sorgen müssen, denn von der AfA gibt es ja dann NIX ... bis du doch deine Leistung dort beantragen wirst.
Zu den zeitlichen Höchstgrenzen solltest du dich unbedingt informieren lassen, damit dir dein aktueller Anspruch nicht verloren geht.

Das hatte ich auch schon eine Dame telefonisch bei der Agentur gefragt. Die war leider nicht so im Thema drin, weil Selbstständige bei denen nicht betreut werden.

Du solltest dir direkt angewöhnen solche wichtigen Dinge NICHT per Telefon klären zu wollen und dir für wichtige Aussagen auch immer was schriftlich einfordern ... was mal irgendwer am Telefon gesagt haben soll, kannst du später nicht beweisen.

Sie meinte, ich könne mich privat als Selbstständiger auch in der Arbeitslosenversicherung anmelden und die Beiträge, die wohl nicht so hoch ausfallen, selber begleichen. Nun, das war eigentlich nicht meine Frage :unsure:.

Das sehe ich genau so, denn was du in deiner "Dispositions-Phase" wirklich machen wirst geht die AfA eigentlich nichts an, die "betreuen" dich ja in der Form nicht als Selbstständigen, du willst das ja "auf eigene Faust" probieren ... wenn ich das richtig verstanden habe.

Dafür genügt es den Anspruch offiziell "aufzuschieben" wie ich es oben beschrieben habe, sofern du dir das finanziell leisten kannst interessiert es die AfA auch nicht sonderlich, ob du eine Weltreise machen willst oder einfach nur einige Monate "auf Balkonien" ausspannen möchtest.
Es hindert dich auch Niemand daran (schon ohne AfA-Druck) nach einer neuen Stelle Ausschau zu halten wenn du selber merken solltest, dass dein Business nicht so laufen wird wie du dir das vorgestellt hattest, vielleicht reicht es nur für ein Nebeneinkommen zusätzlich zum (neuen) Hauptberuf ... wer weiß das schon aktuell.

Aber in dem Zusammenhang würde mich interessieren, wie dann die Summe, die man im Falle des Falles erhält dann ausfallen würde?

Für ALGI (aus versicherungspflichtiger Tätigkeit) ist zunächst nur das versicherungspflichtige Einkommen maßgeblich, was du zuletzt bezogen hast, jedenfalls wenn du in den gesetzlichen Fristen dafür bleibst, sichere dich da wirklich vor Ort ab und NICHT am Telefon, du musst dich mindestens 1 Mal persönlich "arbeitslos" melden (wenn dein Vertrag beendet ist) und dann klären wie es weitergehen soll mit deinem aktuellen Leistungsanspruch.

Wäre toll, wenn hier jemand schon mal Erfahrung in dem Bereich gemacht hat und mir zumindest den ersten Teil beantworten könnte!

Erfahrungen mit Selbsständigkeit habe ich nicht aber das Dispositionsrecht nach § 137 SGB III kann man ja immer in Anspruch nehmen wenn man die Anwartschaften erfüllt hat ...

Natürlich werde ich das noch mit dem Amt besprechen (nun muss ich ja sowieso vorstellig werden, sobald ich das Kündigungsschreiben erhalte - hätte aber gerne eine Vorab-Info).

Richtig, mit der schriftlichen Kündigung musst du dich "Arbeitsuchend" melden und unbedingt persönlich wenn du dann richtig arbeitslos bist, direkt nach Ablauf der Kündigungsfrist.
Dann solltest du deine Vorstellungen ansprechen, damit das klar ist ehe der Bescheid erstellt wurde.

MfG Doppeloma
 

specht59

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Vielleicht ist es eine Option, sich sofort mit Gründungszuschuss der Agentur selbständig zu machen (für 6 Monate in Höhe des ALG 1+ KV). Ich habe das vor einigen Jahren gemacht, und die AL-Versicherung ist am Anfang vergünstigt.
 
G

Gelöschtes Mitglied 64655

Gast
Das mit dem Gründungszuschuß ist so eine Sache. Es steckt auch bürokratischer Aufwand dahinter.

Ich würde vorschlagen erst einmal mich ordentlich arbeitslos zu melden und den Bescheid sichern.
Es bedeutet ja auch Bargeld.

Ich weiß ja nicht in welchem Gewerbe Du antreten möchtest und wie schnell Du wie viel Einkommen daraus haben wirst?
Aber warum nicht das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden und es als Nebengewerbe gründen?
Solange Du unter den 15 Stunden pro Woche und den 165 € Verdienst pro Monat bleibst kann das ALG1 weiter laufen.
Du hast dafür Beiträge gezahlt, also warum es verschenken?
 
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