ALG-1 Berechnung und Rückerstattung ans Jobcenter

cipher

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Hallo zusammen,

ich habe gestern Post von der Agentur für Arbeit bekommen und ich verstehe deren Berechnung nicht im geringsten.

Laut deren Berechnung habe ich nur einen Anspruch in Höhe von €14,98/Tag.

Zuletzt hatte ich, nachdem ich meine Ausbildung aufgeben musste (unverschuldet), 5 Monate für eine Zeitarbeitsfirma gearbeitet. Wenn ich nun den mir da gezahlten Monatslohn Netto heranziehe, komme ich auf einen anderen Wert, nämlich auf €21,24/Tag. Das ist natürlich ein eklatanter Unterschied. Wie kommt denn dieser zustande?

Zudem war diesem Schreiben ein Schreiben an das Jobcenter in Kopie beigefügt. In diesem steht, das mein Arbeitslosengeld zu 100% einbehalten wird, um evtl Rückerstattungsansprüche des Jobcenters auszugleichen. Demnach würde ich also gar nichts bekommen, im Gegenteil, ich hätte dann ja sogar noch Schulden beim Jobcenter.
Im April wurden incl Kosten für die Miete etc in Höhe von €409,34 überwiesen und im Mai €559,74.

Sehe ich das also richtig, das ich von der Agentur für Arbeit NICHTS zu erwarten habe und ich im Gegenzug evtl auch noch Schulden beim Jobcenter habe?

Ich habe übrigens einen neuen Job und war effektiv nur 50Tage arbeitslos/arbeitssuchend. Könnte ich den Rückzahlungsanspruch des Jobcenters evtl selber mit einer Ratenzahlungsvereinbarung ausgleichen?Mein Auto ist kaputt, muss dringend repariert werden damit ich den neuen Job nicht verliere.

Besten Dank für Eure Antworten und Hilfen, da ich im Moment komplett überfordert bin mit der Situation.

Schönen Sonntag Euch
Cipher
 

Kerstin_K

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DIe AfA rechet mit fiktiven Abzügen, nicht mit den tatsächlichen.
 

cipher

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Hallo Kerstin,

was bedeutet das konkret? Könntest Dur das evtl etwas präziser erläutern?

Besten Dank
 

Kerstin_K

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DIe abzüge sind ja bei jedem etwas unterschIedlich. Zum beispeil Steuerfreiebeträge wegen Fahrtkosten, Schwerbehinderung..., dann sind die Zusatzbeiträge der KKs unterschiedlich hoch. All das wird von der AfA nicht berücksichtigt.
 

cipher

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DIe abzüge sind ja bei jedem etwas unterschIedlich. Zum beispeil Steuerfreiebeträge wegen Fahrtkosten, Schwerbehinderung..., dann sind die Zusatzbeiträge der KKs unterschiedlich hoch. All das wird von der AfA nicht berücksichtigt.
Dann sollte ich mit dem ganzen wohl am besten mal zu einem Fachanwalt gehen, oder? Ich muss jeden Tag ca. 35Km (eine Wegstrecke) zur Arbeit fahren und muss im Moment das Auto meiner Großeltern leihen. Die brauchen aber ihr Auto eigentlich selber. Ohne Geld kann ich mein Auto natürlich nicht reparieren lassen und einen Vorschuss vom neuen Arbeitgeber möchte ich nicht erfragen. Zudem ich ja erst seit einer Woche dort beschäftigt bin. Das wäre mir arg peinlich/unangenehm.
 

Ottokar

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Zudem ich ja erst seit einer Woche dort beschäftigt bin. Das wäre mir arg peinlich/unangenehm.
Muß Dir nicht.
War mal in einer Firma für Lohnabrechnung und Zahlungen zuständig.
Hatte das praktisch jeden laufenden Monat, kaum das er begonnen hatte, das die Bitten um Abschlag/Vorschuß eintrudelten.
Bei größeren Problemen gab es auch diverse Arbeitgeberdarlehen.
Das ist oft täglich Brot.
 

cipher

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Hallo Ottokar,

ich denke ich werde dennoch wegen der, für mich aberwitzigen Berechnung und Rückerstattung, mit einem Anwalt für Sozialrecht reden. Ich möchte da schon zu einer anderen Lösung kommen, wenn es irgendwie möglich ist. Es kann ja nicht sein, meiner Meinung nach, das diejenigen bestraft oder sanktioniert werden, die sich selber schnellstmöglich einen neuen Job suchen und annehmen. Und schlussendlich hat man dafür nichts auf der Hand, im Kühlschrank, etc.
Wenn der Anwalt natürlich sagt, das es da keinen Verhandlungsspielraum gibt, muss ich den Gang nach Kanossa gehen und um einen Vorschuß bitten :-(

Auch Dir danke ich
cipher
 

Helga40

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Zuletzt hatte ich, nachdem ich meine Ausbildung aufgeben musste (unverschuldet), 5 Monate für eine Zeitarbeitsfirma gearbeitet. Wenn ich nun den mir da gezahlten Monatslohn Netto heranziehe, komme ich auf einen anderen Wert, nämlich auf €21,24/Tag. Das ist natürlich ein eklatanter Unterschied. Wie kommt denn dieser zustande?

Wohl, weil es nur 5 Monate waren. Der Bemessungszeitraum ist aber ein Jahr. D. h., dass die restlichen 7 Monate dein niedriger Azubilohn zugrunde gelegt wird.

Schulden beim JC entstehen nicht. Wenn dein Alg1 geringer als das ALG2 ist, ist der Rest "Aufstockung".
 

Cha

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Das ist natürlich ein eklatanter Unterschied. Wie kommt denn dieser zustande?
Die Höhe des Arbeitslosengeldes wird berechnet aus den letzten 12 Monaten für die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung gezahlt worden sind.
Bei dir ergibt sich die Höhe wohl aus einem Durchschnitt von Beschäftigung und Ausbildungsvergütung.

..., das mein Arbeitslosengeld zu 100% einbehalten wird, um evtl Rückerstattungsansprüche des Jobcenters auszugleichen.
Das ist da übliche Verfahren.
Das JC bekommt jedoch höchstens die eigenen geleisteten Zahlungen erstattet.
Nach der Abrechnung mit dem JC wird von der Agentur für Arbeit der eventuelle Rest des Arbeitslosengeldes an dich ausgezahlt.
Schulden für dich entstehen auf keinen Fall.

Viele Grüße

Cha
 
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