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Albtraum Erziehungsheim

Ehemaliges Heimkind

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Zwangsarbeit, Misshandlung, Missbrauch auch in Heimen in Holland

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Über hundert Jahre lang Heimkinder-Zwangsarbeit, Misshandling und Missbrauch auch in kirchlichen Einrichtungen („Heimen“ und „Anstalten“ : „totalen Institutionen“) in den Niederlanden !! --- Genauer gesagt „ununterbrochen über 113 Jahre lang, bis 1973!!

Die Geschäftemacherei und Ausbeuterei der Schwächsten seitens dem niederländischen katholischen Orden der „Barmherzigen Schwestern“

Die Geschäftemacherei und Ausbeuterei der Schwächsten seitens dem niederländischen katholischen Orden der „Schwestern der Nächstenliebe“

QUELLE: NiederlandeNet @ https://www.uni-muenster.de/NiederlandeNet/aktuelles/archiv/2018/0523Zwangsarbeit.html :

ANFANG DES ZITATS ALL DESSEN WAS ZUSAMMENFASSEND AUFGRUND VON INTENSIVEN RECHERCHEN AN DER UNIVERSITAT MÜNSTER ÜBER DIE ZWANGSARBEIT IN KATHOLISCHEN HEIMEN BETRIEBEN VON DEN „SCHWESTERN VOM GUTEN HIRTEN“ IN HOLLAND BEKANNT GEWORDEN IST.

NiederlandeNet

GESELLSCHAFT: Zwangsarbeit in katholischen Einrichtungen zwischen 1860 und 1973

Den Haag, LM/NRC 23. Mai 2018
[ zur Autorin siehe @
https://www.uni-muenster.de/NiederlandeNet/autoren.shtml#mensing ]


Zwischen 1860 und 1973 haben ungefähr 15.000 Mädchen und Frauen in den Niederlanden in Wäschereien und Nähfabriken von katholischen Einrichtungen unbezahlte Zwangsarbeit verrichtet. Zu diesem Ergebnis kam die niederländische Tageszeitung NRC Handelsblad, die Nachforschungen über die Zwangsarbeit in den Heimen der Zusters van de Goede Herder (dt. „Schwestern vom Guten Hirten“) in Tilburg, Zoeterwoude, Almelo und Velp angestellt hat. Der Orden geriet schon vor einigen Jahren in die Schlagzeilen, als bekannt wurde, dass in Irland in sogenannten Magdalenen-Wäschereien Mädchen und Frauen ausgebeutet wurden.

Das NRC Handelsblad sprach im Rahmen der Nachforschungen mit fünf Frauen, die als
Mädchen jahrelang unbezahlt arbeiten mussten und jetzt die verdiente Anerkennung und die Auszahlung ihres nicht erhaltenen Lohnes einfordern. Hierbei werden die Frauen von der Organisation VPKK unterstützt, die sich mit kirchlichem Kindesmissbrauch auseinandersetzt. Die Nonnen des Ordens haben dem NRC Handelsblad mitgeteilt, dass sie sich im vergangenen Jahr entschuldigt haben. Die Auszahlung des Lohnes ist jedoch nicht vorgesehen, da die Forderung verjährt sei. Auch in Irland erhielten die betroffenen Frauen von der Kongregation keine Zahlungen.

Die Frauen und Mädchen in den Heimen wurden als „gefallene Frauen“ bezeichnet. Manchmal waren es Prostituierte oder Schwangere, die nicht verheiratet waren und oft waren es Waisen. Bis in die siebziger Jahre hinein wurden diese Mädchen gegen ihren Willen von der Regierung, dem Jugendamt oder den Eltern in die Einrichtungen gebracht. Die Arbeit in den Wäschereien und den Nähfabriken wurde als „
ARBEITSTHERAPIE“ dargestellt, bei der die Buße im Fokus stehen sollte. Tatsächlich handelte es sich bei der ZWANGSARBEIT allerdings um ein ERTRAGSMODELL für die Kongregation. Die Aufträge kamen [ genauso wie in Deutschland, Irland, Österreich und der Schweiz, und in vielen anderen Ländern der Welt !!M.M. ] von Textilfabriken, Konfektionsbetrieben, Hotels, Krankenhäusern, Privatunternehmen, der Kirche und dem Staat. Das Waschen und das Nähen waren die größte Einnahmequelle für die Kongregation, in Zoeterwoude wurde 1934 die Hälfte des Umsatzes durch die Zwangsarbeit erwirtschaftet.


Die Mädchen und Frauen lebten in den Einrichtungen unter äußerst schlechten Umständen. Sie verloren ihre Freiheit, bekamen einen neuen Namen oder eine Nummer zugeteilt, mussten sechs Tage in der Woche arbeiten und durften dabei nicht miteinander reden. „Rebellische Mädchen wurden mit Medikamenten ruhiggestellt. Meist waren die Einrichtungen von hohen Mauern umgeben. Mädchen, die flohen, wurden meist von der Polizei zurückgebracht. Neben der Zwangsarbeit kam es außerdem teilweise zu sexuellen Übergriffen. Schlechte Nahrung, harte Bestrafungen und eine schlechte, medizinische Versorgung gehörten ebenfalls zum Alltag der Mädchen und Frauen. Vor allem vor dem Krieg starben Hunderte Mädchen in den Einrichtungen der Schwestern vom Guten Hirten. Unterrichtet wurden die oftmals noch sehr jungen Mädchen nur selten.

Schon lange gab es in den Niederlanden immer wieder Berichte darüber, dass in den Einrichtungen der Schwestern vom Guten Hirten Zwangsarbeit verrichtet wurde. Bereits 1930 wurden zwei Aussagen von D.J. Broekhuizen, einem Lehrer aus Den Haag, veröffentlicht. Später berichteten die Opfer immer wieder in Zeitungen, Dokumentationen und Büchern von ihren Erlebnissen. Zuletzt erschien das Buch Stil in mij von Daniëlle Hermans und Esther Verhoef, in dem Frauen über ihr Leben in Einrichtungen katholischer Nonnen berichten. Oftmals wurden die Berichte jedoch als Hetze gegen die katholische Kirche abgetan; die Regierung griff nicht ein.


ENDE DES ZITATS ALL DESSEN WAS ZUSAMMENFASSEND AUFGRUND VON INTENSIVEN RECHERCHEN AN DER UNIVERSITAT MÜNSTER ÜBER DIE ZWANGSARBEIT IN KATHOLISCHEN HEIMEN BETRIEBEN VON DEN „SCHWESTERN VOM GUTEN HIRTEN“ IN HOLLAND BEKANNT GEWORDEN IST.

Beschlagwortet mit TAGS/LABELS: Geschäftemacherei, Ausbeuterei, Schwächsten, niederländischen, katholischen Orden, Barmherzigen, Barmherzigen Schwestern, Nächstenliebe, Schwestern der Nächstenliebe, Heimkinder, Zwangsarbeit, ERTRAGSMODEL, Heimkinder-Zwangsarbeit, Misshandling, Missbrauch, kirchlichen Einrichtungen, Heimen, Anstalten, totalen Institutionen, Niederlanden, Holland, NiederlandeNet, Zwangsarbeit in katholischen, Einrichtungen, katholischen Einrichtungen, Mädchen, Wäschereien, Großwäschereien, Nähfabriken, unbezahlte Zwangsarbeit, niederländische Tageszeitung, NRC Handelsblad, Zwangsarbeit in den Heimen, Zusters van de Goede Herde, Schwestern vom Guten Hirten, Tilburg, Zoeterwoude, Almelo, Velp, der Orden, Schlagzeilen, Magdalenen-Wäschereien, Mädchen und Frauen, ausgebeutet, jahrelang unbezahlt arbeiten, unbezahlt arbeiten mussten, nicht erhaltenen Lohnes, kirchlichem Kindesmissbrauch, Kindesmissbrauch, Nonnen, Nonnen des Ordens, gefallene Frauen, Prostituierte, Schwangere, nicht verheiratet, Waisen, bis in die siebziger Jahre, gegen ihren Willen, Regierung, Jugendamt, Eltern, ARBEITSTHERAPIE, Buße, wie in Deutschland, Irland, Österreich, Schweiz, Textilfabriken, Konfektionsbetrieben, Hotels, Krankenhäusern, Privatunternehmen, Kirche, Staat, der Kirche und dem Staat, Waschen, Nähen, Einnahmequelle, größte Einnahmequelle, äußerst schlechten Umständen, verloren ihre Freiheit, neuen Namen, eine Nummer zugeteilt, sechs Tage in der Woche, arbeiten, nicht miteinander reden, rebellische Mädchen, Medikamenten ruhiggestellt, von hohen Mauern umgeben, flohen, Polizei zurückgebracht, sexuellen Übergriffen, schlechte Nahrung, harte Bestrafungen, schlechte medizinische Versorgun, starben Hunderte Mädchen, D.J. Broekhuizen, Den Haag, Buch Stil in mij, Daniëlle Hermans, Esther Verhoef, Einrichtungen katholischer Nonnen, Regierung griff nicht ein,

Boardnutzer »Kuddel« im CHEFDUZEN-Forum hat gerade am 15.06.2018, um 15:26 Uhr @ http://www.chefduzen.de/index.php?topic=10331.msg338879#msg338879 darauf aufmerksam gemacht.
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Zwangsarbeit, Misshandlung, Missbrauch auch in Heimen in Holland

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Dieser, im unmittelbar vorhergehenden Beitrag, in diesem Thread, erwähnte, weltweit bekannte katholische Schwestern-Orden (holländisch:) Zusters van de Goede Herder, der auch in den Niederlanden über 113 Jahre lang (von 1860-1973) Mädchen und junge Frauen unter arbeitslagern- und gefängnisähnlichen Bedingungen in Großwäshereien und Großnähereien zur Zwangsarbeit gezwungen hat

ist auch in volksmündlichem Deutsch unter folgenden Namen bekannt:

katholische Orden der „Schwestern vom Guten Hirten“;
katholische Orden der „Barmherzigen Schwestern“;
katholische Orden der „Unbarmherzigen Schwestern“;
katholische Orden der „Schwestern der Nächstenliebe“;
katholische Schwestern-Orden derVinzentinerinnen“;
die katholischenMagdalenen Schwestern

und in englischer Sprache, u.a., unter folgenden Namen bekannt:

the catholic order of the "Sisters of Mercy";
the catholic order of the "Sisters of Mercy of St. Vincent de Paul";
the catholic order of the "Unmerciful Sisters";
the catholic order of the "Magdalene Sisters"

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70-Minuten langer Dokumentarfilm: kirchliche Heimerziehung

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70-Minuten langer Dokumentarfilm: kirchliche Heimerziehung und wer einer öffentlichen Vorführung dieses Films wann und unter welchen Umständen beiwohnen darf. :


FR - Frankfurter Rundschau, DONNERSTAG, 21. JUNI 2018

QUELLE: http://www.fr.de/frankfurt/hessen-ex-heimkinder-sollen-draussen-bleiben-a-1529089 :

ANFANG DES ZITATS DER BERICHTERSTATUNG BEZÜGLICH EINEM DOKUMENTARFILM ÜBER DIE NACHKRIEGSDEUTSCHE KIRCHLICHE HEIMERZIEHUNG MIT DEM DIE EVANGELISCHE KIRCHE IHRE AUFARBEITUNG DIESES THEMAS ABSCHLIEßEN WILL.

Hessen

Ex-Heimkinder sollen draußen bleiben

Die evangelische Kirche in Frankfurt will einen Dokumentarfilm über die Schicksale von Heimkindern in der Nachkriegszeit zeigen. Doch die Betroffenen lädt sie dazu nicht ein. Die wollen sich das nicht gefallen lassen.

21.06.2018 11:08 Uhr

Von Peter Hanack

[ HISTORISCHES FOTO: Blick auf die Hephata-Einrichtung im nordhessischen Treysa. Foto: imago ]

Am nächsten Montag [ 25. Juni 2018 ] stellt die evangelische Kirche in Frankfurt einen Dokumentarfilm über die Schicksale von Heimkindern in der Nachkriegszeit vor. Eingeladen sind die Vertreter der Medien. Die Betroffenen selbst aber nicht – und die sind damit mehr als unzufrieden. Zumindest einige von ihnen wollen nun auch ohne Einladung zur Filmvorstellung kommen.

„Wir werden alles daransetzen, dass wir da reinkönnen“, sagt Heinz Schreyer, der selbst seine gesamte Kindheit und Jugend in Heimen verbracht hat. „Wir wollen selbst reden und berichten, wie es uns ergangen ist“, fordert er. Der Film allein genüge nicht, um zu verstehen, was damals geschehen sei.

Gezeigt wird der FilmKopf Herz Tisch 3der Wiesbadener Filmemacherin Sonja Toepfer, die diesen im Auftrag der
Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) produziert hat. Sie konzentriert sich in der 70 Minuten langen Dokumentation auf die Rolle der Medizin in evangelischen Einrichtungen. Erschreckend sind vor allem die Schilderungen der medizinischen Versuche, wie es sie in der Hephata-Einrichtung im nordhessischen Treysa gegeben hat [ Siehe @ http://www.fr.de/rhein-main/menschenversuche-in-hessen-als-juergens-kopf-erforscht-wurde-a-1446507. Diese gehört zwar nicht zum Gebiet der EKHN, für deren Bereich der Film einen Beitrag zur Aufarbeitung leisten sollte, sondern zur benachbarten Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Im Film nimmt Hephata aber dennoch einen großen Raum ein.

Auch Regisseurin Toepfer hatte sich dafür eingesetzt, dass bei der Pressevorführung in der Räumen der Evangelischen Akademie am Frankfurter Römerberg Betroffene zu Wort kommen können. „Ich kann dort nicht alleine Rede und Antwort stehen“, sagte sie der Frankfurter Rundschau. Tatsächlich soll nun der Psychotherapeut Hans von Lüpke anwesend sein, der in dem Film als einer der Protagonisten auftritt. Ansonsten sollen Vertreter der
EKHN die Fragen der Journalisten beantworten.

„Die Betroffenen kommen ja im Film zu Wort“, sagt dazu
EKHN-Sprecher Volker Rahn. Die Pressevorführung sei – allein schon aus Zeitgründen – nicht als Podiumsdiskussion geplant, sondern diene vor allem der Vorstellung des Films.

Rahn verweist darauf, dass die Kirche noch zwei weitere Veranstaltungen in diesem Zusammenhang anbiete. So kommen bereits am heutigen Donnerstag [ 21. Juni 2018 ] sowie am Freitag [ 22. Juni 2018 ] auf Einladung der
EKHN rund 25 ehemalige Heimkinder in der evangelischen Bildungsstätte Arnoldshain bei Schmitten im Taunus zusammen, um den Film zu sehen und darüber zu reden. „Dort nehmen unter anderem auch Mitglieder der Kirchenleitung teil“, sagt Rahn. Am [ Donnerstag ] 3. Juli [2018] gebe es in Darmstadt eine weitere Filmvorführung für Vertreter von Betroffenenverbänden sowie ehemalige Heimkinder, die nicht nach Arnoldshain kommen könnten.

[
Die Evangelische Kirche in Deutschland ] Die Kirche versteht das Filmprojekt als Abschluss der Aufarbeitung der Geschichte der evangelischen Heime, die vor sechs Jahren begonnen hatte. Der Film solle dazu dienen, Pflegende und Erziehende dafür zu sensibilisieren, die Würde der Menschen zu achten, die ihnen anvertraut worden seien, sagt Rahn. Dies sei in der Vergangenheit offenbar in großer Zahl missachtet worden. Interessierte Einrichtungen könnten den Videofilm für zehn Euro auf DVD erwerben.

Thomas Hasper,
der als Jugendlicher in Hephata war und dort Schreckliches erlebte [ Siehe @ http://www.fr.de/rhein-main/hephata-in-treysa-jeder-wurde-mit-diesem-zeug-abgefuellt-a-1449687 ], genügt das nicht. Die Filmpräsentation ohne Anwesenheit von Betroffenen hält er für „absurd“. Es dürften nicht nur die Vertreter der Kirche das Wort führen, sagt er. „Wir als Betroffene fühlen uns bei so einem Vorgehen missachtet und schutzlos.“



Zur Sache

Aufarbeitung

Im Dezember 2006 gab es im Deutschen Bundestag eine Anhörung ehemaliger Heimkinder. Sie berichteten von den schlimmen Verhältnissen in den Heimen der Nachkriegszeit.

2009 lud der hessische Landtag 50 Heimkinder zur Anhörung ein. Es folgte eine Entschuldigung des Landtags für das Leid. 2013 brachte die
EKHN ihre Aufarbeitung auf den Weg.

Die
EKHN betrieb in Hessen nach dem Krieg mindestens 43 Heime. pgh


Peter Hanack

Redakteur, Frankfurt & Rhein-Main
Zum Profil des Autors [ @ http://www.fr.de/autor.=pgh/ ]


ENDE DES ZITATS DER BERICHTERSTATUNG BEZÜGLICH EINEM DOKUMENTARFILM ÜBER DIE NACHKRIEGSDEUTSCHE KIRCHLICHE HEIMERZIEHUNG MIT DEM DIE EVANGELISCHE KIRCHE IHRE AUFARBEITUNG DIESES THEMAS ABSCHLIEßEN WILL.

Beschlagwortet mit TAG/LABELS: Frankfurter Rundschau, Peter Hanack, Hessen, eavangelische Kirche, Kirche in Frankfurt, Heimkinder, Heimerziehung, ehemalige Heimkinder, ex-Heimkinder, draußen bleiben, Dokumentarfilm, kirchliche Heimerziehung öffentlichen Vorführung, beiwohnen darf, Dokumentation, Schicksale von Heimkindern, Nachkriegszeit, Betroffenen, nicht gefallen lassen, Hephata, Hephata-Einrichtung, nordhessischen Treysa, Vertreter der Medien, unzufrieden, ohne Einladung, Filmvorstellung, Heinz Schreyer, Kindheit, Jugend, Heimen, reden und berichten, ergangen ist, Film, Kopf Herz Tisch 3, was damals geschehen, Wiesbadener Filmemacherin, Sonja Toepfer, Evangelischen Kirche, Kirche in Hessen, Hessen und Nassau, EKHN, evangelischen Einrichtungen, erschreckend, Schilderungen, medizinischen Versuche, Gebiet der EKHN, Beitrag zur Aufarbeitung, Aufarbeitung, Kurhessen-Waldeck, Regisseurin Toepfer, Pressevorführung, Evangelischen Akademie, Frankfurter Römerberg, Betroffene zu Wort, kommen können, Rede und Antwort stehen, Psychotherapeut, Hans von Lüpke, einer der Protagonisten, Vertreter der EKHN, Fragen der Journalisten, Betroffenen, EKHN-Sprecher, Volker Rahn, Podiumsdiskussion, Vorstellung des Films, Bildungsstätte Arnoldshain, Mitglieder der Kirchenleitung, Vertreter von Betroffenenverbänden, Betroffenenverbände, Kirche in Deutschland, Filmprojekt, Abschluss der Aufarbeitung, Geschichte, evangelischen Heime, Pflegende, Erziehende, sensibilisieren, Würde der Menschen, achten, ihnen anvertraut worden, Vergangenheit, missachtet, missachtet worden, Videofilm für zehn Euro, auf DVD erwerben, Thomas Hasper, Jugendlicher in Hephata, Schreckliches erlebte, Filmpräsentation, Anwesenheit von Betroffenen, Vertreter der Kirche, das Wort führen, missachtet und schutzlos, schlimmen Verhältnissen, Heimen der Nachkriegszeit, hessische Landtag, Heimkinder zur Anhörung, Entschuldigung, Entschuldigung des Landtags,
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70-Minuten langer Dokumentarfilm: kirchliche Heimerziehung

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FR - Frankfurter Rundschau, DONNERSTAG, 26. JUNI 2018

QUELLE: http://www.fr.de/rhein-main/heimkinder-eingesperrt-und-ruhig-gestellt-a-1532513

Jetzt hier in Bezug auf das Bundesland Hessen und insbesondere in Bezug auf Heime auf dem Gebiet der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.

ANFANG DES ZITATS EINES BERICHTS ÜBER BEGEBENHEITEN UM DIE FILMVORFÜHRUNG DES DOKUMENTARFILMS "KOPF HERZ TISCH 3", DER DIE DAMALIGE EVANGELISCHE HEIMERZIEHUNG BEHANDELT.

Heimkinder

Eingesperrt und ruhig gestellt

Ein Film im Auftrag der evangelischen Kirche zeigt das Schicksal von Heimkindern. Bei der Premiere sind auch Betroffene dabei. Sie machen einen Vorschlag.

Donnerstag, 26. Juni 2018, 14:59 Uhr

Von Peter Hanack
[ Zum Profil des Autors @ http://www.fr.de/autor.=pgh/ ]

[ FOTO: „Kinder und Jugendliche, die in der Nachkriegszeit in einem Heim leben mussten, erlebten dort oft Schreckliches.“ Foto: Andreas Arnold]

Sie wurden geschlagen, eingesperrt, sexuell missbraucht, mit Medikamenten ruhig gestellt: Kinder und Jugendliche, die in der Nachkriegszeit in einem Heim leben mussten, erlebten dort oft Schreckliches. Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hat am Montag einen Film vorgestellt, der in ihrem Auftrag entstand und das Schicksal dieser Heimkinder in evangelischen Einrichtungen beschreibt.

„Nach dem Essen gab es eine kleine gelbe Tablette, Megaphen hieß das Medikament, das war der Hammer“, erzählt darin Thomas Hasper, der als Jugendlicher im nordhessischen Hephata war. „Man war nach wenigen Minuten wie betäubt, und wenn man dann geweckt wurde, war das äußerst schmerzhaft.“ Und das geschah häufig. „Folter“, nennt Hasper, Jahrgang 1954, das heute.

Auch Heinz Schreyer, der seine Kindheit und Jugend in Heimen verbrachte, kommt in dem Film der Wiesbadener Regisseurin Sonja Toepfer zu Wort. „Ein Erzieher, der sich von mir gestört fühlte, schlug mir so hart auf das Ohr, dass der Schmerz bis in die Beine zog“, erinnert er sich. „Er wollte sehen, wie ich vom Stuhl falle und weine“, ist er sicher. Aber Schreyer, noch ein Kind, sah seinem Peiniger in die Augen und verzog keine Miene. „So habe ich ihm meine Stärke gezeigt.“


Suche nach Anerkennung

Schreyer und Hasper saßen bei der Filmpremiere in der Evangelischen Akademie am Frankfurter Römerberg bei der anschließenden Pressekonferenz auf dem Podium und beantworteten Fragen der Journalisten. Selbstverständlich war das nicht. Erst der massive Protest von Ex-Heimkindern (die FR berichtete am Donnerstag) hatte deren Teilnahme ermöglicht. „Es war ein Versäumnis, die Betroffenen nicht einzuladen“, räumte EKHN-Sprecher Volker Rahn ein. Bei der Veranstaltung selbst war von der Empörung im Vorfeld allerdings nichts mehr zu spüren.

„Kinder und Jugendliche waren einem totalen System ausgeliefert, und wir müssen uns fragen, was war unser Anteil daran und was wir tun müssen, damit uns anvertraute Menschen nie mehr so unwürdig behandelt werden“ sagte Anette Neff, Historikerin der EKHN. Immer wieder wendeten sich Menschen an sie, die in einem Heim untergebracht waren. Häufig gehe es darum, überhaupt erst einmal zu erfahren, wo man als Kind damals war. „Ich rechne damit, dass sich nach Veröffentlichung des Films noch mehr Menschen an uns wenden.“

„Ganz häufig“, berichtete Petra Knötzele, Leiterin des EKHN-Aufarbeitungsprojekts, „geht es bei den Gesprächen darum, dass das System der damaligen Heime als Unrechtssystem anerkannt wird.“ Lange hatten die Betroffenen auf eine solche Anerkennung warten müssen. Erst im Jahr 2006 gab es im Deutschen Bundestag eine Anhörung ehemaliger Heimkinder. Sie berichteten dort von den schlimmen Verhältnissen in den Heimen der Nachkriegszeit. Die EKHN, auf deren Gebiet es Neffs Recherchen zufolge 52 Heime in evangelischer Trägerschaft gab, brachte 2013 brachte die Aufarbeitung auf den Weg.

Der Film, zu dem eine Ausstellung gehört, soll in Einrichtungen der Kirche zu Lehr- und Forschungszwecken gezeigt werden. Die Ex-Heimkinder Hasper und Schreyer haben dazu am Montag einen Vorschlag gemacht: „Wir können selbst in Schulen oder Universitäten gehen und dort berichten, was geschehen ist.“ Kirchensprecher Rahn zeigt sich diesem Vorschlag gegenüber aufgeschlossen.

Der Film kann für zehn Euro unter
unsere.ekhn.de DVD erworben werden.

Peter Hanack

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Zum Profil des Autors [ @ http://www.fr.de/autor.=pgh/ ]


ENDE DES ZITATS EINES BERICHTS ÜBER BEGEBENHEITEN UM DIE FILMVORFÜHRUNG DES DOKUMENTARFILMS "KOPF HERZ TISCH 3", DER DIE DAMALIGE EVANGELISCHE HEIMERZIEHUNG BEHANDELT.

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Lesen Sie dazu

Heimkinder in Hessen

Zu Forschungszwecken gequält

Hephata-Chefarzt Enke missbrauchte Heimkinder für unnötige Gehirnuntersuchungen. Der Vorstand bittet dafür um Entschuldigung.
[ Siehe @
http://www.fr.de/rhein-main/heimkinder-in-hessen-zu-forschungszwecken-gequaelt-a-1532229 ]

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70-Minuten langer Dokumentarfilm: kirchliche Heimerziehung

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hessenschau.de - Hessischer Rundfunk - Anstalt des öffentlichen Rechts - ARD

QUELLE: https://www.hessenschau.de/gesellschaft/wie-kinder-im-evangelischen-heim-misshandelt-wurden-,heimkinder-102.html

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Aufarbeitung in Dokumentarfilm

Wie Kinder im evangelischen Heim misshandelt wurden

FILMVORFÜHRUNG

Bisher lief der Dokumentarfilm "Kopf Herz Tisch 3" über den Missbrauch im Kinderheim der Hephata in Treysa zweimal: einmal für Betroffene, einmal für Journalisten. Die EKHN will den Film in Zukunft häufiger vorführen, zum Beispiel angehenden Erziehern in der Ausbildung. Außerdem will sie Kopien davon verkaufen. Der Erlös soll den ehemaligen Heimkindern zugute kommen.
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ANFANG DES ZITATS EINES BERICHTS ÜBER BEGEBENHEITEN UM DIE FILMVORFÜHRUNG DES DOKUMENTARFILMS "KOPF HERZ TISCH 3", DER DIE DAMALIGE EVANGELISCHE HEIMERZIEHUNG BEHANDELT.

Aufarbeitung in Dokumentarfilm

Wie Kinder im evangelischen Heim misshandelt wurden

Veröffentlicht am 26.06.2018 um 12:02 Uhr

[ FOTO (DOPPELBILD): „Thomas Hasper musste als Kind im Heim jeden Tag Tabletten schlucken. Bild © hessenschau.de/Thomas Hasper (Collage: hessenschau.de)]

Medikamente, damit die Kinder still halten. Medizinische Versuche, die tagelang Kopfweh verursachen. Das war auch in manchen evangelischen Kinderheimen in Hessen üblich. In einer Film-Dokumentation kommen Betroffene zu Wort.

Von Pascal Lasserre (hr-iNFO)

Audio 02:59 Min.

Erlebnisse eines Heimkinds: "Das grenzt an Folter"
[ Siehe Audio-Seite @ https://www.hessenschau.de/gesellschaft/erlebnisse-eines-heimkinds-das-grenzt-an-folter,audio-12928~_story-heimkinder-102.html ]

Pascal Lasserre | 26.06.2018

Thomas Hasper wirkt gefasst, wenn er von seiner Kindheit erzählt. Man sieht es dem heute 64-Jährigen nicht an, aber er hat als Kind viel Gewalt erfahren. Er lebte in mehreren Kinderheimen, unter anderem auch im Hephata Diakoniezentrum im nordhessischen Treysa, heute ein Stadtteil von Schwalmstadt (Schwalm-Eder-Kreis).

Thomas Hasper berichtet, wie er dort regelmäßig einen Mix aus verschiedenen Medikamenten verabreicht bekam: "Das war eine kleine gelbe Tablette, und die bekam ich nach dem Mittagessen." Die Tablette habe schnell gewirkt. Zwei, drei Minuten, dann sei er nicht mehr erreichbar gewesen. Aber als das Heimpersonal ihn wenig später geweckt habe, um spazieren zu gehen, sei das sehr schmerzhaft gewesen.


Dem Missbrauch folgte meist Schweigen

"Wenn man das täglich erlebt, dann grenzt das für mich an Folter", sagt Hasper in dem Dokumentarfilm, den Regisseurin Sonja Töpfer über die skandalösen Zustände in dem Heim in der Nachkriegszeit gedreht hat. Den Film hat die Evangelische Kirche Hessen Nassau (EKHN) nun in Frankfurt vorgeführt.

Thomas Hasper galt als schwieriges Kind. Nicht zugänglich und verhaltensauffällig sei er gewesen. So steht es zumindest in den Akten, die ihm heute vorliegen. Im Film erfährt man: Kinder wie er galten in Heimen wie dem in Treysa als nicht therapierbar. Entsprechend kalt und lieblos wurden die Kinder behandelt.


[ FOTO: „Thomas Hasper, ehemaliger Bewohner eines evangelischen Kinderheims in Treysa, wo Missbrauch stattfand. Bild © Filmstill Sonja Töpfer]

Auch 50 bis 60 Jahre danach fällt es vielen ehemaligen Heimkindern schwer, darüber zu sprechen. Das berichtet Annette Neff von der evangelischen Kirche: "Die Stigmatisierung, die sie empfunden haben, hat viele der Betroffenen zu schweigenden Menschen gemacht." Durch das oft jahrzehntelange Schweigen hätten sich die Erlebnisse im Heim oft tief vergraben.

EKHN ließ Filmemacherin freie Hand

Annette Neff hat im Auftrag der EKHN erforscht, wie es in evangelischen Kinderheimen bis in die 1970er Jahre hinein zuging. Sechs Jahre lang ließ die Kirche die Geschichte ihrer Kinderheime aufarbeiten. Der Film ist Teil dieses Prozesses. In ihm geht es um die Rolle der Medizin in den Heimen.

Filmemacherin Töpfer zeigt sich erfreut, dass die Kirche ihr völlig freie Hand bei ihrer Dokumentation ließ: "Das war wirklich, wovon man träumt. Ich habe keine Einschränkungen bekommen."


Video 04:41 Min.

Wenn das Kinderheim zur Versuchsanstalt wird
[ Siehe Video-Seite @ https://www.hr-fernsehen.de/sendungen-a-z/maintower/sendungen/video-60324~_story-heimkinder-102.html ]


maintower | 23.04.18, 18:00 Uhr

Dafür musste sie aber auch alles selbst recherchieren. Und das war mitunter gar nicht so einfach. Viele ehemalige Heimkinder wollen bis heute nicht über das Erlebte sprechen. Zu schwer wiegt der Missbrauch. Doch Töpfer hatte Glück: Sie traf zwei frühere Bewohner, die bereit waren, vor ihrer Kamera zu sprechen.

Thema auch in anderen Bereichen der Pflege

Schwieriger gestaltete sich die Suche nach Experten, wie die Filmemacherin erzählt. Die meisten Psychiater, die sie angefragt habe, hätten abgelehnt. Am Ende fand Töpfer doch noch renommierte Ärzte, die die Methoden von damals einordneten. Und sie fand Beschäftigte in den betroffenen Kinderheimen, die ihre Sicht auf die Zustände damals schildern.

Bei der EKHN leitet Petra Knözele eine Projektgruppe, die sich um die Aufklärung der Vorfälle damals kümmert. Das Thema sei auch heute noch von Bedeutung, sagt sie: "Wie gehen wir mit Menschen um, die in Abhängigkeit zu anderen stehen?" Diese Frage stelle sich heute auch in der Altenpflege.


Thomas Hasper schrieb in einem Blog über die Erlebnisse

Auch Filmemacherin Töpfer findet, dass man von damals viel lernen könne. Heutzutage verschreibe man zum Beispiel offenbar verhaltensauffälligen Kindern viel zu schnell Medikamente.

Das ehemalige Heimkind Thomas Hasper hat sich inzwischen viel mit seiner eigenen Kindheit und Jugend beschäftigt - auch schon vor den Dreharbeiten zum Film. Er schrieb auch in einem
Internetblog darüber [ Siehe @ http://www.hephata-ehemalige.de/ ]. Das sei befreiend gewesen, sagt er: "Ich habe genau das Gegenteil davon getan, was andere machen, die sich völlig abkapseln."


Quelle: hessenschau.de/loi

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SWR - Südwestrundfunk aktuell sucht Betroffene ...

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Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND.

Beitrag im Thread »Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND« im HEIMKINDER-FORUM.DE von Eric Beres, vom Sender SWR, vom Montag, 2. Juli 2018, um 12:07 Uhr (mitteleuropäische Sommerzeit) :

QUELLE: http://heimkinder-forum.de/v4x/index.php/Thread/18400-Medikamententests-an-Heimkindern-in-WESTDEUTSCHLAND/?postID=575028#post575028 :

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Hallo, zum Thema MEDIKAMENTENTESTS und MEDIKAMENTENMISSBRAUCH in Heimen der 50er bis 70er Jahre recherchiert der Südwestrundfunk aktuell zu Einrichtungen und Institutionen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.
Wenn Sie selbst betroffen sind oder uns Hinweise geben können, in welchen Heimen in diesen beiden Bundesländern entsprechende Tests durchgeführt wurden oder wo es Missbrauch gab, würden wir uns sehr freuen, Sie könnten uns kontaktieren.

Am besten per E-Mail:
Eric.Beres@swr.de .
Vielen Dank!

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Enslavement = VERSKLAVUNG | Forced Labour = ZWANGSARBEIT

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[ Zitiert wird aus einem klein wenig zurückliegenden Beitrag vom 12.06.2018, um 23:38 Uhr, hier in diesem Thread in diesem Forum) ] :

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Mehr spezifisch, bezüglich: Enslavement = Versklavung | Forced Labour = Zwangsarbeit | Abuse = Abusus | Rape = Vergewaltigung | Use and Abuse of Psychopharmaceuticals = Anwendung und Missbrauch von Psychopharmaka

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QUELLE: CORRECTIV.ORG / CORRECTIV.RUHR - »Im Schatten der Colonia Dignidad« (24.05.2018) @ https://correctiv.org/blog/ruhr/artikel/2018/05/24/tater-und-opfer/

CORRECTIV.ORG / CORRECTIV.RUHR ausdrücklich erlaubt die uneingeschränkte Nutzung und Weiterverbreitung dieses Artikels und auch allen anderen von CORRECTIV veröffentlichten Artikel, vorausgesetzt dass ungekurzt zitiert wird, d.h. also dass wortwörtlich und in voller Länge zitiert wird.

Vielfach, so wie hier von CORRECTIV.ORG / CORRECTIV.RUHR beschrieben, ging es zu in vielen Erziehungseinrichtungen in Westdeutschland – insbesondere in kirchlichen Kinderheimen und Erziehungsanstalten in Westdeutschland (ob evangelischen oder katholischen oder freikirchlichen --- „Fürsorgehöllen“ !) – in den späten 1940er Jahren, den 1950er Jahren, den 1960er Jahren, den 1970er Jahren und sogar noch in den 1980er Jahren !! :

[ ......... ]
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Mehr spezifisch, bezüglich: Enslavement = VERSKLAVUNG | Forced Labour = ZWANGSARBEIT | Abuse = ABUSUS | Rape = VERGEWALTIGUNG | Use and Abuse of Psychopharmaceuticals = ANWENDUNG UND MISSBRAUCH VON PSYCHOPHARMAKA

Spezifisch zu dem weiter oben in diesem Thread am Donnerstag, 12. Juni 2018, um 23:38 Uhr behandelten Thema: »Im Schatten der Colonia Dignidad«

QUELLE: DER SPIEGEL @ http://www.spiegel.de/politik/deutschland/colonia-dignidad-deutschland-will-nichts-an-opfer-zahlen-a-1216118.html :

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SPIEGEL ONLINE

POLITIK

Sektensiedlung Colonia Dignidad

Deutschland will nichts an Opfer zahlen

Missbrauch, Folter, Morde - die deutsche Sektensiedlung Colonia Dignidad war ein Ort des Grauens. Der Bundestag beschloss, die Opfer zu unterstützen. Doch das nun präsentierte Ergebnis sorgt für Empörung.

Von Martin Knobbe [ Siehe @ http://www.spiegel.de/impressum/autor-21583.html : Deutschland-Ressort (Berliner Büro). Martin Knobbe. 1972 in München geboren, studierte Geschichte, Politik, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte. ]

[ FOTO: „Fotos von Vermissten an der Grenze des Sektengeländes“ ]

Montag, 02.07.2018, 12:04 Uhr
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BITTE DIESEN SPIEGEL-ARTIKEL IM ORIGINAL AUFRUFEN UND DORT LESEN: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/colonia-dignidad-deutschland-will-nichts-an-opfer-zahlen-a-1216118.html
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Bezüglich: Versklavung | Zwangsarbeit | Abusus | Vergewaltigung | Anwendung und Missbrauch von Psychopharmaka (d.h. Medikamentenversuche und Medikamentenmissbrauch)

Ihre Opfer zählt man in den Hundertausenden

Die Bundesrepublik Deutschland zahlt niemanden Entschädigung !!!!!! :

Entgültige behördliche Entscheidungen (ohne Hinzuziehung von Recht und Gesetz) sind gefallen:

2010/2011 - keine Entschädigung für ehemalige Heimkinder.

2017/2018 - keine Entschädigung für behinderte Heimkinder.

2017/2018 - keine Entschädigung für psychiatrisierte Heimkinder.

2017/2018 - keine Entschädigung für Medikamentenversuchsopfer in damaligen Heimen und Anstalten.

2017/2018 - keine Entschädigung für Medikamentenmissbrauchsopfer in damaligen Heimen und Anstalten.

2017/2018 - keine Entschädigung für Opfer der deutschen Sektensiedlung "Colonia Dignidad" („Kolonie der Würde“) in Chile.

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Enslavement = VERSKLAVUNG | Forced Labour = ZWANGSARBEIT

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RELEVANTER ABSTECHER

Auch Kindesentführung seitens der Nazis in den damals besetzten Gebieten wird nicht von der Bundesrepublik Deutschland entschädigt.

Drei Berichte zu ein und demselben Verwaltungsgerichtsurteil:

ERSTENS:

ANFANG DES ZITATS DES ERSTEN DIESBEZÜGLICHEN BERICHTS.

Kostenlose Urteile @ https://www.kostenlose-urteile.de/VG-Koeln_8-K-220217_Von-der-SS-verschleppte-Kinder-haben-keinen-Anspruch-auf-Entschaedigung.news26119.htm :

Verwaltungsgericht Köln, Urteil vom 02.07.2018
- 8 K 2202/17 –


Von der SS verschleppte Kinder haben keinen Anspruch auf Entschädigung

Richtlinien über Härteleistungen an Opfer von NS-Unrechtsmaßnahmen sieht keine Entschädigung für zwangsweise "Germanisierung" vor

Das Verwaltungsgericht Köln hat entschieden, dass in der Zeit des Nationalsozialismus von der SS verschleppte Kinder keinen gerichtlich durchsetzbaren Anspruch auf Entschädigung haben.

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden in den im Zweiten Weltkrieg besetzten Gebieten (unter anderem auch Polen) Kinder ihren Eltern von der SS weggenommen. In den sogenannten "Lebensborn-Heimen" wurden die "geraubten Kinder" unter Verschleierung ihrer wahren Identität untergebracht und später in deutsche Familien vermittelt. Der Kläger des zugrunde liegenden Verfahrens wurde 1942 in Polen als Kind wegen seines "arischen" Aussehens von der SS verschleppt und über die Organisation "Lebensborn" einem reichsdeutschen Ehepaar vermittelt. Im November 2015 beantragte der Kläger eine einmalige Beihilfe nach den Richtlinien der Bundesregierung über Härteleistungen an Opfer von NS-Unrechtsmaßnahmen im Rahmen des Allgemeinen Kriegsfolgengesetzes (AKG-Härterichtlinien). Diese Richtlinie sieht vor, dass Leistungen erbracht werden können, wenn eine Person wegen ihres gesellschaftlichen oder persönlichen Verhaltens oder wegen besonderer persönlicher Eigenschaften (z.B. geistiger Behinderungen) vom NS-Regime angefeindet wurde. Den Antrag lehnte die beklagte Bundesrepublik u.a. mit der Begründung ab, dass der Kläger nicht wegen seines Verhaltens oder wegen besonderer Eigenschaften angefeindet worden sei.

VG verneint gerichtlich durchsetzbaren Anspruch auf Entschädigung

Das Verwaltungsgericht Köln stellte nunmehr fest, dass kein gerichtlich durchsetzbarer Anspruch auf Entschädigung bestehe. Es wies darauf hin, dass es die ablehnende Entscheidung nur sehr eingeschränkt, nämlich daraufhin überprüfen könne, ob die Behörde ihre Verwaltungspraxis gleichmäßig ausgeübt und die Richtlinie gleichmäßig angewandt habe. Dies sei der Fall gewesen, weil die Beklagte in keinem Fall Leistungen an "geraubte Kinder" erbracht habe. Es sei für das Gericht zwar nicht zweifelhaft, dass dem Kläger durch seine zwangsweise "Germanisierung" ganz erhebliches Unrecht angetan worden sei. Über die Feststellung einer Ungleichbehandlung hinaus sei es dem Gericht aber aus Rechtsgründen verwehrt, den Anwendungsbereich der Richtlinie zu Gunsten des Klägers zu erweitern.


ENDE DES ZITATS DES ERSTEN DIESBEZÜGLICHEN BERICHTS.

ZWEITENS:

ANFANG DES ZITATS DES ZWEITEN DIESBEZÜGLICHEN BERICHTS.

Justiz-ONLINE --- Die NRW Justiz im Internet @ http://www.vg-koeln.nrw.de/behoerde/presse/Pressemitteilungen/07_180702/index.php :

VERWALTINGSGERICHT KÖLN

Geraubte Kinder

2. Juli 2018

Das Verwaltungsgericht Köln hat mit heute den Beteiligten bekannt gegebenem Urteil entschieden, dass kein gerichtlich durchsetzbarer Anspruch auf Entschädigung des in der Zeit des Nationalsozialismus von der SS als Kind verschleppten Klägers besteht.

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden in den im Zweiten Weltkrieg besetzten Gebieten (unter anderem auch Polen) Kinder ihren Eltern von der SS weggenommen. In den sogenannten „Lebensborn-Heimen“ wurden die „geraubten Kinder“ unter Verschleierung ihrer wahren Identität untergebracht und später in deutsche Familien vermittelt. Der Kläger wurde 1942 in Polen als Kind wegen seines „arischen“ Aussehens von der SS verschleppt und über die Organisation „Lebensborn“ einem reichsdeutschen Ehepaar vermittelt. Im November 2015 beantragte der Kläger eine einmalige Beihilfe nach den Richtlinien der Bundesregierung über Härteleistungen an Opfer von NS-Unrechtsmaßnahmen im Rahmen des Allgemeinen Kriegsfolgengesetzes (AKG-Härterichtlinien). Diese Richtlinie sieht vor, dass Leistungen erbracht werden können, wenn eine Person wegen ihres gesellschaftlichen oder persönlichen Verhaltens oder wegen besonderer persönlicher Eigenschaften (z.B. geistiger Behinderungen) vom NS-Regime angefeindet wurde. Den Antrag lehnte die beklagte Bundesrepublik u.a. mit der Begründung ab, der Kläger sei nicht wegen seines Verhaltens oder wegen besonderer Eigenschaften angefeindet worden.

Das Gericht stellte nunmehr fest, dass kein gerichtlich durchsetzbarer Anspruch auf Entschädigung bestehe. Es wies darauf hin, dass es die ablehnende Entscheidung nur sehr eingeschränkt, nämlich daraufhin überprüfen könne, ob die Behörde ihre Verwaltungspraxis gleichmäßig ausgeübt und die Richtlinie gleichmäßig angewandt habe. Dies sei der Fall gewesen, weil die Beklagte in keinem Fall Leistungen an „geraubte Kinder“ erbracht habe. Es sei für das Gericht zwar nicht zweifelhaft, dass dem Kläger durch seine zwangsweise „Germanisierung“ ganz erhebliches Unrecht angetan worden sei. Über die Feststellung einer Ungleichbehandlung hinaus sei es dem Gericht aber aus Rechtsgründen verwehrt, den Anwendungsbereich der Richtlinie zu Gunsten des Klägers zu erweitern.

Gegen das Urteil kann Berufung eingelegt werden, über die das Oberverwaltungsgericht in Münster entscheidet.

Az.: 8 K 2202/17

Für Rückfragen:
Stefanie Seifert
0221 2066-252


ENDE DES ZITATS DES ZWEITEN DIESBEZÜGLICHEN BERICHTS.

DRITTENS:

ANFANG DES ZITATS DES DRITTEN DIESBEZÜGLICHEN BERICHTS.

MSN-NACHRICHTEN --- RP-ONLINE --- RP Digital GmbH, Düsseldorf @ https://www.msn.com/de-de/nachrichten/panorama/von-ss-geraubte-kinder-haben-kein-anrecht-auf-entschädigung/ar-AAzuDvQ :

Von SS geraubte Kinder haben kein Anrecht auf Entschädigung

Zwar sei ihm schweres Unrecht angetan worden, doch nach einem Urteil des Kölner Verwaltungsgerichts steht einem als Kind von der SS verschleppten Kläger keine Entschädigung der Bundesregierung zu.

Dem Kläger sei durch seine zwangsweise „Germanisierung“ zwar ganz erhebliches Unrecht angetan worden, erklärte das Gericht am Montag in Köln. Da die zuständige Behörde aber in keinem Fall Leistungen an „geraubte Kinder“ erbracht habe, könne das Gericht den Anwendungsbereich der Richtlinie nicht zugunsten des Klägers erweitern. (AZ: 8 K 2202/17)

Die Bundesrepublik zahlt Opfern von NS-Unrechtsmaßnahmen im Rahmen des Allgemeinen Kriegsfolgengesetzes Beihilfen. Diese Richtlinie sieht dann mögliche Leistungen vor, wenn jemand wegen eines gesellschaftlichen oder persönlichen Verhaltens oder wegen besonderer persönlicher Eigenschaften wie etwa geistigen Behinderungen vom NS-Regime angefeindet wurde.

„Lebensborn“ vermittelte Kinder an reichsdeutsche Eltern

Im konkreten Fall hatte ein Mann im November 2015 eine einmalige Beihilfe beantragt, weil er 1942 in Polen als Kind wegen seines „arischen“ Aussehens von der SS verschleppt worden war, wie das Gericht erklärte.
In der NS-Zeit wurden Kinder ihren Eltern weggenommen und unter Verschleierung ihrer wahren Identität in sogenannten Lebensborn-Heimen untergebracht und später in deutsche Familien vermittelt. Die Organisation Lebensborn vermittelte den Kläger den Angaben zufolge einem reichsdeutschen Ehepaar.

Die Bundesrepublik lehnte den Antrag mit der Begründung ab, der Kläger sei nicht wegen seines Verhaltens oder wegen besonderer Eigenschaften angefeindet worden. Das Gericht stellte zwar eine Ungleichbehandlung fest. Ein gerichtlich durchsetzbarer Anspruch auf Entschädigung besteht nach Auffassung des Gerichts nicht, da die Bundesrepublik ihre Verwaltungspraxis gleichmäßig ausgeübt und die Richtlinie gleichmäßig angewandt habe. Gegen das Urteil kann noch Berufung beim Oberverwaltungsgericht eingelegt werden.


ENDE DES ZITATS DES DRITTEN DIESBEZÜGLICHEN BERICHTS.
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Diakonie der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal entblößt

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Diakonie der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal nach langem Kampf vollständig entblößt!

Wie ja alle Interessierten sicherlich mitbekommen haben, wurde vor kurzem ein 416-seitiger Aufklärungsbericht bezüglich der Brüdergemeinde Korntal veröffentlicht; der Bericht enthält keine wirklich eingehenden juristischen Abhandlungen oder Aufarbeitungen. Dieser offizielle 416-seitige Bericht ist hier zu finden: http://www.aufklaerung-korntal.de/wp-content/uploads/2018/06/Aufarbeitungsbericht.pdf .

Und darüber wird jetzt in Berlin diskutiert und gestritten:

ANFANG DES ZITATS ...

StN.de - STUTTGARTER NACHRICHTEN :

[ QUELLE: https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.missbrauchsskandal-bei-der-bruedergemeinde-berlin-diskutiert-ueber-korntal.aa812241-8f66-4fa1-8793-9451806ff8d0.html ]

Korntal-Münchingen

Missbrauchsskandal bei der Brüdergemeinde

Berlin diskutiert über Korntal

Von fk [ Anm: mutmaßlich von Franziska Kleiner ] 02. Juli 2018 - 17:50 Uhr

Großes Echo auf Kritik am Aufklärungsbericht zum Missbrauch in der Brüdergemeinde.

[ FOTO: „Das Hoffmannhaus ist nach wie vor ein Kinderheim. Foto: factum/Granville]

Korntal-Münchingen - Der Aufklärungsbericht zur sexuellen Gewalt in den Heimen der Korntaler Brüdergemeinde wird zum Zankapfel. Experten streiten, der Missbrauchsbeauftragte des Bundes ist involviert. Damit steht Korntal seit einer Veranstaltung in der vergangenen Woche in Berlin im Fokus einer bundesweiten Debatte: Am Beispiel Korntal zeigt sich, dass es in Deutschland keine Standards für die Aufarbeitung jener Verbrechen gibt.

Die Zöglinge in den Einrichtungen der evangelischen Brüdergemeinde wurden zwischen den Jahren 1950 und 1980 Opfer von physischer, psychischer, aber auch sexualisierter Gewalt. Das geht aus dem Bericht der Aufklärer Benno Hafeneger und Brigitte Baums-Stammberger hervor, der vor wenigen Wochen veröffentlicht wurde. Die Kritik an der Publikation wurde dann vergangene Woche in Berlin öffentlich.

Kritik am Bericht wird in Berlin publik

Der Bericht entspreche in keiner Weise fachlichen Standards, sagt etwa die Traumatherapeutin Ursula Enders. Er vermittle vielmehr den Eindruck einer „Komplizenschaft mit eventuell immer noch in der Brüdergemeinde vorhandenen Bestrebungen der Vertuschung institutionellen Versagens“. Beispielhaft nennt sie den Umgang mit dem ehemaligen Gemeindepfarrer. Opfer bezichtigen ihn der Vergewaltigung. Im Aufklärungsbericht schreibt Brigitte Baums-Stammberger, es gebe dafür keine plausiblen Hinweise. Enders sieht die Missbrauchsopfer ein zweites Mal beschädigt. Baums-Stammberger aber bezweifelt, dass Enders „den Bericht fachlich überhaupt beurteilen kann, da sie nicht über die dafür notwendige Expertise verfügt“. Enders gehörte der Untersuchungskommission der Missbrauchsfälle in der Evangelisch-Lutherischen Nordkirche an.

Enders hatte ihre Kritik anlässlich einer Veranstaltung der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs publik gemacht. Vertreter der Kirchen, der Wissenschaft und Betroffene hatten sich in Anwesenheit des Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, mit dem Thema „Kirchen und ihre Verantwortung zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs“ befasst. Sowohl Vertreter der Brüdergemeinde als auch ehemalige Heimkinder hatten dort das Gespräch mit Rörig gesucht. Sein Fazit: „Auch wenn ein umfassender Bericht zu den sexuellen Gewalttaten erstellt ist und Anerkennungszahlungen an Betroffene geleistet werden, heißt das noch lange nicht, dass Aufarbeitung auch gelungen ist.“ Aufarbeitung in Kirchen und anderen Institutionen sei eine „schwierige und äußerst schmerzhafte Aufgabe, wie sich bisher in fast allen Aufarbeitungsvorhaben gezeigt hat, auch dem der Brüdergemeinde Korntal“.

Nach dem Hearing stehe für ihn fest, „dass Kirchen und andere Institutionen vor und während des Aufarbeitungsprozesses und vielleicht auch danach unbedingt eine sehr gute Beratung von unabhängiger Stelle benötigen“. Sie müsse Betroffenen und Verantwortlichen in Kirchen und Institutionen helfen, diesen Prozess gemeinsam und transparent zu verwirklichen. Er selbst, sagt Rörig, wolle den Dialog mit Betroffenen, Kirchen und Beteiligten an der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der Brüdergemeinde fortsetzen. Mehr noch: „Ich erwarte von der von mir berufenen Aufarbeitungskommission, dass sie bis Anfang 2019 erste Vorschläge für Standards einer gelingenden Aufarbeitung vorlegt“, sagt er.


Brüdergemeinde begrüßt eine Auseinandersetzung mit dem Bericht

Die Kommission wird von der Professorin Sabine Andresen geleitet. „Ein großer Kritikpunkt der Kommission am Aufarbeitungsprozess in Korntal – und allen anderen – ist, dass die Kirche ihn nicht von sich aus angestoßen hat. Sie hat nur so viel getan, wie sie – auf Druck von Betroffenen und der Öffentlichkeit – tun musste“, sagt sie. Sollte das Gremium weiterhin bestehen, blieben Kirchen ein Schwerpunkt ihrer Untersuchungen.

Die
Brüdergemeinde selbst hält sich zurück. [ Siehe @ https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.missbrauchsskandal-in-der-bruedergemeinde-korntal-eine-zerreissprobe-fuer-die-gemeinde.ddf39666-732c-4b47-9e3b-2e4e97a27a9a.html ] Dass die Verarbeitung des Berichts aufgrund verschiedener Sichtweisen zu unterschiedlichen Bewertungen führe, sei nicht verwunderlich, sagt ihr Sprecher Gerd Sander. Die Aufklärer, deren Arbeit man weiter für kompetent halte, habe man um eine Stellungnahme gebeten. „Wenn der Aufklärungsbericht einen konstruktiven Diskurs über die Weiterentwicklung von Standards anregt, leistet er einen weiteren Beitrag zur gesellschaftlichen Diskussion. Eine fachliche und professionelle Auseinandersetzung mit dem Bericht halten wir für sinnvoll und wünschenswert.“


Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in Deutschland

Anlaufstelle Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs soll an oberster Stelle der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung klären. Dabei geht es um Anliegen von Betroffenen, Experten aus Praxis und Wissenschaft und allen, die sich gegen sexuelle Gewalt einsetzen.

Die Kommission

Die aus sechs Personen bestehende Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs untersucht bundesweit derartige Kriminalfälle. Unter Leitung der Professorin Sabine Andresen sollen Ausmaß, Art und Folgen sexueller Gewalt aufgezeigt werden. Die Kommission will damit nach eigenen Worten „eine breite politische und gesellschaftliche Debatte zu einem Thema anstoßen, das noch immer tabuisiert wird“.

Sollte die Laufzeit der Kommission über März 2019 hinaus verlängert werden, blieben Kirchen ein Schwerpunkt der Arbeit, so Andresen. Die Kommission wird sich dann zudem mit Freikirchen, Heimen in kirchlicher Trägerschaft, Orden und Sekten beschäftigen. Kommission und unabhängige Beauftragte stehen im engen Austausch miteinander.


MEHR ZUM THEMA

Missbrauchsskandal in der Brüdergemeinde Korntal - „Eine Zerreißprobe für die Gemeinde“ [ Siehe @ https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.missbrauchsskandal-in-der-bruedergemeinde-korntal-eine-zerreissprobe-fuer-die-gemeinde.ddf39666-732c-4b47-9e3b-2e4e97a27a9a.html ]

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Auseinandersetzung über den „Abschlussbericht“ geht weiter

ANFANG DES ZITATS ...

StN.de - STUTTGARTER NACHRICHTEN :

[ QUELLE: https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.missbrauchsskandal-bei-korntaler-bruedergemeinde-aufklaerer-entlasten-pfarrer-gruenzweig.10b414f5-38ff-4079-a033-2096dc317b6f.html ]

Missbrauchsskandal bei Korntaler Brüdergemeinde

Aufklärer entlasten Pfarrer Grünzweig

Von Franziska Kleiner
[ Für das Profil von Franziska Kleiner siehe: https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.franziska_kleiner.a6d6d93c-a45c-4edc-989a-8ef5ed0be520.html ]

- 17. Juli 2018 - 07:00 Uhr

Aussagen, die den Seelsorger und einen Wohltäter belasten, seien unplausibel. Indes hält die Kritik am Abschlussbericht zum Missbrauchsskandal der Korntaler Brüdergemeinde an. [ ......... ]

[ FOTO: „Detlev Zander zwischen dem Gemeindezentrum und dem Großen Saal auf dem Korntaler Saalplatz. Foto: factum/Granville“ ]

Korntal-Münchingen. - Haben sich Fritz Grünzweig und Jakob Munz an Heimkindern vergangen? Das jedenfalls wird aus den Reihen der Betroffenen behauptet. Der Bericht der Aufklärer Brigitte Baums-Stammberger und Benno Hafeneger kommt zu einem anderen Schluss: Die Vorwürfe der Heimkinder gegen den ehemaligen Pfarrer der Brüdergemeinde und den Mäzen seien „nicht plausibel“. Einer der Betroffenen ist Detlev Zander. Er sagt weiterhin: „Jakob Munz hat mich vergewaltigt, Pfarrer Grünzweig hat mich vergewaltigt.“

Die beiden Aufklärer dagegen begründen ihre Einschätzung unter anderem damit, das niemand außer Zander derartige von dem Pfarrer begangene Taten beschrieben habe. [ ......... ]
[ ......... ]

[ ......... ]

[
......... ]
[ ......... ]

[ ......... ]


Streng, aber nicht übergriffig

[ ......... ]

[Richterin a.D.] Baums-Stammberger und [Erziehungswissenschaftler] Hafeneger unterstellen Zander, er wolle der Brüdergemeinde schaden: „[ ......... ]“ Zander, der die
Gewalt in den Einrichtungen der Brüdergemeinde zwischen 1950 und 1980 publik machte [ Siehe folgendes intensives »INTERVIEW - Missbrauchsskandal in der Brüdergemeinde Korntal - „Eine Zerreißprobe für die Gemeinde“« @ https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.missbrauchsskandal-in-der-bruedergemeinde-korntal-eine-zerreissprobe-fuer-die-gemeinde.cf26e7ba-43c0-4bad-ab5c-1f8d6c5e58dc.html (Di, 13. Oktober 2017 um 18:32 Uhr) ], nimmt dies zu Kenntnis: „Ich weiß, was mir passiert ist“, sagt er und wiederholt die Vergewaltigungsvorwürfe. Die eidesstattliche Versicherung liegt der Zeitung vor.


Derweil geht die Auseinandersetzung über den Abschlussbericht weiter. Die Traumatherapeutin Ursula Enders hatte den Aufklärern unter anderem vorgehalten, dass Beschuldigungen gegenüber Tätern, die nur von einem Betroffenen vorgetragen wurden, als nicht plausibel bewertet worden waren. In ihrer Replik weisen Baums-Stammberger und Hafeneger diese Kritik zurück. Enders scheine „unzufrieden, ihr ist das alles noch nicht genug Skandal“. so die Vermutung der Aufklärer.

ENDE DES ZITATS ...
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Ausgezeichnet begründete vernichtende Stellungnahme und Kritik von Ursula Enders zu dem „von Richterin a.D. Brigitte Baums-Stammberger und dem Marburger Erziehungswissenschaftler Benno Hafeneger vorgelegten Aufklärungsbericht“ zu deren „Untersuchung“ und „Aufarbeitung der Gewalt in Heimen der evangelischen Brüdergemeinde Korntal“ @ https://www.zartbitter.de/gegen_sexuellen_missbrauch/images/Presse/Bericht_Korntal.pdf (insgesamt 20 Seiten) :

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[ Einleitung zur Stellungnahme auf Seite 1 ]

[
WIKIPEDIA @ https://de.wikipedia.org/wiki/Ursula_Enders : Ursula Enders, deutsche Erziehungswissenschaftlerin, Traumatherapeutin und Autorin (Jg. 1953) ]


Ursula Enders

Doppelter Verrat

Demütigende Aufarbeitung der Gewalt in Heimen der evangelischen Brüdergemeinde Korntal

Seit 2015 begleite ich Betroffene, die in ihrer Kindheit und Jugend in den Kinderheimen der ev. Brüdergemeinde Korntal körperliche, psychische und sexuelle Gewalt erlebt haben. Im Laufe der letzten Jahre beobachtete ich, dass die Betroffenen nicht nur von zurückliegenden Gewalterfahrungen betroffen waren, sondern ihnen ebenso eklatante Verletzungen ihrer persönlichen Grenzen durch mit der „Aufklärung“ bzw. Aufarbeitung der zurückliegenden Gewalthandlungen beauftragten „Expert*innen“ zugefügt wurden. Einzelne Betroffene mussten sich aufgrund einer durch die verletzende Aufarbeitung ausgelösten Retraumatisierung in ambulante bzw. stationäre Behandlung begeben.

Am 07.06.2018 legte eine interdisziplinär besetzte unabhängige „wissenschaftliche Aufklärungskommission“ ihren Abschlussbericht vor, der exemplarisch menschliche und fachliche Defizite des nunmehr seit 2014 laufenden „Aufarbeitungsprozesses“ dokumentiert.

Anlässlich des Hearings
„3. Öffentlichen Hearing „Kirchen und ihre Verantwortung zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs“ der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs am 27.06.2017 habe ich mich entschlossen, nach einer ersten oberflächlichen Sichtung des vorgelegten Abschlussberichtes zu einigen Punkten des Berichtes exemplarisch Stellung zu beziehen. Ich werde zu weiteren, von mir beobachteten opferfeindlichen und demütigenden Vorgehensweisen im Rahmen des Aufarbeitungsprozesses, zu einem späteren Zeitpunkt differenziert Stellung beziehen.

Diese spontane erste, unter Zeitdruck erstellte Stellungnahme zu dem vorgelegten „Aufklärungsbericht“ erhebt weder den Anspruch an Vollständigkeit noch einer wissenschaftlich belegten Argumentation. Sie steht zum Download ab dem 27.06.2018 unter
http://www.zartbitter.de .


Köln, den 27.06.2018 - Ursula Enders
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Der Vollständigkeit halber gehört, m.E., diese Chronologie und alles was daraus hervorgeht auch hierher.

ERSTENS:

»„Uns wurde die Würde genommen“ --- GEWALT IN HEIMEN DER EVANGELISCHEN BRÜDERGEMEINDE KORNTAL IN DEN 1950ER BIS 1980ER JAHREN --- AUFKLÄRUNGSBERICHT« von Dr. Brigitte Baums-StammbergerProf. Dr. Benno HafenegerAndre Morgenstern-Einenkel – KORNTAL, IM JUNI 2018 @ http://www.aufklaerung-korntal.de/wp-content/uploads/2018/06/Aufarbeitungsbericht.pdf (Umfang: 10.67MB; Länge: 412 Seiten)

ZWEITENS:

Stellungnahme / Kritik »Doppelter Verrat --- Demütigende Aufarbeitung der Gewalt in Heimen der evangelischen Brüdergemeinde Korntal« von Ursula Enders (Köln 27.06.2018) @ http://www.zartbitter.de/gegen_sexuellen_missbrauch/images/Presse/Bericht_Korntal.pdf (Länge: 20 Seiten)

DRITTENS:

„In ihrer Replik weisen Baums-Stammberger und Hafeneger diese Kritik zurück. Enders scheine „unzufrieden, ihr ist das alles noch nicht genug Skandal“. so die Vermutung der Aufklärer.“ (QUELLE: STUTTGARTER ZEITUNG 17.07.2018 @ https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.missbrauchsskandal-bei-korntaler-bruedergemeinde-aufklaerer-entlasten-pfarrer-gruenzweig.10b414f5-38ff-4079-a033-2096dc317b6f.html).

VIERTENS:

»Rückmeldung zur Kritik von Prof. Dr. Hafeneger und Dr. Baums-Stammberger an der Stellungnahme von Ursula Enders zum „Aufklärungsbericht“ über Gewalt in den Kinderheimen der ev. Brüdergemeinde Korntal« von Ursula Enders (Köln 17.07.2018) @ https://zartbitter.de/gegen_sexuellen_missbrauch/images/Presse/Korntal_Stellungnahme_zur_Stellungnahme.pdf (Länge: 7 Seiten)

Einleitend zu dieser 7-seitigen Rückmeldung von Ursula Enders vom 17.07.2018 ist zu lesen:

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Prof. Dr. Hafeneger und Dr. Baums-Stammberger haben schriftlich zur Kritik von Ursula Enders an dem von ihnen unter dem Titel „Uns wurde die Würde genommen“ verfassten „Aufklärungsbericht“ zur Gewalt in den Heimen der evangelischen Brüdergemeinde Korntal in den 1950er bis 1980er Jahren Stellung bezogen. Zentrale Aussage ihrer Ausführungen ist, dass sie Ursula Enders die Qualifikation für eine fachliche Stellungnahme zu ihrer wissenschaftlichen Untersuchung abzusprechen versuchen. Sie unterstellen Ursula Enders eine „selbsternannte Fachlichkeit“. Auf die diesbezüglichen Ausführungen soll nicht weiter eingegangen, sondern lediglich exemplarisch auf einzelne wenige Publikationen von Ursula Enders, veröffentlicht in den letzten 30 Jahren, verwiesen werden. Möge sich jeder, den es interessiert, ein eigenes Urteil über die Expertise von Ursula Enders bzgl. der Thematiken „Missbrauch und Jugendhilfe“, „Missbrauch in Institutionen“ sowie „Missbrauch im Kontext von Einrichtungen in Trägerschaft ev. Kirchengemeinden“ machen. .
Ich selbst bin durchaus überzeugt und begeistert!
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DIAKONIE - Fürsorgehölle ANSTALT FREISTATT im Wietingsmoor.

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Kürzlich hat mich ein weiterer ex-Freistätter, Thomas R., aus dem Ruhrpot in Deutschland kontaktiert und mich über folgende interessante damalige Sachlage bezüglich "FREISTATT" – d.h., über die damalige "ZWEIGANSTALT" der Bodelschwinghschen Anstalten Bethel: "FREISTATT IM WIETINGSMOOR" – informiert, die ich unbedingt mit allen hier Mitlesenden teilen möchte, und teilen darf:

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Ich war in den 1960er Jahren (Sept. 64 bis Juni 66) selbst in Freistatt / Heimstatt.
Es gab dort neben der gewerblichen Landwirtschaft auf dem Feld auch einen Schweizer Betrieb [ = "FREISTÄTTER KUHSTALL" ] mit bis zu 45 Kühen.

Zuerst mußte ich auf dem Feld Kartoffeln und Rüben ernten. Dabei durften wir uns den ganzen Tag nur bücken, aber nie hinknien. Der Langsamste – und einer war zwangsläufig immer der Langsamste – erhielt abends eine Strafe.
Zeit meines Lebens habe ich von dieser Arbeit Rückenprobleme zurückbehalten.

Zwischendurch mußte ich auch zur Strafe Torf stechen, zum Glück nur für kurze Zeit.

Danach, anscheinend hatte ich mich angepasst verhalten, arbeitete ich im Kuhstall.
Dieser Betrieb wurde von einer älteren Person geführt (ich vermute er war angestellt) und für die körperliche Arbeit (melken per Hand, ausmisten per Hand einschließlich der schweren Schubkarren schieben, usw.) wurden immer zwei Fürsorgezöglinge abgestellt.
Ich war während ca. eines vollen Jahres einer dieser zwei Zöglinge und
ich war zu dem Zeitpunkt etwas über 15 Jahre alt, also körperlich noch nicht ausgewachsen.
Die Kühe mußten alle mit der Hand gemolken werden, eine Melkmaschine gab es nicht.
Und ich erinnere mich dass ich während der ersten 3-4 Wochen keinen Knopf mehr zumachen konnte, deshalb konnte ich während der Zeit lediglich T-Shirts tragen.

Aber es gab für mich und dem zweiten Zögling drei große Vorteile:
1. Wir durften offiziell Rauchen, sowohl beim arbeiten als auch in der Gruppe!
2. Dafür erhielten wir jeder von uns beiden
pro Woche 1 Päckchen Tabak umsonst [ d.h. wurde uns also nicht auf unseren aus Pfennigen bestehenden Monatslohn (gutgeschriebenes Taschengeld) verrechnet ].
3. Wir hatten etwas mehr Freiheit als alle anderen.

Zu dem Zeitpunkt war das Rauchen gesetzlich zwar erst ab 16 Jahren erlaubt, aber das Jugendamt wußte es und billigte es! Dank dessen kam ich nie mehr vom Rauchen los.

Wir mußten nachts um 3 Uhr aufstehen und bis morgens 8 Uhr die Kühe melken; vormittags hatten wir frei und nachmittags ab 13 Uhr bis ca. 18 Uhr ging es wieder zur Arbeit.

Anscheinend ist dieser Schweizer Betrieb [ = "FREISTÄTTER KUHSTALL" ] in den von mir bisher gesichteten Bethel-Broschüren nicht besonders erwähnt. Ich habe jedenfalls nichts dazu finden können.

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Daraufhin gestaltete ich dann auch selbst noch einmal eine Suche, konnte aber im Internet nur folgende zwei diesbezügliche alte FREISTATT-Ansichtskarten finden:

https://oldthing.de/AK-Freistatt-Blick-von-einer-Strasse-auf-landwirtschaftliche-Betriebe-Kuehe-und-Schweine-0025967780

https://oldthing.de/AK-Freistatt-Schweineherde-auf-einer-Weide-0027687473

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STUDIE: Verbrechen der Katholischen Kirche in Deutschland

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DIE KATHOLISCHE KIRCHE IN DEUTSCHLAND UND DAS AUSMAß IHRER VERBRECHEN

KINDESMISSBRAUCH IN DER KATHOLISCHEN KIRCHE IN DEUTSCHLAND ZWISCHEN 1946 UND 2014 (NUR DAS WAS VON DEN OBEREN ZUGEGEBEN WIRD)


[ QUELLE: https://www.zeit.de/2018/38/sexueller-missbrauch-bischoefe-kirche-studie ]

TEILAUSZUG AUS EINEM SEHR, SEHR LANGEN AUFSCHLUSSREICHEN ARTIKEL - EINER SEHR VERLÄSSLICHEN QUELLE:

ANFANG DES ZITATS DES BERICHTS DIESER ENTHÜLLUNGEN.

Sexueller Missbrauch

Das Ausmaß des Verbrechens

Über vier Jahre lang haben die deutschen Bischöfe sexuelle Gewalt in der Kirche systematisch erforschen lassen. Wir veröffentlichen erste Ergebnisse der Studie.

Von
Evelyn Finger und Veronika Völlinger

[ „Evelyn Finger - Verantwortl. Redakteurin im Ressort Glauben und Zweifeln, DIE ZEIT“ - Siehe @ https://www.zeit.de/autoren/F/Evelyn_Finger/index.xml ]
[ „Veronika Völlinger – Freie Journalistin“ - Siehe @
https://www.zeit.de/autoren/V/Veronika-_Voellinger/index ]

12. September 2018 / DIE ZEIT Nr. 38/2018, 13. September 2018 /

419 Kommentare [ ständig zunehmend ]


Zum ersten Mal gesteht die katholische Kirche in Deutschland ein, was sie erst jahrelang vertuscht und dann weiter beschönigt hat. Zum ersten Mal ließ sie den Kindesmissbrauch in ihren eigenen Reihen flächendeckend untersuchen. Die Ergebnisse der Untersuchung liegen der ZEIT exklusiv vor. Sie zeigen: 1670 Kleriker wurden zwischen 1946 und 2014 als Missbrauchsbeschuldigte innerhalb ihrer Kirche aktenkundig. 3677 Kinder und Jugendliche wurden nach Lage der Akten mutmaßlich zu Opfern. 4,4 Prozent aller Kleriker sollen im genannten Zeitraum Minderjährige sexuell missbraucht haben. "Diese Zahl stellt eine untere Schätzgröße dar", heißt es in einer offiziellen Zusammenfassung der Studie.

––––––––––––––––––––––––––––––––––––

DAS AUSMAß DER VERBRECHEN:


3677 Opfer von sexuellem Missbrauch an Kindern und Jugendlichen.

1670 Täter haben mutmaßlich missbraucht. Beschuldigte sind Priester, Ordensmänner und Diakone.

4,4 Prozent aller Kleriker der deutschen Bistümer waren mutmaßlich Missbrauchstäter.


––––––––––––––––––––––––––––––––––––

Mit anderen Worten: Hinter den wichtigsten Zahlen, die hier erhoben wurden, steht ein unsichtbares "mindestens". Viereinhalb Jahre lang haben sieben deutsche Forscher, fünf wissenschaftliche Mitarbeiter und ungezählte Hilfskräfte Akten analysiert und Interviews geführt. Im Auftrag der
Deutschen Bischofskonferenz (DBK) sollten sie vor allem zwei Fragen beantworten: Wie groß war das Ausmaß des sexuellen Missbrauchs? Welche Besonderheiten der katholischen Kirche haben die Taten und ihre Vertuschung begünstigt?

Ergebnis: Was man bislang nur ahnte, was an dramatischen Einzelfällen bekannt und in Einzelstudien belegt war, wird nun weit übertroffen, allein durch die Zahlen der Opfer und der Täter. Sie sind alarmierend, auch weil die Forscher immer wieder betonen,
das "Dunkelfeld" des Kindesmissbrauchs sei groß und die wahren Zahlen lägen erfahrungsgemäß "höher". Die Wahrheit ist also noch schlimmer.

Auf mehr als 350 Seiten wird nun der sexuelle Missbrauch im Verantwortungsbereich der DBK dokumentiert. Die Forscher tun das nüchtern, präzise, detailgenau. 27 Bistümer hatten sich vertraglich verpflichtet, am Projekt teilzunehmen. Doch
ein Grundproblem bleibt: die Abhängigkeit der Ergebnisse von den Bischöfen. Daran war die Studie im ersten Anlauf gescheitert, weil der niedersächsische Kriminologe Christian Pfeiffer, der zunächst eine Studie für die DBK machen wollte, die Forschungsbedingungen unzumutbar fand. Zu Recht. Er wehrte sich dagegen, dass die Kirche den gültigen Vertrag nachträglich mit dem Ziel ändern wollte, die Forschungstexte zu kontrollieren und ihre Veröffentlichung "aus wichtigem Grund" sogar völlig verbieten zu dürfen. Außerdem kritisierte er die Vernichtung von Akten und den Widerstand der Kirche gegen eine unabhängige Aktenanalyse durch ehemalige Richter und Staatsanwälte.

Die letzten beiden Kritikpunkte werden nun bestätigt – und zwar durch die Studie selbst. Darin heißt es: "
In einigen Fällen fanden sich eindeutige Hinweise auf Aktenmanipulation." Außerdem habe es "explizit die Information" aus zwei Bistümern gegeben, "dass Akten- oder Aktenbestandteile mit Bezug auf sexuellen Missbrauch Minderjähriger in früherer Zeit vernichtet wurden". Neben der Aktenvernichtung wird auch das Blockieren einer unabhängigen Einsicht in die vorhandenen Bistumsakten belegt. In der Zusammenfassung der Studie steht auf Seite eins: "Das Forschungsprojekt hatte keinen Zugriff auf Originalakten der katholischen Kirche. Archive und Dateien der Diözesen wurden von Personal aus den Diözesen oder von diesen beauftragten Rechtsanwaltskanzleien durchgesehen."

Die Forscher haben Fragebögen entwickelt, anhand derer die Mitarbeiter in den Bistümern die Akten auswerten. Sie tragen Daten über die Betroffenen und die Beschuldigten ein, sie kreuzen Kategorien an, mit denen sich der genaue Ablauf der Tat beschreiben lässt. Und sie notierten, wie die Kirche auf Vorwürfe reagiert hat. Die ZEIT konnte mehrere solcher Erhebungsbögen einsehen, teilweise sind sie bis zu 50 Seiten lang.

So wertete man insgesamt 38.156 Personal- und Handakten aus. Aber:
Keiner der Wissenschaftler hat in den kirchlichen Archiven je Akten in der Hand gehabt. Deshalb ist die Studie nicht wirklich unabhängig. Die aufzuklärende Institution hat die Aufklärung kontrolliert. Das unterscheidet sie fundamental von der Missbrauchsstudie der Grand Jury in Pennsylvania, die im August Aufsehen erregte. [ Siehe @ https://www.zeit.de/2018/35/sexueller-missbrauch-pennsylvania-katholische-kirche ] Das unterscheidet sie auch von der Missbrauchsstudie der Royal Commission in Australien, die Ende 2017 erschien. Allerdings: In Deutschland darf die Staatsanwaltschaft nur ermitteln, wenn ein Fall nicht verjährt ist.


ENDE DES ZITATS DES BERICHTS DIESER ENTHÜLLUNGEN.

FORTSETZUNG AUF ZWEI WEITEREN SEITEN:

NÄCHSTE SEITE [Seite 2]: Spezifika des sexuellen Missbrauchs innerhalb der katholischen Kirche [ Siehe @
https://www.zeit.de/2018/38/sexueller-missbrauch-bischoefe-kirche-studie/seite-2 ]


NÄCHSTE SEITE [Seite 3]: 969 der Missbrauchten waren Ministranten [ Siehe @ https://www.zeit.de/2018/38/sexueller-missbrauch-bischoefe-kirche-studie/seite-3 ]

Siehe diesbezüglich auch Humanistischer Pressedienst (hpd) (12.09.2018) »Tausende sexuelle Übergriffe« - »STUDIE: Missbrauch in der Kirche dauert offenbar noch an« @ https://hpd.de/artikel/studie-missbrauch-kirche-dauert-offenbar-noch-an-15944 (und siehe auch die dortigen dazugehörenden Kommentare)

Beschlagwortet mit TAGS/LABELS: Katholische Kirche, Verbrechen, Diözese, Kindesmissbrauch, Deutsche Bischofskonferenz, Christian Pfeiffer, Sexueller Missbrauch, Missbrauch, sexuelle Gewalt, von den Oberen zugegeben, vertuscht, beschönigt, Kleriker, Missbrauchsbeschuldigte, Minderjährige, Kinder, Jugendliche, sexuell missbraucht, Ausmaß der Verbrechen, Verbrechen, Opfer, Täter, missbraucht, Priester, Ordensmänner, Diakone, Missbrauchstäter, Taten, Vertuschung, Vertuschung begünstigt, Kriminologe Christian Pfeiffer, Vernichtung von Akten, Widerstand der Kirche, unabhängige Aktenanalyse, Richter und Staatsanwälte, Aktenmanipulation, Akten, vernichtet, Aktenvernichtung, unabhängigen Einsicht, verhindert, vorhandenen Bistumsakten, Einsicht, Zugriff, Originalakten, blockiert, blockieren, nicht wirklich unabhängig,
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STUDIE: Verbrechen der Katholischen Kirche in Deutschland

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Missbrauchsstudie der Kirche: Zu kurz gegriffen

QUELLE: SZ.de - Süddeutsche Zeitung @ https://www.sueddeutsche.de/panorama/missbrauchsskandal-die-kirche-weigert-sich-die-kontrolle-abzugeben-1.4129180 :

ANFANG DES ZITATS DESSEN WAS DIESER HOCHQUALIFIZIERTE KOMMENTATOR DIESBEZÜGLICH ZU SAGEN HAT.

13. September 2018, 16:55 Uhr

Missbrauchsskandal

Die Kirche weigert sich, die Kontrolle abzugeben

[ PHOTO: „Zahlreiche Akten und Archive hat die Kirche für ihre Missbrauchsstudie nicht geöffnet. (Foto: picture alliance / dpa)]

Taten wurden oft vertuscht, die Täter selten bestraft, den Opfern noch seltener geholfen. Die groß angekündigte Missbrauchsstudie der katholischen Kirche greift viel zu kurz. Besser wäre die Untersuchung einer unabhängigen Stelle gewesen.

Kommentar von Matthias Drobinski
[Studium Geschichte, katholische Theologie und Germanistik in Gießen und Mainz; Hamburger Journalistenschule, Redakteur bei Publik-Forum, Zeitung kritischer Christen, seit 1997 bei der Süddeutschen Zeitung“. ]

Für Journalisten ist es schön, wenn sie interne Dokumente in die Hand gedrückt bekommen - für die katholische Bischofskonferenz aber ist es desaströs, dass die Ergebnisse ihrer groß angekündigten Missbrauchsstudie nun vorab in der Öffentlichkeit sind. Ihr ist die Deutungshoheit über die Ergebnisse aus der Hand genommen, wohl auch aus der Angst, diese Deutung könnte allzu freundlich und zu wenig selbstkritisch ausfallen.

Denn die Ergebnisse der Studie sind deprimierend: Sexuelle Gewalt durch Priester gab es in großem Ausmaß in Deutschland, die Taten wurden oft vertuscht, die Täter selten bestraft, den Opfern noch seltener geholfen. Und was sich da in den Akten gefunden hat, zeigt längst nicht das Ausmaß des Skandals. Es sind Akten über Täter verschwunden und auch vernichtet worden. Und längst nicht alle Fälle sind aktenkundig geworden - weil es den Tätern gelang, die Opfer, ihre Eltern, alle, die etwas wussten oder ahnten, stumm und schweigend zu halten.

––––––––––––––––––––––––––––––––––––

Akten, die erschüttern

Eine groß angelegte Studie zeigt: Das Ausmaß sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche durch Priester und Ordensleute war immens - und noch immer tut sich die katholische Kirche schwer, die Fälle aufzuarbeiten.
Von Matthias Drobinski mehr ... [ Siehe @ https://www.sueddeutsche.de/panorama/missbrauch-akten-die-erschuettern-1.4127434 ]


––––––––––––––––––––––––––––––––––––

Die Studie hat noch andere Grenzen. Nur ein Drittel der Bistümer stellte alle Akten bis zurück ins Jahr 1946 zur Verfügung, und
es entschieden nicht die Forscher, sondern Kirchenangestellte, welche Dokumente in die Forschung einfließen durften. Es wurden die Frauen- und Männerorden ausgeklammert, an deren Schulen und Internaten zahlreiche Übergriffe geschahen, es kommen die Heimkinder nicht vor, die oft noch brutaler misshandelt werden als die Kinder aus besserem Haus. Die Forscher haben getan, was sie konnten, sie haben viele Betroffene befragt und deren manchmal lebenslanges Leid dokumentiert. Sie sind aber dort gescheitert, wo die Kirche sich weigerte, die Kontrolle abzugeben.

Es wäre deshalb besser gewesen, eine komplett von den Kirchen unabhängige Kommission hätte den Fall übernommen. Der Schmerz wäre noch größer geworden, als er es jetzt schon ist - der Glaubwürdigkeitsgewinn aber auch.

Aufklärung von innen heraus funktioniert selten; sie muss jetzt nach außen verlagert werden - in Deutschland, aber auch weltweit. Nur dann wird die Kirche an die Ursachen für die sexualisierte Gewalt herankommen, die im System selber liegen: die Tabuisierung, Verdrängung, gar Verteufelung der Sexualität, besonders der Homosexualität; die falsche Heiligung der Instituion und ihrer Priester, das männerbündische Denken, die seelenfressende Einsamkeit nicht weniger Zölibatärer, das Ineinander von Religion und Macht. Und nur dann wird sie wirklich die Schuld sühnen können, die sie da auf sich geladen hat.

[ PHOTO ]

Franziskus ist Lösung und Problem in einem

Das Ringen um die Zukunft der katholischen Kirche ist in vollem Gange. Der Papst muss Skandale aufklären. Sich selbst schonen darf er dabei nicht.
Kommentar von Matthias Drobinski mehr ... [ Siehe @ https://www.sueddeutsche.de/panorama/krise-im-vatikan-franziskus-ist-loesung-und-problem-in-einem-1.4117748 ]


ENDE DES ZITATS DESSEN WAS DIESER HOCHQUALIFIZIERTE KOMMENTATOR DIESBEZÜGLICH ZU SAGEN HAT.
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STUDIE: Verbrechen der Katholischen Kirche in Deutschland

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»Leaked German abuse report shows manipulation from both bishops and scientists« (Friday, 14 September 2018) @ https://www.lifesitenews.com/blogs/leaked-german-abuse-report-shows-manipulation-from-both-bishops-and-sc gleichlautender Bericht in englischer Sprache). Berichterstattung aus den Vereinigten Staaten von Dr. Maike Hickson (geboren und aufgewachsen in Hannover, Bundesrepublik Deutschland). DIES IST DAS ORIGINAL DER BERICHTERSTATTUNG IN ENGLISCH.

»Wie aussagekräftig ist der – geleakte – Mißbrauchsbericht, den die deutsche Bischofskonferenz in Auftrag gegeben hat?« (Samstag, 15. September 2018) @ https://beiboot-petri.blogspot.com/2018/09/wie-aussagekraftig-ist-der-geleakte.html (gleichlautender Bericht in deutscher Sprache). Berichterstattung aus den Vereinigten Staaten von Dr. Maike Hickson (geboren und aufgewachsen in Hannover, Bundesrepublik Deutschland). DIES IST DIE OFFIZIELLE ÜBERSETZUNG DER BERICHTERSTATTUNG INS DEUTSCHE:

ANFANG DES ZITAT DIESER DIESBEZÜGLICHEN STELLUNGNAHME AUS DEN USA - IN DEUTSCH.

Samstag, 15. September 2018

Wie aussagekräftig ist der – geleakte – Mißbrauchsbericht, den die deutsche Bischofskonferenz in Auftrag gegeben hat?

Dr. Maike Hickson kommentiert für LifeSiteNews den Mißbrauchsbericht, der im Auftrag der deutschen Bischöfe erstellt wurde und der etliche Fragen aufwirft.
Hier geht´s zum Original:
klicken [ bzw. diese URL anklicken: https://www.lifesitenews.com/blogs/leaked-german-abuse-report-shows-manipulation-from-both-bishops-and-sc ]


"DER GELEAKTE DEUTSCHE MISSBRAUCHSBERICHT ZEIGT MANIPULATIONEN SOWOHL DURCH DIE BISCHÖFE ALS AUCH DURCH DIE WISSENSCHAFTLER"

"LifeSiteNews liegt eine 8-seitige Zusammenfassung der deutschen "MHG-Studie" zum klerikalen sexuellen Mißbrauch Minderjähriger vor, der am 12. September geleakt wurde. Die Zusammenfassung macht klar, daß die deutschen Bischöfe bei der Handhabung der Mißbrauchsfälle sehr nachlässig waren. Zur selben Zeit scheint der Bericht selbst auch seine eigenen Fehler zu haben, weil er das Problem vom Aspekt der priesterlichen Homosexualität wegzulenken versucht.

Kein anderer als Professor Christian Pfeiffer- der Kriminologe, der dieses gesamte Forschungsprojekt zuerst leitete, dann aber wegen seiner Weigerung, seine Ergebnisse vor der Veröffentlichung durch die deutschen Bischöfe bewerten zu lassen, ausgeschlossen wurde, hat sich am 12. September mit einigen kritischen Bemerkungen über den geleakten Bericht zu Wort gemeldet. Im Gespräch mit der
New York Times [ Siehe @ https://www.nytimes.com/2018/09/12/world/europe/german-church-sex-abuse-children.html ] besteht Pfeiffer darauf, daß das Ausmaß des Mißbrauchsproblems immer noch unterschätzt wird.

"Der Bericht zeigt nicht das volle Bild und ist nicht völlig unabhängig" sagte er. Pfeiffer weist darauf hin, daß die Untersucher keinen direkten Zugang zu den Kirchenakten hatten und sich auf das Kirchenpersonal verlassen mußten, das die Fragebögen für sie ausfüllte. Der Bericht fand auch Beweise dafür, daß Akten, die den Mißbrauch Minderjähriger betreffen oft manipuliert oder zerstört wurden- wie Pfeiffer zeigt. Nach der New York Times beschloss Pfeiffer am Ende, sich zu weigern, an diesem Projekt teilzunehmen "weil die Kirche sich das Recht vorbehalten wollte, die Resultate der Untersuchung zu kontrollieren- und unter bestimmten Umständen sogar ihre Veröffentlichung zu verhindern."

Diese Statement von Professor Pfeiffer macht klar, daß die deutschen Bischöfe - unter der Leitung sowohl des Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx als auch von Bischof Stephan Ackermann, dem für die Handhabung von Fällen sexuellen Mißbrauchs zuständigen Bischof - fälschlicherweie versuchten, das Ergebnis des Forschungsprojektes zu kontrollieren, für das sie bis zu 1,1 Million € bezahlten.

Die strikt vertrauliche Zusammenfassung des Mißbrauchsberichtes, die LifeSiteNews sich beschaffen konnte, zeigt, daß es von Seiten der deutschen Bischöfe schwere Versäumnisse gab, Z.B. sagt die Untersuchung, daß wenn es nicht eigene kirchliche rechtliche Prozeduren gegeben hätte, Mißbrauchsopfern Schmerzensgeld anzubieten (wie erst 2011 bestätigt) und eigene Akten, 50% der Fälle nicht aufgedeckt und den Forschern bekannt geworden wären, weil die Beschwerden über den Mißbrauch nie in den Personalakten der mißbrauchenden Priester auftauchten.

Wenn man "nur die Personalakten der mißbrauchenden Priester untersucht hätte", erklären die Untersucher, "wäre die Hälfte der Fälle nicht entdeckt worden." Für die Untersucher kann diese Tatsache allein Einsicht in "die Zahl unbekannter Fälle geben."

Zusätzlich zu diesen schwerwiegenden Versäumnissen, weisen die Untersucher auch darauf hin, daß die Bischöfe mißbrauchende Priester von 1946 bis 2014 oft in andere Gemeinden versetzten oder andere Diözesen, anstatt sie streng zu bestrafen. Solche Versetzungen geschahen signifikant häufiger ohne der Zielgemeinde ausreichende Informationen über die Vorwürfe und die möglichen Risiken im Hinblick auf eine Wiederholung der Verbrechen zu geben."

Die Forscher fanden auch "Hinweise, daß Personalakten und andere Dokumente, die zu dieser Untersuchung führten, zu einem früheren Zeitpunkt zerstört oder manipuliert wurden." Wichtig ist auch die Tatsache, daß "alle Informationen über nachgewiesene Fälle sexuellen Mißbrauchs zuerst anonym weitergegeben wurden und erst dann vom Kirchenpersonal.

So - erklären die Untersucher- daß am Anfang ihrer Zusammenfassung die Information "durch die Perspektive dieser Personen, die mit den Daten umgingen, beinflußt wurden."

Außerdem "blieben alle Fälle und betroffenen Personen (Beschuldigte und Opfer) für das Untersuchungsteam anonym. "So kann dieses Fehlen eines direkten Zugangs zu den Mißbrauchsakten selber, die Ursache für die Ungenauigkeit dieser Untersuchung sein.

Die Untersucher erkennen an, daß die Mehrheit der Mißbrauchsopfer männlich war, argumentieren aber für die Ordinierung von Homosexuellen.

[ … Dies ist der nächste Teil dieser Berichterstattung … ]

Marx und Ackermann haben eine Geschichte in der unzureichenden Handhabung von Mißbrauchsfällen.

[ … Dies ist der nächste und letzte Teil dieser Berichterstattung … ]


ENDE DES ZITAT DIESER DIESBEZÜGLICHEN STELLUNGNAHME AUS DEN USA - IN DEUTSCH.
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Wo in der Welt wurden Heimkinder entschädigt und in welchem Umfang?

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In Deutschland zahlt die Kirche natürlich keine Entschädigung an ihre Opfer und auch der deutsche Staat and seine Kontrollorgane sehen sich diesbezüglich den Opfern gegenüber in keinster Verpflichtung.


Entschädigungszahlungen: 1 Millionen Dollar Auszahlung an Heimopfer in Westaustralien - 16.08.2018


Hier jetzt der diesbezügliche deutschsprachige Artikel von der Katholischen Kirche in Österreich :

( In Deutschland wird so gut wie garnicht
DARÜBER berichtet ) :


ANFANG DES ZITATS DIESES EINZIGEN DEUTSCHSPRACHIGEN MEDIENBERICHTS ÜBER DIESE ENTSCHÄDIGUNGSZAHLUNG AN EIN MISSBRAUCHSOPFER DER KATHOLISCHEN KIRCHE IN AUSTRALIEN.

[ Donnerstag, 16. August 2018 ]

Kathpress - Katholische Presseagentur Österreich

[ QUELLE: https://www.kathpress.at/goto/meldung/1666369/australien-laienorden-schliesst-vergleich-mit-missbrauchsopfer

Australien: Laienorden schließt Vergleich mit Missbrauchsopfer

Todkranker 74-jähriger Mann erhält Millionenentschädigung von "Christlichen Brüdern"

[ These "Christian Brothers" are a worldwide religious community of only males within the Catholic Church = Diese "Christlichen Brüder" / katholischen "Schulbrüder" sind ein weltweiter christlicher Männerorden innerhalb der Katholischen Kirche ]

TAGS/LABELS: Australien / Kirche / Justiz / Missbrauch

Sydney, 16.08.2018 (KAP/KNA) Ein todkrankes Missbrauchsopfer in Australien erhält von den "Christlichen Brüdern" eine Entschädigungszahlung in Höhe von einer Million australischen Dollar (umgerechnet 640.000 Euro). Der 74-jährige Paul Bradshaw hatte den Laienorden wegen Missbrauchs verklagt, dem er in den 1950er in Einrichtungen der Gemeinschaft ausgesetzt war. Nach dem vor einem Gericht in Westaustralien geschlossenen Vergleich sagte Bradshaw am Donnerstag gegenüber Medien: "Es ging mir nicht ums Geld. Ich wollte Gerechtigkeit."

Laut Medienberichten beträgt die Lebenserwartung des Mannes noch maximal sechs Monate. Das Geld werde er seiner Familie vererben, sagte Bradshaw. "Ich habe den größten Teil meines Lebens auf der Straße gelebt. Ich möchte nicht, dass sie dasselbe erleiden müssen wie ich." Er hoffe, die letzten Monate seines Lebens in Frieden verbringen zu können.

Die Klage [ eine Zivilklage ! ] war durch eine Gesetzesreform in Westaustralien möglich geworden, durch die Missbrauchsopfer Klagen auch in lange zurückliegenden Fällen einreichen können. Nach den Worten von Bradshaws Anwalt Michael Magazanik [ der Melbourne Rechtsanwaltskanzlei "
RIGHTSIDELEGAL" ( siehe @ http://www.rightsidelegal.com.au/our-people/michael-magazanik/ ) ] könnte das Urteil eine ganze Klageserie gegen die Christlichen Brüder anstoßen. Allein sein Anwaltsbüro vertrete 60 Betroffene, so Magazanik gegenüber australischen Medien.

Die "Christlichen Brüder" ([
Catholic] Congregation of Christian Brothers) spielen eine zentrale Rolle im australischen Missbrauchsskandal. Der Laienorden hat aus Sicht der staatlichen Missbrauchskommission beim Schutz von Kindern "komplett versagt". Den "Christlichen Brüder" sei der sexuelle Missbrauch in ihren Waisenhäusern in Westaustralien seit Jahrzehnten bekannt gewesen, ohne dass sie gegen die "systematischen Misshandlungen" vorgegangen seien.


ENDE DES ZITATS DIESES EINZIGEN DEUTSCHSPRACHIGEN MEDIENBERICHTS ÜBER DIESE ENTSCHÄDIGUNGSZAHLUNG AN EIN MISSBRAUCHSOPFER DER KATHOLISCHEN KIRCHE IN AUSTRALIEN.

Bezüglich den Aussagen im letzten Absatz dieses Medienberichte, siehe – ebenso in deutscher Sprache: »Australischer Missbrauchsbericht stellt "massives Versagen" fest: Zahlen und Reaktionen« @ https://de.catholicnewsagency.com/story/australischer-missbrauchsbericht-stellt-massives-versagen-fest-2668 (15.12.2017 – CNA in Deutsch)

Eine hochangesehene deutsche Unterstützerin hat mir den diesbezüglichen deutschsprachigen Medienbericht aus Österreich beschafft !! – Ich danke ihr für alle denen dies helfen mag.
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In Deutschland zahlt die Kirche natürlich keine Entschädigung an ihre Opfer und auch der deutsche Staat and seine Kontrollorgane sehen sich diesbezüglich den Opfern gegenüber in keinster Verpflichtung.


ANFANG DES ZITATS DIESER GOOD NEWS AUS AMERIKA.


Politik > Rekordsumme: 27,5 Millionen Dollar für Missbrauchsopfer durch Katholische Kirche [ aber nicht in der Bundesrepublik Deutschland, sondern in den Vereinigten Staaten von Amerika !! ]

[
QUELLE: Merkur.de @ https://www.merkur.de/politik/rekordsumme-27-5-millionen-dollar-fuer-missbrauchsopfer-durch-katholische-kirche-zr-10254863.html ]

[ FOTO: „Die vier nun entschädigten Opfer wurden von ihrem Religionslehrer missbraucht.© dpa / Friso Gentsch“ ]

Aktualisiert: 19.09.2018, 14:51 Uhr


KATHOLISCHE KIRCHE [ IN DEN USA ]


Rekordsumme: 27,5 Millionen Dollar für Missbrauchsopfer

Die katholische Kirche von New York zahlt vier Opfern des sexuellen Missbrauchs durch einen Religionslehrer die Rekordsumme von 27,5 Millionen Dollar (23,5 Millionen Euro).

New York - Die katholische Kirche von New York zahlt vier Opfern des sexuellen Missbrauchs durch einen Religionslehrer die Rekordsumme von 27,5 Millionen Dollar (23,5 Millionen Euro). Wie die Anwälte der vier Männer am Mittwoch [ 19.09.2018 ] weiter bekanntgaben, handelt es sich um die höchste Summe eines solchen Vergleichs für einzelne Opfer im Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche der USA. Die Diözese von Brooklyn zahlt demnach das Geld an die vier Opfer, die im Alter zwischen acht und zwölf Jahren von dem Religionslehrer missbraucht worden waren.

Die Opfer hatten 2012 Klage eingereicht. Zuvor war der heute 67 Jahre alte Religionslehrer Angelo Serrano wegen Belästigung eines Kindes festgenommen worden. Er räumte 2011 seine Schuld ein und wurde zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt.


Anwalt: „Lieber gezahlt, als Risiko eines Prozesses einzugehen“

Der Religionslehrer war laut Anwalt Ben Rubinowitz bei der kleinen Gemeinde St. Lucy-St.-Patrick angestellt, war aber kein Priester. Allerdings hatte ein Priester eingestanden, gesehen zu haben, wie der Religionslehrer ein Kind auf den Mund küsste, ohne den Fall zu melden, wie Anwalt Peter Saghir hinzufügte.

Der Vergleich mit der Rekordsumme für die vier Opfer bezieht sich auf die Jahre zwischen 2003 und 2009. Anwalt Saghir sagte, die katholische Kirche von New York habe lieber gezahlt, "als das Risiko eines Prozesses einzugehen".

Die Zivilklage der Opfer ist durch den Vergleich damit beigelegt, der Prozess wäre ansonsten für Anfang 2019 erwartet worden. Jedes Opfer soll nun 6,87 Millionen Dollar erhalten. Die Rekordsumme für ein einzelnes Opfer hatte nach Angaben der Internetseite BishopAccountability.org zuvor bei 3,4 Millionen Dollar gelegen.


Weitreichender Missbrauchsskandal erschüttet USA

Die Zahlung an die Opfer fällt in eine Zeit, in der die katholische Kirche in den USA von einem weitreichenden Missbrauchsskandal erschüttert wird. Allein im US-Bundesstaat Pennsylvania hatten einem Untersuchungsbericht zufolge mehr als 300 katholische Priester über Jahrzehnte hinweg mehr als tausend Kinder sexuell missbraucht. Die Dunkelziffer wird höher eingeschätzt.

Im Juli war Kardinal Theodore McCarrick, der einflussreiche Ex-Bischof von Washington, zurückgetreten. Er wurde beschuldigt, als Priester in New York in den 1970er Jahren einen Jungen im Teenager-Alter missbraucht zu haben. Der derzeitige Erzbischof von Washington, Donald Wuerl, der den massenhaften sexuellen Missbrauch von Kindern vertuscht haben soll, will Papst Franziskus demnächst seinen Rücktritt anbieten.

AFP


ENDE DES ZITATS DIESER GOOD NEWS AUS AMERIKA.
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STUDIE: Verbrechen der Katholischen Kirche in Deutschland.

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Was der Vatikan jetzt selbst bezüglich der deutschen »Studie bezüglich den Verbrechen der Katholischen Kirche in Deutschland« berichtet (und, wer weiß, möglicherweise jetzt sogar eingesteht):

ANFANG DES ZITATS DER ZUSAMMENFASSUNG DIESER DIESBEZÜGLICHEN MELDUNGEN.

Der Newsletter von Vatican News
[ das mehrsprachige Nachrichtenportal des Vatikans ]
[ Siehe
WIKIPEDIA @ https://de.wikipedia.org/wiki/Vatican_News (Stand: 24. Juni 2018) ]



Newsletter 25/09/2018


Marx: Missbrauch auch bei Jugendsynode ein Thema


Das erklärte Kardinal Reinhard Marx bei der Vorstellung der Missbrauchs-Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ an diesem Dienstag in Fulda.
[ Siehe den diesbezüglichen Artikel @
https://www.vaticannews.va/de/kirche/news/2018-09/missbrauch-deutschland-vatikan-jugend-bischofskonferenz-studie.html ]



SCHWERPUNKT MISSBRAUCHSSTUDIE


[ FOTO: „Haben die Studie am Dienstag vorgestellt: Der Forscher Harald Dreßing (l), Kardinal Reinhard Marx (m) und Bischof Stephan Ackermann (r)“ ]

Forscher: Kirchliche Strukturen können Missbrauch begünstigen

Ein vernichtendes Zeugnis zum Umgang mit Missbrauch haben die Verfasser der MHG-Missbrauchsstudie der deutschen katholischen Kirche der Vergangenheit ausgestellt.
[ Siehe den diesbezüglichen Artikel @
https://www.vaticannews.va/de/kirche/news/2018-09/deutschland-missbrauch-studie-mhg-dressing-strukturen.html ]



[ FOTO: „Bischof Stephan Ackermann, in der DBK zuständig für Kinderschutz und die Aufklärung von Missbrauch“ ]

MHG-Missbrauchsstudie: Eine Hilfe zum Fragenstellen

„Sexueller Missbrauch ist vor allem auch Missbrauch von Macht“: Die Studie, die die deutschen Bischöfe zum Thema Missbrauch bei einem Forscherkonsortium in Auftrag gebeben hatten, legt erste ausführliche Ergebnisse vor.
[ Siehe den diesbezüglichen Artikel @
https://www.vaticannews.va/de/kirche/news/2018-09/deutschland-bischofskonferenz-missbrauch-studie-mhg-vorstellung.html ]



[ FOTO: „Reinhard Kardinal Marx im Fuldaer Dom“ ]

D: Beginn der Herbstvollversammlung der Bischöfe

Beim Eröffnungsgottesdienst im Fuldaer Dom hat der Vorsitzende der Konferenz, Reinhard Kardinal Marx, die „schweren Sünden der Kirche“ in Hinblick auf den Missbrauchsskandal eingeräumt.
[ Siehe den diesbezüglichen Artikel @
https://www.vaticannews.va/de/kirche/news/2018-09/deutschland-fulda-2018-herbstvollversammlung-bischoefe-beginn.html ]



[ FOTO: „Bundestag in Berlin“ ]

Bundesregierung: Staat und Kirche müssen bei Missbrauchs-Aufarbeitung zusammenarbeiten

Der Gedanke, dass noch heute Menschen in der Kirche Verantwortung tragen, die Kinder sexuell missbraucht haben, sei für sie unerträglich, sagte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey am Dienstag in Berlin.
[ Siehe den diesbezüglichen Artikel @
https://www.vaticannews.va/de/kirche/news/2018-09/regierung-staat-kirche-zusammenarbeit-aufklaerung-missbrauch.html ]



[ FOTO: „Am Dienstag wird die Missbrauchsstudie in Fulda vorgestellt“ ]

D: Laien fordern Aufbruch „klerikaler Führungs- und Leitungsstrukturen“

Mit Blick auf die Missbrauchsstudie fordert das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) strukturelle Reformen in der Kirche.
[ Siehe den diesbezüglichen Artikel @
https://www.vaticannews.va/de/kirche/news/2018-09/deutschland-laien-forderung-umdenken-kirche-missbrauch.html ]


ENDE DES ZITATS DER ZUSAMMENFASSUNG DIESER DIESBEZÜGLICHEN MELDUNGEN.

QUELLE : Der Newsletter von Vatican News, den ich regelmäßig per Email bekomme.
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STUDIE: Verbrechen der Katholischen Kirche in Deutschland.

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ANFANG DES ZITATS EINER ZUTREFFENDEN ZUSAMMENFASSUNG ALLER DIESBEZÜGLICHEN WICHTIGEN ASPEKTE.

Frankfurter Allgemeine - Inland

[ QUELLE: http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/roerig-kirche-soll-missbrauchsopfer-entschaedigen-15805587.html ]

REGIERUNGSBEAUFTRAGTER RÖRIG

[ der Bundesregierung Deutschland ]


Kirche soll Missbrauchsopfer entschädigen

Aktualisiert am 25.09.2018 - 10:04

[ FOTO zeigt Johannes-Wilhelm Rörig in seinem Dienstanzug ]


Die Aufarbeitung der Fälle sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche soll an staatliche Behörden übergeben werden, fordert der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung. Das sei eine offene Wunde, sagt er.

Johannes-Wilhelm Rörig, Beauftragter der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, hat die katholische Kirche in Deutschland zu Entschädigungszahlungen aufgefordert. „Das ist noch eine offene Wunde“, sagte Rörig am Dienstag im ZDF-„Morgenmagazin“. Mit der Frage, was hier angemessen sei, müsse sich die Deutsche Bischofskonferenz in Fulda beschäftigen.

Dort wird heute die STUDIE zum Ausmaß des sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche vorgestellt. Sie ersetzt keine strafrechtlichen Ermittlungen; die meisten Missbrauchsfälle aus der Vergangenheit sind sowieso schon lange verjährt.


Rörig forderte die Kirche trotzdem auf, die weitere Aufarbeitung der Missbrauchsfälle staatlichen Behörden zu übergeben. Dies sollten Kirche, Bund und Länder vertraglich regeln, bekräftigte er. Ermittler müssten dadurch Zugang zu kirchlichen Archiven bekommen. Täter müssten benannt werden. Die katholische Kirche habe Glaubwürdigkeit und Vertrauen verloren, weil einzelne Personen nicht zur Verantwortung gezogen worden seien.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie waren bereits vorab bekannt geworden. Demnach sollen zwischen 1946 und 2014 insgesamt 1670 katholische Kleriker 3677 meist männliche Minderjährige sexuell missbraucht haben.

[ FOTO zeigt Reinhard Kardinal Marx, Erzbischof von München und Freising in seiner vollen Regalia --- „Missbrauchs-Opfer haben Anspruch auf Gerechtigkeit“ soll er gesagt haben ]

Quelle: dpa

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MEHR ZUM THEMA


STUDIE ÜBER KINDESMISSBRAUCH

Über die Täter
[ Siehe @ http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/studie-ueber-kindesmissbrauch-wie-gehen-dioezesen-mit-faellen-um-15801617.html ]
LIDIA ROSENFELDER


UMGANG MIT MISSBRAUCHSFÄLLEN

Die Unfähigkeit zu praktischen Konsequenzen
[ Siehe @ http://www.faz.net/aktuell/politik/die-gegenwart/missbrauchsfaelle-und-moralische-lethargie-in-der-kirche-1967380.html ]
PROFESSOR DR. FRANZ-XAVER KAUFMANN


VOR DER BISCHOFSKONFERENZ

Wider den Größenwahn
[ Siehe @[/color] http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/vor-der-bischofskonferenz-wider-den-groessenwahn-15803119.html ]
CHRISTIAN GEYER


STUDIE SEXUELLER MISSBRAUCH

Bis an die Wurzel der Kirche
[ Siehe @ http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/katholische-kirche-studie-liefert-zahlen-zu-missbrauchsvorwuerfen-15793222.html ]

NACH MISSBRAUCHSSTUDIE

Eltz will freiwilliges Zölobat für Priester
[ Siehe @ http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/region-und-hessen/missbrauchsstudie-eltz-will-freiwilliges-zoelibat-fuer-priester-15792976.html ]
TOBIA RÖSMANN, PETER EISENHUT


KATHOLISCHE KIRCHE

Voderholzer: Missbrauchsstudie sofort allen Bischöfen zusenden
[ Siehe @ http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/voderholzer-missbrauchsstudie-allen-bischoefen-zusenden-15792454.html ]


ENDE DES ZITATS EINER ZUTREFFENDEN ZUSAMMENFASSUNG ALLER DIESBEZÜGLICHEN WICHTIGEN ASPEKTE.
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STUDIE: Verbrechen der Katholischen Kirche in Deutschland.

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Insgesamt bisher nur neun Kommentare. Der jetzt hier wiedergegebene Kommentar ist ein Kommentar abgegeben von einer Frau »annen anne Nerede« am 26. September 2018 um 13:20 Uhr ( Permanenter Link: https://hpd.de/comment/38298#comment-38298 ) zu dem darauffolgenden Artikel im hpd - Humanistischer Pressedienst :

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Wie kann man diesen Artikel deutschlandweit massenhaft verbreiten und insbesondere all den verdummbibelten Journalisten und Bundestags-und Landtagsabgeordneten nahe bringen? Die wissen das alles ja nicht......
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Dieser Artikel selbst ist hier zu finden: https://hpd.de/artikel/sieg-des-katholizismus-und-dem-verlust-an-menschlichkeit-15987

ANFANG DES ZITATS ALLES WISSENSWERTES UBER DIE KATHOLISCHE KIRCHE AUFGRUNDDESSEN SICH JEDER SEINE EIGENE MEINUNG ZU DIESEM MACHTGEBILDE BILDEN KANN.

hpd - Humanistischer Pressedienst :

Vom Sieg des Katholizismus und dem Verlust an Menschlichkeit

Von: Rolf Bergmeier

26. SEP 2018

Schlagworte:
Katholizismus, Geschichte


Im Jahre 385 rollen die Köpfe. Priscillian, Bischof von Faro (Portugal), ein Christ, wenngleich nicht katholischer Art, und weitere sechs Männer seiner Umgebung werden in Trier öffentlich hingerichtet. Ihr Verbrechen: Sie fordern unter Verweis auf die Briefe des Paulus Ehelosigkeit und Verzicht auf Fleisch und Wein, ein Ende der Sklaverei und die Gleichstellung von Frauen. Das ist zu viel. Gerade ist der Katholizismus zur Staatsreligion erhoben worden, gerade wurde die unsterbliche Wahrheit per Dekret verkündet, und immer noch erheben die Schlangen der Häresie ihre Köpfe.

Todesurteil, Enthauptung mit dem Schwert, ist die einsame Entscheidung eines römischen Kaisers, der sich auf ein Gesetz beruft, kaum ein Dutzend Zeilen lang, das das Weltgeschehen neu ordnen wird. Cunctos populos heißt das Gesetz, das den Katholizismus zur alles beherrschenden Religion macht: "Alle Völker, über die wir ein mildes und maßvolles Regiment führen, sollen sich zu der Religion bekehren, die der göttliche Apostel Petrus den Römern überliefert hat. Nur diejenigen, die diesem Gesetz folgen, sollen katholische Christen heißen dürfen; die anderen, die wir für wahrhaft toll und wahnsinnig erklären, haben die Schande ketzerischer Lehre zu tragen." Der Erlass wird das Schicksal Europas entscheiden und die größte Landschaftsveränderung seit Beginn des römischen Imperiums einleiten. Er wird tiefgreifende Spaltungen und Zerwürfnisse provozieren, Religionskriege entfesseln, Kreuzzüge heiligen, Kulturen vernichten und Mitteleuropa klerikalisieren, enturbanisieren und feudalisieren. Er ist ein Sieg des Katholizismus und der Verlust an Menschlichkeit.

Staatskirche

So wird der Katholizismus zur Staatsreligion: Kein Petrus, auf dessen Felsen die Kirche erbaut wurde, lässt sie zur Weltmacht aufwachsen, kein Papst, der im entfernten Rom residiert, keine Mehrheit aufgebrachter Katholiken, sondern ein selbst ermächtigter Kaiser, Theodosius I., gibt anno 380 dem Katholizismus Namen und Macht. Ohne Not unterwerfen sich die Kaiser fortan den katholischen Dogmen und leiten ihr Handeln nicht mehr vom römischen Geist der Verantwortung gegenüber den Vorfahren und der Gemeinschaft ab, sondern von kirchlichen Befindlichkeiten. Nicht mehr jene kleine griechische Polis dient als Vorbild politischen Handelns, die sich im Jahre 490 v. u. Z. gegen ein asiatisches Weltreich aufopfert, um der Gemeinschaft das Überleben zu sichern (und "nebenbei" die Idee der politischen Freiheit weiterreicht), sondern eine selbstbewusst auftretende Kirche, die verlangt, man müsse Gott mehr gehorchen als den Menschen, die von "Gemeinschaft" spricht, aber diese als eine Gemeinschaft unter Führung der Bischöfe versteht, als eine Herde von Schafen, die von Hirten geführt werden muss. Schließlich fordert Papst Gregor VII. im Dictatus Papae in unüberbietbarer Weise die völlige Unterwerfung: "Dass er [der Papst] allein die kaiserlichen Herrschaftszeichen verwenden kann, dass alle Fürsten nur des Papstes Füße küssen, dass es ihm erlaubt ist, Kaiser abzusetzen". Von diesem schwersten aller Schläge gegen jeden Gesellschaftsvertrag, gegen den demokratischen Gedanken, gegen die griechische Polis, gegen die römische res publica, gegen die Mündigkeit der Bürger wird sich die westliche Welt bis 1789 nicht mehr erholen.

Feudalismus

Der Wandel geht voll zulasten der Bevölkerung. Ein Jahrtausend lang versinkt das katholische Mitteleuropa in eine geistes- und naturwissenschaftliche Finsternis. Katholische Bischöfe und von Gott eingesetzte Fürsten, die die überragende Bedeutung von Städten als Motor der Innovationen nicht erkennen, werden Mitteleuropa bis zur Renaissance wirtschaftlich lahmlegen.

Aus der Synthese von Thron und Altar, aus Bildungsfinsternis und Herr*schaftsanspruch, aus Kriegsgewinnen und Akkumulation eroberter Immobilien in den Händen der obersten Schicht wächst eine der abträglichsten Wirtschaftsformen der Menschheitsgeschichte auf: der Feudalismus mit Grundherrschaft, Leibeigenschaft und Schollenpflicht. Friedrich Engels charakterisiert ihn wie folgt: "Der Feudalherr bezog von seinen Leib*eignen alles, was er brauchte; entweder in der Form von Arbeit oder in der von fertigem Produkt; die Weiber spannen und woben den Flachs und die Wolle und machten die Kleider; die Männer bestellten das Feld; die Kinder hüteten das Vieh des Herrn, sammelten ihm Waldfrüchte, Vogelnester, Streu; die ganze Familie hatte außerdem noch Korn, Obst, Eier, Butter, Käse, Geflügel, Jungvieh und was nicht alles noch einzuliefern. Jede Feudalherrschaft genügte sich selbst; Europa war auf eine niedrige Stufe herabgedrückt."

Ein stetig wachsender Anteil des Grundbesitzes wandert in die Hände der katholischen Kirche, fränkischer Könige und in die Taschen großer Gutsbesitzer. Der unterste Stand, im wesentlichen "Zins"-Bauern, Unfreie bzw. Leibeigene ("Hörige"), besorgt die täglichen Arbeiten auf dem Hof und den Feldern. Unfreie repräsentieren etwa neunzig Prozent der Bevölkerung, leisten die Kärrnerarbeit und erbringen fast sämtliche Dienstleistungen. Von ihnen wird neben Naturalien- und Fiskalienabgaben regelmäßig eine dreitägige Fronarbeit pro Woche für den Gutsherrn verlangt, zusätzlich einige Wochen Fronarbeit bei der Herbst- und Frühjahrsbestellung. Sie müssen angesichts der dauerhaften Verpflichtung zum Kriegsdienst froh sein, ausreichend Getreide für den eigenen Gebrauch und als Futtermittel für wenige Tiere zu erwirtschaften. Die Belastungen sind so groß, dass viele Bauern kaum noch den Unterhalt der eigenen Familie bestreiten können und in Armut und in die Arme der Wohlhabenden getrieben werden. Dort tauschen die verarmten Bauern ihren Besitz gegen Knechtschaft, später gegen den Status von Hörigen ein und werden im Regelfall wie Immobilien gehandelt und bei Verkauf eines verliehenen Gutes gemeinsam mit dem Gut verkauft. Dieser Feudalismus drückt das Land in eine tiefe Depression.

Diese nahezu bedingungslose Unter*ordnung Halbfreier und Leibeigener unter einem Grundherrn und deren Ausbeutung wird von der Kirche "als von Gott in seiner vergeltenden Gerechtigkeit" begründet und in den eigenen Liegenschaften angewendet. Nach Gregor von Nazianz, Bischof von Konstantinopel, ist die Ständeordnung vorbestimmt. Gott selbst habe gewollt, dass, "die einen, für die es so nützlich ist, geweidet und regiert und durch Wort und Tat zur Pflicht angehalten werden, die anderen aber, welche sich vor dem Volke durch Tugend und durch innige Beziehung zu Gott auszeichnen, Hirten und Lehrer seien". Bischof Burchard von Worms bestätigt die für Kirche und weltliche Herrscher angenehme Interpretation: "Um der Sünde willen, vom Menschen ausgegangen, hat der gerechte Gott das Leben der Menschen unterschiedlich gestaltet, indem er die einen zu Knechten, die anderen zu Herren bestimmt hat, auf dass durch die Gewalt der Herrschenden den Knechten die Freiheit, übel zu tun, beschränkt wird". Verweigerern wird eingeschärft: "Ihr sollt den Priestern gehorsam sein, bereitwillig auf sie hören und den Zehnten Gott getreulich erstatten. Denn wer den Zehnten zurückhält, begeht Raub am Eigentum Gottes". Wer sich dennoch gegen die Zinszahlungen aufbäumt, wird exkommuniziert und sonntags unter Glockengeläut und in aller Öffentlichkeit durch namentliche Benennung diskriminiert oder geht nach dreimaliger Ermahnung in das Eigentum des Klosters über.

So bedienen sich beide, weltliche und kirchliche Machtträger, ohne Hemmungen der Arbeitskraft der Bevölkerung. Zwar zwingen die durch ständige Kriegszüge verursachten Hungersnöte (793), Zinswucher, Getreidespekulationen und überhöhte Preise Karl I. zum Handeln, aber letztlich ist die Macht der kirchlichen und weltlichen Gutsherren zu groß und der von den Kanzeln gepredigte Aufruf, das Schicksal der Armen sei von Gott vorherbestimmt, für einen organisierten Aufstand zu mächtig. Die Menschen fühlen sich nicht mehr als "Volk", eher als "Zubehör der Herrschenden" (Matthias Springer). Zudem hilft eine starke Armee, die von den Bischöfen und Äbten durch Gestellung kircheneigener Regimenter unterstützt und mit einem Schwur an die Feudalherrscher gebunden wird, die soziale Struktur militärisch abzusichern.

Reichtum der Kirche

Gewinner ist vor allem die katholische Kirche. Die schiere Masse an Kirchen und Klöstern – zwischen 1050 und 1350 werden alleine in Frankreich 80 Kathedralen, 500 Kirchen und Zehntausende von Gemeindekirchen gebaut – ist ein Hinweis, warum sich das Mittelalter auf dem Weg in die wirtschaftliche Not befindet: Geld kann man nur einmal ausgeben. Was oben "verprasst" und in Kirchenanlagen verbaut wird, fehlt unten. Ein arabischer Gesandter berichtet über das im Jahre 774 gegründete Kloster Fulda: "Nie sah ich in allen Ländern der Christen eine größere [Kirche] als sie, noch eine reichere an Gold und Silber. Die meisten ihrer Gefäße sind von Gold und Silber. Ferner ist dort ein Götzenbild aus Gold, dessen Gewicht 300 [Pfund] beträgt, mit Hyazinthen und Smaragden besetzt."

Einen Vermögenssprung erwartet die Kirche unter den Karolingern. Pippin, seit 751 König der Franken und Vater Karls des Großen, schenkt dem Papst halb Italien und unter Karl I. wächst das Kirchenvermögen durch Überschreibung von Grundstücken mitsamt Dörfern und Einwohnern zum größten Grundbesitz im Franken*reich auf. Die Abtei Prüm hat im 9. Jahrhundert Grundbesitz vom Rhein bis zur Bretagne und ein ganzer geografischer Landstrich entlang des linken Rheinufers, von Basel bis Köln, geht in den Besitz der katholischen Bistümer über und erwirbt sich den Namen "Pfaffengasse". Und wer den Starnberger See besucht, stellt nach kurzer Recherche fest, dass der See fast vollständig einem halben Dutzend Klöstern gehört hat, mit Ländereien, Fisch- und Marktrechten. Bistümer und Klöster vermehren ihren Güterbestand enorm, wohl auch durch Ausmalung der Höllenqualen und himmlischen Strafen.

Zur Bewirtschaftung der Klöster wird auf die Schaffenskraft externer und abhängiger Menschen zurückgegriffen. Ohne eine Heerschar von Abhängigen und Hörigen sind die Kloster-Latifundien gar nicht zu bewirtschaften. Einer der Spitzenreiter dürfte dabei das Kloster von Saint-Germain-des-Prés sein, dessen Polyptychon, ein mehrteiliges Bestands- und Leistungs*verzeichnis, um 825 mehr als 10.000 Hörige verzeichnet. Den klösterlichen Großgrundbesitzern stehen die Verlierer der mittelalterlichen Gesell*schaft gegenüber, die Masse der "kleinen Leute", die meist froh sind, über den Winter zu kommen. Sie sind es, die die großartigen Anlagen mit ihrer Arbeitskraft bezahlen.

Der Verfall der Städte

Innerhalb eines Jahrhunderts verwahrlosen fast alle Erbstücke, die die Römer hinterlassen haben. Öffentliche Bibliotheken und Theater werden geschlossen, "die Wunderbauten der Wasserleitungen" verfallen, Tempel werden zu Steinbrüchen und Bibliotheken dienen als Lieferanten für preiswertes Pergament. Öffentliche Schulen, die im römischen Reich zur Sicherung der durchorganisierten Bürokratie und des bis in viele Einzelheiten geordneten Rechtswesen unverzichtbar gewesen sind, laufen aus, und an ihre Stelle treten nicht-öffentliche Schulen mit einem auf den Klerus ausgerichteten Ausbildungssystem. Das bisher bestens gewartete Verkehrswegesystem, unverzichtbar für Kommunikation und den Fernverkehr von Militär, Post und Handel, bricht mit dem Ende des 6. Jahrhunderts zusammen. Es bleiben wenige Teilstücke und Regionalstraßen, die sich ihre eigenen Wege suchen, wenn die bisherigen Straßen durch allzu viele Schlaglöcher unpassierbar geworden sind.

Ohne Kultureinrichtungen, ohne Garnisonen und Beamtenschaft bricht in Mitteleuropa die gesamte nicht-klerikale Stadtkultur zusammen. Während die Römer einen ganzen Kontinent mit einer berauschenden Stadtkultur überziehen, die Araber, wo immer sie sich ansiedeln, scheinbar aus dem Nichts blühende Städte zaubern, schaffen es Kirche und fränkische Herrscher, das urbane Erbe in eine städtelose Agrarlandschaft mit eingesprengelten Bischofssitzen zu verwandeln. Karl "der Große" residiert nicht mehr in einer Hauptstadt, sondern aus dem Sattel. Begleitet von seiner Hofequipage auf Ochsenkarren, zieht er mit Sack und Pack von einer Pfalz in die nächste und verbringt seinen Lebensabend in einem Eifel-Kaff, rund tausend Kilometer vom Mittelmeer entfernt, auf den Resten einer von den Römern verlassenen Therme, unter dem Namen "Aachen" bekannt. Sein Königshof wäre im römischen Reich bestenfalls den Ansprüchen eines Provinzgouverneurs gerecht geworden.

Die Wasserleitungen verfallen, so dass die Bürger sich wie in archaischen Zeiten aus Brunnen versorgen und die Notdurft auf die Straße entleeren. Statt in Steinhäusern, in Rom teilweise mit fünf bis sechs Stockwerken, leben die Menschen in armseligen Holzbaracken, vergessen das Schreiben, verstehen die Amtssprache nicht mehr und brauchen Übersetzer, wenn sie kommunale Verordnungen lesen wollen. Sie sind Fremde im eigenen Land, das von zwei mächtigen Kräften beherrscht wird, die sich gegenseitig die Bälle zuwerfen. Von "Demokratie" oder res publica spricht ohnehin niemand mehr. Keiner, der stolz erklärt "ich bin ein römischer Bürger". Dieser Verlust an Gemeinsinn dürfte, neben dem Untergang der Städte, ganz wesentlich zum Verfall des Staates beigetragen haben.

Wunderheiler und Bader ziehen über das Land und bieten ihre Dienste feil. Ärzte mit fundierter Ausbildung gibt es nicht mehr, Krankenhäuser wie in Persien oder in den römischen Legionärsstädten ohnehin nicht. Die stattdessen in Mitteleuropa angebotene Klostermedizin beschränkt sich bis in das 13. Jahrhundert auf die Verab*reichung von Kräutern, auf Quack*salberei mit Steinen und Empfehlungen, Heilige anzurufen und Buße zu tun. Leichenöffnungen stoßen auf großen Widerstand und werden unter der Allmacht der Kirche fast tausend Jahre lang nur heimlich praktiziert.

Der Verfall der Schriftsprache als konstituierendes Element der National*bildung und als Voraussetzung zur Erschließung eines breiten Reservoirs an Intelligenz und Begabung ist durch nichts zu kompensieren. Nur noch Angehörige des Klerus können im Westen lesen und schreiben. Selbst Kaiser und Könige brauchen Hand*reichungen, um wenigstens Kürzel als gekritzelte Unterschriften zu Papier zu bringen. Karlmann unterschreibt mit einem Kreuz, Pippin der Jüngere mit einem Vollziehungsstrich, und Karl I. kann bestenfalls nur rudimentär lesen und schreiben. Latein wandelt sich zu einer Verkündungs-, Propaganda- und Herrschaftssprache, an deren Gebrauch das Volk nicht mehr teilnimmt. Ohne Zugang zu Texten und Dokumenten, ohne gemeinsame Sprache und ohne öffentliche Schulen wird das Volk zur Spielmasse der feudaler Herrschaften. Die Kirche aber gewinnt als Herrin der lateinischen Amtssprache eine ungeheure Macht.

Über allem liegt bleiern ein düsteres Gemenge aus Diesseitsdiskriminierung, Aufruf zur Askese, Buße und Ablass. Pfarrer mahnen zur Einkehr und lösen einen Tsunami der Gefühle aus, wenn sie über Brandungen und Gezeiten sprechen, die nicht von dieser Welt sind. Ein Jüngstes Gericht, so drohen sie, werde das Weltengebäude zersplittern und ewige Strafen verhängen. Sex am Freitag könne Gott nicht leiden und Naturkatastrophen seien als Vorboten der erwarteten Apokalypse umzudeuten. Ein graues memento mori ersetzt das bunte carpe diem. Asketen sind hoch angesehen, ein Leben hinter Mauern führt zur Heiligkeit. Die Suche nach der Wahrheit, das Fragen nach dem Glück des Menschen und der Gedanke von der Freiheit als dem höchsten Ziel allen politischen Handelns sind keine Vokabeln des Mittelalters. Ohne von äußeren Kräften getrieben zu werden, versinkt eine vielfältige, beneidete Hochkultur in einem von Jenseitserzählungen geprägten monothematischen Kulturkreis, der der Religion völlig erlegen ist. Eine Riege frommer Männer wirft den nicht für Bibelexegesen und Predigten nutzbaren Großteil der antiken Kultur auf die Müllkippe. Dort rotten die Reste dahin, bis sich die Renaissance, die Wiedergeburt der Antike, an sie erinnert.

Der Abfall des Katholizismus vom Christentum

Jeder Laie kann es erkennen: Der mittelalterliche feudale, hoch angriffslustige Katholizismus hat mit dem idealistisch-utopischen Neuen Testament in Gestalt der Lukas- und Matthäus-Evangelien nichts mehr gemein. Heinrich Heine erzählt in seiner Geschichte der Religion und Philosophie, "wie das Christentum zum römischen Katholizismus geworden" sei und wiederholt damit Luthers Thesen, dass der institutionelle Katholizismus nicht das eigentliche Christentum widerspiegele. Eine Religion, schreibt Max Weber, die den Ungläubigen und Ketzern nur die Wahl zwischen Konversion und ausgerottet werden lässt und die grausamste Instrumente zur Folterung und Tötung nicht genehmer Glaubensrichtungen erfindet, kann unmöglich mit der Religion der Nächstenliebe identisch sein. Friedrich Nietzsche spricht vom Sterbebett des Christentums, das Christentum Jesu sei "unter die Mörder gefallen" und selbst theologisch argumentierende Kirchenkritiker (Erich Seeberg, Peter Meinhold, Ernst Benz) meinen einen Verfallsprozess des Christentums zu sehen. Erich Kästner schreibt, der liebe Gott sei aus der Kirche ausgetreten, und auch Goethe, wahrlich kein Atheist, drückt seine Abneigung gegenüber der Kirche und dem "Marterholz" unverblümt aus.

Deutlich und unmissverständlich wird der russische Schriftsteller Fjodor M. Dostojewski (1821–1881), der den Abstand der katholischen Kirche zum Ursprünglichen in seiner Novelle Die Brüder Karamasow beschreibt: Der Großinquisitor, oberster Glaubenshüter der Kirche, macht Jesus, der auf die Erde zurückgekehrt ist, klar, dass man ihn nicht mehr brauche: "Wir haben deine Tat verbessert, und sie auf das Wunder, auf das Geheimnis und auf die Autorität gegründet. Und die Menschen freuten sich, dass sie wieder wie eine Herde geleitet wurden. Warum bist du denn jetzt gekommen, uns zu stören? Wir sind schon seit langer Zeit nicht mehr mit dir im Bunde."

Eine Entscheidung, die die Welt bewegt

So ist der Katholizismus eine Religion sui generis, die sich unter Auslassung einer ganzen Epoche schlimmster Menschenfeindlichkeiten mit fremden Federn schmückt. Er wächst nicht aus der Gesellschaft heraus, ist kein Konstrukt seiner Zeit, sondern wird verordnet. In einer einsamen Entscheidung, an der weder der Senat noch das Volk beteiligt sind. Durch einen Erlass vom 28. Februar 380, der Europa fast 1500 Jahre lang beherrscht und dessen Wirkung bis in die Spitzen Südamerikas reicht. Ohne dieses Gesetz wäre die Geschichte anders verlaufen, nicht zwangsläufig friedlicher, aber wohl weniger erbarmungslos, ohne Kreuzzüge, die bis heute die Beziehungen zwischen Orient und Okzident auf traumatische Weise prägen, ohne Zwangstaufen und Indices verbotener Bücher, ohne Inquisition, Hexenverbrennung, Judenverfolgung, ohne Religionskriege und ohne religiös begründete Einschränkung des Wissenschaftsbetriebes.

Die Mesalliance von Staat und Kirche hat den Feudalismus befördert, in dem die weltlichen und kirchlichen Herrscher ihre Untertanen eine kleine Ewigkeit lang im Status von Halbsklaven dirigieren. Der Arme ist unterster Teil der Gesellschaftsordnung, und dort gehöre er durch Gottes Willen auch hin. Niemals in der Menschheitsgeschichte wurde eine derart niederschmetternde Inszenierung von der Verworfenheit des Menschen auf die Bühne gebracht. Niemals wurden Kleinstkindern eine nicht tilgbare Schuld für Vergehen ihrer Ur-Ahnen angelastet. Niemals in der Geschichte der Religionen wurde ein Gott gezeichnet, der eifersüchtig darauf achtet, dass man ihn tagtäglich lobt, und der in grotesker Maßlosigkeit selbst kleinste Vergehen mit ewigen Strafen vergilt. Niemals wurde eine Ethikbilanz durch Pogrome, Zwangsbekehrungen, Bücherverbote, Ketzervertreibungen, Diskriminierungen, Religionskriege, Inquisitionen und die paranoide Überzeugung, Frauen seien unter satanischer Führung darauf versessen, weitere Opfer zu umzingeln und müssten daher verbrannt werden, derart verhagelt wie im Falle der katholischen Lehre. Niemals geschah so viel Unrecht. Tausend Jahre lang. Kann man sich das überhaupt vorstellen?

Der Text erschien ursprünglich in
MIZ: Materialien und Informationen zur Zeit, Ausgabe 2/18. Übernahme mit freundlicher Genehmigung des Alibri Verlags.

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ÜBER DEN AUTOR

Rolf Bergmeier Der Autor ist Althistoriker und Philosoph, hat zuletzt die Bücher "Christlich-abendländische Kultur. Eine Legende" (2014) und "Schatten über Europa. Der Untergang der antiken Kultur" (2012) veröffentlicht. Anfang April 2016 hat er eine 320 Seiten starke
Kritik über Karl den "Großen" publiziert.

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Mehr vom Autor auf hpd:


1. Vom Sieg des Katholizismus und dem Verlust an Menschlichkeit
[ Siehe @ https://hpd.de/artikel/sieg-des-katholizismus-und-dem-verlust-an-menschlichkeit-15987 ]
2. Berlin schaut zu. Über die Inhumanität beim Sterben
[ Siehe @ https://hpd.de/artikel/berlin-schaut-ueber-inhumanitaet-beim-sterben-15885 ]
3. Der Abfall des Katholizismus vom Christentum
[ Siehe @ https://hpd.de/artikel/abfall-des-katholizismus-christentum-15432 ]
4. Mit dem Karlspreis zurück ins Mittelalter
[ Siehe @ https://hpd.de/artikel/dem-karlspreis-zurueck-ins-mittelalter-13047 ]
5. Reconquista in Deutschland
[ Siehe @ https://hpd.de/artikel/12583 ]


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STUDIE: Verbrechen der Katholischen Kirche in Deutschland.

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Was der Vatikan jetzt selbst bezüglich dem deutschen Missbrauchsskandal in der Katholischen Kirche in Deutschland, der kürzlich freigegebenen diesbezüglichen STUDIE und der Reaktion der bundesdeutschen Missbrauchskommission zu den Aussagen der Bischöfe dazu berichtet :

ANFANG DES ZITAT EINES WEITEREN DIESBEZÜGLICHEN BERICHTS AUS DEM VATIKAN

Der Newsletter von Vatican News
[ das mehrsprachige Nachrichtenportal des Vatikans ]
[ Siehe
WIKIPEDIA @ https://de.wikipedia.org/wiki/Vatican_News (Stand: 24. Juni 2018 ) ]



Newsletter 04/10/2018


Themen: KIRCHE, DEUTSCHLAND, MISSBRAUCH, KATHOLISCHE KIRCHE

Missbrauch: Unabhängige Kommission kritisiert Bischöfe

[ Bundesrepublik Deutschland ]

[ Siehe den diesbezüglichen Artikel @ https://www.vaticannews.va/de/kirche/news/2018-10/missbrauch-unabhaengige-kommission-bischoefe-studie.html ]

Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs zeigt sich über die Erklärung der deutschen Bischöfe vom 27. September 2018 zu den Ergebnissen der STUDIE „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ (MHG-STUDIE) enttäuscht.

[ Johannes-Wilhelm Rörig ist Beauftragter der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs - Siehe WIKIPEDIA @ https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes-Wilhelm_Rörig (Stand: 22. September 2018 ) ]

Die angekündigten Maßnahmen der deutschen Bischöfe als Reaktion auf die MHG-STUDIE zeuge nicht von der gebührenden Übernahme von Verantwortung von Seiten der Kirche. Vor allem den von sexueller Gewalt betroffenen Menschen werde erneut viel Geduld abverlangt. „Die vage Erklärung wird dem in der STUDIE aufgedeckten Ausmaß sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen und den Dimensionen des Vertuschens innerhalb der katholischen Kirche nicht gerecht,“ fasst die Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs zusammen. Die Erklärung wirke halbherzig. Der von Kardinal Marx angekündigte Wendepunkt im Umgang der katholischen Kirche mit Fällen sexuellen Kindesmissbrauchs werde daraus nicht ersichtlich.

Klärungsbedarf bei „Selbstherrlichkeit von Amtsträgern der Kirche“

Von der Überwindung der „Selbstherrlichkeit von Amtsträgern der Kirche“, wie die Erklärung der Bischöfe am Ende verspricht, sind die angekündigten Schritte noch weit entfernt. Hier sieht die Kommission raschen Klärungsbedarf.

Kirche hat die von der Gesellschaft übertragene Verantwortung zu stemmen

Die Kommission wendet sich an die Deutsche Bischofskonferenz mit der Feststellung, dass die Kirche in Deutschland wichtige Aufgaben der Erziehung, Bildung und Betreuung von Heranwachsenden übernehme. Die Verantwortung für diese werde der Kirche von der Gesellschaft übertragen. Deshalb habe die Gesellschaft auch das Recht auf konkrete Informationen über den Umgang der Kirche mit Betroffenen, über die unabhängige Aufarbeitung der Kirche von Missbrauch an Minderjährigen, über die Auseinandersetzung mit täterschützenden Machtstrukturen innerhalb der Kirche und über die Haltung der Kirche zu Sexualität und Klerikalismus.

Fragen der Kommission an die Bischöfe

Ein umfangreicher Fragenkatalog wurde aus Antwort auf die Erklärung der Bischöfe erstellt. Die Kommission konfrontiert die Bischöfe unter anderem mit folgenden Fragen: Wie wird ein respektvoller, achtsamer, transparenter und partizipativer Umgang mit Betroffenen jetzt gestaltet? - Welche Vorstellungen gibt es über Höhe und Modalitäten von finanziellen Leistungen an Betroffene und wie soll das Verfahren zur konkreten Anerkennung des Unrechts aussehen? Welche Qualitätsstandards werden an Anlaufstellen für betroffene Menschen angelegt und mit welchen finanziellen und personellen Ressourcen werden sie ausgestattet?

Unabhängige Aufarbeitung

Weiters wirft die Kommission die Frage auf, mit welchen Verfahren jetzt sichergestellt werde, dass sämtliche Bistümer eine unabhängige Aufarbeitung auf den Weg bringen und nach welchen verbindlichen Standards die Aufarbeitung erfolge. Wie wollen die Bischöfe Aufarbeitungsgegner in den eigenen Reihen überzeugen? - Werden Betroffene in die anstehenden Aufarbeitungsprozesse einbezogen? - Ist in der katholischen Kirche in Deutschland die Aufarbeitung in den Orden vorgesehen? - Wie werden weitere Defizite der STUDIE (z.B. kein uneingeschränkter Zugang zu den Archiven, Frauen als Täterinnen) bei der Aufarbeitung berücksichtigt?

Überwindung täterschützender und kinderfeindlicher Machtstrukturen

Wie solle die Klärung über jene Kleriker erfolgen, die „über die Täter hinaus institutionell Verantwortung für das Missbrauchsgeschehen in unserer Kirche getragen“ haben, zum Beispiel, indem sie die Straftaten vertuscht haben? - Wann werde konkret damit begonnen, strukturelle Veränderungen, die als täterschützend identifiziert wurden, umzusetzen und wer wird daran beteiligt werden?

Haltung zu Sexualität und Klerikalismus

Es sei nachvollziehbar, so die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs, dass einige in der STUDIE aufgeworfene Fragen bezüglich der zölibatären Lebensform und des Umgangs mit Sexualität sowie nach dem Beichtgeheimnis Zeit benötigten. Aber welche mittelfristigen Ziele wollen sich die Bischöfe setzen? Welchen Kreis von Externen wollen sie einbeziehen? - Wie zeigt sich die Bereitschaft bei den Verantwortlichen der Kirche, Macht abzugeben, um „ein neues Miteinander in der Kirche“ realisieren zu können?

Mehr Dialog ist gefordert

Die Kommission ist bereit, mit der katholischen Kirche zu den gestellten Fragen und einer umfassenden Aufarbeitung in den Dialog zu treten. Die Kommission hat mit vielen Betroffenen gesprochen. Diese erwarteten Gerechtigkeit, und dazu müsse die katholische Kirche nach wie vor einen wesentlichen Beitrag leisten. Die Kommission pflegt auch Kontakt zu vielen Menschen, die innerhalb der Kirche im Sinne der Betroffenen für unabhängige Aufarbeitung und Kinderschutz etwas bewegen wollen. Diese Stimmen sollten nun endlich gehört werden, und das Engagement der Betroffenen sollte gestärkt werden, so die Forderung der Kommission.

(pm – hoe)


ENDE DES ZITAT EINES WEITEREN DIESBEZÜGLICHEN BERICHTS AUS DEM VATIKAN

QUELLE : Der Newsletter von Vatican News, den ich regelmäßig per Email bekomme.
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STUDIE: Verbrechen der Katholischen Kirche in Deutschland.

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Habt Ihr bemerkt? : Die jetzige Bundesministerin für Justiz, Katarina Barley (SPD) spricht sich gegen die Kirche und für uneingeschränkte und unverwässerte Rechtsstaatlichkeit aus, was die Verbrechen der Kirche betrifft ( jegliche Verbrechen der Kirche betrifft ! ) !!

ANFANG DES ZITATS ALLES MOMENTAN WISSENSWERTES ZU DEN VORHABEN UNSERER NEUEN BUNDESMINISTERIN FÜR JUSTIZ

hpd - Humanistischer Pressedienst :

Katarina Barley zum Missbrauchsskandal

"Das Kirchenrecht steht nicht über dem Strafrecht"

Von: Florian Chefai

5. OKTOBER 2018

Schlagworte:
Missbrauch, Katholische Kirche, Justiz


[
QUELLE: https://hpd.de/artikel/kirchenrecht-steht-nicht-ueber-dem-strafrecht-16029 ]

[ FOTO: „Dr. Katarina Barley - Foto: © Thomas Kohler / phototek“ ]


Bundesjustizministerin Katarina Barley kritisiert die katholische Kirche für den fehlenden Aufklärungswillen im Missbrauchsskandal. Gegenüber der ZEIT forderte sie die Öffnung der Kirchenarchive und Akten.

Katarina Barley kritisierte die katholische Kirche bereits Ende September für "jahrzehntelanges Verschweigen, Vertuschen und Verleugnen" im Zusammenhang mit dem Missbrauchsskandal. So etwas wie ein Schweigekartell dürfe es nicht geben, erklärte die Justizministerin.

Im
Gespräch mit der ZEIT [ Siehe »Was tut der Staat, wenn die Kirche Täter schützt?« (3. Oktober 2018, 16:55 Uhr / Editiert am 7. Oktober 2018, 11:49 Uhr / DIE ZEIT Nr. 41/2018, 4. Oktober 2018 / 104 Kommentare) @ https://www.zeit.de/2018/41/katarina-barley-bundesjustizministerin-spd-interview/komplettansich ] wiederholte sie nun die Forderung, bekannt gewordene Taten anzuzeigen, damit Staatsanwaltschaften diese verfolgen können: "Alles, was strafrechtlich relevant ist, muss und wird von Polizei, Staatsanwaltschaften und Strafgerichten verfolgt werden. Der Eindruck, das werde der Kirche überlassen, ist falsch. Das Kirchenrecht steht nicht über dem Strafrecht – es ist umgekehrt."

Barley wies ferner darauf hin, dass der Rechtsstaat keine Geheimarchive akzeptiere: "Alle Unterlagen in den kirchlichen Archiven können von den Strafverfolgungsbehörden beschlagnahmt und ausgewertet werden, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen vorliegen." Zugleich kritisierte sie die Vertuschung von Missbrauchsfällen durch die Diözesen: "Akten zu manipulieren, um jemanden vor der Strafverfolgung zu schützen, kann eine strafbare Handlung sein!"

Es sei dringend notwendig, "dass die katholische Kirche ihre Haltung zu Zölibat, Homosexualität und Sexualmoral vor allem von Priestern hinterfragt", erklärte Barley. Vertrauen, dass es in der Kirche von selbst besser wird, habe sie keines.


MEHR ZUM THEMA:

Missbrauchsstudie: "Staatsanwaltschaften sollten jetzt die Kirchenarchive beschlagnahmen!" – Kommentar von ifw-Beiratsmitglied Rechtsanwalt Eberhard Reinecke [ Siehe @ https://hpd.de/artikel/staatsanwaltschaften-sollten-jetzt-kirchenarchive-beschlagnahmen-16001 (28.09.2018) ]

Keine Ausnahmen von der Strafverfolgung für die Kirche und ihre Priester – Kommentar von Prof. Dr. Dieter Rössner [ Siehe @ https://hpd.de/artikel/keine-ausnahmen-strafverfolgung-fuer-kirche-und-ihre-priester-16026 (05.10.2018) ]

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ÜBER DEN AUTOR

Florian Chefai Der Autor ist stellvertretender Chefredakteur des
hpd. Er studiert Philosophie und Soziologie in Trier und ist aktiv bei der Giordano-Bruno-Stiftung.
Seine Interessenschwerpunkte liegen bei der Philosophie der Aufklärung, Ideengeschichte, Ethik sowie Religions- und Ideologiekritik.

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Mehr vom Autor auf
hpd :

1. "Das Kirchenrecht steht nicht über dem Strafrecht"
[ Siehe @ https://hpd.de/artikel/kirchenrecht-steht-nicht-ueber-dem-strafrecht-16029 ]

2. "Erzieherinnen haben einen Bildungsauftrag – keinen Verkündigungsauftrag!"
[ Siehe @ https://hpd.de/artikel/erzieherinnen-haben-einen-bildungsauftrag-keinen-verkuendigungsauftrag-16008 ]

3. Schüler protestieren gegen Diskriminierung an katholischem Gymnasium
[ Siehe @ https://hpd.de/artikel/katholisches-gymnasium-mariengarden-bricht-antidiskriminierungsbestimmungen-15999 ]

4. "Dialog darf kein Selbstzweck sein"
[ Siehe @ https://hpd.de/artikel/dialog-darf-kein-selbstzweck-sein-15993 ]

5. Katarina Barley: Die Kirche muss Verantwortung übernehmen
[ Siehe @ https://hpd.de/artikel/katarina-barley-kirche-muss-verantwortung-uebernehmen-15983 ]


ENDE DES ZITATS ALLES MOMENTAN WISSENSWERTES ZU DEN VORHABEN UNSERER NEUEN BUNDESMINISTERIN FÜR JUSTIZ

Bisher 14 Leserkommentare zu dem in diesem Artikel angesprochenen Thema im hpd.
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STUDIE: Verbrechen der Katholischen Kirche in Deutschland.

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Schon alles gelesen und so richtig verdaut ?? :

DIE ZEIT im Interview mit Katarina Barley

ANFANG DES ZITATS ZUSAMMENFASSENDER INFORMATION ZU DIESEM INTERVIEW.

[ FOTO: Katarina Barley, 49, ist Bundesjustizministerin. Zuvor leitete die SPD-Politikerin bereits das Familienministerium. Die gebürtige Kölnerin war wissenschaftliche Mitarbeiterin am Bundesverfassungsgericht und Richterin. © Hans Christian Plambeck/laif ]

[ Siehe auch unbedingt WIKIPEDIA @ https://en.wikipedia.org/wiki/Katarina_Barley ]

INTERVIEW

Katarina Barley:

Was tut der Staat, wenn die Kirche Täter schützt?

Ein Gespräch mit Bundesjustizministerin Katarina Barley über Geheimarchive, bischöfliches Schweigen und ungeahndete Verbrechen.

Interview:
Heinrich Wefing [ Profil: https://www.zeit.de/autoren/W/Heinrich_Wefing/index.xml ]
und

Marc Widmann [ Profil: https://www.zeit.de/autoren/W/Marc_Widmann/index.xml ]


3. Oktober 2018, 16:55 Uhr Editiert am 7. Oktober 2018, 11:49 Uhr, DIE ZEIT Nr. 41/2018, 4. Oktober 2018, 105 Kommentare

Erste Seite: »Was tut der Staat, wenn die Kirche Täter schützt?« @ https://www.zeit.de/2018/41/katarina-barley-bundesjustizministerin-spd-interview

Zweite Seite: »"Wir wollen die Position von Whistleblowern stärken"« @ https://www.zeit.de/2018/41/katarina-barley-bundesjustizministerin-spd-interview/seite-2

Dritte Seite: »"Die Kirche muss transparenter werden"« @ https://www.zeit.de/2018/41/katarina-barley-bundesjustizministerin-spd-interview/seite-3

ENDE DES ZITATS ZUSAMMENFASSENDER INFORMATION ZU DIESEM INTERVIEW.
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STUDIE: Verbrechen der Katholischen Kirche in Deutschland.

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Ende September 2018, meldete sich auch Matthias Katsch, Mitbegründer der deutschen Betroffeneninitiative »Eckiger Tisch« und des Netzwerks »Ending Clergy Abuse« bezüglich bezüglich dieser von der Katholischen Kirche in Deutschland in Auftrag gegebenen STUDIE und was er erwartet, dass jetzt daraufhin folgt:

Er fordert:


QUELLE: http://www.eckiger-tisch.de/2018/09/28/eckiger-tisch-fordert-unterstuetzung-durch-die-politik-fuer-eine-unabhaengige-aufarbeitung-sowie-angemessene-entschaedigung/ :

ANFANG DES ZITATS DER FORDERUNGEN VON MATTHIAS KATSCH FÜR OPFER SEXUALISIERTER GEWALT AUSGEHEND VON DER KATHOLISCHEN KIRCHE IN DEUTSCHLAND.

ECKIGER TISCH fordert Unterstützung durch die Politik für eine unabhängige Aufarbeitung sowie angemessene Entschädigung

 28. September 2018  kobayashi  Allgemein

Da die katholische Kirche nach ihren kurzen Scham- und Entschuldigungs*bekun*dun*gen auch acht Jahre nach Beginn der öffentlichen Debatte keinerlei konkrete Schritte vorlegt − wie die die Offenlegung ihrer Archive und eine angemessene Entschädigung − fordern wir angesichts der vielen Tausend Betroffenen sexuellen Missbrauchs durch katholische Priester:

1. Politik und Strafverfolgungsbehörden müssen den Schutz der Betroffenen gewährleisten und tätig werden.

Wir fordern die Politik auf, den Schutz der Betroffenen zu gewährleisten und sie nicht der Willkür der Kirche zu überlassen. Der Staat kann nicht länger zulassen, dass die Verbrechen durch katholische Priester von der Kirche intern geregelt und vertuscht werden. Angesichts des institutionellen Versagens der Kirche bedeutet ein Gewährenlassen gleichzeitig auch ein Staatsversagen.

Wir fordern daher die Strafverfolgungsbehörden in Deutschland auf, tätig zu werden. Während Staatsanwaltschaften − beispielsweise beim Anfangsverdacht der Vertuschung von Abgasmanipulationen von Kraftfahrzeugen − konsequent ermitteln und etwaiges Beweis*material sicherstellen, ist dies bei Missbrauchsfällen durch Priester im Bereich der katholischen Kirche bislang konsequent unterblieben. Bei Straftaten wie dem sexuellen Missbrauch von Kindern muss die Staatsanwaltschaft tätig werden. Da die katholische Kirche weiterhin keine konkrete Bereitschaft zeigt, Täter zu benennen, fordern wir die Strafverfolgungsbehörden auf, den bekannten Anfangsverdachtsfällen jetzt entschlossen nachzugehen und endlich zu ermitteln.

Im MHG-Untersuchungsbericht wird die Zahl von 1.670 Tätern genannt. Das sind 1.670 konkrete Anfangsverdachtsfälle, denen nachgegangen werden muss: Welche Täter leben noch, welche sind weiterhin aktiv, wie heißen diese Täter, wo fand (oder findet) der Missbrauch statt, welche Fälle sind noch nicht verjährt? Das alles wissen wir nicht, weil die Kirche es nicht wissen will. Die Staatsanwaltschaften, die in den vergangenen acht Jahren in Deutschland untätig geblieben sind, müssen daher jetzt endlich handeln, damit Kinder heute nicht länger einem Risiko durch die noch lebenden und aktiven Täter ausgesetzt sind.

Fälle, die nach dem Dafürhalten der Staatsanwaltschaften offensichtlich verjährt sind, müssen künftig durch eine von der Regierung einzurichtende unabhängige Untersuchungskommission aufgeklärt werden.

Betroffenen muss ein Einsichtsrecht in die ihren Fall betreffenden Unterlagen bei den Bistümern und Ordensgemeinschaften gewährt werden. Die Opfer haben ein Recht darauf, etwas über die Tatumstände und das Handeln der verantwortlichen Vorgesetzten zu erfahren. Auch die Gesellschaft sollte wissen, was aus den Tätern wurde.

2. Wir fordern zu Entschädigungszahlungen auf, die der Schwere des Schadens gerecht werden.

Die Menschen, die in ihrer Kindheit von katholischen Priestern missbraucht worden sind, sind häufig massiv geschädigt worden. Sie müssen lebenslang mit den zerstörerischen Auswirkungen des Missbrauchs weiterleben. Viele Lebensbereiche können von weitreichenden Beeinträchtigungen betroffen sein:

● Viele Betroffene haben in ihrem weiteren Leben erhebliche Probleme bei zwischenmenschlichen Beziehungen, Bindungen und Partnerschaften.
● Oft wurde die Beziehung zum eigenen Körper beschädigt, Intimität und Sexualität sind daher für viele Betroffene problembelastet.
● Viele Betroffene konnten und können sich nicht beruflich und erwerbsmäßig entfalten.
● Viele Betroffene leiden über die gesamte Lebensspanne verschiedenen psychischen Problemen wie Depressionen, andere psychische Erkrankungen oder Suchterkrankungen.
● Manche Betroffene, die nicht die Kraft hatten, mit dem Erlittenen weiterzuleben, haben ihr Leben beendet.

Eine Wiedergutmachung dieser Schäden ist nicht möglich. Die Taten und die Schäden können nicht rückgängig gemacht werden. Eine Entschädigung kann aber dazu beitragen, dass betroffene Menschen besser mit diesem Leben klarkommen und mit den Beeinträchtigungen weiterleben können.

Wenn die Kirche die bisher angebotenen ‚Anerkennungsleistung‘ von bis zu 5.000 Euro mit dem Faktor 100 multipliziert, dann wäre dies ein Betrag, der sich für Betroffene tatsächlich wie der Versuch einer Entschädigung anfühlen und damit dem Ausmaß des persönlichen Schadens ansatzweise gerecht werden würde.

Matthias Katsch / Sprecher ECKIGER TISCH


ENDE DES ZITATS DER FORDERUNGEN VON MATTHIAS KATSCH FÜR OPFER SEXUALISIERTER GEWALT AUSGEHEND VON DER KATHOLISCHEN KIRCHE IN DEUTSCHLAND.

Und Matthias Katsch erschien auch kürzlich in einer australischen Radio-Sendung – er sprach aus Rom und er sprach in Englisch – bezüglich dieser von der Katholischen Kirche in Deutschland in Auftrag gegebenen STUDIE and seinen jetzigen Erwartungen:

Matthias Katsch speaking on Australian radio from Rome :

Psychiatrist Dr. Harald Dressing is also participating in this Interview; he was the one leading and coordinating this STUDY :

Totally independent Australian national Broadcaster: ABC RADIO NATIONAL :


ANFANG DES ZITATS DER VORSTELLUNG EINER RELEVANTEN DIESBEZÜGLICHEN RADIOSENDUNG IN AUSTRALIEN.

Religion and Ethics Report

»German clergy sex abuse report: "Tip of the iceberg"«
( 03.10.2018 / 05.10.2018 ) :

@ http://www.abc.net.au/radionational/programs/religionandethicsreport/an-apology-from-the-german-bishops/10329688

[ Hier kann man sich das vollständige Interview, jederzeit, anhören : ]

@ http://radio.abc.net.au/programitem/pgQ7e4aElV?play=true . [ Natürlich braucht es gute Englisch-Sprachkenntnisse dazu. ]

[ einleitender Text (in Englisch) zu diesem Interview in englischer Sprache : ]


Wednesday 3 October 2018 5:30PM

Presented by Andrew West
[ Profile of Andrew West: http://www.abc.net.au/radionational/andrew-west/3142266 ]

German investigators have been left shaken by the scale of child abuse uncovered in a major internal report released recently. Church and state are not separated as in Australia, and the churches there receive millions of euros in taxation directly from the state.

And now an internal church report has estimated that 1,670 clerics, mostly priests, were found to have committed sexual abuse between 1946 and 2014 on at least 3,677 victims, mostly boys.

That reported German survivor figure is less than the number reported by our Australian Royal Commission. And our Commission had powers of investigation. It’s worth remembering that the Australian Catholic church is just one fifth the size of the 25 million member German Church.

Psychiatrist Harald Dressing led the epidemiological research commissioned by the German bishops’ conference.

Matthias Katsch is a survivor of sexual abuse by a priest, and a member of the Independent Commission of Inquiry on Child abuse in Germany.

Credits:

Presenter: Noel Debien; Producer: Muditha Dias; Sound Engineer: Bryce Halliday; Editor: Joe Gelonesi.


Links:

Eckiger Tisch [ Selbstorganisation von Betroffenen von sexualisierter Gewalt an Jesuiten-Einrichtungen in Deutschland ] http://www.eckiger-tisch.de/ and http://www.eckiger-tisch.de/2018/09/28/eckiger-tisch-fordert-unterstuetzung-durch-die-politik-fuer-eine-unabhaengige-aufarbeitung-sowie-angemessene-entschaedigung/

Kommissionsmitglieder [ UNABHÄNGIGE KOMMISSION ZUR AUFARBEITUNG SEXUELLEN KINDESMISSBRAUCHS ] https://www.aufarbeitungskommission.de/kommission/kommissionsmitglieder/


ENDE DES ZITATS DER VORSTELLUNG EINER RELEVANTEN DIESBEZÜGLICHEN RADIOSENDUNG IN AUSTRALIEN.
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STUDIE: Verbrechen der Katholischen Kirche in Deutschland.

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Stellungnahme von Politikwissenschaftler und grünen Politiker Jürgen Roth, Bundesarbeitsgemeinschaft Säkulare Grüne :

ANFANG DES ZITATS ALL DESSEN WAS EIN KONFESSIONSLOSER GRÜNEN POLITIKER DAZU ZU SAGEN HAT.

hpd - Humanistischer Pressedienst :

[ QUELLE: Sexueller Missbrauch in kirchlichen Einrichtungen als staatliche Aufgabe? ]

Kommentar

Sexueller Missbrauch in kirchlichen Einrichtungen als staatliche Aufgabe?

Von: Jürgen Roth [ Profil: Jürgen Roth | hpd ]

12. OKT 2018

Schlagworte:
Säkulare Grüne, Missbrauch, Katholische Kirche


[ FOTO: „Symbolfoto – Foto: Pexels.com Public Domain verändert]

Die unter dem Druck der Öffentlichkeit von der Katholischen Bischofskonferenz in Auftrag gegebene Studie über sexualisierte Gewalt gegenüber Kindern und Jugendlichen ist ein erschütterndes Dokument über Missbrauch und Gewalt. Sie zeigt, was passiert, wenn in einer abgeschotteten Parallelwelt ungezügelte Willkür herrscht.

Die Untersuchung selbst liefert leider nur einen ersten Einblick in eine über Generationen dauernde Ausnutzung von Abhängigkeit. Sie ist unvollständig, weil die Kirchenoberen bei der Untersuchung das Heft nie aus der Hand gegeben haben. So wurde den ForscherInnen kein unmittelbarer Zugriff auf die Akten der Diözesen eingeräumt. Die von Mitarbeitern der Kirche durchgesehenen Unterlagen wurden zudem sämtlich anonymisiert. Angesichts dieser massiven Behinderungen konnte nur ein Bruchteil der Fälle offengelegt werden.

Trotz all dieser gezielten Blockaden enthüllt die Studie, dass in kirchlichen Archiven Akten zu mindestens 1670 Tatverdächtigen und 3677 Betroffenen lagern. Die Katholische Kirche hat bisher lediglich bei 122 von 1670 aktenkundigen Tatverdächtigen eine Strafanzeige erstattet; das sind nur sieben Prozent. In den Kirchenakten finden sich 96 Opfer, die mehr als hundertmal von Klerikern missbraucht wurden. Wir haben es offensichtlich mit einem harten Kern von Intensivtätern zu tun.

Angesichts dieser Bilanz des Schreckens muss es auch wohlmeinende Kirchenmitglieder fassungslos machen, dass bislang gegen keinen deutschen Bischof oder einen anderen Amtsträger wegen Strafvereitelung oder Beihilfe durch Unterlassen ermittelt wurde oder gar eine Anklage erfolgt ist. Hier zeigt sich neben allen rechtlichen Problemen auch ein Abgrund von Unwillen, sich mit Kirchen "anzulegen".

Studie zum sexuellen Missbrauch gezielt geschönt

Die Katholische Kirche hat maßgeblich Einfluss genommen auf Fragestellung, Dokumente und Methoden der Untersuchung. Die Forscher haben das mit sich machen lassen. Anders als der ursprünglich vorgesehene Gutachter, der angesehene Kriminologe Prof. Pfeiffer, haben sie es hingenommen, dass ihnen die Einsicht in die Originalunterlagen verweigert wurde. Sie begnügten sich mit "bearbeitetem" Aktenmaterial. Zudem waren nicht einmal alle Bistümer bereit, sich an der Untersuchung zu beteiligen. Von einer unabhängigen Untersuchung kann also nicht die Rede sein.

Angesichts dieser misslichen Rahmenbedingungen sind die gelieferten Ergebnisse alles andere als ein Zeugnis der Aufrichtigkeit und Transparenz seitens der Bischöfe. Sie belegen vielmehr einen eklatanten Mangel an Ehrlichkeit beim Umgang mit eigenem Fehlverhalten.

Kirchen sind kein Staat im Staate

Dieser – sattsam bekannten – kirchlichen Geheimniskrämerei begegnen Politik und Öffentlichkeit leider noch immer mit Nachsicht. Sogar vielfach dokumentierter sexueller Missbrauch gilt als kircheninterne Angelegenheit, die allenfalls den Vatikan etwas angeht.

Die hartnäckige Mär von der rechtlichen Unangreifbarkeit der Kirchen treibt noch immer merkwürdige Blüten. Sie entstammt nicht zuletzt der frommen Legende, wonach es eine "Selbstbestimmungsgarantie" gebe, die sich aus Grundgesetz und Weimarer Verfassung ableite. Richtig ist vielmehr, dass Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften in Art. 140 GG i. V. m. Art. 137 Abs. 3 WRV eine "Selbstverwaltung" zugestanden wird. Das ist etwas substantiell anderes als eine "Selbstbestimmung".
Nicht einmal der Bundesjustizministerin ist offensichtlich dieser Unterschied geläufig. [ Siehe @ Katarina Barley: Was tut der Staat, wenn die Kirche Täter schützt? ]

Keine der großen Kirchen und keine der vielen kleineren Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaft stehen über dem staatlichen Recht. Dieser Grundsatz gewinnt umso mehr an Bedeutung, je ausdifferenzierter sich Religion in Deutschland darstellt. Die Zahl der Mitglieder der Großkirchen ist von rund 95 Prozent in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg deutlich zurückgegangen. In wenigen Jahren rutscht die Zahl von 54 Prozent im Jahre 2017 unter die 50-Prozent-Marke. In den größeren Städten und den neuen Bundesländern ist dieser Erosionsprozess bereits wesentlich weiter fortgeschritten als in den ländlichen Regionen. Die am stärksten wachsende Bevölkerungsgruppen sind Muslime in allen Schattierungen sowie die Konfessionsfreien mit rund 40 Prozent.

Konfessionsfreie müssen in der Missbrauchsdebatte den Eindruck gewinnen, sexueller Missbrauch in katholischen Einrichtungen sei eine Art Privatangelegenheit der Bischöfe, die allenfalls dem Papst, nicht aber weltlichen deutschen Gerichten Rechenschaft schuldeten. Eine solche Einstellung ist mit dem Rechtsstaat des Grundgesetzes unvereinbar. Sexueller Missbrauch ist ein gesamtstaatlicher Skandal, der von den staatlichen Ermittlungsbehörden zu bekämpfen ist. Kirchliche Stellen haben hier lediglich eine Pflicht zur Unterstützung. Der Staat hat ein Gewaltmonopol auch gegenüber den Kirchen, die kein Recht auf rechtsfreie Räume haben.

Es gilt der Grundsatz der staatlichen Neutralität

Eine wirksame Strafverfolgung krimineller Kleriker darf nicht von der staatlichen Neutralität in Religionsfragen ausgebremst werden. Staatliches Recht bricht Kirchenrecht! Umgekehrt darf aber auch die Forderung nach mehr Transparenz der Kirchen nicht zu dem Fehlschluss verführen, der Staat möge die Kirchen an die "Kandare" nehmen. Wie sich eine Glaubensgemeinschaft organisiert, ist – im Rahmen bestimmter grundgesetzlicher Vorgaben wie dem Schutz der Menschenrechte – deren eigene Angelegenheit. Das Verbot der Staatskirche und der Grundsatz der staatlichen Neutralität in Fragen des Glaubens und der Weltanschauung setzt staatlicher Einflussnahme auf die interne Organisation dieser Einrichtungen Grenzen. Das ergibt auch heute noch Sinn, ist aber eben keine Bremse für das staatliche Gewaltmonopol bei der Durchsetzung des geltenden Rechts.

Auf einem anderen Blatt steht indes die gesellschaftliche Diskussion darüber, ob ein hierarchischer Organisationsaufbau ohne wirksame Transparenz- und Kontrollinstanzen nicht mit dazu geführt haben, ein Klima zu schaffen, in dem sexualisierte Gewalt in ihren unterschiedlichen Erscheinungsformen gedeiht und über viele Jahre vertuscht werden kann. So ist auffällig, dass die Studie der Deutschen Bischofskonferenz selbst zu der Erkenntnis kommt, dass zölibatär lebende Priester wesentlich häufiger in Missbrauchsfälle verwickelt sind als verheiratete Diakone.

Um längst erkannte Missstände zu überwinden, sind insbesondere die Reformkräfte innerhalb der Katholischen Kirche gefordert, überfällige strukturelle Veränderungen nicht nur beständig einzufordern sondern auch einmal durchzusetzen. Diese Aufgabe kann und darf ihnen der Staat nicht abnehmen.

Katholische Kirche als oberste moralische Instanz?

Nicht erst heute stellt sich die Frage, ob eine Institution wie die Katholische Kirche ihren Anspruch als staatlich privilegierte "moralische Instanz" aufrechterhalten kann. Eine derartige Sonderstellung wird ihr allzu oft klaglos zugestanden. So beteiligen staatliche bzw. öffentlich-rechtliche Stellen wie z. B. die öffentlich-rechtlichen Medien die Kirchen an Entscheidungen mit ethischen Fragestellungen, so auch beim Jugendschutz. Wobei im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch die Frage der besonderen Sachkunde von Klerikern in einem ganz neuem Licht erscheint.

Fragen an die eigene moralische Glaubhaftigkeit muss sich auch der Stellvertreter des Herrn auf Erden gefallen lassen, wenn er lauthals Schwangerschaftsabbruch mit Auftragsmord gleichsetzt. Eine solche Aussage drückt womöglich die Besorgnis aus, dass jeder Schwangerschaftsabbruch das Angebot für Kleriker verringert.

Die nunmehr fast hundertjährige Sonderstellung der Kirchen als Staat im Staate führt zu zahlreichen unhaltbaren Wertungswidersprüchen. Diese treten nicht zuletzt bei der Behandlung der 1,4 Millionen Beschäftigten kirchlicher Organisationen immer offener zutage. Glücklicherweise hat hier der Europäische Gerichtshof den Anstoß gegeben, verfilzte alte Zöpfe mit der Heckenschere zu Leibe zu rücken. An die Stelle der bestehenden kirchlichen Paralleljustiz haben die staatlichen Arbeitsgerichte zu treten. Gewerkschaften müssen uneingeschränkten Zugang zu den Einrichtungen bekommen und die Einflussnahme kirchlicher Arbeitgeber auf das Privatleben der Beschäftigten ist abzustellen.

Grundlegend zu hinterfragen ist das kirchliche Gerichtswesen in seiner Gesamtheit. Die Anwendung des kanonischen Rechts darf kein Vorwand sein, auch bei Fällen des sexuellen Missbrauchs das Primat staatlicher Gerichtsbarkeit zu unterlaufen. Es ist vielmehr zu untersuchen, ob solche kircheneigenen Institutionen dazu beigetragen haben, sexuellen Missbrauch zu vertuschen und eine Bestrafung der Täter nach staatlichen Normen zu verhindern. Es reicht keineswegs aus, wenn katholische Gerichte selbst keinen Vorrang vor staatlichen Gerichten beanspruchen. Die Existenz jedweder Form von Paralleljustiz schadet der Rechtsstaatlichkeit, die vom Vertrauen in staatliche Institutionen und die Unabhängigkeit der Justiz lebt.

Es ist an der Zeit, die Debatte über Paralleljustiz nicht länger ausschließlich auf die Umtriebe islamischer "Friedensrichter" zu verengen.

–––––––––––––––––––––––––––––––––––––––

Die
Bundesarbeitsgemeinschaft Säkulare Grüne berät in ihrer Sitzung am 19./20. Oktober [2018] eingehend über die Konsequenzen, die der säkulare Staat aus dem massenhaften sexuellen Missbrauch in der Katholischen Kirche zu ziehen hat. Hier stehen u. a. folgende Forderungen zur Diskussion:

1. Es ist eine unabhängige Aufarbeitungskommission einzurichten. Dieser sind sämtliche Akten und Archive zugänglich zu machen, die sich in ihrem Besitz befinden und zur Aufarbeitung der Vorwürfe von Bedeutung sind. Die Regierungen des Bundes und der Länder müssen Druck auf die Bischöfe ausüben, mit der Kommission umfassend zu kooperieren.

2. Es ist ein Verzeichnis der Akten anzufertigen, die vernichtet oder manipuliert wurden.

3. Die unabhängige Kommission, ggf auch die Ermittlungsbehörden müssen dem Vorwurf nachgehen, dass Akten manipuliert wurden, um auf diese Weise Personen im Dienst der Katholischen Kirche vor der Strafverfolgung zu schützen. Hier steht der Verdacht Strafvereitelung mit einem Strafrahmen von bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe im Raum.

4. Wo der Verdacht auf mögliche Straftaten besteht, sind die erforderlichen Akten von den Ermittlungsbehörden zu beschlagnahm. Es ist ein unhaltbarer Zustand, dass Bistumsarchive über Aktenbestände verfügen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit sogar Straftaten dokumentieren, die noch nicht verjährt sind.

5. Staatsanwaltschaften sollen sich nicht länger darauf berufen müssen, sie bräuchten einen Leak, um einen Anfangsverdacht zu haben und so ermitteln zu können. Aufklärung kann aber nicht so lange warten, bis jemand aus dem Archiv Fälle kopiert und an Behörden oder Medien weitergibt.

6. Die Position von Whistleblowern ist zu stärken: Wer sich offenbart und über Missstände berichtet, soll deswegen keine beruflichen Nachteile erleiden dürfen.

7. Es soll ein unabhängig arbeitender Entschädigungsfonds eingerichtet werden, der aus kirchlichen Mitteln finanziert wird. Der Fond hat sicher zu stellen, dass die Opfer sexuellen Missbrauchs ohne bürokratische und demütigende Überprüfung ihrer Ansprüche eine Entschädigung erhalten. Zu tragen sind die Heil- und Krankenbehandlungen (auch Psychotherapie bei psychischen Schäden), Rentenleistungen, Fürsorgeleistungen und bei Bedarf besondere Hilfen im Einzelfall. Das betrifft Maßnahmen zur Teilhabe am Arbeitsleben, zur Pflege, zur Weiterführung des Haushalts sowie ergänzend zum Lebensunterhalt. Auch Rehabilitationsmaßnahmen wie beispielsweise Kuraufenthalte bzw. Reha-Maßnahmen sollen vom Fonds übernommen werden.

8. Auf
der Sitzung der Bundesarbeitsgemeinschaft ist eine vertiefte Debatte über einer weitere Verlängerung der Verjährungsfristen zu erwarten. Hier gilt es darum, die berechtigen Ansprüche der Opfer mit grundsätzlichen rechtsstaatlichen Wertentscheidungen in Einklang zu bringen. Bereits seit dem Jahre 2016 beginnt im Strafrecht die Verjährungsfrist erst mit Vollendung des 30. Lebensjahres des Opfers. Die Frist läuft dann noch einmal 20 Jahre. Eine erneute Verlängerung der Verjährungsfristen könnte letztendlich sogar den Druck auf eine zügige Strafverfolgung vermindern und so die Aufklärung der Straftaten noch weiter auf die lange Bank schieben. Das liefe aber den Interessen der Betroffenen an einer zügigen Aufklärungsarbeit und einer beschleunigten Strafverfolgung zuwider.


ÜBER DEN AUTOR:

Jürgen Roth
Jürgen Roth ist grüner Politiker. Er ist Mitglied im Beirat der Humanistischen Union (HU); von 1984 bis 1996 war er Mitglied des Vorstandes der HU. Er ist zudem Mitglied in der Bundesarbeitsgemeinschaft Säkulare Grüne.


ENDE DES ZITATS ALL DESSEN WAS EIN KONFESSIONSLOSER GRÜNEN POLITIKER DAZU ZU SAGEN HAT.

WIKIPEDIA @ Jürgen Roth – Wikipedia :
Jürgen Roth (Politikwissenschaftler) (* 1956),
deutscher Politikwissenschaftler und Politiker (Bündnis 90/Die Grünen)“

»Das Selbstbestimmungsrecht der Kirchen in Deutschland« :
Wissenschaftliche Dienste @ https://www.bundestag.de/blob/412488/6c8695864984ca961c80e56680c5d75a/wd-6-186-11-pdf-data.pdf (insgesamt 20 Seiten) (Stand: 24.01.2012)

»Kirchliches Selbstbestimmungsrecht« in
WIKIPEDIA Kirchliches Selbstbestimmungsrecht – Wikipedia (Stand: 24.03.2018)

»Deutsches und europäisches Staatskirchenrecht« :
Wissenschaftliche Dienste @ https://www.bundestag.de/blob/415154/1d79e78517cba693aa287b580281738d/wd-3-491-06-pdf-data.pdf (insgesamt 16 Seiten) (Stand: 22.01.2007)

Und siehe, z.B., auch von Jürgen Roth : »Schluss mit der Anonymität« (22.08.2018) @
Schluss mit der Anonymität!

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STUDIE: Verbrechen der Katholischen Kirche in Deutschland.

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Fernsehprogramm im Ersten/ARD :

Heute: Montag, 15.10.2018, 23:30-00:15 Uhr

Wiederholung: Dienstag Nacht, 16.10.2018, 3:40 Uhr

oder Mediathek :

Die Story im Ersten: Meine Täter, die Priester


QUELLE: Die Story im Ersten: Meine Täter, die Priester | Reportage & Dokumentation :

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Textauszug Fernsehprogramm :

Es ist der gängige Vorwurf: Die katholische Kirche deckt sexuellen Missbrauch in den eigenen Reihen, versetzt den Täter geräuschlos auf eine andere Stelle, unterstützt die Opfer nicht oder kaum. Spätestens seit dem Missbrauchsskandal 2010 sollte sich das hierzulande geändert haben: Die Kirche versprach damals Offenheit und Wiedergutmachung.

Dieser Film zeigt, wie es zwei befreundeten Priestern über fünf Jahrzehnte gelingt, unbehelligt davon zu kommen. Ihre Opfer warten bis heute auf Unterstützung. Weil die Kirchenoberen ihren Fall nur unzureichend aufklären, macht sich einer der Betroffenen selbst auf die Suche.

Ein Film von Eva Müller

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DasErste informiert auch ( weiter unten auf der dortigen Webseite – in Antwort auf einen Leserkommentar ) mit folgendem Hinweis :

Bezüglich dieser Filmdokumentation: »Meine Täter, die Priester« :

QUELLE: Die Story im Ersten: Meine Täter, die Priester | Reportage & Dokumentation :

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Neben folgenden Wiederholungen finden Sie den Beitrag ab Ausstrahlung auch zu jeder Uhrzeit in unseren Mediatheken.

DasErste, 15./16. Oktober 2018, 03:40 Uhr

tagesschau24, Freitag, 19. Oktober 2018, 21:17 Uhr (VPS 21.16)
tagesschau24, Samstag, 20. Oktober 2018, 13:15 Uhr (VPS 13.14)
tagesschau24, Donnerstag, 25. Oktober 2018, 19:15 Uhr (VPS 19.14)
tagesschau24, Sonntag, 28. Oktober 2018, 09:15 Uhr (VPS 09.14)

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Die Sendung »Die Story im Ersten: Meine Täter, die Priester« begann am Spätabend Montag, 16. Oktober 2018, um 11:45 Uhr (15 Minuten später als zuvor angesagt) !!

Auf der ARD / DasErste-Webseite @ Die Story im Ersten: Meine Täter, die Priester | Reportage & Dokumentation ist jetzt zu lesen :

ZITAT ANFANG.

"Allzu lange ist in der Kirche Missbrauch geleugnet, weggeschaut und vertuscht worden. Die Opfer haben Anspruch auf Gerechtigkeit." – Es ist erst vier Wochen her, dass Kardinal Reinhard Marx, der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, diese Sätze gesagt und alle Opfer von Missbrauch durch katholische Amtsträger in Deutschland um Entschuldigung gebeten hat.

Dass
der Umgang der Kirche mit Missbrauch auch aktuell noch problematisch ist, zeigt nun einer der prominentesten Opfervertreter in DeutschlandMatthias Katsch – in einer exklusiven ARD/WDR Recherche auf. Der ehemalige Canisius-Schüler und Sprecher der Betroffeneninitiative "Eckiger Tisch" hat 2010 den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche in Deutschland ausgelöst. Über dreißig Jahre blieben die Verbrechen seiner Täter, der Jesuitenpriester Peter R. und Wolfgang S. im Verborgenen. Erst 2010 werden ihre Taten am Canisius-Kolleg durch Matthias Katsch und seine Mitschüler öffentlich. Und dann? Nur so viel ist bislang bekannt: Beide Täter wurden nach 2010 in Chile gesehen.


Der Missbrauch geht weiter

Weil die Aufklärung nicht voran geht, hat Matthias Katsch die Dinge nun selbst in die Hand genommen. Er ist nach Chile gereist und hat dort nach den Spuren seiner Täter und weiteren Opfern gesucht – und sie gefunden. Story-Autorin Eva Müller hat ihn dabei mit der Kamera begleitet. Die Recherche zeigt: Der zweite Haupttäter am Canisius-Kolleg, Wolfgang S., wohnt bis heute in Chile und hat dort einen Sportverein für Jugendliche gegründet. Er hat seinem ehemaligen Kollegen Peter R. von dort aus Jugendliche zum "Stipendium" nach Deutschland vermittelt. Während dieser Aufenthalte werden die Jugendlichen von Peter R. missbraucht.

Eine Rolle spielt auch das größte Sozialwerk Südamerikas: Christo Vive. Auch von hier aus brachen Jugendliche zu Priester Peter R. nach Deutschland auf, um bis zu einem Jahr bei ihm zu leben. Die Betroffenen sprechen in der ARD zum ersten Mal über Ihren Missbrauch durch Peter R. in Hildesheim, Berlin und Hannover.


Ein Film von Eva Müller

ZITAT ENDE.
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STUDIE: Verbrechen der Katholischen Kirche in Deutschland.

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StZ - STUTTGARTER-ZEITUNG.DE

QUELLE: StZ - STUTTGARTER-ZEITUNG.DE (14.10.2018) @ Katholische Kirche in Stuttgart: „Es wird in hoher Zahl Austritte geben“

ZITAT ANFANG

Katholische Kirche in Stuttgart

„Es wird in hoher Zahl Austritte geben“

Von Jan Sellner und Martin Haar - 14. Oktober 2018 - 16:36 Uhr

Angesichts der Studie über Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche sind viele Gläubige erschüttert. Die Kirche muss sich deshalb ändern, fordert der katholische Stadtdekan Christian Hermes und nimmt im Interview kein Blatt vor den Mund.

[ FOTO: „Ein Kirchenmann der klaren Worte: der katholische Stadtdekan Christian Hermes. - Foto: Lichtgut/Leif Piechowski]

Stuttgart - Im System katholische Kirche stimmt etwas nicht – was den Umgang mit Sexualität und Machtstrukturen betrifft. Diese Ansicht vertritt Stadtdekan Christian Hermes, der sich in dieser Woche mit heftiger Kritik zu Wort gemeldet hat. Das löst Nachfragen aus.

Herr Hermes, was hat Sie veranlasst, jetzt mit Ihrer Kirchen-Kritik an die Öffentlichkeit zu gehen?

Die Tatsache, dass uns blankes Misstrauen entgegenschlägt und auch sehr viele treue und gutwillige Kirchenmitglieder zutiefst verunsichert und enttäuscht sind. Und dass wir feststellen müssen, dass wir es nicht mit Einzelfällen, sondern mit systemischen Fehlern und institutionellem Versagen zu tun haben.

Was meinen Sie?

Es geht um theologisch hoch aufgeladene Kirchenstrukturen, bei denen sich zeigt, das sie sexuellen Missbrauch nicht verhindert haben, und mehr noch: teilweise sogar begünstigt haben. Es gibt hier ein Versagen im System, aber, wie mir scheint, auch ein Versagen des Systems.

Können Sie das erläutern?

Im Kirchenrecht gibt es die Kategorie des göttlichen Rechts. Damit wird auch die hierarchische und monarchische Struktur der Kirche begründet. Wenn diese Strukturen Transparenz und Kontrolle verhindern und klerikalen Machtmissbrauch begünstigen, kann das jedoch unmöglich göttlicher Wille sein. Wie sieht es denn aus, wenn wir nicht einmal die weltlichen Standards guter Führung einhalten? Die Kirche täte gut daran, Errungenschaften der politischen Geschichte wie Gewaltenteilung, Amtszeitbegrenzungen, Mitbestimmung, Checks and Balances, unabhängige Gerichtsbarkeit und so weiter zu beherzigen.

Bei Ihnen hat sich einiges angestaut.

Es ist unsere Kirche, in der sich einiges angestaut hat. Das hat sich durch die Veröffentlichung der Missbrauchs-Studie in Deutschland, aber auch die Befunde aus den USA, aus Irland, Chile, Australien und anderen Ländern entladen. Menschen, die sich mit dieser Kirche verbunden fühlen, sind im Mark erschüttert.

Sie auch?

Für mich ist der Punkt erreicht, wo ich mich frage, was ich mittragen und damit mitverantworten kann. Es gibt ja auch die Sünde durch Unterlassung und Schweigen. Vergangenen Sonntag sind in St. Eberhard erstmals zwei neue Glocken erklungen. Auf der einen steht ein Satz des aus Stuttgart stammenden Paters Rupert Mayer: „Ich müsste noch viel mehr leiden, wenn ich schweigen müsste.“ Ein Satz, den wir bewusst „an die große Glocke hängen“. Wir wollen doch für Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit stehen. Das Vertuschen und Verschweigen muss ein Ende haben. Überall und auch in der Kirche.

Wer hat sich schuldig gemacht? Die Kirche insgesamt?

Es ist nachvollziehbar, wenn Außenstehende die Kirche insgesamt in Haftung nehmen. Ich verstehe allerdings nicht, wenn kirchliche Amtsträger Schuld kollektivieren, in dem sie sagen: „wir“ seien schuldig geworden. Wer ist denn „wir“? Es muss klar benannt werden, welcher Bischof sich nicht ordentlich an der Missbrauchs-Studie beteiligt hat, wo Institutionen versagt haben. Warum wird das nicht klar gesagt? Warum ist der Vorschlag, einen innerkirchlichen Strafgerichtshof für solche Fälle einzusetzen, wieder in der Schublade verschwunden? Darauf möchte ich Antworten haben.

Wie ist die Situation in Stuttgart? Gab es hier auch Missbrauchsfälle?

In meiner Zeit als Dekan, also seit 2011, ist mir kein Fall bekannt, bei dem die Kommission Sexueller Missbrauch oder die Staatsanwaltschaft Straftaten ermittelt hätte. Ob die Kommission mit Fällen aus der Vergangenheit befasst war oder mit Vorwürfen, die nicht zu Verfahren geführt haben, weiß ich nicht, weil die Kommission streng vertraulich arbeitet. Klar ist für mich: Jemand, der sich daneben benimmt, hat in der Pastoral nichts verloren.

Haben Sie Verständnis für Menschen, die sich von der katholischen Kirche abwenden?

Ich verstehe, wenn Menschen sich abwenden und sagen, ich kann mich damit nicht mehr identifizieren. Wir können nur ganz demütig darlegen, was wir tun in der Aufarbeitung und Prävention. Ich gehe trotzdem davon aus, dass wir in hoher Zahl Austritte haben werden.

Waren Sie selbst schon an dem Punkt, an dem Sie sich abwenden wollten?

Nein. Ich bin Priester dieser Kirche und bin entschlossen, für meine Überzeugungen einzustehen. Ich übe Kritik nicht an der Kirche, sondern in meiner Kirche, weil ich sie liebe.

Was muss jetzt konkret passieren?

In unserer Diözese haben wir bereits sehr gute und weitgehende Regelungen zur Prävention und für den Schutz des Kindswohls getroffen. Das ist besonders ein Verdienst von Bischof Fürst, der hier seit Jahren entschlossen vorangeht. Ganz wichtig sind nun die Nachhaltigkeit, regelmäßige Kontrolle und eine dauerhafte Kultur der Aufmerksamkeit.

Und Sie wollen den Zölibat öffnen?

Es gibt keinen kausalen Zusammenhang zwischen Zölibat und Pädophilie. Klar ist aber, dass wir vor allem in der Vergangenheit in unserer Kirche eine Sexualmoral erlebt haben, die Menschen nicht geholfen hat, ein gesundes Verhältnis zu ihrer Sexualität zu entwickeln, sondern eher auf Unterdrückung ausgerichtet war. Der Zölibat wird gefährlich, wo Männer, die ein Problem damit haben, in der Verdrängung die Lösung suchen. Ich bin für die Öffnung des Zölibats, nicht für die Abschaffung. Die Möglichkeit der Befreiung vom Zölibat sollte mehr genutzt werden, wie dies ja zum Beispiel bei konvertierenden anglikanischen Pfarrern schon geschehen ist. Ich persönlich empfinde den Zölibat als sinnvolle Lebensform. Wichtig ist es aber, Priester darin besser zu begleiten.

Was erwarten sie vom Papst?

Ich erhoffe mit vielen Gläubigen, dass der Heilige Vater sehr genau seine Verantwortung wahrnimmt, in dem, was er tut und sagt. Wir haben nun eine Äußerung von ihm gehört, die mich und viele umgehauen hat. Papst Franziskus hat Abtreibung mit einem Auftragsmord verglichen. Er weiß selbst, dass das nicht der kirchlichen Lehre entspricht, die immer die moralische Schuld auch nach den Umständen bemisst. Da müssen wir auch die Gewissensnöte der Frauen sehen und die konkreten Situationen.

Wie reformfreudig ist der Papst?

Papst Franziskus hat viel Gutes angestoßen und in Bewegung gesetzt. Grundsätzlich habe ich den Eindruck, dass es aber bei allen Themen um Sexualität und Beziehung viele Spannungen und Verknotungen gibt und wir so nicht weiterkommen. Die Kirche sollte sich, gerade nach diesen Vorfällen, in Fragen der Sexualethik einfach mal ein paar Jahre eine Art Bußschweigen auferlegen. Einfach mal den Menschen zuhören und nachdenken, statt ständig irgendwelche Beurteilungen und Bewertungen über das Leben und die Sexualität der Menschen rauszuhauen.

Sie äußern sich unerschrocken. Was heißt das für Ihre Karriere in der Kirche?

Ich bin sicher nicht Priester geworden, um Karriere zu machen. Ich bin mit mir im Reinen und sage in großer Klarheit: Sollte das, was ich jetzt sage und tue für andere ein Zeichen dafür sein, dass ich ein schlechter Priester bin, dann möchte ich in einer Institution, die so denkt, keine Karriere machen. Aus ethischen Gründen verbietet es sich dann sogar.


ZITAT ENDE

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Und siehe auch:


ZITAT ANFANG


Missbrauch in der katholischen Kirche

Stadtdekan bekommt Rückendeckung

Von Martin Haar und Lena Hummel - 10. Oktober 2018 - 19:29 Uhr

Beim katholischen Stadtdekan Christian Hermes steht das Telefon nicht mehr still. Kein Wunder. Seine Kritik an der eigenen Kirche im Zusammenhang mit dem Thema Missbrauch am Vortag war heftig ausgefallen. Alleine ist er mit seiner Meinung nicht.

ZITAT ENDE

QUELLE: StZ - STUTTGARTER-ZEITUNG.DE (10.10.2018) @ Missbrauch in der katholischen Kirche: Stadtdekan bekommt Rückendeckung

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Und siehe auch:


ZITAT ANFANG

Missbrauchfälle in der katholischen Kirche

Stadtdekan Hermes fordert Öffnung des Zölibats

Von Martin Haar - 09. Oktober 2018 - 17:32 Uhr

Erschüttert von den Missbrauchsfällen und der laschen Aufarbeitung in der katholischen Kirche rechnet Stadtdekan Hermes schonungslos ab und kritisiert sogar den Papst.

ZITAT ENDE

QUELLE: StZ - STUTTGARTER-ZEITUNG.DE (09.10.2018) @ Missbrauchfälle in der katholischen Kirche: Stadtdekan Hermes fordert Öffnung des Zölibats
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STUDIE: Verbrechen der Katholischen Kirche in Deutschland.

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Und siehe auch ÜBER UNS: Über uns

HÖCHST AUFSCHLUßREICHER GANZ, GANZ LANGER ARTIKEL !!

Sputnik Deutschland @
Täterschutz mit System – Sexueller Missbrauch in Katholischer Kirche Deutschland ( a Russian media-internetplatform of the highest international calibre ! )


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Täterschutz mit System – Sexueller Missbrauch in Katholischer Kirche Deutschland

RELIGION - 14:30 28.09.2018 (aktualisiert 16:17 28.09.2018)

Kurzlink für diesen Artikel: Täterschutz mit System – Sexueller Missbrauch in Katholischer Kirche Deutschland

Andreas Peter [ Profil: Andreas Peter ]


Die Römisch-Katholische Kirche in Deutschland befindet sich in der wohl größten Krise ihrer Geschichte. Die Deutsche Bischofskonferenz hat in Fulda eine Studie vorgelegt, die jahrzehntelangen sexuellen Missbrauch durch tausende kirchliche Würdenträger sowie systematische Vertuschung und weitgehende strafrechtliche Nichtverfolgung belegt.
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BITTE IM ORIGINAL WEITERLESEN: Täterschutz mit System – Sexueller Missbrauch in Katholischer Kirche Deutschland

Martin MITCHELL: „Einer der besten und objektivsten Artikel zu diesem Thema !!

Heidi DETTINGER, 1. Vorsitzende im »Verein ehemaliger Heimkinder e.V.« (»VEH e.V.«): „Unbedingt lesenswert! Der wohl gründlichste und deutlichste Artikel zur Studie "Missbrauch" !!

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Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND.

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ANFANG DES ZITATS.

VEREIN EHEMALIGER HEIMKINDER E.V.
Aktuelle Informationen und Nachrichten

[ QUELLE: Vereinswebseite des Vereins ehemaliger Heimkinder e.V. (VEH e.V.) @ Arzneimittel- und Menschenversuche an Heimkindern | Verein ehemaliger Heimkinder e.V. ] :

Veröffentlicht am 9. November 2018

Arzneimittel- und Menschenversuche an Heimkindern

Endlich Transparenz und Entschädigungen!

Öffentliches Fachgespräch,

14. Dezember 2018, 11:30 - 16:00 Uhr,

Deutscher Bundestag, Paul-Löbe-Haus, Raum E.300

Der Einsatz von Medikamenten in den 1950 bis -70er Jahren in der Heimerziehung sowie Arzeimittelstudien in Heimen sind bislang nur wenig thematisiert worden.

Erst durch die 2016 von der Pharmazeutin Sylvia Wagner veröffentlichte Studie „Ein unterdrücktes und verdrängtes Kapitel der Heimgeschichte. Arzeimittelstudien an Heimkindern“ wurde bekannt, dass mindestens 50 Arzneimittelstudien an HeimbewohnerInnen durchgeführt wurden, zum Teil im Auftrag oder mit Wissen von Behörden.

Dabei wurden neben Impfstoffen und Psychopharmaka auch Medikamente zur Senkung der Libido getestet. Zusammen mit den eingeladenen Expert*innen und allen Teilnehmenden wollen wir das Thema stärker an die Öffentlichkeit bringen sowie weitere parlamentarische und außerparlamentarische Initiativen ausloten. Vor allem geht es darum, über das Ausmaß und die Folgen dieser Versuche Transparenz zu schaffen und die Möglichkeit zusätzlicher Entschädigungen für die Betroffenen und deren Hinterbliebener zu erörtern. Da Bundesbehörden in die grauenvollen Arzneimitteltests an Heimkindern ebenfalls verstrickt waren, sind Aufarbeitung und Entschädigung auch eine bundespolitische Aufgabe.

Mit

Susanne Ferschl, MdB, Stellvertretende Fraktionsvorsitzende, Leiterin des Arbeitskreises Gesundheit, Arbeit und Soziales

Sylvia Gabelmann, MdB, Sprecherin für Arzneimittelpolitik und Patientenrechte

Norbert Müller, MdB, Sprecher für Kinder- und Jugendpolitik

Friedrich Straetmanns, MdB, Sprecher für Rechtspolitik

Prof. Dr. jur. Jan Bruckermann, Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht an der FOM-Hochschule in Köln

Heidi Dettinger, 1. Vorsitzende des Vereins ehemaliger Heimkinder e.V.

Prof. Dr. Jürgen Eilert, Professur für Theorien der Sozialen Arbeit an der CVJM-Hochschule Kassel, Autor »Psychologie der Menschenrechte – Menschenrechtsverletzungen in deutschen Heimsystem 1945 bis 1973«

Sylvia Wagner, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Pharmazeutin und Autorin der Untersuchung zu Arzneimittelstudien an Heimkindern

Dr. Burkhard Wiebel, Neurowissenschaftler, Forschung zu Heimkindern in der Psychiatrie; Mitglied der Beschwerdekommission des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) Moderation

Moderation: Doris Petras, Sprecherin für den VEH e. V. und Fraktionsgeschäftsführerin der Fraktion DIE LINKE. im Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)


Aufgrund der Sicherheitsbestimmungen des Bundestages ist eine Anmeldung, sowie das Mitführen eines gültigen Personaldokuments mit Lichtbild unbedingt erforderlich. Eine Anmeldebestätigung erfolgt nicht.

Arzneimittel- und Menschenversuche an Heimkindern – Endlich Transparenz und Entschädigungen!

Beschlagwortet mit: Arzneimittel, Arzneimittelversuche, Medikamente, Medikamentenmissbrauch, Medikamententest, Medizinische Versuche

ENDE DES ZITATS.

#compensationnow (MM - Heimopfer-WEST)
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Missbrauch in der evangelischen Kirche – späte Aufarbeitung

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Gemeint ist die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD)

SZ.DE :

ANFANG DES ZITATS BEZÜGLICH DEM WAS MAN JETZT SAGT ZUR AUFARBEITUNG UND DEM UMGANG MIT MISSBRAUCH IN DER EVANGELISCHEN KIRCHE.

Panorama > Missbrauch in der evangelischen Kirche

11. November 2018, 17:28 Uhr - Evangelische Kirche

"Wir haben da Schuld auf uns geladen, der wir uns stellen müssen"

[ FOTO: „Geste der Reue: Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm bat in Würzburg die Betroffenen von sexueller Gewalt um Verzeihung. - (Foto: imago/epd)]

▌ Auch in der evangelischen Kirche hat es Missbrauchsfälle gegeben - doch die Aufarbeitung geht nur schleppend voran.

▌Die EKD nennt selber die Zahl von 480 bekannten Fällen seit 1950.

▌In der evangelischen Kirche fehlt bislang ein einheitlicher Umgang mit Opfern und Angehörigen - jede Landeskirche entscheidet selber, wie sie mit dem Thema umgeht. Und da sind die Unterschiede groß.


Von Matthias Drobinski
[Studium Geschichte, katholische Theologie und Germanistik in Gießen und Mainz; Hamburger Journalistenschule, Redakteur bei Publik-Forum, Zeitung kritischer Christen, seit 1997 bei der Süddeutschen Zeitung“. ]

Sie haben ihn nach Würzburg eingeladen, Bahnfahrkarte, Hotel und Essensgutscheine inklusive. Reden darf Detlef Zander allerdings nicht vor der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), es gab da einiges Hin und Her und einige Bedenken, jetzt ist er für den Dienstag [ 13. November 2018 ] eingeladen zum gemeinsamen Mittagessen "mit Mitgliedern des Präsidiums und Synodalen am reservierten Tisch", wie es in der Einladung heißt.

Ihm sei das egal, sagt Zander. Dann werde er halt in den Pausen im Foyer den Kirchenparlamentariern aus ganz Deutschland die Geschichten
aus dem Heim der pietistisch-evangelischen Brüdergemeinde in Korntal bei Stuttgart erzählen [ Siehe @ Kindheit im Risikoraum ]. Geschichten von der sadistischen Tante G., die im Hoffmannhaus die ihr anvertrauten Kinder windelweich schlug. Vom Hausmeister, der ihn vergewaltigte, und vom hoch angesehenen frommen Herrn Pfarrer G., der sich an ihm verging.

2017 brach Detlef Zander zusammen

Er will erzählen, wie er das alles verdrängte, bis 2010 der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche offenbar wurde und ihn seine Geschichte einholte. Er machte sie öffentlich und wurde dafür diffamiert, die Aufklärung und Aufarbeitung der Gewalt zum Desaster; 2017 brach er zusammen. Er hat seinen Zorn auf die
evangelische Kirche [ Siehe @ Evangelische Kirche - aktuelle Themen & Nachrichten - Süddeutsche.de ]. Aber dass sie ihn jetzt irgendwie hören wollen in Würzburg, das findet er gut.

Die katholische Kirche erschüttert der Skandal um die sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche zutiefst.
Eine Studie, erstellt im Auftrag der Bischofskonferenz [ Siehe @ Weggeschaut und vertuscht ], spricht von mindestens 1670 Beschuldigten und mehr als 3670 Betroffenen. Bischöfe erklären öffentlich, dass ihre Vorgänger Fehler gemacht haben, heftig wird diskutiert, welchen Anteil das Selbstverständnis der katholischen Kirche an der Gewalt und ihrer Vertuschung hat. Von der evangelischen Kirche aber redet kaum einer. Dabei hat es auch dort dramatische Fälle sexualisierter Gewalt gegeben, in Korntal, im schleswig-holsteinischen Ahrensburg, wo ein Pfarrer über drei Jahrzehnte hinweg Jugendliche missbrauchte, ohne dass etwas passierte, oder in Bayern.

Viele Opfer stoßen bei der evangelischen Kirche auf Ignoranz und Abwehr

Die EKD nennt selber die Zahl von 480 bekannten Fällen seit 1950. Das sind deutlich weniger als in der katholischen Kirche, wo es viele Internate mit Verschweigestrukturen gab, wo der Zölibat eine Fluchtmöglichkeit für Männer mit unreifer Sexualität war. Aber es sind eben auch Fälle, in denen einer bislang unbekannten Zahl von Kindern und Jugendlichen Gewalt angetan wurde, die sie ein Leben lang belastet. Und wie in der katholischen Kirche ist die Dunkelziffer hoch. Dort aber hat der Druck der Betroffenen und der Öffentlichkeit dazu geführt, dass es eine breit angelegte Missbrauchsstudie gibt, einen Bischof als Missbrauchsbeauftragten und bundesweit einheitliche Leitlinien für den Umgang mit Betroffenen wie Beschuldigten sowie Anerkennungsleistungen für erlittenes Leid.

In der evangelischen Kirche fehlt das alles bislang - jede Landeskirche entscheidet selber, wie sie mit dem Thema umgeht. Und da sind die Unterschiede groß: Die Nordkirche hat, nach der bitteren Erfahrung in Ahrensburg, ein eigenes Präventionsgesetz und eine unabhängige Anlaufstelle für Betroffene - doch solche unabhängigen Kommissionen gibt es nur in zehn der 20 Landeskirchen. Die Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs, Nachfolgerin der wegen des Ahrensburger Missbrauchsskandals zurückgetretenen Bischöfin Maria Jepsen, hat sich innerhalb der EKD das Thema zu eigen gemacht und ist bei den Betroffenen durchaus angesehen. Mit der Autorität einer Beauftragten ist sie aber nicht ausgestattet. Immer wieder steht sie alleine da und muss tapfer lächelnd erklären, dass die evangelische Kirche halt vielfältig sei. Im Juni auf einer Tagung der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs musste sie sich harte Vorwürfe anhören: Auch bei der evangelischen Kirche stießen viele Opfer auf Ignoranz und Abwehr.

Ob es eine Missbrauchsstudie geben wird, steht in den Sternen

Immerhin hat das die EKD aufgeschreckt. Die Landeskirchen wollen nun eine zentrale und unabhängige bundesweite Anlaufstelle einrichten, die Synode wird ziemlich sicher die Finanzierung absegnen. Und es gibt Überlegungen, eine eigene Studie über Ausmaß und Strukturen des Missbrauchs in Auftrag zu geben, die alle haupt- und ehrenamtlichen Kirchenvertreter im Blick hat. Ob es die je geben wird, ist aber offen, musste die Synoden-Präses Irmgard Schwaetzer zugeben.

Kirsten Fehrs, der Hamburger Bischöfin, würde es schon genügen, wenn sich mehrere große Landeskirchen zur Erforschung des Missbrauchs zusammenschlössen und zum Vorbild für die kleineren Landeskirchen würden. Auch in der evangelischen Kirche gebe es systemische Ursachen der Gewalt, sagt sie: "Machtmissbrauch durch vermeintlich nicht hinterfragbare Amtspersonen ist auch bei uns möglich - autoritäre Systeme hat es auch in evangelischen Gemeinden gegeben." Das zuzugeben falle vielen Verantwortlichen in der Kirche auch deshalb schwer, weil es ein "Riss im Selbstbild" sei. "Wir haben da Schuld auf uns geladen, der wir uns stellen müssen."

Am Sonntag [ 11. November 2018 ], zum Auftakt der Beratungen, hat der EKD-Ratsvorsitzende und bayrische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm die Missbrauchs-Opfer um Vergebung gebeten. "Wir müssen noch intensiver an Präventionskonzepten und zielgenauer Aufarbeitung arbeiten", sagte er, und dass es "Null-Toleranz gegenüber Tätern und Mitwissern" geben müsse. Ob das bei allen Synodalen ankommt? "Das ist ein weiter Weg", befürchtet Detlef Zander. Er plädiert für eine Kommission, die unabhängig von den Kirchen ermittelt: "Das muss von außen kommen, sonst hilft das nichts."


ENDE DES ZITATS BEZÜGLICH DEM WAS MAN JETZT SAGT ZUR AUFARBEITUNG UND DEM UMGANG MIT MISSBRAUCH IN DER EVANGELISCHEN KIRCHE.

QUELLE: SZ.DE vom 11.11.2018

Beschlagwortet mit TAGS/LABELS: Missbrauch, evangelische Kirche, evangelische, Kirche, evangelischen, evangelischen Kirche, Deutschland, EKD, späte Aufarbeitung, Aufarbeitung, nur schleppend voran, SZ.DE, SÜDDEUTSCHE ZEITUNG, kirchliche, Schuld, Religion, EKD-Ratsvorsitzende, Heinrich Bedford-Strohm, Würzburg, Betroffenen, sexueller Gewalt, sexuelle Gewalt, Gewalt, Machtmissbrauch, bat um Verzeihung, Verzeihung, Missbrauchsfälle, Opfer, Opfern, Angehörigen, Opfern und Angehörigen, Landeskirche, jede Landeskirche, Unterschiede groß, Matthias Drobinski, Drobinski, Redakteur, Zeitung kritischer Christen, Detlef Zander, Mitgliedern des Präsidiums, Kirchenparlamentariern, Heim, Brüdergemeinde, Korntal, Korntal bei Stuttgart, sadistischen, Hoffmannhaus, anvertrauten Kinder, windelweich schlug, Hausmeister, vergewaltigte, Pfarrer G, sich an ihm verging, Missbrauchsskandal, katholischen Kirche, wurde dafür diffamiert, Aufklärung, Aufarbeitung der Gewalt, Gewalt gegen Kinder, Jugendliche, Studie, Bischofskonferenz, 1670 Beschuldigte, mehr als 3670 Betroffenen, Fehler gemacht, Vertuschung, dramatische Fälle, sexualisierter Gewalt, gegeben, Schleswig-Holstein, Ahrensburg, Pfarrer, Jahrzehnte, Jugendliche missbrauchte, Bayern, Opfer stoßen auf, Ignoranz und Abwehr, Verschweigestrukturen, Kindern und Jugendlichen, Gewalt angetan wurde, Dunkelziffer, Druck der Betroffenen, Missbrauchsstudie, Anerkennungsleistungen, erlittenes Leid, 20 Landeskirchen, Bischöfin Kirsten Fehrs, Kirsten Fehrs, Bischöfin Maria Jepsen, Maria Jepsen, Kommission, Kindesmissbrauch, EKD aufgeschreckt, bundesweite Anlaufstelle, Ausmaß und Strukturen, Irmgard Schwaetzer, große Landeskirchen, Erforschung des Missbrauchs, kleineren Landeskirchen, systemische Ursachen der Gewalt, systemische Ursachen, Ursachen der Gewalt, autoritäre Systeme, evangelischen Gemeinden, Verantwortlichen, Verantwortlichen in der Kirche, Riss im Selbstbild, bayrische Landesbischof, Missbrauchs-Opfer, um Vergebung gebeten, Vergebung, Präventionskonzepten, zielgenauer Aufarbeitung, Null-Toleranz, Tätern und Mitwissern,


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Missbrauch in der evangelischen Kirche – späte Aufarbeitung

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Viele weitere relevante Artikel zu diesem Thema was die Evangelische Kirche in Deutschland betrifft finden Sie

indexiert im Hauptindex der SZ.DE


wie zum Beispiel auch:


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Sexualisierte Gewalt

Die evangelische Kirche muss in den eigenen Abgrund blicken

Sie wird erforschen müssen, wo sie wie versagt hat. Und wird sich nun, nicht anders als die katholische, mit den systemischen Ursachen auseinandersetzen müssen.

Kommentar von Matthias Drobinski

[ ( 14.11.2018 ) @ Die evangelische Kirche muss in den eigenen Abgrund blicken ]
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Missbrauch in evangelischer Kirche

"Begünstigende Faktoren, die den Tätern zuspielen"

Die EKD will Fälle sexualisierter Gewalt aufarbeiten. Die beauftragte Bischöfin spricht von einem "evangelischen Muster".

Von Matthias Drobinski, Würzburg

[ ( 13.11.2018 ) @ "Begünstigende Faktoren, die den Tätern zuspielen" ]
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Missbrauch in evangelischer Kirche

Kommission fordert EKD zu umfassenden Reformen auf

Die Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs hat von der evangelischen Kirche umfassende Aufarbeitung gefordert. Das Thema steht bei der anstehenden Synode in Würzburg auf der Agenda.

[ ( 07.11.2018 ) @
Kommission fordert EKD zu umfassenden Reformen auf ]

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Missbrauch in der evangelischen Kirche – späte Aufarbeitung

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Zu finden @ nd @ Viele Worte, wenig Geld (neues deutschland) :

ANFANG DES ZITATS BEZÜGLICH DEM AKTUELLEN SACHVERHALT ZUR AUFARBEITUNG UND DEM UMGANG MIT MISSBRAUCH IN DER EVANGELISCHEN KIRCHE.

Kommentare Sexueller Missbrauch

Viele Worte, wenig Geld

Jana Frielinghaus zur kirchlichen Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs

Von Jana Frielinghaus 13.11.2018, 18:40 Uhr - Lesedauer: 1 Min.

[ FOTO: [ Abbildung: Ein riesengroßes Kreuz als Schatten gegen den Mond am schwarzen Himmel ] „Foto: DPA/Arno Burgi“ ]

Wie die katholische ist auch die evangelische Kirche in Deutschland seit mehr als acht Jahren mit der Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs in ihren Einrichtungen befasst. Der am Dienstag in Würzburg diskutierte Bericht dokumentiert eher unfreiwillig das Versagen der EKD: Schuldeingeständnisse sind darin in unerträglich lange Abhandlungen über den wunderbaren Zusammenhalt in den Kirchengemeinden eingebettet. Ja, man tut etwas: Man gibt Studien in Auftrag, hat Anlaufstellen für Opfer eingerichtet und ein Präventionskonzept erarbeitet. Und man geht davon aus, dass die bekannten 480 Fälle nur die Spitze des Eisbergs sind.

Vertrauen zurückzugewinnen, wird dennoch schwierig. Denn sexueller Missbrauch ist nur Teil einer Geschichte von systematischer Demütigung, Misshandlung und Ausbeutung Hunderttausender Kinder in kirchlicher Obhut. Eine angemessene Entschädigung hat der Runde Tisch Heimerziehung [unter der Schirmherrschaft der evangelischen Theologin Antje Vollmer], an dem [2009/2010] Vertreter der Kirchen saßen, verhindert.

Bis zu 10 000 Euro konnten Opfer bekommen - in Form von Sachleistungen. Wegen der mit der Antragstellung verbundenen retraumatisierenden Prozedur verzichteten viele darauf. Materielle Wiedergutmachung hält man in den Kirchen bis heute ohnehin für zweitrangig. Man glaubt schon dadurch Größe zu zeigen, dass man bereit ist, Menschen zuzuhören und zu glauben.

Schlagwörter zu diesem Artikel:
#Christentum, #EKD, #Evangelische_Kirche


ENDE DES ZITATS BEZÜGLICH DEM AKTUELLEN SACHVERHALT ZUR AUFARBEITUNG UND DEM UMGANG MIT MISSBRAUCH IN DER EVANGELISCHEN KIRCHE.

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Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND.

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Schleswig-Holstein. - Sozialminister (FDP): Heiner Garg (seit 28. Juni 2017): WIKIPEDIA @ Ministerium für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren des Landes Schleswig-Holstein – Wikipedia (Stand: 2. November 2018, 09:40 Uhr)


Dieser und der unmittelbar nächstfolgende Beitrag hier in diesem Thread gehören zusammen.

ANFANG DES ZITATS VON RELEVANTEN ASPEKTEN ZU DIESEM THEMA AUS DEN NORDDEUTSCHEN NACHRICHTEN.

[ QUELLE: Medikamentenversuche: Betroffene kommen zu Wort ] :

Stand: 28.11.2018 12:28 Uhr - Lesezeit: ca. 4 Min.

Medikamentenversuche: Betroffene kommen zu Wort

Von Julia Schumacher

[ FOTO: „Franz Wagle, ebenfalls ein Opfer der Versuche, sprach am Mittwoch als erster Betroffener im Plenarsaal.“ ]

Schläge, Missbrauch, Pillen und Spritzen unter Zwang und tagelange Dämmerzustände: Als kleiner Junge hat Günter Wulf aus Sieverstedt das alles erlebt, in der Kinderpsychiatrie des ehemaligen Landeskrankenhauses Schleswig-Hesterberg. Seine Erinnerungen, besonders daran, dass er die Medikamente nicht nehmen wollte, aber gezwungen wurde, decken sich mit dem, was der NDR Schleswig-Holstein in einer langen Recherche aufgedeckt hat: Ärzte im ehemaligen Landeskrankenhaus Schleswig haben in den Jahrzehnten nach dem Krieg Psychopharmaka an Kindern getestet - bis in die späten 70er-Jahre, in einer Einrichtung des Landes Schleswig-Holstein. Der Wunsch der Opfer: Gehör im Landtag finden. Genau das war ihnen nun möglich


"Ich glaube, dieses Land schreibt damit Geschichte"

Den Wunsch, dass ihr Leid anerkannt wird, hatten Günter und andere Opfer schon länger. Jahrelang wollte ihnen niemand glauben. Lange sei er, so Günter, als Spinner abgetan worden, wenn er über das sprach, was ihm als Kind in Obhut des Landes angetan wurde. Erst durch erste wissenschaftliche Untersuchungen und die NDR Recherchen erfuhren die Opfer endlich die langersehnte Öffentlichkeit.

Den Wunsch, seine Geschichte im schleswig-holsteinischen Landtag erzählen zu dürfen, hatte Günter vor einem Jahr in "Zur Sache" bei NDR 1 Welle Nord geäußert. Auch Sozialminister Heiner Garg (FDP) war als Gesprächspartner da. Und an ihn richtete sich Günter mit seinem Anliegen: "Ich möchte gerne einen Vortrag halten und zwar im Landtag. Und da sind dann alle Politiker da, die sich das aus direktem Munde anhören, von mir. Ich glaube, dieses Land schreibt damit Geschichte." Noch in der Sendung sagte Garg ihm zu, sich für diesen Wunsch einzusetzen.


Ehemalige Heimkinder berichten von ihrem Leid

Entsprechend standen am Mittwoch im Plenarsaal im Kieler Landtag keine Abgeordneten am Rednerpult, sondern sechs ehemalige Heimkinder. Bei einem Symposium mit dem Titel "Die Vergangenheit im Kopf - die Zukunft in der Hand" berichteten sie vor 160 Gästen aus Politik, Wissenschaft und Kirchen, welches Leid ihnen widerfahren ist. Als erster sprach Franz Wagle im Plenarsaal. Er berichtete von seiner Zeit als Kind in Psychiatrien und Heimen, von Schlägen mit der Faust ins Gesicht und davon, behandelt worden zu sein, als sei er nichts wert. Er prangerte besonders an, dass so viel Zeit vergehen musste, bis den Opfern geglaubt wurde. Günter Wulf soll als einziger Betroffener am zweiten Tag des Symposiums reden. Und als einziger hat er eineinhalb Stunden Zeit, seine Geschichte zu erzählen.

"Für mich ist das wichtig, dass ich mich endlich mal von dieser Geschichte befreien kann und das nicht weiter herunterschlucken muss," sagt Günter mit Blick auf seinen Vortrag. "Ich will, dass dieses Unrecht nicht weiter unter den Teppich des Vergessens gekehrt wird." Von den Politikern erwartet er, dass sie wirklich hinhören und sich mit den Geschichten der Betroffenen konfrontieren. "Was wir erlebt haben, darf nicht wieder in Vergessenheit geraten, denn sonst fängt das irgendwann wieder an." Menschen, die heute in Heimen sind, soll erspart bleiben, was ihm und den anderen damals passiert ist.


Welche Rolle haben die Kirchen?

Eckhard Kowalke, erster Vorsitzende des Vereins ehemaliger Heimkinder in Schleswig-Holstein, hatte im Vorfeld angekündigt, er wolle darüber sprechen, dass bislang nicht einmal alle Opfer, denen in Heimen des Landes zwischen 1945 und 1975 Leid zugefügt wurde, eine Entschädigung bekommen. Und wer eine bekommt, müsse sich mit einem gedeckelten Betrag von 9.000 Euro zufrieden geben. "Der Öffentlichkeit wird vorgegaukelt, dass man sich kümmert und Wiedergutmachung leistet. Das Gegenteil ist der Fall", sagt er.

Kowalke kritisiert auch die Rolle der Kirchen: Diese beteiligten sich bislang nicht an einer Aufarbeitung der Medikamentenversuche in Einrichtungen in Schleswig-Holstein. Dass das Land inzwischen eine wissenschaftliche Aufarbeitung der Medikamentenversuche auf den Weg gebracht habe reiche nicht aus.


Wissenschaftliche Aufarbeitung bis 2021

Medizinhistoriker Cornelius Borck ist derjenige, der die Medikamentenversuche in Psychiatrien und Heimen Schleswig-Holsteins zwischen 1945 und 1975 aufarbeiten wird. Im Mai bekam er den Zuschlag nach einer Ausschreibung der Landesregierung. Über den Stand seiner Forschung wird er im Landtag sprechen. Ergebnisse sollen bis 2021 vorliegen.

So lange müssen sich die Betroffenen gedulden. Doch für Günter Wulf ändert das nichts: Er ist nach wie vor davon überzeugt, dass das Land Schleswig-Holstein im Landtag Geschichte schreiben wird.


WEITERE INFORMATIONEN

Wie Kinder zu Versuchsobjekten wurden

Patienten wurden im ehemaligen Landeskrankenhaus Schleswig für Medikamententests zu Versuchsobjekten. NDR Recherchen zeigen Verbindungen zwischen Ärzten und Pharmakonzernen MEHR [ Siehe @ Wie Kinder zu Versuchsobjekten wurden ]

WEITERE INFORMATIONEN

Unsere 30-minütige Dokumentation erzählt die Geschichte der systematischen Ausbeutung einer Gruppe besonders schutzbedürftiger Menschen. © NDR, honorarfrei

Medikamentenversuche: Aufarbeitung mit Hindernissen

25.09.2018 08:00 Uhr

Zwei Jahre nach Bekanntwerden der Vorwürfe soll die wissenschaftliche Aufarbeitung der Medikamentenversuche an Heimkindern in Schleswig-Holstein beginnen. Andere Bundesländer sind schon weiter.
MEHR [ Siehe @ Medikamentenversuche: Aufarbeitung mit Hindernissen ]

[ FOTO: „Sozialminister Dr. Heiner Garg“ ]


Zur Sache: Garg will Aufarbeitung der Pharmatests im Bund

Schleswig-Holsteins Sozialminister Heiner Garg will erreichen, dass Medikamentenversuche bundesweit aufgearbeitet werden. Das sagte er in der Sendung "Zur Sache" (Stand: 12.11.2017). MEHR [ Siehe @ Nachrichten aus Schleswig-Holstein ]

Dieses Thema im Programm:
NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 28.11.2018 | 12:00 Uhr



SCHLESWIG-HOLSTEIN magazin

Opfer der Medikamentenversuche im Landtag

Schleswig-Holstein Magazin - 28.11.2018 19:30 Uhr

Jahrzehntelang wurden am Landeskrankenhaus Kinder und Jugendliche für Medikamentenversuche missbraucht, bis 1975. Sechs Betroffene sprechen vor 160 Gästen im Landtag über ihr Schicksal.


Schleswig-Holstein Magazin


Medikamententests: Symposium im Landtag

NDR 1 Welle Nord - Nachrichten für Schleswig-Holstein - 28.11.2018 06:00 Uhr Autor/in: Julia Schumacher

Im Landeskrankenhaus Schleswig wurden in den 50er bis 70er Jahren in knapp 1.000 Fällen Kinder als Versuchsobjekte für Medikamententests missbraucht. Am Mittwoch sprechen sie im Landtag.


ENDE DES ZITATS VON RELEVANTEN ASPEKTEN ZU DIESEM THEMA AUS DEN NORDDEUTSCHEN NACHRICHTEN.

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#compensationnow (MM - Heimopfer-WEST)


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Schleswig-Holstein. - Sozialminister (FDP): Heiner Garg (seit 28. Juni 2017): WIKIPEDIA @ Ministerium für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren des Landes Schleswig-Holstein – Wikipedia (Stand: 2. November 2018, 09:40 Uhr)


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ANFANG DES ZITATS VON RELEVANTEN ASPEKTEN ZU DIESEM THEMA AUS DEN NORDDEUTSCHEN NACHRICHTEN.

[ QUELLE: Frühere Heimkinder schildern im Landtag ihr Leiden ]

Stand: 29.11.2018 21:28 Uhr - Lesezeit: ca. 6 Min.

Frühere Heimkinder schildern im Landtag ihr Leiden

Von Julia Schumacher

[ FOTO: „Günther Wulf aus Sieverstedt erzählt seine Geschichte im Landtag in Kiel.“ ]

Vor seinem großen Tag hat Günter Wulf schlecht geschlafen. "Meine Alpträume sind wieder da", sagt er. Eine Weile lang hatten sie ihn in Ruhe gelassen. Was ihn in seinen Träumen quält; Davon bekommen die 100 Zuhörer im Plenarsaal des schleswig-holsteinischen Landtags in den nächsten eineinhalb Stunden einen ziemlich deutlichen Eindruck. Denn dort erzählt er heute seine Lebens- und Leidensgeschichte: von seinen ersten 18 Lebensjahren in Heim und Psychiatrie - und was diese Jahre mit seinem ganzen Leben gemacht haben.

Für Günter Wulf, heute 59 Jahre alt, ist das die Erfüllung eines Wunsches und ein "innerer Ringkampf" zugleich. Die Erfüllung eines Wunsches, weil er genau diesen vor einem Jahr an Sozialminister Heiner Garg (FDP) richtete, als sich die beiden in der "Zur Sache"-Sendung von NDR 1 Welle Nord trafen - zum Thema Medikamentenversuche an Heimkindern, die der NDR Schleswig-Holstein in einer langen Recherche ans Licht brachte. Dieser Wunsch geht nun mit einem zweitägigen Symposium im Landtag in Erfüllung, dessen Höhepunkt Günters Vortrag ist.


"Warum behandelt man Kleinkinder wie Verbrecher?"

Ein innerer Ringkampf ist dieser Tag für Günter Wulf deshalb, weil er dabei alles noch einmal durchlebt: Wie er als dreijähriger Junge in ein Heim kommt, weil er als unruhig gilt. Sechs Jahre verbringt Günter Wulf in einer Einrichtung der Vorwerker-Diakonie in Lübeck: "Es ging immer nur um Unterdrückung und Anpassung. Und wer sich nicht unterordnet, der wird untergeordnet, ganz gleich womit." Und das sind Medikamente, die Zwangsjacke, kalte Duschen und das sogenannte Besinnungsstübchen, wo er isoliert und gefesselt wird. "Warum behandelt man Kleinkinder wie Verbrecher?" Doch die Zeit in Lübeck hat auch schöne Seiten: Günter Wulf erzählt im Plenarsaal davon, wie gern er damals singt, wie er die langen Spaziergänge und den Garten liebt und wie neugierig er als Kind ist.

Im Plenarsaal ist es ganz still

Nach einem Jahr in der Schule wird Günter Wulf ausgeschult: "Man wollte sich mit einem unruhigen Kind nicht mehr abgeben", erzählt er. Mit dem Etikett "bildungsunfähig" kommt er schließlich in eine geschlossene Anstalt der Kinderpsychiatrie des ehemaligen Landeskrankenhauses Schleswig-Hesterberg. "Damit begann ein Leben für mich, das ich nie für möglich gehalten hatte", sagt Günter Wulf, seine beiden Armen sind dabei fest auf das Rednerpult gestützt. Im Plenarsaal ist es inzwischen so still, dass man seinen Nebensitzer atmen hört. Günter Wulf muss mehrfach unterbrechen. Wie schwer ihm dieser Vortrag fällt, kann man ihm am ganzen Körper ansehen. "Doch das muss jetzt sein", sagt er, hält kurz inne und redet weiter.

Auf dem Hesterberg stecken ihn Betreuer als erstes in eine Zwangsjacke. Er bekommt andere Medikamente, jeden Tag, morgens und abends. Er kann seinen Speichelfluss nicht mehr kontrollieren, lallt nur noch und hat das Gefühl, ins Leere zu treten. In seiner Rede deutet er immer wieder die sexuelle Gewalt an, die ihm damals angetan wird, mit Sätzen wie: "Die erwachsenen Patienten wurden auf mich aufmerksam, da wurde es für mich sehr gefährlich" oder "Ich wurde sogar von einem Pfleger gefragt, ob es mir gefallen hat."


Aufnäher an der Kleidung: "Eigentum: Landeskrankenhaus"

Neben seinen Beschreibungen von brutaler Gewalt, psychischer Qual, Essensentzug und grausamer Bestrafungsmethoden wird besonders eines deutlich: Wie vollständig ausgeliefert Kinder wie Günter Wulf dem System Heim und Kinderpsychiatrie in den Jahrzehnten nach dem Krieg sind. Als er einmal während seines Putzdienstes nach einem kranken Kind sehen will, wird er vom Pflegepersonal mit den Worten: "Was hast du hier zu suchen" bewusstlos geschlagen, erzählt er mit fester Stimme. Er wacht in seinem Erbrochenen auf. Das Abendbrot ist bereits abgeräumt.

Günter Wulf will sich eine Scheibe Brot holen. Ein Pfleger erwischt ihn, zieht ihn am Ohr aus der Speisekammer und wirft ihn auf ein Bett. Dort muss er sich komplett ausziehen. Der Pfleger verprügelt ihn mit einem Pantoffel, bis ihm der Schweiß auf der Stirn stand. Um dieser Gewalt zu entkommen, flieht er in der Nacht aus der Anstalt in Schleswig-Hesterberg. Weit kommt er nicht. Die Polizei bringt ihn am nächsten Morgen zurück. Die Aufnäher auf seiner Kleidung haben ihn verraten: "Eigentum: Landeskrankenhaus".


Drei Wochen Prügel

Er erzählt den Polizisten, verprügelt worden zu sein. Nach seiner Flucht wird seine Lage in der Klinik nur noch schlimmer: "Ich wurde rücklings nackt auf einen Holzstuhl festgebunden, wobei meine Beine an die Stuhlbeine und meine Arme an die Rückenlehne festgebunden wurden." Mit nassen Leinenwindeln, in die sie einen Doppelknoten machen, prügeln zwei Frauen auf ihn ein. "Jetzt sollte ich dafür büßen, dass ich es gewagt hatte, während ihrer Nachtschicht abzuhauen", schildert Günter Wulf das Szenario. Fast bis zur Bewusstlosigkeit prügeln sie auf ihn ein - von da an drei Wochen lang: "Sie wollten mir jeglichen Fluchtgedanken abgewöhnen."

Appell an alle Politiker

Am Ende seiner Schilderungen richtet Günter Wulf seinen Appell an alle Politiker und spricht besonders die an, die ihm im Plenarsaal des schleswig-holsteinischen Landtags 90 Minuten hoch konzentriert zugehört haben: "Haben Sie ein scharfes Auge auf alle Schutzbefohlenen, die Ihrer Obhut anvertraut wurden. Sie sollen sich der Verantwortung stets bewusst sein, die sie für diese übernommen haben." Er wünscht sich, dass es sich niemals wiederholen wird, was ihm und anderen widerfahren ist.

Als nächstes Rede im Bundestag?

In der anschließenden Diskussionsrunde fällt es den Abgeordneten sichtlich schwer, überhaupt Worte für das zu finden, was sie eben und auch am Tag zuvor von den Betroffenen erfahren haben. Auch Sozialminister Heiner Garg ringt in seiner Abschlussrede um Fassung: "Ich glaube, jetzt ist es allerhöchste Zeit, dass es Menschen gibt, die für sie Steine aus dem Weg räumen." Und Günter gibt er das Versprechen, sich für einen weiteren Wunsch einzusetzen: Diesen Vortag vor einem größeren Publikum halten zu können, nämlich in Berlin im Deutschen Bundestag. Denn was die ehemaligen Heimkinder an diesen beiden Tagen immer wieder betont haben: Wie wichtig es für sie war, dass man ihnen zugehört hat.


WEITERE INFORMATIONEN

[ FOTO: „Franz Wagle, ehemaliges Heimkind, auf dem Gelände des ehemaligen Landeskrankenhauses in Schleswig. © NDR Foto: Stefan Eilts“ ]

Medikamentenversuche: Betroffene kommen zu Wort

Im Landeskrankenhaus Schleswig wurden in den 50er- bis 70er-Jahren Kinder in mehr als 1.000 Fällen für Medikamententests missbraucht. Die Betroffenen haben jetzt im Landtag in Kiel gesprochen. MEHR [ Siehe @ Medikamentenversuche: Betroffene kommen zu Wort ]

[ FOTO: „Sozialminister Dr. Heiner Garg. © Frank Peter Foto: Frank Peter “]

Pharmatests: Garg will Aufarbeitung im Bund

Schleswig-Holsteins Sozialminister Heiner Garg will erreichen, dass Medikamentenversuche bundesweit aufgearbeitet werden. Das sagte er in der Sendung "Zur Sache". MEHR [ Siehe @ Nachrichten aus Schleswig-Holstein ]


WEITERE INFORMATIONEN

[ FOTO: „Blick in ein verlassenes Gebäude. © NDR“ - „Multimedia-Doku“ ]

Wie Kinder zu Versuchsobjekten wurden

12.11.2017 18:00 Uhr

Patienten wurden im ehemaligen Landeskrankenhaus Schleswig für Medikamententests zu Versuchsobjekten. NDR Recherchen zeigen Verbindungen zwischen Ärzten und Pharmakonzernen.
MEHR [ Siehe @ Wie Kinder zu Versuchsobjekten wurden ]



Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 29.11.2018 | 19:30 Uhr


VIDEOS

Politiker im Landtag in Kiel

Medikamentenversuche: Wie geht es weiter?


SCHLESWIG-HOLSTEIN magazin - 29.11.2018 19:30 Uhr

Jahrzehntelang wurden am Landeskrankenhaus Schleswig Kinder und Jugendliche für Medikamentenversuche missbraucht. Betroffene sprachen nun im Landtag über ihr Schicksal. Welche Konsequenzen zieht die Politik? Video 03:03 Min.

[ FOTO: „Ein Gebäude des ehemaligen Landeskrankenhauses Schleswig-Stadtfeld“ - „Foto: Berit Ladewig“ - „Die Schleswiger Psychiatrie war bis 2005 in Landesbesitz.“ ]


Medikamentenversuche: Wie geht es weiter?


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● Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND.

● Medikamententests und jegliche(r) weitere(r) Misshandlung und Missbrauch an nachkriegsdeutschen Heimkindern.



DAZ.online

NEWS

POLITIK

QUELLE: Arzneimittelversuche an Heimkindern: Transparenz und Entschädigungen gefordert

ANFANG DES ZITATS EINES RELEVANTEN BERICHTS.

ÖFFENTLICHES FACHGESPRÄCH DER FRAKTION DIE LINKE

Arzneimittelversuche an Heimkindern: Transparenz und Entschädigungen gefordert

BERLIN - 17.12.2018, 09:00 UHR

[ FOTO: „Die Bundesfraktion "Die Linke" forderte in einem öffentlichen Fachgespräch mehr Transparenz und Entschädigungen für die Betroffenen der Arzneimittelversuche in Kinderheimen der 1950er bis 1970er Jahre. (Foto: Inken Rutz)“ ]

„Arzneimittel- und Menschenversuche an Heimkindern – Endlich Transparenz und Entschädigung!“ – unter diesem Motto fand am vergangenen Freitag im Bundestag ein öffentliches Fachgespräch auf Initiative der Bundestagsfraktion „Die Linke“ statt. Neben Vertretern der Links-Fraktion kamen sowohl Wissenschaftler als auch Betroffenen-Vertreter zu Wort. Das Ziel ist, das Thema stärker in die Öffentlichkeit zu bringen und die Möglichkeiten parlamentarischer und außerparlamentarischer Initiativen auszuloten.

Die Bundestagsfraktion Die Linke hat den letzten Tag vor der Weihnachtspause des Deutschen Bundestages für ein öffentliches Fachgespräch genutzt, das ein emotionales und schwieriges Thema auf die Tagesordnung setzte. Die Initiative der Linken-Fraktion möchte eine ausreichende Würdigung des Unrechts, das in den 1950er bis 1970er Jahren Heimkindern in beiden Teilen Deutschlands zugefügt worden ist, erreichen. Im Fokus der gut besuchten Veranstaltung standen Arzneimittelversuche, Zwangsmedikationen und medizinische Eingriffe zu Testzwecken. Angeführt wurde unter anderem die im Jahre 2016 veröffentlichte Studie von Sylvia Wagner, Pharmakologin von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, mit dem Titel „Ein unterdrücktes und verdrängtes Kapitel der Heimgeschichte. Arzneimittelstudien an Heimkindern“, die sich auf die alten Bundesländer bezieht. [ Siehe @ https://duepublico.uni-duisburg-essen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-42079/04_Wagner_Heime.pdf ]

Die Linke: „Bundesregierung verweigert Mitarbeit bei Aufklärung“

Für die Bundestagsfraktion Die Linke, die sich nach eignen Angaben seit 2011 mit der Thematik beschäftigt, stellte Susanne Ferschl (MdB), stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Leiterin des Arbeitskreises Gesundheit, Arbeit und Soziales, fest: „Es handelt sich um ein Verbrechen.“ Zudem gehe es die ganze Gesellschaft an, was den Kindern damals angetan worden sei. Es sei deshalb wichtig zu schauen, wie heutzutage mit solch einem Skandal umzugehen sei. Sylvia Gabelmann (MdB), Sprecherin für Arzneipolitik und Patientenrechte der Linken-Bundestagsfraktion, verdeutlichte, dass es wichtig sei, Transparenz herzustellen und auf angemessene Entschädigungen hinzuwirken.

Gabelmann verwies ferner auf eine von der Linksfraktion im April 2018 durchgeführte Kleine Anfrage an die Bundesregierung zur Aufklärung der Medikamentenversuche an Heimkindern und für mögliche Entschädigungsleistungen an Betroffene. Die Antwort sei ernüchternd gewesen, so Gabelmann: „Die Bundesregierung weiß von nichts – und will wohl auch nichts wissen.“ Die Bundesregierung verweigere die Mitarbeit bei der Aufklärung, wolle weder Verantwortung übernehmen, noch über Details Bescheid wissen. Dies sei besonders fragwürdig, da die Versuche an den Heimkindern teilweise mit Wissen oder sogar im Auftrag von Bundes- und Länderbehörden durchgeführt worden seien.

Medikamentenstudien – Aufdeckung und Spätfolgen

Auch an wissenschaftlichem Input fehlte es nicht. So stellte unter anderem Sylvia Wagner die Ergebnisse ihrer Studie zu Arzneimittelstudien an Heimkindern vor. Ergänzt wurden diese Ergebnisse um die Resultate der aktuellen Forschungsarbeit, die die Düsseldorfer Pharmakologin im Rahmen ihrer gegenwärtig stattfindenden Dissertation durchgeführt habe. So habe sie bisher rund 80 an Heimkindern durchgeführte Arzneimittelstudien nachweisen können. Dafür habe sie in erster Linie Publikationen in Fachzeitschriften ausgewertet, aber auch teilweise Zugang zu Archiven von beteiligten Pharmafirmen und betroffenen Einrichtungen gehabt. Damals seien in erster Linie Impfstoffe, Psychopharmaka und Medikamente zur Senkung der Libido getestet worden.

Auch über regelmäßig stattgefundene Zwangsmedikationen wurde berichtet. Meist seien Psychopharmaka verabreicht worden – unter anderem zur reinen Ruhigstellung der Kinder. Unter den Folgen litten die Betroffenen meist ein Leben lang. Viele Betroffene, die einen Großteil des Publikums stellten, meldeten sich während der Veranstaltung zu Wort und beschrieben ihren Leidensweg.

Betroffene fordern Anerkennung des zugefügten Leids

Die Vorsitzende des Vereins ehemaliger Heimkinder e.V., Heidi Dettinger, berichtete ebenfalls über das erlittene Unrecht. Heimkinder hätten in der damaligen Zeit nicht nur unrechtmäßig Arzneimittelstudien erleiden müssen, auch der tägliche Umgang mit ihnen sei von Gewalt und Lieblosigkeit geprägt gewesen. Dettinger erläuterte, wie diese Zeit im Heim sie ein Leben lang negativ beeinflusst habe: „Ich hatte nach der Heimzeit ein Gefühl der Wertlosigkeit und immer auch das Gefühl an allem schuld zu sein.“

Als Vorsitzende des Vereins ehemaliger Heimkinder fordert Dettinger die Anerkennung des erlittenen Unrechts als Menschenrechtsverletzungen, die Übernahme der Verantwortung der Pharmaindustrie für die durchgeführten Studien und die Zahlung von angemessenen Opferrenten oder alternativ eventueller Einmalzahlungen an die Betroffenen. Wichtig sei zudem, dass es zu einer Umkehr der Beweislast komme und die Heime beweisen müssten, dass sie nichts Unrechtes getan hätten, um Re-Traumatisierungen der ehemaligen Heimkinder zu vermeiden. Zudem sei es den Betroffenen meist nicht möglich, gerichtsfest zu beweisen, was genau geschehen sei.

Entschädigungen für Betroffene – Heimkinderfonds schlechte Lösung

Für die Linken-Fraktion im Bundestag sprach Norbert Müller (MdB), Sprecher Kinder- und Jugendpolitik, über tatsächliche und wünschenswerte Möglichkeiten der Entschädigung der Betroffenen. Er stellte die vom Bund, den Bundesländern – und im Falle der alten Bundesländer auch von den Kirchen – erstellten Heimkinderfonds Ost und West vor [ Siehe @ Fonds Heimerziehung ]. Müller betonte in diesem Zusammenhang, dass die Einrichtung von Fonds die schlechtere Alternative sei, da gesetzliche Lösungen mit Rechtsanspruch zu mehr Gerechtigkeit führten.

Etwa 800.000 Betroffene gäbe es in Deutschland. Doch aus unterschiedlichsten Gründen wäre es nur wenigen möglich gewesen, Anträge an die Fonds zu stellen. Inzwischen seien zudem die Fristen abgelaufen.

FOTO: „Norbert Müller (MdB), Sprecher Kinder- und Jugendpolitik der Bundestagsfraktion Die Linke (li. neben Sylvia Gabelmann, Die Linke, MdB) sprach über Möglichkeiten der Entschädigung von Betroffenen. (Foto: I. Rutz)“

Trotz der Verjährung der Ansprüche – Staat in der Pflicht

Friedrich Straetmanns (MdB), Justiziar und Sprecher für Rechtspolitik der Linken-Bundestagsfraktion, ordnete die schwierige Thematik der Entschädigungsmöglichkeiten rechtlich ein. Der Justiziar beschrieb vor allem die Schwierigkeiten der zeitlichen Distanz zu den Ereignissen. So würden sie inzwischen als verjährt gelten. Außerdem liege die Problematik auch in der Frage der Aufklärbarkeit des Unrechts. Die Betroffenen könnten meist nicht nachweisen, wodurch ihre Folgeschäden genau entstanden seien – obwohl eindeutig vorhanden.

Dennoch könne sich seiner Einschätzung nach der Staat nicht aus der Verantwortung ziehen. Der Staat habe weggeschaut, hätte aber handeln können, so mache er sich haftbar. Immerhin handele es sich bei den ehemaligen Heimkindern um Schutzbefohlene und der Staat habe seine Sorgfaltspflicht vernachlässigt. „So etwas darf sich nicht wiederholen“, bekräftigte Straetmanns. Finanzielle Entschädigungen zum Beispiel in Form einer Opferrente sollten umgesetzt werden. Angesichts der vielen Folgeerkrankungen sei zudem ein Krankenversorgungsanspruch zu fordern.

Inken Rutz, Apothekerin, Autor DAZ.online

redaktion@daz.online


ENDE DES ZITATS EINES RELEVANTEN BERICHTS.

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● Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND.

● Medikamententests und jegliche(r) weitere(r) Misshandlung und Missbrauch an nachkriegsdeutschen Heimkindern.



Jetzt hier in Bezug auf das Bundesland Schleswig-Holstein und insbesondere in Bezug auf ehemalige Heimkinder und Patienten von Kinder- und Jugendpsychiatrien sowohl wie auch jungen Leuten in den dortigen damaligen Behindertenheimen!

NRD.de - Nachrichten

Meldung vom Donnerstag, 10. Januar 2019

QUELLE: https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Ex-Heimkinder-duerfen-auf-Hilfe-im-Alter-hoffen,heimkinder226.html?fbclid=IwAR2T2a0_gZgRXdTFe3uJfk4C0CcAmacu0k1lvIlh0SlraihmIOXUNFBCNMI

ANFANG DES ZITATS…

Stand: 10.01.2019 19:29 Uhr - Lesezeit: ca. 3 Min.

Ex-Heimkinder dürfen auf Hilfe im Alter hoffen

[ FOTO: „Franz Wagle ist einer der Betroffenen, die ihr Leid im November im Landtag schilderten.“ ]

Seit mehr als zwei Jahren ist das Leid von ehemaligen Heimkindern und Patienten von Kinder- und Jugendpsychiatrien in den 1950er- bis 1970er-Jahren ein großes Thema in Schleswig-Holstein. Sie berichteten von stundenlangen Schlägen, sexuellem Missbrauch, Medikamentengaben unter Zwang, von Hunger und Einsamkeit - zuletzt Ende November im Plenarsaal des Schleswig-Holsteinischen Landtags. [ Siehe @ https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Fruehere-Heimkinder-schildern-im-Landtag-ihr-Leiden,heimkinder220.html ] Insgesamt verging viel Zeit, ohne dass konkrete Konsequenzen gezogen worden. Am Donnerstag nun haben Abgeordnete aller Fraktionen im Sozialausschuss einstimmig einen Antrag angenommen, der in genau diese Richtung geht. "Aus dem Antrag resultiert, dass die wissenschaftliche Aufarbeitung intensiviert werden soll", sagte Ausschussmitglied Marret Bohn (Grüne): "Und es ist ein klarer Auftrag, dass die Betroffenen mehr Unterstützung bekommen sollen."

Die Punkte des Antrags im Wortlaut

Besonders für Menschen in der Obhut von Einrichtungen und in direkter Verantwortung des Staates seien Schutz und Unterstützung von größter Wichtigkeit, heißt es in dem Antrag, in dem sich der Sozialausschuss konkret für folgende Punkte ausspricht:

▪ "alle verfügbaren Informationen und Akten, insbesondere die des Landesarchivs, wie die aller in Frage kommenden früheren Träger, Kliniken, Heime, Einrichtungen und pharmazeutischer Unternehmen vollumfänglich für die Aufarbeitung zur Verfügung zu stellen und zu nutzen;

▪ weiterhin die rechtlichen Möglichkeiten einer Aufarbeitung wahrzunehmen;

▪ die in 2019/2020 vorgesehene wissenschaftliche Aufarbeitung zu allen relevanten Aspekten, insbesondere auch der Erziehungsmethoden und Gewalt, durch die damals Verantwortlichen zu unterstützen;

▪ die Antragsfristen für Unterstützungen für Opfer zu verlängern;

▪ auch den Zeitraum nach 1975 hinsichtlich möglicher in Frage kommender Vorkommnisse abzuprüfen wie auch möglicher weiterer Personen; bei der Novellierung des sozialen Entschädigungsrechtes sollte auch dies berücksichtigt werden;

▪ nach dem ersten wichtigen Schritt des Symposiums vom 28./29. November 2018 die verfügbaren Informationen über die Verfehlungen in Dokumentationen festzuhalten und diese der Öffentlichkeit weiterhin zugänglich zu machen;

▪ Wege zu finden bei Alter, Krankheit, Pflege oder anderer Unterstützungsbedürftigkeit geeignete Hilfestellungen zu geben."


Ausschuss: "Wir wollen Versäumtes nachholen"

Der Antrag schließt mit den Worten: "Wir können das Geschehene nicht rückgängig machen, wir wollen aber zuhören, das Gespräch führen und nach Wegen suchen, Versäumtes nachzuholen." An dem Papier war bis kurz vor Sitzungsbeginn mit großem Druck gearbeitet worden - obwohl alle Ausschussmitglieder betont hatten, dass sie selten so viel Einigkeit in einem parlamentarischen Ausschuss erlebt hätten.

Angst vor der nächsten Heimerfahrung

Den Punkt der benötigten Unterstützung im Alter hatten die Betroffenen während des November-Symposiums im Landtag selbst angesprochen. Damals machten sie klar, wie groß ihre Angst vor dem Alter und der nächsten Heimerfahrung ist. Verstärkt werde diese Angst durch die schlechte finanzielle Situation vieler Betroffener, da sie oft gar keine oder einer sehr kurze Schulbildung hatten, wenig verdient haben und auf Unterstützung angewiesen sind. Die Betroffenen hatten einen Fonds des Landes zur finanziellen Unterstützung im Alter angeregt. Der Schrecken über die Erzählungen war den Abgeordneten im Landtag damals deutlich anzusehen gewesen.

SPD wollte Gewalt gesondert analysieren

Und doch wurde am Donnerstag auch Kritik an dem angenommenen Antrag laut. Ausschussmitglied Birte Pauls von der größten Oppositionspartei im Landtag, der SPD, hätte sich "eine schonungslose Aufklärung" gewünscht, "die den Teil der Gewalt gesondert betrachtet". Und das gehe nur mit einer eigenständigen Aufarbeitung zu dem Thema - und nicht als Ergänzung der bestehenden Studie.

Ungewiss bleiben weiter die Rollen von Kirchen und Pharmaindustrie. Sozialausschussmitglied Dennys Bornhöft (FDP) hatte angeregt, dass auch sie sich an einer Aufarbeitung beteiligen - beispielsweise, indem sie Dokumente zur Verfügung stellen und Rede und Antwort stehen. "Das Land übernimmt bereits Verantwortung", sagte er. Von den anderen Akteuren erwarte er das auch.


–––––––––––––––––––––––––––––––––

Ehemalige Heimkinder: Aufarbeitung läuft weiter

SCHLESWIG-HOLSTEIN magazin10.01.2019 19:30 Uhr

Die Medikamentenversuche an Kindern im ehemaligen Landeskrankenhaus Schleswig sind erneut Thema im Landtag. Der Sozialausschuss ist sich einig, dass jetzt Taten folgen müssen.

[ Video von 3 Min. und 10 Sek. Länge beginnend bei der 13. Minute des 23. minutigen Programms @ https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/schleswig-holstein_magazin/Schleswig-Holstein-Magazin,sendung857140.html ]


ENDE DES ZITATS…


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● Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND (klassifiziert als "Menschenrechtsverletzungen").

● Medikamententests und jegliche(r) weitere(r) Misshandlung und Missbrauch an nachkriegsdeutschen Heimkindern.


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Bezüglich der Hauptverantwortung und Pflicht zur Aufarbeitung der Bundesregierung

Boardnutzer »Ralf B« teilte mit am Donnerstag, 3. Januar 2019, um 17:45 Uhr im HEIMKINDER-FORUM.DE @ http://heimkinder-forum.de/v4x/index.php/Thread/18400-Medikamententests-an-Heimkindern-in-WESTDEUTSCHLAND/?postID=579570#post579570 (ganz am Ende dieses dortigen Beitrags von Boardnutzer »Ralf B«) :

ANFANG ZITAT

Vieleicht sollte die Anfrage [an die Bundesregierung] verändert und das Thema (mit Beweisen in Kopie) erneut gestellt werden.
Es sollte nur um Medikamentenstudien gehen und nicht die Betroffenen kategorisieren.
Da liefen Studien die nicht in Ordnung waren; betroffen waren Heimkinder, psychich Kranke etc und das sollte durch die Bundesregierung verfolgt und aufgearbeitet werden.

Letztendlich ist die BRD immer Gesamthaftender.


ENDE ZITAT

Boardnutzer »Ralf B« teilte mit am Freitag, 4. Januar 2019, um 12:58 Uhr im HEIMKINDER-FORUM.DE @ http://heimkinder-forum.de/v4x/index.php/Thread/18400-Medikamententests-an-Heimkindern-in-WESTDEUTSCHLAND/?postID=579591#post579591 :

ANFANG ZITAT

Letztendlich und so sehe ich das, muss die Bundesregierung ermitteln und aufarbeiten, denn als Gesamthaftende kann die BRD nicht wegschauen.
Es liegen Fakten vor, die darauf hindeuten, dass in dieser Thematik mächtig Schmuh getrieben wurde.
So etwas kann eine Regierung eigentlich garnicht ignorieren. Sie muss eingreifen wenn es vermehrt zu solchen "Handlungen" kommt. Hier hätte sie auch eine Schutzfunktion für ihre Bürger übernehmen müssen.
Da es nach Aussage anscheinend keine Regulierungen gab, war die BRD eigentlich in der Pflicht zu regulieren und Gesetze zu erlassen zum Schutze bestimmter Personengruppen.


ENDE ZITAT

Boardnutzer »Ralf B« teilte mit am Samstag, 5. Januar 2019, um 15:32 Uhr im HEIMKINDER-FORUM.DE @ http://heimkinder-forum.de/v4x/index.php/Thread/18400-Medikamententests-an-Heimkindern-in-WESTDEUTSCHLAND/?postID=579628#post579628 :

ANFANG ZITAT

In den Nachkriegsjahren fing die Pharma an viel zu entwickeln und zu testen.
Man kann sicher sein, dass aus rechtlichen Gründen das Ministerium kontaktiert wurde, um sich eben abzusichern.

Und genau da hat die damalige Regierung grobfahrlässig keinerlei Regelungen geschaffen.


ENDE ZITAT

QUELLE: https://www.wiesbadener-kurier.de/politik/hessen/kz-methoden-im-kinderheim_17518314# UND u.a. AUCH AUFFINDBAR @ http://www.genios.de/presse-archiv/artikel/MAZ/20161205/kz-methoden-im-kinderheim/173165060001480892400.html :

ANFANG ZITAT

WIESBADENER KURIER

[ 2. Dezember 2016 ]

POLITIK HESSEN


KZ-Methoden im Kinderheim

Von Christoph Cuntz vor 2 Jahren
[ so liest es jetzt bei Abruf am 17.01.2019 ]

[ FOTO: „Ein ehemaliges Wohngebäude auf dem Gelände des Hephata-Diakoniezentrums im nordhessischen Treysa. Wurden auch dort an Heimkindern Medikamentenversuche unternommen? Es gibt einen Verdacht, aber keine Gewissheit. Foto dpd Foto: dpa]

WIESBADEN - Der eine hatte Blickkrämpfe. Ein Nächster schien psychisch stark verändert und schrie mehrmals laut. Der Kopf eines Dritten war gerötet, seine Muskulatur verkrampfte sich, weshalb sein Rumpf bogenförmig nach hinten überstreckt war. Die bizarren Bilder waren Reaktionsmuster von Probanden, die an Medikamententests teilnahmen. Ihnen war im Januar 1958 Decentan, ein Mittel gegen Schizophrenie, verabreicht worden. Dass sie wussten, was da mit ihnen geschah, daran darf gezweifelt werden. Denn 24 dieser Versuchskaninchen waren Kinder im Alter zwischen fünf und 13 Jahren. Insassen eines Kinderheims. Und der Arzt, der für den Medikamententest verantwortlich zeichnete, hatte die Arzneiwohl bewusstviel zu hoch dosiert.

Unterdrücktes und verdrängtes Kapitel

Von solchen Arzneimitteltests an Kindern berichtete Sylvia Wagner in ihrer Studie „Ein unterdrücktes und verdrängtes Kapitel der Heimgeschichte“. Die Krefelder Wissenschaftlerin ist bei ihren Nachforschungen immer wieder in Hessen fündig geworden. Decentan etwa hatte das Darmstädter Unternehmen Merck hergestellt. Und auch die Marburger Behringwerke ließen in den 50er und 60er Jahren Impfstoffe in Säuglings- und Kinderheimen testen.

„Eine Einwilligung der Eltern zu den Untersuchungen wird nicht erwähnt“, schreibt Sylvia Wagner. Dafür stieß sie in den Dokumenten auf den Vorschlag, man möge die Eltern bei Aufnahme ihres Kindes in ein Heim unterschreiben lassen, „dass sie mit allen notwendigen Impfungen und den damit verbundenen Blutentnahmen einverstanden seien“. Die Einführung des Impfstofffes war im Juli 1954 eine heikle Sache geworden: Zwei Affen waren an Kinderlähmung eingegangen, nachdem das Serum an ihnen erprobt worden war. In Marburg kam es deshalb zu einem Krisentreffen, an dem 17 Sachverständige teilnahmen. Darunter auch solche, „die schon während der Zeit des Nationalsozialismus an Menschenversuchen beteiligtwaren, so die Wissenschaftlerin.

Albert Demnitz etwa, der Direktor der Behringwerke, sowie Richard Haas, der die humanmedizinische Forschung des Unternehmens leitete. Beide hatten in der NS-Zeit Fleckfieberimpfstoff an KZ-Häftlingen in Buchenwald erforscht. Dessen ungeachtet war Demnitz 1950 zum Honorarprofessor für Tierseuchentherapie an der Gießener Justus-Liebig-Hochschule ernannt worden.

[ Otto Taleus Eberhard Buurman - Vertreter der Bundesregierung in den 1950er Jahren ]

[ Für den in WIKIPEDIA angegebenen Werdegang von Otto Taleus Eberhard Buurman siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Buurman ]

Belastet war aber auch der Vertreter der Bundesregierung, Otto Buurman, der an dem Marburger Treffen teilnahm: Er war als Medizinalrat ebenfalls in die Fleckfieberversuche der NS-Zeit involviert. Und Franz Redeker, in den 50er Jahren Leiter des Bundesgesundheitsamts, war in der Zeit des „Dritten Reiches“ beim Berliner Erbgesundheitsobergericht mit Fragen der Zwangssterilisierung befasst.

60 Jahre nach den Medikamententests wird der Hessische Landtag im März kommenden Jahres eine Anhörung dazu durchführen. Schon einmal, vom Oktober 2009, hatte es im Landtag eine Anhörung zum „Unrechtsschicksal der Heimkinder der 50er und 60er Jahre“ gegeben. Zahlreiche Zeugen wurden gehört, erschreckendes kam zur Sprache. Damit wurde [in Nordrhein-Westfalen] ein für alle Beteiligten anstrengender Aufarbeitungsprozess eingeleitet, an dessen Ende der frühere Leiter des Vincenzsstifts in Rüdesheim-Aulhausen sich „tief betroffen“ darüber zeigte, dass ehemalige Heimkinder über Misshandlung und Missbrauch berichtet hatten. Der Mann war Franz Kaspar, unter Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst Generalvikar des Bistums Limburg.

ENDE ZITAT


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● Medikamententests und jegliche(r) weitere(r) Misshandlung und Missbrauch an nachkriegsdeutschen Heimkindern.


.
Bezüglich der Hauptverantwortung und Pflicht zur Aufarbeitung der Bundesregierung.

.
Die damalige Zuständigkeit und Verantwortung der Bundesregierung der Bundesrepublik Deutschland für alles was auf ihrem Hoheitsgebiet mit Gesundheit zu tun hatte.

ERSTENS

Bundesministerium des Innern (BMI) / Federal Ministry of the Interior, Building and Community ( seinerzeit, seit 1949, natürlich nur für Westdeutschland zuständig )
( „Gründung“ in WIKIPEDIA angegeben als „1879 als Reichsamt des Innern“ )
Das BMI stellt sich vor @ https://www.bmi.bund.de/DE/ministerium/das-bmi/das-bmi-node.html;jsessionid=3590F24C8216AB34237C15DAF6D7F935.2_cid287 sowohl wie auch @ https://www.bmi.bund.de/DE/startseite/startseite-node.html
Introduction of the German Federal Ministry of the Interior, Building and Community @ https://rsac.german-pavilion.com/content/en/exhibitors/exhibitors_detail.php?exhibitor_id=76118
WIKIPEDIA in Deutsch @ https://de.wikipedia.org/wiki/Bundesministerium_des_Innern,_f%C3%BCr_Bau_und_Heimat
WIKIPEDIA in Englisch @ https://en.wikipedia.org/wiki/Federal_Ministry_of_the_Interior,_Building_and_Community

ZWEITENS

Bundesgesundheitsamt (BGA) ( bestand seit 1952; aufgelöst in 1994 )
ÜBER DAS BUNDESGESUNDHEITSAMT in Deutsch @ http://www.wernerschell.de/Rechtsalmanach/Gesundheitswesen/bundesgesundheitsamt.php (Stand: 14.04.2000)
»Deutschland ohne Bundesgesundheitsamt - Eine kritische Analyse« von Dieter Großklaus, Berlin, Kurze Vorstellung dieser Analyse (Stand: 16.05.2012) @ https://www.aerztekammer-berlin.de/40presse/15_meldungen/00401_Deutschland_ohne_BGA/index.html > (Stand: 16.05.2012) @ https://www.aerztekammer-berlin.de/40presse/15_meldungen/00401_Deutschland_ohne_BGA/00401_Deutschland_ohne_BGA.pdf (insgesamt 17 Seiten)
WIKIPEDIA in Deutsch @ https://de.wikipedia.org/wiki/Bundesgesundheitsamt ( „Das Bundesgesundheitsamt (BGA) wurde 1952 als Nachfolgeorganisation des Reichsgesundheitsamts gegründet“ ) ( „Präsident des Bundesgesundheitsamtes 1952-1956 - Franz Redeker“ )
Ebenso dem seinerzeitigen Bundesgesundheitsamt (BGA) unterstehend: anfangend vom „14. Juni 1954“ - Otto Buurman ( vollständiger Name: Otto Taleus Eberhard Buurman )
( WIKIPEDIA in Englisch: "The agency was dissolved in 1994, and its responsibilities transferred to three institutions, the Federal Institute for Drugs and Medical Devices, the Robert Koch Institute and the Federal Institute for Health Consumer Protection and Veterinary Medicine." )

DRITTENS

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
( „Gründung“ in WIKIPEDIA angegeben als „ 24. Juni 1994“ )
BfArM - deren eigene ÜBER UNS Erklärung in Deutsch @ https://www.bfarm.de/DE/BfArM/_node.html
Federal Institute for Drugs and Medical Devices - deren eigene ABOUT US Erklärung in Englisch @ https://www.bfarm.de/EN/BfArM/_node.html
WIKIPEDIA in Deutsch @ https://de.wikipedia.org/wiki/Bundesinstitut_f%C3%BCr_Arzneimittel_und_Medizinprodukte
WIKIPEDIA in Englisch @ https://en.wikipedia.org/wiki/Federal_Institute_for_Drugs_and_Medical_Devices



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● Medikamententests und jegliche(r) weitere(r) Misshandlung und Missbrauch an nachkriegsdeutschen Heimkindern.


Bezüglich der Hauptverantwortung und Pflicht zur Aufarbeitung der Bundesregierung.


Die damalige Zuständigkeit und Verantwortung der Bundesregierung der Bundesrepublik Deutschland für alles was auf ihrem Hoheitsgebiet mit Gesundheit zu tun hatte.



Meines Erachtens, ein hoch relevanter Artikel veröffentlicht schon vor über drei Jahren :

ZITAT ANFANG


SPIEGEL ONLINE
DER SPIEGEL 45/2015

[ QUELLE: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-139574525.html ]

31.10.2015

Zeitgeschichte

Braune Diener des neuen Staats

[ Bundesrepublik Deutschland = Westdeutschland ! ]

Innenminister de Maizière lässt die Gründerzeit seiner Behörde erforschen. Hohe Beamte mit Affinität zu den Nazis bestimmten die Politik des Ressorts mit.

Am Donnerstag, dem 31. August 1950, irgendwann zwischen 9.30 und 13.15 Uhr verpasste die junge Bundesrepublik Deutschland die Gelegenheit, jene Entwicklung zu stoppen, die heute zu den Schandflecken ihrer Geschichte zählt. Das Kabinett tagte im Hörsaal des Zoologischen Museums Koenig in Bonn, der provisorischen Unterkunft des Kanzleramtes, und Kanzler Konrad Adenauer rief Tagesordnungspunkt 15 auf: "Die Besetzung von Abteilungsleitern in den obersten Bundesbehörden mit früheren Mitgliedern der NSDAP", eingebracht von Innenminister Gustav Heinemann, dem späteren Bundespräsidenten.

[ ……… ]

[] was in der Praxis darauf hinauslief, dass NS-belastete Spitzenbeamte zu Hunderten eingestellt wurden.

[ ……… ]

Kommende Woche will nun Heinemann-Nachfolger Thomas de Maizière (CDU) erste Ergebnisse für das Innenministerium [ Bundesministerium des Innern = BMI ] präsentieren, das bedeutendste Ressort der Adenauer-Republik. Der Innenminister war damals auch zuständig für Wissenschaft, Forschung, Frauen, Jugend, Sport, Kultur, Gesundheit, Soziales und Umwelt – dafür gibt es heute mehrere Ministerien.

De Maizière hat das Institut für Zeitgeschichte und das Zentrum für Zeithistorische Forschung mit der Aufarbeitung beauftragt. Die Historiker stießen überall auf ehemalige NSDAP-Leute, wie die Institutsdirektoren Andreas Wirsching und Frank Bösch dem SPIEGEL mitteilten: Der Anteil der Beamten mit brauner Vergangenheit im Bundesinnenministerium (BMI) sei "ausgesprochen hoch" gewesen. Schlimmer noch: Die "Affinitäten zum NS-Regime" ließen sich "anfangs auch in der konkreten Sachpolitik des BMI nachweisen". Ausgerechnet jenes Ministerium, das die Einhaltung der Verfassung in besonderer Weise schützen sollte, war offenbar selbst eine Gefahr für die freiheitlich-demokratische Grundordnung.

[ ……… ]

Danach hat Adenauer zunächst Politiker an die Spitze des Innenministeriums berufen, die sich im "Dritten Reich" untadelig verhalten hatten. Doch unterhalb der Ministerebene gab es viele Männer mit brauner Vergangenheit. Von den sieben Staatssekretären bis 1967 hatten vier der NSDAP angehört. Von 35 überprüften Abteilungsleitern in den Jahrzehnten bis 1971 waren mehr als die Hälfte dem NS-Regime zugetan. Zeitweise bestand das verbeamtete Personal des BMI zu mehr als 40 Prozent aus Personen, die 1945 ihren Posten verloren hatten – zumeist weil sie Teil der Nazi-Herrschaft gewesen waren oder diese unterstützt hatten. Der [braune] Anteil ist ein trauriger Rekord unter Bonner Ministerien.

In den Behörden, die dem Innenministerium unterstanden, sah es oft nicht besser aus. Im Bundesarchiv findet sich eine Aufstellung aus dem Jahr 1958: Seitenweise sind dort die Namen ehemaliger NSDAP-Mitglieder und SS-Leute im öffentlichen Dienst und in der Beamtenschaft aufgeführt. Beim Bundeskriminalamt, dem Bundesamt für Verfassungsschutz, dem Deutschen Archäologischen Institut, der Bundesanstalt für Landeskunde, dem Institut für Raumforschung, dem Bundesgesundheitsamt, dem Statistischen Bundesamt. Und, und, und.

Karriere im BMI [und mehr spezifisch, im Bundesgesundheitsamt] machten damals Leute wie Otto Buurman. Der ostfriesische Mediziner leitete von 1954 an die Abteilung Gesundheitswesen und stieg zum höchsten Medizinalbeamten der Bundesrepublik auf. Dabei hatte der Arzt 1936 verlangt, "Schädlinge oder Geisteskranke" nicht auf Kosten der Allgemeinheit "hochzupäppeln". Er war nach Angaben der Medizinhistorikerin Sabine Schleiermacher an der Durchsetzung von Zwangssterilisationen beteiligt und schimpfte 1941 als Amtsarzt von Krakau, die Juden seien"disziplinlos" und würden durch "Herumvagabundieren" jenes Fleckfieber verbreiten, das damals im Getto grassierte. Als zweithöchster Gesundheitsfunktionär des Generalgouvernements nahm er an Konferenzen teil, auf denen die Ermordung von Juden gefordert und Versuche an Menschen mit Fleckfieberimpfstoffen beschlossen wurden, die das KZ Buchenwald dann durchführte.

Ähnlich irritierend ist die Ernennung des Juristen Kurt Behnke zum Chef der Abteilung für Beamten- und Personalrecht. []

[ ……… ]

Schon Anfang 1949, als die Bundesrepublik noch nicht existierte, hatte eine kleine Gruppe ehemaliger Staatsdiener aus dem Reichsinnenministerium die Rückkehr von Beamten auch mit brauner Vergangenheit vorbereitet. Sie sammelten sich um Hans Globke, der einen Kommentar zu den Nürnberger Rassegesetzen verfasst hatte, und fertigten Listen mit Namen von Kandidaten an.

Sie bevorzugten alte Kollegen, NS-Belastung war ein untergeordnetes Kriterium. Wichtiger schien die Loyalität zu Adenauers CDU. Infolgedessen dominierten ehemalige Nationalsozialisten einzelne Abteilungen wie jene für das Sozialwesen. Dort wurden die Passagen über die "Hilfe für Gefährdete" im Sozialhilfegesetz von 1962 verfasst. Im "Dritten Reich" waren Obdachlose, Prostituierte und andere Randgruppen als sogenannte Asoziale verfolgt und ermordet worden. Die Fortsetzung solcher Verbrechen forderte niemand im BMI, doch aus dem Gesetzestext spricht ein durch und durch illiberaler Geist. Wer [ Anfang der 1960er Jahre ! ] als "willensschwach" oder in seinem "Triebleben besonders hemmungslos" galt, riskierte, in einer "geeigneten Anstalt" zwangsweise untergebracht zu werden. Das Bundesverfassungsgericht kippte 1967 diese Bestimmung [ Siehe diesbezüglich auch unbedingt »"Fragwürdiger Umgang mit Opfern der Heimerziehung"« - »Heimerziehung mit wirtschaftlicher Ausbeutung der Insassen« - »Parteien und Politiker und ihr Einsatz für autoritäre FÜRSORGEerziehung/Bewahrung/BeugeHAFT und Arbeitsausbeutung zum Ziele der UMERZIEHUNG der Jugend« (Beitrag von MM vom 1. April 2018 sowohl wie, nochmals, vom 1. September 2018) unter anderem aufgeführt und festgehalten @ http://www.ehemalige-heimkinder-tatsachen.com/viewtopic.php?p=1557&sid=37658879ec399d734d44ba073d04ff72#p1557 ].

[ ……… ]

[ ……… ]

[ ……… ]

Bargatzky zählte zu den wenigen Beamten, die wussten, dass der Verfassungsschutz ehemalige Gestapo- und SS-Leute verdeckt als "freie Mitarbeiter" beschäftigte. Anstatt das Vorgehen zu unterbinden, half er der Kölner Behörde noch.

Solche Erkenntnisse lassen de Maizières Vorgänger Otto Schily (SPD) und Wolfgang Schäuble (CDU) schlecht aussehen. Sie hatten jahrelang jede Form der Aufarbeitung abgelehnt. Das BMI habe "keine nationalsozialistische Vergangenheit, die der Aufarbeitung bedarf", erklärte Schily. Auch de Maizière hatte zunächst geblockt.

[ ……… ]

[ ……… ]

ZITAT ENDE



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Bezüglich dem weiterhin fortbestehenden BUNDESMINISTERIUM DES INNERN und dem damals dazugehörenden BUNDESGESUNDHEITSAMT.

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Bezüglich der Hauptverantwortung und Pflicht zur Aufarbeitung der Bundesregierung.

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Die damalige Zuständigkeit und Verantwortung der Bundesregierung der Bundesrepublik Deutschland für alles was auf ihrem Hoheitsgebiet mit Gesundheit zu tun hatte.

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Abgeschlossene Aufarbeitung der Vergangenheit des Bundesministerium des Innern (BMI), dem damals auch das Bundesgesundheitsamt understand @ https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/kurzmeldungen/DE/2018/06/hueter-der-ordnung.html :

ZITAT ANFANG


MELDUNG - MINISTERIUM

Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat

19.06.2018

Hüter der Ordnung [ circa 830-seitiger bebilderter Band ]

[ FOTO: Werbefoto für dieses vor sieben Monaten erschienene Fachbuch ]

Geschichtsinstitute legen Ergebnisse des Projekts zur Aufarbeitung der Nachkriegsgeschichte der beiden deutschen Innenministerien vor.

Heute wurde im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat das Buch "Hüter der Ordnung - Die Innenministerien in Bonn und Ost-Berlin nach dem Nationalsozialismus" vorgestellt. Das Buch fasst die Ergebnisse eines knapp vierjährigen Forschungsprojekts zusammen, in dem die Geschichte des Bundesinnenministeriums (BMI) und des Ministeriums des Innern der DDR (MdI) erstmals systematisch untersucht wurde. Es stellt dar, mit welchem Personal beide Ministerien nach 1949 aufgebaut wurden, welche Prägungen die Bediensteten hatten und wie sich dies auf die Arbeit der Behörden auswirkte.

Dazu Bundesminister Horst Seehofer: "Heute, fast siebzig Jahre nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland, leben wir im tolerantesten, freiheitlichsten und friedlichstem Deutschland, das wir je hatten. Dies hängt eng zusammen mit der Bereitschaft, sich ehrlich mit unserer Vergangenheit auseinander zu setzen und entsprechende Lehren zu ziehen. Das Forschungsprojekt sehe ich als wichtigen Teil dieser Auseinandersetzung."


Mehrheit der BMI-Mitarbeiter aus der Bürokratie des Nationalsozialismus

Zwar stammten nur ein Zehntel der Beamten des BMI aus dem Reichsinnenministerium, jedoch die Mehrheit aus der Bürokratie des Nationalsozialismus, so die Bilanz der Forschungsgruppe unter der Leitung von Prof. Dr. Frank Bösch (Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam) und Prof. Dr. Andreas Wirsching (Institut für Zeitgeschichte München – Berlin). Meist waren dies Juristen aus der kommunalen Verwaltung, deren Berufseinstieg während der NS-Diktatur erfolgte. Während Belastete anfangs eher untergeordnete Posten erhielten, waren um 1960 zwei Drittel der leitenden Mitarbeiter (ab Referatsleiter) ehemalige NSDAP-Mitglieder und fast die Hälfte vormals Angehörige der SA.

"Die Bewerber mussten über ihren Lebenslauf Rechenschaft ablegen, allerdings wurden die Angaben kaum überprüft. Nicht wenige Beamte vermochten daher wesentliche Teile ihrer NS-Vergangenheit zu verschweigen. Sie passten sich der neuen demokratischen Ordnung an, aber oftmals bestanden etatistisch-autoritäre, nationalistische und stark antikommunistische Denkmuster fort, was sich in ihrer politischen Arbeit niederschlug", so Prof. Dr. Andreas Wirsching.

[ FOTO: Prof. Dr. Andreas Wisching bei seiner Rede. - Quelle: BMI ]

Der Band weist in vielen Bereichen nach, wie Gesetzesentwürfe aus dem Apparat des Bundesinnenministeriums an öffentlichen Protesten und dem Veto anderer politischer Gremien und Akteure scheiterten – wie etwa die Planungen zum Notstand, zum Presserecht oder zur Verfassung eines vereinigten Deutschlands.

[ FOTO: Staatssekretar Dr. Markus Kerber bei seiner Rede. - Quelle: BMI ]

Gegenüber jüdischen Minderheiten wählten die belasteten Mitarbeiter ebenfalls oft eine harte Linie, die einen Fortbestand älterer, zum Teil bereits vor 1933 üblicher Denkmuster zeigt. Auch in diesen Fällen entstand ein öffentlicher Unmut, der demokratische Lern- und Anpassungsprozesse in der Verwaltung förderte.


Alt-Kommunisten und junge Kader im Ministerium des Innern der DDR

[ FOTO: Prof. Dr. Frank Bösch bei seiner Rede. - Quelle: BMI ]

"Im Ministerium des Innern der DDR" erläutert Prof. Dr. Frank Bösch, "übernahmen Alt-Kommunisten und unbelastete junge Kader die Leitungsposten. Mitte der 1950er-Jahre waren dennoch immerhin rund ein Zehntel der leitenden Mitarbeiter ehemalige NSDAP-Mitglieder. Meist handelte es sich aber um jugendliche Eintritte während des Krieges, in den Expertenabteilungen aber auch um erfahrene Eliten."

Trotz der meist administrativ unerfahrenen Mitarbeiter gelang es dem Ministerium des Innern, eine Polizeiverwaltung und Administration aufzubauen, die die Machtstellung der SED sicherte.

In den zivilen und wissenschaftlichen Abteilungen dagegen knüpfte das ostdeutsche Ministerium stärker an etablierte Experten an, selbst wenn sie bürgerliche Lebensläufe aufwiesen und im Nationalsozialismus Karriere gemacht hatten. Das galt besonders für die im MdI angesiedelten Leitungsstellen im Archivwesen und für den militärisch relevanten Wetterdienst, wo rund 30 Prozent der Abteilungsleiter früher der NSDAP angehört hatten.

Während das Bundesinnenministerium [ BMI ] am traditionellen Beamtentum und an der bisherigen Verwaltungspraxis festhielt, erfolgte im Osten ein kompletter Umbau [ des MdI ], um den Einfluss der SED zu stärken.



Informationen zum Projekt

[ FOTO: Vier Exemplare des Buches nebeneinander aufgestellt auf einem Tisch --- Buchvorstellung "Hüter der Ordnung" - Quelle: BMI ]

Der circa 830-seitige bebilderte Band mit dem Titel "Hüter der Ordnung. Die Innenministerien in Bonn und Ost-Berlin nach dem Nationalsozialismus" ist im Wallstein-Verlag erschienen. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse finden Sie hier [ Siehe @ https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/downloads/DE/veroeffentlichungen/2018/hueter-der-ordnung-zusammenfassung.html;jsessionid=EE011AD5B231FEBAAC35F71AFE7138FE.1_cid364 ].

Weitere Monographien und Aufsätzen zu verschiedenen Schwerpunktthemen sind geplant. Informationen dazu finden Sie auf der Webseite des Forschungsteams [ Siehe @ https://geschichte-innenministerien.de/ ].

Begleitend zum Forschungsprojekt haben Studierende des Studiengangs Public History der Freien Universität Berlin die virtuelle Ausstellung "Kontinuitäten, Brüche, Neuanfang. Umgang mit dem Nationalsozialismus in den beiden deutschen Innenministerien 1949 bis 1970" entworfen [ Siehe @ http://ausstellung.geschichte-innenministerien.de/ ].



ARTIKEL

Aufarbeitung der Nachkriegsgeschichte beider deutscher Innenministerien [ Siehe @ https://www.bmi.bund.de/DE/ministerium/unsere-geschichte/ns-aufarbeitungsprojekt/ns-aufarbeitungsprojekt.html;jsessionid=EE011AD5B231FEBAAC35F71AFE7138FE.1_cid364 ]

ZITAT ENDE

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● Medikamententests und jegliche(r) weitere(r) Misshandlung und Missbrauch an nachkriegsdeutschen Heimkindern.


Bezüglich der Hauptverantwortung und Pflicht zur Aufarbeitung der Bundesregierung.


Die damalige Zuständigkeit und Verantwortung der Bundesregierung der Bundesrepublik Deutschland für alles was auf ihrem Hoheitsgebiet mit Gesundheit zu tun hatte.


Meines Erachtens, ein weiterer hoch relevanter Artikel schon veröffentlicht vor drei Jahren und zwei Monaten :

ZITAT ANFANG


DW - Deutsche Welle, Bonn und Berlin

04.11.2015

Autorin/Autor Naomi Conrad, Berlin


DEUTSCHLAND

Die braune Vergangenheit im Inneren

[ Gemeint ist die Bundesrepublik DeutschlandWestdeutschland ! – und ihr Bundesministerium des Innern, dem seinerzeit auch das gesamte westdeutsche Gesundheitswesen („Bundesgesundheitsamt“), alles Medizinische und Soziale und Jugend und Sport und Kultur unterstand ]


[ QUELLE: https://www.dw.com/de/die-braune-vergangenheit-im-inneren/a-18828628 ]

Die NS-Zeit war vorbei - doch in der Nachkriegszeit machten ehemalige NSDAP-Mitglieder wieder Karriere in deutschen Behörden und Ministerien. Auch im Bundesinnenministerium, wie eine neue Studie zeigt.

[ FOTO: Farbfoto des heutigen Gebäudes des Bundesministeriums des Innern, BMI-Dienstsitz Bonn ]

Ein Referatsleiter, der die Erziehungspolitik der Nationalsozialisten maßgeblich mitbestimmt hatte, andere, die an Zwangssterilisationen mitgewirkt hatten, hochrangige Mitglieder der NSDAP, SS und SA: Das Bundesinnenministerium der Nachkriegszeit war voller Menschen, die "nach heutigem Verständnis als NS-Täter bezeichnet werden müssen".

Das ist das Ergebnis einer jetzt vorgestellten Studie von unabhängigen Wissenschaftlern des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZFF),
[ Siehe „Vorstudie zum Thema“ (insgesamt 149 Seiten. Stand: 29.10.2015) @ https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/downloads/DE/veroeffentlichungen/2015/abschlussbericht-vorstudie-aufarbeitung-bmi-nachkriegsgeschichte.pdf?__blob=publicationFile&v=2 die von Innenminister Thomas de Maizière in Auftrag gegeben wurde: Die Historiker untersuchten die Lebensläufe von Mitarbeitern sowohl des Bundesinnenministeriums (BMI) in Bonn als auch des DDR-Ministeriums des Inneren (MdI) in Ostberlin. In den Personalakten, die zwischen 1949 und 1970 angelegt wurden, entdeckten Frank Bösch und sein Forscherteam eine "eklatant hohe" Zahl an Mitarbeitern mit NS-Vergangenheit, und zwar sowohl im Westen als auch im Osten.


Zwei Drittel der Beamten Nazis

Demnach waren 1950 die Hälfte aller Mitarbeiter im Bonner Bundesinnenministerium ehemalige NSDAP-Mitglieder. Zwischen 1956 und 1961 lag der Anteil sogar bei 66 Prozent - der nach bisherigen Erkenntnissen höchste Anteil von ehemaligen Nazis in einem westdeutschen Ministerium überhaupt.

Er sei überrascht gewesen, so Historiker Bösch, dass auch im ostdeutschen Ministerium des Inneren 14 Prozent aller Mitarbeiter ehemalige NSDAP-Mitglieder gewesen seien. Die Zahl übersteigt die bisher von Wissenschaftlern angenommene Zahl und liege, so der Forscher, auch deutlich über den DDR-internen Statistiken.

[ FOTO: Schwarz-weiß Foto: „Kanzler Adenauer mit seinem Vertrauten Globke (r.): Kariere trotz NS-Vergangenheit“ ]

Wie konnte es passieren, dass trotz Entnazifizierung ausgerechnet die beiden Innenministerien von so einer großen Zahl von ehemaligen Nationalsozialisten geprägt wurden? Ein Grund: Geschultes Personal war in der Nachkriegszeit rar, so die Erklärung der Autoren der Studie. Man habe auf entsprechende Expertise nicht verzichten wollen - auch nicht in der DDR. Und so fanden Beamte, die in der Verwaltung, Justiz und Polizei während der NS-Zeit gearbeitet und Karriere gemacht hatten, auch in der Nachkriegszeit wieder eine Anstellung, zum Teil in Toppositionen von Politik und Verwaltung.


Netzwerke von ehemaligen Nazis?

Entscheidend war aber wohl auch die Personalpolitik: Man setzte sich für seine ehemaligen NSDAP-Kumpanen ein. Ein Netzwerk von Ehemaligen spielte eine "große Rolle" bei der Einstellung anderer Ex-NSDAP-Mitglieder, so die Studie. Auch habe in Westdeutschland damals das Bundeskanzleramt unter seinem Chef Hans Globke Einfluss auf hochrangige Einstellungen im Innenressort genommen. Globke hatte ebenfalls im Reichsinnenministerium Karriere gemacht, war als Jurist an der Herausgabe eines NS-Kommentars zu den Nürnberger Rassegesetze beteiligt und hatte es dennoch geschafft, in der jungen Bundesrepublik ein enger Vertrauter von Kanzler Konrad Adenauer zu werden.

Darüber hinaus verschleierten viele Bewerber schlicht ihre NS-Vergangenheit: "Die haben zum großen Teil in den Einstellungsprozessen gelogen",
so Stefanie Palm, eine Doktorandin, die im Rahmen der ZZF-Studie hunderte von Personalakten durchforstet hat. Aber selbst in den Fällen, in denen die Vergangenheit doch ans Licht kam, habe es keinerlei Konsequenzen gegeben. "Das ist schon erschütternd", resümiert die Historikerin.

Es liegt auf der Hand, dass die dunkle Vergangenheit vieler Ministeriumsmitarbeiter Politik und Gesetzgebung beeinflusst haben muss: Die Autoren der Studie sehen klare Hinweise etwa auf eine antisemitische Grundhaltung im Ausländerreferat des Bundesinnenministeriums, aber auch in der Zensurpraxis von dessen Kulturabteilung. Um diese Frage weiter auf den Grund zu gehen, um den Einfluss besser beziffern zu können, habe er das Forschungsprojekt um zweieinhalb Jahre verlängert, so Innenminister Thomas de Maizière bei der Vorstellung der Studie.

Doch das ist gar nicht selbstverständlich: Jahrelang hatte sich das Innenministerium geweigert, sich seiner Vergangenheit zu stellen. Noch 2005 erklärte der damalige Innenminister Otto Schily (SPD), es gebe in seiner Behörde "keine nationalsozialistische Vergangenheit, die der Aufklärung bedarf". Auch de Maizière zögerte lange. Inzwischen ist er aber zu der Überzeugung gekommen, dass es die Aufgabe von Ministerien sei, ihre eigene NS-Vergangenheit zu untersuchen [ Siehe DW @ https://www.dw.com/de/braune-schatten/a-15781373 ].

Eine Aufgabe, der sich ausgerechnet das Bundeskanzleramt allerdings bislang nicht stellt - trotz seines ehemaligen Leiters Hans Globke, der unbeschadet seiner NS-Vergangenheit Politik der Nachkriegszeit mitbestimmen konnte.

DIE REDAKTION EMPFIEHLT

Braune Schatten [ Siehe [02.03.2012] @ https://www.dw.com/de/braune-schatten/a-15781373 ]

Nach 1945 waren Staatsdiener mit NS-Vergangenheit eher die Regel als die Ausnahme. Nun will die Bundesregierung diesen dunklen Teil aufklären. (02.03.2012)

Filmstart: "Der Staat gegen Fritz Bauer" [ Siehe [30.09.2015] @ https://www.dw.com/de/der-staat-gegen-fritz-bauer-im-kino/a-18635810 ]

Ein Lehrstück über altes Nazi-Denken in der jungen Bundesrepublik und den Kampf eines Unbeugsamen für Gerechtigkeit. "Der Staat gegen Fritz Bauer" läuft jetzt in den Kinos - und ist Thema in KINO. (30.09.2015)

Geheimdienste deckten Eichmann [ Siehe [07.06.2006] @ https://www.dw.com/de/geheimdienste-deckten-eichmann/a-2045743 ]

Deutsche und US-Geheimdienste haben 1958 verschleiert, dass der NS-Kriegsverbrecher Adolf Eichmann in Argentinien lebte - aus Sorge, er könnte über Hans Globke, den Staatssekretär Adenauers, auspacken. (07.06.2006)

ZITAT ENDE


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Bezüglich dem weiterhin fortbestehenden BUNDESMINISTERIUM DES INNERN und dem damals dazugehörenden BUNDESGESUNDHEITSAMT.

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Die damalige Zuständigkeit und Verantwortung der Bundesregierung der Bundesrepublik Deutschland für alles was auf ihrem Hoheitsgebiet mit Gesundheit zu tun hatte.

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Abgeschlossene Aufarbeitung der Vergangenheit des Bundesministerium des Innern (BMI), dem damals auch das Bundesgesundheitsamt understand @ https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/kurzmeldungen/DE/2018/06/hueter-der-ordnung.html :

ZITAT ANFANG


MELDUNG - MINISTERIUM

Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat

19.06.2018

Hüter der Ordnung [ circa 830-seitiger bebilderter Band ]

[ FOTO: Werbefoto für dieses vor sieben Monaten erschienene Fachbuch ]

Geschichtsinstitute legen Ergebnisse des Projekts zur Aufarbeitung der Nachkriegsgeschichte der beiden deutschen Innenministerien vor.

Heute wurde im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat das Buch "Hüter der Ordnung - Die Innenministerien in Bonn und Ost-Berlin nach dem Nationalsozialismus" vorgestellt. Das Buch fasst die Ergebnisse eines knapp vierjährigen Forschungsprojekts zusammen, in dem die Geschichte des Bundesinnenministeriums (BMI) und des Ministeriums des Innern der DDR (MdI) erstmals systematisch untersucht wurde. Es stellt dar, mit welchem Personal beide Ministerien nach 1949 aufgebaut wurden, welche Prägungen die Bediensteten hatten und wie sich dies auf die Arbeit der Behörden auswirkte.

Dazu Bundesminister Horst Seehofer: "Heute, fast siebzig Jahre nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland, leben wir im tolerantesten, freiheitlichsten und friedlichstem Deutschland, das wir je hatten. Dies hängt eng zusammen mit der Bereitschaft, sich ehrlich mit unserer Vergangenheit auseinander zu setzen und entsprechende Lehren zu ziehen. Das Forschungsprojekt sehe ich als wichtigen Teil dieser Auseinandersetzung."


Mehrheit der BMI-Mitarbeiter aus der Bürokratie des Nationalsozialismus

Zwar stammten nur ein Zehntel der Beamten des BMI aus dem Reichsinnenministerium, jedoch die Mehrheit aus der Bürokratie des Nationalsozialismus, so die Bilanz der Forschungsgruppe unter der Leitung von Prof. Dr. Frank Bösch (Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam) und Prof. Dr. Andreas Wirsching (Institut für Zeitgeschichte München – Berlin). Meist waren dies Juristen aus der kommunalen Verwaltung, deren Berufseinstieg während der NS-Diktatur erfolgte. Während Belastete anfangs eher untergeordnete Posten erhielten, waren um 1960 zwei Drittel der leitenden Mitarbeiter (ab Referatsleiter) ehemalige NSDAP-Mitglieder und fast die Hälfte vormals Angehörige der SA.

"Die Bewerber mussten über ihren Lebenslauf Rechenschaft ablegen, allerdings wurden die Angaben kaum überprüft. Nicht wenige Beamte vermochten daher wesentliche Teile ihrer NS-Vergangenheit zu verschweigen. Sie passten sich der neuen demokratischen Ordnung an, aber oftmals bestanden etatistisch-autoritäre, nationalistische und stark antikommunistische Denkmuster fort, was sich in ihrer politischen Arbeit niederschlug", so Prof. Dr. Andreas Wirsching.

[ FOTO: Prof. Dr. Andreas Wisching bei seiner Rede. - Quelle: BMI ]

Der Band weist in vielen Bereichen nach, wie Gesetzesentwürfe aus dem Apparat des Bundesinnenministeriums an öffentlichen Protesten und dem Veto anderer politischer Gremien und Akteure scheiterten – wie etwa die Planungen zum Notstand, zum Presserecht oder zur Verfassung eines vereinigten Deutschlands.

[ FOTO: Staatssekretar Dr. Markus Kerber bei seiner Rede. - Quelle: BMI ]

Gegenüber jüdischen Minderheiten wählten die belasteten Mitarbeiter ebenfalls oft eine harte Linie, die einen Fortbestand älterer, zum Teil bereits vor 1933 üblicher Denkmuster zeigt. Auch in diesen Fällen entstand ein öffentlicher Unmut, der demokratische Lern- und Anpassungsprozesse in der Verwaltung förderte.


Alt-Kommunisten und junge Kader im Ministerium des Innern der DDR

[ FOTO: Prof. Dr. Frank Bösch bei seiner Rede. - Quelle: BMI ]

"Im Ministerium des Innern der DDR" erläutert Prof. Dr. Frank Bösch, "übernahmen Alt-Kommunisten und unbelastete junge Kader die Leitungsposten. Mitte der 1950er-Jahre waren dennoch immerhin rund ein Zehntel der leitenden Mitarbeiter ehemalige NSDAP-Mitglieder. Meist handelte es sich aber um jugendliche Eintritte während des Krieges, in den Expertenabteilungen aber auch um erfahrene Eliten."

Trotz der meist administrativ unerfahrenen Mitarbeiter gelang es dem Ministerium des Innern, eine Polizeiverwaltung und Administration aufzubauen, die die Machtstellung der SED sicherte.

In den zivilen und wissenschaftlichen Abteilungen dagegen knüpfte das ostdeutsche Ministerium stärker an etablierte Experten an, selbst wenn sie bürgerliche Lebensläufe aufwiesen und im Nationalsozialismus Karriere gemacht hatten. Das galt besonders für die im MdI angesiedelten Leitungsstellen im Archivwesen und für den militärisch relevanten Wetterdienst, wo rund 30 Prozent der Abteilungsleiter früher der NSDAP angehört hatten.

Während das Bundesinnenministerium [ BMI ] am traditionellen Beamtentum und an der bisherigen Verwaltungspraxis festhielt, erfolgte im Osten ein kompletter Umbau [ des MdI ], um den Einfluss der SED zu stärken.



Informationen zum Projekt

[ FOTO: Vier Exemplare des Buches nebeneinander aufgestellt auf einem Tisch --- Buchvorstellung "Hüter der Ordnung" - Quelle: BMI ]

Der circa 830-seitige bebilderte Band mit dem Titel "Hüter der Ordnung. Die Innenministerien in Bonn und Ost-Berlin nach dem Nationalsozialismus" ist im Wallstein-Verlag erschienen. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse finden Sie hier [ Siehe @ https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/downloads/DE/veroeffentlichungen/2018/hueter-der-ordnung-zusammenfassung.html;jsessionid=EE011AD5B231FEBAAC35F71AFE7138FE.1_cid364 ].

Weitere Monographien und Aufsätzen zu verschiedenen Schwerpunktthemen sind geplant. Informationen dazu finden Sie auf der Webseite des Forschungsteams [ Siehe @ https://geschichte-innenministerien.de/ ].

Begleitend zum Forschungsprojekt haben Studierende des Studiengangs Public History der Freien Universität Berlin die virtuelle Ausstellung "Kontinuitäten, Brüche, Neuanfang. Umgang mit dem Nationalsozialismus in den beiden deutschen Innenministerien 1949 bis 1970" entworfen [ Siehe @ http://ausstellung.geschichte-innenministerien.de/ ].



ARTIKEL

Aufarbeitung der Nachkriegsgeschichte beider deutscher Innenministerien [ Siehe @ https://www.bmi.bund.de/DE/ministerium/unsere-geschichte/ns-aufarbeitungsprojekt/ns-aufarbeitungsprojekt.html;jsessionid=EE011AD5B231FEBAAC35F71AFE7138FE.1_cid364 ]

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● Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND (klassifiziert als "Menschenrechtsverletzungen").

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● Medikamententests und jegliche(r) weitere(r) Misshandlung und Missbrauch an nachkriegsdeutschen Heimkindern.

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Bezüglich dem weiterhin fortbestehenden BUNDESMINISTERIUM DES INNERN und dem damals dazugehörenden BUNDESGESUNDHEITSAMT.

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Bezüglich der Hauptverantwortung und Pflicht zur Aufarbeitung der Bundesregierung.

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Die damalige Zuständigkeit und Verantwortung der Bundesregierung der Bundesrepublik Deutschland für alles was auf ihrem Hoheitsgebiet mit Gesundheit zu tun hatte.

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Abgeschlossene Aufarbeitung der Vergangenheit des Bundesministerium des Innern (BMI), dem damals auch das Bundesgesundheitsamt understand @ https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/kurzmeldungen/DE/2018/06/hueter-der-ordnung.html :

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AMAZON @ https://www.amazon.de/H%C3%BCter-Ordnung-Innenministerien-Nationalsozialismus-Ver%C3%B6ffentlichung/dp/3835332066 (dort runter scrollen, und immer weiter runter scrollen) :

ZITAT ANFANG.


Hüter der Ordnung: Die Innenministerien in Bonn und Ost-Berlin nach dem Nationalsozialismus (Veröffentlichung zur Geschichte der deutschen Innenministerien nach 1945) Gebundenes Buch – 19. Juni 2018

von Frank Bösch (Herausgeber), Andreas Wirsching (Herausgeber)

Als Forschungsteam verfasst von Frank Bösch, Martin Diebel, Frieder Günther, Franziska Kuschel, Lutz Maeke, Stefanie Palm, Maren Richter, Dominik Rigoll, Irina Stange und Andreas Wirsching.


Produktinformation

Gebundene Ausgabe: 837 Seiten
Verlag: Wallstein; Auflage: 1 (19. Juni 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 9783835332065
ISBN-13: 978-3835332065
ASIN: 3835332066
Preis: 34,90 Euro


Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Altnazis dominierten das Innenministerium in dessen Gründerzeit. Eine Studie zeigt die Gefahr, die von den Beamten ausging.«
(Klaus Wiegrefe, Der Spiegel, 16.06.2018) [ Siehe »Das vierte Reich« @ https://magazin.spiegel.de/SP/2018/25/157896414/index.html ]

»Es geht hier nicht nur um die NS-Nachfolger im Westen, sondern auch im Osten. Erstmals.«

(Ronen Steinke, Süddeutsche Zeitung, 19.06.2018) [ Siehe »NS-Kontinuitäten – Schweben über der Vergangenheit« @ https://www.sueddeutsche.de/politik/ns-kontinuitaeten-schweben-ueber-der-vergangenheit-1.4020903 ]

»Die Studie.(...) macht deutlich, wie wichtig die zivilgesellschaftliche Kontrolle staatlicher Institutionen für eine demokratische Gesellschaft ist und bleibt.«
(Martin Hubert, Deutschlandfunk Andruck, 22.06.2018) [ Momentan leider nicht im Internet aufzuspüren. ]

»Die Studie ›Hüter der Ordnung‹ gibt jetzt einen umfassenden Einblick in den Umgang der unterschiedlichen Systeme mit der gleichen Vergangenheit.«

(Simon Köppl, MDR AKTUELL, 20.06.2018) [ Siehe »Studie zu Innenministerien in Ost und West --- Führende DDR-Funktionäre hatten NS-Vergangenheit --- BRD: Zwei Drittel mit NSDAP-Parteibuch« @ https://www.mdr.de/nachrichten/politik/inland/bundesinnenministerium-nationalsozialistisches-erbe-ddr-100.html ]


[ Kurze ] Rezension

Winfried Brinkmeier

5,0 von 5 Sternen

Die Innenministerien der BRD und der damaligen DDR in Bonn und Ost-Berlin

30. Oktober 2018

Rezension des Buches „Hüter der Ordnung – Die Innenministerien in Bonn und Ost-Berlin nach dem Nationalsozialismus“ von Frank Bösch & Andreas Wirsching, © Wallstein-Verlag, Göttingen 2018 --- ISBN 978-3-8353-3206-5


Frank Bösch ist Professor für Deutsche und Europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts an der Universität Potsdam und Direktor des Zentrums für Zeitgenössische Forschung Potsdam.

Andreas Wirsching ist Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität München und Direktor des Instituts für Zeitgeschichte München – Berlin.

Die beiden Wissenschaftler und ihre Mitarbeiter haben sich intensiv mit den Innenministerien in Bonn und in Ost-Berlin nach dem Nationalsozialismus befasst, die beide maßgeblich zum Aufbau und zur Konsolidierung der Bundesrepublik und der damaligen DDR beigetragen haben. Dies Buch entstand in enger Zusammenarbeit beider Institute und ihrer Mitarbeiter. Sie schildern, wie und mit welchem Personal dies geschah und welche politischen Folgen die jeweiligen Prägungen der Mitarbeiter hatten und wie sich die Verwaltungskultur in Ost und West veränderte. In 20 diversen Kapiteln unter 5 verschiedenen Überschriften erfassen sie die Thematik hervorragend. Anschließend erfolgt eine Bilanz über die beiden deutschen Innenministerien. Ein Abkürzungsverzeichnis, ein Quellen – und Literaturverzeichnis, ein Abbildungsnachweis, ein Verzeichnis der Autorinnen und Autoren sowie ein Personenregister ergänzen das Buch. Damit handelt es sich um eine auch von der Form her gute wissenschaftliche Arbeit, die allen Anforderungen genügt. Ich halte dieses Buch für ein hervorragendes wissenschaftliches Werk, das die schwierige Thematik genau betrachtet und beschreibt. Zudem ist es nachvollziehbar geschrieben und für Fachleute spannend zu lesen. Dies Buch zu lesen, war ein Genuss. Ich gebe dem Opus deswegen in meiner Gesamtbewertung 5 Sterne.


ZITAT ENDE.


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● Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND (klassifiziert als "Menschenrechtsverletzungen").

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● Medikamententests und jegliche(r) weitere(r) Misshandlung und Missbrauch an nachkriegsdeutschen Heimkindern.

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Bezüglich dem weiterhin fortbestehenden BUNDESMINISTERIUM DES INNERN und dem damals dazugehörenden BUNDESGESUNDHEITSAMT.

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Bezüglich der Hauptverantwortung und Pflicht zur Aufarbeitung der Bundesregierung.

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Die damalige Zuständigkeit und Verantwortung der Bundesregierung der Bundesrepublik Deutschland für alles was auf ihrem Hoheitsgebiet mit Gesundheit zu tun hatte.

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BRD - Nachkriegsdeutsche Leitende Politische Persönlichkeiten mit NS-Vergangenheit im westdeutschen Bundesgesundheitsamt, das damals dem Bundesministerium des Innern understand:

Karl Haedenkamp (*26.02.1889 - †13.07.1955)
Franz Albert Redeker (*17.06.1891 - †16.09.1962)
Otto Taleus Eberhard Buurman (*10.11.1890 - †03.03.1967)


Genau diese hatten auch das Sagen, auf Bundesebene, insbesondere was damals, in den 1950er und 1960er Jahren, die medizinische Behandlung von Heimkindern und Insassen von Psychiatrien und Behinderten Einrichtungen betraf.

Besonders sie bestimmten was in Bezug auf Medikamententests im gesamten Bundesgebiet gestattet und hinnehmbar war und was nicht.



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● Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND (klassifiziert als "Menschenrechtsverletzungen").


Es kann sein, dass ich in meinen vorherigen und bisherigen Erklärungen in meinen hiesigen Beiträgen bezüglich dem damaligen westdeutschen Bundesdeutschen Gesundheitswesen die Verantwortungskette und Zuständigkeiten unzureichend dargestellt habe, da ich aus der Ferne (von Australien aus arbeitend) da bisher garnicht so richtig habe durchblicken können. Die Information, die ich Euch bisher zur Verfügung gestellt habe war zwar nicht falsch, aber sie war inkomplett. Ich weiß aber immer noch nicht wie ich sie jetzt am besten vervollständigen kann.

Kein Zweifel ----- es besteht und bestand definitiv, was
die obersten Bundesdeutschen Gesundheitsbehörden betrifft und betraf, ein Unterschied zwischen

Bundesministerium für Gesundheit“ („BMG“) ( Siehe
WIKIPEDIA @ https://de.wikipedia.org/wiki/Bundesministerium_f%C3%BCr_Gesundheit_(Deutschland) )

und

Bundesgesundheitsamt“ („BGA“) ( Siehe
WIKIPEDIA @ https://de.wikipedia.org/wiki/Bundesgesundheitsamt )

sowohl wie auch, somit, ein Unterschied zwischen dem „Bundesminister für Gesundheit“ ( Siehe „Bundesminister seit 1961“ in
WIKIPEDIA @ https://de.wikipedia.org/wiki/Bundesministerium_f%C3%BCr_Gesundheit_(Deutschland) (dort etwas runter scrollen) )

und

dem „Präsidenten des Bundesgesundheitsamtes“ ( Siehe „Präsidenten des Bundesgesundheitsamtes“ in
WIKIPEDIA @ https://de.wikipedia.org/wiki/Bundesgesundheitsamt (dort etwas runter scrollen) )

und auch aus dem Inhalt des folgenden Dokuments aus dem Jahre 2012 wird dies ersichtlich und noch einmal genau veranschaulicht:


QUELLE: https://www.aerztezeitung.de/panorama/k_specials/30-jahre/article/813013/hiv-skandal-blutprodukte-seehofer-zerschlaegt-bga.html :

ZITAT ANFANG

Ärzte Zeitung, 11.05.2012

HIV-Skandal um Blutprodukte: Seehofer zerschlägt das BGA

[ d.h. Bundesminister für Gesundheit Horst Seehofer ( 1992-1998 ) („BMG“) zerschlägt das Bundesgesundheitsamt („BGA“) ----- „Die Regierung Kohl löste es schließlich am 30. Juni 1994 nach fast 600 Toten infolge HIV-verseuchter Blutpräparate auf.“ ]

[Horst Lorenz Seehofer (* 4. Juli 1949 in Ingolstadt) ist ein deutscher Politiker (CSU). Er ist seit März 2018
Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat im Kabinett Merkel IV und seit 2019 Ehrenvorsitzender der CSU.“ ]


Anhaltendes Missmanagement im Bundesgesundheitsamt und HIV-kontaminierte Blutprodukte werden im Oktober 1993 zum Polit-Skandal. Seehofer greift durch, der Bundestag bildet einen Untersuchungsausschuss.

Berlin/Bonn, im Oktober und November 1993. Das Arzneimittelinstitut des Bundesgesundheitsamtes (BGA) hat dem Bundesgesundheitsministerium [BMG] jahrelang verschwiegen, dass in mindestens 373 Fällen der Verdacht bestanden hat, dass HIV-infizierte Blutprodukte in Verkehr gebracht worden sind.

Bundesgesundheitsminister Seehofer reagiert sofort: Er entlässt seinen zuständigen Abteilungsleiter Professor Manfred Steinbach. BGA-Präsident Professor Dieter Großklaus bittet auf Verlangen Seehofers um vorzeitige Pensionierung.

Später wird der Leiter Arzneimittelverkehr im BGA-Arzneiinstitut, Professor Gottfried Kreutz, suspendiert.

Binnen weniger Tage wird bekannt, dass sich möglicherweise weitere HIV-kontaminierte Chargen von Blutprodukten noch im Verkehr befinden.

Politik und Medien sind aufs höchste alarmiert, zumal sich in Frankreich ein ähnlicher Skandal abgespielt hat. Die "Ärzte Zeitung" startet vor dem Hintergrund wachsender Verunsicherung in der Bevölkerung am 11. Oktober eine umfassende Serie zum Thema "Blut und HIV-Risiko".

Denn es sind die Ärzte, die von der Bevölkerung mit Fragen konfrontiert werden und die die Labortests machen müssen.

Damals unbekannt: HIV kann durch Blut übertragen werden

In vorliegendem Fall werden die Tests und notwendigen Beratungen jenseits der geltenden gesetzlichen Honorarbudgets vergütet.

Die Ursachen des Skandals reichen in die erste Hälfte der 1980er Jahre zurück. Damals wusste man noch nicht, dass HIV durch Blut und Blutderivate übertragen werden kann.

Zwar gab es schon Hepatitis-sichere hitzebehandelte Blutprodukte (Faktor VIII), die, wie sich später herausstellte, auch das HI-Virus vernichteten - man setzte diese Faktor-VIII-Präparate wegen ihres hohen Preises nicht zuletzt auch auf Druck von Krankenkassen nur bei Hämophilen ein, die sich noch keine Hepatitis erworben hatten.

Erst mit Wirkung ab dem 10. Oktober 1985 musste gespendetes Blut auf HIV getestet werden.

Das erste rekombinante Faktor-VIII-Präparat ist erst im Juli 1993 auf den Markt gekommen.

Aufgrund dieser Umstände wurden mehr als 1800 Hämophilie-Patienten mit HIV infiziert. Mitte Oktober 1993 sagt Bundesgesundheitsminister Seehofer den Opfern zu, einen mit zehn Millionen DM dotieren Hilfsfonds zu schaffen.

Die Mittel sollen von Bund, Ländern, DRK und Plasma-Herstellern kommen. Der Interessenverband Hämophiler fordert hingegen eine Entschädigung von 600 Millionen DM.

Arzneimittelrecht keine geeignete Grundlage für Schmerzensgeldansprüche

Das geltende Arzneimittelrecht und die darin vorgesehene Gefährdungshaftung der Hersteller erweist sich als unzulängliche Rechtsgrundlage, Schmerzensgeld und Schadensersatz durchzusetzen.

Der Grund: Die Betroffenen haben Produkte verschiedener Hersteller erhalten, die Kausalität der Infektion zu einem konkreten kontaminierten Produkt kann nicht hergestellt werden.

Vor allem die Versicherungen der Blutprodukte-Hersteller weigern sich hartnäckig, einen Beitrag für den Fonds zu leisten.

Für das Bundesgesundheitsamt naht das Ende. Die Behörde mit ihren über 3000 Mitarbeitern, so schlägt Seehofer bereits am 13. Oktober 1993 vor, soll aufgelöst werden; die einzelnen Institute sollen den Fachabteilungen des Ministeriums unterstellt werden.

Noch im gleichen Monat wird ein Parlamentarischer Untersuchungsausschuss eingesetzt.

Die Zerschlagung des Bundesgesundheitsamtes ist der Gipfel eines unrühmlichen Kapitels der Gesundheitspolitik:

Alle Vorgänger Seehofers im Kabinett Kohl - Heiner Geißler, Rita Süssmuth, Ursula Lehr, Gerda Hasselfeldt - waren am Management der Großbehörde desinteressiert, entzogen ihr Mittel, verwendeten die eigenen Ressourcen für anderweitige Aufgaben oder politische Hobbys.

Sie alle haben ein komplexes Problem hinterlassen, dessen Lösung die Politik auf Jahre beschäftigen wird. (HL)


ZITAT ENDE

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● Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND (klassifiziert als "Menschenrechtsverletzungen").

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Jetzt hier in Bezug auf das Bundesland Schleswig-Holstein und insbesondere in Bezug auf ehemalige Heimkinder und Patienten von Kinder- und Jugendpsychiatrien sowohl wie auch jungen Leuten in den dortigen damaligen Behindertenheimen! :


Veröffentlicht am 23.01.2019 in Pressemitteilungen :

ZITAT ANFANG.

TOP 34: Drucksache 19/1174 :

Wolfgang Baasch, MdL (
SPD) :

[ zur Person:
WIKIPEDIA: https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Baasch

HOMEPAGE: https://www.wolfgang-baasch.de/

(23.01.2019) https://www.wolfgang-baasch.de/meldungen/alle-moeglichkeiten-der-aufarbeitung-nutzen-und-fortsetzen/ :

(23.01.2019)
http://www.landespresseportal.de/schleswig-holstein/item/33868-alle-m%C3%B6glichkeiten-der-aufarbeitung-nutzen-und-fortsetzen.html ]


Alle Möglichkeiten der Aufarbeitung nutzen und fortsetzen

Mittwoch, 23. Januar 2019 15:56

Mit dem öffentlichen Symposium „Die Vergangenheit im Kopf – die Zukunft in der Hand“ am 28. und 29. November 2018 hat sich der Landtag einem schrecklichen Kapitel Schleswig-Holsteinischer Geschichte gestellt.

Hier im hohen Haus kamen erstmals die heute erwachsenen Opfer des Missbrauchs in den Einrichtungen der Kinder- und Jugendpsychiatrie und Behindertenhilfe in Schleswig-Holstein zu Wort. Es war erschreckend von den Schmerzen, der Gewalt, der Gleichgültigkeit und der Herzenskälte zu hören, die diese Menschen als Kinder und Jugendliche ausgesetzt waren. Kinder und Jugendliche, die für Medikamentenversuche missbraucht wurden und schlimmster, schwarzer Pädagogik wehrlos ausgesetzt waren.

So etwas darf nie wieder vorkommen!

Beschämend ist aber auch, dass erst heute im Jahr 2018/2019 wir mit einer öffentlichen Aufarbeitung dieser Vorgänge beginnen. Lange wurde den ehemaligen Heimkindern nicht geglaubt. Obwohl ihre Erlebnisse lange bekannt sind, ist wenig - viel zu wenig - bisher passiert. Die Beratungsstelle der Stiftung „Anerkennung und Hilfe in Schleswig-Holstein“ unterstützt seit 2017 Betroffene durch Beratung und bei der Antragstellung um Entschädigungsleistungen.

Die Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle leisten hier eine vorbildliche und anerkannte Arbeit. Eine wissenschaftliche Aufarbeitung, die die Medikamentenversuche in Psychiatrien und Heimen in Schleswig-Holstein zwischen 1945 und 1975 untersucht, soll ihre Ergebnisse bis 2021 vorlegen. Dies macht deutlich, wie spät und wieviel zu spät wir uns jetzt diesem dunklen Kapitel Schleswig-Holsteinischer Geschichte stellen.

Mit dem Symposium haben Betroffene, haben die Opfer, Gehör im Landtag gefunden. Beeindruckend waren der Mut und die Klarheit mit der ehemalige Heimkinder - heutige Erwachsene - die Leiden und Qualen, aber auch ihre Albträume und Ängste, in aller Öffentlichkeit geschildert haben. Dafür gilt mein, gilt unser aller Respekt vor diesen mutigen, couragierten, manchmal aber auch bis an psychische Belastungsgrenzen gehenden Berichte.

Danke für Ihren aufrüttelnden und nie nachlassenden Einsatz um Anerkennung und Gerechtigkeit.

Nun ist es auch an uns dafür zu sorgen, dass im Rahmen der Aufarbeitung alle verfügbaren Informationen und Akten von Trägern, von Kliniken, Heimen, Einrichtungen und der Pharmazeutischen Unternehmen geöffnet und zur Verfügung gestellt werden. Mit unserem Handeln und unseren Möglichkeiten, müssen wir die wissenschaftliche Aufarbeitung in all ihren Aspekten - auch der schwarzen Pädagogik und der brutalen Gewalt durch die damals Verantwortlichen unterstützen. Wir müssen uns dafür einsetzen, dass Betroffene nicht durch bürokratische Hürden ein zweites Mal zu Opfern werden. Das gilt sowohl für Antragsfristen wie auch für zu eng gefasste Regelungen im Entschädigungsrecht. Wir sollten dabei die Arbeit der Stiftung Anerkennung und Hilfe und die Ergebnisse der Beratungen im Beirat der Stiftung intensiv begleiten.

Wir sollten darauf achten, dass Betroffene, die als Heimkinder schweres Leid in Schleswig-Holstein erlitten haben, im Alter, bei Krankheit oder im Pflegefall individuelle Unterstützungs- und Hilfestellungen bekommen. Hierzu wurde im Symposium ein sehr beachtenswerter Vorschlag unterbreitet, den wir unbedingt aufgreifen sollten! Diese Grundsätze haben wir im Sozialausschuss am 10. Januar 2019 gemeinsam als Konsequenz aus dem Symposium vom 28. und 29. November 2018 beschlossen.

Ich bin den Kolleginnen und Kollegen von CDU, Grünen, FDP und SSW außerordentlich dankbar, dass es uns gelungen ist, diesen gemeinsamen Beschluss als gemeinsames Versprechen auf den Weg zu bringen. Ein ganz besonderer Dank gilt dem Vorsitzenden des Sozialausschusses, Werner Kalinka, der den vorliegenden Beschluss des Sozialausschusses gut vorbereitet und mit seiner offen-konstruktiven Art zu einem gemeinsamen Ergebnis geführt hat.

Die Verletzung und Missachtung von Menschrechten, die Misshandlung von Kindern und Jugendlichen, die in der Obhut des Staates eigentlich Schutz finden sollten, darf nie wieder geschehen.


ZITAT ENDE.


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● Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND (klassifiziert als "Menschenrechtsverletzungen").

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Ich habe am letzten Wochenende damit begonnen folgende RUNDMAIL an so viele Empfänger in Deutschland wie möglich zu senden, ohne den jeweiligen Empfängern anzuzeigen wer diese RUNDMAIL aktuell von mir zugeschickt bekommen hat.

Unter den Empfängern dieser RUNDMAIL sind viele ehemalige Heimkinder, diverse Unterstützer der ehemaligen Heimkinder, Fachleute und Wissenschaftler der Pädagogik und Psychology, Juristen und Professoren in den Rechtswissenschaften, Mediziner und Pharmakonzerne, Lehrer und Studenten, Historiker und Archivisten, Landes- und Bundespolitiker und Medien-Organiesationen groß und klein.

Aber genau wen in der Gesellschaft in Deutschland dieses Thema – die nachkriegsdeutsche Heimerziehungsgeschichte und die damalig existierenden politischen Begebenheiten – wirklich interessiert ist schwer zu sagen:

Niemand wird wissen wer diese RUNDMAIL erhalten hat – und wer nicht – es sei denn die Leute, die sie erhalten haben (und auch diejenigen, die sie nicht erhalten haben, aber sie jetzt hier erstmalig zu Gesicht bekommen), reden miteinander darüber und helfen somit mit eine weite informierte diesbezügliche Öffentlichkeit herzustellen:


ZITAT ANFANG.

(1950er/1960er) Skandal / Skandale im BUNDESMINISTERIUM DES INNERN, dem Resort dem damals auch das BUNDESGESUNDHEITSAMT unterstand.

Falls es jemanden interessiert …

und es bisher noch von niemanden entdeckt worden ist …


Dieser Aspekt wird von mir behandelt in verschiedenen meinerseitigen Beiträgen im EHEMALIGE-HEIMKINDER-TATSACHEN.COM-Forum unter der Thread-Überschrift

»Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND [
klassifiziert als "Menschenrechtsverletzungen":

(
aber nicht nur in diesem Forum, sondern auch in vielen anderen Foren im internet ! )

(So. 20. Januar 2019, um 00:48 Uhr) @
http://www.ehemalige-heimkinder-tatsachen.com/phpBB3/viewtopic.php?p=1710#p1710

(Mi. 23. Januar 2019, um 05:31 Uhr) @ http://www.ehemalige-heimkinder-tatsachen.com/phpBB3/viewtopic.php?p=1711#p1711

(Do. 24. Januar 2019, um 05:35 Uhr) @ http://www.ehemalige-heimkinder-tatsachen.com/phpBB3/viewtopic.php?p=1712#p1712

(Fr. 25. Januar 2019, um 04:54 Uhr) @ http://www.ehemalige-heimkinder-tatsachen.com/viewtopic.php?p=1713#p1713

(Sa. 26. Januar 2019, um 03:40 Uhr) @ http://www.ehemalige-heimkinder-tatsachen.com/viewtopic.php?p=1714#p1714

(So. 27. Januar 2019, um 01:22 Uhr) @ http://www.ehemalige-heimkinder-tatsachen.com/viewtopic.php?p=1715#p1715

(Di. 29. Januar 2019, um 01:39 Uhr) @ http://www.ehemalige-heimkinder-tatsachen.com/viewtopic.php?p=1716#p1716

DW - Deutsche Welle - 04.11.2015 - Die braune Vergangenheit im Inneren
Zwei Drittel der Beamten Nazis
Demnach waren 1950 die Hälfte aller Mitarbeiter im Bonner Bundesinnenministerium ehemalige NSDAP-Mitglieder. Zwischen 1956 und 1961 lag der Anteil sogar bei 66 Prozent - der nach bisherigen Erkenntnissen höchste Anteil von ehemaligen Nazis in einem westdeutschen Ministerium überhaupt.

Prof. Dr. Christian Schrapper, 09.06.2006: „Die haben sozusagen ihre erbbiologischen Paradigmen nahtlos aus der NS-Zeit übertragen, und ich meine, sie trugen genauso wie die Erzieher vor Ort, meiner Ansicht nach sogar noch mehr, ganz erheblich dazu bei, dass wir diese menschenverachtende Situation hier in der Fürsorgeerziehung vorgefunden haben.

Simon Lissner, 11.5.2013: „Man wollte freilich nicht zugestehen, dass die Zwangsunterbringung und „Fürsorge“ darin bestand, das System der Nationalsozialistischen „Fürsorge“ für „unwerte“ Kinder und Jugendliche geradezu nahtlos in die junge Bundesrepublik übernommen zu haben und mithin nahe liegender Weise eigentlich davon zu sprechen wäre, es handle sich dabei um einen weiteren Rest des Nationalsozialismus, der sich in „althergebrachten“ Behörden und unter konfessionellen Kutten in die „Neuzeit“ rettete.

Peter Wensierski, 27.03.2006: „Die Jugendlichen sollten den Normen von Zucht und Ordnung angepasst werden. Das waren die vorherrschenden Erziehungsziele in den Heimen. Man hat nach dem Krieg in Deutschland in der öffentlichen Erziehung überhaupt nicht selbstkritisch reflektiert, was hat man in der Nazizeit gemacht, was hat man in den 30er Jahren gemacht, man hat einfach nahtlos da weiter gemacht.

Heimerziehung in Österreich [wo es auch nicht anders war], 18.01.2019:
https://austria-forum.org/af/AustriaWiki/Heimerziehung_in_%C3%96sterreich:
Nach dem Zweiten Weltkrieg ging die Politik der Jugendfürsorge beinahe nahtlos wieder in eine biopolitische Richtung über. Im Schatten des faschistischen Menschenbildes wurden die Kinder drei Jahrzehnte als verwahrlost, unnütz und kriminell stigmatisiert und waren sowohl in privaten, kirchlichen wie auch in weltlichen Heimen in ganz Österreich jeglicher Art von Gewalt, insbesondere auch medizinischen Versuchen und Zwangsarbeit ausgesetzt.

FR - Frankfurter Rundschau - INTERVIEW MIT PSYCHOTHERAPEUT KAPPELER, 18.08.2009:
https://www.fr.de/rhein-main/opfer-damals-vergessen-11480501.html
In wie weit wirkte die Nazi-Ideologie in der Quälerei der Heimkinder fort?
Die Anstaltserziehung war auch schon vor 1933 ein autoritäres System. Die Nazis haben die Demütigungen und Misshandlungen dann noch verschärft. Nach dem Krieg ist das nahtlos fortgesetzt worden. Zum Teil wurden KZ und Zwangsarbeiterlager zu Erziehungsanstalten umfunktioniert. Die ehemalige Anstalt in Guxhagen in Nordhessen ist ein Paradebeispiel dafür. In Glückstadt [Schleswig-Holstein] ließ man die Heimkinder sogar die KZ-Kleidung auftragen, um Geld zu sparen.

DER SPIEGEL, 31.10.2015 – Zeitgeschichte - Braune Diener des neuen Staats
[BRD] NS-belastete Spitzenbeamte zu Hunderten eingestellt
Der Anteil der Beamten mit brauner Vergangenheit im Bundesinnenministerium (BMI) sei "ausgesprochen hoch" gewesen. Schlimmer noch: Die "Affinitäten zum NS-Regime" ließen sich "anfangs auch in der konkreten Sachpolitik des BMI nachweisen".

Die Schirmherrin Antje Vollmer (2009-2010) am »Runden Tisch Heimerziehung« konnte und wollte dies aber weder wirklich sehen noch einsehen.


Eine Ihrerseitige Rückmeldung / Stellungnahme zu diesen Aspekten wäre mir angenehm.

Mit Besten Grüßen von Eurem Mitstreiter in Australien

Martin MITCHELL


ZITAT ENDE.

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● Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND (klassifiziert als "Menschenrechtsverletzungen").

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Wie sich herausstellt lebte das "Dritte Reich" nach Ende des Zweiten Weltkrieges jahrzehntelang ungestört weiter, insbesondere auch in Schleswig-Holstein :

ZITAT ANFANG.

In dieser Woche [wohl in der letzten Woche im Januar 1990] debattiert der schleswig-holsteinische Landtag über eine Untersuchung der [SPD] Regierung [Björn] Engholm [31. Mai 1988 bis 3. Mai 1993] zur „Renazifizierung“ des nördlichen Bundeslandes.

Wir veröffentlichen Auszüge aus diesem einzigartigen Dokument zur Nachgeschichte der NS-Zeit :


Das braune Schleswig-Holstein
[ insbesondere in den 1950er und 1960er Jahren ]

AUS DER ZEIT NR. 05/1990

26. Januar 1990, 7:00 Uhr / Aktualisiert am 21. November 2012, 23:48 Uhr

Wie sich in Norddeutschland Verantwortliche, Nutznießer und Aktivisten des NS-Regimes der Entnazifizierung entzogen

Aus der Antwort der Landesregierung in Kiel zur Großen Anfrage der SPD-Fraktion (6. 12. 89, Drucksache 12/608):

Es gibt zahlreiche Publizisten, die behaupten, Schleswig-Holstein sei in den ersten Nachkriegsjahrzehnten ein Schlupfwinkel für Nationalsozialisten gewesen. Wie erklärt sich die Landesregierung diese Behauptung, und welche Gründe gab es für einen solchen Ruf?

ZITAT ENDE.

Erstmalig wiederbelebt 2012.

Sehr langer und detaillierter wirklich augenöffnender Artikel !

Um sich selbst eine eigene Meinung bezüglich dieser damaligen Sachlage bilden zu können begebe man sich bitte zum
ORIGINAL: ZEIT ONLINE @ https://www.zeit.de/1990/05/das-braune-schleswig-holstein/komplettansicht


Zur weiteren Information und unerlässlichen Weiterbildung siehe auch unbedingt: »Entnazifizierung in Schleswig-Holstein« @ https://www.spd-geschichtswerkstatt.de/wiki/Entnazifizierung_in_Schleswig-Holstein


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Heutige schleswigholsteinische Ärzteschaft unzweifelhaft auf der Seite der damaligen Heimopfer und Psychiatrieopfer :

Jetzt hier in Bezug auf das Bundesland Schleswig-Holstein und insbesondere in Bezug auf ehemalige Heimkinder und Patienten von Kinder- und Jugendpsychiatrien sowohl wie auch jungen Leuten in den dortigen damaligen Behindertenheimen! :

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QUELLE: Esther Geißlinger, ÄRZTEKAMMER SCHLESWIG-HOLSTEIN (Kein Datum vorhanden; mögliches Zeitfenster: Ende 2018 / Anfang 2019) @ https://www.aeksh.de/sie-waren-eben-einfach-bestien :

ZITAT ANFANG.

„Sie waren eben einfach Bestien“

[ FOTO: Ehemaliges Heimkind Günter Wulf am Rednerpult im Plenarsaal im Kieler Landtag am Mittwoch, 28. November 2018 ]

Ehemalige Heimkinder wie Günter Wulf berichteten im Kieler Landtag von ihren traumatischen Erlebnissen während der Kindheit. Das Symposium führte dazu, dass Politik und Öffentlichkeit für ihr Leid sensibilisiert wurden.

Der kleine Günter war ein neugieriges Kind, das gern lernte und am liebsten draußen an der frischen Luft war, so erinnert sich der heute 59-jährige Günter Wulf an sein früheres Ich. Doch in den Augen des Personals der Vorwerker Diakonie in Lübeck war der Knirps aggressiv, wollte sich nicht unterordnen und musste darum mit kalten Bädern und Zwangsjacke ruhiggestellt werden. „Dabei hätte ich nur etwas Ruhe und eine Bezugsperson gebraucht“, sagt Wulf, der bereits als Kleinkind in die Einrichtung gesteckt wurde und bis zu seinem 18. Lebensjahr in psychiatrischen Heimen lebte. Darunter als längste Station in der Jugendpsychiatrie auf dem Hesterberg in Schleswig, in die Wulf 1969 eingewiesen wurde. Damals war er neun Jahre alt. Es war der Beginn einer Leidenszeit mit Hunger, Brutalität und „absoluter Lieblosigkeit“, berichtet er heute und fragt: „Warum behandelt man kleine Kinder wie Verbrecher?“

Um sein und andere Schicksale ehemaliger Patienten, die in den Nachkriegsjahren und bis in die 70er Jahre hinein ihre Kindheit in psychiatrischen Einrichtungen oder Heimen der Behindertenhilfe verbrachten, ging es bei einem Symposium im Kieler Landtag, zu dem der Sozialausschuss eingeladen hatte. Alle Betroffenen erzählen von Schlägen, Festbinden oder tagelanger Haft in düsteren „Bunkern“ oder „Besinnungsstübchen“, von drangvoll engen Schlafsälen, von harter Arbeit ohne Zeit für Spielen oder Schulbesuche. Sogar an Todesfälle, die das brutale oder gleichgültige Personal verschuldete oder zumindest nicht verhinderte, erinnern sich einige der Betroffenen. Und immer wieder berichten sie von ärztlichen Behandlungen, darunter Elektroschocks ohne Betäubung, und von Medikamenten. Selten wissen die ehemaligen Heimkinder, was ihnen verabreicht wurde und ob die Pillen ihnen helfen sollten oder an ihnen getestet wurden. Einig sind sich Frauen und Männer, die im Plenarsaal des Kieler Parlaments das Wort ergreifen: Der Aufenthalt in der Psychiatrie habe ihr Leben nachhaltig geprägt, die Gesundheit angegriffen und Chancen auf Bildung und Karriere verdorben. So ging es auch Günter Wulf, dessen Vortrag der ausführlichste des Symposiums war – und sicher der, der für die Menschen im Saal am schwersten zu ertragen war. Viele Zuhörer, darunter Mitglieder des Sozialausschusses und Gesundheitsminister Dr. rer. pol. Heiner Garg (FDP), kämpften mit den Tränen und fanden hinterher kaum Worte, um das Gesagte zu würdigen.

Nach einer kurzen Schulzeit erhielt der Achtjährige das Prädikat „bildungsunfähig“, offenbar war er zu „unruhig“ für die Klasse gewesen. Mit neun Jahren wurde der Junge zum Hesterberg geschickt, die Abteilung für Kinder und Jugendliche des Landeskrankenhauses für psychisch Kranke in Schleswig: „Ich kam dort in die geschlossene Abteilung, wurde gleich am ersten Tag in die Zwangsjacke gesteckt und erhielt heftige Medikamente“, berichtet Wulf. „Ich lallte nur noch.“ Jeden Tag gab es Tropfen und Tabletten, die zu Speichelfluss und Krämpfen in der Zunge führten. „Manchmal kippte ich um, weil ich kein Gefühl im Fuß hatte“, so Wulf. Er erinnert sich auch, dass ein Arzt häufig aufwendige Untersuchungen machte, um sein Blutbild zu kontrollieren. „Könnte ich unter den Probanden für Medikamententests gewesen sein?“, fragt Wulf sich heute.

Dass es Tests gab, ist durch zahlreiche Quellen belegt. Seit einigen Jahren berichten Medien über diese Fälle. Und die Pharmakologin Sylvia Wagner aus Krefeld hat für ihre Doktorarbeit Archive und historische Fachzeitschriften ausgewertet und Hinweise auf entsprechende Testreihen gefunden. Es gab die Fälle bundesweit, auch in Schleswig-Holstein. So ließ etwa ein Pharmakonzern ein neues Neuroleptikum an Kindern in einem katholischen Heim in Essen testen, zitierte die „Zeit“ aus Wagners Arbeit.
Für Schleswig-Holstein soll nun eine eigene, genauere Studie erstellt werden. Die Federführung liegt bei Prof. Cornelius Borck, Direktor des Instituts für Medizingeschichte an der Universität Lübeck, der gemeinsam mit Christof Beyer, Kulturwissenschaftler und Mitarbeiter des Instituts, das Projekt vorstellte. Das Team steht mit seiner Forschung noch am Anfang, in zwei Jahren sollen Ergebnisse vorliegen. Neben den Berichten der Zeitzeugen, also damaliger Heimkinder, die in einem Zeugen-Seminar zu Wort kommen sollen, hoffen Borck und seine Kollegen, in Archiven auf Akten, alte Festschriften oder Berichte zu stoßen, die sie auf die Spuren der Tests bringen. Unter anderem könnten Standesblätter eine wichtige Quelle sein, in der Mediziner über ihre Tests berichtet haben könnten.
Denn Unrechtsbewusstsein, gar Schuldgefühle, gab es offenbar bei den damals Beteiligten nicht. Auch die Gründe dafür und den rechtlichen wie gesellschaftlichen Rahmen, in dem sich die Tests abspielten, will das Forschungsteam erhellen, „was für uns heute nicht mehr vorstellbar ist“, so Borck.
Er erinnerte an die großen Umwälzungen, die in den 1960er und 70er Jahren die bis dahin gültigen Regeln in der Gesellschaft und auch in der Psychiatrie auf den Kopf stellten. Auch der Zeitfaktor spielte eine Rolle: Erst nach und nach verschwanden die Ärzte, die in der NS-Zeit ausgebildet wurden oder schon damals eine unbarmherzige Rolle spielten. Als Beispiel nannte Beyer den Arzt Hans Heinze, der für Medikamententests verantwortlich und während des Krieges bereits aktiv an der Euthanasie von Psychiatriepatienten beteiligt war.
„Unsere Arbeit hat keinen Einfluss auf Entschädigungen oder Hilfen für Betroffene“, betonte Borck. Der Auftrag laute, Art und Umfang der Geschehnisse sichtbar und damit das Leid öffentlich zu machen. Auf eine Frage aus dem Publikum nach der juristischen Schuldfrage sagte er: „Die Psychiatrie war auch damals kein rechtsfreier Raum.“ Aber es müsse untersucht werden, wie das damalige Rechtsverständnis war. „Ein Problem ist, dass Proteste des Patienten als mangelnde Einsicht und damit als Zeichen der psychischen Krankheit gesehen wurden.“ Dass dieser Satz bis in die heutige Zeit nichts an Bedeutung verloren hat, zeigen die Berichte der Zeitzeugen, etwa Franz Wagle, der jahrelang um Anerkennung als Opfer kämpfen musste.

Welcher Geist und Umgang vor den Psychiatriereformen der 70er Jahre herrschte, berichtete die Historikerin Ulrike Winkler, die über Menschen mit Behinderungen in Einrichtungen der Diakonie geforscht hat. Behinderte galten als „ewige Kinder“, die sich nicht in die Gesellschaft einfügen konnten, daher in Einrichtungen außerhalb untergebracht waren. Statt sie zu fördern, wurde Kindern nur beigebracht, was sie für den Alltag und die Arbeit im Heim brauchten; Kartoffeln schälen, putzen, Gartenarbeit. Das bestätigten Berichte ehemaliger Heimkinder: „Putzen habe ich gelernt“, berichtete die heute 82-jährige Barbara Kähler. Sie wurde bereits als Kind in eine Einrichtung eingewiesen und arbeitete 30 Jahre lang als Putzfrau auf dem Gelände. Wenn sie Fehler machte, kam sie in den „Bunker“, wo sie auf einer Matratze auf dem Boden schlafen musste. Der Bunker bedeutete nicht nur Enge, Kälte und Dunkelheit, sondern auch den Verlust der letzten Würde. Denn es gab nicht einmal eine Toilette oder auch nur einen Eimer für die Notdurft.
Viele Tätigkeiten, zu denen Heiminsassen gezwungen wurden, waren schlicht nutzlos. So beschäftigten sie sich den ganzen Tag damit, Plättchen auf ein Spielbrett zu legen oder Holzstäbchen in eine Form zu stecken. Die Stärksten wurden als Pflegekräfte für die Schwächeren eingesetzt, inklusive Nachtwachen und Medikamentengabe. Auch diese Verhältnisse untereinander führten in den engen Mehrbettzimmern zu Gewalt und Missbrauch, wie Betroffene berichteten.
„Ich kann alle Aussagen zu Gewalt bestätigen“, sagt Winkler, die rund 120 Interviews mit ehemaligen Heimkindern geführt hat. Ein Auszug aus dem Katalog der Grausamkeiten: Schläge mit Dachlatten, Haare ziehen, Beschimpfungen. Bettnässer mussten ihre nasse Wäsche in den Händen halten. Es gibt bestätigte Berichte, wie Diakonissen „ein schmächtiges Würmchen auf den Boden pressen. Eine hielt den Kopf fest, die andere schaufelte das Essen in den Mund. Was das Kind erbrach, wurde wieder hineingeschaufelt.“

Es war normal, Kinder einzusperren und zu fesseln. Es gab Medikamente, um die Kinder ruhigzustellen, Gehirn-OPs, damit „das Benehmen besser wird“.
Prof. Renate Schepker, Ärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und in der Bundesarbeitsgemeinschaft der Leitenden Ärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie aktiv, erklärte in Kiel, mit welcher Haltung die damaligen Ärzte sich ihren kleinen Patienten näherten: im Geist der NS-Zeit, der noch durch die Psychiatrie wehte. Die „Fehler“ wurden als angeboren und nicht behebbar angesehen. Zu viel Geld sollte die „Verwahrung“ der „Schwachsinnigen“ nicht kosten, das Budget betrug Ende der 50er Jahre sechs Mark pro Tag und Kind. Zwei Lehrer kümmerten sich um 420 Kinder auf dem Hesterberg, heute betreut in ähnlichen Einrichtungen eine Lehrkraft sechs Kinder. Vier Ärzte waren für 470 Kinder zuständig. Statt Therapie gab es Medikamente, die noch gar nicht oder jedenfalls nicht für Kinder getestet waren: „Die Ärzte haben es einfach probiert“, sagte Schepker. „Als Ärztin finde ich das am schlimmsten.“
Wie konnte es damals passieren, und vor allem: „Könnte so etwas wieder passieren, und wie können wir es verhindern?“ Diese Frage stellt sich Dr. Henrik Herrmann, Präsident der Ärztekammer Schleswig-Holstein (siehe auch Seite 3). Zwar seien erst Mitte der 60er Jahre klare Richtlinien für Tests erlassen worden, aber „mit der berufsständischen Ethik war es bereits vorher nicht vereinbar, Menschen Schaden zuzufügen und gegen ihren Willen Tests zu machen“. Es sei wichtig, die Erinnerung an die Geschehnisse im Bewusstsein zu behalten, sagt Herrmann, auch als Mahnung an heutige Mediziner. „Sicher wird es in dieser Form nicht mehr vorkommen, dazu haben sich zum Glück die Psychiatrien zu stark gewandelt. Aber in subtilerer Form mag es durchaus zu der Frage kommen, ob eine bestimmte Behandlung wirklich dem Wohl des Patienten dient oder ob etwas getan oder unterlassen wird, weil ökonomische Interessen im Spiel sind.“

Auf die Frage nach dem Warum haben die Betroffenen eine schlichte Antwort: „Die Täter waren eben einfach Bestien“, so Günter Wulf. Die damaligen Ereignisse wirken bei ihm und den übrigen Betroffenen bis heute nach. Sei es durch Traumata und körperliche Folgeschäden, aber auch, weil die damals versagte Förderung den Heimkindern lebenslang Chancen verbaute, daran erinnert die Historikerin Winkler. So lernten einige Mädchen und Jungen statt des Alphabets nur eine verkürzte „Spurschrift“. Darunter litten besonders die Kinder, die nicht „schwachsinnig“ waren, sondern wegen „schlechten Betragens“ oder „Unruhe“ im Zwangssystem Heim steckten. Viele von denen, die den Schritt an die Öffentlichkeit wagen und auf der großen Bühne des Plenarsaals über ihr Leiden berichten, haben trotz der Jahre im Heim und geringer Förderung Berufe erlernt – offenkundig waren sie also trotz anderer Diagnosen in der Kindheit in der Lage dazu.
Seit einigen Jahren kümmert sich die Stiftung „Hilfe und Anerkennung“ um die Betroffenen, die dort eine Anlaufstelle haben. Im Fonds der Stiftung liegen 290 Millionen Euro, die unter anderem von den Kirchen eingezahlt wurden. Damalige Heimkinder können Geld zugesprochen bekommen (siehe Infoleiste).
Vielen ehemaligen Heimkindern reicht das nicht. Vor allem kritisieren sie, dass im Beirat der Stiftung Vertreter von Kirche und Land, also der ehemaligen „Täterorganisationen“ sitzen und dass viele Betroffene heute weiter oder immer noch von diakonischen Einrichtungen betreut werden: „Das schafft nicht mal die Mafia, dass sie zweimal an den Leuten verdient“, so Eckhard Kowalke, Künstler aus Eckernförde und Vorsitzender des Vereins ehemaliger Heimkinder.
Diese Beschuldigungen träfen ihn, sagte Heiko Naß, Landespastor des Diakonischen Werks, in einer Veranstaltungspause. Inhaltlich kommentierte er den Vorwurf nicht: „Ich stelle nicht infrage, was Betroffene sagen.“ Doch die ehemaligen Heimkinder wollen Antworten und eine deutliche Entschuldigung.
„Die Uhr tickt“, sagt Franz Wagle, der Stellvertreter Kowalkes im Verein ehemaliger Heimkinder. „Bei mir rufen 80-Jährige an, die kein Dach über dem Kopf haben und denen es dreckig geht.“

Ein weiteres Problem des Anerkennungs-Fonds ist, dass viele der ehemaligen Heimkinder nichts von der Chance auf eine Entschädigung wissen, nicht die Kraft für das Antragsverfahren haben oder bereits verstorben sind. Und selbst wenn noch weitere Betroffene ihre Forderungen stellen, wird mutmaßlich Geld im Topf übrig bleiben. Elsa Nicklas-Beck, die als Betroffene im Beirat der Stiftung sitzt, schlug daher vor, das Geld nicht an die Kirchen zurückfließen zu lassen, sondern daraus einen Unterstützungsfonds zu machen, der den anerkannten Opfern von Heim-Gewalt hilft, wenn sie pflegebedürftig werden. Denn im Alter wieder in ein Heim zu müssen, sei nach der Leidensgeschichte in der Jugend schwer erträglich. Der Vorschlag war auch für die Politik neu, traf aber durchaus auf Zustimmung: „Darüber werden wir sprechen“, sagte Dr. Maret Bohn (Grüne), und Birte Pauls (SPD) stimmt zu: „Eine bedenkenswerte Idee.“

Außerdem war für die Abgeordneten klar, dass „der Weg der Aufarbeitung“ mit dem Symposium nicht vorbei sei, so Dennys Bornhöft (FDP). Werner Kalinka (CDU), Vorsitzender des Sozialausschusses, mahnte zur geplanten Studie über die Medizintests an: „Ich will nicht nur hören, wie es zeithistorisch gesehen wurde, sondern wer die Verantwortung trägt.“ Er wolle allerdings keine falschen Erwartungen wecken: Die Rolle der Pharmafirmen sei vermutlich schwer zu erfassen, allein weil Unternehmen teilweise fusioniert hätten oder vom Markt verschwunden seien. Aber wenn es Tote durch Misshandlungen gegeben habe, sei das ein Fall für die Staatsanwaltschaft: „Deren Möglichkeiten sind größer.“ Und Mord, das war mehrfach zu hören, verjährt schließlich nicht. Sozial- und Gesundheitsminister Garg betonte, dass es bei der Aufklärung der Fälle „nicht um den Schutz von Organisationen gehen darf, sondern es muss um die Opfer gehen“. Aber wird tatsächlich etwas passieren? Eckhard Kowalke war froh, dass er und andere Betroffene im Plenarsaal des Landtags zu einem großen Publikum sprechen durften. Aber was die Zukunft angeht, ist der Künstler skeptisch: „Wir werden sehen, ob nun etwas folgt oder ob es bei Worthülsen bleibt“, sagte er.

Es wäre nicht das erste Mal, daran erinnerte Ursula Schele, die sich in der Diskussion zu Wort meldete: „Die Berichte gibt es seit 15 Jahren, sie liegen in den Schubladen“, sagte die ehemalige Ombudsfrau der Nordkirche für sexuellen Missbrauch. Sie war zurückgetreten, weil ihrer Meinung nach „die Opfer gegen Wände laufen“. „Dass man es ihnen hier zumutet, Zeugnis ablegen zu müssen, um etwas zu bewegen, macht sprachlos. Es gibt große Worte von Politik und Trägern, aber es fehlt immer noch ein Entschädigungsgesetz auf Bundesebene.“ Günter Wulf verlangte vor allem einen scharfen Blick auf heutige Einrichtungen: „Mein Hauptanliegen ist, dass die Kinder in Heimen, die Älteren in der Pflege und Menschen mit Behinderungen in ihren Einrichtungen menschenwürdig untergebracht sind.“

Esther Geißlinger
Fotos: Esther Geißlinger

Ärztekammer-Schleswig-Holstein, Bismarckallee 8-12, 23795 Bad Segeberg
( Kurzprofil:
https://www.aeksh.de/ueber-uns/kurzprofil )


ZITAT ENDE.


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Ich präsentiere diese von Boardnutzer »Ralf B« entdeckte Information, auf die er uns im unmittelbar vorhergehenden Beitrag hier in diesem Thread @ http://heimkinder-forum.de/v4x/index.php/Thread/18400-Medikamententests-an-Heimkindern-in-WESTDEUTSCHLAND/?postID=581262#post581262 aufmerksam gemacht hat, hier jetzt mal wie folgt:

ZITAT ANFANG.

aus Heidelberger Jahrbücher, Volume 14,
by H. Schipperges, Universitäts-Gesellschaft

[ @
https://books.google.com.au/books?id=89yfBgAAQBAJ&pg=PA228&lpg=PA228&dq=%22Die+klinische+Pr%C3%BCfung+von+Noxiptilin+im+Rahmen+einer+Gemeinschaftspr%C3%BCfung+in+f%C3%BCnf+psychiatrischen+Krankenh%C3%A4usern%22&source=bl&ots=_HxZAq1BxW&sig=ACfU3U3kTFo1h86tNPWSdRfmAg2oT3YXoA&hl=en&sa=X&ved=2ahUKEwjfz97637rgAhWIM48KHWo8Ai0Q6AEwAHoECAEQAQ#v=onepage&q=%22Die%20klinische%20Pr%C3%BCfung%20von%20Noxiptilin%20im%20Rahmen%20einer%20Gemeinschaftspr%C3%BCfung%20in%20f%C3%BCnf%20psychiatrischen%20Krankenh%C3%A4usern%22&f=false ]

Seite 228-229:

IMMICH, Herbert

[ ……… ]
In: Arch. Kinderheilk. 180 (
1969) 38-47 * (u.a.) Psychopharmakologische Gemeinschaftsuntersuchung mit einem Antidepressivum. In: Arzneimittel-forsch. 19 (1969) 488-489 * (u.a.) Die klinische Prüfung von Noxiptilin im Ramen einer Gemeinschaftprüfung in fünf psychiatrischen Krankenhäusern: Ebda S. 893-895 * Methodische Aspekte in der experimentellen Ophthalmologie. [ ……… ]


ZITAT ENDE.

und (irgendwie) auch erwähnt in:

ZITAT ANFANG.

Zeitschrift für Kinder und Jugendspychiatrie und Psychotherapie, Jahrgang 46 / Heft 1 / 2018
by Hofrege

Themenschwerpunkt
Störungen und Affektregulation

[ @
https://issuu.com/hogrefegroup/docs/kij.2018.46.issue-1?e=9315568/67294367 ]


ZITAT ENDE.

Desweiteren siehe auch:

QUELLE: WIKIPEDIA @ https://en.wikipedia.org/wiki/Noxiptiline und

WEITERE QUELLE: PubChem CID: 21087 @ https://pubchem.ncbi.nlm.nih.gov/compound/Noxiptiline#section=Top :


ZITAT ANFANG.

Noxiptiline
Chemical Names: Noxiptiline; Noxiptilin; Noxiptyline; UNII-DF7D3NY7EL; Noxiptiline [INN: BAN: DCF]; DF7D3NY7EL


MeSH Entry Terms

3.4.1.
  1. agedal
  2. Bayer 1521
  3. Bayer-1521
  4. dibenzoxin
  5. Elronon
  6. noxiptilin
  7. noxiptilin hydrochloride
  8. noxiptilin monohydrochloride
  9. noxiptyline
  10. noxyptyline
ZITAT ENDE.

Noxiptiline wurde anscheinend erstmalig in den 1970er Jahren in Europa in Umlauf gebracht, also mehrere Jahre nachdem es vor und in 1969 in fünf psychiatrischen Krankenhäusern in Klinischen Prüfungen Anwendung fand. !!

In folgender Veröffentlichung, in Englisch, jedoch, ist von Tier-Experiementen in 1970 mit Noxiptiline die Rede. Das war aber nicht in Deutschland so, denn dort wurde ja in 1969 schon mit Noxiptiline an Kindern und Jugendlichen in fünf psychiatrischen Krankenhäusern experimentiert, wie es in deutschen Kinderheilkunde-Archiven festgehalten ist (siehe oben) !! :

QUELLE: https://eurekamag.com/research/043/684/ :

ZITAT ANFANG.

Cocchi, A.; Andreola, M.L., 1970: Morphological aspects of administration of noxiptiline (BAY 1521) in animal experiments.

ZITAT ENDE.


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