• Herzlich Willkommen!
    Schön, dass Sie zu uns gefunden haben.

    Wir sind das Erwerbslosen Forum Deutschland und befassen uns vor allem mit den Problemen bei Erwerbslosigkeit, Armut und gesellschaftlicher Benachteiligung.
    Das wichtigste Ziel ist, dass jeder zu seinem Recht kommt und diese nicht von den Behörden vorenthalten werden. Dazu gehört auch, dass Sie Ihre gewonnenen Informationen an andere weiter tragen. Bei den vielen völlig willkürlichen Handlungen von Behörden - und besonders bei Hartz IV - müssen Betroffene wissen, wie sie sich erfolgreich wehren können.
    Was man als Erwerbsloser zur Abwehr von Behördenwillkür alles wissen muss.
    Genauso wichtig ist es, dass Sie mit dazu beitragen, dass dieses unsägliche Gesetz Hartz IV überwunden werden muss. Deshalb brauchen wir auch aktive Unterstützer, die durch zivilen Ungehorsam, bei Demonstrationen etc. sich für diese Ziele einsetzen. Hierzu geben wir regelmäßig Informationen heraus.
    Mit diesen Zielen haben wir hier viele Menschen versammeln können, welche offen über sich diskutieren und ihre eigenen Erfahrungen hilfsbereit anderen mitteilen. Am besten ist es, wenn Sie sich kurz fürs Forum registrieren und Ihre Probleme, Meinungen und Ideen schreiben Das geht ganz schnell, ist kostenlos und bringt Ihnen nur Vorteile. So werden Sie sicherlich auf Gleichgesinnte stoßen, welche gerne versuchen, Ihnen weiter zu helfen, damit Sie den richtigen Weg finden. Ebenso habe Sie damit Zugriff auf unsere Vorlagen zu Widersprüchen, Klagebeispiele etc... Hier können Sie sich registrieren.

    Hoffentlich finden Sie, was Sie suchen.

Albtraum Erziehungsheim

Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
KINOFILM ausschließlich über ev. Erziehungsanstalt FREISTATT

.
big7.net GmbH - BERNDT MEDIA - http://www.choices.de INTERVIEW MIT MARC BRUMMUND ÜBER SEINEN KINOSPIELFILM "FREISTATT" @ http://www.choices.de/das-war-bis-mitte-der-70er-gang-und-gaebe

.
„Das war bis Mitte der 70er gang und gäbe“

28. Mai 2015

Regisseur Marc Brummund über "FREISTATT", sein Spielfilmdebüt über Misshandlung in einer kirchlichen Fürsorgeanstalt – Gespräch zum Film 06/15

Marc Brummund drehte nach dem Studium der Psychologie, der Journalistik und des Dokumentarfilms zunächst Werbefilme, bevor er die Meisterklasse Regie der Hamburg Media School besuchte. Seine Kurzfilme wurden mehrfach ausgezeichnet. Für "FREISTATT" (Kinostart: 25.6.) erhielt er den Emder Drehbuchpreis (Grimme-Jury), den Deutschen Drehbuchpreis (Lola in Gold) und den Max-Ophüls-Publikumspreis 2015.

choices: Marc, warum hast du dieses Thema für dein Debüt gewählt?
Marc Brummund: Ich wusste, das muss etwas sein, was eine Relevanz hat. Durch einen Fernsehbeitrag wurde ich auf die „Schwarze Pädagogik“ aufmerksam. Ich las das Buch „Schläge im Namen des Herrn“ von „Spiegel“-Autor Peter Wensierski. Ich fand es interessant, dass es bis in die 70er Jahre diese harten Fürsorgeheime gab. Diese Diskrepanz zwischen der neuen Bewegung der 68er, Liberalisierung in Politik, Sexualität, Rockmusik – und innen drin in dieser Gesellschaft haben sozusagen die Nazis weitergemacht.

Gab es auch einen persönlichen Bezug?
Tatsächlich las ich dann über dieses sehr heftige Heim bei Diepholz, wo ich geboren und bis zum zehnten Jahr aufgewachsen bin, und auch als Schüler Ausflüge in genau dieses Moor gemacht habe. Das hat mich wahnsinnig berührt und bewegt, als ich mir vorgestellt habe: Irgendwo hier haben vor noch nicht langer Zeit Kinder und Jugendliche ganz heftig gelitten.

Inwiefern sahst du in dem Thema Kinopotenzial?
Ich habe gemerkt, dass trotz der Heftigkeit der Geschichte, der physischen und psychischen Gewalt, dass diese Zwangsarbeit im Moor – diese Insellage, eine Art Alcatraz, die Kinder in den Loren – Schauwerte und eine große Abenteuerlichkeit hatten. Ich konnte mir nie vorstellen, dass kongruent zum Inhalt auch die Bilder drückend sind; sprich, alles in geschlossenen Räumen, schwarzweiß oder entsättigte Bilder. Ich will mit dem Thema ja ein möglichst großes Publikum erreichen. Das bedeutet, dass man auch immer versuchen muss, zu unterhalten. Deswegen habe ich versucht, diese relevante Geschichte in ein Genre-Gewand zu verpacken, in eine amerikanische Erzählweise bis hin zum Look.

Wie verlief die Kooperation mit der Diakonie?
Es war mir ganz wichtig, dass wir die Diakonie Freistatt selbst, den Ort, wo das passiert ist, kontaktieren. Die von Bodelschwinghschen Anstalten Bethel sind ja heute ganz anders aufgestellt. Sie bekennen sich wie kaum eine andere Einrichtung zu ihrer Vergangenheit und haben sogar ein Buch herausgebracht. Ich dachte mir: Wenn die sich das alles trauen und wenn wir die mit ins Boot holen, dann wird da ein Schuh draus. Wir sind hingefahren und haben uns mit der Leitung unterhalten. Die haben auch den ersten Kontakt hergestellt zu einem ehemaligen Zögling, Wolfgang Rosenkötter.

Wie war das Treffen mit ihm?
Er hat mir in vielen Tagen seine ganz persönliche Geschichte geschildert, wie das alles lief in Freistatt, bis ins kleinste Detail. Aus seiner Biografie – auch wenn er ein ganz anderes Wesen hat als die Hauptfigur im Film – ist ganz viel eingeflossen. Es kamen noch weitere Treffen hinzu mit anderen ehemaligen Zöglingen und Erziehern. Einer war dabei, der mir in einer langen Sitzung seine ganze Missbrauchs-Odyssee als kleiner Junge in verschiedenen Heimen erzählt hat. Ich habe am Ende nur gedacht: Was ist das für eine dreckige Welt. Ich habe noch nie so eine schlimme Geschichte gehört. Er hat zu mir gesagt: Vielleicht können Sie das gebrauchen. Machen Sie einen guten Film draus. Seine Erzählung ist in die Figur von Max Riemelt eingeflossen.

Du hast das Drehbuch gemeinsam mit Nicole Armbruster („Festung“) geschrieben. Wie kam es dazu?
Ich habe mich zuerst auf die Fakten konzentriert. Das war noch keine runde Geschichte, eher dokumentarisch. Beim Schreiben und in der Arbeit mit der SWR-Redaktion und dem Produzenten habe ich gemerkt, dass da jemand fiktional ran muss. Bei Nicole habe ich gleich gemerkt, dass sie eine richtige Handwerkerin ist, und wir haben uns gut verstanden. Wir haben lange über Filme gesprochen, die unser Vorbild sein könnten, von „Der Unbeugsame“ mit Paul Newman über „Sleepers“ bis zu „Die unbarmherzigen Schwestern“.

Das Projekt war sicher auch psychisch anstrengend. Konntest du trotzdem Distanz wahren?
Natürlich hat mich das alles wahnsinnig berührt. Ich habe Psychologie studiert, die menschlichen Abgründe haben mich immer schon interessiert. Ich war abgestoßen, aber auch neugierig und wollte es trotz aller Härte für ein Publikum goutierbar machen. Ich habe versucht, mir einen Schutzmantel anzuziehen, damit es mir persönlich nicht zu nahe kommt. Ich dachte, das ist es wert, dass ich mir das alles anhöre. Ich wollte eine Geschichte erzählen, die vor nicht allzu langer Zeit passiert ist, aber von der nicht bekannt war, dass das bis Mitte der 70 Jahre gang und gäbe war.

Wie kam dein 17-jähriger Hauptdarsteller Louis Hofmann mit all dem klar?
Wenn man so ein Thema behandelt, gehen alle mit großem Respekt ran. Aber man muss sich eine gewisse Unbeschwertheit bewahren. Louis ist für sein junges Alter schon ein Profi. Er ist ein wacher, plietscher Junge und hat uns alle angesteckt. Im Casting habe ich ihn spät gefunden, aber schnell gewusst, dass er da professionell rangeht. Und so war das auch mit den anderen Jungs.

Welche Reaktionen hast du bei Festivals erlebt?
Ich glaube, wenn man liest, worum es geht, denken viele: Das tue ich mir nicht an. Die Resonanz von denen, die den Film gesehen haben, war Begeisterung und eine große Gebanntheit. Wahrscheinlich wird man danach mit einem Schlucken rausgehen. Es ist inhaltlich die ganz harte Kost. Aber in einer Art und Weise erzählt, dass man sagen kann: Das kann man sich angucken.

INTERVIEW: JESSICA DÜSTER
.
QUELLE: http://www.choices.de/das-war-bis-mitte-der-70er-gang-und-gaebe
.
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
KINOFILM ausschließlich über ev. Erziehungsanstalt FREISTATT

.
Nachdem man bei mir in Australien, am Samstag, 20. Juni 2015, per Email nachgefragt hat „Wo wird der KINOSPIELFILM "FREISTATT" gezeigt?

teile ich mit:

Kino in Bremen @ http://www.cinema-ostertor.de/heute-im-kino/details/46669-freistatt

Kino in Halle @ http://www.puschkino.de/film_568/freistatt/

Kino in München @ http://kino.muenchen.de/film/freistatt_144565.html

Kino in Berlin @ http://www.hoefekino.de/filme/freistatt

Weiteres Kino in Berlin @ http://www.yorck.de/film/detail/112464?show_next_week=0&kino

Kulturzentrum in der baden-württembergischen Stadt Weingarten @ http://www.kulturzentrum-linse.de/freistatt/

Kino (Evangelische Hochschule) Dresden @ http://jrv-dresden.de/index.php/beratung/fuer-fachkraefte/63-freistatt

Kino in 79098 Freiburg @ http://www.friedrichsbau-kino.de/filmobjekte/detail/Freistatt/3784

Kino in Münster @ http://www.cinema-muenster.de/menu/programm/vorschau/freistatt.html

STUDIO KINO (GEW-Landesverband Schleswig-Holstein) IN KIEL @ https://www.gew-sh.de/termine/veranstaltungen/31-mai-2015-1100/gew-preview-freistatt

Und auch noch an vielen, vielen anderen Stellen in Deutschland, Österreich und in der Schweiz wird der KINOSPIELFILM "FREISTATT" gezeigt; man muss sich halt schon ein bißchen anstrengen und selbst danach GOOGLEn und recherchieren.
.
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
KINOFILM ausschließlich über ev. Erziehungsanstalt FREISTATT

.
Filmregisseur Marc Brummund reist jetzt zusammen mit dem ex-Freistätter Wolfgang Rosenkötter (Jg. 1945) vielerorts in Deutschland herum.
Zuletzt waren sie in Lüneburg am So. 21.06.2015, um 15:00 Uhr, für eine Vorpremiere des KINOSPIELFILMS "FREISTATT" im dortigen SCALA Kino.

Siehe @ http://www.scala-kino.net/extras/vorpremiere-freistatt

Für weitere solche Termine siehe, zum Beispiel, auch @ http://www.cinema-arthouse.de/content/news.php?id=2651&s=druck (CINEMA ARTHOUSE Osnabrück, So. 28.06.2015, um 12:00 Uhr)

Oder auch @ http://www.abaton.de/index.htm?Freistatt (ABERTON KINO, Hamburg, Mo. 22.06.2015, um 20:00 Uhr – also heute schon)
.
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
KINOFILM ausschließlich über ev. Erziehungsanstalt FREISTATT

.
.
DEUTSCHLANDRADIO KULTUR

VOLLBILD | Beitrag vom 20.06.2015

@ http://www.deutschlandradiokultur.de/film-freistatt-von-marc-brummund-das-heim-wird-zur-hoelle.2168.de.html?dram:article_id=323191

FILM "FREISTATT" VON MARC BRUMMUND

Das Heim wird zur Hölle

Marc Brummund im Gespräch mit Susanne Burg und Patrick Wellinski

Ein 14-Jähriger kommt in eine Anstalt für schwer erziehbare Jungs − dort erlebt er Sadismus, Zwangsarbeit, Prügel, sexuellen Missbrauch. "FREISTATT" heißt der Film von Marc Brummund, der für die reale Geschichte aus seiner Heimatstadt Diepholz eine Genreverpackung nach US-Vorbild wählte.

SUSANNE BURG: Am Donnerstag kommt "FREISTATT" ins Kino, ein Spielfilm von Marc Brummund. Ein beeindruckend-bedrückendes Drama mit großen Bildern, das im Sommer 1968 einsetzt, als auch in der norddeutschen Provinz ein Hauch von Sex, Drugs and Rock'n'Roll ankommt. Im Zentrum steht der 14-jährige Wolfgang. Er ist seinen Eltern zu aufmüpfig und wird in die Diakonie Freistatt abgeschoben, ein Heim für schwer erziehbare Jungs. Hier findet er sich hinter vergitterten Fenster wider, tagsüber muss er im Moor Torf stechen, es gibt sexuellen Missbrauch, Prügelstrafe – und einen sadistischen Anstaltsleiter, der ständig versucht, den Willen der Kinder zu brechen.

Mein Vollbild-Kollege Patrick Wellsinki und ich haben den Regisseur Marc Brummund bei der Premiere des Films gesprochen, und ich habe ihn erst mal darauf angesprochen, dass er 1969 in Diepholz in Niedersachsen geboren wurde, ganz in der Nähe von Freistatt, wo Jungs bis Anfang der 70er-Jahre regelrecht geknechtet wurden. Ich wollte wissen, wann ihm das erste Mal bewusst geworden, was da so vor sich ging?

MARC BRUMMUND: Ich hab einen Fernsehbericht irgendwann 2009, Anfang 2009 gesehen, wo es eben um diese schwarze Pädagogik ging. Ich hab mir dann ein Buch besorgt, so ein initiierendes Buch eines "Spiegel"-Autors, das hieß "Schläge im Namen des Herrn". Da hab ich gelesen von Freistatt, plötzlich las ich meine Geburtsstadt Diepholz, ganz in der Nähe, sah da Fotos, wie die Jungs da am Moor schuften mussten, erinnerte mich selber, dass ich in der Grundschule auch Ausflüge ans Moor gemacht hab, natürlich in einem viel glücklicheren Rahmen. Und diese Vorstellung, dass vielleicht im Nachbarmoor diese Jungs geknechtet wurden, die hat mich sehr, sehr berührt. Und daraufhin bin ich dann nach Freistatt zur Diakonie, weil ich gesehen hab, die existiert noch und die hat noch ein Buch rausgebracht, eine eigene Dokumentation selber, die hieß "Endstation Freistatt". Und als ich da war und gemerkt hab, die kriegen wir mit ins Boot, die unterstützen uns, dann wurde da so langsam ein Schuh draus.

Ein Held, ein Ziel, ein Hindernis

WELLINSKI: Sie erzählen die Geschichte des 14-jährigen Wolfgang, und Sie bleiben auch immer ganz bei ihm, den gesellschaftlichen Kontext, den reflektieren Sie ganz nebenbei. Also Sie zeigen, dass die Mutter ihn eigentlich gar nicht weggeben möchte, das ist eher der strenge Stiefvater, der ihn nicht dahaben will. Warum wählen Sie die Perspektive von Wolfgang?

BRUMMUND: Na ja, der Film funktioniert wirklich nach dem klassischen Dramenprinzip: ein Held, ein Ziel, ein Hindernis. Es war völlig naheliegend, die Erlebnisse aus Sicht eines Jungen zu erzählen, der in diese Hölle gerät, und das fand ich spannend – und diese Peripherie, diese Zeit draußen. Ich fand besonders interessant bei dem Stoff, dass das ja noch gar nicht so lange her ist, also das draußen eben, wie Sie schon sagten, ein Umbruch stattfand – sexuelle Befreiung, Liberalisierung –, also dieses "außen hui und innen pfui" haben die Nazis quasi weitergemacht. Das fand ich gerade wahnsinnig spannend, und da wollte ich mit diesem Wolfgang, dieser Figur, auf die Reise gehen.

BURG: Und Sie zeigen dann auch wirklich, wie hart dieses System der Unterdrückung war, fast Foltermethoden, Peitschenhiebe sieht man auf dem Rücken der Jugendlichen, die Jugendlichen untereinander quälen sich ziemlich. Für den Zuschauer ist es manchmal hart, Sie schonen den Zuschauer nicht – wie viel wollten Sie ihm zumuten?

BRUMMUND: Ich wollte bewusst nicht das irgendwie abmildern, das, was da passiert ist. Ich kann guten Gewissens sagen, das haben wir alles gründlich recherchiert. Mit einem Zeitzeugen aus der Zeit – der eben auch Wolfgang Rosenkötter heißt und nicht umsonst heißt unsere Hauptfigur Wolfgang – hab ich das alles besprochen. Das ist alles wahr, was wir da schildern. Und ich hab sozusagen den Zuschauer abgefedert oder hab es zumindest versucht, indem ich sozusagen eine Genreverpackung gewählt hab, also eine etwas amerikanischere Art, die Geschichte zu erzählen und eben auch diesen Zeitgeist, dieses Flower-Power drumherum, eben auch diesem Look entsprechend zu machen – hier und da gibt es ja schöne Momente, wenn auch nur wenige –, um ihn ein bisschen abzufedern und das nicht so ganz so drückend zu machen und trotzdem aber auch nicht zu schonen.

Das Vorbild der Sklaverei-Filme

BURG: Weil Sie eben sagten amerikanische Art – mich hat der Film auch manchmal an Dramen über die Sklaverei in den Südstaaten erinnert, zuletzt zum Beispiel "Twelve Years a Slave" von einem Briten, aber amerikanische Gelder, Steve McQueen. Haben Sie diese Assoziation bewusst so angelegt?

BRUMMUND: Sagen wir mal so: Den Film habe ich später gesehen, der kam ja auch später, also da waren wir schon fertig oder in der Mache ...

BURG: Ich könnte aber auch jetzt andere nennen.

BRUMMMUND: Absolut, aber diese klassischen Filme – Paul Newman in "Cool Hand Luke", "Die Verurteilten" – das sind alles Filme, die mich natürlich geprägt haben und wo wir natürlich beim Schreiben des Buches auch uns dran orientiert haben, definitiv.

WELLINSKI: Max Riemelt spielt auch in dem Film, er spielt einen der Aufpasser, die meisten anderen Darsteller, die kennen wir jetzt noch nicht so, die die Jugendlichen spielen, und trotzdem ist da eine Atmosphäre, die Sie mit diesen jungen Darstellern geschaffen haben, das stelle ich mir am Set sehr intensiv vor. Wie haben Sie mit ihnen zusammengearbeitet, um diese Atmosphäre – und die müssen Sie auch lenken, diese jungen Darsteller?

BRUMMUND: Ich hatte erst mal ja ein tolles Team drumherum. Ich hatte, glaube ich, drei Regieassistenzen, teilweise vier, weil das eben doch ein ziemliches Schiff war, was wir da so durchs Wasser lenken mussten, wenn ich dieses Bild bemühen darf. Letztendlich ist es so gewesen: Wir haben auch als Gegenentwurf, damit man das einfach ertragen konnte. Wir haben ja in dem Originalhaus gedreht, und es gab auch viel Witz, wir haben viel gelacht, das ist ja mitunter eine Methode, wenn man mit ein bisschen Ironie darangeht, dass man irgendwo sich so einen Ausgleich schafft. Und das war eigentlich ein bisschen auch wie so ein Schulausflug, also gerade, weil die sich so gut verstanden haben, die Jungs, und auch mit dem Mädchen, der Tochter vom Hausvater. Und das ist nicht so drückend gewesen, wie man vermutet, die Dreharbeiten. Wir haben auch viel gelacht, das hat auch Spaß gemacht, und gesungen und alles Mögliche.

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Deutschlandradio Kultur macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

Filmhomepage [ @ http://www.freistatt-film.de/ ]

MEHR ZUM THEMA

Kinofilm über Heimerziehung - "Mir war es wichtig, dass es ein Zeitporträt wird" [ @ http://www.deutschlandradiokultur.de/kinofilm-ueber-heimerziehung-mir-war-es-wichtig-dass-es-ein.2168.de.html?dram:article_id=313609 ] [ bezüglich dem anderen KINOSPIELFILM "VON JETZT AN KEIN ZURÜCK" von dem Drehbuchautor und Filmregisseur Christian Frosch ] (Deutschlandradio Kultur, Vollbild, 07.03.2015)
.
Siehe auch @ http://www.ndr.de/kultur/film/Drama-von-Marc-Brummund-,freistatt128.html sowohl wie auch die dortigen Leserkommentare dazu.
.
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
KINOFILM ausschließlich über ev. Erziehungsanstalt FREISTATT

.
Auch die niedersächsische Presse interviewed Filmregisseur MARC BRUMMUND und das ehemalige Heimkind / den ex-Freistätter WOLFGANG ROSENKÖTTER zum HEIMERZIEHUNG-FILM "FREISTATT"

.
WESER-KURIER Mediengruppe - Bremer Tageszeitungen AG - Bremen @ http://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-kultur-freizeit_artikel,-Das-mit-der-Einweisung-ging-sehr-schnell-_arid,1151159.html

HEIMERZIEHUNG-FILM "FREISTATT"

"Das mit der Einweisung ging sehr schnell"

- 23.06.2015

Während die Hippies von Frieden und Liebe singen, herrscht in der sogenannten Fürsorgeeinrichtung Freistatt in der Nähe von Diepholz Ende der 1960er-Jahre ein strenges Regiment: Die jugendlichen Zöglinge werden physisch und psychisch unter Druck gesetzt, ausgebeutet und gequält. Über dieses Kapitel der „schwarzen Pädagogik“ in der Heimerziehung hat der Regisseur Marc Brummund einen packenden Film gedreht, den er am Sonntagabend im Cinema Ostertor gemeinsam mit dem Zeitzeugen Wolfgang Rosenkötter vorgestellt hat. Iris Hetscher hat mit beiden gesprochen.

Herr Brummund, was hat Sie an dem Thema „schwarze Pädagogik“ so fasziniert, dass Sie einen Film daraus machen wollten?

MARC BRUMMUND: Das ist ja mein erster Kinofilm, und da habe ich nach etwas gesucht, was eine thematische Relevanz hat. Ich habe vorher Werbung gemacht, und ich wollte bei einem derart langfristig angelegten Projekt einfach spüren, dass es da um etwas geht. Ich bin dann bei der Themensuche auf ein Buch über die Diakonie Freistatt gestoßen, die in der Nähe meines Geburtsortes Diepholz liegt – nur fünf Kilometer entfernt. Und ich wusste davon gar nichts. Gleichzeitig habe ich auch die Schauwerte gesehen: Die Jungen, die auf den Loren ins Moor fahren. Das Thema und die Kinotauglichkeit dieser Bilder war eine Kombination, die mich interessiert hat.

Der Film wirkt unter anderem so beklemmend, weil Sie in der Einrichtung drehen konnten. Wie ist es dazu gekommen?

BRUMMUND: Es gibt ein dickes Buch des Dachverbands, der Bodelschwinghschen Anstalten Bethel, über Freistatt. Da setzt sich die Diakonie selber mit dieser Geschichte auseinander. Ich bin da hingefahren und habe so unter anderem Wolfgang Rosenkötter kennengelernt, der dort in den 1960er-Jahren als sogenannter Zögling gelebt hat und heute dort Ombudsmann ist. Er hat mir viel Persönliches erzählt, das aber exemplarisch ist für die Vorgänge. Das alles ist in die Hauptfigur des von Louis Hofmann gespielten Wolfgang eingeflossen – der Junge heißt nicht zufällig so.

Im Film zeigen Sie die Erziehung im Heim als perfide abgestuftes Machtgefüge, vom „Hausvater“ bis zu den Jungen selbst. Das erinnert stark an die Hierarchien, die der Nationalsozialismus etabliert hat. Ist das zugespitzt oder war das tatsächlich so?

WOLFGANG ROSENKÖTTER: Das ist alles so belegt. Und vor allem die „Hausväter“ standen in der Tradition des Nationalsozialismus, ähnlich wie die Strukturen der damaligen Diakonie noch aus diesen Zeiten herrührten. Freistatt war zuvor ein Arbeitslager, da hatte sich nicht viel geändert.

Besonders infam ist es, dass die Jungen dazu gebracht werden, sich gegenseitig zu drangsalieren.

BRUMMUND: Das manifestiert sich vor allem in dem einen Jungen, der eine Art Vertrauensmann ist. . .

ROSENKÖTTER: Ich würde ihn Kapo nennen. . .

BRUMMUND: . . .der steht der Leitung näher und genießt gewisse Privilegien, muss aber auch dafür sorgen, dass die Jungs spuren.

Außerhalb dieser Einrichtung machte sich in den späten 1960er-Jahren die Studentenbewegung auf, für eine ganz andere Pädagogik zu streiten. Dieser Widerspruch hat Sie sicher auch gereizt, oder?

BRUMMUND: Ich nenne das „außen hui, innen pfui“. Draußen gab es Flower-Power, sexuelle Befreiung, Liberalisierung aller Lebensbereiche, innen haben die Nazis einfach weiter gemacht. Diesen Kontrast zu erzählen, hat mich gereizt. Und es ging ja weiter: Selbst als die entsprechenden Gesetze geändert wurden, als zum Beispiel nicht mehr geschlagen werden durfte in Einrichtungen, kam das in Freistatt erst Jahre später an. Das historische Vorbild dieses „Hausvaters“ hat noch bis Mitte der 1970er-Jahre so weiter regiert wie vorher.

Die Hauptfigur Wolfgang hat nicht wirklich etwas verbrochen. Wolfgangs einziges Vergehen ist es, dass sein Stiefvater nicht mit ihm klarkommt. Das reichte damals tatsächlich, um in eine Jugendfürsorgeeinrichtung eingewiesen zu werden?

BRUMMUND: Es war ein klassischer Grund, dass Stiefmutter oder -vater nicht klarkamen mit den leiblichen Kindern ihrer Vorgänger. Wolfgangs Mutter konnte damals froh sein, wieder einen Partner zu haben und das Stigma der allein erziehenden Mutter hinter sich lassen zu können. Das hat natürlich eine große Hörigkeit geschaffen. Und der Stiefvater sieht in dem heranwachsenden Jungen seinen Vorgänger und gleichzeitig Konkurrenten um die Gunst der Mutter.

ROSENKÖTTER: Wenn man damals den gängigen Normvorstellungen nicht entsprach, ging das sehr schnell mit der Einweisung ins Heim. Wenn man die Schule schwänzte, sich mit Freunden herumtrieb, bei der Arbeit rumbummelte, wie das hieß. Das war bei mir auch so. Bei mir war es die Mutter, die weggegangen ist. Mein Vater war überfordert und hat mich ins Heim gegeben, damit ich mit Strukturen vertraut gemacht werde.

Die Figuren in dem Film sind alle sehr ambivalent angelegt. Wollten Sie so der Gefahr entgehen, einen Thesenfilm zu drehen?

BRUMMUND: Mir war es wichtig, dass der Zuschauer die Motivation aller Figuren nachvollziehen kann, auch, wenn das innerhalb dieser verdrehten Welt in dem Heim manchmal schwer auszuhalten ist. Das sieht man beispielsweise an der Geschichte des pädophilen Erziehers, der der einzige ist, bei dem einer der Jungen so etwas wie Wärme gespürt hat. Und zwar in einem ganz klaren sexuellen Übergriff, das ist das Schreckliche und Perverse daran.

Wolfgang leistet lange und heftig Widerstand gegen das System. Was macht ihn so besonders?

BRUMMUND: Er will einfach nach Hause, und er hat ein sehr stark ausgeprägtes Unrechtsbewusstsein.

Er ist erst dann gebrochen, als seine Mutter ihn endgültig zurückweist und ihn im Stich lässt.

Sie erzählen eine sehr dichte Geschichte, haben sich dafür oft auch schöne Bilder gegönnt. Es gibt beispielsweise ausgedehnte Kamerafahrten über die idyllisch anmutende Moorlandschaft. Haben Sie nicht Angst, dass Ihnen das als Ästhetisierung vorgeworfen wird?

BRUMMUND: Klar, aber ich wollte das von vorneherein so machen. Der Inhalt des Films ist schwer verdaulich, dafür wollte ich eine flamboyante Verpackung finden. Deshalb habe ich das Ganze mit Mitteln des Genrekinos erzählt, wie das im US-amerikanischen Kino gang und gäbe ist. Ich möchte ja, dass möglichst viele Menschen den Film sehen, und die sollen auf allen Ebenen etwas geboten bekommen und hineingerissen werden in eine spannende Geschichte, über die man hinterher nachdenken kann.

"FREISTATT" ist ab dem kommenden Donnerstag, 25. Juni, um 19 Uhr (Sonntag: 18.30 Uhr) im Cinema Ostertor zu sehen.
.
.
QUELLE: WESER-KURIER Mediengruppe - Bremer Tageszeitungen AG - Bremen @ http://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-kultur-freizeit_artikel,-Das-mit-der-Einweisung-ging-sehr-schnell-_arid,1151159.html

Eine Kommentarmöglichkeit besteht dort beim WESER-KURIER ebenso.
.
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
KINOFILM ausschließlich über ev. Erziehungsanstalt FREISTATT

.
.
BR - BR.de - Radio Bayern 2 - Bayrischer Rundfunk - Kultur - Kultur Welt

@ http://www.br.de/radio/bayern2/kultur/kulturwelt/freistatt-marc-brummund-102.html

Heimerziehung

Regisseur Marc Brummund über "FREISTATT"

Marc Brummunds Film "FREISTATT" spielt in einem Jugendheim im niedersächsischen Moor, in dem in den 60er-Jahren Jugendliche Demütigung und Gewalt ausgesetzt waren. Der Regisseur im kulturWelt-Gespräch mit Barbara Knopf.

Von: BARBARA KNOPF

Stand: 24.06.2015


Der Film "FREISTATT" handelt von einer Jugendfürsorgeeinrichtung, die wie ca. 3000 andere in den 1950er und 60er Jahren in der Bunderepublik so etwas wie die Hölle im Leben von mehr als einer halben Million Kinder und Jugendlicher war.

Freistatt im niedersächsischen Diepholz lag weit abgeschieden im Moor und der Name führt in die Irre, denn frei konnte hier keiner leben, nicht nur weil die Heimjugendlichen hier Zwangsarbeit verrichteten und jeden Morgen zum Torfstechen ins Moor zogen. In Freistatt wurden christliche Werte gepredigt, aber jede Menschlichkeit wurde aus den Kindern und Jugendlichen herausgeprügelt, zumindest wurde es versucht. Ein System aus Gewalt und Abhängigkeiten, das jetzt exemplarisch für viele andere Heime in dem gleichnamigen Film "FREISTATT" von Regisseur Marc Brummund gezeigt wird.

KNOPF: Herr Brummund, der Film spielt im Jahr 1968, die Hauptfigur Wolfgang ist selbstbewusst und aufmüpfig, er hat ein enges, aber vielleicht etwas zu liebesvolles Verhältnis zu seiner Mutter und massive Probleme mit seinem Stiefvater und aus dieser miefig riechenden Kombination aus Eifersucht und patriarchaler Gewalt heraus wird er ins Heim gesteckt und erlebt am eigene Leib, wie ein junger Mensch seelisch gebrochen werden soll. Ging es Ihnen darum zu hinterfragen wie und warum so ein System aus Gewalt entstehen kann und auch von Teilen der Gesellschaft gewollt war vielleicht?

BRUMMUND: Ich fand es spannend, dass so eine geschlossene Gesellschaft, so ein geschlossenes System in einer Zeit, in der draußen die 68er aufbegehrten, Flower Power und die Hippie-Bewegung begann, so ein repressives System noch möglich war. Dass das auch letztendlich von allen von Eltern, vom Staat, von der Kirche gebilligt wurde und dass alle letztendlich auch mitgemacht haben und wenn sie eben nur weggeschaut haben oder in der Obrigkeitshörigkeit, in der die meisten sich befanden, dann gesagt haben: „… naja was der Staat oder die Kirche da mit den Jugendlichen machen, das wird schon seine Richtigkeit haben.“

Foltermethoden wie in der Nazizeit

KNOPF: Die Gesellschaft war ja auch noch stark militarisiert. Es war ja etwas mehr als 20 Jahre nach Kriegsende. Sie haben so Szenen, die wirklich die Nazizeit auch zitieren, also dieser Hausvater, der von perfider Grausamkeit ist, ist immer mit diesen Stiefeln auf einem Pferd zu sehen, aufgenommen aus der Untersicht der arbeitenden Heimkinder.

BRUMMUND: Ja, während der Nazizeit war das ein Arbeitslager in Freistatt und die haben da einfach so weitergemacht, und wenn die Leute da nicht ausgewechselt wurden, dann sind diese Anleihen nicht von mir angedichtet, sondern es war tatsächlich auch alles so. Alles was wir da schildern ist so recherchiert und ist so gewesen.

KNOPF: Also auch die Szenen die an Folterszenen aus dem Krieg erinnern? Also nackt an einem Seil aufgehängt zu werden oder ein Scheinbegräbnis zum Beispiel.

BRUMMUND: Ja, das Scheinbegräbnis ist etwas, dass so in einem anderen Heim passiert ist. Eine Erzieherin, eine Nonne, hat einem Mädchen, der sie nicht mehr Herr geworden ist gezwungen, ihr eigenes Grab zu schaufeln. Da ist genau das vorgefallen.

KNOPF: Wie schwierig waren denn die Recherchen?

BRUMMUND: Sie waren zum Glück nicht so schwierig wie man es vermuten möchte. Ich bin durch dieses Sachbuch "Schläge im Namen des Herrn" auf diese Thema schwarze Pädagogik gestoßen und dann habe ich von dieser Endstation der sogenannten, der sehr heftigen Fürsorgeheim Freistatt gelesen, das eben nur fünf Kilometer von meinem Geburtsort Diepholz entfernt ist. Ich wusste da nichts von. Ich habe da aber auch als Kind gelebt, das heißt ich habe da eine sehr glückliche Kindheit gehabt in der Grundschule und erinnere mich an Ausflüge ins Moor, und mich hat sehr bewegt dass wenige Jahre zuvor in demselben Moor Kinder so gelitten haben. Und dann habe mich damit befasst und bin dann auf ein Buch gestoßen, das hieß "Endstation Freistatt", das die Diakonie selber herausgegeben hat und das ist toll, dass die zu ihrer dunklen Vergangenheit stehen. Das ist ja jetzt eine moderne Einrichtung dort und was ganz anderes und die finden das Ergebnis auch toll und die fanden das sehr richtig, was wir da gemacht haben.

KNOPF: Und Sie haben ja auch mit einem wie man früher sagte ehemaligen "Zögling" gesprochen.

BRUMMUND: Richtig, der kam dann auch als ich mich dort vorgestellt habe in der Diakonie. Wolfgang Rosenkötter, der da jetzt als Ombudsmann quasi u.a. Führungen macht, und die sehr intensiven und auch tagelangen Gespräche mit dem Wolfgang Rosenkötter, die sind sehr stark in unsere Figur Wolfgang eingeflossen.

KNOPF: Obwohl die Figuren in eine zunehmende Gewaltspirale hineingeraten, sind sie doch sehr differenziert gezeigt, aber man merkt, dass die Hauptfigur Wolfgang der lange Zeit versucht seine Wahrheit, und Ehrlichkeit und Mut aufrechtzuerhalten letztlich auch das Gute in sich verlieren würde.

"Der größte Teufel glaubt, dass er das Richtige tut"

BRUMMUND: Das Ziel, das diese Institution hatte, nämlich aus vermeintlich krummen Jungs gerade Burschen zu machen, ist ja gründlich misslungen. Sie haben aus eigentlich geraden Jungs krumme Burschen gemacht und das soll der Film eigentlich vermitteln, dass da im großen Stil ein großer Fehler passiert ist.

KNOPF: Aber haben Sie das Gefühl, das wurde systematisch absichtlich gemacht oder aus einer vollkommen gescheiterten Pädagogik heraus?

BRUMMUND: Das zweite. Der größte Teufel glaubt, dass er das Richtige tut. Der Hausvater, gespielt von Alexander Held, ist davon überzeugt, dass seine Maßnahmen und seine Fürsorge, die er aus seiner Sicht dem Jungen beikommen lässt, vollkommen richtig ist und dabei hilft, sie auf den richtigen Weg zu setzen. Der Oberbruder Wilde, dieser sadistische Bruder, ist letztendlich auch nur ein getriebener muss die Auflagen des Hausvaters erfüllen. Er ist ja selber nur gelernter Schweißer und hat überhaupt keine pädagogischen oder erzieherischen Fähigkeiten, der ist völlig überfordert.

KNOPF: Sie haben ja an Originalschauplätzen drehen können und es gibt diesen beklemmenden Kontrast zwischen Drinnen und Draußen, zwischen Freiheit und dem Gefangenenlager?

BRUMMUND: Ja, das Kontrollsystem untereinander, diese Kollektivstrafen, d.h. wenn ein Junge in der Gruppe Unsinn gemacht hat, dass gleich alle darunter leiden mussten, also Rauchverbot oder Essensentzug bekamen, das war natürlich wichtig darzustellen. Warum von diesem Ort auch niemand fliehen konnte, weil die alle aufeinander aufgepasst haben. Zusätzlich ist es eine Art Alcatraz gewesen, mitten im Moor, drumherum war nichts. Das war wirklich schwer da rauszukommen. Gleichzeitig wollte ich im Kontrast diese eigentlich sehr schöne Landschaft darstellen, in der das Ganze stattgefunden hat.

Symbolische Bildersprache

KNOPF: Sie scheuen sich auch nicht, symbolische Bilder einzusetzen, also es gibt immer wieder diese auffliegenden Vögel, die sehr deutlich den Wunsch nach Freiheit verkörpern. Wie entgeht man denn da der Gefahr von Kitsch?

BRUMMUND: Ich glaube das ist eine Geschmackssache letztendlich. Als wir anfingen diesen Film zu finanzieren, und bei den Förderern damit vorstellig wurden, da hieß es ganz schnell, da gibt es doch nur physisch und psychisch auf die Mütze, wer will denn das sehen. Und ich hab immer gesagt, die Geschichte hat auch große Schauwerte, da geht es um Abenteuerlichkeit, um verhinderte erste Liebe, da geht es um Erzählelemente aus dem amerikanischen Knastfilm und solche Dinge und solche Symbolbilder gehen da durchaus mit einher. Und ich habe eben die Genrebilder gewählt, wenn man so möchte die amerikanische Sichtweise, um diesen Film überhaupt goutierbar, ich sage jetzt mal spannend unterhaltend zu machen, damit man überhaupt da durchkommt und sich diesem Thema widmen kann.

KNOPF: Es hat ja Jahrzehnte gedauert bis diese Zustände, die an vielen Heimen herrschten überhaupt veröffentlicht wurden und aufgearbeitet werden konnten ähnlich wie bei dem sexuellen Missbrauch in Klöstern und Internaten. Erst 2010 hat der Deutsche Bundestag eine Entschädigung beschlossen.

BRUMMUND: Auf jeden Fall will der Film etwas bewirken. Dass das so lange gedauert hat, hat auch was damit zu tun, dass die ehemaligen Heimkinder mit diesem Stigma sehr alleine waren und das auch verschwiegen haben. Ich weiß von den meisten, dass sie das selbst ihren späteren Ehepartnern, wenn sie denn überhaupt Bindungen eingehen konnten, ihren Kindern und Freunden verschwiegen haben. Das ging erst 2006/2007 mit diesem Buch "Schläge im Namen des Herrn" los, dass es plötzlich so eine Öffentlichkeit dafür gab und dass sich immer mehr ehemalige Heimkinder getraut haben zu sagen, ich war da auch. Ich hoffe, dass der Film dazu beiträgt, dass es noch bekannter wird, was da damals passiert ist.
QUELLE: @ http://www.br.de/radio/bayern2/kultur/kulturwelt/freistatt-marc-brummund-102.html
.
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
Ein SPIELFILM über die Erziehungseinrichtung "FREISTATT"

.
Für all diejenigen, die diese relevante Talkshow nicht gesehen haben und selbige nicht auf Mediathek abrufen können:

Das Ehemaliges Heimkind, der Ex-Freistätter Wolfgang Rosenkötter wird interviewt als Gast auf der MARKUS LANZ Talkshow am 24.06.2015 bezüglich dem KINOSPIELFILM "FREISTATT", diesem Debüt-Kinospielfilm von Filmregisseur Marc Brummund.

MARKUS LANZ vom 24.06.2015

YouTube @ https://www.youtube.com/watch?v=w0gBMe9QwN8 ( ZDF-Video-Länge: 74 Min. und 27 Sek; das Interview mit Wolfgang Rosenkötter beginnt so ungefähr ab der 56 Minute )

Und wenn man dann dort bezüglich den Kommentaren "SHOW MORE" anklickt findet man jetzt auch folgenden KOMMENTAR:

.
Heidi Dettinger [ Do. 25.06.2015, ca. 23:59 Uhr (MEZ/CET) ]

[ dort auch "read more" anklicken ]

Rosenkötter ab ca. 56. Minute. Hier mein Kommentar dazu:

Wolfgang Rosenkötter, ehemaliges Heimkind und Insasse von Freistatt, hat sicher schreckliches erlebt. Wie andere Heimkinder auch. Prügel, Vergewaltigungen, Zwangsarbeit waren an der Tagesordnung.
Aber!
Herr Rosenkötter hat dem Verein ehemaliger Heimkinder e.V., einem Zusammenschluss von Menschen, die ähnliches oder schlimmeres wie er erlebt haben, um 4.000 Euro geprellt. Abgezockt. Und trotz Gerichtsurteil, trotz Titel gegen ihn bislang noch keinen Cent davon zurück gezahlt.
Vielleicht hilft der Film ["FREISTATT" von Regisseur Marc Brummund ] und die neue Popularität des Herrn Rosenkötter ja, dass er sich auf die besinnt, die er betrogen hat... Zu wünschen wäre es, denn das Geld fehlt dem Verein für die tägliche Arbeit!
http://veh-ev.eu
oder auch hier:
http://www.ehemalige-heimkinder-tatsachen.com/phpBB3/viewtopic.php?p=936#p936.

Das Gleiche wurde dann gleichzeitig auch auf Facebook @ https://de-de.facebook.com/VEHeV angeführt.
.
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
Ein SPIELFILM über die Erziehungseinrichtung "FREISTATT"

.
Am 25.06.2015 berichtete auch DW - DEUTSCHE WELLE zum KINOSPIELFILM "FREISTATT" von Filmregisseur Marc Brummund.

.
DW @ http://www.dw.com/de/bete-und-arbeite-das-ersch%C3%BCtternde-filmdeb%C3%BCt-freistatt/a-18524691

FILM

"Bete und Arbeite": das erschütternde Filmdebüt "FREISTATT"

Bis in die 1970er Jahre wurden in der Bundesrepublik Heimkinder zur Arbeit gezwungen. Seit ein paar Jahren wird das von Wissenschaft und Politik aufgearbeitet. Der Film "FREISTATT" liefert die emotionalen Bilder dazu.

Dieser Film ist eine Wucht. Aus zweierlei Gründen. Zum einen, weil er ein düsteres und lange verdrängtes Kapitel aus der jüngeren deutschen Zeitgeschichte behandelt. Zum anderen, weil es das ungemein eindrucksvolle Kinodebüt eines jungen Filmregisseurs ist, von dem in Zukunft sicher noch zu hören sein wird.

"FREISTATT" ist der erste lange Spielfilm von Marc Brummund. Der ist allerdings kein Unbekannter. Immerhin wurde er schon auf Festivals in Cannes und Lissabon, in Riga und Kiew ausgezeichnet - um nur die internationalen Erfolge aufzuzählen. Und bereits 2007 wurde einer seiner Filme für einen Oscar nominiert. Und doch dürften Brummund in seiner Heimat nur Eingeweihte kennen. Kein Wunder: Die Preise und Ehrungen bekam der Regisseur ausschließlich für Werbe- und Kurzfilme.

Begeistertes Publikum in Saarbrücken

Dass sein erster Spielfilm nun Aufsehen erregt, damit war also zu rechnen. Bei seiner Premiere beim "Max Ophüls Preis" in Saarbrücken begeisterte er im Januar bereits die Zuschauer und eroberte den Publikumspreis. Völlig zu Recht. Denn der Film schafft etwas, das nicht vielen Debüts gelingt. Er erzählt eine Geschichte, die packend und ungeheuer ergreifend ist - fernab jeglicher Beliebig- und Harmlosigkeit, die so manche erste Filmversuche kennzeichnet. Und: "FREISTATT" ist von einer ungeheuren dramaturgischen Dichte, er ist perfekt inszeniert, handwerklich vollendet, wirkt in kaum einer Szene wie ein Debütfilm.

Worum geht es? In den 1950er und 1960er Jahren wurden in der Bundesrepublik eine halbe Millionen Kinder und Jugendliche in kirchlichen und staatlichen Heimen seelisch und körperlich misshandelt. Diese Tatsache ist seit einigen Jahren bekannt. Politik und Wissenschaft haben sich dem Thema zugewandt. Vor allem die sexuellen Übergriffe in kirchlichen und reformpädagogischen Einrichtungen haben das Thema in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gehoben.

Systematisch eingesetzte Quälerei

Und doch dürfte das, was Brummund in "FREISTATT" erzählt, verblüffen. Denn die Brutalität und systematisch eingesetzte Disziplinierung der Kinder und Jugendlichen erscheinen heute kaum noch vorstellbar. Und auch die Tatsache, dass es vereinzelt noch bis Mitte der 70er Jahre zu solch entsetzlichen Praktiken in West-Deutschland gekommen ist, erschreckt noch im Nachhinein. Schließlich war jene Zeit vom Umbruchjahr 1968 und seinen Folgen geprägt.

"Uns hat diese unerhörte Gleichzeitigkeit fasziniert", erzählt Marc Brummund: "Auf der einen Seite eine Gesellschaft, die zwischen Rock'n'Roll und Studentenrevolte schier unbändig nach Freiheit zu streben schien, auf der anderen Seite die Fortschreibung eines institutionalisierten und in seiner Dimension kaum vorstellbaren Missbrauchs in Erziehungsheimen und Institutionen."

Brummund erzählt in "Freistatt" die Erlebnisse des 14-jährigen Wolfgang (überragend: Louis Hofmann), der von seiner überforderten Mutter und seinem Stiefvater in die Fürsorgeanstalt "Freistatt" abgeschoben wird. Die befindet sich in der tiefsten Provinz in Norddeutschland, in einer Region, die dünn besiedelt und von großen Waldgebieten und Moorlandschaften geprägt ist.

Kinder und Jugendliche ausgebeutet

In dieses Moor müssen die Jugendlichen tagtäglich mit einer mittelalterlich wirkenden Draisine einfahren, um Torf zu stechen. Den verkauft die Heimleitung an örtliche Bauern. Ein Knochenjob, an dem viele Heimkinder zerbrechen. Und auch der Alltag der Jugendlichen außerhalb der Arbeit im Moor gleicht eher dem eines Zuchthauses als einer pädagogischen Heimstätte für Heranwachsende.

Hat sich Marc Brummund bei dem Thema Kinokonventionen angepasst? Hat er der Dramatik der Story zu viel Gewicht eingeräumt? Liest man die Aufzeichnungen von Wolfgang Rosenkötter, der all das selbst erlebt hat und dem Regisseur beim Drehbuch Rede und Antwort stand, muss die Antwort "Nein" heißen. Empfangen habe man ihn damals mit den Worten: "Du wirst arbeiten bis zum Umfallen und jeglichen Gedanken an Flucht kannst Du Dir aus dem Kopf schlagen", hat Rosenkötter zu Protokoll gegeben. "Bete und Arbeite", habe es geheißen, dann käme man schon zu Recht. Dies habe sich aber als Trugschluss erwiesen: Für ihn sei Freistatt der "Vorhof der Hölle" gewesen, sagt Rosenkötter.

Erste Hinweise von Ulrike Meinhof

Der Alltag und die Praxis in den bundesdeutschen Erziehungsanstalten der Nachkriegszeit waren nicht völlig unbekannt. Die spätere Terroristin Ulrike Meinhof hat sich in ihrer Zeit als Journalistin intensiv mit dem Thema beschäftigt, den Film "Bambule" gedreht. Für Meinhof waren die Zustände in den BRD-Heimen damals ein Auslöser für ihre spätere Radikalisierung. "Heimerziehung, das ist der Büttel des Systems, der Rohrstock, mit dem den proletarischen Jugendlichen eingebläut wird, dass es keinen Zweck hat, etwas anders zu wollen, als lebenslänglich am Fließband zu stehen, an untergeordneter Stelle zu arbeiten, Befehlsempfänger zu sein und zu bleiben, das Maul zu halten", so Meinhof damals. Dabei sei die "Gewaltanwendung eher die Regel als die Ausnahme gewesen."

Bei all den Kenntnissen, die man heute von den Zuständen in den Erziehungsheimen der Bundesrepublik hat - Marc Brummund ist es hoch anzurechnen, dass er das Sujet nicht zu einem pädagogischen Themenfilm mit erhobenem Zeigefinger hat werden lassen. Der Regisseur spricht auch ganz offen über seine filmischen Vorbilder wie den Hollywood-Film "Flucht in Ketten" oder François Truffauts Debüt "Sie küßten und sie schlugen ihn". Man sieht "FREISTATT" diese Vorbilder an. Doch Marc Brummund ist das cineastische Kunststück gelungen, sich an diesen Vorbildern zu orientieren und doch eine eigenständige Handschrift zu entwickeln. Es dürfte kaum ein anderes deutsches Filmdebüt in diesem Jahr geben, das an "FREISTATT" heranreicht.

Marc Brummunds Film "FREISTATT" startet nach mehreren Festivaleinsätzen (Cannes, Shanghai) im In- und Ausland an diesem Donnerstag in den deutschen Kinos. Außerdem ist er demnächst auf Festivals in Armenien, Italien, Belgien, Tschechien und in Frankreich zu sehen.

DIE REDAKTION EMPFIEHLT

Datum 25.06.2015
Autorin/Autor Jochen Kürten
QUELLE: DW @ http://www.dw.com/de/bete-und-arbeite-das-ersch%C3%BCtternde-filmdeb%C3%BCt-freistatt/a-18524691
.
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
KINOFILM ausschließlich über ev. Erziehungsanstalt FREISTATT

.
Heidi Dettinger, 1. Vorsitzende des Vereins ehemaliger Heimkinder e.V. gibt bekannt:

.
Hier finden Sie, wann und wo überall der Film in Deutschland gezeigt wird

http://www.veh-ev.eu/home/vehevinf/public_html/uncategorized/freistatt-der-film/
QUELLE DIESER BEKANNTGEBUNG ist das EHEMALIGE-HEIMKINDER-TATSACHEN.COM-Forum @ http://www.ehemalige-heimkinder-tatsachen.com/viewtopic.php?p=939#p939 ( So. 28.06.2015, um 01:05 Uhr (MEZ/CET) )
.
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
KINOFILM ausschließlich über ev. Erziehungsanstalt FREISTATT

.
Ehemaliges Heimkind-WEST und weitgehend in Berlin-WEST aufgewachsener und ansässiger Politaktivist (geb. 4. April 1944 ) Carl-Wolfgang Holzapfel [ V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin („Hoheneck“ - benannt nach dem berüchtigten DDR-Frauengefängnis Hoheneck im erzgebirgischen Stollberg) ] berichtet bezüglich seinem aktuellen Kinobesuch zur Vorführung des KINOSPIELFILMS "FREISTATT" @ https://17juni1953.wordpress.com/2015/06/28/filmpremiere-freistatt-aus-der-dunkelkammer-der-fruhen-bundesrepublik/

.
Filmpremiere "FREISTATT": Aus der Dunkelkammer der frühen Bundesrepublik

Eine sehr persönliche Reflexion

Von Carl-Wolfgang Holzapfel

Berlin, 28.06.2015/cw – Warum tut man sich das an? Das war eine Retraumatisierung, der ich mich aussetzte, heute, am Sonntagabend in einem kleinen Kino in Berlin-Charlottenburg. Und dann hieß der Protagonist auch noch Wolfgang…

Kaum zu glauben, aber wahr: Genauso erlebte ich den vergleichbaren Teil meiner zwölfjährigen Heimgeschichte im Dezember 1959. Nachdem ich aus einem Heim nahe Göttingen ausgerissen war – das Versprechen, mich nach einem Jahr wieder nach Hause zu holen, war nicht eingehalten worden – wurde ich am 16. Dezember – wie im Film – von einem Bus des Jugendamtes abgeholt. Mein Vater hatte mit seiner Frau extra Weihnachten vorgezogen und mit mir unter einem kleinen Baum das Fest gefeiert. Der Bus brachte mich in eine Einrichtung der Evangelischen Kirche nahe Kaltenkirchen. Es handelte sich um ein landwirtschaftliches Gut des von Johann Hinrich Wichern gegründeten Rauhen Hauses in Hamburg.

Wir, Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahre alt, mussten nicht, wie Wolfgang und seine Kameraden im Film, im Moor arbeiten, aber sonst war das alles vergleichbar. Ein „Vater“ Schönau leitete die Einrichtung und „Brüder“, Diakone in Ausbildung, versuchten sich als Erzieher. Wir mussten bis zu 14 Stunden am Tag in der Landwirtschaft, im Stall und auf dem Feld, arbeiten. Unsere Schlafstellen waren im Winter nicht geheizt, an den Innenwänden bildeten sich Eisdecken. Als Toiletten gab es sogen. Donnerbalken, also Sitzgruben in einem Bretterverschlag. Das Wasser zum Waschen holten wir uns aus Pumpen in die Waschschüssel. Für unsere Arbeit erhielten wir ein monatliches Taschengeld von fünf Mark, von dem wir uns Seife und Zahnpasta für den Eigenbedarf selbst kaufen mussten.

Wie in Freistatt setzte es auch mal Prügel von einem „Bruder“ Weise. Ein anderer „Bruder“ stahl mir ein Transistorradio, das mir mein Vater zum vorgezogenen Weihnachtsfest geschenkt hatte. Als ich mir im ersten Winter in den kalten Schlafräumen schwere Rheumaschmerzen zuzog und nicht mehr in der Lage war, im Stall die eineinhalb Zentner schweren Strohballen zu heben, blieb ich im Bett liegen und verweigerte mich der Arbeit. Schon bald erschien „Vater“ Schönau an meinem Bett und erklärte mir mit einem Bibel-Zitat: „Wer nicht arbeitet, braucht auch nicht zu essen.“ Ich solle mir nicht einbilden, bei meiner Arbeitsverweigerung mit Essen versorgt zu werden. Im Anschluß an dieses Gespräch schnitt ich mir die Pulsadern an beiden Handgelenken auf.

Ein Diakon entdeckte mich rechtzeitig und beide Handgelenke wurden verbunden. Notgedrungen stand ich also auf und schleppte mich in den Stall. Meine Kameraden schonten mich soweit sie konnten, dennoch arbeitete ich unter Schmerzen und Tränen im Stall. Dieses von mir als Martyrium empfundene Dasein endete erst im Frühjahr 1961, als ich nach einem komplizierten Dreifachbruch im Fußgelenk – ich war im Pferdestall unglücklich ausgerutscht – nahezu fünf Monate krank geschrieben war und nach Hamburg in ein Lehrlingsheim verlegt worden war. An den Folgen des damals noch nicht genagelten Bruchs leide ich bis heute. Meine Pflegemutter schrieb auf einen Hilferuf von mir, ich solle mich zusammen nehmen, gelobt sei, was hart macht…

Anders, als die Mutter von Wolfgang im Film konnte sich mein Vater nicht gegen seine Frau durchsetzen. Wie Wolfgang schwamm ich mich im Alter von achtzehn Jahren frei, verließ den schützenden Hort einer Familie, die mich nicht mehr schützen konnte.

"FREISTATT" ist absolut realistisch, ein eindruckvolles und wichtiges Dokument aus der Dunkelkammer der frühen Bundesrepublik. Sehenswert, man möchte sagen: Sehenspflicht. Allerdings sollten all die gewarnt sein, die das hier geschilderte selbst erlebt haben. Sie brauchen zumindest verlässlichen und vertrauten Beistand. Und sie brauchen sich ihrer vermutlichen Tränen nicht zu schämen. (1.003)

V.i.S.d.P. : Redaktion Hoheneck, Berlin, Tel.: 030-30207785
QUELLE: VEREINIGUNG 17. JUNI 1953 e.V. - 17. Juni 1953 - erster Volksaufstand in der DDR @ https://17juni1953.wordpress.com/2015/06/28/filmpremiere-freistatt-aus-der-dunkelkammer-der-fruhen-bundesrepublik/
.
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
KINOFILM ausschließlich über ev. Erziehungsanstalt FREISTATT

.
Anderswo im Netz schrieb und veröffentlichte ich vor-vorgestern ( Mo. 29.06.2015, um ca. 15:30 (MEZ/CET) ):

.
Herr Weber ( in seinem hiesigen Kommentar vom 29.062015 um 08:40 Uhr ) verweist auf und meint folgende Internetauftritte, die sich alle mit dem KINOSPIELFILM "FREISTATT" von Filmregisseur Marc Brummund befassen:

http://www.freistatt-film.de/#Presse

*PRESSE*:

Online-Rezensionen:

Frankfurter Neue Press » ( Do. 25.06.2015 ) @
http://www.fnp.de/nachrichten/kultur/Ab-ins-Erziehungsheim;art679,1462908

Die Welt » ( Do. 25.06.2015 ) @
http://www.welt.de/print/welt_kompakt/kultur/article143027948/Im-Namen-des-Vaters-und-der-Gewalt.html

Badische Zeitung » ( Do. 25.06.2015 ) @
http://www.badische-zeitung.de/kino-11/zwangsarbeit-und-sadismus-statt-paedagogik--106706595.html

Mittelbayerische Zeitung (Regensburg) » ( Mi. 24.06.2015 ) @
http://www.mittelbayerische.de/kultur-nachrichten/schuften-im-namen-der-fuersorge-21853-art1249587.html

Westfälische Nachrichten » ( Do. 25.06.2015 ) @
http://www.wn.de/Welt/Kultur/Kino-Kritik/2028178-Freistatt-Zwangsarbeit-im-Moor

Abendzeitung München » ( Do. 25.06.2015 ) @
http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.70er-jahre-drama-freistatt-ausgeliefert-im-erziehungsheim.0283866d-79dc-41dd-940a-d847950cd32c.html

Stuttgarter Zeitung » ( Do. 25.06.2015 ) @
http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.freistatt-im-atelier-am-bollwerk-kinderheim-film-feiert-in-stuttgart-landespremiere.7c5d6a05-d826-43c7-aaf6-d001580eab52.html

Deutschlandradio Kultur » ( Do. 25.06.2015 ) @
http://www.deutschlandradiokultur.de/neu-im-kino-freistatt-misshandlung-statt-rock-n-roll.2150.de.html?dram:article_id=323593

SWR Fernsehen » ( Fr. 26.06.2015 ) @
http://www.swr.de/kunscht/freistatt-kino/-/id=12539036/did=15535292/nid=12539036/671n5g/index.html

Jungle World » ( Do. 25.06.2015 ) @
http://jungle-world.com/artikel/2015/26/52218.html

Vorwärts » ( Fr. 26.06.2015 ) @
http://www.vorwaerts.de/artikel/freistatt-willkommen-sklaverei

Da muß ich Herrn Weber Recht geben: Niemand schreibt Leserkommentare; niemand nutzt die Möglichkeit sich an einer Diskussion zu diesem Thema zu beteiligen; niemand verschafft sich Gehör; niemand übernimmt Verantwortung; es wird allerseits weiterhin weitgehend geschwiegen.
.
.
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
KINOFILM ausschließlich über ev. Erziehungsanstalt FREISTATT

.
Darüber wie es damals in Nachkriegsjahrzehnten im Bethel-eigenen FREISTATT, in der Bundesrepublik, zuging, kann sich jeder hier informieren:

VI 10.1-8 Wohlfahrtsblatt DER FREIEN HANSESTADT BREMEN

Amtliches Organ der bremischen Wohlfahrtsbehörde

Für den Inhalt verantwortlich: Präsident Kayser.

9. Jahrgang - Bremen, Dezember 1938 - Nummer 4

[ Teilweise Wiedergabe eines zutreffenden Artikels, eingeleitet vom Führer selbst ]

[ Offizielle Veröffentlichung mit einleitender Aussage dazu von Adolf Hitler selbst ]

*Das bremische Arbeitszwangslager Teufelsmoor* (unter den Nationalsozialisten)
[ vergleichbar mit FREISTATT IM WIETINGSMOOR (im Kaiserreich; in der Weimarer Republik; unter den Nationalsozialisten; unter Besatzung der Alliierten; in der Bundesrepublik) ]

Einfach danach GOOGLEn.
.
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
KINOFILM ausschließlich über ev. Erziehungsanstalt FREISTATT

.
Was die „von Bodelschwinghschen Anstalten Bethel“, heute „von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel“, Geschäftseigentümer und Betreiber der „Fürsorgehölle »Freistatt«“ selbst zu diesem KINOSPIELFILM "FREISTATT" zu sagen haben:

.
Bethel [Haus Gottes] @ https://www.bethel.de/aktuelles/aktuelles-ohne-vorlage/der-film-freistatt-kommt-in-die-kinos.html

24.06.2015

Der Film "FREISTATT" kommt in die Kinos

Der SPIELFILM "FREISTATT" über das Schicksal eines 14-jährigen in der Fürsorgeerziehung der 1960er Jahre kommt morgen bundesweit in die Kinos. Er ist in wesentlichen Teilen im Spätsommer 2013 im Ort Freistatt bei Diepholz/Niedersachsen gedreht worden. Er nimmt sowohl was die Hauptfigur und den Plot als auch was das gesellschaftliche Umfeld und das Erziehungsverständnis angeht, reale Verhältnisse der damaligen Zeit auf.

Der Haupt-Drehort, die heutige Diakonie Freistatt, war damals eine große Heimeinrichtung der Fürsorgeerziehung. Freistatt gehört bis heute zu den v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel. In Freistatt wurden damals Jungen und junge Männer auf Anordnung der Jugendämter und Gerichte oder auch auf Betreiben der jeweiligen Familien aufgenommen.

[ Drei Fotos der Drehszenen während der Dreharbeiten des Films ]

Bethel hat die Dreharbeiten für den Film im Spätsommer und Herbst 2013 maßgeblich unterstützt. Bereits bei der Erarbeitung des Drehbuchs gab es zahlreiche Gespräche und Recherchen in der Ortschaft Freistatt und einen Austausch mit ehemaligen Fürsorgezöglingen, die mit Freistatt auch vorher schon in Kontakt standen. Ganz wesentlich bezieht sich „Freistatt“-Regisseur Marc Brummund auf die wissenschaftliche Aufarbeitung zur Fürsorgeerziehung in Freistatt, die 2009 im Bethel-Verlag erschienen ist.

In dem BuchEndstation Freistatt“, hg. v. Matthias Benad et al., haben Historiker und weitere Fachleute unterschiedliche Aspekte der Fürsorgeerziehung unter Nutzung von Archivmaterial und Personenakten untersucht und auch die zeitgenössischen Verhältnisse dargestellt. Bethel hat sich damit der kritischen Aufarbeitung seiner Geschichte in dieser Zeit gestellt. Das Buch war die erste wissenschaftlich fundierte Aufarbeitung in Deutschland zum Schicksal vieler Heimkinder in der jungen Bundesrepublik.

Einen Trailer zum Film "FREISTATT" finden Sie hier @ http://www.kino.de/kinofilm/freistatt/144565

Bethel, Freistatt und die Fürsorgeerziehung in der Bundesrepublik der 50er und 60er Jahre » weitere Informationen @ https://www.bethel.de/aktuelles/aktuelles-ohne-vorlage/der-film-freistatt-kommt-in-die-kinos/bethel-und-die-fuersorgeerziehung-in-der-bundesrepublik-der-50er-und-60er-jahre.html

Im historischen Gebäude „Moorhort“, einem der Drehorte für den Spielfilm, wird eine Dauerausstellung zur Geschichte der Fürsorgeerziehung in Freistatt gezeigt. Texte, Fotos, Dokumente und Erinnerungen von Fürsorgezöglingen geben einen Einblick in dieses dunkle Kapitel. Dafür werden auch Teile der Filmkulissen von "FREISTATT" genutzt. Kontakt: Ursel Kammacher, Sekretariat Diakonie Freistatt, Telefon: 05448 8 8580

Fotos: Boris Laewen/Zum Goldenen Lamm Filmproduktion
.
Desweiteren heist es heute auf dem Internetauftritt der »Gemeinde Kirchdorf« zu der auch das Bethel-eigene »FREISTATT« gehört

@ http://www.kirchdorf.de/Mitgliedsgemeinden/Freistatt

.
Im Frühjahr 2015 wurde im Freistätter Haus Moorhort eine Ausstellung zur damaligen Fürsorgeerziehung eröffnet. Erarbeitet wurden verschiedenste Schautafeln, die in der Kulisse des Films "FREISTATT" gezeigt werden. Der historische Ort, die Dokumente aus den Akten, die Fotos und Interviewauszüge sollen dazu anregen, sich den Rahmenbedingungen der Heimerziehung und dem leidvollen Alltag der "Fürsorgezöglinge" zu nähern. Zudem kann der Blick auf das Unrecht in der Vergangenheit dazu beitragen, Lehren für gegenwärtiges Handeln zu ziehen.
.
.
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
KINOFILM ausschließlich über ev. Erziehungsanstalt FREISTATT

.
Hochrelevant zum Thema "FREISTATT"

Erstmalig von ex-Freistätter (der frühen 1960er Jahre) Martin MITCHELL (Jg. 1946) hier im Internet entdeckt am 04.07.2015:

@ http://www.spurensuche-meinung-bilden.de/index.php?id=4&topic=10&key=2 (Die einzige Stelle wo es bis zum heutigen Tage im Internet zu finden war !)

.
Braunschweiger Zeitung, 22. September 2008

[ "FREISTATT" - "DIAKONIE FREISTATT" - "BETHEL IM NORDEN" ]

16 Monate Zwangsarbeit und Schläge [ in " FREISTATT" ]

Der Braunschweiger Lutz Rose wurde Anfang der 60er Jahre in die Erziehungsanstalt Freistatt gebracht

Von Cornelia Steiner

Nichts als Moor rundherum, Sumpf, Wasser. Fliehen ist zwecklos, sie kriegen einen ja doch, oder man bleibt im Moor stecken. Also durchhalten, die Schläge ertragen, das Gebrüll der angeblichen Erzieher, die steifgefrorenen Finger, die blutigen Füße in den Holzschuhen, die Schufterei von früh bis spät, die Enge im Schlafsaal zwischen 39 anderen Jungs und jungen Männern, die vergitterten Fenster. Einfach nur durchhalten.
"Ich habe nicht geheult, auch nicht, wenn sie mich verprügelt haben. Da sind die aber noch wilder geworden."
Mehr als ein Jahr hat Lutz Rose aus Braunschweig in der kirchlichen Erziehungsanstalt in Freistatt im Kreis Diepholz verbracht. 1961 und 1962 war das. Er beschreibt diese Zeit als die schlimmste Zeit seines Lebens, und er redet seit Jahren darüber, auch wenn viele Leute es nicht hören wollen.

Polizisten brachten ihn in Handschellen ins Heim.

Selbst seine Frau hat lange gesagt: Ach hör doch auf, so schlimm war es bestimmt nicht.
Inzwischen glaubt sie ihm. Sie hat andere Opfer kennen gelernt, und auf Einladung der Diakonie Freistatt hat sie die einstige Erziehungsanstalt mit ihrem Mann vor zwei Jahren besucht.
Die Diakonie geht offen mit dem Thema um. "Das Geschehene ist nicht zu entschuldigen", heißt es dort. Demnächst erscheint eine wissenschaftliche Arbeit, die sich der Aufarbeitung widmet.
Bei dem Besuch in Freistatt hat Lutz Rose eine gut sortierte Akte erhalten. Darin liegen Dutzende von Beurteilungen. So schrieb das Amtsgericht Braunschweig im Januar 1961 über den damals 18-Jährigen:
"Sein Verhalten lässt eine beginnende Verwahrlosung erkennen, deren Behebung der Vater nicht mehr gewachsen ist. Auch die Anordnung einer Schutzaufsicht würde nicht ausreichen, um diesen völlig verbummelten und stark gefährdeten Jugendlichen wieder auf die rechte Lebensbahn zu bringen."

Was war geschehen? Lutz Rose hatte neun Geschwister, die Mutter war bereits 1953 gestorben, der Vater mit der Erziehung überfordert. Nach der Schule begann Lutz Rose eine Ausbildung zum Steinsetzer - und damit begann der Ärger. "Der Bauführer hat mich geschlagen, und mein Vater hat die Lehrlingsbeihilfe kassiert", erzählt er. Es kam zum Streit, und einer von Lutz Roses Brüdern überredete den Vater, den Jungen in eine Erziehungsanstalt zu geben. Jugendamt und Amtsgericht waren einverstanden.
Polizisten brachten ihn in Handschellen nach Freistatt. "Als ich dort aus dem Auto gestiegen bin, hat der Hausvater mir eine geknallt und gesagt: „Damit du weißt, wie es hier zugeht.“ Danach musste ich sofort im Moor malochen."
Im Moor spielte sich der Alltag der Jugendlichen ab. Sie bauten Torf ab, gruben Kanäle und machten das Land urbar, rodeten Kartoffeln, ernteten Getreide. In den Häusern der Anstalt mussten sie kochen, nähen, bügeln, putzen, und jeden Sonntag saßen sie im Gottesdienst. So sollten die Jugendlichen auf den rechten Weg kommen. Denn wer in Freistatt landete, galt als kriminell oder schwer erziehbar. Tatsächlich kamen viele aber wegen Banalitäten dorthin, weil sie ein wenig über die Strenge geschlagen hatten, weil Eltern überfordert waren, weil Gerichte einer Heim-Einweisung schnell zustimmten.

Lutz Rose erinnert sich an einen Jungen mit Kinderlähmung. "Was machte der dort?", fragt er. "Den hätte man niemals nach Freistatt schicken dürfen." Vier Tage lang wurde er in eine Zelle gesperrt.
Ein Vorfall hat sich besonders in sein Gedächtnis gebrannt: Ein Jugendlicher wollte entlassen werden und rammte sich deswegen einen Spaten in den Fuß. Er kam ins Krankenhaus, doch wenige Tage später war er schon wieder in Freistatt und sollte arbeiten, trotz heftiger Schmerzen. "Der Hausvater hat gesagt: „Der simuliert doch nur.“ Dann kam er in die Strafzelle, und kurz danach ist er an Tetanus gestorben."

Rose vermutet, dass noch mehr Jugendliche umgekommen sind. "Manche sind abgerutscht und ins Moor gefallen, andere haben sich schwer verletzt. Wir wurden dann immer weggedrängt. Einen Krankenwagen habe ich dort draußen nie gesehen."
Für ihn war die vermeintliche Erziehungszeit nach 16 Monaten vorbei. Im Bericht des Heimes hieß es damals: "Wir können mitteilen, dass der Jugendliche eine gute Aufwärtsentwicklung genommen hat."
Der Jugendliche von damals ist inzwischen 65 Jahre alt, hat zwei Kinder und drei Enkel. Er ist Mitglied im Verein ehemaliger Heimkinder und erzählt seine Geschichte. Warum? "Weil wir erst misshandelt und dann vergessen wurden."
.
QUELLE: http://www.spurensuche-meinung-bilden.de/index.php?id=4&topic=10&key=2 (dort etwas runter scrollen) (zur Bildung und Weiterbildung und Erinnerung zusammengetragen von Jürgen Kumlehn, Erinnerer)
.
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
KINOFILM ausschließlich über ev. Erziehungsanstalt FREISTATT

.
.
Darüber wie es damals in Nachkriegsjahrzehnten im Bethel-eigenen FREISTATT, in der Bundesrepublik, zuging, kann sich jeder hier informieren:

VI 10.1-8 Wohlfahrtsblatt DER FREIEN HANSESTADT BREMEN

Amtliches Organ der bremischen Wohlfahrtsbehörde

Für den Inhalt verantwortlich: Präsident Kayser.

9. Jahrgang - Bremen, Dezember 1938 - Nummer 4

[ Teilweise Wiedergabe eines zutreffenden Artikels, eingeleitet vom Führer selbst ]

[ Offizielle Veröffentlichung mit einleitender Aussage dazu von Adolf Hitler selbst ]

*Das bremische Arbeitszwangslager Teufelsmoor* (unter den Nationalsozialisten)
[ vergleichbar mit FREISTATT IM WIETINGSMOOR (im Kaiserreich; in der Weimarer Republik; unter den Nationalsozialisten; unter Besatzung der Alliierten; in der Bundesrepublik) ]

Einfach danach GOOGLEn.

Wem jedoch das Selbst-GOOGLEn zu lässtig ist, begebe sich bitte einfach zu http://www.heimkinder-ueberlebende.org/Auszuege_vom_Wohlfahrtsblatt_Dez1938_re_Zwangsarbeit_im_Teufelsmoor_No1.html und beginne dort mal genau zu studieren.
[
/size]
.
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
KINOFILM ausschließlich über ev. Erziehungsanstalt FREISTATT

.
Bielerfelder Bethel [Haus Gottes] / „von Bodelschwinghsche Anstalten Bethel“ / „von Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel

[ "FREISTATT" - "DIAKONIE FREISTATT" - "BETHEL IM NORDEN" ]

Am Beispiel dieser kirchlichen Erziehungseinrichtung "FREISTATT"

nun, seit dem 25.06.2015, in deutschen Kinos

der KINOSPIELFILM

.
"FREISTATT"

( @ http://www.artechock.de/film/text/kritik/f/freist.htm )

Unglaubliche Tortur

Der Name "FREISTATT" ruft für sich genommen positive Assoziationen hervor. Lässt an einen Platz im Grünen denken. Ein Fleckchen Erde, an dem man sich ungehindert entfalten kann. Frei von Zwängen und starren Regeln. In Wahrheit steht dieser Ort [ "FREISTATT" ] – im Landkreis Diepholz gelegen – allerdings für eines der dunkelsten Kapitel der westdeutschen Heimgeschichte. Bis Mitte der 1970er Jahre herrschten in der kirchlichen Fürsorgeanstalt Gewalt und Unterdrückung vor, obwohl die dorthin abgeschobenen Jugendlichen eigentlich zu christlich handelnden Menschen erzogen werden sollten.

Regisseur und Drehbuchautor Marc Brummund, selbst in der Nähe der Einrichtung geboren, wirft in seinem ersten Kinofilm einen schonungslosen Blick auf den mitunter qualvollen Heimalltag und bedient sich dabei persönlicher Erlebnisberichte, allen voran Schilderungen des ehemaligen Zöglings Wolfgang Rosenkötter, der heute als Ombudsmann in Freistatt wirkt. Entstanden ist ein raues, ungeschöntes Jugenddrama, das dem Schrecken der „Schwarzen Pädagogik“ auf differenzierte Weise zu Leibe rückt.

Im Mittelpunkt steht der 14-jährige Wolfgang (Louis Hofmann). Ein kleiner Rebell, der sich nicht in das spießige Leben seiner Familie im niedersächsischen Osnabrück einfügen will und deshalb von seinem Stiefvater (Uwe Bohm) nach Freistatt abgeschoben wird – was Wolfgangs einfühlsame Mutter (Katharina Lorenz) stillschweigend duldet. Angekommen in der abgelegenen Erziehungsanstalt, sieht sich der renitente Teenager mit einem Autoritätssystem konfrontiert, das nur eine Maxime kennt: bedingungslosen Gehorsam. Während Wolfgang in Anton (Langston Uibel) einen Verbündeten findet, versucht er, den unmenschlichen Heimstrukturen die Stirn zu bieten.

Bezeichnenderweise verorten Brummund und Koautorin Nicole Armbruster ihre Geschichte im Sommer 1968. In einer Zeit also, die von gesellschaftlchen und kulturellen Umbrüchen und einer offenen Auflehnung gegen die Elterngeneration geprägt war. Zu spüren ist der Wind der Freiheit, des Andersdenkens abseits großer Städte allerdings nur verhalten. In der Provinz herrschen weiterhin konservative Denkmuster vor. Gewalt ist nach wie vor im Familienleben verankert und nimmt im Heimalltag sogar systematische Züge an. Wer nicht spurt, wird von Bruder Wilde (Stephan Grossmann), einem der beiden Erzieher, rücksichtslos misshandelt. Aus jedem Winkel lugen in Freistatt quasifaschistische Methoden hervor: Dumpfes Autoritätsgehabe bestimmt die Mahlzeiten, bei denen die Jugendlichen nur auf Anweisung sprechen dürfen. Individuelles Fehlverhalten zieht Bestrafungen aller Insassen nach sich, weshalb sich die Jungen auch untereinander auf brutale Weise disziplinieren. Und auf dem Weg zur Zwangsarbeit im Moor intonieren die Bewohner das Moorsoldatenlied, das auf die Häftlinge des Konzentrationslagers Börgermoor zurückgeht.

Ganz nebenbei erzählt der Film, dass einige Erzieher damals überhaupt nicht für den Dienst in einem Jugendheim qualifiziert waren, sondern aus anderen Berufsfeldern kamen. An die Seite von Bruder Wilde, einem solchen „Quereinsteiger“, der ganz offen prügelt und erniedrigt, stellt das Drehbuch die Figur des introvertierten Bruder Krapp (Max Riemelt), der den aufsässigen Teenagern wohlwollender begegnet. Wie sich später zeigt, hat er jedoch im Geheimen große Schuld auf sich geladen, die ausgerechnet beim besinnlichen Weihnachtsfest zu Tage tritt. Eine Szene, die auch deshalb sprachlos macht, weil der anwesende Pfarrer das Geschehen mit einem lapidaren Satz beiseite wischt – eine sicherlich gewollte Anspielung auf den unrühmlichen Umgang der Kirche mit den in den letzten Jahren publik gewordenen Missbrauchsfällen. Als allwissende Präsenz im Hintergrund fungiert Hausvater Brockmann. Eine Mischung aus gütigem Vaterersatz und durchtriebenem Sadisten, den Alexander Held geradezu beängstigend ambivalent verkörpert.

Ästhetisch fahren Brummund und Kamerafrau Judith Kaufmann eine Doppelstrategie. Einerseits sind mehrfach sonnendurchflutete Bilder zu sehen, die an verblasste Fotografien erinnern. Ähnlich den Schnappschüssen vom realen Heimleben, die im Abspann gezeigt werden. Andererseits setzen sich mit zunehmender Dauer, je weiter sich die Abwärtsspirale für Wolfgang dreht, erdigausgewaschene Farben durch, die der trostlosen Moorland*schaft entspringen und den Gefängnischarakter der Fürsorgeanstalt unterstreichen. Insgesamt mutet der Film dem Publikum einige verhältnismäßig harte Gewaltszenen zu. Momente, die allerdings keinen Selbstzweck verfolgen, sondern inhaltlich begründet sind.

Auch wenn die Musik stellenweise überpräsent ist, einige Szenen etwas plakativ geraten (Stichwort: Aufstand zum Richie-Havens-Song „Freedom“) und das Drehbuch gegen Ende mehrere Schritte auf einmal nimmt, ist Marc Brummunds Kinodebüt ein gelungener Beitrag zur immer noch vernachlässigten Aufarbeitung von Misshandlungen in kirchlichen und staatlichen Heimen. Eine besondere Erwähnung verdient Hauptdarsteller Louis Hofmann, der den Tour-de-Force-Ritt seiner Rolle bravourös meistert. Beklemmend und erschütternd ist das Drama nicht nur, weil es mit Unterstützung der heutigen Diakonie Freistatt an den erhaltenen Originalschauplätzen entstand. Auch die letzten Einstellungen garantieren ein längeres Nachhallen. Zeigen sie doch, dass eine einfache Rückkehr in ein „normales“ Leben nach derart schrecklichen Erfahrungen nicht möglich ist – eine Erkenntnis, die wohl viele Betroffene bestätigen können.

Christopher Diekhaus
.
QUELLE: @ http://www.artechock.de/film/text/kritik/f/freist.htm
.
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
KINOFILM ausschließlich über ev. Erziehungsanstalt FREISTATT

.
Mein gestriges diesbezügliches Schreiben an die deutschen Medien generell:

.
Der KINOSPIELFILM "FREISTATT" erzählt viel, mehr als jeder bisherige Film zum Thema – aber doch noch nicht alles.


Sehr geehrte Damen und Herren Redakteure und Journalisten in der deutschen Medienlandschaft,

in Bezug auf den auch von Ihnen im Internet vorgestellten, jetzt seit dem 25.06.2015 in deutschen Kinos laufenden, KINOSPIELFILM "FREISTATT", mache ich als ein australischer Staatsbürger ansässigig in Australien seit dem 24.03.1964 – nach einem meinerseitigen 12-Monate lang andauernden auf Zwangsarbeit im Moor ausgerichteten Aufenthalt in der FÜRSOREGEHÖLLE "FREISTATT" IM WIETINGSMOOR direktzuvor auf einen offiziellen Tatsachenbericht aus dem Jahre 1938 (vorgestellt vom Reichsführer Adolf Hitler selbst!) aufmerksam, ein Tatsachenbericht, der genau beschreibt wie es damals im TEUFELSMOOR zuging; genau die gleichen Zustände und der gleiche Tagesablauf wie im Bethel-eigenen "FREISTATT" von 1901 bis Mitte der 80er Jahre oder sogar bis Mitte der 90er Jahre noch! – zumal das Bethel-eigene Freistätter Torfwerk ja erst in 1995 geschlossen wurde!

Hier der direkte Link zu dieser offiziellen amtlichen Veröffentlichung der Wohlfahrtsbehörde“ in Bremen unter den Nationalsozialistenaus dem Jahre 1938 @ http://www.heimkinder-ueberlebende.org/Auszuege_vom_Wohlfahrtsblatt_Dez1938_re_Zwangsarbeit_im_Teufelsmoor_No1.html ( Wenn notwendig können Sie sich, sicherlich, auch ganz einfach eine Kopie des Originals dieser offiziellen amtlichen Veröffentlichung aus dem bremischen Landesarchiv oder dem Bundesarchiv zustellen lassen! )

Ich und sicherlich auch viele andere Betroffene wären Ihnen sehr dankbar, wenn Sie dann aufgrund dieses Tatsachenberichtes die gesamtgesellschaftliche deutsche Öffentlichkeit, für Bildungszwecke, jetzt ganz speziell, auch mal DARAUF aufmerksam machen würden.

Mit freundlichen Grüßen

Martin MITCHELL (Jg. 1946)
( Betreiber, u.a., auch vonEHEMALIGE-HEIMKINDER-TATSACHEN.COM @ http://www.ehemalige-heimkinder-tatsachen.com )


[ Empfänger dieser E-mail von Martin MITCHELL vom 07.07.2015, unter anderen: ]

KREISZEITUNG (DIEPHOLZ) onlineredaktion@kreiszeitung.de
[ "FREISTATT" befindet sic him Landkreis Diepholz ]
WESER-KURIER (BREMEN) chefredaktion@weser-kurier.de und chefredaktion@bremer-nachrichten.de und onlineredaktion@weser-kurier.de
[ Der WESER-KURIER ist die größte Tageszeitung in der nächstgelegenen Großstadt zu "FREISTATT", BREMEN ( Entfernung 70km) ]
DEUTSCHLANDRADIO presse@deutschlandradio.de und info@deutschlandradio.de
KLATSCH-TRATSCH (FILM REVIEW) info@klatsch-tratsch.de
NDR ndr@ndr.de und internet@ndr.de
BERLINER MORGENPOST redaktion@morgenpost.de und leserbriefe@morgenpost.de und julius@digitalerwandel.de
FRANKFURTER NEUE PRESSE info@fnp.de und thomas.ruhmoeller@fnp.de und michael.forst@fnp.de
DEUTSCHE WELLE info@dw.com
ABENDZEITUNG (MÜNCHEN) info@abendzeitung.de und info@abendzeitung.de und info@az-muenchen.de und redaktion@az-muenchen.de und online@az-muenchen.de
SWR info@swr.de und online@swr.de
OBERPFALZ TV info@otv.de
YAEZ.DE redaktion@yaez.de und info@yaez.de
PASSAUER NEUE PRESSE info@pnp.de
red.online@nordwest-zeitung.de
DIE WELT redaktion@welt.de
DIE ZEIT kontakt@zeit.de
STERN info@stern.de
HAMBURGER ABENDBLATT hadigital@abendblatt.de
FREIE PRESSE (CHEMNIZ) die.tageszeitung@freiepresse.de und buero.chefredakteur@freiepresse.de
THÜRINGER ALLGEMEINE chefredaktion@thueringer-allgemeine.de
MDS-MEDIENGRUPPE (einschließlich, u.a., KÖLNER RUNDSCHAU, KÖLNER STADT-ANZEIGER, MITTELDEUTSCHE ZEITUNG und BERLINER ZEITUNG) joachim.frank@mds.de
WESTFALEN-BLATT wb@westfalen-blatt.de
FRANKFURTER RUNDSCHAU leserbrief@fr-online.de
KÖLNER RUNDSCHAU online@kr-redaktion.de
GENERAL-ANZEIGER (BONN) online@ga-bonn.de
SHZ.DE - PINNEBERGER TAGEBLATT (SCHLESWIG-HOLSTEIN) redaktion@a-beig.de
Filmregisseur Marc Brummund brummund@yahoo.com
Drehbuchautorin Nicole Armbruster armbruster@aol.com
.

.
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
DIAKONIE: Fürsorgehölle ANSTALT FREISTATT Wietingsmoor et al

.
Heimerziehung in der Nachkriegszeit
ein schwieriges Kapitel kirchlicher Zeitgeschichte

Text erschienen im Loccumer Pelikan 2/2009 (ISSN 1435-8387)

Loccumer Pelikan 19 2009 02 (Diakonie, Bildung und soziale Gerechtigkeit). Religionspädagogisches Magazin für Schule und Gemeinde, Seite 66-68.

Dr. Kerstin Gäfgen-Track [Jg. 1959], Oberlandeskirchenrätin der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers [seit 2003]

ERKLÄRUNG VOM STANDPUNKT DER EVANGELISCHEN THEOLOGIE

@ http://www.rpi-loccum.de/material/pelikan/pel2-09/theo_gaefgentrack

.
Heimerziehung in der Nachkriegszeit
ein schwieriges Kapitel kirchlicher Zeitgeschichte

Dr. Kerstin Gäfgen-Track [ Oberlandeskirchenrätin der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers ]

Nachdem im Jahr 2006 das Buch von Peter Wensierski „Schläge im Namen des Herren“1 erschienen war, das zum Teil auf dramatische Weise die auch grausamen Erfahrungen von Heimkindern in der Nachkriegszeit dokumentiert, hat die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers bereits im selben Jahr gemeinsam mit dem Diakonischen Werk der Landeskirche eine Studie in Auftrag gegeben, um zu klären, unter welchen Bedingungen damals in kirchlichen Heimen untergebrachte Kinder und Jugendliche gelebt und gearbeitet haben. Mittlerweile wurden im gesamten Bereich der EKD weitere solcher Studien in Auftrag gegeben und erste Ergebnisse sind veröffentlicht. Mit Beginn des Jahres 2009 haben sowohl der Bundestag als auch die niedersächsische Landesregierung einen Runden Tisch zur Aufarbeitung des Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen in deutschen Heimen eingesetzt. Es soll dabei sowohl um Aufklärung als auch um konkrete Hilfe für die Betroffenen gehen. Die Kirchen, Diakonie und Caritas beteiligen sich selbstverständlich an diesen Runden Tischen.

Ein Grund dafür, dass das Leiden vieler Heimkinder so lange nicht öffentlich wurde, liegt in der Scham vieler Opfer begründet und auch ihrem Versuch, durch Verdrängung mit den leidvollen Erfahrungen leben zu können. Nachdem einige Betroffene ihre Erfahrungen und ihr Leid öffentlich gemacht haben, haben nun immer mehr Opfer den Mut, ihre Geschichte zu erzählen und nach Hilfe zu suchen. Das Diakonische Werk Hannover hat deshalb eine Hotline geschaltet, die stark genutzt wird. Hier wird neben einer Beratung auch konkrete Hilfe, z.B. durch Therapien angeboten.

Die bereits vorliegenden Ergebnisse belegen unzweifelhaft: Es wurde auch mit körperlicher und seelischer Gewalt in kirchlichen Heimen erzogen. Es kam dabei vermutlich nur in einzelnen Fällen zu Menschenrechtsverletzungen wie Freiheitsentzug, und auch zu sexuellem Missbrauch. Die Untersuchungen zeigen, dass zwischen den Heimen deutliche Unterschiede im Umgang mit den anvertrauten Kindern und Jugendlichen bestanden. Die Fälle von körperlicher und seelischer Gewalt sind nicht auf kirchliche Heime beschränkt, sondern traten in den Heimen unterschiedlicher Träger auf. Die Kinder und Jugendlichen in den Heimen mussten vielfach arbeiten. Harte Arbeit wurde als pädagogische Maßnahme gewertet, aber auch aus ökonomischen Gründen mussten die Kinder und Jugendlichen arbeiten, da der Pflegesatz extrem niedrig war. Die Kirchen, Diakonie und Caritas unterhielten im Vergleich mit anderen sehr viele dieser Heime2 , gerade aufgrund der geringen Sätze, die die Kommunen oder Länder für die Heimunterbringung zahlten. Der Zeitraum, in dem es zu inakzeptablen Zuständen in den kirchlichen Heimen kam, lässt sich klar auf die fünfziger und sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts begrenzen. Konkrete Zahlen von Opfern lassen sich weiterhin nur schwer ermitteln. Aber jeder einzelne Missbrauch, jede einzelne Menschenrechtsverletzung hätte nicht passieren dürfen. Es gilt hier insgesamt nichts zu beschönigen, zu verharmlosen oder zahlenmäßig klein zu reden.

Es gilt nach den Gründen zu fragen, warum in Heimen allgemein mit Gewalt erzogen wurde und warum viele kirchliche Heime hier keine Ausnahme bildeten. Wie in der Gesellschaft insgesamt galt auch in der Kirche die Prügelstrafe oder andere körperliche Züchtigungen als normal. Institutionelle Gewalt wurde als Teil des Erziehungssystems verstanden. Die Soziologie und die Pädagogik haben für diese Form der Erziehung mit Gewalt, körperlicher und seelischer Bestrafung, mit Einschüchterung sowie seelischer Demütigung den Begriff der „Schwarzen Pädagogik“ geprägt.3 Das vielfach gesetzte Ziel war schon in der Antike, im Mittelalter und bis in die 6oer Jahre des vergangenen Jahrhunderts, den Menschen nach einem ganz bestimmten Menschenbild zu formen und zu bilden. Um dieses Menschenbild zu verwirklichen, sahen es viele Pädagogen als notwendig an, den Willen des Kindes zu brechen, seine Eigensinnigkeit und seine Bedürfnisse zu eliminieren sowie seine vermeintlich schädlichen Triebe zu bändigen. Kinder und Jugendliche sollten so zu einem gesellschaftlich legitimierten Handeln und Verhalten erzogen werden. Diese pädagogischen Grundüberzeugungen waren um so mehr bei „auffällig“ gewordenen, nicht angepassten Kindern und Jugendlichen durchzusetzen. Wenn die Eltern nicht der Lage waren, ihr Kind zu diesem Handeln und Verhalten zu erziehen, wurde die Einweisung in ein Heim als ein angemessenes Mittel betrachtet. So waren Diebstahl, Schwangerschaft oder Weglaufen aus dem prügelnden Elternhaus, aber auch Widerworte gegen eine allein erziehende Mutter bzw. „Schwererziehbarkeit“ im weitesten Sinn Gründe für die Einweisung in ein Heim.

Gehorsam gegen Eltern, Lehrer und politische Obrigkeit war Jahrhunderte lang unbestrittenes Ziel von Erziehung. Gerade der Nationalsozialismus hatte diesen Gedanken des Gehorsams extrem verstärkt, so dass er in der Nachkriegszeit unvermindert wirksam war. Auch deshalb war das Schlagen in der Schule erlaubt und gängiges Erziehungsmittel. In der DDR wurde bereits 1949 die körperliche Züchtigung an Schulen verboten, in der Bundesrepublik Deutschland erst 1973 und erst im Jahr 2000 kam es in Deutschland zum Verbot der elterlichen Züchtigung.

Die „Schwarze Pädagogik“, geprägt und verstärkt durch den Zeitgeist, beeinflusste die Pädagogik nicht nur in kirchlichen Heimen, sondern durchaus auch in christlichen Elternhäusern. Sie galt als angemessene Reaktion auf die Sünde bzw. Erbsünde des Menschen. Die theologischen Topoi von Sünde und Erbsünde dienten auch zur theologischen Legitimation einer schwarzen Pädagogik. Von der Schwarzen Pädagogik haben wir uns heute als Kirche klar und deutlich distanziert. Sie war und ist untragbar, ist zutiefst unevangelisch und hatte furchtbare Folgen auch in der Heimerziehung.

Die Rede von der Sünde ist angemessen zu interpretieren: sie trägt die Gesamtheit der Realität in die christliche Anthropologie ein. Menschen werden schuldig gegenüber sich selbst, anderen Menschen und Gott. Das nennt die Bibel Sünde. Der Begriff der Erbsünde, d.h. dass das Sündersein und das dem entsprechende Handeln grundsätzlich vererbt wird, ist theologisch problematisch, denn der Gedanke einer Erbsünde lässt sich weder schöpfungstheologisch noch anthropologisch oder christologisch halten, aber er besitzt ein bleibendes Wahrheitsmoment: Obwohl es nicht zwangsnotwendig oder auch nicht genetisch vererbt ist, zeigt sich doch immer wieder, dass Menschen schuldig werden und auf die Vergebung Gottes angewiesen sind. Das ist eine zutiefst evangelische Erkenntnis. Diese menschliche Wirklichkeit ist in den Blick zu nehmen. Der Begriff der Sünde steht für die dunkle Seite im Leben, für Aggression, das Nichternstnehmen anderer Menschen und für einen verantwortungslosen Umgang mit der Macht. Sündigwerden heißt auch, die Existenz Gottes zu negieren, die eigene Geschöpflichkeit nicht anzuerkennen und das Leben nicht an der Botschaft des Evangeliums zu orientieren.

Mit den Mitteln der Schwarzen Pädagogik wollte man die Sünde unterdrücken und bekämpfen, auch weil diese Ängste auslösen kann. Angst vor dem eigenen Dunkel und dem Dunkel des anderen, der Aggression, aber auch Angst vor einem Gott, der den Sünder in Ewigkeit straft und verdammt. Eine Angst, von der Luther grundsätzlich theologisch befreit hat, die aber damit offensichtlich nicht grundsätzlich verschwunden ist. Die Pädagogik in den kirchlichen Heimen in den 50er und 60er Jahren ging davon aus, dass es gut ist, wenn Gott verzeiht, aber um des menschlichen Zusammenlebens, gerade um seiner Ordnung willen gilt es die Sünde im Leben zu unterdrücken und zu bekämpfen. Begründet wurde diese überwiegende Orientierung in der christlichen Pädagogik an der Sünde auch mit biblischen Zitaten wie „Wen der Herr lieb hat, den züchtigt er.“ (Heb 12,6) oder „Wer seine Rute schont, der hasst seine Kinder.“ (Spr 13,24). Sünde und Vergebung wurde nicht zusammengedacht. Es war für diese christliche Pädagogik nicht relevant, dass Gott sich für den Weg der Liebe und nicht der Strafe entschieden hat.

Die Auswahl solcher Bibelstellen nimmt das biblische Zeugnis nur eklektisch wahr. Dafür, dass Gott selbst auf Strafe verzichtet und Liebe übt, steht als biblische Schlüsselgeschichte die des Propheten Jona. Hier wird der Abschied von einem Gottesbild genommen, das davon ausgeht, Gott strafe für Sünde und Schuld. Gott straft die böse, korrupte Stadt Ninive aus lauter Liebe und Güte nicht. Noch deutlicher und unhintergehbar wird dieser Abschied von der Strafe durch Gott in Jesus Christus, der sichtbar macht und bis in den Tod hinein lebt, dass Liebe und Versöhnung das Handeln Gottes an den Menschen bestimmen. Liebe und Versöhnung sind zugleich prägend für ein menschliches Leben, das sich am Evangelium Jesu Christi orientiert und gerade darin gelingt. Zugleich gilt es auch hier die Realität der Sünde ernst zu nehmen. Martin Luthers Aufforderung „sündige fröhlich“ oder „sündige kräftig“ nimmt die Realität ernst, dass Menschen offensichtlich immer wieder schuldig werden. Gleichzeitig macht er Ernst damit, dass Gott in Jesus Christus Menschen dennoch immer wieder Schuld vergeben will.

Zugleich gilt es dieser Aufforderung Luthers mit Luther selbst zu widersprechen. Leben gelingt erst, wenn es in Verantwortung und im Gegenüber zu Gott gelebt wird und an der Botschaft des Evangeliums orientiert ist. Es ist eine der wichtigsten Einsichten Martin Luthers, die er aufgrund seiner Paulus- und Augustinus-Studien gewonnen hat, dass der Mensch simul justus et peccator (Sünder und Gerechter zugleich) ist. Jeder Mensch hat auch viele Gaben, Fähigkeiten und Potentiale, die nach christlichem Verständnis von Gott geschenkt sind und die er helfend, heilend, versöhnend im Sinne der Liebe einsetzen kann. Es gibt gelingendes Leben, wenn es gelingende Beziehung gibt. Gott selbst zeigt, dass gelingende menschliche Beziehungen auf einer existentiellen Beziehung zu Gott und auf Liebe, Gottes- und Nächstenliebe beruhen: „Du sollst den Herren, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ (Mt 22, 37; 38) Die Liebe verändert Menschen, nicht die Strafe und nicht die Schläge.

Von daher bestimmt sich gegenwärtig christliche Pädagogik, die vom Menschen als simul justus et peccator ausgeht und deren Ziel es ist, dass Menschen sich bilden, ihre Identität entfalten und Verantwortung übernehmen und deren Grundlage Liebe, Versöhnung und Gerechtigkeit sind. Christliche Pädagogik ist potentialorientiert, will aber darin einüben, mit Schuld und Scheitern konstruktiv umzugehen. Wenn Leben trotz der Realität des menschlichen Sündigens gelingen soll, ist ein Schuldeingeständnis notwendig. Schuld ist beim Namen zu nennen. Sie darf nicht weg argumentiert werden oder weg interpretiert werden. Es kommt darauf an, Schuld einzugestehen, Schuld klar zu benennen und dann konstruktiv nach Wegen der Versöhnung zu suchen. Christliche Pädagogik tritt ein für die Achtung und den Respekt vor der Würde jedes Menschen, will zur Feindesliebe anregen und empfiehlt in letzter Konsequenz, auch die linke Wange hinzuhalten, wenn auf die rechte Wange geschlagen wird. Sie will eine christliche Daseins- und Handlungsorientierung für ein gelingendes Leben vermitteln. Dafür sind auch Geschichten vom gelingenden Leben notwendig, gerade auch für die Eltern, die in Erziehungsfragen unsicher geworden sind. Christliche Pädagogik braucht, um dies leisten zu können, eine hohe Selbstreflexion und muss auch extern immer wieder kritisch geprüft werden.

Eine solche potentialorientierte, nicht die Sünde in den Mittelpunkt stellende Pädagogik bestimmt heute die Erziehung in evangelischen Kindertagesstätten, Schulen, Kirchengemeinden und anderen Einrichtungen. Die misslungene Heimerziehung in evangelischen Einrichtungen in der Nachkriegszeit, die so viel Leid über Heimkinder gebracht hat, beruhte maßgeblich auf einer fragwürdigen Theologie, die mit dem Zeitgeist und der gesellschaftlich vorherrschenden Pädagogik eine unheilvolle Symbiose einging. Sie macht deutlich, dass Kirche immer Kirche in der Zeit ist. Die evangelische Kirche muss sich immer wieder fragen, inwiefern sie ihrer Aufgabe nachkommt, kritisch und wenn nötig sogar widerständig zu sein, z.B. gegenüber pädagogischen Ansätzen und Entwicklungen. Die Situation in den kirchlichen Heimen steht auch deshalb im Mittelpunkt der Medienberichterstattung, weil nicht nur die evangelische Kirche den Anspruch hat, dass ihr Handeln sich am Evangelium Jesu Christi orientiert. Dies ist ein hoher Anspruch, an dem Kirche konkret immer wieder scheitert und an dem sie sich aber bleibend messen lassen muss. Es ist ein Anspruch, der Kirche vorgegeben ist, den sie nicht aufgeben kann, weil es Gott so will. Aber Vertreterinnen und Vertreter von Kirche müssen sich selbst eingestehen, dass sie diesem Anspruch oft nicht gerecht werden in dem Wissen darum, dass gerade dieses Ringen mit dem eigenen kirchlichen Anspruch und dem Scheitern daran evangeliumsgemäß ist. So hat Kirche als lernende Institution Demut zu üben. Die Botschaft der Christinnen und Christen ist diesen selbst weit voraus. Sie gilt es zu vertreten in dem Wissen darum, dass Christinnen und Christen es in Sternstunden unzweifelhaft schaffen, dem Anspruch Gottes gerecht zu werden und in den Schatten der Nacht kläglich daran scheitern.

Deshalb ist das, was damals in den evangelischen Heimen geschehen ist, klar Sünde zu nennen. Als Kirche müssen wir hier bekennen, dass Menschen Unrecht und Gewalt geschehen ist, ihre Würde nicht geachtet und geschützt wurde sowie in manchen Fällen ihre Menschenrechte verletzt oder sie sexuell missbraucht wurden. Wir sind als Institution mit diesem Versagen behaftet, haben als Institution Schuld auf uns geladen und müssen heute versuchen, konstruktiv damit umzugehen. Schuld ist klar beim Namen zu nennen, die Opfer sind anzuhören, wir haben uns dem Leid der Opfer zu stellen und mit ihnen nach Lösungen zu suchen. Auch hier gibt es heute keine „Gnade der späten Geburt“. Wir haben aus dieser leidvollen Geschichte der Opfer gelernt, so dass heute schon bei Verdacht auf Missbrauch die Maxime „zero tolerance“ gilt. Es braucht dieses Schuldeingeständnis, damit Leben der Opfer neu weitergehen kann und das kirchliche Handeln sich bleibend ändert. Nur so kann Neues wachsen, auch neues Vertrauen. Es ist aus dieser leidvollen Geschichte weiter zu lernen, dass wir als Kirche auch Widerstand gegen den Zeitgeist zu leisten haben, wenn es um der Menschen und um Gottes Willen notwendig ist. Das haben wir in der kirchlichen Heimerziehung in der Nachkriegszeit versäumt, deshalb sind wir an vielen Heimkindern schuldig geworden. Dafür entschuldige ich mich auch persönlich als eine Vertreterin der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers.

Anmerkungen
1. Peter Wensierski: Schläge im Namen des Herrn. Die verdrängte Geschichte der Heimkinder in der Bundesrepublik, München 2006.
2. Auch heute unterhalten kirchliche Träger viele Förderschulen, insbesondere für Kinder und Jugendliche mit emotionalem und sozialem Förderbedarf, die sich selbst hohe Qualitätsstandards gegeben haben, regelmäßig evaluiert werden und ihre Arbeit transparent machen.
3. Grundlegend dafür ist Katharina Rutschky (Hg.): Schwarze Pädagogik. Quellen zur Naturgeschichte der bürgerlichen Erziehung, Frankfurt a. Main u. a. 1977.
.
QUELLE: Loccumer Pelikan 19 2009 02 (Diakonie, Bildung und soziale Gerechtigkeit). Religionspädagogisches Magazin für Schule und Gemeinde, Seite 66-68; evangelische Theologin Dr. Kerstin Gäfgen-Track [Jg. 1959] @ http://www.rpi-loccum.de/material/pelikan/pel2-09/theo_gaefgentrack
.
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
KINOFILM ausschließlich über ev. Erziehungsanstalt FREISTATT

.
.
FAZ - Frankfurter Allgemeine Zeitung - Feuilleton

@ http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kino/freistatt-im-kino-13666175.html

"FREISTATT" im Kino

Groteske Kippfiguren der Geschichte

Größtmögliche Wirkung mit allen Mitteln: Der Film "FREISTATT" von Marc Brummund zeigt einen Hort der Quälerei in einer Zeit, die von Emanzipation träumt.

25.06.2015, von Bert Rebhandl

Christlicher Glaube und frische Luft, das ist der Kern der Pädagogik in einer Erziehungsanstalt der Diakonie, die ihren Namen allerdings zu Unrecht trägt. Denn die „Freistatt“ ist ein übles Institut, ein Hort der Quälerei, alles im Zeichen vorgeblicher Anstrengung, ungebärdige junge Männer auf den rechten Weg zu führen. Es ist das Jahr 1968, die Zeichen der neuen Zeit sind auch in Osnabrück unübersehbar, aber das Schicksal, das den vierzehn Jahre alten Wolfgang ereilt, mutet an wie eine Zeitreise. Seine Einweisung nach Freistatt ist ein Fall in eine verwunschene Welt, in der männliche Gewalt noch absolut und individuelle Haltung ein Störfall sind. Von heute aus ist dieses Element des Anachronistischen noch viel stärker, und Regisseur Marc Brummund tut sich in seinem Film "FREISTATT" auch stark daran gütlich.

Denn aus der Gegenwart von 2015 besehen, ist 1968 inzwischen vergleichsweise näher an 1945 gerückt. Der blonde Wolfgang wird so geradezu zu einer Figur des historischen Übergangs, vom äußeren Typ her noch fast ein Pimpf, in dem man aber schon einen langhaarigen Hedonisten oder einen späten Hippie erkennen kann. Wenn man ihn nur eine eigene Entwicklung nehmen ließe. Doch seine Mutter hat einen neuen Partner, und der duldet keinen ödipalen Konkurrenten mit Flausen. Wolfgang muss ins Heim. Das Heim ist Freistatt. Es liegt in einer prächtigen, nördlichen Landschaft, die in den Untiefen der Sümpfe ihr wichtigstes Charakteristikum hat.

Ohne Ketten, aber unter der Knute

„Wir sind die Moorsoldaten“, singen die Jungen, die hier zusammengewürfelt werden. Tagsüber müssen sie Torf stechen, auch das eine unzeitgemäße, altertümliche Arbeit. Abends fällt, wenn einer etwas Verkehrtes getan hat, für alle das Essen aus. Den Vorsitz in dieser Anstalt hat ein Mann inne, der gut und gern aus Michael Hanekes Film „Das weiße Band“ [ @ http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kino/video-filmkritiken/video-filmkritik-schrecken-eines-jahrhunderts-das-weisse-band-17006.html ] stammen könnte: Hausvater Brockmann (Alexander Held) hält sich bevorzugt im Garten auf, er kann aber auch unangenehm werden. „Flinke Hände können wir hier gebrauchen“, mit diesem Satz empfängt er junge Schutzbefohlene. Da kann man schon allerlei heraushören.

YouTube FREISTATT TRAILER @ https://www.youtube.com/watch?v=b72pSA7aGyY (Länge 2 Min. und 27 Sek.)

Das tägliche Regime in dieser chain gang ohne Ketten, aber unter der Knute, führen Bruder Wilde (gespielt von Stephan Grossmann) und Bruder Krapp (Max Riemelt). Der eine ist hart, der andere weich. Wilde prügelt die Jungen notfalls mit der Schaufel, Krapp hingegen gewährt ihnen gelegentlich Auslauf in das morastige Wasser. An Wilde reibt sich schließlich das ganze Institut, während Krapp seinen Abschied nimmt und damit einen Jungen namens Mattis fast zusammenbrechen lässt – eine skandalöse Szene, weil sie am deutlichsten die verkniffene Sexualität hervorbrechen lässt, von der das Geschehen in „Freistatt“ geprägt ist.

Das Thema, mit dem Marc Brummund sich in "FREISTATT" beschäftigt, auf Grundlage eines preisgekrönten Drehbuchs, das er mit Nicole Armbruster gemeinsam verfasst hat, ist in der deutschen Filmgeschichte mit einer ganz besonderen Arbeit verbunden: 1970 sollte „Bambule“ in der ARD ausgestrahlt werden, Ulrike Meinhofs Fernsehfilm über eine Revolte in einem Berliner Mädchenheim. Ein Film, der sich ausdrücklich als Beitrag zu einer Bewegung verstand, die letztendlich in den linksradikalen Terrorismus führte.

Streben nach größtmöglicher Wirkung

Davon könnte "FREISTATT" kaum weiter entfernt sein. Für Marc Brummund ist die politische Signatur der Zeit ohne Belang. Er interessiert sich für ein Drama der großen Gefühle und auch der großen Bilder. Die Kamerafrau Judith Kaufmann überträgt die niedersächsische Landschaft in opulente Panoramen. Vogelschwärme vor großem Horizont deuten an, was möglich wäre in einer anderen Wirklichkeit, in der die Menschen einander nicht das Leben so unerträglich schwermachen würden.

Die Musik verstärkt noch das Pathos, wobei es auch zu unfreiwillig komischen Effekten kommt, wenn eine Züchtigung von melancholischen Violinen begleitet wird. Das Streben nach größtmöglicher Wirkung bestimmt "FREISTATT" auch auf dramaturgischer Ebene: Statt sich genauer auf die handelnden Figuren einzulassen und sie komplexer zu machen, lässt Brummund sie allmählich ins Groteske kippen. Vor allem der Bruder Wilde wird zunehmend zu einem sadistischen Popanz, zu einer bloßen Funktion der aufwühlenden Erzählarbeit von "FREISTATT". Und so appelliert Brummund mit starken Reizen auch noch an das letzte Quentchen Emotion, das manche Zuschauer vielleicht lieber für sich behalten hätten, und vergibt dabei die Chance auf einen guten, vielleicht sogar auf einen großen Film.

Denn in "FREISTATT" geht es um einen neuralgischen Moment: Der autoritäre Charakter trifft auf die populäre Kultur, das evangelische Kirchenlied auf das amerikanische Spiritual. „Sometimes I feel like a motherless child“, mit dieser Klage beginnt in "FREISTATT" die Revolte. Es ist der Moment, den Bernd Eichinger mit seinem „Baader-Meinhof-Komplex“ [ @ http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kino/video-filmkritiken/video-filmkritik-polit-porno-der-baader-meinhof-komplex-1105334.html ] verfehlt hat und um den bei Fassbinder, beim frühen Wenders, beim frühen Herzog fast alles kreist: wie sich aus der Gewalt der Verhältnisse eine Idee von Emanzipation, von Freiheit, von Individualität entwickeln kann. "FREISTATT" hingegen setzt um der stärkeren Effekte willen auf Ausweglosigkeit. Man möchte am Ende lieber nicht mehr wissen, was aus diesem Wolfgang später noch werden wird.
QUELLE: FAZ - Frankfurter Allgemeine Zeitung - Feuilleton @ http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kino/freistatt-im-kino-13666175.html
.
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
KINOFILM ausschließlich über ev. Erziehungsanstalt FREISTATT

.
Die Katholische Kirche in Deutschland zum KINOSPIELFILM "FREISTATT":

[ Dieser FILM hätte auch genauso gut die damalige Heimerziehung und Torfproduktion in der katholischen ErziehungsanstaltJohannesburg“ – einem Erziehungsheim für Jungenin Börgermoor (Papenburg/Surwold/Emsland) beschreiben können. --- Siehe, z.B., diesbezüglich @ http://www.johannesburg.de/index.php?id=101 (Geschichte der „Johannesburg“ von den Betreibern selbst geschrieben.) --- Siehe, z.B., diesbezüglich, dann auch den Artikel betitelt »Heimerziehung der frühen BRD: Caritas auf Abwegen?« (aus dem Jahre 2010), von Dr. Bernhard Friggs und Dr. Andreas Henkelmann @ http://www.caritas.de/neue-caritas/heftarchiv/jahrgang2010/artikel/heimerziehung-der-fruehen-brd-caritas-au ]

.
Eine Initiative deutscher Bistümer
Pfarrbrief
service.de

@ http://www.pfarrbriefservice.de/materialien/nachrichten.html

Nachrichten

Freistatt

Filmkritik des Monats Juli 2015

Deutschland, 2014
Drama
Länge: 108 Minuten
FSK: ab 12
Erstaufführung: 25.6.2015

Produktionsfirma: Zum Goldenen Lamm Filmprod. / SWR / WDR / SR / NDR / ARTE
Verleih Kino: Edition Salzgeber
Produktion: Rüdiger Heinze, Stefan Sporbert
Regie: Marc Brummund
Buch: Nicole Armbruster, Marc Brummund
Kamera: Judith Kaufmann
Musik: Anne Nikitin
Schnitt: Hans Funck

Darsteller:
Louis Hofmann (Wolfgang), Alexander Held (Hausvater Brockmann), Stephan Grossmann (Bruder Wilde), Katharina Lorenz (Ingrid), Max Riemelt (Bruder Krapp), Uwe Bohm (Heinz), Enno Trebs (Bernd), Langston Uibel (Anton), Anna Bullard (Angelika), Justus Rosenkranz (Mattis), Ole Joensson (Hans), Megan Gay (Frau vom Jugendamt), Anouk Bödeker (Sabine), Leonard Boes (Burkhart), Franz Anton Kross (Harald), Katharina Schütz (Frau Brockmann), Hendrik von Bültzingslöwen (Bruder Hanebuth), Hans Peter Korff (Pastor Abeln)

Kurzkritik:

Ein aufmüpfiger 14-Jähriger wird 1968 in ein diakonisches Fürsorgeheim südlich von Bremen gesteckt, in dem arbeitslagerähnliche Zustände herrschen. Als er gegen die physische wie psychische Misshandlung aufbegehrt, verschlimmert sich seine Lage. Das wuchtige, mitunter recht drastische Drama macht die Erziehungsmethoden der Schwarzen Pädagogik intensiv spürbar und verdeutlicht, wie Schläge und Demütigungen neue Gewalt erzeugen und autoritäre Strukturen den Sinn und die Befähigung für Freundschaft und Loyalität zersetzen. Der wichtige Zeitbezug vor dem Hintergrund der Studentenunruhen tritt dabei etwas zu sehr in den Hintergrund. - Sehenswert ab 14.

KINOTIPP DER KATHOLISCHEN FILMKRITIK

"FREISTATT"

Ein leuchtend rotes Mofa, ein Teenager ohne Helm, mit schnittiger Frisur und etwas längeren Haaren, dazu ein heulender markanter Gitarrenriff – die ersten Takte von Status Quos „Pictures of Madstick Men“. Die Bilder sind gelbstichig und erinnern durch ihre Unschärfen an alte Fotos. Mal tobt Wolfgang mit seiner Mutter ausgelassen am Strand, mal fährt er durch die Straßen. Ein Hauch von Freiheit liegt über der Szene, von Glück und Rebellion. Es ist das Jahr 1968. Kurze Zeit später wird Wolfgang von seinem Stiefvater erst brutal verprügelt und dann in ein Internat für schwer erziehbare Jugendliche gesteckt. Von einem freiheitlichen Geist ist in der „Diakonie Freistatt“ nichts zu spüren. Die Einrichtung ist vielmehr ein Relikt faschistischer Erziehungsprinzipien. Auch das ist noch Realität in der Bundesrepublik der späten 1960er-Jahre.

„House of the Rising Sun“, singt Wolfgang dem Hausvater der Diakonie vor. Zu Beginn scheint der alte Hobbygärtner ganz nett zu sein. Das Dossier über Wolfgangs Fehlverhalten in den vergangenen Monaten – Erziehungsheim, aggressives Verhalten, Lügen – verwirft er sofort. Das Leben in „Freistatt“ wird einen neuen Menschen aus ihm machen. Wie sich schnell zeigt, jedoch nicht durch Einfühlungsvermögen, sondern durch harte Arbeit beim Torfstechen im niedersächsischen Moor, durch Schikanen, Demütigungen und körperliche Gewalt. Da wird mit der Schaufel auf die Köpfe der Jugendlichen eingeschlagen, sie werden mit ihren Gesichtern in den Moorboden gedrückt, und in beiläufigen Szenen offenbart sich, dass auch sexueller Missbrauch an der Tagesordnung ist. Die Erzieher lassen sich „Bruder“ nennen. Aber ihr Verhalten erinnert vielmehr an sadistische Gefängniswärter. Den Widerstandswillen unter den ausschließlich männlichen Jugendlichen des Internats haben sie längst gebrochen. Einer hat die Rolle des Anführers inne und sorgt selbst mit Gewalt dafür, dass auch Neuankömmlinge wie Wolfgang sich an die Regeln halten – schließlich ist es zum Wohle aller, wenn diese respektiert werden.

In prägnanten Szenen macht Marc Brummund die Mechanismen der Macht und die perverse Logik der Schwarzen Pädagogik sichtbar, die das Strafen nicht als Sadismus erscheinen lassen soll, sondern als notwendige Aufgabe, die dem Zögling trotz aller Schmerzen und Demütigungen hilft und auch für den Strafenden eine Qual ist. Werte wie Freundschaft und Solidarität haben in diesem autoritären System keinen Platz und werden konsequent zersetzt. Bei Wolfgang allerdings weckt dies zunächst nur noch mehr Aggressionen. Er bäumt sich auf, er kämpft und will sich nicht unterkriegen lassen wie die anderen. Doch als er später gerettet zu sein scheint, merkt er, wie ihn die Erfahrungen des Internats geprägt und aus ihm einen Menschen gemacht haben, der er nie sein wollte und für den es keine Möglichkeit mehr gibt, in sein altes Leben zurückzukehren.

"FREISTATT" wählt den größtmöglichen Kontrast, um über die katastrophale Lage der Jugendlichen zu erzählen. Während in der Welt jenseits der Diakonie Aufbruchsstimmung herrscht, persönlich wie politisch, indem überall die Wahlkampagne von Willy Brandt zitiert wird, ist in dem Internat von dem Freiheitsgedanken nur ein schwacher, verzweifelter Widerhall zu spüren. Die Inszenierung tut gut daran, die Rolle der Religion nicht künstlich überzubewerten. Zwar tauchen immer wieder Kreuze auf, und auch die zahlreichen Gegenlichtaufnahmen tragen etwas von einer mystischen Stimmung in sich, aber als Kirchenschelte taugt der FILM nur bedingt. Vielmehr klagt er allgemein an, dass in der ehemaligen Bundesrepublik bis in die 1960er-Jahre tatsächlich 300.000 Jugendliche in dieser und ähnlichen kirchlichen oder staatlichen Einrichtungen unter dem Deckmantel der so genannten Jugendfürsorgeerzogenwurden. [ Ich würde mal sagen, dass die Zahl der Jugendlichen und der Zeitraum, hier, vom Redner wieder mal bewusst heruntergespielt werden. M.M. ]

Erstaunlich ist dabei, wie amerikanisch das wuchtige Drama wirkt. Nicht nur die Musik, auch die harte Arbeit im Moor erinnert an Südstaaten-Filme: der Aufseher auf dem Pferd, die ritualisierte Fahrt mit den Draisinen ins Moor, die Betonung der Landschaft, die Art und Weise, wie die Jungen als Sklaven inszeniert werden. Später wird "FREISTATT" gar zum Ausbruchsfilm, wenn Wolfgang mit einem Freund endlich den Mut fasst, zu fliehen. Allerdings rückt diese Nähe zum US-amerikanischen Kino, die sich auch dramaturgisch nicht von der Hand weisen lässt, weil Brummund und seine Co-Autorin Nicole Armbruster immer wieder auf Überhöhungen und das große Drama setzen und sich an Filmen wie „Sleepers“ oder „Die Verurteilten“ orientieren, "FREISTATT" auch weiter fort vom tatsächlichen deutschen Kontext. Die Misshandlungen, die im Rahmen dieser Einrichtungen stattgefunden haben, erscheinen so weniger brisant. Erst die aus „Freistatt“ stammenden Archivfotos im Abspann stellen diesen Kontext wieder her und verorten das Gezeigte unmittelbar in der bundesdeutschen Realität.

Stefan Stiletto, FILMDIENST 2015/13

FILMDIENST
.
.
@ http://www.pfarrbriefservice.de/kontakte/impressum.html

PFARRBRIEFSERVICE.DE
ist eine Homepage für Pfarrbriefleute im deutschsprachigen Raum. Sie wird finanziert und verantwortet von den deutschen Bistümern Aachen, Augsburg, Bamberg, Berlin, Dresden-Meißen, Eichstätt, Erfurt, Essen, Freiburg, Görlitz, Hamburg, Hildesheim, Köln, Limburg, Magdeburg, Mainz, München und Freising, Münster, Osnabrück, Paderborn, Passau, Rottenburg-Stuttgart, Trier und Würzburg in Kooperation mit dem Sekretariat „Bereich Kirche und Gesellschaft" der Deutschen Bischofskonferenz in Bonn sowie dem Erzbistum Luxemburg.

Redaktionsteam


Georg Auer, Michael Baudisch, Michael Bogedain, Anja Dittmar, Jürgen Eckert, Stefan Förner, Sonja Haller, Andreas Herzig, Geraldo Hoffmann, Wolfgang Hußmann, Thomas Klumb, Stefanie Kumstel, Thomas Lazar, Michael Leser, Kai Mennigmann, Roger Nilles, Jan Pütz, Thomas Rünker, Raphael Schmidt, Stefan Schneider, Johannes Simon, Monika Wagmann, Peter Weidemann und Martin Wißmann.

Koordination und verantwortlich im Sinne des Presserechtes:


Referat Öffentlichkeitsarbeit in der Pfarrgemeinde
- Eine Einrichtung im Bereich Medien der Diözese Würzburg -
Johannes Simon
Bischofsleite 44, 97478 Knetzgau
Telefon: 09527/ 8 11 53
Telefax: 09527/ 8 11 92
E-Mail: Johannes.Simon@bistum-wuerzburg.de
.
QUELLE DIESER KATHOLISCHEN FILMKRITIK:PFARRBRIEFSERVICE.DE - »Freitag, 03. Juli 2015 - "FREISTATT" - Filmkritik des Monats Juli 2015« @ http://www.pfarrbriefservice.de/materialien/nachrichten.html
.
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
KINOFILM ausschließlich über ev. Erziehungsanstalt FREISTATT

.
.
psychiatrienetz - Aktion psychisch Kranke e.V. - psychiatrie.de

@ http://www.psychiatrie.de/bibliothek/aktuelle-kinofilme/freistatt/

[ Filmrezension vom 01.07.2015 ]

"FREISTATT"

1968 in einer Außenstelle der Bodelschwingh’schen Anstalten. Der 14jährige Wolfgang muss ins Heim, weil sein Stiefvater eifersüchtig ist. Wolfgang hatte schöne Jahre mit seiner Mutter, nun ist er nur noch im Weg. In der Diakonie Freistatt gerät er in die Mühlen eines perfiden Systems, geprägt von schwärzester Pädagogik. Die Jungs verbringen den Tag beim Torfstechen, die Nacht im Schlafsaal. Es wird schikaniert und geprügelt, vorzugsweise mit der Schaufel gegen den Kopf. Sexueller Missbrauch, das wird beiläufig angedeutet, ist an der Tagesordnung.

Fehlhandlungen einzelner Zöglinge muss immer das ganze Kollektiv ausbaden: Die abendliche Wassersuppe wird gestrichen, oder alle müssen in den Bunker. Wolfgang rebelliert immer wieder, und als Zuschauer identifiziert man sich nur zu gerne mit ihm. Er ist aufmüpfig und schlägt immer häufiger selbst zu. Die Brutalität der Erzieher, die „Bruder“ genannt werden, lässt ihn immer brutaler werden, während andere längst gebrochen sind und sich anpassen. Es gibt eine schöne, fast euphorische Szene, in der die Jungs „sometimes I feel like a motherless child“ schreien, und eine kleine Revolte anzetteln. Wolfgang versucht immer wieder auszubrechen, scheitert entweder am Moor, oder wird eingefangen und bestraft. Schließlich gelingt ein Ausbruchsversuch gemeinsam mit einem Kameraden, doch Wolfgang wird von seiner Mutter auf hinterlistige Weise zurück ins Heim verbracht.

Zur Strafe wird er im Torf begraben, und erst kurz vor dem Erstickungstod gerettet. Sein Gefährte erhängt sich. Nun ist Wolfgang endgültig versteinert. Er kämpft sich in der Hierarchie der Zöglinge nach oben, wird härter und heimtückischer und taugt nicht mehr als Identifikationsfigur. Der Zuschauer ist allein. Er wird zwar entlassen, kehrt aber nicht wirklich zurück.

Die Pervertierung des hübschenJugendlichen zu einem antisozialen Charakter macht den Film so ungewöhnlich. Hier gibt es nicht nur Täter und Opfer, sondern die Opfer werden zu Tätern, und man ist dabei. Psychiatrisch Tätige kennen die Endstrecke dieser Entwicklung, aber nicht immer die dahinter liegenden Biografien. Der Film gibt drastisch Nachhilfe. Obwohl dies eine deutsche Geschichte ist wurde kein typisch deutscher Film gedreht. Das ist irritierend, macht den Film aber auch sehenswert. Die Bilder sind am Anfang gelbstichig, fast psychedelisch, wenn die Euphorie des Aufbruchs im Jahr 1968 illustriert wird. Status Quo und „Scarborough Fair“ bilden den Soundtrack.

Die Qualen im Heim und vor allem die Schinderei beim Torfstechen sind inszeniert wie in alten amerikanischen Filmen oder Theaterstücken. Das stellt Distanz her, und erinnert so gar nicht an Bethel und Bodelschwingh. Erst ganz am Ende, beim Abspann, sind authentische Bilder aus der Diakonie Freistatt mit einer besonders schwermütigen Fassung des „House of the rising sun“ unterlegt. Nein, es gibt keine Hoffnung, denn die Diakonie Freistatt hat ihre Zöglinge zerstört.

Seit dem 25.6.2015 läuft der Spielfilm "FREISTATT" in vielen Kinos. Die Handlung basiert auf dem Bericht des ehemaligen Heimzöglings [ Wolfgang Rosenkötter und dem im Jahre 2006 erschienenen Sachbuch von Spiegelautor ] Peter Wensierski „Schläge im Namen des Herrn“. Wer sich mit der Heimkampagne der APO und Ulrike Meinhofs „Bambule“ beschäftigt hat, oder von dem »Runden Tisch „Heimerziehung“« der letzten Jahre erfuhr, der hatte natürlich eine Ahnung von den skandalösen Erziehungsanstalten im Westen, und natürlich auch im Osten. Die Hintergründe wurden von Regisseur Brummund gut recherchiert; vor allem Bodelschwingh hat seine Geschichte akribisch aufgearbeitet und dokumentiert. Wer sich für das umfangreiche Hintergrundmaterial zum Film interessiert, dem sei das Presseheft empfohlen: http://www.salzgeber.de/presse/pressehefte/freistatt_filmheft_web.pdf .

Deutschland 2014
108 Minuten
Regie: Marc Brummund
Darsteller: Louis Hofmann, Alexander Held, Stephan Ggrossmann, Max Riemelt

Ilse Eichenbrenner
.
.
Filmbesprechungen

Alle Besprechungen sind von Ilse Eichenbrenner (Berlin) und erscheinen parallel in der Zeitschrift Soziale Psychiatrie [ @ http://www.dgsp-ev.de/die-soziale-psychiatrie.html ].

Ältere Filmbesprechungen


Ältere Filmbesprechungen heben wir für sie auf. Sie finden diese im Filmarchiv [ @ http://www.psychiatrie.de/bibliothek/aktuelle-kinofilme/filmarchiv/ ].
.
.
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
KINOFILM ausschließlich über ev. Erziehungsanstalt FREISTATT

.
Filmkritik von Filmrezensent Johannes Bluth vom 27.05.2015

Eine der ersten Filmrezensionen zum KINOSPIELFILM "FREISTATT", erst jetzt von mir entdeckt.

CRITIC.DE @ http://www.critic.de/film/freistatt-7946/

.
"FREISTATT"

Inmitten unwirtlicher Moorlandschaften zeichnet Freistatt das Leiden ehemaliger deutscher Heimkinder in den 1960er Jahren als systematisches Unrecht, das scheinbar aus sich selbst heraus geschieht.

Das Moor und der Tod stehen seit langer Zeit in einer innigen Beziehung: Oft wenn im Norden Deutschlands ein Problem aus der Welt geschafft werden musste, wurde das Moor zum Ort des letzten Richterspruchs. Moorleichen aus dem Mittelalter, mit eingeschlagenen Schädeln oder zerfetzten Gliedmaßen, zeugen davon, und auch heute noch müssen Häftlinge bisweilen Torf stechen – als wäre diese Landschaft ein ganz natürlicher Ort der Buße. Auch Marc Brummunds Freistatt macht das Moor zu einem Ort, an dem Entscheidungen fallen. Wir schreiben den Sommer 1968. In der wohlstandsbeduselten BRD entsteht zum ersten Mal seit dem Krieg so etwas wie eine gelebte Jugend, aber auch die familiären und sozialen Wunden sind noch überall spürbar. Und wer diese heile, bürgerliche Welt der goldenen Sechziger herausfordert, landet schnell im Erziehungsheim: Freistatt. Ein abgelegenes Gut irgendwo in einem Moor in Norddeutschland. Hier kommt der 14-jährige Wolfgang (Louis Hoffmann) eines Hochsommertags an. Sein Stiefvater will ihn nicht, seine Mutter hegt inzestuöse Gefühle für ihn und gefährdet so die familiäre Sittlichkeit. Wolfgang muss weg, irgendwohin. Also wird er nach Freistatt gebracht, wo er von nun an mit anderen Outlaws und Ungewollten zusammen Torf stechen wird.

Freiheitsdrang und Heimroutine

"FREISTATT" will die Geschichte eines Leidens nacherzählen und dabei möglichst authentisch sein. Dieser Anspruch ist so etwas wie die Grundbedingung des Films. Mit anderen Worten: Wir sehen all die Schläge, die Demütigungen und Gräuel schon kommen, bevor sie sich ereignen. In dem Moment, in dem Wolfgang in Freistatt einfährt, wissen wir im Grunde bereits, was passieren, aber auch, dass Wolfgang die Regeln brechen wird. Und tatsächlich scheint sein Freiheitsdrang den seiner Kumpanen zu übersteigen; Wolfgang ist eine Heldenfigur, der Einzige, der ständig dermaßen Lehrgeld für sein Ungehorsam kassiert, dass wir uns fast über seine Naivität wundern. Dabei bleiben Wolfgangs Schmerzen seltsam farblos, es spritzt kein Blut, wir sehen erstaunlich wenig blaue Flecken, kaum ein rot-verzerrtes Gesicht: So nüchtern und flach wie das Moor bleibt die affektive Skala des Protagonisten, der das Unrecht, das ihm geschieht, gar nicht so richtig an sich heran lässt. Stattdessen dramatisiert die Musik die Erzählung von Anfang an, sodass wir all die Schläge schnell ertragen lernen – die institutionalisierte Gewalt baut sich nicht wirklich auf, sondern ist einfach da, ein Fakt.

Körperliche Dialoge, ansonsten Schweigen

"FREISTATT" zeigt uns also den Missbrauch eher aus einer Makroperspektive und versucht kaum, seine Figuren zu psychologisieren. Warum sind die Aufseher gewalttätig? Warum dulden Sie ihre eigene Verrohung? Wem nützt die Gewalt? Aus Wolfgangs Sicht, die unsere Sicht ist, erscheint diese Welt unterschiedslos: der Stiefvater, der Heimleiter, der Aufseher. Alles im Grunde völlig degenerierte, kaltherzige Tyrannen, Nazis. Die weiblichen Figuren sind auf eine andere Art verhängnisvoll: Neben seiner Mutter ist da noch Angelika, die Tochter des Heimleiters, die den naiven Wolfgang geschickt verführt und für ihre Zwecke ausnutzt. Die anderen Heiminsassen dagegen sind merkwürdig still, es wird kaum geredet, der Alltag in Freistatt ist Schweigen. Selbst Anton, der aus eigentlich unklaren Gründen alles dafür tut, Wolfgangs Sympathie zu gewinnen, ist kein wirklicher Gesprächspartner, jeglicher Dialog ist auf elementare Notwendigkeiten reduziert. Entscheidungen fallen nur körperlich: stehlen, wegrennen, verstecken, einfangen, Schläge kassieren. Diese Bewegungen exerziert Freistatt mehrmals durch, und die Kräfteverhältnisse im Heim verschieben sich marginal mit. Der Widerstand wird zur Routine.

Leiden für den Zusehenden

Wolfgangs abstrakte Vorstellung von einer Freiheit, die er nie hatte, richtet sich dabei auf wenige, weiche Objekte der Begierde, die der männlich-gewalttätigen Heimwelt und dem lebensfeindlichen Moor entgegenstehen: die besagte Tochter des Heimleiters, die überzeichneten roten Tomaten in dessen Garten, eine Fotografie seiner Mutter. Wolfgang scheint im Gegensatz zu den anderen Jungen stets zu wissen, dass eine andere Welt möglich ist. Wir erfahren aber wenig, vielleicht zu wenig, über Wolfgangs Leben, besonders vor Freistatt, sodass wir letztlich nicht seine Perspektive einnehmen können. Er bleibt Stellvertreter, Repräsentant eines geschehenen Unrechts, Opfer der Verhältnisse: Wolfgang leidet nur und bleibt stark, damit wir es sehen, damit wir wissen, dass dies damals so passiert ist. So wendet sich der aufklärerische Gestus des Films gewissermaßen gegen sich selbst, er wird zum Selbstzweck. In dieser Linie endet auch der Film: Gewalt erzeugt Gegengewalt. So ist die Botschaft von "FREISTATT" unmissverständlich, aber auch verkürzt. Denn am Ende kann Wolfgang zwar das Heim verlassen, aber wir bleiben mit der subtilen Ahnung zurück, dass Wolfgangs wirkliche Leidensgeschichte gerade erst beginnt.

Filmkritik von Johannes Bluth --- 27.05.2015
.
QUELLE: CRITIC.DE @ http://www.critic.de/film/freistatt-7946/
.
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
KINOFILM ausschließlich über ev. Erziehungsanstalt FREISTATT

.
Gleichlautender Beitrag wie hier in diesem Forum von Boardnutzer »martini« / Martin MITCHELL, vom Mi. 15.07.2015, um 15:20 Uhr (MEZ/CET) im Thread »Freistatt Diakonie Freistatt Bethel ( eigentlich „Anstalt Freistatt im Wietingsmoor“ genannt ).« auch im HEIMKINDER-FORUM.DE :

.
Erklärung der Diakonie Deutschland zum „großen Versagen“ „der evangelischen Heimerziehung in den“ Nachkriegsjahrzehnten.

.
Diakonie Deutschland

[ @ http://www.diakonie.de/freistatt-der-film-16376.html ]

29.06.2015 - "FREISTATT" erinnert an das große Versagen auch der evangelischen Heimerziehung in den Nachkriegsjahren, so Diakonie-Präsident Ulrich Lilie zum Kinostart des Films am 25. Juni in einer Erklärung.

[ ein Bild der FILMSZENE, wo der Erzieher den Zögling mit dem Torfspaten gegen den Kopf schlägt und der Zögling darufhin längshin in den Morast fällt ]

Aus Anlass des aktuellen KINOFILMS "FREISTATT" erklärt Diakonie-Präsident Ulrich Lilie [ der neue Diakonie-Präsident seit März 2014 ]:

Der Film "FREISTATT" erinnert uns an das große Versagen auch der evangelischen Heimerziehung in den Nachkriegsjahren. „Dass Kinder und Jugendliche in unseren evangelischen Heimen schweres Leid und Unrecht erfahren haben, beschämt uns immer noch zutiefst. Der Mut der Betroffenen, ihre Erlebnisse und Traumata öffentlich zu benennen, hat uns die Augen geöffnet. Die Einrichtungen der Diakonie haben Verantwortung für die Geschehnisse der Vergangenheit übernommen und gemeinsam mit den ehemaligen Heimkindern einen Prozess der Aufarbeitung, der persönlichen Begleitung und des Dialogs aufgenommen.

Auch wenn wir uns bewusst sind, dass materielle Hilfe das erfahrene Leid und die verlorenen Lebenschancen der betroffenen Menschen nicht wiedergutmachen kann, beteiligen wir uns in aller Konsequenz am Heimkinderfonds und dessen Aufstockung. Wir setzen uns zudem seit langem für einen Fonds für Betroffene ein, die als Kind in Einrichtungen der Behindertenhilfe und Psychiatrie Leid und Unrecht erfahren haben. Viele diakonische Träger bieten weitere individuelle Hilfen an. 2011 haben EKD und Diakonie die ehemaligen Heimkinder öffentlich um Verzeihung gebeten.

Auch mir ist es ein Anliegen, unser Versagen und unsere Schuld zu bekennen und die Menschen um Verzeihung zu bitten, die in unseren Heimen großes Leid und Unrecht erfahren haben. Das, was dort passiert ist, steht im deutlichen Widerspruch zu unseren christlichen Überzeugungen. Es beschämt mich, dass der Umgang mit den anvertrauten Kindern und Jugendlichen nicht von christlicher Liebe geprägt war.

Heute gilt es Vorkehrungen zu treffen, damit Missbrauch und Gewalt in Einrichtungen der Diakonie nicht mehr geschehen. Dazu zählen z.B. Schutzkonzepte, neutrale Vertrauenspersonen für Kinder und Jugendliche, Rechtekataloge, Informationen und Qualifizierungen der Mitarbeitenden. Mittlerweile gehören diese Maßnahmen zum Standard diakonischer Einrichtungen.“

Der Spielfilm "FREISTATT" [ siehe @ http://www.freistatt-film.de
], der am 25. Juni bundesweit in den Kinos angelaufen ist, thematisiert die Fürsorgeerziehung in Heimen in der Nachkriegszeit. Freistatt gehört zu den v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel. Dort wurden damals Jungen und junge Männer auf Anordnung der Jugendämter und Gerichte oder auch auf Betreiben der jeweiligen Familien aufgenommen.

Bethel [ siehe @ http://www.bethel.de/ ] hat die Dreharbeiten für den Film maßgeblich unterstützt. Bereits bei der Erarbeitung des Drehbuchs gab es zahlreiche Gespräche und Recherchen in der Ortschaft Freistatt und einen Austausch mit ehemaligen Fürsorgezöglingen, die mit Freistatt auch vorher schon in Kontakt standen. Ganz wesentlich bezieht sich "FREISTATT"-Regisseur Marc Brummund auf die wissenschaftliche Aufarbeitung zur Fürsorgeerziehung in Freistatt, die 2009 im Bethel-Verlag erschienen ist.

Copyright der Bilder auf dieser Seite:
Salzgeber & Co. Medien GmbH


Literaturliste zur evangelischen Heimerziehung nach 1945 (PDF. 11KB) [ http://www.diakonie.de/media/Literatur-evHeimerziehung-nach-1945.pdf ]
.
QUELLE: Diakonie Deutschland / Bethel / Freistatt / Diakonie Freistatt / Bethel im Norden / Diakonie Präsident @ http://www.diakonie.de/freistatt-der-film-16376.html

Und damit soll es dann auch getan sein, meint zumindest die Diakonie Deutschland / die Evangelische Kirche in Deutschland / Bethel ( das „Haus Gottes“ ).
.
Beitrag / Stellungnahme dazu von Boardnutzer »brötchen« vom Mi. 15.07.2015, um 17:36 Uhr (MEZ/CET) im Thread »Freistatt Diakonie Freistatt Bethel ( eigentlich „Anstalt Freistatt im Wietingsmoor“ genannt ).« im HEIMKINDER-FORUM.DE :

[ @ http://heimkinder-forum.de/v4x/index.php/Thread/460-Freistatt-Diakonie-Freistatt-Bethel/?postID=465510#post465510
]

.
Ich hatte folgende Sätze hier im Februar 2013 mal gepostet. Passiert ist seither mit diesem ehemaligen Verantwortlichen von Freistatt nix. Stattdessen postet die Diakonie eine nichtssagende, schwammige Pressemitteilung. Sie – diese Bodelschwingh-Pastoren – haben sich wie andere Verantwortliche eine goldene Nase auf Kosten der Heimkinder verdient. Hier nochmal meine Sätze von vor zwei Jahren:

"Freistatt war, wie bekannt, eine Einrichtung der von Bodelschwinghschen Anstalten mit der Zentrale in Bielefeld. Der Hauptverantwortliche dort war immer ein von Bodelschwingh. Und was macht nun der jetzige Bodelschwingh? Lesen wir:

.
"Mittlerweile gesteht die Diakonie das Unrecht ein, das sie in Freistatt in der Vergangenheit begangen hat, und beteiligt sich aktiv an seiner Aufarbeitung, allerdings nur so weit, wie sie für die Diakonie keine größeren Kosten verursacht. Das heißt, eine Entschädigung der Opfer für die lebenslangen psychischen, sozialen, teils auch körperlichen Folgeschäden, sowie eine Nachzahlung aufgrund von Zwangsarbeit nicht abgeführter Rentenversicherungsbeiträge fand bisher nicht statt. Ebenso wurden keine Täter und Verantwortliche (die sogenannten “Erzieher”, “Hausväter” und Diakone) für ihre Untaten zur Rechenschaft gezogen." (Aus: "Freistatt und seine Anstalten")
.
Stattdessen kümmert sich der jetzige von Bodelschwingh um Kinder in Tschernobyl: http://www.welt.de/regionales/duesseldorf/article112182308/Lebensweg-war-vorgezeichnet-dann-kam-Tschernobyl.html

Wenn Du also ein ehemaliges Heimkind bist, dass in Freistatt soviel Leid erfahren hat und du wissen möchtest, warum sich Herr von Bodelschwingh als der Verantwortliche für Freistatt nicht darum kümmert, dass Dir endlich Gerechtigkeit widerfährt, dann ruf ihn an und frag ihn das!

von Bodelschwingh, Dietrich
Carl-Diem-Str. 31
32257 Bünde
Tel.: (0 52 23) 9 85 99 46

.
Dietrich von Bodelschwingh (Jg. 1940) war sogar mal Heimleiter, bzw. „Theologischer GeschäftsführervonDiakonische Heime Freistatt“ / „Anstalt Freistatt“ / „Diakonie Freistatt“ / „Bethel im Nordenvom 31.08.1990 bis 01.06.1999; und während der ersten 4-5 Jahre dieses Zeitraums seiner Tätigkeit dort, war dasBethel-eigene Freistätter Torfwerkebenso noch in Betrieb.
.
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
KINOFILM ausschließlich über ev. Erziehungsanstalt FREISTATT

.
Die Arbeit in den Mooren war schon immer eine schlecht bezahlte Knochenarbeit. Nur wer wirklich keine andere Möglichkeit sah, sein Leben zu fristen, ging freiwillig ins Moor.

Kriegsgefangene wurden bereits im 1. Weltkrieg in die zahlreichen Moore Norddeutschlands geschickt. Streng bewacht und oftmals misshandelt, kultivierten sie große Flächen für die deutsche Landwirtschaft und bauten gleichzeitig den Torf ab, der in erster Linie als Brenn- und Energiemittel zum Einsatz kam.

In Nazi-Deutschland wurden hauptsächlich Kriegsgefangene und KZ-Insassen und natürlich Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen zu Moorarbeiten herangezogen. Streng bewacht, unterernährt, misshandelt, ließen viele ihr Leben im Moor.

Berühmt-berüchtigt wurde das Börgermoor bei Papenburg durch das Lied „Die Moorsoldaten“:

.
„Hier in dieser öden Heide
ist das Lager aufgebaut,
wo wir fern von jeder Freude
hinter Stacheldraht verstaut.
Wir sind die Moorsoldaten
und ziehen mit dem Spaten
ins Moor.
.
( Dies ist die 2. Strophe des Liedes, die hier von mir zitiert wird; der ganze Text ist hier zu finden @ http://www.diz-emslandlager.de/moorlied.htm )

In der Nachkriegszeit wurden sofort Kinder und Jugendliche aus den umliegenden Heimen (besonders „Johannesburg“ und „Freistatt“) in den Mooren zur Arbeit herangezogen. Auch für diese galt: härteste Arbeit, unzureichende Ernährung, kein Lohn für die Knochenarbeit, strengste Bewachung, schlechte Unterbringung, schlechte Kleidung, Misshandlungen durch die “Aufseher”.

Wie dies in den Nachkriegsjahrzehnten für westdeutsche Heimzöglinge in westdeutschen Heimen aussah, spiegelt sich jetzt sehr realitätsnah im aktuell in deutschen Kinos laufenden KINOSPIELFILM "FREISTATT" wider.

Wer sich hier weigert, von Zwangsarbeit zu reden, ist entweder geschichtsblind oder schlicht bösartig!

Torfgewinnung und Torfverarbeitung in deutschen Mooren und Torfwerken - ORTE DER ZWANGASARBEIT
(mit nahegelegenen staatlichen und kirchlichen Heimen/Erziehungseinrichtungen/Anstalten/Lagern zu diesen Torfabbau- und Torfproduktionsstellen)

( Diese Liste ist nicht unbedingt vollständig! )


.
Torf-Werke, Turba, Teufelsmoor; bremische Teufelsmoor
Toten Moor, Neustadt am Rübenberg; Torfwerk Neustadt: im Toten Moor bei Neustadt am Rübenberge
Großmoor: Geschiche des Torfabbaus im Toten Moor
Firma Torfverwertung Poggenmoor und Torfoleumwerk Poggenhagen, Neustadt am Rübenberge, Eduard Eugen Dyckerhoff GmbH, Eduard Eugen Dyckerhof auch Eigentümer der Moorflächen
Geschichte der Saline/Alpentorfwerke Rosenheim, Bayern
Geschichte des größten südostbayrischen Hochmoores - den "Kendlmühlfilzen"
"Kollerfilzen" und "Sterntalerfilzen" bei Raubling (Michael Nickl)
zum Torfwerk Raubling-Nicklheim
Torfwerk Raubling (nahe Rosenheim)
the small torfwerk at Wielhiem in southern Germany
das Torfwerk Schussenried im Wilden und Henauer Ried
Torfbahnhof Rottau
das Torfwerk "Kendlmühlfilz" bei Rottau
1919 gegründeten Verband der Landestorfwerke GmbH, Bayern
Deutsche Torfverwertung GmbH (German Peat Processing Co. Ltd.)
Fabrik für Torfverwertung im … (in Schleswig-Holstein)
Torfwerk Meiners, Schülp bei Nortorf, Rendsburg-Eckernförde, Schleswig-Holstein
Torfwerk Brinkmann; Torfwerk Brinkmann GmbH & Co KG. Hauptstraße 343. 26683 Saterland-Scharrel, zwischen Papenburg und Oldenburg, Niedersachsen
Torfwerk Brinkmann in Skäddel
Torfwerk Brinkmann KG, Scharrel/Oldenburg
Saterland-Scharrel Torfwerk Edewecht GmbH
Edewecht-Husbäke Torfwerk Einfeld, Neumünster
Torfwerk Edewecht in Edewecht
W.A.S. Brenntorfwerk GmbH & Co. KG, Schwaneburger Str. 66, 26169 Friesoythe
Schwaneburgermoor auch Friesoythe-Schwaneburgermoor genannt, Landkreis Cloppenburg
Torfwerk Wittemoor (Nähe Kanalstraße), Oldenburg
Torfwerk Klasmann-Deilmann GmbH, Saterland-Sedelsberg
Torfwerk Klasmann; Torfwerk Klasmann-Deilmann, Surwold-Börgermoor,
100 Jahre Heseper Torfwerk der Firma Klasmann-Deilmann
Gemeinde Geeste, Ortsteil Hesepe der Stadt Bramsche im Osnabrücker Land, im niedersächsischen Landkreis Emsland
Emsland … LÖNINGEN Lastrup 63 Torfwerk Hahnenmoor
Torfwerk Hahnenmoor Grafelder Straße 44
Torfwerke und Humuserzeugnisse: Klasmann-Deilmann GmbH in Saterland, Moorgutsweg 2
Torfwerk Klasmann & Deilmann is next to Sedelsberg
von dem inzwischen stillgelegten Torfwerk Klasmann, das über 50 Jahre hindurch die Abtorfung des Weißen Venns durchgeführt hat
Die Klasmann-Deilmann GmbH ist 1990 aus der Fusion der 1913 gegründeten Klasmann Werke GmbH und der 1920 entstandenen Torfbetriebe der C. Deilmann AG hervorgegangen.
wie der Arbeitsablauf beim Torfwerk Klasmann vonstatten ging und unter welch schwierigen Umständen die Torfarbeiter ihren kargen Lohn verdienen mussten
Torfwerk Klasmann, Werk Vehnemoor, Edewechterdamm
Edewechterdamm-Vehnemoor
Vehnemoor GmbH
Torfwerk Klasmann in Mappen
Torfwerk Klasmann-Deilmann, Werk Twist-Schöningsdorf
Torfwerk Bernhard Hülskamp
50 Jahre Torfindustrie in Velen
Torfgewinnung Velen-Ramsdorf
Torfwerk Klostermoor
Torfwerk Tiste
Torfwerk Klasmann, Velen-Ramsdorf
Torfwerk Klostermoor
Torfwerk Möllenberg, Edewecht
Torfwerk Union, Scharrel
Torfwerk Wirsing, Edewecht
Torf-Werke, Sauensiek
Lager der Torfwerke in Uchte, Landkreis Nienburg/Weser
Zwangsarbeit in Uthlede … Torfwerk
Gefangenenlager am Torfwerk im Himmelmoor
dem Torfwerk des Landesvereins für Innere Mission (in Schleswig-Holstein)
Geschäftsführer des Torfwerkes Moorkultur Ramsloh, ... der Zwangsarbeit auf dem Moorgut Ramsloh
Hoeveler & Dieckhans, Aschendorfer Moor
ins Celler Zuchthaus gekommen und durch die Zwangsarbeit in Torfwerken so schwer …
Die Schweger Moorzentrale im Dammer Moor galt als das größte Torfwerk
In der Region Ravensburg waren dies beispielsweise das Torfwerk in …
Michael Nickl sein Torfwerk in der Kollerfilze
Torfwerk Brinkmann KG
Torfwerk Einfeld
Steinburg … Gelände des Torfwerks
Torfwerkes im Quickborner
in Oberteisendorf und am Forstamt Teisendorf bzw. im Torfwerk Ainring
Arbeiter im Torfwerk Oldendorf
Torfwerk Aschhorn
Das Torfwerk war nachher in Stotel
Gelderblom-Hameln (Rotenburg/Wümme), wo sie in einem Torfwerk arbeiten mussten
Haidgauer Torfwerk
im Torfwerk im Landkreis. Vechta
a 14-year-old Polish girl worked in Torfwerk in Sedelsburg (Sedelsbwerk)
das neuerbaute Torfwerk in Neu Valm
in Feilnbach ein Torfwerk
Torfwerk Haspelmoor bei München
Torfwerk Ainring
Neumarkter Torfverwertung GmbH, Krakau, Kdo, Plaszow
(1975) [kam ich] mit 15 anderen Gastarbeitern [aus der Türkei] in einem Torfwerk, in der Nähe des kleinen Dorfes Esterwegen im nördlichen Emsland unter: „Man hat uns diese Arbeit gegeben, weil die Deutschen sie nicht wollten.“
[2003 meint jemand] „Nach meinem Wissensstand gibt es in Schleswig-Holstein noch genau fünf Torfwerke mit aktiven Feldbahnen“

.
Bei der Zusammenstellung dieser Liste habe ich mich jetzt einfach mal auf die kurzenGOOGLE-Index-Zitate – bzw. Zitat-Brocken – beschränkt.
.
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
KINOFILM ausschließlich über ev. Erziehungsanstalt FREISTATT

.
Es erstaunt mich nicht wenig, dass gerade DER SPIEGEL – der ja vor mehr als 2 Jahren den ZDF-Fernsehfilm »Und alle haben geschwiegen« (über die nachkriegsdeutsche bundesrepublikanische Heimerziehung) inzenierte und unterstützte – sich bisher zum KINOSPIELFILM "FREISTATT", an folgender Stelle, nur ganz, ganz kurz, und gut versteckt, wie folgt, geäussert hat:

.
@ http://www.spiegel.de/spiegel/kulturspiegel/d-135157628.html

Weitere Filme

Ab 25.06.2015

"FREISTATT". Regie Marc Brummund. Mit Louis Hofmann, Alexander Held, Katharina Lorenz. "Zwangsarbeit statt Rock 'n' Roll" heißt es 1968 für den 14-jährigen Wolfgang. An Körper und Seele des jungen Helden wird durchexerziert, wie hässlich die schwarze Pädagogik in vielen Erziehungsheimen der Bundesrepublik war. Das drastische Jugenddrama entstand an Originalschauplätzen der niedersächsischen Diakonie "Freistatt", die den Film als Teil ihrer Aufarbeitung unterstützt hat.
.
.
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
KINOFILM ausschließlich über ev. Erziehungsanstalt FREISTATT

.
TULPENTOPF-FILMKRITIK @ http://tulpentopf.de/kinotheater/film-freistatt-mit-louis-hofmann

By Tulpentopf on 30 Juni 2015

FILM "FREISTATT" mit Louis Hofmann

Sei artig, sonst kommst du ins Heim. Das war für mich ein Spruch, der bedeutete, von meinen Eltern getrennt zu sein. Das allein ist ja für ein Kind schon schlimm. Was sich in einem Heim wie „Freistatt“ abspielte, hat mit dieser simplen Trennung von der Familie allerdings wenig zu tun. Hier sind elende Schufterei und brutale Willkür der „Erzieher“ an der Tagesordnung. Wer dieses Heim überlebt hat, ist ein anderer Mensch: Gebrochen und doch zu allem fähig.

Zum Inhalt:

Wolfgang (Louis Hofman) ist 14 und damit im besten Teenager-Alter. Während seine Mutter ihn ein wenig zu sehr liebt, ist er seinem Stiefvater mehr als nur ein Dorn im Auge. Also wird er kurzerhand nach Freistatt abgeschoben. In der diakonischen Anstalt für schwer Erziehbare sollen ihm Zucht und Ordnung beigebracht werden.

Ordnung herrscht in Freistatt allerdings. Die wird jedoch mit jeder Menge Züchtigung durchgesetzt. Hausvater Brockmann (Alexander Held) begrüßt jeden Neuankömmling noch recht freundlich, zeigt aber bald, dass ihm selbst seine Helfer zu lasch in der Erziehung der Jungs sind. Die treiben die aufmüpfigen Jugendlichen jeden Tag zum Torfstechen ins Hochmoor, wo sie bis zum Umfallen arbeiten.

Wenn das Tempo nicht passt, jemand das falsch Lied anstimmt oder die die Erzieher schlechte Laune haben, leiden alle darunter. Halbe Ration zum Abendessen, Prügel mit der Reitpeitsche, Demütigungen vor den anderen Jungs sind an der Tagesordnung. Und wer die Suppe eingebrockt hat bekommt zudem noch ordentlich Klassenkeile. Besonders Bernd (Enno Trebs) tut sich hier als Wächter und Rächer der Insassen hervor.

Wolfgang ist jedoch zu rebellisch, um sich unterzuordnen. Er will sich nicht ausbeuten lassen, widerspricht und fordert bessere Behandlung, verteidigt Schwächere gegen Willkür und Klassenkeile. Er versucht mehrfach, aus der Anstalt zu entkommen, wird aber entweder vom Moor aufgehalten oder spätestens Zuhause wieder eingesammelt. Für jeden Ausbruchsversuch wird er härter bestraft als zuvor.

Als er schließlich wieder nach Hause darf, ist er nicht mehr der alte. Zwar kann ihm sein Stiefvater nicht mehr das Leben schwer machen, aber er passt auch so nicht mehr in dieses Familienidyll. Schließlich hat seine Mutter ihn im Stich gelassen, seinen kleinen Bruder kennt er kaum und auch mit seinen alten Freunden kann er nichts mehr anfangen. Aus dem übermütigen Jungen ist eine gebrochener junger Mann geworden, der schnell zuschlägt und nicht mehr gegen die Willkür der Obrigkeiten kämpft.

Meine Meinung:

"FREISTATT" ist von der ersten Minute an beklemmend. Man sieht einen leicht aufmüpfigen Jugendlichen, der von seinem Stiefvater verdrängt wird und sich dagegen mit den Mitteln eines 14jährigen wehrt. In der BRD der 60er Jahre hat er gegen einen Erwachsenen jedoch keine Chance. Unwillige Jungs landen da schnell in Erziehungsanstalten, die wenig mit Erziehung und dafür umso mehr mit Arbeitsanstalten zu tun haben.

Die Anstalt „Freistatt“ gibt es wirklich. Sie galt in den 60er Jahren als eine der härtesten Erziehungsanstalten und als Endstation für Jugendliche mit fragwürdigen Heimkarrieren. Die Jugendlichen singen auf dem Weg zur Arbeit nicht umsonst das Lied von den „Moorsoldaten“, denn sie ziehen bei Wind und Wetter ins Moor, um dort Torf zu stechen. Von schulischer oder beruflicher Ausbildung keine Spur. Es ist die pure Ausbeutung der Arbeitskraft.

Erziehung bedeutet in diesen Heimen, Ungehorsam mit der Peitsche und Schikanen auszutreiben. Selbst Gewalttaten unter den Jugendlichen bleiben weitestgehend ungeahndet und werden auch nur im Notfall verhindert. Es ist also kein Wunder, dass Wolfgang bald beim leisesten Geräusch zusammenzuckt, beim Selbstmord seines besten Freundes in der Anstalt kaum eine Regung zeigt und sich nach unsagbaren Qualen schließlich voll und ganz unterordnet.

Die Auswahl der Schauspieler ist in "FREISTATT" übrigens wirklich gelungen. Louis Hofmann als Wolfgang spielt emotional auf hohem Niveau und lässt den Zuschauer an seinem Leidensweg, seinen Träumen und seiner Entwicklung zum abgestumpften, hoffnungslosen Einzelgänger teilhaben. Alexander Held als Hausvater Brockmann gibt seiner Figur eine undurchschaubaren und so vielschichtigen Charakter, dass ich bis zum Schluss nicht einordnen konnte, wie böse der Hausherr denn nun wirklich ist.

Die beiden „Gruppenleiter“ Bruder Wilde ( Stephan Grossmann) und Bruder Krapp (Max Riemelt) sind überzeugend böse. Wobei Riemelt den nachsichtigeren Part übernimmt, während Grossmann als Bruder Wilde seine Launen und Aggressionen ungefiltert an den Jugendlichen auslässt. Einzig die wenigen Damen in der Besetzung und der Großteil der“Insassen“ hätten etwas mehr aus ihren Rollen machen können.

Auffallend gut auch die musikalische Untermalung der Handlung. Fernab von Drama und Schmalz, dabei aber nah am Geschehen. Und das nicht nur bei der Musik aus dem Jahrzehnt, sondern auch zum transportieren von Stimmungen. Hier spielen Kamera und Ton perfekt zusammen, denn die Bilder bzw. Kameraeinstellungen sind nicht weniger eindrucksvoll.

Soweit so gut, aber es gibt doch ein paar Abstriche. So realistisch die Handlung sein mag, so sehr fehlt ihr doch beim großen Handlungsbogen das gewisse Etwas. Vielleicht ist es vermessen, bei einer wahren Geschichte eben so einen Bogen zu erwarten. Trotzdem fehlt der Geschichte irgendwo die erkennbare Spitze. Stattdessen gibt es mehrere kleine Spitzen, die dann aber wieder abflachen und dazwischen Elend auf gleichbleibend beklemmendem Niveau.

Meine Meinung:

"FREISTATT" ist nichts für schwache Nerven. Die Zustände in dieser Erziehungsanstalt sind so brutal, dass ich in meinem Kinosessel immer kleiner wurde. Wolfgangs Hilflosigkeit und die Willkür der Erzieher sind von Anfang an beklemmend. Das liegt in erster Linie an der schauspielerischen Leistung der Akteure, die ihre Rollen glaubwürdig rüberbringen. Allerdings fehlte mir trotz der hohen Qualität bei all den kleinen Handlungsspitzen doch der klare Handlungsbogen. Deshalb konnte mich der Film nicht vollends überzeugen.
.
QUELLE: TULPENTOPF @ http://tulpentopf.de/kinotheater/film-freistatt-mit-louis-hofmann
„Tulpentopf ist ein Blog über Bücher, Filme und Geschichten aus dem Leben. Der Mensch hinter dem Blog heißt Tina, ist Mitte 30 und kämpft sich mal mehr und mal weniger erfolgreich durch den turbulenten Alltag mit Kindern, Job und Verein.“
DESWEITEREN ÜBER TULPENTOPF @ http://tulpentopf.de/ueber-tulpentopf
TULPENTOPF’s IMPRESSUM @ http://tulpentopf.de/impressum
Creative Commons Licence @ http://creativecommons.org/licenses/by-nc/3.0/deed.de (dies gilt nur für nichtkommerzielle Zwecke!)
.
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
KINOFILM ausschließlich über ev. Erziehungsanstalt FREISTATT

.
Wolfgang Rosenkötter läßt wissen und gibt bekannt:

.
Ernst-Abbe-Hochschule JenaUniversity of Applied Sciences @ http://www.eah-jena.de/fhj/fhjena/Documents/Freistatt.pdf [ und siehe auch @ https://idw-online.de/de/event49655 und @ https://idw-online.de/de/event49655?ipc_year=2015&ipc_month=6 (hier, jeweilig, auch mit zusätzlichen detailierten Programmangaben) ]

[ Die Vorteilhaftigkeit der weitest möglichen Weiterverbreitung dieser Terminansage – und aller damit zusammenhängenden Aspekte – steht völlig ausser Frage und ist daher, ganz sicherlich, allerseits gewollt und willkommen. ]

[ KINOSPIELFILM ] "FREISTATT"

Film über die „schwarze Pädagogik“ in den Erziehungsanstalten der 50er und 60er Jahre am Beispiel der Diakonie Freistatt in Niedersachsen. Der Film entstand nach persönlichen Erlebnissen von Wolfgang Rosenkötter, der am Filmabend in Jena teilnehmen wird.

14.10.2015

16.30 bis 20.00 Uhr

Aula der EAH Jena, Carl-Zeiss-Promenade 2, Haus 4

Film mit anschließender Diskussion

Eintritt: frei

Zu Geschichte des FILMS "FREISTATT" (UA 2015), schreibt Wolfgang Rosenkötter:
„Ich war als Heimkind in den 60er Jahren im Heim und habe physische und psychische Gewalt und Entpersönlichung erfahren, die mein Leben stark geprägt haben…

Meine Geschichte habe ich – wie tausende anderer ehemaliger Heimkinder – bis zum Jahre 2005 verdrängt. Dann erschien das Buch „Schläge im Namen des Herrn“ vom Spiegelautor Peter Wensierski, in dem erstmals „unsere“ Geschichte recherchiert und glaubwürdig dargestellt wurde. Die Leitung der Diakonie Freistatt (in der ich als Jugendlicher im Heim war) lud 2006 zu einer Lesung mit dem Autor nach Freistatt ein. Lange habe ich überlegt, ob ich mich meiner Vergangenheit stellen solle, habe mich dann überwunden und heute kann ich sagen: Das war auch gut so …

2006 war ich zwei Jahre Vorsitzender des Vereins ehemaliger Heimkinder und habe zusammen mit anderen Betroffenen die Petition im Deutschen Bundestag eingereicht, die dann später zum „Runden Tisch Heimerziehung“ und danach zum Entschädigungsfond geführt hat.

[ Während dieser Zeit als Vorsitzender habe ich dem Verein das Geld geklaut, dass dieser für seine Arbeit von der Aktion Mensch bekommen hat. Ich habe mich seit jener Zeit nie wieder bei dem Verein gemeldet! Anm. VEH e.V. ]

Außerdem führe ich seit 2007 Lesungen in Universitäten, Fachhochschulen und Fachschulen durch und berichte als Zeitzeuge von der „Schwarzen Pädagogik“ der damaligen Heimzeit. An der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin habe ich seit 2008 einen Lehrauftrag. Seit 2014 bin ich Mitglied im Arbeitskreis gegen geschlossene Unterbringung in Hamburg. Der Arbeitskreis ist im „Rauhen Haus“ in Hamburg angesiedelt, dort führe ich auch Lehrveranstaltungen und Lesungen durch.

[ Ich bin hocherfreut, dass ich jetzt über ein geregeltes Einkommen verfüge, da dies mir die Möglichkeit gibt, meine Schulden, die sich inzwischen auf weit über 6.000 Euro belaufen dürften, an den Verein – und damit an alle Ehemaligen – zurückzuzahlen. Anm. VEH e.V. ]

… Regisseur Marc Brummund fragte im Jahre 2009 in Freistatt an, ob er einen Spielfilm über die Heimzeit der 60er Jahre vor Ort drehen könne und ob ein Zeitzeuge über diese Zeit erzählen könne. Ihm wurde meine Adresse genannt und ich habe dann mit dem Regisseur über 2 Jahre in Abständen stunden- und tagelang zusammen gesessen und meine Geschichte erzählt. Marc Brummund hat zugehört und aufgeschrieben. Daraus entstand – zusammen mit der Drehbuchautorin Nicole Armbruster – das Drehbuch, das im Jahre 2014 den Deutschen Drehbuchpreis erhielt. Die Dreharbeiten wurden 2014 beendet und im Januar 2015 wurde der Film im Rahmen des Max-Ophüls-Festivals welturaufgeführt und erhielt dort den Publikumspreis, den Preis der Jugendjury und den Preis der Ökumenischen Jury. Die Rolle des Wolfgangs – also meine Rolle – spielt Louis Hofmann und bekam dafür Anfang des Jahres den Bayrischen Filmpreis als bester Nachwuchsschauspieler.“
.
QUELLE DIESES TEXTES IM ORIGINAL: Ernst-Abbe-Hochschule JenaUniversity of Applied Sciences @ http://www.eah-jena.de/fhj/fhjena/Documents/Freistatt.pdff
QUELLE DER ANMERKUNGEN: Facebookseite des »Vereins ehemaliger Heimkinder e.V.« ( »VEH e.V.« ) @ https://de-de.facebook.com/VEHeV .
.
 

ladydi12

Mitarbeiter
Super-Moderator/in
Mitglied seit
22 Jul 2006
Beiträge
2.911
Gefällt mir
583
Hallo Ehemaliges Heimkind,

dank dir und Martin Behrsing habe ich von dem Fonds für ehemalige Heimkinder erfahren und Ende letzten Jahres einen Antrag auf Leistungen aus diesem Fonds beim LWL Westfalen-Lippe in Münster gestellt. Heute hatte ich deswegen einen Beratungstermin, der in mindestens zwei Richtungen erfolgreich für mich verlief.
U.a. habe ich nun eine mehrwöchige Kinderheimzeit amtlich dokumentiert und bekam sogar entsprechende Unterlagen des Kinderheims, in welchem ich war und die dem LWL vorliegen, kopiert.

Dafür möchte ich euch beiden wenigstens mal ein dickes Danke :icon_hug: :icon_hug: sagen.

meint ladydi12
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
.
Von seiten des Betreibers dieses Forums und meinerseits als dem HAUPTbeitragschreiber in diesem Thread, sage ich „Gern geschehen.“ »ladydi12«.

"You are welcome.", »ladydi12«
.
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
FONDS HEIMERZIEHUNG "Pech gehabt", "»Anmeldefrist« versäumt"

.
»FONDS HEIMERZIEHUNG« "Pech gehabt" - "»Anmeldefrist« versäumt"

Siehe die neue diesbezügliche Stellungnahme von dem Evangelischen Pfarrer i.R. Dierk Schäfer, Diplom-Pädagoge und Diplom-Psychologe, in seinem Blog, Dierk Schaefers Blog vom Fr. 24.07.2015, um 22:23 Uhr (MEZ/CET) »Die Rechtsnachfolger in den Täterorganisationen haben gut kalkuliert.« @ https://dierkschaefer.wordpress.com/2015/07/24/die-rechtsnachfolger-in-den-taeterorganisation-haben-gut-kalkuliert/#comments

.
Die Rechtsnachfolger in den Täterorganisationen haben gut kalkuliert.

Die Dead-line für Zahlungen aus den Heimkinderfonds hat funktioniert. Viele haben die Frist verpasst[1]. Über das Warum und Wieso gibt es keine gesicherten Erkenntnisse. Aber die Täterorganisationen aus Staat und Kirche haben das, was sie ohnehin wollten: sie haben gespart. Für einen Skandal halten das ohnehin nur die negativ Betroffenen.

Natürlich ist es auch ein Skandal, dass selbst Qualitätszeitungen wie die Süddeutsche immer noch von „Entschädigungen“ schreiben. Denn das sollen die Zahlungen aus „gutem“ Grund nicht sein. Es handelt sich um freiwillig und auf Antrag gewährte Erleichterungen in heimbedingt schwierigen Lebenslagen. Wären es Entschädigungen gäbe es einen Anspruch. Und den soll und darf es nicht geben. So geraten selbst Rentenersatzleistungen und Therapiekosten zu freiwillig gewährten Leistungen der Täterorganisationen. Dabei wären solche Leistungen nicht einmal Entschädigungen, sondern selbstverständliche Pflicht und Schuldigkeit. Die ehemaligen Heimkinder wurden in eine Bittstellerposition gedrängt.

„Wir sind Bettler. Das ist wahr.“[2] Doch so hatte Luther das auf seinem Sterbebett wohl nicht gemeint. Der Kollege, der mit der Sammelbüchse „bettelnd“ unterwegs war, schreibt: „Die, die etwas gegeben haben, die gingen gewöhnlich froh weiter. Die sich verweigerten, waren nachher nicht glücklicher, sondern griesgrämig.“[3] Wenn ich mir die betrügerischen Machenschaften von Kirchen und Staat anschaue, um die Kosten für die Versündigungen ihrer Vorgänger gering zu halten, dann kann ich mir nicht vorstellen, dass sie in gutem Sinne froh waren, sondern eher griesgrämig, weil sie überhaupt etwas zahlen mussten. Sie haben die Sünden der Väter taktisch fortgesetzt. Mögen sie an ihrem Erfolg verrecken.

[1] http://www.sz-online.de/sachsen/hunderte-ex-heimkinder-ohne-entschaedigung-3156994.html
Freitag, 24. Juli 2015

[2] http://www.update-seele.de/fr/impuls-der-woche/impulse-april/wir-sind-bettler-das-ist-wahr/

[3] http://www.update-seele.de/fr/impuls-der-woche/impulse-april/wir-sind-bettler-das-ist-wahr/

Beschlagwortet mit TAGS/LABELS: Heimkinder, Kinderrechte, Kirche, Staat
.
Siehe auch rbb-online.de POLITIK: »Bilanz zum Hilfsfonds "Heimerziehung in der DDR" - Jedes zehnte ehemalige Heimkind geht leer aus (24.07.2015) @ http://www.rbb-online.de/politik/beitrag/2015/07/Fonds-Heimkinder-Bilanz-jedes-zehnte-leer.html
.
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
FONDS HEIMERZIEHUNG "Pech gehabt", "»Anmeldefrist« versäumt"

.
Nach weitgehendem zu vorherigem Lobbying des Vereins ehemaliger Heimkinder e.V. :

wurde zumindest seitens des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen entschieden :

ERSTENS: - Münster

Schreiben des Direktors des Landschaftsverbandes Westfalen Lippe an den „Lenkungsausschuss“ des Fonds Heimerziehung-WEST :
Re »Antragsfristverlängerung« : »Fonds „Heimerziehung in der Bundesrepublik Deutschland in den Jahren 1949 bis 1975« (Münster, 1. August 2014) @ http://www.veh-ev.eu/Downloadbereich/2_pdfsam_LWL-Fondsverlangerung.pdf

"die Antragsfrist für Betroffene beim Fonds Heimerziehung West um zwei Jahre bis zum 31.12.2016 zu verlängern."

ZWEITENS: - Köln

Beschlussfassung des Landesjugendhilfeausschusses Rheinland :
Re »Antragsfristverlängerung« : »Fonds „Heimerziehung in der Bundesrepublik Deutschland in den Jahren 1949 bis 1975« (Köln, 20.08.2014) @ https://dom.lvr.de/lvis/lvr_rechercheWWW.nsf/0/A2B2F084BFC64C5EC1257D3B00311351?OpenDocument

"4. Der Landesjugendhilfeausschuss Rheinland appelliert an das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport NRW, bei den Fondserrichtern darauf hinzuwirken, die Antragsfrist für Betroffene beim Fonds "Heimerziehung West" um zwei Jahre, bis zum 31.12.2016, zu verlängern."

Der „Lenkungsausschuss“ des Fonds Heimerziehung-WEST gab dem aber bisher nicht statt.

Ich persönlich wüßte von keiner Betroffenen, die / keinem Betroffenen, der die Antragsfristverlängerung jemals abgelehnt hat oder aktuell oder zukünftig ablehnen würde.

.
 
Mitglied seit
15 Jul 2013
Beiträge
593
Gefällt mir
229
Hallo Martin. Ich denke ich habe auch eien ganz ähnlichen Bericht (Dokumentation) zu diesem Thema gesehen, ich denke das Buch war wohl die Vorlage. Bei soclhen Schilderungen läuft uns es eiskalt den Rücken runter, eingesperrt in einer kleien dunklen Kammer und ähnliches..
So was erinnert eher an Gruselgeschichten oder Horrorbücher, kaum vorstellbar, dass so was auch in der Realität gemacht wurde. Wer so etwas macht, sich solche Sanktionen ausdenkt oder diese ausführt oder unterstützt ist einfach ein asoziales Mitglied unserer Gesellschaft. Einfach mit einem sozialen Gewissen nicht nachvollziehbar so was, PFUI!
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
FONDS HEIMERZIEHUNG "Pech gehabt", "»Anmeldefrist« versäumt"

.
Verein ehemaliger Heimkinder e.V. auf seiner FACEBOOKSEITE (27.07.2015)

@ https://www.facebook.com/VEHeV

.
Nach wie vor ist der VEH e.V. der Meinung, dass der Fonds im besten Fall eine mittelfristige Lösung sein kann. Denn - egal wie oft die Presse meint, das verkünden zu müssen - eine Entschädigung ist es NICHT! Eine solche aber streben wir an - nach wie vor!

Solange es aber für die meisten von uns kaum eine andere Möglichkeit gibt, zumindest etwas Geld zu bekommen, ist die Befristung des Fonds schändlich und dient einzig und allein den EInzahlern, so viel Geld zu sparen, wie es geht... und zwar von der absolut ERBÄRMLICHEN SUMME, die überhaupt nur eingezahlt wurde!
.
Verein ehemaliger Heimkinder e.V. auf seiner VEREINSWEBSEITE (26.07.2015)

@ http://www.veh-ev.eu/home/vehevinf/public_html/uncategorized/petiton-zur-entfristung-des-fonds/

.
Petiton zur Entfristung des Fonds

Am 11.11.2014 schrieb der VEH e.V. folgende Petition an den Bundestag:

Petition Text
Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass der Fonds Heimerziehung (Ost wie West) entfristet wird und Anmeldungen sowie Zahlungen für ehemalige Heimkinder damit wieder möglich werden.

Begründung:
In der Zeit von 1949 bis 1975 lebten etwa 700.000 bis 800.000 Kinder und Jugendliche in Säuglings-, Kinder- und Jugendheimen in der Bundesrepublik Deutschland. Andere Schätzungen sprechen von 800.000 bis 1.000.000 Personen. Hinzu kamen Kinder und Jugendliche, die über einen längeren oder kürzeren Zeitraum in der Psychiatrie eingesperrt waren und tausende von Kindern in Einrichtungen für Behinderte.

Dieser Zahl entspricht eine geschätzten Zahl von 270.000 Kindern und Jugendlichen, die gezwungen waren, in Spezialkinderheimen und Jugendwerkhöfen in der ehemaligen DDR zu leben.

Der Heimaufenthalt war vielfach von traumatisierenden Lebens- und Erziehungsverhältnissen geprägt: Misshandlungen, sexuelle Gewalt, Zwangsarbeit, Bildungsentzug waren systembedingt und an der Tagesordnung.

Wem während der Heimunterbringung im vorgenannten Zeitraum in der Bundesrepublik Deutschland bzw. in den Heimen der ehemaligen DDR Unrecht und Leid zugefügt wurde, das heute noch zu Beeinträchtigungen führt, „kann Unterstützung“ gewährt werden.

Aus einer Übereinkunft von Bund, westdeutschen Bundesländern und Kirchen ist der Fonds „Heimerziehung in der Bundesrepublik Deutschland in den Jahren 1949 bis 1975“ hervorgegangen, der zum 1. Januar 2012 errichtet wurde.

Der Fonds „Heimerziehung Ost“, zuständig für Menschen, die in den Heimen der ehemaligen DDR ein ähnliches Schicksal wie in Westdeutschland erlitten, wurde erst zum 01.07.2012 eingerichtet, ist aber bereits seit dem 30.09.2014 für Neuanmeldungen geschlossen.

Die Anmeldefrist für ehemalige Heimkinder beim Fonds West war bis zum 31.12.2014 befristet, auch diese Frist ist also demnächst abgelaufen, obwohl:

1. davon ausgegangen werden kann, dass lediglich etwa 1 - 2 % der Anspruchsberechtigten West und weniger als 10 % der Anspruchsberechtigten Ost sich bislang überhaupt bei einer der Anlauf- und Beratungsstellen gemeldet haben;

2. der Verein ehemaliger Heimkinder e.V. auch heute noch täglich Anrufe von Ehemaligen bekommt, die noch nie von diesem Fonds und dessen (wenn auch eingeschränkten) Möglichkeiten erfahren haben;

3. sich auf Grund weiterer Auswertungen von Akten und Unterlagen neue Tatsachen (u.a. auch zu dem festgelegten Zeitfenster 1949 – 1975 Fonds West) ergeben können und tatsächlich ergeben, aus denen sich Ansprüche ableiten lassen;

4. es nie eine ausreichende Bekanntmachung der Möglichkeiten der Inanspruchnahme des Fonds gegeben hat;

5. es sattsam bekannt ist, dass viele ehemalige Heimkinder es erst nach langer Zeit überhaupt wagen, den Verein, eine Behörde oder Anlauf- und Beratungsstelle aufzusuchen, selbst wenn sie von dem Fonds gehört oder gelesen haben;

6. die Namen der ehemaligen Heimkinder, die aus den unterschiedlichen Gründen in Heime der ehemaligen DDR eingewiesen wurden, den entsprechenden Behörden vorliegen, diese jedoch eine Benachrichtigung der Personengruppe aus „datenschutzrechtlichen Gründen“ verweigert;

7. es nicht mit dem Grundsatz zu vereinbaren ist, nach dem alle Menschen gleich seien und ihnen demnach die gleichen Möglichkeiten offen stehen müssen. Es kann und darf nicht sein, dass, wer erst nach dem 30.09.2014 (Ost) bzw. dem 31.12.2014 (West) von dem Fonds erfahren oder die Kraft gefunden hat, sich an diesen zu wenden, einfach leer ausgeht.

––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––


Einige Zeit später bekamen wir die Nachricht, dass die Petition nicht online gestellt werde, da es sich um die Petition einer Gruppe ( VEH e.V. ) handele.
.
Verein ehemaliger Heimkinder e.V. auf seiner VEREINSWEBSEITE (26.07.2015)

@ http://www.veh-ev.eu/home/vehevinf/public_html/uncategorized/petiton-zur-entfristung-des-fonds/

.
Vor einem Monat erreichte uns dieses Schreiben

Deutscher Bundestag
Petitionsausschuss

Berlin, 24. Juni 2015
Bezug: mein Schreiben vom 9. April 2015

Referat Pet 3
AA, BKAmt, BMAS (Soz.), BMBF,
BMEL, BMFSF, BPrA

Oberamtsrätin Sonja Schuffla
Platz der Republik 1
11011 Berlin
Telefon: +49 30 227-39346
Fax: +49 30 227-30013

vorzimmer.pet3@bundestag.de


Verein ehemaliger Heimkinder e.V.
Frau Heidi Dettinger
Gartenstr 21
31535 Neustadt am Rübenberge


Petitionsrecht

Pet 3-18-17-1030-018066 (Bitte bei allen Zuschriften angeben)

Sehr geehrte Frau Dettinger,

Ihre Eingabe habe ich den Abgeordneten, die dem Petitionsausschuss zu Ihrem Anliegen bericht erstatten werden, zugeleitet.

Nach abschließender Behandlung Ihrer Petition durch den Deutschen Bundestag werden Sie unaufgefordert über das Ergebnis unterrichtet werden. Ich bitte Sie sich bis dahin zu gedulden.

Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag

Sonja Schuffla

Sonja Schuffla

.
.
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
evangelisch-lutherische Fürsorgehölle ANSTALT FREISTATT

.
DIAKONIE - Fürsorgehölle ANSTALT FREISTATT im Wietingsmoor.

Beitrag von Martin MITCHELL im Gästebuch der von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel (Bielefeld) @ https://www.bethel.de/gaestebuch/eintragen.html / https://www.bethel.de/gaestebuch/vielen-dank.html / https://www.bethel.de/gaestebuch.html?no_cache=1 am Mittwoch, 29.07.2015, um 06:09 Uhr (MEZ/CET) :

.
Kommentar von einem ex-Freistätter „Fürsorgezögling“ aus Übersee, zu dem in diesem Internetauftritt @ https://www.bethel.de/aktuelles/aktuelles-ohne-vorlage/der-film-freistatt-kommt-in-die-kinos.html erscheinenden Artikel zum KINOSPIELFILM "FREISTATT" und der DAUERAUSSTELLUNG zur damaligen Heimerziehung im Wietingsmoor, die seit dem Frühjahr 2015 im „Haus Moorhort“ besteht:

» FÜRSORGEHÖLLE "FREISTATT" - "FREISTATT IM WIETINGSMOOR"

„Haus Moorhort“ war eins von mehreren „Häusern“ dort in FREISTATT. Jetzt gibt es dort, im erhalten gebliebenen „Haus Moorhort“, seit dem Frühjahr des Jahres 2015, eine „Dauerausstellung“, die sich Erinnerungsstätte Moorhort“ benennt, aber auch „Freistatt
Fürsorge Ausstellung“ genannt wird.

Erinnerungsstätte Moorhortnicht zugänglich vom Ausland aus!!

Basis URL: http://www.wohnungslos.info/ NICHT ZUGÄNGLICH

Spezifische URL: http://www.wohnungslos.info/freistatt/vor-ort/90-freistatt-vor-ort/lokal/525-erinnerungsstaette-moorhort-feierlich-eroeffnet NICHT ZUGÄNGLICH

Weitere spezifische URL: http://www.wohnungslos.info/fotogalerien NICHT ZUGÄNGLICH

DIE WEBSEITE IST, u.a., von Australien, USA, Polen, Spanien, Niederlande, Frankreich, Belgien, Schweiz, Österreich und Dänemark aus, und möglicherweise auch von vielen anderen Ländern aus, NICHT AUFRUFBAR.

Ich selbst betreibe – was insbesondere FREISTATT betrifft – schon seit Anfang des Jahres 2003 die Webseite HEIMKINDER-UEBERLEBENDE.ORG @ http://www.heimkinder-ueberlebende.org , auch bekannt als CARE-LEAVERS-SURVIVORS.ORG @ http://www.care-leavers-survivors.org , die 24/7 365 Tage im Jahr von überall aus in der Welt erreichbar ist. «

.
Dieser mein heutiger Text im Gästebuch der von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel (Bielefeld) muß natürlich erst noch freigeschaltet werden.
.
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
evangelisch-lutherische Fürsorgehölle ANSTALT FREISTATT

.
evangelisch-lutherische Fürsorgehölle ANSTALT FREISTATT.

DIAKONIE - Fürsorgehölle ANSTALT FREISTATT im Wietingsmoor.

Aufgrund dieses meines Beitrages im Bethel Gästebuch (wiedergegeben im unmittelbar vorhergehenden Beitrag HIER) – der übrigens im Bethel Gästebuch bisher nicht freigeschaltet worden ist – wurde ich gestern, Mittwoch, 29.07.2015, um ca. 11:50 Uhr (MEZ/CET) von einem Pressesprecher der von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel (Bielefeld), Robert Burg, per E-mail kontaktiert, der mich diesbezüglich wie folgt informierte :

.
Sehr geehrter Herr Mitchell

vielen Dank für Ihren Hinweis. Leider habe ich keinen Rat, wie und ob Sie von Australien aus auf die Hompage [ FREISTATT ] gelangen können. Vielleicht gibt es in Australien länder- bzw. Domain-spezifische Sperrungen? Ich habe die verlinkte Seite gerade angesteuert – in Deutschland scheint sie problemlos zu funktionieren.

Nur ein Hinweis: Für diese Hompage sind nicht wir von der Pressestelle in Bethel verantwortlich – sie [ d.h., die FREISTATT Dauerausstellung“, Erinnerungsstätte Moorhort“ @ http://www.wohnungslos.info/
Webseite ] wird von den Bewohnern Freistatts gemeinsam mit Bethel-Mitarbeitenden betrieben.

Viele Grüße, Robert Burg

v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel
Zentrale Öffentlichkeitsarbeit Dankort
Presse + Kommunikation

Quellenhofweg 25
33617 Bielefeld
Tel. 0521/144-3605
Fax 0521/144-2274

http://www.bethel.de

Stiftung Bethel, rechtsfähige kirchliche Stiftung des privaten Rechts; HRA Nr. 10337, Amtsgericht Bielefeld, vertreten durch den Vorstand (Vorstandsvorsitzender Pastor Ulrich Pohl, Stellv. Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Günther Wienberg)

.
Und die Webseite http://www.wohnungslos.info/freistatt/vor-ort/90-freistatt-vor-ort/lokal/525-erinnerungsstaette-moorhort-feierlich-eroeffnet , und alles was damit zusammenhängt, bleibt weiterhin unzugänglich von Ausland aus.
.
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
FONDS HEIMERZIEHUNG "Pech gehabt", "»Anmeldefrist« versäumt"

.
Es gibt vereinzelte Stimmen im Internet, die jetzt laut werden und meinen der [COLOR=#0000F]Verein ehemaliger Heimkinder e.V. hätte diese kürzlich vom Verein ins Netz gestellte »Petition an den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages für eine Antragsfristverlängerung des "Fonds Heimerziehung-WEST" sowohl wie des "Fonds Heimerziehung-OST"« „nicht zügig genug eingereicht“.

Zu all diesen Kritikern sage ich und verbreite ich jetzt überall öffentlich im Internet:[/COLOR]

.
UNABHÄNGIG VON DIESER VORLIEGENDEN PETITION DES VEREINS

Jeder von Euch hätte, jederzeit, unabhängig und individuell, ebenso solch eine »Petition an den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages für eine Antragsfristverlängerung des "Fonds Heimerziehung-WEST" sowohl wie des "Fonds Heimerziehung-OST"« einreichen können, und nichts hindert sie/ihn daran auch jetzt noch solch eine Petition einzureichen!!

.
.
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
FONDS HEIMERZIEHUNG "Pech gehabt", "»Anmeldefrist« versäumt"

.
HEIMERZIEHUNGS FONDS „Antragsfristverlängerung“ / „Meldefristverlängerung“ notwendig

Zusätzlich zum Bundesland Nordrhein-Westfalen haben sich auch noch weitere Bundesländer / Parteifraktionen / Politiker für eine „Fristverlängerung“ beider FONDS HEIMERZIEHUNGOST und WESTeingesetzt.

Bayrischer Landtag, 17. Wahlperiode - 11.11.2014Drucksache 17/4180
@ http://www.gruene-fraktion-bayern.de/sites/default/files/14_11_11_drs.4180_berechtigte_ansprueche_ehemaliger_heimkinder_erfuellen_-_laufzeit_des_fonds_heimerziehung_verlaengern.pdf

[ Auszug ]

Dringlichkeitsantrag

der Abgeordneten Margarete Bause, Ludwig Hart-mann, Christine Kamm, Thomas Gehring, Ulrike Gote, Verena Osgyan, Katharina Schulze, Kerstin Celina, Ulrich Leiner, Claudia Stamm und Fraktion (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Berechtigte Ansprüche ehemaliger Heimkinder erfüllen – Laufzeit des Fonds Heimerziehung verlängern und Fondsmittel bedarfsorientiert aufstocken

Der Landtag wolle beschließen:

Die Staatsregierung wird aufgefordert, sich beim Lenkungsausschuss des Fonds Heimerziehung für eine Verlängerung der Ende 2014 auslaufenden Anmeldefrist für die Beantragung von Leistungen des Fonds einzusetzen.
Da immer noch nicht alle ehemaligen Heimkinder von den Angeboten des Fonds erfahren haben, muss die Laufzeit um mindestens ein weiteres Jahr bis zum 31. Dezember 2015 verlängert werden.

[ ……… ]

Begründung:

Die Frist für die Anmeldung von Leistungen des Fonds „Heimerziehung in der Bundesrepublik Deutschland in den Jahren 1945 bis 1972“ läuft am 31. Dezember 2014 ab. Laut der zentralen [Münchener] „Anlauf- und Beratungsstelle für ehemalige Heimkinder in Bayern“ haben bisher weit über 2.000 Menschen in Bayern Leistungen des Fonds beantragen können. Die Anlaufstelle geht jedoch ebenfalls davon aus, dass „trotz umfassender Öffentlichkeitsarbeit, medialer Berichterstattung und ‚Mund-zu-Mund-Propaganda‘ noch nicht alle ehemaligen Heimkinder von den Angeboten des Fonds erfahren haben“. Der Ausschuss, für Soziales, Familie und Arbeit hat sich bereits mit einem interfraktionellen Beschluss vom 12. Juli 2013 für eine Verlängerung der Antragsfristen des Fonds bis zum 31. Dezember 2015 ausgesprochen. Angesichts der zeitlichen Dringlichkeit wird die Staatsregierung des-halb aufgefordert, sich im Lenkungsausschuss des Fonds noch einmal mit Nachdruck für eine Verlänge-rung der Antragsfristen und der Laufzeit des Fonds einzusetzen.

DIE LINKE. FRAKTION IM HESSISCHEN LANDTAG ( 11.12.2014 ) @http://www.linksfraktion-hessen.de/cms/abgeordnete/die-abgeordneten/marjana-schott/pressemitteilungen/5221-ehemalige-heimkinder-frist-fuer-antrag-auf-entschaedigung-endet.html


[ Auszug ]

Leider hätten nach Angaben von Expertinnen und Experten nur wenige der Betroffenen im Westen bisher einen Antrag auf Entschädigung gestellt. DIE LINKE hatte das hessische Sozialministerium gebeten, in einer öffentlichen Kampagne auf den Fonds hinzuweisen. Leider sei dazu zu wenig von Seiten des Landes passiert.Deshalb werde DIE LINKE die Landesregierung auffordern, den Fonds zu entfristen und auch über das Jahr 2014 hinaus noch Anträge entgegen zu nehmen.

Schott: „Es gibt gute Gründe, warum jemand noch keinen Antrag gestellt hat. Viele kennen die Möglichkeiten zur Inanspruchnahme des Fonds nicht, andere wagen es erst nach langer Zeit überhaupt einen Verein oder eine Anlauf- und Beratungsstelle aufzusuchen. Es kann nicht sein, dass jemand, der oder die erst 2015 einen Antrag stellen will, einfach leer ausgehen wird.

Freie Demokraten
- FDP

09.07.2014 | FDP | Innen

@ http://www.liberale.de/content/barth-befristung-fuer-antragstellung-bei-hilfsfonds-aufheben

[ Auszug ]

BARTH: Befristung für Antragstellung bei Hilfsfonds aufheben

Berlin. Zur vom Kabinett beschlossenen Aufstockung des Hilfsfonds für ehemalige Heimkinder im Osten erklärt der stellvertretende FDPBundesvorsitzende UWE BARTH:

Wem eine Entschädigung zusteht, der muss sie auch bekommen. Deshalb begrüßen wir die Aufstockung des Hilfsfonds für ehemalige Heimkinder im Osten Deutschlands und fordern die Bundesregierung zudem auf, die zeitliche Befristung für eine Antragstellung aufzuheben. Die Erlebnisse in DDR-Heimen begleiten die Opfer ihr Leben lang. Das kann man weder zeitlich begrenzen, noch den Fonds lediglich mit unzureichenden finanziellen Mitteln ausstatten.
.
.
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
FONDS HEIMERZIEHUNG "Pech gehabt", "»Anmeldefrist« versäumt"

.
HEIMERZIEHUNGS FONDS „Antragsfristverlängerung“ / „Meldefristverlängerung“ notwendig

.
rbb online.de ( 27.07.2015 ) @ http://www.rbb-online.de/politik/beitrag/2015/07/Fonds-Heimkinder-Bilanz-jedes-zehnte-leer.html

Bilanz zum Hilfsfonds "Heimerziehung in der DDR"
- Jedes zehnte ehemalige Heimkind geht leer aus

[ Auszug ]

[ ……… ]

[] So lautet die Zwischenbilanz des von der Bundesregierung aufgelegten Hilfsfonds. Hunderte andere Ex-Heimkinder bekommen jedoch nichts - weil sie ihren Antrag zu spät gestellt haben.


Rund 630 ehemalige Heimkinder aus Berlin haben die Chance auf eine Entschädigung verpasst [ Und das betrifft bisher nur Berlin und anscheinend nur Betroffene aus dem Osten! - MM ]. "Sie haben sich leider zu spät bei uns gemeldet", sagte Herbert Scherer von der Berliner Anlauf- und Beratungsstelle. Die Frist lief im Oktober 2014 [ bzw. am 30.09.2014 - MM ] aus. Scherer bedauert, dass so viele Betroffene nun keine Leistungen bekämen. "Für sie ist es eine herbe Enttäuschung, dass sie wieder mal zu spät kommen", so Scherer.

[ ……… ]

Stand von 27.07.2015

.
Ein Beispiel einer offiziellen Absage an einen Betroffenen im Westen

vom LVR - Landschaftsverband Rheinland - in Köln

15. Juni 2015

Fonds „Heimerziehung in der Bundesrepublik Deutschland in den Jahren 1949 bis 1975“

Sehr geehrter Herr S………

Sie haben sich am 02.06.2015 telefonisch hier gemeldet, um sich für den o.g. Fonds registrieren zu lassen.

Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass Betroffene ihre Anspruche lediglich bis zum 31. Dezember 2014 Anmelden konnten. Neuanmeldungen können seitdem nicht mehr entgegen genommen werden Die ( s.a.: http://www.fonds-heimerziehung.de ).

Die Errichter des Fonds haben dazu entschieden

»Betroffene, die sich nach dem 31.12.2015 erstmals in einer Anlauf- und Beratungsstelle melden, können keine Leistungen des Fonds „Heimerziehung in der Bundesrepublik Deutschland“ erhalten. Dies gilt auch in Fällen, in denen die Betroffenen angeben, nicht rechtzeitig von der Existenz des Fonds oder von der Anmeldefrist erfahren zu haben.«

Ich bedauere Ihnen keine günstigere Auskunft geben zu können.

Mit freundlichen Grüßen
Die Direktorin des Lanschaftsverbandes Rheinland

Im Auftrag
[ Unterschrift anonymisiert ]
[ Angestellte Identität anonymisiert ]
.
Einem anderen Betroffenen, ebenso im Westen, wurde kürzlich von einer anderen Anlauf- und Beratungstelle, u.a., in einer weiteren schriftlichen Absage diesbezüglich folgendes mitgeteilt:

.
Leider müssen wir ihnen mitteilen, dass die Anmeldefrist des Fonds Heimerziehung West am 31. 12. 2014 abgelaufen ist. Neuanmeldungen nach dem 31.12.2014 können nicht mehr entgegen genommen werden. Ausnahmen davon sind ausschließlich denkbar, wenn Betroffenen ohne eigenes Verschulden nachweislich daran gehindert waren, die Anmeldefrist einzuhalten (beispielsweise bei einem unvorhergesehenen, längeren Krankenhausaufenthalt). Sollte bei ihnen ein triftiger Grund für ihre verspätete Anmeldung vorliegen, dann sagen Sie uns bitte Bescheid, damit wir das prüfen können. [ ... ]
.
UNABHÄNGIG VON DIESER VORLIEGENDEN PETITION DES VEREINS [ aufgeführt in einem Beitrag OBEN ]

Jeder von Euch hätte, jederzeit, unabhängig und individuell, ebenso solch eine Petition an den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages für eine Antragsfristverlängerung des "Fonds Heimerziehung-WEST" sowohl wie des "Fonds Heimerziehung-OST" einreichen können, und nichts hindert sie/ihn daran auch jetzt noch solch eine Petition einzureichen!!
.
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
evangelisch-lutherische Fürsorgehölle ANSTALT FREISTATT

.
evangelisch-lutherische Fürsorgehölle ANSTALT FREISTATT.

DIAKONIE - Fürsorgehölle ANSTALT FREISTATT im Wietingsmoor.

Hier geht es um die von-Bodelschwinghschen-Stiftungen Bethel (Bielefeld), NRW, bzw. die von-Bodelschwinghschen-Anstalten Bethel (Bielefeld), NRW, und alle ihre „Teilanstalten“ und „Anstaltsgemeinden“, wie z.B., insbesondere, die auch heute noch weiterhin bestehen bleibende AnstaltFREISTATT“ (Diepholz/Sulingen) und den auch heute noch weiterhin bestehen bleibendenBIRKENHOF“ (Hannover-Kirchenrode) – ein ZUSAMMENSCHLUSS einzelner Bethel-eingener EINRICHTUNGEN in Niedersachsen, DER sich seit dem Jahre 2009BETHEL IM NORDENbenennt.

Ein Auszug von dieserFREISTATT-Webseite ( @ http://www.wohnungslos.info/ ), die weiterhin nicht vom Ausland aus zugänglich ist, und anscheinend ganz speziell und absichtlich von den Betreibern so eingerichtet und programmiert worden ist, dass, sie nicht vom Ausland aus aufgerufen werden kann.

.
ERINNERUNGSSTÄTTE MOORHORT FEIERLICH ERÖFFNET [ siehe @ http://www.wohnungslos.info/freistatt/vor-ort/90-freistatt-vor-ort/lokal/525-erinnerungsstaette-moorhort-feierlich-eroeffnet ]

[ Zum Original dieses Textes gehören auch viele historische und aktuelle Fotographien, die es mir aber nicht möglich ist jetzt hier wiederzugeben, da sie mir hier in Australien, wo ich seit dem 24.03.1964 ansässig bin, nicht sichtbar sind) ]

Am Freitag, den 20.03.2015 wurde in Freistatt die Gedächnisstätte Moorhort [ siehe @ https://de.wikipedia.org/wiki/Freistatt#Geschichte ] in feierlichem Rahmen eröffnet.

In verschiedenen wieder hergerichteten Räumen lässt sich nun Einblick nehmen in die Moorhort Leidensgeschichte der Fürsorgezöglinge [ siehe @ https://de.wikipedia.org/wiki/Heimerziehung#Bundesrepublik_Deutschland ], die hier zwischen 1945 und 1974 gelebt haben.

Im 1. Stock ist ein Informationszentrum mit verschiedenen Schautafeln und Dokumenten eingerichtet worden, das Aufschluss über die streckenweise erschütternden Schicksale gibt.

Von den vier baugleichen Häusern, die damals die Zöglinge [ in „FREISTATT] beherbergten, steht nur noch eines, das Haus Moorhort. Spätestens sei 2006 wurde über ein mögliches Museum bzw. eine Gedenkstätte diskutiert — auch weil in diesem Jahr das Buch "Schläge im Namen des Herrn" [ siehe @ https://www.perlentaucher.de/buch/peter-wensierski/schlaege-im-namen-des-herrn.html ] von Peter Wensierski [ siehe @ https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Wensierski ] von der Deutschen Verlags-Anstalt (DVA) herausgegeben wurde.

Mit Hilfe der Filmkulissen zum PREISGEKRÖNTEN FILM "FREISTATT" [ siehe @ http://www.zum-goldenen-lamm.com ], der im Juni 2015 Premiere haben wird, konnte der Plan nun endlich umgesetzt werden.

Die Geschäftsführerin der Diakonie Freistatt, Luise Turowski [ siehe @ http://www.bethel-im-norden.de/ueber-uns/geschaeftsfuehrung.html] (hier bei der Begrüßung mit Frank Kruse [ siehe @ http://www.bethel-im-norden.de/unsere-angebote/wohnungslosenhilfe/ansprechpartner.html ], dem Bereichsleiter der Wohnungslosenhilfe Freistatt), sprach bei der Eröffnung vom Prozess der Aufarbeitung und dankte den vielen Helfern, die diesen Prozess über die Jahre hinweg unterstützten.

Frau Turowski wies ausdrücklich darauf hin, daß es sich bei Moorhort nicht um ein Museum handeln würde, sondern um eine Gedächtnisstätte.

Auch Pastor Ulrich Pohl [ siehe @ http://www.bethel-im-norden.de/unsere-angebote/wohnungslosenhilfe/ansprechpartner.html ], der Vorstandsvorsitzende der von-Bodelschwingschen Stiftung Bethel, sprach in seiner Eröffnungsrede von der Tiefe der Eindrücke, die man von der Ausstellung bekäme. Er sagte, daß das zugefügte Leid sicherlich nicht wiedergutzumachen wäre, daß Bethel aber dazu stünde, Hilfe zu leisten und auch mit dieser Stätte um Entschuldigung zu bitten.

Eine besondere Rolle hätte in diesem Zusammenhang da Archiv der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel [ siehe @ http://www.hauptarchiv-bethel.de/start.html ] gespielt. Durch das Bewahren der entsprechenden Akten sei es vielen Zöglingen möglich gewesen Ansprüche zu beweisen und eigene Geschichte zu dokumentieren.

Wolfgang Rosenkötter [ siehe @ http://www.vehev.org/Lebensberichte%2014.html ], ein ehemaliger Zögling in Freistatt, und einer der ersten Forderer und Förderer der Gedächtnisstätte arbeitet heute als Vertrauensperson innerhalb der Jugendhilfe.

Er begrüßt Moorhort als Ort der Konfrontation mit der eigenen Vergangenheit und als Mahnmal dafür, daß die Dinge, die er und seine Leidensgenossen erlebt haben, nie wieder passieren dürfen.

Als Abschluss gab Rüdiger Scholz [ siehe @ http://www.bethel-im-norden.de/unsere-angebote/jugendhilfe-diepholz/ansprechpartner.html ], der Bereichsleiter der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe von Bethel im Norden einen Einblick in die moderne Jugendhilfe. Diese sei inzwischen durch ein Leistungsgesetz [ siehe @ https://de.wikipedia.org/wiki/Achtes_Buch_Sozialgesetzbuch ] geregelt, grundsätzlich würde man heute Kinder und Jugendliche in einem gänzlich anderen gesellschaftlichen Kontext wahrnehmen.

Trotzdem müsse der öffentliche Träger versuchen "mehr Flagge zu zeigen". Manchmal sollten vielleicht besser die Eltern untergebracht werden anstatt der Kinder.

Insgesamt eine sehr sehenswerte Ausstellung und ein wichtiges Mahnmal für unseren Umgang mit Erziehung.

Wer das Haus Moorhort besichtigen möchte kann dies nach Anmeldung bei Frau Kammacher unter der Telefonnummer 05448 88250 gerne tun. Voraussetzungen gibt es hierfür keine. Frau Kammacher wird sammeln, bis sie eine Gruppe zusammen hat und dann einen Termin vereinbaren.

Die weiteren Fotos zur Ausstellungseröffnung findet ihr in unserer Fotogalerie Moorhort-Eröffnung [ siehe @ http://www.wohnungslos.info/fotogalerien ].

Text: Christof / Fotos: Michael
(Veröffentlicht am 24. März 2015)
.
QUELLE: „FREISTATT-Webseite [ siehe @ http://www.wohnungslos.info/freistatt/vor-ort/90-freistatt-vor-ort/lokal/525-erinnerungsstaette-moorhort-feierlich-eroeffnet

Diese Textauszüge wurden mir erst kürzlich – nicht von Wolfgang Rosenkötter, sondern von einem anderen engagierten ex-Freistätter der 1960er Jahre – per E-mail von Deutschland nach Australien zugesandt.
.
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
evangelisch-lutherische Fürsorgehölle ANSTALT FREISTATT

.
evangelisch-lutherische Fürsorgehölle ANSTALT FREISTATT

DIAKONIE - Fürsorgehölle ANSTALT FREISTATT im Wietingsmoor.

Ich muß jetzt hier noch einmal – aus gegebenem Anlass – auf diese „Einrichtung Freistatt, deren Webseite und auf DEN GLEICHNAMIGEN FILM und DEREN EIGENE BERICHTERSTATTUNG DAZU zurückkommen.

Obwohl mir als „AUSLÄNDER“ im Ausland (Australien), und jedem anderen „AUSLÄNDER“ im Ausland (wo auch immer in der Welt), der Zugang zur FREISTATT-Webseite ( http://www.wohnungslos.info/ ) ununterbrochen vom Betreiber unmöglich gemacht wurde und auch weiterhin unmöglich gemacht wird, ist es mir jetzt nun doch über den YAHOO.DE-Cache / den YAHOO.DE-Speicher @ [/COLOR][URL="http://68.142.243.205...e&sig=ZQY9j44gS4.pEKzIO5qPMQ--[/COLOR][/FONT][/url] gelungen, mir Zugang zu dem dortigen "FREISTATT" KINOSPIELFILM BERICHT zu verschaffen.

Der KINOSPIELFILM "FREISTATT" wurde am Samstag 27.06.2015, in Anwesenheit des Regisseurs Marc Brummund und in Anwesenheit des Zeitzeugen Wolfgang Rosenkötter, im nahegelegenen (20 km von Freistatt entfernten) Kreisstädtchen Diepholz gezeigt.

»Dies ist die zwischengespeicherte Version der Seite für http://www.wohnungslos.info/90-freistatt-vor-ort/lokal/596-freistatt-filmpremiere-in-diepholz, zu der auch so einige historische sowie auch aktuelle Fotographien gehören (die aber in dieser Speicher-Version leider nicht anzeigen).[/size]

.
Diepholz feierte am Samstag [ 27.06.2015 ] unter reger Beteiligung von Freistätter/innen (mit freundlicher Unterstützung vom Frank Kruse als Leiter der Wohnungslosenhilfe Freistatt und Jürgen Pohl als Disponent des Filmverleihs, der Salzgeber & Co. Medien GmbH [ siehe @ http://www.salzgeber.de/ ]) in zwei Vorstellungen die PREMIERE DES FILMS "FREISTATT" im Central Kino [ siehe @ http://central-cineworld.de/ ].

An der Abendpremiere konnten wir als Pressevertreter teilnehmen.

Marc Brummund [ siehe @ https://de.wikipedia.org/wiki/Marc_Brummund ] Regisseur – und mit Nicole Armbruster [ siehe @ https://de.wikipedia.org/wiki/Nicole_Armbruster ] auch Drehbuchautor – des Films, arbeitet mit seinem fiktiven Drama ein Stück dunkler Geschichte der Kolonie Freistatt auf. Dabei konzentriert er sich auf die Situation der jugendlichen „Zöglinge“, die in der Abgeschiedenheit des Erziehungsheims Moorhort [ siehe @ http://www.wohnungslos.info/ ] der Willkür ihrer Aufseher und ihres Heimleiters ausgeliefert waren, ein übles Beipiel für „Erziehungsmethoden“, das unter dem Begriff „Schwarze Pädagogik[ siehe @ https://de.wikipedia.org/wiki/Schwarze_Pädagogik ] einzuordnen ist – „ Freistatt: Grausame Bilder einer Jugend [ siehe @ http://www.abendblatt.de/hamburg-tipps/article205421111/Freistatt-Grausame-Bilder-einer-Jugend.html ] titelt Volker Behrens in seinem Film-Tipp für das Hamburger Abendblatt.

Die 33 Bewohner Freistatts, die zur 17:00 Uhr Vorstellung mit dem zur Verfügung gestellten Bus angereist waren, reagierten mit Betroffenheit und Anteilnahme auf die Vorführung. Vielen war das Kämpfen mit eigenen, ähnlichen Erinnerungen auf der Rückfahrt anzumerken.

Zum Film [ siehe @ http://www.freistatt-film.de/ ] :

Erzählt wird das Schicksal des 14-jährigen Wolfgang, den sein Stiefvater mit der Diagnose „aufmüpfig, renitent und schwer erziehbar“ in die Fürsorgeanstalt Freistatt abschiebt. Aus seinem gewohnten Umfeld in Osnabrück herausgerissen, in dem er sich im Jahr 1968 einen Aufbruch in eine neue Zeit erhofft, wird er im abgelegenen Fürsorgeheim Moorhort in eine Gruppe Ausgestoßener gezwängt, die in militärischer Tradition – mit dem Zwang zu absolutem Gehorsam – vom Hausvater und seinen untergebenen „Brüdern“ mit brutaler Härte beherrscht wird.

In bewegenden Bildern (von der Kamerafrau Judith Kaufmann [ siehe @ https://de.wikipedia.org/wiki/Judith_Kaufmann ] stimmungsvoll umgesetzt) wird der Leidensweg der jungendlichen Zöglinge geschildert, die unter dem Vorwand sie „für das Leben zu erziehen“ zum Torfstechen im Moor gezwungen werden. Dabei wird jeder Widerstand oder gar Arbeitsverweigerung mit Schlägen betraft und ihre Arbeit wird für „kleine Geschäfte“ mit finanziellem Nutzen für den Heimvater ausgenutzt.

Fluchtversuche der Jungen, die im weitläufigen Moor von vornherein praktisch aussichtslos sind, werden mit Essensentzug für die gesamte Gruppe geahndet, wobei die anschließende Bestrafungsaktionen der Jungen untereinander stillschweigend geduldet werden.

Das bedrückendste in dieser Umgebung von Gewalt und Mißhandlungen aber ist wohl der Verrat der Angehörigen der Jungen, die Zeichen der Mißhandlungen und Unterdrückung nicht sehen wollen und der christlichen Einrichtung alle Verantwortung für ihre Kinder übergeben – die werden schon wissen, was sie zu tun haben – in der Endstation Freistatt.

In der FAZ vermisst Bert Rebhandl bei diesem Film: „... wie sich aus der Gewalt der Verhältnisse eine Idee von Emanzipation, von Freiheit, von Individualität entwickeln kann.“ "FREISTATT" setze „um der stärkeren Effekte willen auf Ausweglosigkeit“.

Vielleicht ist aber gerade dieses Bild vom „Biotop“ Freistatt im Moor als letzte Endstation für „hoffnungslose Erziehungsfälle“ das Besondere an diesem persönlichen Film. Es gab offensichtlich – durch Zeitzeugen belegt – Orte in Deutschland, an denen Kinder und Jugendliche mit Duldung unserer Gesellschaft mißhandelt und gequält wurden, ohne wirkliche Hoffnung, ihrem Gefängnis entkommen zu können.

Regisseur Marc Brummund [ siehe @ https://de.wikipedia.org/wiki/Marc_Brummund ] :

Wir hatten vor der Vorstellung Gelegenheit zu einem kurzen Gespräch mit dem Regisseur Marc Brummund, der zur Premiere seinen Geburtsort Diepholz besuchte. Im Herbst 2009 habe er der Produzentin Stefanie Groß beim SWR eine Dokumentation zum Thema vorgeschlagen. Schließlich habe er sich aber für das Genre Jugend-Drama entschieden und die Dreharbeiten dauerten dann von August 2012 bis September 2013. Der Film wurde als Koproduktion von SWR, WDR, SR, NDR und ARTE von der „Zum Goldenen Lamm Filmproduktion[ siehe @ http://www.zum-goldenen-lamm.com/de/projekte/38-freistatt ]“ gedreht mit den Schauspieler/innen Louis Hofmann [ siehe @ https://de.wikipedia.org/wiki/Louis_Hofmann ], Alexander Held [ siehe @ https://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_Held ], Max Riemelt [ siehe @ https://de.wikipedia.org/wiki/Max_Riemelt ], Katharina Lorenz [ siehe @ https://de.wikipedia.org/wiki/Katharina_Lorenz ], Stephan Grossmann [ siehe @ https://de.wikipedia.org/wiki/Stephan_Grossmann ], Uwe Bohm [ siehe @ https://de.wikipedia.org/wiki/Uwe_Bohm ] u.a., in den Nebenrollen waren etwa zur Hälfte Jungen aus der Region beteiligt.

Bei „Bethel im Norden“ und der Wohnungslosenhilfe Freistatt habe er sehr aufgeschlossene Ansprechpartner gefunden, die seine Arbeit sehr gut unterstützt hätten, besonders mit der Einsicht in die umfassend erhalten gebliebenen Akten der ehemaligen Fürsorge-Einrichtungen – die dagegen bei vielen anderen vergleichbaren Heimen längst entsorgt worden sind.

Interessant sei für ihn auch der Aspekt gewesen, dass in relativer Nähe zu den Orten seiner eigenen recht sorgenfreien Jugendzeit rund um Diepholz solch ein erschreckender Ort bis in die 70er Jahre angesiedelt war.

Im Anschluss an die Dreharbeiten und zur Aufarbeitung der Vorkommnisse in diesen ehemaligen Freistätter Einrichtungen – zeitweilig wurden hier 6 Fürsorgeheime betrieben – bietet die Wohnungslosenhilfe Freistatt eine Besuchsmöglichkeit im Drehort „Haus Moorhort“ an, wie von uns bereits berichtet [ siehe @ http://www.wohnungslos.info/ ] wurde.

Filmgespräch zum Abschluß des Films:

Nach der Vorstellung gaben Marc Brummund und Jürgen Pohl, ergänzt um Wolfgang Rosenkötter als ehemaligen Zögling im Haus Moorhort und Rüdiger Scholz, den Bereichsleiter der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe von „Bethel im Norden“, dem Publikums noch Zeit für Fragen zum Film. Gut 1/2 Stunde lang dauerte dann noch der Dialog um das bewegende Thema des Films, den ich euch einmal in Stichworten als Anhang hinzufüge.

Abschließend noch ein Hinweis auf das Bundesnetzwerk Ombudschaft in der Kinder- und Jugendhilfe [ siehe @ http://www.ombudschaft-jugendhilfe.de/ombudstellen-nach-bundeslaendern/ueber-uns/ ], das sich heute mit Problemen von Kindern und Jugendlichen im Bereich Heimerziehung befasst. Es unterstützt Kinder, Jugendliche und Familien ombudschaftlich im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe (SGB VIII), insbesondere im Bereich der Hilfen zur Erziehung.

Zuletzt konnten wir Marc Brummund noch zu seinem gelungenen Film gratulieren und viele Zuschauer wünschen, bevor wir nach diesem nachdenklich stimmenden Abend zurück nach Freistatt fuhren.

Text: Jens

Bilder: André, Markus

––––––––––––––––––––––––––––––––

... die Publikumsdiskussion [ Protokoll im Telegrammstil ] :

* Jürgen Pohl (Disponent des Filmverleihs):
- Einleitung mit Vorstellung der Vierer-Runde am roten Vorhang

* Wolfgang Rosenkötter (ehemaliger Zögling im „Haus Moorhort“):
- 1961 war ich 15 Monate in Moorhort
- 2006 besuchte ich die Lesung zum Buch "Schläge im Namen des Herrn"
- habe dann Marc Brummund bei verschiedenen Hamburg-Besuchen kennengelernt
- ... bis dann der Film entstand

* Rüdiger Scholz
(Bereichsleiter der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe vonBethel im Norden):
- Der Film ist nah an der Realität in Freistatt und anderen Eirichtungen
- W. Rosenkötter ist heute mit einer Kollegin als Vertrauensperson tätig,
auch für Freistatt

* Wolfgang Rosenkötter:
- Mit dem Wissen, was damals geschehen ist ...
- So etwas darf nie wieder geschehen!
- Keine Zwangsarbeit mehr!
- Trotz heute zu beobachtender Tendenzen zu härterem Vorgehen in Erziehungsfragen

* Ein Herr Erik Lange, Vater eines Komparsen:
- Laut Kritik der FAZ solle der Kontext zur Zeitgeschichte fehlen
- Und schlimmere Vorgänge sollen auch fehlen

* Marc Brummund (Regisseur und Mitautor des Drehbuchs):
- Ich habe sehr emotionale Treffen mit ehemaligen Zöglingen erlebt
- Dabei habe ich immer wieder "genau so ist es passiert" gehört
- Teils gab es wohl noch schlimmere Vorgänge
- weiß nicht, ob ich das im Film so erzählt hätte
- z.B. ist die Scheinbeerdigung als Vorgang in einer Dortmunder Einrichtung belegt
- Die Erzählung hier ist aber fiktionalisiert zu einen beispielhaften Film!

* Ein Herr aus dem Publikum:
- Ich komme aus dem Ruhrgebiet
- Der Film hat mich emotional sehr berührt
- Warum nur ging das so lange?
- Wie kann man das mit Menschen machen?
- Ein verstörender Inhalt, wenn man gewöhnt ist,
ins Kino eher zur Unterhaltung zu gehen

* Wolfgang Rosenkötter:
- Ein lange verdrängtes Thema
- Unfassbare Geschehnisse - Warum nur?
- Tendenz in den 50er und 60er Jahren, Züchtigung als Konzept
der Härte bei der Erziehung
- Mit Schlägen bessere Menschen machen? - in der Meinung, das Richtige zu tun ...
- Kinder haben keine Lobby

* Marc Brummund:
- Die 68er Bewegung ist sehr spät wirklich in der Gesellschaft angekommen
- Änderungen kamen erst langsam mit der Regierungsbeteiligung der SPD ab 1966
- Alte Heimleiter blieben auch noch lange in ihrer Position
- Ein langsamer Prozeß!

* Wolfgang Rosenkötter:
- Heute gibt es ganz andere Ansätze (bei der Heimerziehung)

* Rüdiger Scholz:
- 25 Jahre SGB und Jugendhilfe [ siehe @ https://www.agj.de/programm.386.0.html ]
- Aus dem früheren Fürsorge-Gesetz wurde ein Leistungs-Gesetz
- Das Jugendamt konnte früher auch sehr leicht Eltern entmündigen
- Das Buch" Endstation_Freistatt" [ siehe @ http://www.bethel.de/service/bethel-verlag/wie-lebendig-begraben.html ]
als Beitrag zur Aufarbeitung

* Herr aus dem Publikum:
- Es wurden wohl eher die Opfer dargestellt?!

* Marc Brummund:
- Wir haben auch die Situation der "Brüder" verdeutlicht, die ja
eigentlich oft keine ausgebildeten Erzieher waren!

* Herr aus dem Publikum:
- Diese Hilfslosigkeit und das Scheitern der Verantwortlichen
- unjd zuletzt nur eine schleichende Besserung

* Herr aus dem Publikum:
- Was ist eigentlich aus dem Hausleiter Brockmann geworden?

* Wolfgang Rosenkötter:
- Deren Schicksale (Hausleiter bzw. Hausvater) sind eher unbekannt
- Sie wurden wohl normal pensioniert
- Es gab aber auch Diakone (Brüder), die sich später entschuldigt haben
- Viele verteidigten sich aber mit: "Wir haben doch das Richtige getan!"
- Ob heute in Heimen alles gut läuft?

* Marc Brummund:
- Es besteht immer bei abgeschlossenen Systemen eine Gefahr für solche Strukturen

* Wolfgang Rosenkötter:
- Und bei all der Diskussionen um Entschädigungsfragen:
Behinderte sind bis heute nicht entschädigt worden
- Manche autoritäre Tendenzen heute sind auch problematisch zu sehen
- Immerhin gibt es heute Ombudsmänner & Vereine, die sich mit dem Thema beschäftigen

* Erzieherin aus dem Publikum an W.R.:
- Der Film hat mich sehr berührt
- Ich möchte hier meinen Respekt für Ihre Lebensleistung ausdrücken!
---- spontaner Publikums-Applaus! ----
- War denn keine Hilfe aus der Bevölkerung möglich?

* Wolfgang Rosenkötter:
- bin damals auch geflüchtet, aber die Umgebung war tabu!
- Bauern waren aufgerufen, Flüchtlinge einzufangen
(... das sind ja die "Bösen Jungs"!)
- Es gab wohl auch Kopfgelder für wieder Eingefangene
- Jeder Fluchtversuch wurde ja auch mit Sirenen angezeigt
... "Da ist wieder einer unterwegs!"

* Marc Brummund:
- Bevölkerung als Nutzniesser: Jungen wurden auch als Helfer ausgeliehen an Landwirte

* Wolfgang Rosenkötter:
- Macht haben - und nicht mißbrauchen

* Junger Mann aus dem Publikum:
- Mit dem Luftgewehr auf Hühner schießen, ein früherer Jungenstreich ...
- Pass auf, dass Du nicht nach Freistatt kommst!

* Herr aus dem Publikum:
- Abschliessender Hinweis auf W. Rosenkötter als Ombudsmann und Ansprechpartner
- Diakonie Freistatt bzw. „Bethel im Norden“ sei da vorbildlich!
- Ombudsstelle: Bundesnetzwerk Ombudschaft [ siehe @ http://www.ombudschaft-jugendhilfe.de/ombudstellen-nach-bundeslaendern/ueber-uns/ ]

* Jürgen Pohl:
- Danksagung an Besucher und das Central Kino
- Der Film läuft noch weiter, bitte weiterempfehlen!
- Der Saal muss jetzt leider geräumt werden
- Im Foyer sind aber noch abschließende private Fragen möglich

(Veröffentlicht am 29. Juni 2015)
.
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
evangelisch-lutherische Fürsorgehölle ANSTALT FREISTATT

.
evangelisch-lutherische Fürsorgehölle ANSTALT FREISTATT.

DIAKONIE - Fürsorgehölle ANSTALT FREISTATT im Wietingsmoor.

DIAKONIE FREISTATT“, „FREISTATT“, Landkreis Diepholz, BRD

DIAKONIE FREISTATT“, „FREISTATT“, Gemeinde Kirchdorf, BRD

( 14.09.2009 ) „Annette Seidel, Geschäftsführerin von Bethel im Norden“

( 12.01.2012 ) „Wohnungslosenhilfe in der Diakonie Freistatt

( 21.02.2013 ) „Frank Kruse, Bereichsleiter Wohnungslosenhilfe/Bethel im Norden, jetzt dem Ausschuss für Jugend und Soziales der Samtgemeinde Kirchdorf“ ( frank.kruse@bethel.de )

( 11.12.2013 ) „Frank Kruse, Leiter der Obdachlosen-Hilfe in Freistatt“ ( frank.kruse@bethel.de )

( 12.05.2015 ) „Frank Kruse (Kirchenvorstand)“ ( frank.kruse@bethel.de )

( 12.05.2015 ) „Luise Turowski und Pastor Christian Sundermann (Geschäftsführung Bethel im Norden)“ ( luise.turowski@bethel.de und christian.sundermann@bethel.de )

Der Betreiber und Administrator der evangelisch-lutherischen „FREISTATT-Webseite ( Domain ID:pSIU-11345188 („Organisation Bethel“ = Haus Gottes) @ http://www.wohnungslos.info ), die anscheinend schon seit dem 20.10.2011 nirgens vom Ausland aus zugänglich ist, gehört zu „BETHEL IM NORDEN“ (Niedersachsen), ein Teilbereich der „VON BODELSCHWINGSCHEN ANSTALTEN BETHEL“ (Bielefeld, Nordrhein-Westfalen), Bundesrepublik Deutschland.

Die evangelisch-lutherische „FREISTATT-Webseite ( Domain ID:pSIU-11345188 („Organisation Bethel“ = Haus Gottes) @ http://www.wohnungslos.info ), die erstmalig am 20. Oktober 2011 erstellt wurde, wird betrieben von dem STELLVERTRETENDEN FREISTÄTTER BÜRGERMEISTER FRANK KRUSE ( frank.kruse@bethel.de ); sein aktuell Vorgesetzter ist der FREISTÄTTER BÜRGERMEISTER GERO ENDERS ( gero.enders@bethel.de und geroenders@googlemail.com ).

Ansprechpartner FREI-PRO
Frank Kruse
Leitung
v.-Lepel-Straße 27
27259 Freistatt
Telefon: 05448 / 88341
frank.kruse@bethel.de

Ansprechpartner Qualifizierung, Beschäftigung, Ausbildung
Frank Kruse
Wichernstraße 6b
27259 Freistatt
Telefon: 05448 / 8 – 8341
Telefax: 05448 / 8 – 8226
frank.kruse@bethel.de

EFWE - Evangelischer Fachverband Wohnung und Existenzsicherung e.V.
Mitglied: Herr Frank Kruse
Tel.: 05448-88341
Fax: 05448-88599
v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel
Diakonie Freistatt
v.-Lepel-Straße 27
frank.kruse@bethel.de

Und alle, die ich kürzlich bezüglich der Nichtzugänglichkeit im Ausland der FREISTATT-Webseite ( Domain ID:pSIU-11345188 („Organisation Bethel“ = Haus Gottes) @ http://www.wohnungslos.info ), in „FREISTATT“ / „DIAKONIE FREISTATT“ / „BETHEL IM NORDEN“, in „KIRCHDORF“, in den „VON BODELSCHWINGHSCHEN STIFTUNGEN BETHEL“ angeschrieben habe – sofort nachdem ich diese Webseite und ihre Nichtzugänglichkeit im Ausland erstmalig entdeckt hatte – insgesamt 15 verschiedene Personen! – einschließlich den Betreiber und Administrator der Webseite Herrn Frank Kruse selbst – um nachzufragen warum dem so ist, anworten einfach nicht!! ----- was mir bestätigt, dass diese Nichtzugänglichkeit im Ausland dieser Webseite nicht nur genau beabsichtigt ist, aber auch untereinander abgesprochen wurde.

QUELLEN:
http://http://www.kreiszeitung.de/lokales/diepholz/ist-richtig-toll-geworden-466665.html
http://www.kreiszeitung.de/lokales/diepholz/ist-richtig-toll-geworden-466665.html


http://www.kreiszeitung.de/lokales/diepholz/bilder-kopf-wegweiser-zurueck-leben-1559302.html

http://www.kreiszeitung.de/lokales/diepholz/kannste-hingehen-2761310.html

http://www.kreiszeitung.de/lokales/diepholz/kirchdorf-ort120456/jesus-christus-lebenslang-mein-freund-einfuehrung-pastor-herzer-5002330.html

http://www.aachener-zeitung.de/news/aus-aller-welt/von-der-strasse-in-die-eigene-wohnung-der-lange-weg-zurueck-1.716493

http://www.bethel-im-norden.de/unsere-angebote/betriebe/frei-pro/ansprechpartner.html

http://www.bethel-im-norden.de/unsere-angebote/sonstiges/qba/ansprechpartner.html

http://whois.gwebtools.de/wohnungslos.info

http://www.aachener-zeitung.de/news/aus-aller-welt/von-der-strasse-in-die-eigene-wohnung-der-lange-weg-zurueck-1.716493

http://www.efwe-niedersachsen.de/vorstand.html
.
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
evangelisch-lutherische Fürsorgehölle ANSTALT FREISTATT

.
evangelisch-lutherische Fürsorgehölle ANSTALT FREISTATT.

DIAKONIE - Fürsorgehölle ANSTALT FREISTATT im Wietingsmoor.

DIAKONIE FREISTATT“, „FREISTATT“, Landkreis Diepholz, BRD

DIAKONIE FREISTATT“, „FREISTATT“, Gemeinde Kirchdorf, BRD

Am frühen Nachmittag (MEZ/CET) am Freitag, 7. August 2015, erhielt ich dann auf einmal, ganz unerwartet, folgende Nachricht per Email von einem Jens R….mann von derRedaktion Freistätter Online Zeitungdirekt aus der Bethel-eigenenAnstaltsgemeinde“ „FREISTATT“ ( Absender: redaktion@wohnungslos.info / jr----mann@gmail.com ), in folgendem Wortlaut:

.
Hallo Herr Mitchell,

Danke für Ihre Rückmeldung zu unserer Webseite.

http://www.wohnungslos.info

Wir haben in den letzten Tagen die Zugriffsbeschränkungen überarbeitet.

Die Webseite sollte jetzt in Europa, Amerika, Australien + Neuseeland sichtbar sein.

Mit freundlichen Grüßen

Jens R….mann

Redaktion Freistätter Online Zeitung

redaktion@wohnungslos.info
.
Somit sollten jetzt auch die folgenden beiden Reportágen (1.) @ http://www.wohnungslos.info/90-freistatt-vor-ort/lokal/525-gedaechtnisstaette-moorhort-feierlich-eroeffnet
und (2.) @ http://www.wohnungslos.info/90-freistatt-vor-ort/lokal/596-freistatt-filmpremiere-in-diepholz von überall in der Welt aus zugänglich sein.

Auf meinem Komputer in Australien sind sie dies aber leider immer noch nicht und die Basis-URL http://www.wohnungslos.info von hier aus ebenso wenig.

Die Frage ist natürlich jetzt auch: Ist die FREISTATT-Webseite http://www.wohnungslos.info wirklich aufrufbar in Amerika und Neuseeland?
.
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
evangelisch-lutherische Fürsorgehölle ANSTALT FREISTATT

.
evangelisch-lutherische Fürsorgehölle ANSTALT FREISTATT.

DIAKONIE - Fürsorgehölle ANSTALT FREISTATT im Wietingsmoor.

DIAKONIE FREISTATT“, „FREISTATT“, Landkreis Diepholz, BRD

DIAKONIE FREISTATT“, „FREISTATT“, Gemeinde Kirchdorf, BRD

Meinerseits adressiert am Sonntag, 9. August 2015 an jr----mann@gmail.com und an redaktion@wohnungslos.info und an webmaster@wohnungslos.info

.
An den:
Webmaster der Freistätter Online Zeitung @ http://www.wohnungslos.info/ (ins Leben gerufen am 20.11.2011)

An das:
Redaktionsteam / Administrationsteam der Freistätter Online Zeitung @ http://www.wohnungslos.info/ unter Frank Kruse.

Sehr geehrter Herr Jens R….mann,

danke für Ihre Mühe in der Ihrerseitigen „Überarbeitung der Zugriffsbeschränkungen“ auf die Freistätter Online Zeitung @ http://www.wohnungslos.info/ . Was das genau bedeutet, weiß ich als Komputer-Laie natürlich nicht.

Leider muß ich Ihnen aber jetzt mitteilen, dass ich hier in Australien (Adelaide, Süd Australien) auf meinem Komputer mit der IP 120.19.250.130, die Freistätter Online Zeitung @ http://www.wohnungslos.info/ auch weiterhin nicht aufrufen kann. In Schweden hingegen kann die Webseite jetzt aufgerufen werden. Wie es sich mit der „Zugänglichkeit“ auf die Webseite von Amerika und Neuseeland aus verhält, weiß ich nicht.

Warum ist es überhaupt notwendig „Zugriffbeschränkungen“ auf die Freistätter Online Zeitung @ http://www.wohnungslos.info/ zu tätigen?

Ich kann mir gut vorstellen, dass auch viele Betroffene / Ehemalige Heimkinder / ex-Freistätter (die damals, genauso wie ich, ins Ausland geflohen sind) in vielen anderen Ländern der Welt angesiedelt sind, die seither, z.B., auch in Kanada, in Alaska, in Mexiko, in Brasilien, in Argentinien und in Süd Afrika und auch noch in einigen anderen Ländern auf dem afrikanischen Kontinent, sowohl wie auch in Thailand und auch in den Philippinen ihre Familien gegründet haben, und die gerne Zugang zu dieser Webseite hätten. Warum sollten nicht auch all diejenigen Zugang zu der Freistätter Online Zeitung @ http://www.wohnungslos.info/ haben?

Ich hoffe, dass Sie die „Zugänglichkeit“ für mich hier in Australien und für alle Betroffenen, wo auch immer in der Welt, auf die Freistätter Online Zeitung @ http://www.wohnungslos.info/ alsbald möglich machen können und möglich machen werden.

Mit freundlichen Grüßen

Martin MITCHELL
(Jg. 1946; Ehemaliges Heimkind; Ex-Freistätter der frühen 1960er Jahre)
.
.
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
evangelisch-lutherische Fürsorgehölle ANSTALT FREISTATT

.
evangelisch-lutherische Fürsorgehölle ANSTALT FREISTATT.

DIAKONIE - Fürsorgehölle ANSTALT FREISTATT im Wietingsmoor.

DIAKONIE FREISTATT“, „FREISTATT“, Landkreis Diepholz, BRD

DIAKONIE FREISTATT“, „FREISTATT“, Gemeinde Kirchdorf, BRD

Meinerseits adressiert am Dienstag, 11. August 2015 an jr----mann@gmail.com und an redaktion@wohnungslos.info und an webmaster@wohnungslos.info

Zugang zur FREISTATT-Webseite vom Ausland aus weiterhin nicht möglich!

Sehr geehrter Herr Jens R….mann,

Diesbezügliche Netzfund-Statements und Rat aus dem Internet:

„Nichts ist schlimmer und überflüssiger, als eine Webseite, die für potentielle Internetnutzer ( Besucher ) nicht verfügbar oder nicht lesbar ist.“

„Viele deutsche Webseiten blockieren den Zugang für Besucher außerhalb von Deutschland.“

„Beachten Sie, dass eine persönliche Webseite ohne die Option "Sprachen-Fallback" nur für deutsche Benutzer sichtbar wäre!

„Die Option "Sprachen-Fallback" muss aktiviert sein.“

Vielleicht helfen ALL DIE HIESIGEN ANWEISUNGEN @ https://docs.contao.org/books/manual/2.11/de/03-Managing-pages.html das Problem zu beheben. ----- Als Komputer-Laie weiß ICH SELBST natürlich nichts damit anzufangen.

Auch folgende Erklärungen @ https://www.webhostone.de/faq-webpakete/kann-ich-den-zugang-zu-meiner-seite-fuer-bestimmte-andere-computer-sperren.html oder @ http://joachimnadolny.de/webseitenzugriff-mit-htaccess-verweigern/ könnten möglicherweise hilfreich sein. ----- Als Komputer-Laie weiß ICH SELBST natürlich auch damit nichts anzufangen.

Ich hoffe den Verantwortlichen für die „Nichtzugänglichkeit“ auf bestimmten Kontinenten / in bestimmten Ländern der Welt / in Bezug auf bestimmte Betroffene der Freistätter Online Zeitung @ http://www.wohnungslos.info/ hiermit gedient zu haben und dass sie aufgrund dessen weitere Anstrengungen machen werden das Problem zu beheben.

Mit freundlichen Grüßen

Martin MITCHELL
(Jg. 1946; Ehemaliges Heimkind; Ex-Freistätter der frühen 1960er Jahre)
.
.
 

roterhusar

VIP Nutzer/in
Mitglied seit
4 Jul 2006
Beiträge
3.339
Gefällt mir
35
http://jungle-world.com/artikel/2015/28/52275.html

Der Alptraum geht weiter.

In den Heimen der Friesenhof GmbH in Dithmarschen "eingesperrte" Mädchen berichten von erniedrigenden Erziehungsmethoden schreibt der GEGENWIND Nr.323 Wir schreiben August 2015

Wir machen uns große Sorgen, so Thorsten Schmidt, Abgeordneter der Piratenpartei bezüglich der Sozialämter und -ministerien.

Auflagen in 10 Punkten wurden zwei Hamburger Abgeordneten der Linkspartei "zugespielt", in denen "an offensichtlich bis dahin gängiger Praxis willkürlicher, entwürdigender Maßnahmen untersagt wurde":

u.a. nackt ausziehen
persönliche Dinge weggenommen
System der Bespitzelung
Kontaktaufnahme zu Vormund
Post zu öffnen, lesen, zurückhalten
Fluchtwege versperrt
Fenstergriffe abmontiert
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
evangelisch-lutherische Fürsorgehölle ANSTALT FREISTATT

.
Weiterführend zum vorletzten Beitrag hier in diesem Thread.

evangelisch-lutherische Fürsorgehölle ANSTALT FREISTATT.

DIAKONIE - Fürsorgehölle ANSTALT FREISTATT im Wietingsmoor.

DIAKONIE FREISTATT“, „FREISTATT“, Landkreis Diepholz, BRD

DIAKONIE FREISTATT“, „FREISTATT“, Gemeinde Kirchdorf, BRD

Ex-Freistättern der späten 1940er, 1950er, 1960er, 1970er und 1980er Jahre, Opfern der damaligen in FREISTATT angewandten „Heimerziehung“, heute ansässig im Ausland – besonders denjenigen ex-Freistättern von ihnen, die heute in Australien leben – wird der Zugang zu der Domain PSIU-11345188 :Freistätter Online Zeitung@ http://www.wohnungslos.info/ von den Betreibern BETHEL und DIAKONIE verwehrt, und dies ununterbrochen, und auch weiterhin, seit der Eröffnung der Webseite am 20.10.2011.
Domaininhaber und Administrator dieser FREISTATT-Webseite : Freistätter Online Zeitung@ http://www.wohnungslos.info/und der Verantwortungsträger dieser Handhabe war, ist, und bleibt der stellvertretende (im Auftrag von BETHEL und DIAKONIE handelnde) STELLVERTRETENDE BÜRGERMEISTER VON FREISTATT, FRANK KRUSE ( Kontakt: frank.kruse@bethel.de ).

Zuständige und Mitverantwortliche für diese FREISTATT-Webseite : Freistätter Online Zeitung – gemäß dem dortigen Impressum @ http://www.wohnungslos.info/impressum (das mir privat von einem ex-Freistätter Leidgenossen aus Deutschland zugesandt wurde) – sind, URSEL KAMMACHER, Sekretariat ( Kontakt: bethel-im-norden@bethel.de ); STIFTUNG BETHEL ( Kontakt: presse@bethel.de ).

Soweit bekannt, war die FREISTATT-Webseite : Freistätter Online Zeitung@ http://www.wohnungslos.info/vom 20.10.2011 bis 07.08.2015, u.a., auch von Schweden aus, von Polen aus, und von ganz Amerika aus, nicht zugänglich; aber das wurde anscheinend am 07.08.2015 behoben ----- nur für Australien nicht.

Das vollständige Impressum für diese weiterhin für Australien gesperrte FREISTATT-Webseite : Freistätter Online Zeitung“ @ http://www.wohnungslos.info/ , liest wie folgt:

.
Rechtlicher Hinweis nach § 5 Telemediengesetz (TMG) und § 55 Staatsvertrag über Rundfunk und Telemedien (RStV)

Kontakt

Stiftung Bethel

Bereich Bethel im Norden
Bleekstraße 20
30559 Hannover

Für die Region Hannover:

Ursula Giese, Sekretariat

Telefon: 0511/5109-111

Telefax: 0511/5109-126

Für die Region Diepholz / Bremen:

Ursel Kammacher, Sekretariat

Telefon: 05448/88-250

Impressum

Stiftung Bethel
Königsweg 1
33617 Bielefeld

Telefon: +49 521 144-3512
E-Mail:presse@bethel.de

Die Stiftung Bethel ist beim Amtsgericht Bielefeld unter HRA Nr. 10337 eingetragen. Umsatzsteuer ID-Nummer: DE 126950211.

Die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel sind ein Verbund kirchlicher Stiftungen privaten Rechts, bestehend aus den Stiftungen Stiftung Bethel, Stiftung Sarepta, Stiftung Nazareth und Hoffnungstaler Stiftung Lobetal. Sie werden im Stiftungsverzeichnis der Evangelischen Kirche von Westfalen geführt und durch einen personengleichen Vorstand vertreten.

Vertretungsberechtigte Personen (Vorstand):
Pastor Ulrich Pohl (Vorstandsvorsitzender), Pastor Bernward Wolf (stellvertretender Vorstandsvorsitzender), Dr. Rainer Norden, Thomas Oelkers, Dr. Günther Wienberg.

Zuständige Aufsichtsbehörde:
Landeskirchenamt Ev. Kirche von Westfalen

Zu dem Bereich Bethel im Norden gehören (Stand Juni 2012):

der Stiftungsbereich Diakonie Freistatt der Stiftung Bethel, die Birkenhof gemeinnützige GmbH, die Birkenhof Altenhilfe gGmbH, die Birkenhof Bildungszentrum gGmbH, die Birkenhof Evangelische Altenhilfe gGmbH, die Birkenhof ambulante Pflegedienste gGmbH, die Birkenhof Jugendhilfe gGmbH, die Bethel-Bremen gemeinnützige GmbH, die Therapiezentrum Niedersachsen-Bremen gGmbH, die Birkenhof Wischhafen gemeinnützige GmbH.

Geschäftsführung des Bereiches Bethel im Norden:

Luise Turowski, Stefanie Schwinge-Fahlberg, Pastor Christian Sundermann

Inhaltlich Verantwortlicher (V.i.S.d.P.): Luise Turowski, Bleekstraße 20, 30559 Hannover.
.
In Bezug auf die im unmittelbar vorhergehenden Beitrag von Boardnutzer »roterhusar« verwiesenen heutigen Erziehungsmethoden“ in den "Friesenhof GmbH Heimen" heist es in einem Artikel vom 10.08.2015 in der shz.deSchleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag @ http://www.shz.de/schleswig-holstein/politik/friesenhof-ausschuss-zeitverschwendung-oder-alheits-ende-id10422311.html
Die Heime wurden geschlossen, nachdem Berichte über diese fragwürdigen Erziehungsmethoden aufgekommen waren.

Obwohl man immer wieder hört, dass auch anderswo in Deutschland dieser Heimerziehungsalptraum weiter fortgesetzt wird.
.
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
KINOFILM ausschließlich über ev. Erziehungsanstalt FREISTATT

.
Bericht aus Hoya, Landkreis Nienburg/Weser, Niedersachsen.
( Siehe IMPRESSUM @ http://www.kreiszeitung.de/ueber-uns/impressum/ )
MKkreiszeitung.de ( 07.08.2015 ) @ http://www.kreiszeitung.de/lokales/nienburg/grafschaft-hoya-ort120424/ehemaliges-freistatt-heimkind-berichtet-kinobesuchern-erschreckendes-5328129.html?cmp=defrss

.
Ehemaliges Freistatt-Heimkind berichtet Kino-Besuchern in Hoya Erschreckendes

Misshandelt, aber „niemand hat uns geglaubt“

07.08.2015

[ an dieser Stellle ein BILD mit Beschriftung: „Trauma-Therapeut Klaus Römer (links) und Kino-Chefin Beate Möller-Dumschat im Gespräch mit Wolfgang Rosenkötter, der in den 60ern in Freistatt misshandelt wurde.“ ]

Hoya - Von Horst Friedrichs. „Niemand hat uns geglaubt“, beschreibt Wolfgang Rosenkötter das Unfassbare. „Wir wurden in Freistatt brutal geschlagen und misshandelt. Ich floh nach Hause, zeigte meinen von blutigen Striemen und blauen Flecken übersäten Oberkörper. Und mein Vater sagte nur: ,Das kann nicht sein. Christliche Erzieher in Kinder- und Jugendheimen tun so etwas nicht.‘ Dann schickte er mich zurück nach Freistatt.“ Rosenkötter war jetzt im Filmhof Hoya zu Gast, wo die in kurzer Zeit nach ihrer Premiere schon mehrfach ausgezeichnete
LEINWAND-TRAGÖDIE [ "FREISTATT" ] gezeigt wurde.

Nach der VORFÜHRUNG rückten die Zuschauer im nahezu voll besetzten Haus nach vorn, um den Mann zu befragen, dessen wahrhaft blutige Erfahrungen in der Bethel-Zweigstelle [FREISTATT] bei Sulingen durch den Hauptdarsteller des KINO-HITS nachgezeichnet werden.

Die vielen Fragen, die Wolfgang Rosenkötter gestellt wurden, hatten eins gemeinsam: die Fassungslosigkeit über das, was ihm als Teenager Anfang der tristen 60er-Jahre in der noch tristeren Umgebung des Wietingsmoors bei Sulingen geschehen ist. Von teuflischen Schikanen über Stockhiebe und Faustschläge bis hin zum Lebendig-begraben-werden reichten die Gräueltaten, die von Diakonen mit „Erziehungsauftrag“ an ihren jugendlichen Opfern verübt wurden.

„Diese Diakone hatten in Bethel keine pädagogische Ausbildung erhalten“, erklärte Rosenkötter. „Meist waren sie Handwerker.“ Im
FILM wie in der Realität aber titulierten sie sich gegenseitig mit „Bruder“ und führten ein unmenschliches Regiment in Schlafräumen und Speisesälen.

Vor Beginn der "FREISTATT"-VORFÜHRUNG im Filmhof begrüßten Trauma-Therapeut Klaus Römer und Wolfgang Rosenkötter die Zuschauer. Im Anschluss, nach einem ausführlichen Abspann mit Originalbildern aus Freistatt, schilderte Rosenkötter seinen Lebensweg – mit dem schicksalhaften Zwangsaufenthalt in dem Heim am Moor. Das sei Anfang der 60er-Jahre gewesen, und nie habe er darüber sprechen können. Erst 2005 habe sich dies geändert – durch das Buch Schläge im Namen des Herrn des „Spiegel“-Autors Peter Wensierski. Es ist ein Tatsachenbericht über die Geschehnisse in Freistatt.

Das Buch, sagte Rosenkötter, sei für ihn Ermutigung gewesen, endlich sein eigenes Schweigen zu brechen. Er habe Kontakte aufgenommen und sei 2006 von der Diakonie Freistatt eingeladen worden, wo er heute als Obmann für die Jugendlichen arbeite. Regisseur Marc Brummund habe den FILM "FREISTATT" nach seinen, Rosenkötters, Erlebnissen entwickelt.

„Ich stehe heute hier vor Ihnen“, sagte der einstige Freistatt-Zögling, „weil es wichtig ist, dass so etwas, wie ich es erlebt habe, nie wieder passiert.“ Damals, in den 50er- und 60er-Jahren, seien Kinder wegen Nichtigkeiten ins Heim gekommen. Schuleschwänzen hatte in Wolfgang Rosenkötters Fall genügt, um in das Horror-Heim bei Sulingen gesteckt zu werden. Auch das häufige Weglaufen aus einem Heim sei Grund genug für die „Wiedereinlieferung“ gewesen.

Viele Fragen brannten den Zuschauern nach dem aufwühlenden
FILM "FREISTATT" unter den Nägeln. Rosenkötter beantwortete sie alle, so auch jene nach der Geheimhaltung: „Bethel war und ist eine mächtige Organisation; da drang nichts nach außen.“ Strafrechtlich sei alles verjährt, und im Gegensatz zu anderen Ländern gebe es in Deutschland keine nennenswerte Wiedergutmachung. Wer einen berechtigten Anspruch anmelde, werde mit Beträgen von 500 bis 600 Euro abgespeist [ sic ]. Im Übrigen sei die Frist für entsprechende Anträge Ende 2014 abgelaufen.

Rosenkötter entließ seine Zuhörer mit dem freimütigen Bekenntnis, dass er erst heute in der Lage sei, ein richtiges Leben zu führen. Und: Geschlossene Heime wie das einstige Freistatt gebe es nicht mehr.
.
QUELLE: MKkreiszeitung.de ( 07.08.2015 ) @http://www.kreiszeitung.de/lokales/nienburg/grafschaft-hoya-ort120424/ehemaliges-freistatt-heimkind-berichtet-kinobesuchern-erschreckendes-5328129.html?cmp=defrss.
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
KINOFILM ausschließlich über ev. Erziehungsanstalt FREISTATT

.
Short English language summary of the German CINEMA-FILM "FREISTATT" by the film director Marc Brummund.

Full length MOVIE, set in the year 1968, about a still existing WEST-GERMAN EVANGELICAL-LUTHERAN INSTITUTION FOR TEENAGE BOYS – „FREISTATT“ – in Lower Saxony ( County of Diepholz ) – part of the "von Bodelschwinghschen Antalten, BETHEL" ( = "HOUSE OF GOD" ) ( founded in and existing since 1899 !! ) – situated in a peat bog, run and ruled throughout "with an iron fist" by ʻbrethren of the evangelical-lutheran faithʼ as a lucrative peat-harvesting-and-manufacturing-enterprise. A LITERAL CHILD WELFARE HELL-HOLE OF THE WORST KIND !!
This full length MOVIE "FREISTATT", named after the INSTITUTIONFREISTATT“, which literally translated means, of all things, "REFUGE", depicts the indescribable suffering of the boys undergoing this slave labour in this Christian institution more than two decades after the Fall of the Third Reich.


I myself, born in July 1946, was interned in this institution and subjected to this slave labour and abuse in this very peat bog in 1963.

The BETHEL-OWNED peat manufacturing plant in „FREISTATT“ did not cease production until 1995.
.
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
KINOFILM ausschließlich über ev. Erziehungsanstalt FREISTATT

.
KOMMENTAR EINES KINOBESUCHERS IN BEZUG AUF DEN KINOFILM "FREISTATT" @ http://www.kino.de/kinofilm/freistatt/144565 und @ http://www.masterworld.it/out/2769607/Freistatt-Film-2015-183-Trailer-183-Kritik.html

.
Winfried Köhler [ Beamter beim „Land Niedersachsen“; jetzt Rentner ]

( besuchte die Realschule Bruchhausen-Vilsen Aufbauschule 1966-68 )

Ich war Mitte der 70er "Hauspolizist" in FREISTATT. So wurde ich von den Jugendlichen vom „Haus Neuwerk“ genannt. Viele versuchten zu fliehen.
Nutzte nichts. Bei einer Flucht begann sofort eine Fahndung. Niemand hat sich Gedanken über die psychische Verfassung der Kids gemacht.
Ich habe in FREISTATT, in den Häusern „Neuwerk“, „Wietingshof“ und „Wegwende“ Kinder gefunden, die einfach verzweifelt waren. NIEMAND HATTE IHNEN GEHOLFEN !!! Ich auch nicht. Es war nicht meine Aufgabe. Niemals werde ich die Geschichten der "Zöglinge" vergessen.

KOMMENTAR vom 2. Juli 2015 21:56 [ @
http://www.kino.de/kinofilm/freistatt/144565 und @ http://www.masterworld.it/out/2769607/Freistatt-Film-2015-183-Trailer-183-Kritik.html ]
.
.
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
KINOFILM ausschließlich über ev. Erziehungsanstalt FREISTATT

.
KINOFILM "FREISTATT" von Filmregisseur Marc Brummund.
CINEMA-FILM "SANCTUARY" by film director Marc Brummund.
Distribution Network GmbH @ http://www.plutofilm.de/films/sanctuary/0009

.
A movie based on true stories, about the merciless fight of a boy to save the last bit of humanity and dignity in an oppressive system of society.

Synopsis

May 1968: Rolling Stones, bell-bottoms, mini-skirts, sexual revolution, protests against the Vietnam War… While Germany sets off for a new era of freedom, rebellious fourteen-year-old Wolfgang gets sent to Freistatt, a foster home for difficult children [ i.e., a supposed child welfare institution run like a slave labour camp by an arm of the fundamentalist Evangelical-Lutheran Church:Bethel”/“House of Godsituated in a peat bog in the County of Diepholz in Lower Saxony. – added by MM ]. There he shall be “educated” to become a decent boy. Wolfgang puts up a determined resistance against the brutal working conditions and the perfidious education methods of the wardens; he doesn’t allow them to get him down. But for how long can he manage to resist the system of violence and oppression without brutalising himself?

Credits

Director: Marc Brummund
Genre: Drama, Historical, Coming of Age, First Feature
Original Title: Freistatt
English Title: Sanctuary
Country of Production: Germany
Year of Production: 2015
Length: 104 min
Colour: colour
Shooting Format: HD
Screening Format: DCP (1:2.35, Dolby 5.1, 24fps, encrypted)
Original Language: German
Subtitles: English, French
Cast: Alexander Held, Stefan Grossmann, Max Riemelt, Louis Hofmann
Directed by: Marc Brummund
Written by: Marc Brummund, Nicole Armbruster
Director of Photography: Judith Kaufmann
Edited by: Hans Funck
Sound: Matthias Haeb
Music: Anne Nikitin
Produced by: Stefan Sporbert & Rüdiger Heinze
Co-Produced by: Stefanie Groß, Barbara Häbe, DR. Götz Schmedes, Christian Bauer
Production Company: Zum Goldenen Lamm Filmproduktion
Co-production Company: SWR, ARTE, WDR, SR
Supported by: the MFG Film Funding, FFA, Nordmedia, Film Fund Schleswig-Holstein, DFFF

Poster

[ along the same lines as the German film-poster "FREISTATT" but with the English film-title "SANCTUARY" emblossomed across it ]

More information online: http://www.plutofilm.de/films/sanctuary/0009


Contact

PLUTO FILM
Distribution Network GmbH
Bayreuther Str. 9a
D-10789 Berlin
phone: +49 30 8430 6166
mobile: +49 157 8227 4916
e-mail:
info@plutofilm.de
.
This GERMAN CINEMA-FILM "FREISTATT" / "SANCTUARY", has now also been nominated – as one of eight foreign language Cinema-Films – as the "German entry for the 88th Oscar® competition in the category for Best Foreign Language Film".
For this and other aspects about the FILM simply GOOGLE with http://www.google.co.uk, where upon you will also find this information and other additional information on the FILM not only in English, but also in French, Belgium, Dutch, Armenian, Italian, Spanish, Swedish, Norwegian, Danish, Russian and Chinese.
.
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
KINOFILM ausschließlich über ev. Erziehungsanstalt FREISTATT

.
Bericht aus Freistatt, Landkreis Diepholz, Niedersachsen.
( Siehe IMPRESSUM @
http://www.kreiszeitung.de/ueber-uns/impressum/ )
MKkreiszeitung.de ( 27.08.2015 ) @
http://www.kreiszeitung.de/lokales/diepholz/kirchdorf-ort120456/film-freistatt-vorauswahl-5405947.html


.
FILM "FREISTATT" in Vorauswahl

Erfolgreich, aber nicht bei den „Oscars“

[ Donnerstag ] 27.08.2015

Freistatt - Fast. Nur fast hätten die weltweit Milliarden TV-Gucker in der Oscar-Nacht Ende Februar 2016 den Ort Freistatt in Niedersachsen, Germany, kennen gelernt. Der gleichnamige Film von Marc Brummund, der im internationalen Markt "
SANCTUARY" heißt, über die Zeit der Fürsorgezöglinge in der Diakonie, hatte es auf die Liste der Filme geschafft, aus denen eine Jury den deutschen Vorschlag auswählt, der dann für die Oscar-Kategorie „Bester ausländischer Film“ vorgeschlagen wird.

Ins Rennen geschickt hat die deutsche Jury allerdings am Donnerstag den Film „Labyrinth der Lügen“ von Giulio Ricciarelli.

Außerdem nominiert waren „Elser - Er hätte die Welt verändert“ von Oliver Hirschbiegel, „Jack“ von Edward Berger, „Schmidts Katze“ von Marc Schlegel, „Honig im Kopf“ („Head full of Honey“) von Til Schweiger, „Victoria“ von Sebastian Schipper sowie „Wir sind jung. Wir sind stark.“ („We are young. We are strong.“) von Burhan Qurbani.

Weiterhin läuft "
FREISTATT" im Sulinger „Film-Palast“, heute [ Donnerstag ] und morgen [ Freitag ] um 19 Uhr sowie Sonntag bis Mittwoch um 20.15 Uhr.

.
QUELLE: MKkreiszeitung.de ( 07.08.2015 ) @ http://www.kreiszeitung.de/lokales/diepholz/kirchdorf-ort120456/film-freistatt-vorauswahl-5405947.html
.
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
Polizei schießt auf unbewaffnete flüchtende Heimkinder

.
Polizei schießt auf unbewaffnete flüchtende Heimkinder. - Wer kann dies aus eigener Erfahrung bestätigen? - Wer weiß von solchen Vorfällen?

Dies bezieht sich einzig und allein auf die Bundesrepublik Deutschland in den späten 1940er Jahren, den 1950er Jahren, den 1960er Jahren, den 1970er Jahren und den 1980er Jahren; aber vielleicht auch noch auf die 1990er Jahre. Jede(r) die / der HIER etwas DAZU schreibt wird gebeten sich HIER auf DIESES THEMA zu beschränken, denn HIERAUS soll eine diesbezügliche detaillierte DOKUMENTATION zu DIESEM THEMA werden.

1952 - Polizei schießt auf unbewaffnetes flüchtendes Heimkind

.
1952 in Niedersachsen. - Kreis Diepholz. Polizei schießt auf unbewaffnetes flüchtendes 14jähriges Heimkind, dass sie auf freiem Feld jagen, dass seinen Betreuern direkt bei der Einlieferung in FREISTATT weggelaufen ist. Das Heimkind ergibt sich daraufhin und bleibt stehen und ist wieder eingefangen. – Dieser Vorfall ist damals sogar offiziell in einer heute noch existierenden Freistatt-Akte festgehalten worden.
.
QUELLE: Der damalige „Heimzögling“, der mich erstmalig am 12.07.2015 diesbezüglich in Australien angeschrieben hat.

1963 - Polizei schießt auf unbewaffnetes flüchtendes Heimkind

.
1963 in Rheinland-Pfalz. - Auf einem Dorf just ausserhalb Pirmasens (in Sicht von Pirmasens in naher Entfernung). Polizist schießt auf unbewaffnetes 16jähriges flüchtendes Heimkind, dass er bei hohem Schnee auf freiem Feld jagt, dass ihm kurz vor einer in den nächsten Tagen geplanten Einlieferung in FREISTATT von seinem ländlichen Polizeiposten (bei der Einkerkerung in einer Zelle in seinem Keller) entflohen ist. Das Heimkind trotz der Schüsse rennt aber weiter davon, aber aufgrund der Schüsse jetzt wie ein Hase im Zickzack, und entkommt dem Polizisten. Das war ich, Martin MITCHELL, im Januar 1963.
.
QUELLE: Aus eigener Erfahrung.

Wer sonst noch hat damals selbst solche Dinge im WESTEN (d.h. in Berlin-West und in Westdeutschland!) erlebt / überlebt oder weiß von solchen Vorgängen, die anderen flüchtenden Heimkindern („Fürsorgezöglingen“ / „Freiwillige Erziehungshilfe Kandidaten“) in Zusammenhang mit ihrer „Heimeinweisung“ / „Heimerziehung“ in staatlichen oder kirchlichen „Erziehungsanstalten“ / „Arbeitserziehungsanstalten“ / „Heimen“ passiert sind?


Beschlagwortet mit LABELS/TAGS: Polizei schießt auf unbewaffnete flüchtende Heimkinder, Bundesrepublik Deutschland, Dokumentation, späten 1940er Jahren, 1950er Jahren, 1960er Jahren, 1970er Jahren , 1980er Jahren, 1990er Jahren, Niedersachsen, 1952, Polizei, Polizei schießt, Polizei schießt auf Heimkind, Polizei schießt auf unbewaffnetes flüchtendes Heimkind, flüchtendes Heimkind, unbewaffnetes flüchtendes Heimkind, fliehendes Heimkind, Heimkind, 14jähriges Heimkind, FREISTATT, Kreis Diepholz, Einlieferung in FREISTATT, Heim, Betreuern, Bewachern, weggelaufen, auf Heimkind geschossen, das Heimkind ergibt sich, Vorfall, Freistatt-Akte festgehalten, Heimzögling, Fürsorgezögling, Rheinland-Pfalz, 1963, Pirmasens, Dorf just ausserhalb Pirmasens, ländlichen Polizeiposten, entflohen, Einkerkerung in einer Zelle in seinem Keller, bei hohem Schnee auf freiem Feld jagt, 16jähriges flüchtendes Heimkind, 16jähriges Heimkind, Heimkind trotz der Schüsse rennt aber weiter davon, Martin MITCHELL im Januar 1963, Polizist schießt auf unbewaffnetes Heimkind, Polizist schießt auf unbewaffnetes flüchtendes Heimkind, um Heimkind einzufangen, einfangen, flüchtenden Heimkindern, Fürsorgezöglingen, Polizeiposten Zelle im Keller, einsperren, Freiwilligen Erziehungshilfe Kandidaten, Freiwilligen Erziehungshilfe, Erziehungshilfe, in Zusammenhang mit ihrer Heimeinweisung, Heimerziehung, Erziehungsheim, Erziehungsanstalt, Erziehungsanstalten, Arbeitserziehungsanstalt, Arbeitserziehungsanstalten, Heimen, Polizei schießt auf und tötet unbewaffnetes flüchtendes Heimkind, 17jähriges flüchtendes Heimkind, Zwangsanwendung, gezielten Schuß, ohne daß eine Notwehrsituation vorliegt, abgehauen, ausgerissen, geflüchtet, entflohen, auf Trebe gegangen, flüchtendes Heimkind von Polizei erschossen, Fürsorgezögling von Polizei erschossen, Zögling von Polizei erschossen

Polizei schießt auf unbewaffnete flüchtende Heimkinder. - Wer kann dies aus eigener Erfahrung bestätigen? - Wer weiß von solchen Vorfällen?

Dies bezieht sich einzig und allein auf die Bundesrepublik Deutschland in den späten 1940er Jahren, den 1950er Jahren, den 1960er Jahren, den 1970er Jahren und den 1980er Jahren; aber vielleicht auch noch auf die 1990er Jahre. Jede(r) die / der HIER etwas DAZU schreibt wird gebeten sich HIER auf DIESES THEMA zu beschränken, denn HIERAUS soll eine diesbezügliche detaillierte DOKUMENTATION zu DIESEM THEMA werden.
.
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
Polizei schießt auf unbewaffnete flüchtende Heimkinder

.
Bielefelder-„Bethel-Diakone“ und „Diakon-Schüler“ – die Bewacher und Einschließer und Sklaventreiber der jugendlichen Moor-Sklaven in FREISTATT – mußten damals von den dort internierten schwererziehbaren Fürsorgezöglingen / von den dort internierten jugendlichen Zwangsarbeitern in diesem Bethel-eigenen Torfgewinnungsunternehmen FREISTATT "Bruder" genannt und mit "Bruder" angeredet werden.

Der ex-Freistätter Werner-Felix Winning, der in den späten 1960er Jahren gezwungen wurde fast 2 Jahre in FREISTATT zu verbringen, unterrichtete mich diesbezüglich – bezüglich dem Gebrauch einer „Schußwaffe“ um auf „Heimzöglinge“ zu „schießen“ – am 31. August 2015, um 13:48 Uhr (MEZ/CET) wie folgt:

.
......... in einer Situation der Verzweifelung hatte ich BRUDER BRANDT (genannt "Bello") angeschrien:

" ... dann erschießt mich doch, -

Übung darin habt ihr doch ... "

Dafür, dass ich das Thema überhaupt angesprochen hatte, wurde ich von "Bello" auf übelste Weise verprügelt.

Felix Winnig, August 2015

.
Ich bringe dies jetzt mal hier unter, weil ich nicht weiß wo ich es sonst unterbringen könnte, damit es auch jeder sehen kann und lesen kann (vorausgesetzt natürlich, dass es andere Ehemalige Heimkinder oder auch die deutsche Gesellschaft generell überhaupt interessiert. – Mögen all diejenigen, die es nicht interessiert es doch bitte einfach ignorieren und kommentarlos wegklicken.).
.
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
Heimkinder-Demo in Hannover, Di. 8. Sep. 2015, 10-14 Uhr

.
Heimkinder-Demo in Hannover, Dienstag, 8. September 2015

.
Veröffentlicht am 25. August. 2015

08.09.2015: Demo in Hannover

Wir wollen, was uns zusteht: Eine angemessene Entschädigung!
[ Das Original wurde nachträglich um diese Zeile erweitert am 01.09.2015 ]

Friedliche Demo ehemaliger Heimkinder vor dem evangelischen Landeskirchenamt in Hannover, Rote Reihe 6, 10:00 Uhr bis ca. 14:00 Uhr.

Wir hoffen auf rege Beteiligung und schön große, ausdrucksstarke mitgebrachte Transparente!

[ Google Map @
https://www.google.de/maps/place/Rote+Reihe+6,+30169+Hannover/@52.37191,9.72789,17z/data=!3m1!4b1!4m2!3m1!1s0x47b074bc0297cf0f:0x2f9a5a55e264627a ]

Noch Fragen? Bitte melden bei
Walter Hans, Tel.: 04102-31547
[ Es handelt sich um einen Festnetz-Anschluss. Die Vorwahl 04102 gehört zum Ortsnetz von Ahrensburg, Schleswig-Holstein ]
.
QUELLE / ORIGINAL @ http://www.veh-ev.eu/home/vehevinf/public_html/uncategorized/08-09-2015-demo-in-hannover/ ( Erstveröffentlichung am 25.08.2015 )
.
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
Heimkinder-Demo in Hannover, Di. 8. Sep. 2015, 10-14 Uhr

.
Aus gegebenem Anlass war ich – der Australier Martin MITCHELL, der in Australien ansässig ist – am Mittwoch, 2. September 2015, um 06:09 Uhr (MEZ/CET) gezwungen folgende Stellungnahme in einem gleichlautenden Diskussionsfaden / Thread, der sich mit dieser geplanten Heimkinder-Demo in Hannover befasst, im HEIMKINDER-FORUM.DE @ http://heimkinder-forum.de/v4x/index.php/Thread/18103-Heimkinder-Demo-in-Hannover-Dienstag-8-September-2015-10-Uhr-bis-14-Uhr/ abzugeben:

.
Walter Hans, der ja der eigentliche Organisator dieser jetzigen hannoverschen Heimkinder-Demo ist und diese polizeilich angemeldet hat, ist genauso wie Du und ich ein Ehemaliges Heimkind im Alter von über 65 Jahren. Er selbst, und auch niemand in seiner Familie besitzt einen Komputer und er weiß daher auch nicht damit umzugehen. Er kennt die Vorteile des Internets nicht. Von den Vorwürfen, die Ihr ihm und mir hier macht weiß er nichts. Zur Kommunikation nutzt er, das was er kennt, das Telefon. Wollt Ihr ihn daher ausgrenzen und ihm „Dummheit“ und „Blödheit“ vorwerfen?

Individuelle Telefonanrufe sind billig in Deutschland, währendessen Anrufe aus Australien nach Deutschland ziemlich teuer sind; und noch viel teurer sind wenn sie sich ausdehnen. Es ist also viel einfacher für Ehemalige Heimkinder in Deutschland einander anzurufen, mit einander zu reden und Dinge zu besprechen und zu organisieren.

All diejenigen, die mich schon seit Jahren kennen, wissen genau, dass ich immer und so detailliert wie möglich genaue Information zur Verfügung stelle, vorausgesetzt, dass ich sie habe. Wenn ich hier also nicht mehr Information zur Verfügung gestellt habe, bedeutet das, dass auch ich nicht mehr weiß, als das was ich dazu im Internet finden konnte und Euch berichtet habe.

Die Heimkinder-Demo am Di. 09.8.2015 in Hannover wurde erstmalig am 25.08.2015, auf Bitte des Organisators Walter Hans ( the non computer user ) auf der VEH e.V. Facebook-Seite erwähnt. Als ich das kürzlich sah, habe ich versucht diesbezüglich zu recherchieren, worauf ich dann diese von mir gepostete limitierte Information @ http://www.veh-ev.eu/home/vehevinf/public_html/uncategorized/08-09-2015-demo-in-hannover/
gefunden habe --- und diese Information sofort mit Euch geteilt habe.

Walter Hans – den ich persönlich nicht näher kenne – ist u.a. ein ex-Freistätter und ex-Stephanstiftler der 1960er Jahre und hat so wie manch einer von Euch auch viele leidvolle Jahre hinter sich. Es wäre schön wenn Ihr ihm Eure Solidarität zeigen würdet.

Wenn es im Internet seitens des VEH e.V. bisher keine weitere Information zu dieser Demo gibt, könnte dies vielleicht daran liegen, dass Vorstandsmitglieder zur Zeit krank sind und das Bett hüten (ich kann sie aus Australien nämlich momentan auch nicht erreichen).


Aber man kann jederzeit den Organisator Walter Hans unter der Festnetz-Rufnummer 04102-31547 erreichen, insbesondere wenn man in Deutschland lebt.
.
PS. Vielleicht interessiert die jetzige Heimkinder-Demo vor dem ev. Landeskirchenamt in Hannover ja auch den einen oder anderen hier, besonders unter denjenigen die in Hannover und Umgebung wohnen.
Ideale Chance ein paar Ehemalige Heimkinder im fortgeschrittenen Alter auch mal persönlich kennen zu lernen und diese zu unterstützen.

.
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
Responsibilität der Staaten für völkerrechtswidrige Handlung

.
Verantwortlichkeit der Staaten für völkerrechtswidrige Handlungen

ILC - International Law Commission of the United Nations
Völkerrechtskommission der Vereinten Nationen
(eingerichtet von der Generalversammlung der Vereinten Nationen am 21.11.1947)

Responsibility of States for internationally wrongful acts

QUELLE: http://www.un.org/depts/german/gv-56/band1/ar56083.pdf
( insbesondere Seite 2, Seite 5, Seite 6 ) :

QUELLE: http://www.jura.uni-muenchen.de/studium/studiengaenge/recht-nebenfach/ma-dipl-nebenfach/ilc_rules_de.pdf
( Umfasst insgesamt 7 Seiten. Meines Erachtens, alles hoch-relevant auch zum Opferstatus der Ehemaligen Heimkinder und ihr Recht auf Entschädigung. )


.
RESOLUTION 56/83

[ relevante Teztauszüge aus diesem wichtigen Völkerrecht-Dokument ]

Verabschiedet auf der 85. Plenarsitzung am 12. Dezember 2001, ohne Abstimmung, auf Empfehlung des Ausschusses (A/56/589 und Corr.1, Ziffer 10) [Siehe Fußnote]33.

56/83. Verantwortlichkeit der Staaten für völkerrechtswidrige Handlungen

Resolution 56/83.

Verantwortlichkeit der Staaten für völkerrechtswidrige Handlungen

Anlage
Verantwortlichkeit der Staaten für völkerrechtswidrige Handlungen

ERSTER TEIL
DIE VÖLKERRECHTSWIDRIGE HANDLUNG EINES STAATES

Kapitel I
Allgemeine Grundsätze


Artikel 1
Verantwortlichkeit eines Staates für seine völkerrechtswidrigen Handlungen


Jede völkerrechtswidrige Handlung eines Staates hat die völkerrechtliche Verantwortlichkeit dieses Staates zur Folge.

Artikel 2
Elemente der völkerrechtswidrigen Handlung eines Staates


Eine völkerrechtswidrige Handlung eines Staates liegt vor, wenn ein Verhalten in Form eines Tuns oder eines Unterlassens
a) dem Staat nach dem Völkerrecht zurechenbar ist und
b) eine Verletzung einer völkerrechtlichen Verpflichtung des Staates darstellt.

Artikel 3
Beurteilung der Handlung eines Staates als völkerrechtswidrig


Die Beurteilung der Handlung eines Staates als völkerrechtswidrig bestimmt sich nach dem Völkerrecht. Diese Beurteilung bleibt davon unberührt, dass die gleiche Handlung nach innerstaatlichem Recht als rechtmäßig beurteilt wird.

Kapitel II
Zurechnung eines Verhaltens zu einem Staat


[ ……… ]

ZWEITER TEIL
INHALT DER VÖLKERRECHTLICHEN VERANTWORTLICHKEIT EINES STAATES

Kapitel I
Allgemeine Grundsätze


[ ……… ]

Kapitel II
Wiedergutmachung des Schadens


Artikel 34
Formen der Wiedergutmachung


Die volle Wiedergutmachung des durch eine völkerrechtswidrige Handlung verursachten Schadens erfolgt durch Restitution, Schadenersatz und Genugtuung, entweder einzeln oder in Verbindung miteinander, in Übereinstimmung mit diesem Kapitel.

Artikel 35
Restitution


Ein für eine völkerrechtswidrige Handlung verantwortlicher Staat ist verpflichtet, Restitution zu leisten, das heißt den vor der Begehung der Handlung herrschenden Zustand wiederherzustellen, sofern und soweit die Restitution
a) nicht tatsächlich unmöglich ist;
b) nicht mit einer Belastung verbunden ist, die außer allem Verhältnis zu dem Nutzen steht, der durch Restitution anstelle von Schadenersatz entsteht.

Artikel 36
Schadenersatz


1. Der für eine völkerrechtswidrige Handlung verantwortliche Staat ist verpflichtet, den durch die Handlung verursachten Schaden zu ersetzen, soweit dieser Schaden nicht durch Restitution wiedergutgemacht wird.
2. Der Schadenersatz umfasst jeden finanziell messbaren Schaden, einschließlich des entgangenen Gewinns, soweit ein solcher ermittelt wird.

Artikel 37
Genugtuung


1. Der für eine völkerrechtswidrige Handlung verantwortliche Staat ist verpflichtet, für den durch die Handlung verursachten Schaden Genugtuung zu leisten, soweit er nicht durch Restitution oder Schadenersatz wiedergutzumachen ist.
2. Die Genugtuung kann in Form des Geständnisses der Verletzung, eines Ausdrucks des Bedauerns, einer förmlichen Entschuldigung oder auf andere geeignete Weise geleistet werden.
3. Die Genugtuung darf nicht außer Verhältnis zu dem Schaden stehen und darf keine für den verantwortlichen Staat erniedrigende Form annehmen.

Artikel 38
Zinsen


1. Zinsen auf jede nach diesem Kapitel geschuldete Hauptforderung sind zahlbar, soweit dies notwendig ist, um eine vollständige Wiedergutmachung zu gewährleisten. Der Zinssatz und die Berechnungsmethode sind so festzusetzen, dass dieses Ergebnis erreicht wird.
2. Die Zinsen laufen von dem Tag, an dem der Kapitalbetrag hätte gezahlt werden sollen, bis zu dem Tag, an dem die Zahlungsverpflichtung erfüllt wird.

Artikel 39
Mitverschulden am Schaden


Bei der Festsetzung der Wiedergutmachung ist zu berücksichtigen, inwieweit der verletzte Staat oder eine Person oder Stelle, bezüglich deren Wiedergutmachung verlangt wird, den Schaden durch vorsätzliches oder fahrlässiges Tun oder Unterlassen mitverschuldet hat.

[Siehe Fußnote]33 Der in dem Bericht empfohlene Resolutionsentwurf wurde von dem Vertreter Ecuadors vorgelegt.

.
EINE WEITERE QUELLE – WIE AUS EINEM AKTUELLEN FALL VON VÖLKERRECHTWIDRIGEN HANDLUNGEN EINES STAATES / STAATSOBERHAUPTES HERVORGEHT:[/COLOR][URL="http://www.jura.fu-be...tz-des-Vaterlandes_/index.html[/COLOR][/FONT][/url]

Siehe diesbezüglich auch unbedingt die detaillierten Auslegungen in »JURA, Juristische Ausbildung«, Philip Kunig u. Robert Uerkmann-Wittzack »Übungen im Völkerecht« ("Exercises in the Law of Nations"), 2. Auflage; vertrieben als "Übungen im Völkerrecht (Jura Übungen) (German Edition) Feb 1, 2006" @ https://books.google.de/books?id=hVtK4edWesYC&pg=PA4&lpg=PA4&dq=%22DIE+V%C3%96LKERRECHTSWIDRIGE+HANDLUNG+EINES+STAATES%22&source=bl&ots=sJ_CwIcsyq&sig=rFdCSCmsz1MUoi4szlux0Jte_iw&hl=en&sa=X&ved=0CFkQ6AEwCWoVChMIs-ahtr7exwIVBZWUCh2CqQE5#v=onepage&q=%22DIE%20V%C3%96LKERRECHTSWIDRIGE%20HANDLUNG%20EINES%20STAATES%22&f=false ( Seite 4, Seite 5, Seite 6, Seite 7, Seite 8 und Seite 9 )

HINWEIS: Ich, der Australier Martin MITCHELL (Ehemaliges Heimkind in Westdeutschland in den 1960er Jahren), selbst bin wie folgt auf all dies aufmerksam geworden, was mich dann zum weiteren Recherchieren veranlasste: Der deutsche Staatsbürger und political activist Robby Basler in Frankfurt am Main, hat dies erst kürzlich im Internet entdeckt und daraufhin auf der FACEBOOK-Seite des VEH e.V. erwähnt, aber leider dort keine Quelle(n) für seine Entdeckung angegeben. Ich hoffe dies hiermit ausreichend nachgeholt zu haben. Nicht dass man mir jetzt, diesbezüglich, nachsagt ich würde mich mit fremden Federn schmücken wollen.

–––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––

Beschlagwortet mit TAGS/LABELS: Ehemaliges Heimkind, Ehemalige Heimkinder, Westdeutschland, Staat, Staaten, states, Responsibilität, Verantwortlichkeit, völkerrechtswidrige Handlungen, ILC, International Law Commission, United Nations, Völkerrechtskommission, Vereinten Nationen, Generalversammlung, 21.11.1947, Responsibility of States, internationally wrongful acts, RESOLUTION 56/83, Völkerrecht, Völkerrecht-Dokument, völkerrechtswidrige Handlungen eines Staates, Verantwortlichkeit der Staaten, völkerrechtswidrige Handlung, völkerrechtswidrige Handlungen, Verhalten in Form eines Tuns oder eines Unterlassens, dem Staat nach dem Völkerrecht zurechenbar ist, eine Verletzung einer völkerrechtlichen Verpflichtung des Staates darstellt, Beurteilung der Handlung eines Staates als völkerrechtswidrig, bestimmt sich nach dem Völkerrecht, Beurteilung, innerstaatlichem Recht, rechtmäßig, beurteilt, Zurechnung eines Verhaltens zu einem Staat, völkerrechtlichen Verantwortlichkeit eines Staates, Wiedergutmachung, Wiedergutmachung des Schadens, Formen der Wiedergutmachung, verursachten Schadens, Restitution, Schadenersatz, Genugtuung, verpflichtet, Staat ist verpflichtet, verantwortlicher Staat ist verpflichtet Restitution zu leisten, den vor der Begehung der Handlung herrschenden Zustand wiederherzustellen, den durch die Handlung verursachten Schaden zu ersetzen, Schadenersatz umfasst jeden finanziell messbaren Schaden, einschließlich des entgangenen Gewinns, Form des Geständnisses der Verletzung, Ausdrucks des Bedauerns, förmlichen Entschuldigung, andere geeignete Weise, geleistet werden, Zinsen, zahlbar, geschuldete Hauptforderung, vollständige Wiedergutmachung, gewährleisten, Zinssatz, Berechnungsmethode, Zinsen laufen von dem Tag, Kapitalbetrag, Zahlungsverpflichtung, Mitverschulden am Schaden, Festsetzung der Wiedergutmachung, berücksichtigen, verletzte Person, vorsätzliches oder fahrlässiges Tun oder Unterlassen, mitverschuldet, Philip Kunig, Robert Uerkmann-Wittzack, Übungen im Völkerecht, Exercises in the Law of Nations, Martin MITCHELL, in den 1960er Jahren, Robby Basler,

.
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
Responsibilität der Staaten für völkerrechtswidrige Handlung

.
.
Responsibility of States for Internationally Wrongful Acts - 2001

[ ILC - International Law Commission of the United Nations
(established by the General Assembly of the United Nationen on 21.11.1947) ]

Text adopted by the Commission at its fifty-third session, in 2001, and submitted to the General Assembly as a part of the Commission’s report covering the work of that session. The report, which also contains commentaries on the draft articles, appears in Yearbook of the International Law Commission, 2001, vol. II (Part Two). Text reproduced as it appears in the annex to General Assembly resolution 56/83 of 12 December 2001, and corrected by document A/56/49(Vol. I)/Corr.4. [Footnote 33]

[ SOURCE: http://legal.un.org/ilc/texts/instruments/english/draft_articles/9_6_2001.pdf
This Resolution - Resolution 56/83 - comprises a total of 15 pages. The entire contents of this UN-document is, in my respectful submission, equally relevant to infants, children and youth who were systematically abused and forced into servtitude (slave labour / forced labour) whilst in "institutional care"/"state care", in the main outsourced by the state (i.e., by agreement of the Federal Government of Germany: outsourced by the individual German states of the West German Federation (GFR) (1949-1992) to the charity and missionary arm of the Evangelical-Lutheran Church of Germany (DIAKONIE) and to the charity and missionary arm of the Chatholic Church of Germany (CARITAS) as well as outsourced to various individual evangelical religious orders and various catholic religious orders and to private organisations, farmers and other business enterprises. ]

Responsibility of States for Internationally Wrongful Acts

PART ONE
THE INTERNATIONALLY WRONGFUL ACT OF A STATE

CHAPTER I
GENERAL PRINCIPLES


Article l
Responsibility of a State for its internationally wrongful acts


Every internationally wrongful act of a State entails the international responsibility of that State.

Article 2
Elements of an internationally wrongful act of a State


There is an internationally wrongful act of a State when conduct consisting of an action or omission:
(a) is attributable to the State under international law; and
(b) constitutes a breach of an international obligation of the State.

Article 3
Characterization of an act of a State as internationally wrongful


The characterization of an act of a State as internationally wrongful is governed by international law. Such characterization is not affected by the characterization of the same act as lawful by internal law.

CHAPTER II
ATTRIBUTION OF CONDUCT TO A STATE


[ ……… ]

PART TWO

CONTENT OF THE INTERNATIONAL RESPONSIBILITY OF A STATE

CHAPTER I
GENERAL PRINCIPLES


[ ……… ]

CHAPTER II
REPARATION FOR INJURY


Article 34
Forms of reparation


Full reparation for the injury caused by the internationally wrongful act shall take the form of restitution, compensation and satisfaction, either singly or in combination, in accordance with the provisions of this chapter.

Article 35
Restitution


A State responsible for an internationally wrongful act is under an obligation to make restitution, that is, to re-establish the situation which existed before the wrongful act was committed, provided and to the extent that restitution:
(a) is not materially impossible;
(b) does not involve a burden out of all proportion to the benefit deriving from restitution instead of compensation.

Article 36
Compensation


1. The State responsible for an internationally wrongful act is under an obligation to compensate for the damage caused thereby, insofar as such damage is not made good by restitution.
2. The compensation shall cover any financially assessable damage including loss of profits insofar as it is established.

Article 37
Satisfaction


1. The State responsible for an internationally wrongful act is under an obligation to give satisfaction for the injury caused by that act insofar as it cannot be made good by restitution or compensation.
2. Satisfaction may consist in an acknowledgement of the breach, an expression of regret, a formal apology or another appropriate modality.
3. Satisfaction shall not be out of proportion to the injury and may not take a form humiliating to the responsible State.

Article 38
Interest


1. Interest on any principal sum due under this chapter shall be payable when necessary in order to ensure full reparation. The interest rate and mode of calculation shall be set so as to achieve that result.
2. Interest runs from the date when the principal sum should have been paid until the date the obligation to pay is fulfilled.

Article 39
Contribution to the injury


In the determination of reparation, account shall be taken of the contribution to the injury by wilful or negligent action or omission of the injured State or any person or entity in relation to whom reparation is sought.

[Footnote 33: This Draft Resolution was presented by the delegate of Ecuador.]

.
.
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
Responsibilität der Staaten für völkerrechtswidrige Handlung

.
Falls einige es noch nicht mitgekriegt haben.

Es geht hier in diesem von mir auch hier im ERWERBSLOSEN-FORUM ( ELO-FORUM.ORG ) ganz speziell eröffneten Thread, um in Heimen eingesperrte KINDERHEIMKINDER – , die vielfach auch noch schulpflichtig waren.
Es geht hier in diesem Thread um „Kleinkinder“, „Schulkinder“, „Jugendliche“, „Heranwachsende“ und „junge Erwachsene“, „Schutzbefohlene“, „Minderjährige“, die man in 'Heime', 'Anstalten', 'Behindertenheime' und 'Psychiatrien' sperrte, um sie dort ungehindert und auf illegitime und völkerrechtswidrige Weise für ihre Arbeitskraft ausbeuten zu können. Man machteZwangsarbeiterinnenundZwangsarbeiteraus ihnen und systematisch misshandelte sie auf jede erdenkliche Weise, was vielfach auch der Folter gleich kam.
Und, aufgrund all dessen haben sie gemäß VÖLKERRECHT – auf das ich hier in Deutsch und in Englisch verwiesen habe (und, teilweise, auch wortwörtlich aufgeführt habe) – ein absolutes Recht aufENTSCHÄDIGUNG“.

Und das fordern Ehemalige Heimkinder denen all das widerfahren ist, jetzt hiermit ein !!

Wer etwas dagegen hat sollte sich in Grund und Boden schämen.

.
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
Responsibilität der Staaten für völkerrechtswidrige Handlung

.
Ich hatte auch gerade eine E-mail von offizieller Stelle – von Günter Saathoff aus Berlin (den einige von Euch bestimmt kennen / von dem einige von Euch bestimmt schon gehört haben) – worin er mir die Angelegenheit mit dem »Völkerrecht« und was es mit dem »Völkerrecht« auf sich hat, versucht kurz zu erklären.

.
Sehr geehrter Herr Mitchell,

da Sie mich persönlich angeschrieben haben, möchte ich Ihnen eine kleine Rückmeldung zu Ihrer Email geben. Zunächst: man kann gar nicht oft genug auf die Geltung des Völkerrechts hinweisen, einerseits, um Staaten davon abzuhalten, Völkerrechtsverbrechen zu begehen, andererseits, um die Opfer solchen Unrechts zu ermutigen, über „ihren Staat“ oder gegenüber den überstaatlichen Institutionen eine Bestrafung von Tätern (Völkerstrafrecht) oder einen Schadensausgleich zu erwirken. Ich weiß nicht, ob Sie diese Email auch in der Hoffnung verschickt haben, um darüber ggf. einen Anspruch ehemaliger Heimkinder in Deutschland zu begründen. Falls ja, muss ich Ihnen diese Hoffnung nehmen. Das Völkerrecht gilt zwischen Staaten, wenn also Bürger eines anderen Staates betroffen sind oder als Anspruch zwischen zwei oder mehr Staaten. Es gilt nicht für den Fall, dass ein Staat seinen eigenen Bürgern gegenüber Unrecht begeht. Aber auch dafür haben wir ja innerstaatlich in Deutschland und sogar EU-weit rechtliche Möglichkeiten, sogar zum Schadensausgleich. Eines der Probleme bei den von den Heimkindern als Unrecht gebranntmarkten Handlungen war aber (leider), dass die Ansprüche nach diesen rechtlichen Grundlagen verjährt waren. Somit musste es eine eigenständige Regelung des Deutschen Bundestages bzw. der damaligen Heimträger zugunsten der Betroffenen geben [ den »Hilfsfonds Heimerziehung« - MM ].

Soviel in Kürze.

Mit besten Grüßen

Günter Saathoff

.
.
MM SELBSTREDEND: Das macht es ja so verdammt schwer überhaupt etwas zu tun oder tun zu können, weil Staat und Kirche – all diejenigen die diese Verbrechen gegen uns begangen haben – sich immer wieder vollumfänglich auf „die Einrede der Verjährung“ berufen und stützen.
.
.
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
Responsibilität der Staaten für völkerrechtswidrige Handlung

.
Ich zitiere aus dem FORDERUNGSKATALOG (festgehalten in einem schon seit Mitte 2012 existierenden Faltblatt des Vereins ehemaliger Heimkinder e.V. (VEH e.V.)) ( @ http://www.veh-ev.eu/Der_Verein/Presseanfragen/Faltblatt_29072012.pdf ), worin die relevanten diesbezüglichen Textpassagen wie folgt festgehalten sind:

.
6. Einrede der Verjährung
Kirchen beider Konfessionen, Staat und Kommunen machen vor Gericht die Verjährung der Schandtaten geltend.

Der VEH e.V. fordertvon katholischer und evangelischer Kirche, von Staat und Kommunen
● auf die „Einrede der Verjährung“ zu verzichten und so die gerichtliche Auseinandersetzung um ihre Vergehen zu erleichtern;

7. Menschenrechtsverletzungen
Das Konzept der Menschenrechte geht davon aus, dass alle Menschen allein aufgrund ihres Menschseins mit gleichen Rechten ausgestattet und dass diese egalitär begründeten Rechte universell, unveräußerlich und unteilbar sind. Das Bestehen von Menschenrechten wird heute von fast allen Staaten prinzipiell anerkannt. Artikel 1 Absatz 2 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland (GG) lautet:
„Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.“

Der VEH e.V. fordert endlich und uneingeschränkt:
● Anerkennung der physischen und psychischen Verletzungen Schutzbefohlener in den Heimen der Kirchen beider Konfessionen, des Staates und der Kommunen sowie privater Träger als Menschenrechtsverletzungen;
● Aufhebung der Verjährungsfristen für die begangenen Menschenrechtsverletzungen

8. Zwangsarbeit
Als Zwangsarbeit wird eine Arbeit definiert, zu der ein Mensch unter Androhung einer Strafe oder eines sonstigen empfindlichen Übels gezwungen wird.
Im Artikel 14 des 1956 von der Bundesrepublik Deutschland ratifizierten internationalen Abkommens über „Zwangs- oder Pflichtarbeit“ von 1930 heißt es: „Zwangs- oder Pflichtarbeit in allen ihren Formen (sind) in Geld zu vergüten, und zwar zu Sätzen, die weder niedriger sind als die für gleichartige Arbeit in dem Gebiete der Arbeitsverrichtung, noch niedriger als die im Anwerbungsgebiet üblichen Sätze.“

.
Dieses Faltblattt selbst wurde zwar erst Mitte 2012 gedruckt, der FORDERUNGSKATALOG insgesamt besteht und bestand jedoch schon seit einigen Jahren zuvor und ist und war den Kirchen beider Konfessionen, dem Staat und den Kommunen durchaus bekannt.
Alle darin enthaltenen Forderungen bleiben auch weiterhin bestehen, bis die Schuld [ , wie vom Gesetz und Völkerrecht vorgeschrieben ist ], von den von uns genannten Schuldigern vollumfänglich beglichen ist.

.
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
Responsibilität der Staaten für völkerrechtswidrige Handlung

.
Ich wiederhole die folgenden hochinteressanten Fragen – die ich schon einmal zuvor, im Februar 2011 angesprochen und gestellt hatte (die aber leider bisher von niemandem beantwortet wurden) – jetzt hier noch einmal, öffentlich --- überall öffentlich.

.
An:
Univ. Prof. Dr. Annette Guckelberger
Universität Saarland
"Prof. Dr. Annette Guckelberger" a.guckelberger@mx.uni-saarland.de

LIABILITÄTVerjähren Entschädigungsansprüche aus Zwangsarbeit ?


KIRCHEN:

DEK = Deutsche Evangelische Kirche / Innere Mission / Diakonie
EKD = Evangelische Kirche in Deutschland / Diakonie
Relevant zu dieser Frage – was die ev. Kirche betrifft – sind wohl auch der Außerordentliche Brüdertag, der am 15. Juni 1933 in Treysa stattfand und aus dem das „Treysa Bekenntnis“ / „Treysa Abkommen“ / „Treysa Übereinkommen“ hervorging und was aus ALLE DEM und anderen weiteren 'verbindlichen Regelungen' zwischen Staat und Kirche und Kirche und Staat hervorgeht.

RKK = Römisch Katholische Kirche / Caritas / katholische Orden
Relevant zu dieser Frage – was die kath. Kirche betrifft – sind wohl auch das am 20 Juli 1933 in Rome unterzeichnete Reichskonkordat und das Konkordat-Gesetz zur Durchführung des Reichskonkordats vom 12. September 1933 und das was daraus hervorging und was aus anderen weiteren 'verbindlichen Regelungen' zwischen Staat und Kirche und Kirche und Staat hervorgeht.


LIABILITÄT - Verpflichtung / Haftung / Haftpflicht / Schuld
( d.h. das was geschuldet ist ! )


Heimkinder, die damals zwischen 1945 und1949 in den westlichen Besatzungzonen Deutschlands und später, zwischen 1949-1992 in der Bundesrepublik Deutschland, haben Zwangsarbeit leisten müssen, ohne dafür entlohnt zu werden, fragen


LIABILITÄTVerjähren Entschädigungsansprüche aus Zwangsarbeit ?


Der verwendete Suchstrang um die Antwort zu dieser Frage im Internet zu finden, war
»»» "Verjährung"+"Zwangsarbeit"
«««.


Das von dem Australier Martin Mitchell angesprochene Thema ist: Die Verjährung im Öffentlichen Recht--- Entschädigungsansprüche aus Zwangsarbeit.


Eine Frage der LIABILTÄT:
Übernimmt der Staat in Deutschland in einem gewissen Sinne nicht auch immer die volle Verantwortung für das Tun und Unterlassen seiner Kirchen, wenn diese in seinem Auftrag handeln und sie autorisiert sind in seinem Auftrag zu handeln ?


Die Verjährung im Öffentlichen Recht

Aus dem Internet entnommen @ http://books.google.de/books?id=wSwwbHCKY3EC&pg=PA146&lpg=PA146&dq=%22Verj%C3%A4hrung%22%2B%22Zwangsarbeit%22&source=bl&ots=-P7m-9prwO&sig=3iB0ycG6by8mwlXt41u-KQEMOso&hl=en&ei=BixNTZ_TO5G3cfySqfsF&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=5&ved=0CDQQ6AEwBA#v=onepage&q=%22Verj%C3%A4hrung%22%2B%22Zwangsarbeit%22&f=false

Auszug aus

»»» Die Verjährung im Öffentlichen Recht
By Annette Guckelberger

2. Teil: Die Verjährung vor dem 1. Januar 2002

[ Seite 146 ]

differenzierende Behandlung dieser Ansprüche.91 Ganz allgemein dürfte heute die Ansicht vorherrschen, das Privligierungen des Staates und seiner Organe im Hinblick auf Verjährung vermögensrechtlicher Ansprüche nicht zu rechtfertigen sind.92

Unterschiede bei der rechtlichen Beurteilung der Verjährung der vermögensrechtlichen Ansprüche können sich aber sehr wohl daraus ergeben, dass sie auf verschiedene Entstehungmotive zurückzuführen sind. Am besten zeigt sich dies anhand eines Beispiels, das bei der gesetzlichen Ausgestaltung des Entwurfs einer Verjährungsregelung für eine Verwaltungsrechtsordnung für Württemberg diskutiert wurde. Geldstrafen und sonstige strafrechtliche Vermögensfolgen, wie zum Beispiel die Einziehung, sollten trotz ihres vermögensrechtlichen Charkters nicht wie die gewöhnlichen vermögensrechtlichen Ansprüche im Verwaltungsrecht, sondern wegen des mit ihnen verfolgten Strafzwecks nach strafrechtlichen Grundsätzen verjähren.93 Nach Meinung des Großen Senats des Bundessozialgerichts ist es der Entschließung des Gesetzgebers überlassen, ob er gewisse Ansprüche aus sozialen Gründen oder deswegen, weil sich einzelne Personen vor ihrer Inanspruchnahme scheuen, schlechthin von der Verjährung ausnehmen will.94 Denkbar wäre es beispielsweise, aus moralischen Erwägungen von einer Verjährung der Entschädigungsansprüche für die Zwangsarbeit von Kriegsgefangenen abzusehen.95 Demzufolge kann sich aus den mit der Einräumung eines vermögensrechtlichen Anspruchs verfolgten diversen gesetzgeberischen Zwecken durchaus eine Unverjährbarkeit oder zumindest eine andere rechtliche Bewertung eines im Öffentlichen Recht wurzelnden vermögensrechtlichen Anspruchs ergeben. Deshalb sind die ganz überwiegend anzutreffenden Äußerungen zur generellen Verjährbarkeit vermögensrechtlicher Ansprüche im Öffentlichen Recht zu allgemein. Heute ist man sich oft nicht mehr bewusst, dass insbesondere die vormoderne Gesellschaft, der Idee einer Verjährung skeptisch gegenüber stand96 und die Einführung und Ausgestaltung der Verjährung letztendlich auf einer Entscheidung der

[ Seite 147 ]

zuständigen Staatsorgane beruht. Wenn auch bei den vermögensrechtlichen Ansprüchen des Öffentlichen Rechts der Trend seit langem in Richtung Verjährbarkeit weist, bedeutet dies nicht, dass nicht einzelne Ansprüche von ihrem Anwendungsbereich ausgenommen werden können.
_____________________________________


95 Siehe zur Verjährung dieser Ansprüche Külpmann DÖV 2001, 417, 422; für die Möglichkeit einer Unverjährbarkeit der Zivilrechtlichen Entschädigungsansprüche der Zwangsarbeiter Safferling / Zumbansen JR 2002 6, 9. Nach Kadelbach, Staatsverantwortlichkeit, S. 90 kann man angesichts der Genugtuungsfunktion von Entschädigungsansprüchen in Erwägung ziehen, völkerechtliche Ansprüche, die durch Verbrechen gegen die Menschlichkeit entstanden sind, jedenfalls zu Lebzeiten der Geschädigten nicht für verjährt anzusehen. «««
.
Online sind insgesamt die relevanten Seiten 143, 144, 145, 146 und 147 und die Seiten 150, 152, 153 und 145 dieses Werks »Die Verjährung im Öffentlichen Recht« mit allen dazugehörigen Fußnoten / Quellenangaben wiedergegeben und einsichtbar. Was die Fußnoten betrifft, wird von dem Australier Martin Mitchell hier jetzt aber nur die seiner Meinung nach hoch-relevante Fußnote 95, aufgeführt.

Und dort, in diesem Werk »Die Verjährung im Öffentlichen Recht«, geht es weiter und weiter ( Relevanz auch auf den Seiten 733 ff und 773 ff ) ... alles sehr kompliziert für einen Laien, der einfach nicht weiß und ausarbeiten kann was nun zutrifft, und unter welchen Umständen, und was nicht.

.
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
Responsibilität der Staaten für völkerrechtswidrige Handlung

.
Die Verjährungsfrage, die in diesem Thread von mir angesprochen wird, beschäftigt nicht nur Ehemalige Heimkinder und Rechtsexperten in der Bundesrepublik Deutschland, sondern auch Ehemalige Heimkinder und Rechtsexperten in der Republik Österreich.

In beiden Staaten geht es um „angemessene Entschädigung“ für erlittenes Unrecht und Leid und den daraus resultierenden Schaden, verursacht den Betroffenen im Kindesalter und während ihrer Jugendzeit von Kirche und Staat, wärend sie sich als Schutzbefohlene in der Obhut von Kirche und Staat befanden.


Ein hoch interessanter und hochrelevanter zu diesem Thema in der österreichischen Tageszeitung DER STANDARD @

http://derstandard.at/2000019685934/Missbrauch-in-Heimen-Rechtsexperten-kritisieren-Verjaehrung?ref=rec


.
Kritik an Verjährung bei Missbrauch in Heimen

KATHARINA MITTELSTAEDT

26. Juli 2015, 09:00

[ mit dazugehörigem Foto, mit folgender Beschriftung: „Viele ehemalige Heimkinder würden ihren Peinigern heute gerne den Prozess machen. Das sei trotz Verjährung möglich und scheitere an mangelnder Menschlichkeit, nicht am Recht, sagen Experten.“ ]

Tausende Kinder wurden in staatlicher Obhut misshandelt und ausgebeutet. Verfahren wären möglich, Staat und Kirche zögern

Innsbruck/Wien – Mord ist in Österreich das einzige Delikt, das niemals verjährt. "Tote haben wenigstens keine mehr, ein Vergewaltigungsopfer leidet ein Leben lang", sagt Sonja Graf. Sie hat kürzlich ein Schreiben der Staatsanwaltschaft erhalten. "Benachrichtigung des Opfers von der Einstellung des Verfahrens", steht auf der ersten Seite.

Sonja Graf ist eines von tausenden ehemaligen Heimkindern, die von Gewalt, Missbrauch und Ausbeutung in österreichischen Fürsorgeanstalten berichten. Im Standard schilderte sie ihre schaurigen Erlebnisse aus den Sechziger- und Siebzigerjahren im Tiroler Kinderheim Martinsbühel [ siehe @ http://derstandard.at/2000014027428/Opfer-kirchlichen-Missbrauchs-Die-Hoelle-kann-nicht-schlimmer-sein ] – folterähnliche Bestrafungen, unbezahlte Arbeit und Vergewaltigung durch Schwestern und den Pfarrer standen dort "auf der Tagesordnung", erzählte Graf.


Kein Einzelfall

Sie wandte sich an sämtliche Stellen, erhielt schließlich die Höchstsumme von 25.000 Euro von der Klasnic-Kommission. "Das gleicht nicht einmal aus, was die mir schulden. Ich wurde für die Arbeit im Heim nicht entlohnt, Gelder, die für mich verwahrt wurden, habe ich nie bekommen, mein halbes Leben lang war ich arbeitsunfähig." Also schrieb sie auch der Staatsanwaltschaft.

Die Anklagebehörde sieht nun allerdings "keinen Grund zur weiteren Verfolgung" des Falles. Sie kann auch gar nicht anders. Die meisten Beschuldigte sind tot. Für alle anderen gilt: "Verjährung bereits eingetreten". Graf ist mit diesem Problem nicht alleine. Opfervereine fordern seit langem einen allgemeinen Verjährungsverzicht von Staat und Kirche in solchen Fällen, damit diese endlich aufgerollt werden können.


könnte problemlos verzichten

Auf dem strafrechtlichen Weg, den Graf eingeschlagen hat, sei das schwierig: "Rückwirkend Verjährungsbestimmungen zu ändern ließe sich mit der Verfassung vermutlich nicht vereinbaren", sagt Helmut Fuchs, Strafrechtler an der Universität Wien.

Bei zivilrechtlichen Klagen, durch die Opfer Schadenersatz fordern könnten, sieht das allerdings anders aus, sind sich Experten einig: "Geht es um die Auszahlung von Entschädigungen, könnte der Staat problemlos auf die Verjährung verzichten. Das Gleiche gilt für die Kirche", sagt Karl Weber, Leiter des Innsbrucker Instituts für öffentliches Recht.


"Frage der Menschlichkeit"

Auf Nachfrage, warum das die Kirche nicht mache, heißt es vonseiten der Erzdiözese Wien: "Zivilrechtliche Verjährung hat ja den Sinn, Verfahren nicht aufgrund sehr unsicherer Beweislage Jahrzehnte nach dem Anlassfall entscheiden zu müssen." Man prüfe in jedem Einzelfall, ob man auf die Verjährung verzichte. Passiert ist das allerdings noch nie.

Ähnlich sieht es auf Landesebene aus: Erst kürzlich haben die zuständigen grünen Landesrätinnen von Tirol und Vorarlberg wieder bekräftigt, dass man nicht allgemein vom Fristablauf absehen wolle. Die Argumentation: Das sei rechtsstaatlich bedenklich. Verfassungsjurist Weber kann das nicht nachvollziehen: "Das ist eine Frage der Moral und Menschlichkeit, mit dem Rechtsstaat hat das wenig zu tun."


Vorbild Restitution

Mit dieser Ansicht ist er nicht alleine: "Der Umstand, dass etwas verjährt ist, schließt nicht aus, dass man neue Rechtsgrundlagen schafft, wenn man befindet, dass sonst nicht genug getan wurde. Das ist eine politische Frage", sagt der ehemalige Präsident des Verwaltungsgerichtshofs und Professor für Rechtstheorie Clemens Jabloner Diese Einsicht hatte der Staat schließlich schon einmal – im Zuge der Restitution von NS-Raubgut in den Neunzigerjahren.

"Wenn der Bund eine Lösung einer solchen Frage gefunden hat, sehe ich keinen Grund, warum das den Ländern oder der Kirche nicht möglich sein sollte", sagt Weber – die meisten betroffenen Kinderheime waren kirchliche oder Landeseinrichtungen.

Woran sich die Debatte wohl vor allem spießt, ist Geld. Die Verfahren kämen Staat und Kirche teuer zu stehen – neben Sonja Graf haben sich alleine bei der Klasnic-Kommission in fünf Jahren über 1400 Menschen gemeldet. (Katharina Mittelstaedt, 26.7.2015)

[ Mit dazugehörigen 159 bisherigen Leserkommentaren zu diesem Thema ]

Nachlese


Opfer kirchlichen Missbrauchs: "Hölle kann nicht schlimmer sein" [ siehe @ http://derstandard.at/2000014027428/Opfer-kirchlichen-Missbrauchs-Die-Hoelle-kann-nicht-schlimmer-sein ]

Studie belegt System von Gewalt und Missbrauch in Heimen [ siehe @ http://derstandard.at/2000018662110/Studie-belegt-System-von-Gewalt-und-Missbrauch-in-Heimen ]

Psychoanalytikerin [ Luise Reddemann ]: "Die Verachtung von Frauen und Kindern steckt uns nach 5.000 Jahren Patriarchat in den Knochen" [ siehe @ http://derstandard.at/2000014051523/Psychoanalytikerin-Die-Verachtung-von-Frauen-und-Kindern-steckt-uns-nach ]

.
QUELLE: DER STANDARD @
http://derstandard.at/2000019685934/Missbrauch-in-Heimen-Rechtsexperten-kritisieren-Verjaehrung?ref=rec

.
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
Responsibilität der Staaten für völkerrechtswidrige Handlung

.
gefunden / wiedergefunden

nach nochmaliger GOOGLE-Suche mit dem Suchstrang: "Heimkinder"+"Staatsverbrechen"+"Verjährung"

Fachbuch / Lehrbuch: Das blinde Auge des Staates: die Heimkampagne von 1969 und die Forderungen der ehemaligen Heimkinder
Marita Schölzel-Klamp, Thomas Köhler-Saretzki
Perfect Paperback
Publisher: Klinkhardt, Julius (1. März 2010)
Taschenbuch / Broschiert
Seitenzahl 159
ISBN-10: 3781517101
ISBN-13: 978-3781517103

Und hier kann man schon mal wichtige Teile dieses Fachbuches / Lehrbuches ONLINE lesen:
@ https://books.google.de/books?id=gG4GiqpJ7K0C&pg=PA46&lpg=PA46&dq=%22Heimkinder%22%2B%22Staatsverbrechen%22%2B%22Verj%C3%A4hrung%22&source=bl&ots=Vk-tQc723J&sig=Exxk2B_DHiGgoXANOvS_1zWgCx4&hl=en&sa=X&ved=0CCgQ6AEwAmoVChMI4tyb-o-AyAIVzJ2UCh3z6gG8#v=onepage&q&f=false

beginnend auf Seite 39: »Exkurs: Verwahrlosung«
insbesondere auch Seite 45-46
[ Hintergründe der diesbezüglichen, auch heute noch, sich weiterhin fortsetzenden „Blindheit des Staates“ - MM ]
und dann geht es dort weiter bis Seite 56

Bei Weltbild.de @ https://www.weltbild.de/artikel/buch/das-blinde-auge-des-staates_16269336-1
heißt es bezüglich diesem Fachbuch / Lehrbuch:


.
Die restaurative Politik der frühen Bundesrepublik hatte den Erhalt nationalsozialistischen Geistes in Form von personeller Kontinuität in allen wichtigen politischen und gesellschaftlichen Bereichen etabliert, was besonders in der Fürsorgeerziehung zum Tragen gekommen ist.
.
Desweiteren heißt es bei Buch.de @ http://www.buch.de/shop/home/suche/?fq=3781517101 bezüglich diesem Fachbuch / Lehrbuch:

.
Beschreibung

Die restaurative Politik der frühen Bundesrepublik hatte den Erhalt nationalsozialistischen Geistes in Form von personeller Kontinuität in allen wichtigen politischen und gesellschaftlichen Bereichen etabliert. In der Fürsorgeerziehung ist dies besonders zum Tragen gekommen. Hier wurden von so genannten Erziehern, die häufig über keinerlei pädagogische Kenntnisse verfügten und zum Teil schon von den Nationalsozialisten eingesetzt worden waren, brutale Erziehungsmethoden praktiziert. Die Geschichts- wie auch die Politikwissenschaft sind in ihrer neueren Forschung zum Umgang mit der Entnazifizierung in den ersten beiden Jahrzehnten der Bundesrepublik zu niederschmetternden Ergebnissen gekommen. Vor diesem Hintergrund und angesichts der neuen Erkenntnisse, die die aktuelle Forschung bezüglich der Situation in Heimen der 50er, 60er und auch 70er Jahre aufweist, erfolgt in dieser Untersuchung die historische Einordnung der Heimkampagne von 1969. Darüber hinaus zeigt sie gegenwärtige Reaktionen von Trägern der Heime und staatlichen Organen auf die Beschuldigung durch die ehemaligen Heimkinder auf und reflektiert sie unter Berücksichtigung des rechtsphilosophischen Essays Vergangenheitsschuld von Bernhard Schlink und der Überlegungen zum Umgang mit Vergangenheitsschuld in der Kinder- und Jugendhilfe von Manfred Kappeler.

Das vorliegende Buch leistet mit genau diesem Thema und diesem Inhalt einen Beitrag zu der Diskussion, deren Anliegen ist aufzuzeigen, warum Erinnern und gegebenenfalls Wiedergutmachen für das Funktionieren einer Gesellschaft „not-wendig“ sind.

Autorenportrait

Dr. Thomas Köhler-Saretzki arbeitete nach dem Studium der Psychologie in Wuppertal viele Jahre in einer stationären Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe. Schwerpunkt dieser Tätigkeit war neben der psychologischen Beratung und Führung von interdisziplinären Teams die Diagnostik und Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit psychischen Störungen. Anfang 2012 übernahm er die Leitung einer Familienberatung in Köln mit dem Aufgabengebiet Beratung und Therapie von Kindern, Eltern und Paaren. Er promovierte an der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität Köln zum Thema Heimerziehung und ist Mitglied verschiedener Arbeitskreise und Gremien im Bereich Frühe Hilfen. Dr. Köhler-Saretzki hält Vorträge und Fortbildungen, u.a. zum Thema Bindung und ist Autor von Büchern und verschiedener Fachartikel.

.
Familisieren Sie sich diesbezüglich – bezüglich diesen nachkriegsdeutschen Staatsverbrechen und dem Blinden Auge des Staates (was sich vollens auf Westdeutschland bezieht!) – unbedingt auch noch einmal mit dem detaillierten darauf hinweisenden Bericht des Humanistischen Pressedienstes - hpd vom 24.01.2011 betitelt »Deutschland Deine Kinder (Teil 3) « @ http://hpd.de/node/11023?nopaging=1
.
 
Mitglied seit
20 Jul 2007
Beiträge
1.171
Gefällt mir
9
Responsibilität der Staaten für völkerrechtswidrige Handlung

.
re "Heimkinder"+"Staatsverbrechen"+"Verjährung"

.
Der Superbeschiss

[ der Opfer von Staatsverbrechen im Nachkriegsdeutschland - Westdeutschland! ]

[ was den von Kirche und Staat eingerichteten »[Hilfs]Fonds „Heimerziehung in der Bundesrepublik Deutschland in den Jahren 1949 bis 1975“« betrifft ]

[ Errechnet und ] Veröffentlicht am 16. Mai 2014

[ Erstveröffentlichung @ http://www.veh-ev.eu/home/vehevinf/public_html/fonds-heimkinder/der-superbeschiss/ ]

Wir haben uns mal ein paar Überlegungen zu den schändlichen Zahlungen des “Hilfefonds ehemaliger Heimkinder” gemacht – und zu den Geldern, die wir als Kinder und Jugendliche Staat und Kirchen in die Kassen gespült haben. Mit unserer Arbeit! [ Zwangsarbeit! / „Zwang zur Arbeit!]

Unter Zugrundelegung eines Hilfsarbeiterstundenlohnes (1965) von

3,91 DM

gelangt man auf einen Jahresbruttolohn von
18.768,00 DM

abzüglich 38 % Steuern und Sozialabgaben = Jahresnettolohn
11.636,00 DM

Gehen wir auf eine untere Grenze, machen uns die Berechnungen einfach und legen einen Jahresnettolohn von 10.000,00 DM zu Grunde.

Weiter geht’s:

Seriöse Schätzungen gehen aus von 800.000 bis 1.000.000 Heimkinder der Jahre 1949 – 1975 aus.

Für unsere Berechnungen nehmen wir auch hier den unteren Wert von 800.000 Heimkindern und gehen davon aus, dass diese im Durchschnitt 1 Jahr gearbeitet haben.

Weiter geht es mit den Berechnungen:


800.000 Heimkinder x 10.000 DM Jahresnettolohn = 8.000.000.000 DM (in Worten: acht Milliarden DM)

Da Kirchen, Institutionen, Staat und Industrie uns diese Löhne nie ausgezahlt haben, berechnen wir einen Zinssatz von 6% und eine mittlere Laufzeit von 50 Jahren und kommen so zu dem Betrag von

147.361.234.199,932 DM oder – wieder großzügig gerechnet – 73.500.000.000 Euro.

Das also ist die Summe, die uns geschuldet ist.

Wenn wir diese Summe jetzt mal auf 800.000 ehemalige Heimkinder zurückrechnen, kann man leicht ersehen, dass jedem – JEDEM – Heimkind eine Summe von 91.875 Euro mindestens zusteht!

Das deckt noch keine Vergewaltigungen, keine zerbrochenen Biografien, keine lebenslangen Pein, keine erzwungene Frührente, keine verminderten Berufschancen ab. Es ist lediglich das Geld, was Kirchen, Staat und Industrie uns SCHULDEN!

Zum Vergleich: [ Stand: 16. Mai 2014 ] in ihren Fonds eingezahlt haben sie 120.000.000 Euro. Sofort abgezogen haben sie 20.000.000 für die Anlauf- und Beratungsstellen, ergibt 100.000.000 Euro.

Würden sich tatsächlich die 800.000 Ehemaligen melden, die Anrecht auf diesen Fonds haben, ergäbe dies einen Betrag von 125,00 Euro pro Überlebenden ihrer Höllen

.
QUELLE: Vereinswebseite des Vereins ehemaliger Heimkinder e.V. (VEH e.V.) @ http://www.veh-ev.eu/home/vehevinf/public_html/fonds-heimkinder/der-superbeschiss/
.