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Albtraum Erziehungsheim

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Entschädigungsfonds für Westheimkinder ebenso leer.

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Fondsumsetzung ( was den »Fonds Heimerziehung-WEST« betrifft ! )

Alle paar Tage berichten sie, einzelne Medien irgenwo in Deutschland, dass die Antragstellungsmöglichkeit für Heimerziehung-Betroffene / Heimerziehung-Geschädigte auf Hilfe aus dem »Fonds Heimerziehung-WEST« um Mitternacht am Mittwoch, 31. Dezember 2014 abläuft. – Nebenbei wird natürlich, genauso von ein und den selben Medien und ihren Auftraggebern, immer wieder von „Entschädigung“ gefasselt und die Tatsache, dass dieser »Fonds Heimerziehung-WEST« eigentlich schon seit langem leer ist, und immer noch nicht aufgestockt worden ist, einfach weiterhin verschwiegen.
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ladydi12

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Hallo Ehemaliges Heimkind,

erst mal danke für deine Informationen zum Thema Heimkinder und , im speziellen, zum Entschädigungsfond für Heimkinder.

Da ich selber in den 70er Jahren für einige Wochen wegen eines Verkehrsunfalls, bei dem meine inzwischen verstorbene Mum, von einer Autofahrerin übelst angefahren wurde und mit diversen Knochenbrüchen, darunter auch Schlüsselbeinbruch, der nie richtig verheilte, stationär im Krankenhaus lag, kam ich für die Dauer ihres Krankenhausaufenthaltes, nach einem Jugendherbergsaufenthalt direkt in das dem Krankenhaus gegenüberliegende Kinderheim, weil mein, inzwischen ebenfalls verstorbener Vater, für mich keinerlei Sorgerecht und somit das Jugendamt volle Verfügungsgewalt hatte.

Ich habe nun vor einigen Monaten zunächst per Telefon und E-Mail mit dem Verein für ehemalige Heimkinder und später auch mit dem zuständigen Landschaftsverband aufgenommen, entsprechende Vorabinformationen erhalten und werde einen dementsprechenden Antrag auf Entschädigung erstmal fristwahrend beim zuständigen Landschaftsverband, verbunden mit der Erlaubnis bei den entsprechenden Behörden wie Stadtverwaltung, jugendamt usw. entsprechende Auskünfte einzuholen und mir eine Ausfertigung dieser Auskünfte zukommen zu lassen (ich selber habe noch nicht alle noch vorhandenen Unterlagen, die meine Familie betreffen und in meinem Besitz sind, gelistet, bin aber dabei und es hlft mir bei der Aufarbeitung meiner Vergangenheit sehr), stellen.

Ob ich damit durchkomme und Leistungen aus diesem Fonds erhalten werde, weiß ich noch nicht, doch einen Versuch ist es mir wert, alleine schon, um dadurch ein dementsprechendes Zeichen zu setzen und das sollten ruhig auch alle ehemaligen Heimkinder, alleine schon deshalb um die diversen Vorfälle, die es in den Kinderheimen so gab, im Ganzen Ausmaß offen zu legen, tun.:cool:

Übrigens habe ich deinen Thread hier im Forum öfters auch telefonisch im Vorzimmer von WDR 1life Domian mit der Bitte um Weitergabe an die betroffenen Personen erwähnt, weil dort in letzter Zeit öfters ehemalige Heimkinder in seiner Sendung anriefen und ihr Leid klagten und so kann diesen Menschen auch geholfen werden.:cool:

meint ladydi12
 
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Sich selbst bemühen und immer auch für andere Betroffene da sein, ist die Parole. – Gut gemacht »ladydi12« !!

Good Luck to you.

( Martin MITCHELL )
M a r t i n

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ANTRAG - Bundestag solle alle Fondsbefristungen aufheben.

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Entfristung der Fonds Heimerziehung Ost und West

Veröffentlicht am 27. November 2014 von admin [ VEH e.V. ]

Anfrage an den Deutschen Bundestag
[ Anfrage vom 13.11.2014 ]

In der Zeit von 1949 bis 1975 lebten etwa 700.000 bis 800.000 Kinder und Jugendliche in Säuglings-, Kinder- und Jugendheimen in der Bundesrepublik Deutschland (West). Andere Schätzungen sprechen von 800.000 bis 1.000.000 Personen. Hinzu kamen Kinder und Jugendliche, die über einen längeren oder kürzeren Zeitraum in der Psychiatrie eingesperrt waren und tausende von Kindern in Einrichtungen für Behinderte.

In der ehemaligen DDR (Ost) gab es bis 1989 – als geschätzte Zahl – 270.000 Kindern und Jugendlichen, die gezwungen waren in Spezialkinderheimen und Jugendwerkhöfen in der ehemaligen DDR zu leben.

Der Heimaufenthalt war vielfach von traumatisierenden Lebens- und Erziehungsverhältnissen geprägt: Misshandlungen, sexuelle Gewalt, Zwangsarbeit, Bildungsentzug waren systembedingt und an der Tagesordnung.

Wem während der Heimunterbringung im vorgenannten Zeitraum in der Bundesrepublik Deutschland bzw. in den Heimen der ehemaligen DDR Unrecht und Leid zugefügt wurde, das heute noch zu Beeinträchtigungen führt, kann Unterstützung gewährt werden.

Aus einer Übereinkunft von Bund, westdeutschen Bundesländern und Kirchen ist der Fonds „Heimerziehung in der Bundesrepublik Deutschland in den Jahren 1949 bis 1975“ hervorgegangen, der zum 1. Januar 2012 errichtet wurde.

Der Fonds „Heimerziehung Ost“, zuständig für Menschen, die in den Heimen der ehemaligen DDR ein ähnliches Schicksal wie in Westdeutschland erlitten, wurde erst zum 01.07.2012 eingerichtet, ist aber bereits seit dem 30.09.2014 für Neuanmeldungen geschlossen.

Die Anmeldefrist für ehemalige Heimkinder beim Fonds West ist zum 31.12.2014 befristet, auch diese Frist läuft also demnächst aus.

Wie ist es überhaupt möglich, diese Fonds zu befristen obwohl:

1. Davon ausgegangen werden kann, dass lediglich etwa 1 – 2 % der Anspruchsberechtigten West und weniger als 10 % der Anspruchsberechtigten Ost sich bislang überhaupt bei einer der Anlauf- und Beratungsstellen gemeldet haben.

2. Der Verein ehemaliger Heimkinder e.V. auch heute noch täglich Anrufe von Ehemaligen bekommt, die noch nie von diesem Fonds und dessen (wenn auch eingeschränkten) Möglichkeiten erfahren haben.

3. Sich auf Grund neuer Erkenntnisse für Einzelne sowie weiteren Auswertungen von Akten und Unterlagen neue Tatsachen (u.a. auch zu dem festgelegten Zeitfenster 1949 – 1975 Fonds West) ergeben können und tatsächlich ergeben, aus denen sich Ansprüche ableiten lassen.

4. Es nie eine ausreichende öffentliche Bekanntmachung der Möglichkeiten der Inanspruchnahme des Fonds gegeben hat.

5. Es sattsam bekannt ist, dass viele ehemalige Heimkinder es erst nach langer Zeit überhaupt wagen, den Verein, eine Behörde oder Anlauf- und Beratungsstelle aufzusuchen, selbst wenn sie von dem Fonds gehört oder gelesen haben.

6. Die Namen der ehemaligen Heimkinder, die aus den unterschiedlichen Gründen in Heime der ehemaligen DDR eingewiesen wurden, den entsprechenden Behörden vorliegen, diese jedoch eine Benachrichtigung der Personengruppe aus „datenschutzrechtlichen Gründen“ verweigert.

7. Dies nicht mit dem Grundsatz zu vereinbaren ist, dass alle Menschen gleich seien und ihnen die gleichen Möglichkeiten offenstehen müssen. Es kann und darf nicht sein, dass „wer zu spät kommt, halt Pech gehabt hat“ und wer erst nach dem 30.09.2014 (Ost) bzw. dem 31.12.2014 (West) von dem Fonds erfahren hat oder die Kraft findet, sich an diesen zu wenden, einfach leer ausgeht.

Wieder einmal ausgeschlossen, wieder einmal an die Seite gestellt.


Aus o.g. Fragen und Gründen ergeben sich für uns nur folgende Möglichkeiten:
Der Fonds West wie Ost muss entfristet werden.
Anmeldungen im Osten Deutschlands müssen wieder ermöglicht werden.
Zahlungen müssen drastisch aufgestockt werden.


Nach unserer Meinung dient die Befristung des Fonds nur dem Zweck, Geld zu sparen und trägt der täglichen Lebensrealität ehemaliger Heimkinder, denen er ja angeblich dienen soll, keinerlei Rechnung.

VEH – Heidi Dettinger / Dirk Friedrich – DIE LINKE – 13.11.2014

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QUELLE: Verein ehemaliger Heimkinder e.V. - Aktuelle Informationen und Nachrichten @ http://www.veh-ev.eu/home/vehevinf/public_html/
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ladydi12

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Hallo @Ehemaliges Heimkind,

was noch zusätzlich zu deinem letzten Post zu ergänzen wäre und vom Verein ehemaliger Heimkinder aufgenommen werden sollte, ist, daß die, meiner meinung nach, grundlose Befristung des Fonds vor allem für die ostdeutschen Heimkinder bezüglich der Geltendmachung entsprechender Ansprüche nur im Zeitraum September 2014 bis Dezember 2014 einen klaren Verstoß gegen die ersten 19 Artikel, vor allem aber gegen Artikel 1 bis 3, des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland und gegen die UN- Menschenrechtskonvention darstellt. Das sollte den Herrschaften Politikern in jedem Kreistag, Stadtverwaltung, vor allem aber Landesregierung und Bundesregierung in Berlin klargemacht werden und das vermisse ich in dem von dir verlinkten Schriftsatz des Vereins ehemaliger Heimkinder an die Bundesregierung vom 27.11.2014.

Ebenso sollte auch mal hinterfragt werden, warum dieser Fonds basierend auf welcher Rechtsgrundlage, befristet wurde.:cool:
Bei vielen Opfern von Straftaten zeigen sich die Folgen oft erst nach jahren richtig, so wie bei mir (da waren es hauptsächlich die ganzen Verprügelattacken während der Schulzeit, aber auch einige andere Sachen, wie die Heimzeit) in Form unschöner Flashbacks, weil vieles über Jahre und Jahrzehnte von den Opfern verdrängt wurde.:cool:

meint ladydi12
 
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Bitte beteiligt Euch an dieser Petition für Ehemalige Heimkinder.

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Bezüglich meinem vorhergehenden Beitrag ( Beitrag 905 vom Sa. 29.11.2014, um 05:32 Uhr ) auch relevant zu dieser wichtigen Heimkinder-Petition.

Zur Erinnerung an alle.

Wenn Ihr wollt, dass sich für Ehemalige Heimkinder etwas ändern soll in Deutschland: Bitte diese Petition Eures MITBETROFFENEN ( Fred Bethke, Berlin-Weißensee - [ das ist im Osten Berlins ! ] ), unterschreiben !!

… für Dich selbst und alle MITBETROFFENEN in Deutschland – in OST und WEST.

Hier geht es zur Petition: http://www.change.org/p/fonds-heimerziehung-volle-auszahlung-der-10-000-eur-an-die-betroffenen-ehemaligen-heimkinder-ohne-einteilung-und-das-erbringen-von-quittungen?share_id=FPmpvfQJHD&utm_campaign=share_button_action_box&utm_medium=facebook&utm_source=share_petition

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Diakonie der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal.

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Information bezüglich der »Diakonie der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal« : »Kinderhölle Korntal«

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[ seit 2005 in eigener Kanzlei ]
Rechtsanwaltkanzlei
Dr. Martin Hirschmüller [ Jg. 1939 ]

[ sagt von sich selbst ]


Ich berate und vertrete Privatpersonen und kleine/mittelständische Unternehmen sowie kirchliche Träger (Vereine, Stiftungen, gemeinnützige GmbHs).

Meine Tätigkeitsschwerpunkte sind das Erbrecht, das Arbeitsrecht, allgemein wirtschaftsrechtliche Fragen und die Beratung von Diakonie- und Sozialstationen. Als „Exoten-Themen“ befasse ich mich mit Transportrecht und – vorwiegend evangelischem – Kirchenrecht.
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QUELLE: Anwaltsverzeichnis.de @ http://www.anwaltsverzeichnis.de/rechtsanwaelte/rechtsanwalt/dr__martin_hirschmueller_stuttgart


Pro - Christliches Medienmagazin [ ein Magazin assoziiert mit der evangelischen Brüdergemeinde Korntal ] ( 12.09.2014 ) @ http://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/detailansicht/aktuell/keine-prozesskostenhilfe-fuer-ehemaliges-heimkind-89398/ berichtet:

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[ Ehemaliges Heimkind ] Detlev Zander war zwischen 1963 und 1977 als vorgeblicher Waise im Kinderheim Hofmannhaus untergebracht. Das Haus gehört noch heute der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal zwischen Ludwigsburg und Stuttgart. Zander will das Heim auf Zahlung von 1,1 Millionen Euro Entschädigung verklagen. Seine Vorwürfe: Er sei im Hofmannhaus als kleiner Junge sexuell missbraucht, geschlagen und gedemütigt worden.

[ ……… ]

[] Zander berichtet, eine Erzieherin sei „sadistisch veranlagt“ gewesen. Der Hausmeister habe ihn „fast täglich sexuell missbraucht“. Der inzwischen verstorbene Heimleiter sei „ein Landwirt mit Hang zu militärischen Methoden“ gewesen, sagt Zander. Dieser habe die Heimjungen auf einer Privatbaustelle hart arbeiten lassen und die sexuellen Übergriffe verschwiegen. Gegenüber der Stuttgarter Zeitung [ @ http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.klage-gegen-bruedergemeinde-korntal-ringen-um-wahrheit-und-verantwortung.6c7a799d-88cd-4b94-9072-3684492e2929.html
] sagte Zander: „Die Brüdergemeinde wusste sehr wohl noch zu Lebzeiten, was der Heimleiter gemacht hat“.

[ ……… ]

Der Anwalt der Brüdergemeinde Korntal, Martin Hirschmüller, sagte gegenüber der Stuttgarter Zeitung [ @ http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.klage-gegen-bruedergemeinde-korntal-ringen-um-wahrheit-und-verantwortung-page2.6c7a799d-88cd-4b94-9072-3684492e2929.html ], Zanders Forderung von 1,1 Millionen Euro Schmerzensgeld sei „außerhalb dessen, was deutsche Gerichte zusprechen“. Speziell der Vorwurf der Zwangsarbeit sei richtig Käse, Feldarbeit sei damals üblich gewesen. (pro)
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QUELLE: Pro - Christliches Medienmagazin [ ein Magazin assoziiert mit der evangelischen Brüdergemeinde Korntal ] ( 12.09.2014 ) @ http://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/detailansicht/aktuell/keine-prozesskostenhilfe-fuer-ehemaliges-heimkind-89398/

Und zu diesem evangelischen 'Kinderheim' der Brüdergemeinde Korntal, siehe auch diesen Artikel »Kinderhölle Korntal« mit vielen dazugehörenden Leserkommentaren @ http://www.kontextwochenzeitung.de/gesellschaft/168/kinderhoelle-korntal-2266.html

Desweiteren, siehe auch @ http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.klage-gegen-bruedergemeinde-korntal-ringen-um-wahrheit-und-verantwortung-page2.6c7a799d-88cd-4b94-9072-3684492e2929.html und @ http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.klage-gegen-bruedergemeinde-korntal-ringen-um-wahrheit-und-verantwortung.6c7a799d-88cd-4b94-9072-3684492e2929.html#comments-form

Last but not least: http://diakonie-korntal.de/index.php?id=1698
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ladydi12

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Hallo @Ehemaliges Heimkind,

der Fall, den du in deinem letzten Post schilderst, dürfte recht schwer zu beweisen sein, alleine schon deshalb, weil da die biologische Lösung miteingegriffen hat, es sei denn, daß der Betroffene inzwischen Kontakt zu anderen Heimkindern des selben Heimes hat, denen ähnliches wiederfahren ist.:cool:

meint ladydi12
 
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Diakonie der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal.

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Für ehemalige Heimkinder, die damals als Kinder oder Jugendliche in der evangelischen »Kinderhölle Korntal« der »Diakonie der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal«, in Korntal-Münchingen, in Baden-Württemberg, untergebracht waren, stehen jetzt auch die folgenden Internetangebote zur Verfügung:

http://www.heimopfer-korntal.de/

http://www.opferhilfe-korntal.de/
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Wer zahlt(e) was in den »Fonds Heimerziehung-WEST« ?

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Beteiligung aller religiösen Täterorganisationen am »Fonds Heimerziehung-WEST« ( Anfang des Jahres 2012 ---- oder seither in Raten ).

Was die 10 Millionen Gabe der DIAKONIE und die 10 Millionen Gabe der CHARITAS und sonstigen UNABHÄNGIGEN RELIGIÖSEN INSTITUTIONEN betrifft,

jede diakonische Kinder- und Jugendhilfe-Einrichtung wurde aufgefordert,

jede charitative Kinder- und Jugendhilfe-Einrichtung wurde aufgefordert,

jede sonstige von ORDENSLEUTEN betriebene Kinder- und Jugendhilfe-Einrichtung wurde aufgefordert,

nur ungefähr 50.0000 Euro in Sonderabgaben in den Almosentopf »Fonds Heimerziehung-WEST« – bzw. in den 40 Millionen Anteil dieses Topfes der beiden Kircheneinzuzahlen.

Die EVANGELISCHE KIRCHE als solche, selbst, zahlte nur eine Gabe von 10 Millionen Euro.

Die KATHOLISCHE KIRCHE als solche, selbst, zahlte nur eine Gabe von 10 Millionen Euro.

Das ist alles !!

Nachkriegsdeutsche säkulare Heimkinder-Zwangsarbeit-Firmen und deren Banken und Fiananzier und sonstige Nutznießer, Ausbeuter und Profiteure in diesen ganzen Angelegenheiten zahlten bisher garnichts !!

Dies jetzt nur erst einmal generell und als Antwort zur Frage ( Frage 8 ) der Heimopfer derDiakonie der Evangelischen Brüdergemeinde Korntalin ihrem Offenen Brief vom 21.10.2014 an diese „Brüdergemeinde“, wiedergegeben @ http://heimopfer-korntal.de/wp-content/uploads/2014/10/2014-10-21-Offener-Brief-1.pdf sowohl wie auch @ https://dierkschaefer.files.wordpress.com/2014/10/2014-10-21-offener-brief-1.pdf https://dierkschaefer.files.wordpress.com/2014/10/2014-10-21-offener-brief-1.pdf

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Nicht jeder weiß vom »Fonds Heimerziehung-WEST«

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Es gibt tatsächlich noch immer viele Ehemalige Heimkinder, die noch nichts von der Existenz des »Fonds Heimerziehung-WEST« wissen und erfahren haben.Warum ist das wohl so ?Und auf wessen Verschulden ist dies zurückzuführen ?

Der Evangelische Pfarrer i.R. Dierk Schäfer, Diplom-Pädagoge und Diplom-Psychologe in seinem Blog, dem Dierk Schaefers Blog, widmet sich diesem Dilemma @ https://dierkschaefer.wordpress.com/2014/12/01/an-wen-sich-wenden-anlaufstellen-heimkinder/ , am Mo. 01.12.2014, um 12:16 Uhr (MEZ).

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An wen sich wenden? Anlaufstellen Heimkinder

Die Frist ist zum Jahresende eine echte dead-line. Man will die lästige Sache abschließen.

Doch manche wissen immer noch nichts. Eben bekomme ich einen Anruf. Jemand sucht – nicht für sich selbst – an wen er sich wenden muß. Das Dumme ist: Keine Interneterfahrung, kein Mailverkehr.

Jemand anderes schrieb gestern: „Es wurde nämlich immer mehr bekannt, dass nur wenige Ehemalige einen PC oder ein Tablet besitzen, weil ihnen das Geld fehlt. Auch den Internetzugang können viele nicht bezahlen. Was würde da die geforderte Opferrente segensreich wirken.“

Hinzu kommt, dass viele ehemalige Heimkinder dank ihrer Berufsvorbereitung in den Heimen nie einen Beruf erreicht haben, in dem Sie sich mit den neuen Medien beschäftigen mußten – und es darum können. Sie sind nun schon älter und scheuen sich vor der neuen Technik.

Auch wenn hier das falsche Medium ist: Die Anlaufstellen findet man immer noch gut versammelt unter der Adresse des Fonds Heimerziehung [1], auch wenn dieser das Produkt der Betrugsleistung von Frau Vollmer und ihrem manipulierten Runden Tisch [Heimerziehung] ist.

[ ……… ]

Man sollte aber nicht zu vertrauensselig zur Anlaufstelle gehen. Es gibt Betroffene, die sich im Umgang mit solchen Stellen auskennen und zu einer maximalen Wertschöpfung verhelfen können.

Die Anruferin von heute stieß übrigens in ihrem Rathaus und in ihrem Jugendamt auf völlige Unkenntnis. Auch dort gibt es offenbar Leute, die entweder null-Ahnung vom Netz haben oder dort andere Spielwiesen aufsuchen, was dann auch auf andere Medien zutreffen dürfte.


[1] http://www.fonds-heimerziehung.de/

[ ……… ]

TAGS/LABELS: Anlaufstellen, dead-line, Fonds-Heimerziehung
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QUELLE: Dierk Schaefers Blog @ https://dierkschaefer.wordpress.com/2014/12/01/an-wen-sich-wenden-anlaufstellen-heimkinder/ ( Mo. 01.12.2014, um 12:16 Uhr (MEZ) ).
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Nicht jeder weiß vom »Fonds Heimerziehung-WEST«

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ZDF - MONA LISA am Samstag, 29. November 2014

@
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/kanaluebersicht/434#/beitrag/video/2292518/ML-mona-lisa-vom-29-November-2014

Der zweite 5 Minuten lange Beitrag in diesem MONA LISA-Programm handelt vom »Fonds Heimerziehung-WEST« von manchen Leuten auch »Fonds ehemalige Heimkinder-WEST« genannt.

2DF Mediatek-Video
vollständige Länge 31 Min. und 17 Sek.

ab der 6. Min und 41. Sek. bis 11. Min. und 41. Sek. bezüglich dem »Fonds«.

Ehemaliges Heimkind Heidelore Rampp aus Stuttgart spricht und klärt auf – und hilft.

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Entschädigungsfonds für Westheimkinder ebenso leer.

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Ein gewöhnlich ziemlich gut informiertes Ehemaliges Heimkind, Wolfgang Bahr, aus Kassel, in Hessen, bestätigt ebenso, dass der »Fonds Heimerziehung-WEST« leer ist und bisher nicht auffgestockt worden ist.

Siehe Medienbericht vom Di. 02.12.2014 @ http://www.hna.de/kassel/stadt-kassel/ehemalige-heimkinder-hoffen-entschaedigung-4499071.html
( Was mich persönlich stört, jedoch, ist, dass auch hier in diesem Medienbericht wieder von „Entschädigung“ gefasselt wird ).
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Nicht jeder weiß vom »Fonds Heimerziehung-WEST«

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WEN AUCH IMMER DIES BETREFFEN MAG

Der Evangelische Pfarrer i.R. Dierk Schäfer, Diplom-Pädagoge und Diplom-Psychologe in seinem Blog, dem Dierk Schaefers Blog, appelliert @ https://dierkschaefer.wordpress.com/2014/12/04/to-whom-it-may-concern-bitterste-armut-bei-einem-grosteil-der-ehemaligen-heimkinder/#comments, am Do. 04.12.2014, um 19:13 Uhr (MEZ), an die Verantwortlichen.

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To whom it may concern: bitterste Armut bei einem Großteil der ehemaligen Heimkinder

Helmut Jacob schreibt über die »bitterste Armut bei einem Großteil der Opfer. Allein wir haben dieser Tage über sechzig Weihnachtsgrüße und Infos an Ehemalige geschickt, die keinen PC haben. Etliche von ihnen besitzen auch keinen Fernseher, weil sie sich eine Reparatur des Altgerätes nicht leisten können. Von ihren 105,- € Taschengeld müssen sie alles für die Körperpflege und den Kaffee zwischendurch bezahlen. Da bleibt für Zeitungen und Internet kein einziger Cent über. So hilft ein Verweis aufs Internet überhaupt nichts. Richtig wäre es, dafür einzutreten, dass die Heime verpflichtet werden, ihre Opfer zu informieren und dass alle Informationen herangezogen werden, damit niemand vergessen wird.« [Hervorhebung ds]

Dem ist wohl nichts hinzuzufügen.

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QUELLE: Dierk Schaefers Blog @ https://dierkschaefer.wordpress.com/2014/12/04/to-whom-it-may-concern-bitterste-armut-bei-einem-grosteil-der-ehemaligen-heimkinder/#comments ( Do. 04.12.2014, um 19:13 Uhr (MEZ) ).
Kommentarmöglichkeit besteht auch dort und wird auch reger Gebrauch von gemacht ----- und auch Opposition gegen diesen Vorschlag geäussert.
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Der »Verein ehemaliger Heimkinder e.V.« gibt bekannt.

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Der »Verein ehemaliger Heimkinder e.V.« (»VEH e.V.«) gibt bekannt.

Auf Facebook @ http://www.facebook.com/VeHeV

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Hi!

Dieses Schreiben an das ZDF war meine Reaktion auf den Beitrag in "mona lisa". – Von wegen Entschädigung! - LG Dirk F.


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Von: d.friedrich@veh-ev.eu
An: zuschauerredaktion@zdf.de

Datum: 30:11:2014
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Verein ehemaliger Heimkinder e. V.
c/o Dirk Friedrich, Hauptstr. 98 , 63110 Rodgau
Tel.: 06106-15379

E-Mail: d.friedrich@veh-ev.eu
Homepage: http://www.veh-ev.eu/
Facebook: http://www.facebook.com/VeHeV

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir ehemaligen Heimkinder würden uns freuen, wenn es – wie sie behaupten – eine Entschädigung, für die furchtbaren brutalen Misshandlungen, sexuelle Gewalt, Zwangsarbeit und Ausbeutung geben würde.

In ihrer Sendung am Samstag [ 29.11.2014 ] sprachen sie mehrmals von Entschädigungen. NEIN! Es gibt keine Entschädigung! - Begreifen sie das endlich einmal.

Was wir bekommen sind Hilfsgelder. Daher wurde am RUNDEN TISCH HEIMERZIEHUNG ein HILFSFONDS beschlossen. Weit ab von dem, was eine Entschädigung bedeuten würde.

Auch die ständigen Wiederholungen, das es eine Entschädigung wäre, ändert nichts daran, dass es Almosen sind, die wir zu schlucken haben.

Almosen, die uns von den Nachfolgern der Täternachfolgeorganisationen aus Kirchen und Staat oktroyiert wurden.

Wir, der Verein ehemaliger Heimkinder e. V. mit gut 400 Mitgliedern der größte Heimkinderverein in Deutschland, dessen Vorsitzender ich bin, kämpfen für eine wahrhaftige Entschädigung. Die Hilfsfonds WEST und OST können nur ein erster Schritt dorthin sein.

Bis zum heutigen Tag haben weder die Industrie, Firmen und Betriebe, noch die in die damalige Zwangsarbeit von Kindern und Jugendlichen in den Heimen involvierten landwirtschaftlichen Betriebe – sprich Bauern – je ein Wort darüber verloren.

Die von den Kindern und Jugendlichen erbrachte Arbeit, insbesondere ihr Anteil zum damaligen „Wirtschaftswunder“ wurden bisher mit keinem Wort gewürdigt.

Die erarbeiteten Löhne aus den Zwangsarbeiten, wurden von den Heimträgern in „die eigenen Taschen“ gesteckt. Die Sozialabgaben gleich mit dazu. Sodass es heute viele Grundsicherungs- und Hartz IV – EmpfängerInnen gibt, die am Tropf der Gesellschaft, ihr schon als Kinder und Jugendliche durch die Heimerziehung verpfuschtes Leben, hängen müssen.

Die Almosen, die vom Hilfsfonds verteilt werden, spotten jeder Beschreibung.

Es gibt eine „Rentenausgleichszahlung“ sowie einen „Sachwertefonds“. Der „Rentenausgleichsfonds“ kommt zum Tragen, wenn das ehemalige Heimkind ab dem 14. Lebensjahr in den Heimen arbeiten musste. Pro gearbeiteten Monat stehen dafür 300 € zur Verfügung.

Da aber die Kinder schon oftmals mit 6 Jahren zur Arbeit – auch schon an Bauern „vermietet“ herangezogen wurden – steht ihnen kein Entgelt zu.

Der „Sachwertefonds“ ist ein geldloser Fonds. Das heißt, das die in Frage kommenden Ehemaligen sich um Kostenvoranschläge kümmern sollen, damit ihnen nur das bezahlt wird, was ihnen die „Landesgeschäftsstelle Heimfonds“ in Köln genehmigt. Die genehmigten Gelder gehen nicht an den/die Ehemalige/n. Sie werden an die rechnungsstellende Firma ausbezahlt.

Diese Art und Weise der Handhabung ist genau die, die wir schon in den Heimen hatten. Der überwiegende Teil der Ehemaligen sieht dies wiederum als Drangsalierung an!

Sicherlich helfen wir als Verein jedem ehemaligen Heimkind, das sich uns anvertraut. Vielen konnten wir schon helfen. Das tun wir gern mit viel Engagement und Herzblut.

Unsere Arbeit als Verein ist aber auf eine Entschädigung gerichtet. Vor 10 Jahren, als sich im Okt. 2004 der Verein ehemaliger Heimkinder e. V. gründete war dies die Zielsetzung.

Dem werden wir auch in Zukunft nachkommen und darauf bestehen!
Genauso wie die ehemaligen irischen Heimkinder, die sich eine Entschädigung erkämpfen mussten, werden wir handeln. Wir werden alle zuständigen Gerichtsinstanzen bemühen und dort klagen.

Sollte dies nicht fruchten, gehen wir bis zu den höchsten internationalen Gerichten.

Wir möchten sie nicht belehren, aber schauen sie doch einfach mal nach, was das Wort Entschädigung bedeutet!

In diesem Sinn!

Mit freundlichen Grüßen

Dirk Friedrich
Vorsitzender

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Wer trägt die Verantwortung ausreichend zu informieren ?

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Für den OSTEN sind all die folgenden Persönlichkeiten vom Lenkungsausschuss dafür verantwortlich alle relevanten Fragen bezüglich dem »Fonds Heimerziehung-OST« zu beantworten:

http://www.fonds-heimerziehung.de/fonds/fonds-heimerziehung-in-der-ddr/errichter-des-fonds-heimerziehung-ddr/lenkungsausschuss-ddr.html

Für den WESTEN sind all die folgenden Persönlichkeiten vom Lenkungsausschuss dafür verantwortlich alle relevanten Fragen bezüglich dem »Fonds Heimerziehung-WEST« zu beantworten:

http://www.fonds-heimerziehung.de/fonds/errichter-des-fonds/lenkungsauschuss.html

Tut mir leid, aber ich, ein Betroffener der in in Australien ansässig ist, weiß die Antwort zum WARUM „der kleckerweisen Verteilung der Fondsgelder an Betroffene“ ebensowenig.
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Ein Beobachter: „Mich wundert mittlerweile gar nichts mehr.“

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MICH WUNDERT MITTLERWEILE GAR NICHTS MEHR

Der Evangelische Pfarrer i.R. Dierk Schäfer, Diplom-Pädagoge und Diplom-Psychologe in seinem Blog, dem Dierk Schaefers Blog – was die Verantwortlichen für die FONDS HEIMERZIEHUNG und die aktuelle Umsetzung dieser Almosen-FONDS betrifft – bringt es auf den Punkt @ https://dierkschaefer.wordpress.com/2014/12/07/mich-wundert-mittlerweile-gar-nichts-mehr/#comment-6364, am So. 07.12.2014, um 15:40 Uhr (MEZ), an die Verantwortlichen.

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Mich wundert mittlerweile gar nichts mehr

Der Lahme muss dem Blinden helfen.

Aus einem Mail: »Von der Anlauf-u.Beratungsstelle beim LVR Köln, erhielt ich 2 Plakate von Prof.DR. Schruth (Ombudsmann/Lenkungsausschuss), sowie DIN A 4-Anmeldeformulare (s.Vorder-Rückseite) auf Hochglanzpapier. Damit habe ich erstmal 10 ehemalige Heimkinder postalisch, bei der Anlaufstelle angemeldet, die kaum oder gar nicht lesen und schreiben können, sowie über kein Internet verfügen. Somit können sie auch nicht die Seite www.fonds-heimerziehung.de aufrufen, um für sich die zuständige Anlaufstelle abzurufen.

Ich teile dies mit, um aufzuzeigen, was jetzt alles noch auf den letzten Drücker, für ein Aufwand betrieben wird, damit der Lenkungsausschuss sein Gesicht wahren kann. Aber auch, was für ein Aufwand von den ehemaligen Heimkindern betrieben werden muss! Dank einer Spende von einem ehemaligen Heimkind (Frau) aus München, bin ich in der Lage, die Porto-u. Telefonkosten zu bestreiten, sowie Umschläge und Papier. … Die meisten Anfragen erhielt ich aus den Obdachlosen-Treffs und vom Arbeitslosenzentrum in Mönchengladbach.«

———————–

Die so exzellenten erzieherischen Bemühungen in den Kinderheimen haben dazu geführt, dass eine ganze Reihe der ehemaligen Heimkinder am unteren Ende der Sozialskala und auch am unteren Ende der Bildungsskala zu suchen sind. Das dürfte den Verantwortlichen für den Fonds Heimerziehung bekannt sein. Also muß man die sozialen Anlaufstellen problembewußt und sprachfähig machen und mit Informationsmaterial ausstatten, das sind Sozialämter, Obdachloseneinrichtungen, Job-Center, die Vesperkirchen oder Tafeln, die Drogenanlaufstellen – und auch die Haftanstalten. Es muß aktiv informiert werden. Aufklärung von Bedürftigen muß immer eine Geh-Struktur haben, doch die Fondsverantwortlichen warten darauf, dass die Kunden kommen. Kommt ja auch billiger – und man hat doch alles getan – oder etwa nicht?


Die Juristen unter den Lesern sollten doch bitte einmal die Rechtsfigur „Wiedereinsetzung in den vorigen Stand“ überprüfen. Könnte man damit in solchen Fällen Erfolg haben?

TAGS/LABELS: Anlaufstelle, Äufklärung von Bedürftigen, dead-line, Fonds-Heimerziehung, Info-Politik, Lenkungdausschuss

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QUELLE: Dierk Schaefers Blog @ https://dierkschaefer.wordpress.com/2014/12/07/mich-wundert-mittlerweile-gar-nichts-mehr/#comment-6364 ( So. 07.12.2014, um 15:40 Uhr (MEZ) ).
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Entschädigungsfonds für Westheimkinder ebenso leer.

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Die einzige Stelle im Internet, wo man offiziell etwas genaueres zum Stand der Dinge bezüglich dem »Fonds Heimerziehung-WEST« erfahren kann, ist auf dem Internetauftritt der Berliner Anlaufstelle, Beratungsstelle und Treffpunkt für ehemalige Heimkinder

@ http://www.abeh-berlin.de/beratungsangebot/haufig-gestellte-fragen/ zu finden,

wo es heist:

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[] (Stand 06.09.2014)

Fonds WEST

Im Geltungsbereich des Fonds Heimerziehung WEST ist einiges anders geregelt. Auch hier reichen die bisher zur Verfügung gestellten Mittel nicht aus. Die konkret benötigte Aufstockungssumme wird erst nach dem Anmeldeschluss am 31.12.2014 festgestellt, aber es können trotzdem weiterhin Vereinbarungen über Fondsleistungen abgeschlossen und [ und von uns aus und auch weiterhin von allen anderen Beratungstellen im gesamten Bundesgebiet aus ] zur Fondsverwaltung beim BAFzA in Köln geschickt werden.

Auch hier [ was den »Fonds Heimerziehung-WEST« betrifft ] gibt es für Neuanmeldungen eine Warteliste, die aber nicht so umfangreich ist und deren Bearbeitung voraussichtlich im ersten Vierteljahr 2015 abgeschlossen werden kann.

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Der »Verein ehemaliger Heimkinder e.V.« gibt bekannt.

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Wie Ihr ja wisst, hatte der »Verein ehemaliger Heimkinder e.V.« (»VEH e.V.«) die irreführende Verwendung des BegriffsEntschädigung beanstandet … … schon immer beanstandet … … vollkommen zu Recht beanstandet … … denn es ist ja auch eine grundlegende Farge von RECHT !! ( … nicht nur von innerstaatlichem RECHT, aber besonders auch von europäischem und internationalem RECHT !! )

Das Märchen von der Entschädigung.

[ HANSESTADT HAMBURG - ] Die Hamburger Stadtbehörde auf dem städtischen Internetauftritt ihrer Stadt, zum Beispiel, stellt die Anlauf- und Beratungstelle für ehemalige Heimkinder in Hamburg, wie folgt der Öffentlichkeit vor:

( @ http://www.hamburg.de/heimkinder/ )


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[ Hamburger ] Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration

Versorgungsamt Hamburg

Beratung und Entschädigung für ehemalige Heimkinder

Ehemalige Heimkinder mit Hamburger Wohnsitz, die von 1949 bis 1975 in der Bundesrepublik Deutschland in einer stationären Erziehungseinrichtung untergebracht waren und dort misshandelt wurden, können sich ab sofort im Hamburger Versorgungsamt beraten lassen und Hilfeleistungen beantragen. Damit setzt die Sozialbehörde die Ergebnisse des Berliner Runden Tischs „Heimerziehung“ in Hamburg um.

Entschädigungsfonds

Betroffene Kinder und Jugendliche sollen aus einem Gesamtfonds des Bundes in Höhe von 120 Millionen Euro Hilfeleistungen und Rentenersatzleitungen erhalten. Die Hilfeleistungen umfassen vor allem Sachleistungen wie etwa Therapiekosten, um Folgeschäden von Misshandlungen wie Essenszwang, Isolation, sexuelle Übergriffe, Redeverbot oder Schläge zu mildern. Aus einem Rentenersatzfonds sollen Leistungen an Betroffene gezahlt werden, die in Heimen arbeiten mussten, ohne dass Sozialversicherungsbeiträge abgeführt wurden.

Kontakt

In der Beratungsstelle für ehemalige Heimkinder des Versorgungsamts Hamburg, Adolph-Schönfelder-Straße 5, 22083 Hamburg (10. Stock) können Betroffene bis zum 31. Dezember 2014 entsprechende Anträge stellen.

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[ LANDESHAUPTSTADT BERLIN -] Berliner Anlaufstelle, Beratungsstelle und Treffpunkt für ehemalige Heimkinder

http://www.abeh-berlin.de/beratungsangebot/haufig-gestellte-fragen/

Wer kann Leistungen aus dem Fonds-Heimerziehung beantragen?

Die Fonds-Heimerziehung richten sich an ehemalige Heimkinder der BRD, die im Zeitraum von 1949-1975 Unrecht erfahren haben; seit 01.07.2012 gilt das Gleiche für ehemalige Heimkinder aus der DDR (Zeitraum 1949-1990).

Sind die Fonds-Heimerziehung Entschädigungsfonds?

*Die Fonds-Heimerziehung sind keine Entschädigungsfonds*, sondern Folgeschäden-Ausgleichsfonds, bzw. Fonds, die zur Erleichterung und Verbesserung der momentanen Lebenssituation betragen sollen. Der in der Presse häufig verwendete BegriffEntschädigungist daher unzutreffend, denn er suggeriert eine Wiedergutmachung für erfahrenes Unrecht.

Nur die sog. Rentenersatzleistung (für sozialversicherungspflichtige Tätigkeiten von Jugendlichen in der Heimerziehung ohne entsprechende Einzahlungen in die Sozialkassen) kann als Entschädigung gewertet werden.

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LAND BRANDENBURG - Informationen für ehemalige Heimkinder in der DDR

Anlauf- und Beratungsstelle des Landes Brandenburg

@ http://www.aufarbeitung.brandenburg.de/sixcms/detail.php/bb1.c.276975.de


Was kann die Anlaufstelle leisten?

In der Öffentlichkeit wird im Zusammenhang mit ehemaligen Heimkindern häufig der Begriff derEntschädigunggebraucht. Er ist bezogen auf die zu erwartenden Hilfen aber missverständlich. Die Hilfen aus dem Fonds sind freiwillige Leistungen des Bundes und der ostdeutschen Länder. Die Mittel werden für Hilfen eingesetzt, die Menschen bei anhaltenden Belastungen und Schädigungen aus der Zeit ihres Heimaufenthaltes benötigen.
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Der »Verein ehemaliger Heimkinder e.V.« gibt bekannt.

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RÜCKBLICK um mit Zuversicht vorwärts zu blicken:

Was gemäß dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg (EuGMR) alsEntschädigungqualifiziert und was nicht !!

( Beitrag vom 09.02.2014, um 13:29 Uhr (MEZ) ) @ http://www.ehemalige-heimkinder-tatsachen.com/viewtopic.php?p=533#p533

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Martin MITCHELL sagte :
Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte: „Niemand darf der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.“


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Das dürfte Aufsehen erregen

Der Europäische [ Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg ] macht einen Staat (Irland) verantwortlich für den Mißbrauch an Schulen, auch wenn es sich um kirchliche Schulen gehandelt hat[1]


Auszüge aus dem Bericht des WDR: [2]

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»Das Straßburger Gericht stützte sich in seinem Urteil ausdrücklich nicht auf die mittelbare Verantwortung, die der irische Staat trage, weil er seine Schulen der Obhut der Katholischen Kirche anvertraut hatte. Stattdessen stellte das Gericht allgemeingültig fest, der Staat trage die Verantwortung dafür, dass alle Kinder in allen Schulen vor Missbrauch geschützt würden und dass Mechanismen bestünden, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Dieser Ansatz reicht über Irland hinaus und erfasst wohl auch Privatschulen, mit denen der Staat direkt nichts zu tun hat.«

»Irlands Volksschulen waren damals wie auch heute fast ausschließlich unter der Kontrolle der Katholischen Kirche. Der Staat bezahlte zwar die Lehrerlöhne, mischte sich aber nicht in den Schulalltag ein.«

»Die Klägerin habe unmenschliche und entwürdigende Behandlung erlitten und sei der Möglichkeit beraubt worden, sich Recht zu verschaffen. Sie habe daher Anspruch auf Genugtuung.«

Der irische Erziehungsminister, Ruairi Quinn, kündigte Konsequenzen an. Er sei froh für die Klägerin, dass sie das erwünschte Ergebnis erzielt habe und werde sich nun damit beschäftigen, was das bedeute.«

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Der mit den vergleichbaren deutschen Verhältnissen vertraute Leser erkennt die Bedeutung der Straßburger Gerichtsentscheidung: Nicht nur die Mißbrauchsopfer, sondern auch die Mißhandlungs- und Ausbeutungsopfer in deutschen Kinderheimen jeglicher Art dürfen Hoffnung schöpfen: Auch sie haben unmenschliche und entwürdigende Behandlung erlitten , auch sie sind der Möglichkeit beraubt worden, sich Recht zu verschaffen. Sie haben daher Anspruch auf Genugtuung.


Ja, werden manche sagen, da gibt es doch den Heimkinderfonds. Falsch! Denn dort geht es erklärtermaßen nicht um Rechtsansprüche, sondern um freiwillige Unterstützung in prekären Lebenslagen, die auf die Heimzeit zurückzuführen sind.

So könnte den findigen Fonds-Erfindern ihr eigene Schutzkonstruktion schmerzhaft auf die Füße fallen. Ich gönne es ihnen.



[1] Dank an Martin Mitchell/Australien, der auf die Gerichtsentscheidung aufmerksam
gemacht hat.

[2] http://www.wdr5.de/sendungen/diesseitsvoneden/missbrauchirland100.html


Beschlagwortet mit:
"Europäischer Gerichtshof", Entschädigung, Kinderheime, Kirche, Missbrauch, Schulen, Staat, Verjährung
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QUELLE: Dierk Schaefers Blog-Artikel betitelt »Das dürfte Aufsehen erregen« vom Sonntag, 9. Februar 2014, um 08:17 Uhr (MEZ) @ http://dierkschaefer.wordpress.com/2014/02/09/das-durfte-aufsehen-erregen/ ( Weiterverbreitung erlaubt und ausdrücklich erwünscht. )
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RÜCKBLICK um mit Zuversicht vorwärts zu blicken:

Was gemäß dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg (EuGMR) alsEntschädigungqualifiziert und was nicht !!

( Beitrag vom 09.02.2014, um 13:29 Uhr (MEZ) ) @ http://www.ehemalige-heimkinder-tatsachen.com/viewtopic.php?p=533#p533
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Der »Verein ehemaliger Heimkinder e.V.« gibt bekannt.

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Das Märchen von der Entschädigung.

Nicht nur die Medien, aber auch Öffentliche Ämter verbreiten dieses Märchen:


Beratungsstelle für ehemalige Heimkinder
»Hamburger Versorgungsamt bietet Beratung und Entschädigung«
( Di. 17.01.2012, um 21:45 Uhr ) @ http://www.infoarchiv-norderstedt.org/kurzmeldungen/beratungsstelle-fur-ehemalige-heimkinder.html



[ Memmingen ist eine kreisfreie Stadt im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben ] Der zuständige Oberbürgermeister der Stadt Memmingen, Dr. Ivo Holzinger, in einer Pressemitteilung vom Mi. 05.11.2014, lässt mitteilen: »Ehemalige Heimkinder erhalten Entschädigung« @ http://www.memmingen.de/125.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=4880&cHash=27f5d153b7dab540b6c77ac14a0026f8


[ Bayern. Der Landkreis Unterallgäu liegt zentral im Regierungsbezirk Schwaben. Der oberschwäbische Landkreis gehört zur Planungsregion Donau-Iller. Sitz der Kreisverwaltung ist die Kreisstadt Mindelheim, größte Stadt (Stand: 30. Juni 2011) ist Bad Wörishofen. ] Das Unterallgäuer Kreisjugendamt gibt bekannt am Mi. 19.11.2014, um 11:16 Uhr: »Ehemalige Heimkinder können Entschädigung beantragen«
@ http://www.landratsamt-unterallgaeu.de/aktuelles/pressemitteilungen/pressemitteilung-detail-ansicht/article/ehemalige-heimkinder-erhalten-entschaedi.html?type=44&width=700&height=500

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Entschädigungsfonds für Westheimkinder ebenso leer.

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LVR-Jugenddezernent Lorenz Bahr vom (LVR) Landschaftsverband Rheinland / Landesjugendamt Rheinland / Anlauf- und Beratungsstellestelle für ehemalige Heimkinder teilt erstmalig öffentlich mit:Der Fonds ist im Moment überzeichnet.

ZDF - »Volle Kanne« ( Mo. 01.12.2014 ) MEDIATHEK-VIDEO @ http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2294642/Entschaedigung-fuer-Heimkinder#/beitrag/video/2294642/Entschaedigung-fuer-Heimkinder ( Länge: 3 Min. und 42 Sek. )

SPRACH-BEISPIEL aus linguee.de: „Die Anleihe war in Folge großer Nachfrage überzeichnet.“ = "As a result of strong demand, this bond was oversubscribed by several times."
QUELLE: http://www.linguee.de/deutsch-englisch/uebersetzung/anleihe+ist+%C3%BCberzeichnet.html
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ACHTUNG, Heimkinderfonds-Anmeldefrist endet 31.12.2014 !

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ACHTUNG, ehemalige Heimkinder, Heimkinderfonds-Anmeldefrist endet 31.12.2014, unwiderruflich !!

Für alle von Euch die den Antrag auf Rentenausgleich und Sachzuwendung immer noch nicht gestellt haben, hier ein aktuelles Video von Peter Henselder für Euch:

Aufruf der Anlauf-und Beratungsstelle für ehemalige Heimkinder in Berlin

https://www.youtube.com/watch?v=LvgD1Emfq9g&list=UUYfQDxLFqzfnX4WoyTMO3hQ
( Länge: 3 Min. und 50 Sek. )
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ethos07

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Monitor berichtete in der gestrigen Sendung, dass die Konferenz der Arbeits-und Sozialminister der Länder diesen Fonds zwar ewiglange befürwortet hätten, nun aber die Fianzierung rundum abgelehnt hätten mit der Vertrötstung, er wäre zwar richtig und wichtig und auch das Leid der ehemaligen Heimzöglinge würde anerkannt, aber es gäbe anstelle ihrer Finanzierung womöglich irgendwann auch noch andere Möglichkeiten - und das müsste nun vorerst erneut (vermutlich jahrelang) weitergeprüft werden...

Monitor Nr. 670 vom 11.12.2014 | Video zu Monitor | ARD | Das Erste Mediathek

Eines der vielen Trauerspiele dieser Regierung, die zwar jede Menge Geld für militärische Aufrüstung bereitstellen will, aber keines für längst überfällige soziale Wiedergutmachung hat.
 
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Heimkinder-Demo / Behinderten-Demo in Köln, Sa. 20.12.2014.

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Demo am Sa. 20.12.2014 in Köln

Wir fordern: Sofortige Leistungen für ehemalige Heimkinder, die in Behinderteneinrichtungen und in der Psychiatrie leiden mussten!

Seit Bestehen der Bundesrepublik respektive der Deutschen Demokratischen Republik lebten etwa ein Million Kinder in Säuglings- und Kinderheimen, in Waisenhäusern, in Heimen für Jugendliche mit oder ohne Behinderungen, in Heimen für „schwererziehbare“ Jugendliche und in der Psychiatrie. Die Heime waren mehrheitlich in Händen der Kirchen beider Konfessionen (BRD), des Staates und in privater Hand.

Die Kinder waren oftmals schlecht ernährt, schlecht gekleidet, kaum bzw. schlecht medizinisch versorgt. Sie bekamen Medikamente, um im Sinne der Heimbetreiber zu funktionieren und es wurden an ihnen medizinische Experimente durchgeführt.

Viele mussten bereits vom sechsten Lebensjahr an Zwangsarbeit leisten – vor der Schule, nach der Schule oder anstatt Schule, in den Ferien, an Sonn- und Feiertagen. Für ihre Arbeit bekamen sie weder Lohn ausbezahlt, noch wurden für sie Sozialabgaben entrichtet. Entsprechend sieht für sie heute ihre Rente aus!

Ihnen wurde psychische, physische und sexuelle Gewalt angetan. Sie wurden tage- bis monatelang eingesperrt, allein, im Dunkeln.

Beziehungen zu Familienangehörigen wurden verhindert oder erschwert, Briefe zensiert, Pakete oder Päckchen erreichten sie kaum. Selbst Freundschaften innerhalb des Heimes wurden unterbunden. Oftmals standen die Kinder unter einem rigorosen Schweigegebot und sie wurden zwangsmissioniert.

Die Überlebenden dieser „schwarzen Pädagogik“ haben seit 2 Jahren und noch bis Ende dieses Monats die Möglichkeit, zumindest einen Ausgleich für die Rentenzahlungen und eine „Hilfe in Anerkennung für das erlittene Leid“ zu beantragen.

Allerdings gibt es gravierende Ausnahmen:

Kindern, die in Behinderteneinrichtungen leben mussten, stehen heute keine Rentenausgleichszahlung zu!

Kinder, die in die Psychiatrie gezwungen wurden, gehen ganz leer aus!

Immer wieder wurden sie vertröstet, immer wieder hingehalten von Kirchen und Politik. Nun hat die Arbeits- und Sozialministerkonferenz sich wieder eine neue Hinhalte-Taktik ausgdacht:

Eine bereits 2013 eingerichtete Arbeitsgruppe soll nun „neue Vorschläge“ einholen, wie das erlittene Unrecht und Leid „mithilfe von Anpassungen der Regelsysteme anerkannt werden kann“.

Wie lange müssen diese geschundenen Menschen noch warten?

Warum wurden sie nicht von Anfang an bei dem Fonds Heimerziehung mit bedacht?

Wie viele müssen noch sterben, bevor sie Leistungen bekommen?



Zur Erinnerung: Artikel 3 Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland

(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.

(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.

(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.


Von Ausnahmen steht da nichts !!
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Liebes Mitglied,

Wir hoffen auf rege Beteiligung an dieser Demo in Köln! - Treffen ist auf dem Bahnhofsvorplatz in Köln. - Wenn wir nicht "in die Puschen" kommen, wird es niemand für uns tun!

Wir arbeiten unter Hochdruck an der Organisation und hoffen, die Nonne "Candida" - auch "Prügelnonne" genannt - nach Köln schaffen zu können, so dass uns einiges an Beachtung gewiss sein wird!

Wir werden Faltblätter zum Verteilen mitbringen und wer es kann, sollte Plakate und/oder Transparente mitbringen!

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Vorstand

»VEH e.V.«
( »Verein ehemaliger Heimkinder e.V.« )

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Heimkinder-Demo / Behinderten-Demo in Köln, Sa. 20.12.2014.

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Unsere »Heimkinder-Demo / Behinderten-Demo in Köln, Sa. 20.12.2014« findet statt auf dem „Bahnhofsvorplatz“ des „Hauptbahnhofs in Köln“, und beginnt um 09:30 Uhr ( das Ende der Demo bleibt offen ).

Interessiert ? … dann schließe Dich uns an.
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Heimkinder-Demo / Behinderten-Demo in Köln, Sa. 20.12.2014.

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Entschädigung für Verbrechen an die Hilflosesten der Gesellschaft! - Demo in Köln

Heimkinder-Demo / Behinderten-Demo in Köln, Sa. 20.12.2014 ( 09:30 Uhr )

Ziel: Forderung nach echten Entschädigungen. Behinderte Kleinkinder und Schulkinder, so wie zwangsweise in Psychiatrien eingewiesene Kinder und Jugendliche waren zu Hunderten psychischer, physischer und teils auch sexueller Gewalt ausgesetzt. Sie erhalten weder Entschädigungen noch Leistungen aus irgend einem Opferfonds. Ehemalige Heimkinder und Sympathisanten demonstrieren für sie, die selbst nicht mehr demonstrieren können, in Köln. ZEIGEN SIE IHRE SOLIDARITÄT AM 20.12.2014 !

[ ……… ]


Interessiert ? … dann schließe Dich uns an.
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QUELLE: http://www.gewalt-im-jhh.de/hp3/Aktuelles_-_Rund_ums_Thema_Hei/aktuelles_-_rund_ums_thema_hei.html
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Heimkinder-Demo / Behinderten-Demo in Köln, Sa. 20.12.2014.

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"Ehemalige Heimkinder"+"unterstützen"+"Ehemalige Behinderte Heimkinder"+"und auch diejenigen ehemaligen Heimkinder, die damals ausgesondert und in die Psychiatrien gesperrt wurden"

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16.12.2014 - ZDF-Frontal21: re Hilfsfonds Heimerziehung-WEST.

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ZDF - Frontal21

Sendung vom 16. Dezember 2014

[ also am Dienstag, um 21:00 Uhr ]

Gut gemeint und schlecht gemacht Entschädigung für Heimkinder


Über 700.000 Kinder wuchsen in der Bundesrepublik Deutschland bis 1975 in staatlichen und kirchlichen Erziehungsheimen und Waisenhäusern auf, viele von ihnen wurden dort verprügelt, misshandelt, missbraucht. Lange wurde am Runden Tisch [Heimerziehung] um einen angemessenen Umgang mit den Opfern gerungen. Das Ergebnis: Statt einer Entschädigung gibt es Sachleistungen in Höhe von bis zu 10.000 Euro, um die Folgen des damals erlittenen Leids zu lindern. Doch so einfach können die Betroffenen die Leistungen aus dem Hilfsfonds nicht in Anspruch nehmen. Viele sprechen von einer demütigenden Bürokratie. Hinzu kommt: Viele haben die versprochene Leistungen noch nicht erstattet bekommen.
Bis Ende des Jahres [ d.h. bis Mitternacht, Mi. 31.12.2014 ] können und sollen sich Betroffene melden, ihren Anspruch geltend machen, dafür werben sie auch beim Hilfsfonds - und hoffen, dass im nächsten Jahr der Fonds ausreichend aufgestockt wird. Denn die ursprünglichen 120 Millionen Euro sind verbraucht.
Frontal21 zeigt, wie das niedrigschwellige Angebot des Hilfsfonds in der Praxis aussieht.

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QUELLE: ZDF - Frontal21 @ http://www.zdf.de/frontal-21/themen-der-frontal21-sendung-vom-16.-dezember-2014-36375576.html ( das zweite in dieser Sendung behandelte Thema )
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Beweise gegen Heimkinder-Zwangsarbeit-Firmen festmachen.

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Der »Verein ehemaliger Heimkinder e.V.« gibt bekannt.

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ACHTUNG!WICHTIG!

ZEITZEUGEN DRINGEND GESUCHT!

Wie wir schon des Öfteren hier mitgeteilt haben, sollen damaligen Zwangsarbeitsfirmen an ihre Mitverantwortung erinnert und zu einer anteiligen Entschädigung aufgefordert werden. Sie haben sich an der Aufklärung der Geschehnisse zu beteiligen! Die Verantwortlichen der Firmenleitungen sind nicht damit „aus dem Schneider“, das sie Leugnen und/oder über dieses schlimme Kapitel in ihren Firmen schweigen.

Zur Aufklärung der damaligen Geschehnisse haben sie bis heute, nicht einmal einen Ansatz von Anstand und Verantwortung gezeigt. Hauptsache war wohl, dass der „Rubel rollte“ und die Firmengewinne aus der Zwangsarbeit der Kinder und Jugendlichen sich sehr wohl in den Bilanzen rechneten.

Hinzu kommt noch, dass sie keine Sozialabgaben abführten (Wie auch die Heimträger aus Staat und Kirchen!). Das war schon damals ein Verbrechen und bleibt es bis heute!

Im Zuge unserer Recherchen, die Zwangsarbeitsfirmen betreffend, suchen wir Ehemalige die Auskünfte geben können und wollen!

Hierbei geht es um unterstützende Recherchen für verschiedene TV-Anstalten, Radiosendern und Printmedien.


Frage!Wer hat [ an welchem Heim-Standort auch immer ] für oder in diesen Firmen, in Baden-Württemberg gearbeitet [ und Teile oder Fertigprodukte fürdieseFirmen hergestellt , ob im Heim oder ausserhalb des Heims ] ?

Bosch (Stuttgart)
Leitz (Stuttgart)
Scheufelen (Lenningen, Baden-Württemberg)
Paul Hartmann AG (Heidenheim, Baden-Württemberg)
TIPON Vertriebs-GmbH (Gundelsheim, Baden-Württemberg)
Badische Plastikwerke/Bötzinger Kunststoffverarbeitung (Bötzingen)
Peguform-Werke GmbH/Tarkett/Cross Industries (Bötzingen)
Zeiss Ikon/Carl Zeiss AG (Oberkochen)

Fragen!
1. Gab es Lohn ? - Wenn Ja, in welcher Höhe ?
2. Wurden Sozialabgaben entrichtet oder einbehalten ? (Siehe Rentenberechnung)
3. Haben sie noch Unterlagen über die Arbeit ?

Bitte melden Sie sich bei Dirk Friedrich – Tel.: 06106-15379 oder per Mail: d.friedrich@veh-ev.eu oder Heidi Dettinger – Tel.: 05032-964647 oder Mail: h.dettinger@veh-ev.eu

Ich wiederhole hier noch einmal, dass wir WISSEN wollen, wie sich die Firmen heute dazu stellen. NEIN! WIR WERDEN KEINE RUHE GEBEN! Das wissen wir mit Gewissheit!

Herzlichen Dank!
Mit lieben Gruß
Dirk Friedrich

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QUELLE: https://www.facebook.com/VEHeV
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Heimkinder-Demo / Behinderten-Demo in Köln, Sa. 20.12.2014.

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Auch die 4m große Prügelnonne, „Schwester Candida“ wird bei dieser Demo in Köln wieder persönlich anwesend sein.

Weitere Demo-UPDATES werden auch, jeweilig, hier bei Facebook zu finden sein @ https://www.facebook.com/VEHeV


Das Original des Aufrufs zu dieser Demo ist auf der Vereinswebseite des VEH e.V. @ http://www.veh-ev.eu/home/vehevinf/public_html/ zu finden.

Interessiert ? … dann schließe Dich uns an.
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16.12.2014 - ZDF-Frontal21: re Hilfsfonds Heimerziehung-WEST

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ERSTENS:

Für all diejenigen, die diese in meinem vor-vorletzten Beitrag von mir erwähnte Sendung verpasst haben oder sich diese noch einmal genau ansehen möchten:

ZDF - »Frontal21« ( Di. 16.12.2014 ) MEDIATHEK-VIDEO @ http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2306774/Hilfsfonds-fuer-Heimkinder#/beitrag/video/2306774/Hilfsfonds-fuer-Heimkinder ( Länge: 9 Min. und 10 Sek. )


ZWEITENS:

Und es gibt jetzt auch ein vollständiges Manuskript dieser Sendung:

Und man beachte: Die Überschrift des Manuskripts lautet:

»Beitrag: Gut gemeint und schlecht gemacht – Hilfsfonds für Heimkinder«

16.12.2014 - ZDF-Frontal21: re Hilfsfonds Heimerziehung-WEST.


@ http://www.zdf.de/ZDF/zdfportal/blob/36412582/1/data.pdf ( insgesamt 6 Seiten )


DRITTENS:

Einige ehemalige Heimkinder und ihre Unterstützer, die sich nicht damit abfinden wollen, dass wichtige MEDIATHEK-VIDEOS früher oder später wieder aus dem Internet verschwinden, haben auch dieses Video, an verschiedenen Stellen, bei YouTube hochgeladen, unter anderem auch hier


@ https://www.youtube.com/watch?v=YhRJJnVSzAw ( Länge: 10 Min. und 28 Sek. )
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Heimkinder-Demo / Behinderten-Demo in Köln, Sa. 20.12.2014.

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Auch der hpd - Humanistische Pressedienst gibt jetzt die am Samstag, 20. Dezember 2014 – um 09:30 Uhr beginnende – in Köln stattfindende Demonstration ehemaliger Heimkinder und ehemaliger Behinderten ( Kinder und Jugendlichen ! ), damals eingesperrt in Heimen und Anstalten und Behindertenheimen und Psychiatrien, bekannt. – Treffpunkt für diese Demo ist am Bahnhofsvorplatz am Kölner Hauptbahnhof.

Siehe @ http://hpd.de/artikel/10810?nopaging=1

Und siehe @ http://hpd.de/veranstaltungen?action=cal&id=1150&tab=cal_single

Interessiert ? … dann schließe Dich uns an.
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Warum die Heimkinder-Demo / Behinderten-Demo notwendig war.

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Der Evangelische Pfarrer i.R. Dierk Schäfer, Diplom-Pädagoge und Diplom-Psychologe in seinem Blog, dem Dierk Schaefers Blog, mit Bezug auf die Veröffentlichung seitens des hpd Humanistischen Pressedienst am 18.12.2014 veröffentlichten Artikel »"Gut gemeint – schlecht gelaufen"«, formuliert @ https://dierkschaefer.wordpress.com/2014/12/18/gut-gemeint-schlecht-gelaufen/, am Do. 18.12.2014, um 22:58 Uhr (MEZ), was wir seither alle wissen …

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„Gut gemeint, –– schlecht gelaufen“ …

… so der Titel des [ hpd ] Artikels über den Heimkinderfonds[1].
[ es handelt sich hier um den »Fonds Heimerziehung-WEST«, von den Errichtern »Fonds "Heimerziehung in den Jahren von 1949 bis 1975"« benannt ]

Doch das ist falsch. Schlecht gemeint, gut gelaufen müsste es heissen.

Der Runde Tisch [Heimerziehung] [ RTH ] als Umsetzung eines Beschlusses der Petitionskommission war von Beginn an schlecht gemeint. Er sollte die Rechtsnachfolger der Heimeinrichtungen möglichst wenig kosten. Das ist x-mal geschrieben und nachvollziehbar belegt, auch hier im Blog[2].

Im Sinne der Heimträger ist die Sache glimpflich und damit gut gelaufen. In der „Moderatorin“ Antje Vollmer fanden sie eine Komplizin, und sie hat ihre Sache glänzend gemacht[3].
Keine Rechtsberatung der ehemalige Heimkinder,
keine Entschädigung,
keine Anerkennung der Zwangsarbeit,
kein Blick auf teurere Lösungen im Ausland,
keine Information der Betroffenen durch öffentliche Bekanntgaben in Zeitungen oder Plakaten,
keine Berücksichtigung der ehemaligen Heimkinder aus Behindertenheimen und psychiatrischen Einrichtungen, auch nicht auf die Säuglingsheime.

Dafür die Nötigung zur Unterschrift.


Wenn das nicht gut gelaufen ist – allerdings nicht für die Opfer.

Staat und Kirche arbeiteten Hand in Hand, um gemeinsam die ehemaligen Heimkinder über den Runden Tisch zu ziehen. Hat doch gut geklappt.


[1] http://hpd.de/artikel/10810?nopaging=1

[2] https://dierkschaefer.wordpress.com/2009/04/05/anhorung-runder-tisch-2-april-2009/ mit weiterführenden Links

[3] https://dierkschaefer.wordpress.com/2011/01/31/der-runde-tisch-heimkinder-und-der-erfolg-der-politikerin-dr-antje-vollmer/

Beschlagwortet mit TAGS/LABELS: Antje Vollmer, Ehemalige Heimkinder, Fonds für Opfer, Rechtsnachfolger,
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QUELLE: Dierk Schaefers Blog @ https://dierkschaefer.wordpress.com/2014/12/18/gut-gemeint-schlecht-gelaufen/, am Do. 18.12.2014, um 22:58 Uhr (MEZ), formuliert formuliert, was wir seither alle wissen …
Kommentarmöglichkeit besteht auch dort und wird auch reger Gebrauch von gemacht.

Daraufhin gibt die 2. Vorsitzende des Vereins ehemaliger Heimkinder e.V., Heidi Dettinger, dann am Fr. 19.12.2014, um 10:43 Uhr (MEZ) und um 10:51 (MEZ), die folgenden zwei Kommentare dort ab:

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“Amtsblätter” sind in der Regel regionale Käseblätter und ich glaube kaum, dass Ehemalige eine besondere Abneigung gegen diese Blättchen haben. Da hätten Anzeigen über den Fonds regelmäßig erscheinen können und sollen. Zumal solche Anzeigen ebenso gratis sind, wie die Blätter selbst, die so ziemlich alle Haushalte erreichen.

3 x darf man raten, warum dies nicht geschehen ist…

Sinnvoll wäre auch eine regelmäßig alle 3 oder 4 Monate wiederholte Bekanntmachung in großen Anzeigen in überregionalen Zeitungen und Illustrierten wie FAZ, (meinetwegen auch) BILD, SZ, Spiegel, Stern etc. gewesen.

Hier reicht 1 maliges Raten…

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Im Übrigen stimme ich mit so ziemlich jedem Wort Dierk Schäfers überein:

● A. Vollmer ist die ideale Besetzung für den Runden Tisch [Heimerziehung] gewesen
● Es ist gelungen, die Ehemaligen auf geradezu wundervolle Weise über den Tisch zu ziehen
● Die Kosten für Bund, Länder und Kirchen sind gerade zu lächerlich
● Große Gruppen Ehemaliger sind weiterhin außen vor – das dient der Kostenreduzierung
● In der Öffentlichkeit wird stets mit freundlichem Nicken auf den [ RTH ] verwiesen
● Mit Befristung des Fonds, Ausklammerung von Behinderten und Psychiatrisierten, Kinderarbeit unter 14 Jahren und insgesamt Ausschluss all derjenigen, die nach 1975 im Heim waren, ist es gelungen, die Beteiligung am Fonds auf 2 - 4 % zu reduzieren.

Und die Sektkorken knallen!

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QUELLE dieser beiden Kommentare: Dierk Schaefers Blog @ https://dierkschaefer.wordpress.com/2014/12/18/gut-gemeint-schlecht-gelaufen/#comment-6412 und @ https://dierkschaefer.wordpress.com/2014/12/18/gut-gemeint-schlecht-gelaufen/#comment-6414
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Heimkinder-Demo / Behinderten-Demo in Köln, Sa. 20.12.2014.

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ERSTENS:

Erst einmal jetzt ein erster kleiner Bericht-Schnipsel auf YouTube:

01 eh. Heimkinder Demo Köln 20.12.2014

https://www.youtube.com/watch?v=NWPMzzZpZCE

ZWEITENS:

Es steht aber auch schon ein weiteres YouTube-Video bezüglich der Kölner-Demo zur Verfügung ( Länge; 4 Min. ):

Heimkinderfonds Behindertenheime

https://www.youtube.com/watch?v=CM1y2DQHxjs
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Heimkinder-Demo / Behinderten-Demo in Köln, Sa. 20.12.2014.

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Weitere »Aussagen ehemaliger Heimkinder aus Behinderteneinrichtungen und Psychiatrie« auf der Demo in Köln

2 eh Heimkinder Demo 20 12 2014
https://www.youtube.com/watch?v=VmZm53so1rA&list=UUYfQDxLFqzfnX4WoyTMO3hQ&index=4


3 eh Heimkinder Demo 20 12 2014
https://www.youtube.com/watch?v=lSJooWLIzgE&list=UUYfQDxLFqzfnX4WoyTMO3hQ&index=3

4 eh Heimkinder Demo 20 12 2014
https://www.youtube.com/watch?list=UUYfQDxLFqzfnX4WoyTMO3hQ&v=TdEotCTMr-w

alle hochgeladen von: Joachim Krutzeck
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Heimkinder massiv ausgebeutet und um Milliarden betrogen

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Zwangsarbeit in Ost und West, was sind die Unterschiede?


Auf der Heimkinder-Webseite ehemaliger Heimkinder der DDR, die damals im Kindergefängnis Bad Freienwalde ( von den damaligen DDR-Staatsbehörden 'Spezialkinderheim' genannt ! ) eingesperrt waren und dort während ihrer Internierung haben Zwangsarbeit leisten müssen, wird berichtet

@ http://kindergefaengnisbadfreienwalde.ibk.me/2.html


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30.11.2012 16:47:55

Bahn-Chef Rüdiger Grube hat ehemalige Zwangsarbeiter bei der DDR-Reichsbahn um Entschuldigung gebeten. Es sei offensichtlich, dass Unrecht geschehen sei, sagte Grube am Samstag 29. November 2014 bei einem Treffen mit Vertretern der Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG). Dafür bitte er im Namen der Deutschen Bahn AG um Entschuldigung - unabhängig davon, wer juristisch Nachfolger der Reichsbahn sei.


YouTube Video @ https://www.youtube.com/watch?v=sDaYEyZOlQc ( Länge: 46 Sek. )

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Presseerklärung

[ d.h. Presseerklärung der UNION DER OPFERVERBÄNDE KOMMUNISTISCHER GEWALTHERRSCHAFT e.V., vom 29.11.2014 ]

29. November 2014

Bahnchef Grube bittet um Entschuldigung für Zwangsarbeit durch die Deutsche Reichsbahn der DDR

Am 29. November versammelten sich in Berlin politische Häftlinge und des Dachverbandes der SEDOpfer (UOKG).

Im Namen der Deutschen Bahn bat der Vorstandsvorsitzende Rüdiger Grube um Entschuldigung für die Haftzwangsarbeit, die in der DDR für die Reichsbahn geleistet werden musste. Um das offensichtliche Unrecht beim Namen zu nennen, müssten spezielle Untersuchungen nicht erst abgewartet werden. Mit dieser Entschuldigung entspreche die Bahn ihrer Verantwortung für ihre Geschichte, „unabhängig davon, wer nun juristisch Nachfolger der Reichsbahn ist und wer wem gegenüber rechtliche Ansprüche geltend machen könnte“. Die Deutsche Bahn hat eine Untersuchung in Auftrag gegeben, die Ende 2015 der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll. Grube wörtlich:
„Die Aufarbeitung des geschehenen Unrechts sind wir Ihnen, die aus politischen Gründen ins Gefängnis mussten, schuldig. Und die Aufarbeitung des Unrechts liegt auch im ureigenen Interesse unseres Unternehmens.“

Der Bundesvorsitzende der UOKG, Rainer Wagner, erinnerte an die bis heute andauernden Schäden, die politische Häftlinge beim Gleisbau, in den Reichsbahnausbesserungswerken und Gleismontageplätzen erlitten haben. Wagner sagte:
„Es ist an der Zeit, dass die deutsche Öffentlichkeit diese schweren Verletzungen der Menschenrechte zur Kenntnis nimmt.“

Wer zu als politischer Häftling zu Unrecht verurteilt worden sei, habe Wagner zufolge auch zu Unrecht Häftlingsarbeit leisten müssen. Wagner erklärte, dass mittelfristig über einen Härtefonds oder andere materielle Entschädigungen nachgedacht werden müsse. Kurzfristig muss die weitere Aufarbeitung der UOKG durch die Firmen gewährleistet werden.

Kai Wegner (MdB) [ CDU ] sprach sich für gemeinsame Gespräche über einen Opferfonds aus. Es solle darüber nachgedacht werden, ob die Ehrenpension für die ehemaligen politischen Häftlinge und das Thema Haftzwangsarbeit nicht in engerem Zusammenhang gesehen werden müssten. Daniela Kolbe (MdB) [ CDU ] regte gemeinsame Gespräche zwischen den Vertretern der Betroffenen, den Firmen und der Politik an.

Die Gespräche, darin waren sich alle Beteiligten einig, sind in Gang gekommen und sollen fortgesetzt werden.


www.UOKG.de
Info@uokg.de
Vorsitzender: Rainer Wagner
Ehrenvorsitzende:
Gerhard Finn (†), Horst Schüler
Stellv. Vorsitzende:
Roland Lange
Ernst – O. Schönemann
Bundesgeschäftsstelle:
Ruschestraße 103, Haus 1
D-10365 Berlin
Tel: (030) 55779351
Fax: (030) 55779340
Geschäftszeiten:
Montag bis Freitag
10.00 - 18.00 Uhr
UOKG e.V. - Ruschestr. 103 – 10365 Berlin
Ansprechpartner: UOKG-Geschäftsstelle, 030 / 55 77 93 - 51

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QUELLE: http://www.are-org.de/are/files/UOKG-PM%20vom%2029.11.2014%20-%20Bahnchef%20Grube%20bi.pdf
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QUELLE @ http://kindergefaengnisbadfreienwalde.ibk.me/2.html
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Heimkinder massiv ausgebeutet und um Milliarden betrogen

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WICHTIGE KORREKTUR ! : Die im unmittelbar vorhergehenden Beitrag erwähnte Bundestagsabgeordnete Daniela Kolbe, die sich, was die ehemaligen politischen Häftlinge ( Kinder, Jugendliche und Erwachsene ! ) in der DDR betrifft, für Gespräche mit den Nutznießer-Firmen deren Häftlings-Zwangsarbeit einsetzt, ist „stellvertretende Sprecherin für Arbeit und Soziales der SPD-Bundestagsfraktion“; sie gehört also nicht der CDU an ( wie ich versehentlich inkorrekterweise angegeben hatte ) !!
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Heimkinder massiv ausgebeutet und um Milliarden betrogen

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Zwangsarbeit in Ost und West, was sind die Unterschiede?


MSM / MICROSOFT /MSN Worldwide“ / „MSN Deutschland“ berichtet in seiner Rubrik »*FINANZEN*« @ http://www.msn.com/de-de/finanzen/top-stories/bahn-chef-entschuldigt-sich-bei-ddr-zwangsarbeitern/ar-BBg8vUp

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Bahn-Chef entschuldigt sich bei DDR-Zwangsarbeitern

Agence France-Presse (AFP)

29.11.2014

[ Foto ]

Die Deutsche Bahn stellt sich der Vergangenheit der DDR-Reichsbahn: Konzernchef Rüdiger Grube hat ehemalige Zwangsarbeiter bei einem Treffen mit Opfervertretern in Berlin um Entschuldigung gebeten. Die Opfer litten auch heute noch unter den Folgen der Zwangsarbeit, erklärte der Bundesvorsitzende der Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG), Rainer Wagner.

Es sei offensichtlich, dass Unrecht geschehen sei, sagte Grube. Dafür bitte er im Namen der Deutschen Bahn AG um Entschuldigung - unabhängig davon, wer juristisch Nachfolger der Reichsbahn sei.

Der UOKG-Bundesvorsitzende Wagner erinnerte an die bis heute andauernden Schäden, die politische Häftlinge beim Gleisbau, in den Ausbesserungswerken der Reichsbahn und bei der Gleismontage erlitten. "Es ist an der Zeit, dass die deutsche Öffentlichkeit diese schweren Verletzungen der Menschenrechte zur Kenntnis nimmt", erklärte Wagner. Wer als politischer Häftling zu Unrecht verurteilt worden sei, habe auch zu Unrecht Häftlingsarbeit leisten müssen.

Mittelfristig müsse über einen Härtefonds oder andere materielle Entschädigungen nachgedacht werden, forderte Wagner. Kurzfristig müssten Firmen die weitere Aufarbeitung der Zwangsarbeit in der DDR gewährleisten.

Laut Grube gab die Bahn im September bei der Gesellschaft für Unternehmensgeschichte eine Studie in Auftrag, die die Ausbeutung von DDR-Strafgefangenen aufarbeiten soll. Sie solle das "weitgehend unbekannte Kapitel aus der Geschichte der Reichsbahn" durchleuchten, sagte der Bahn-Chef. "Wir sind es denen, die aus politischen Gründen ins Gefängnis mussten, schuldig, dass wir das geschehene Unrecht aufarbeiten."

Grube zufolge sollen in der Studie die Leidtragenden der Gefängnisarbeit für die Deutsche Reichsbahn zu Wort kommen. "Wir sind auf Berichte von Zeitzeugen schlichtweg angewiesen, um ein fundiertes detailgetreues Dokumentationswerk erstellen zu können", sagte er. Die Studie soll Ende 2015 abgeschlossen sein und dann vorgestellt werden.

Im Juni war eine Studie der UOKG zum Schluss gekommen, dass in der DDR fast alle Wirtschaftszweige von Zwangsarbeit durch Häftlinge profitierten. Demnach leisteten zwischen 1951 und 1989 jährlich mehr als 1200 Häftlinge Zwangsarbeit bei der Deutschen Reichsbahn. Die Deutsche Bahn AG ist aus der Zusammenführung der Reichsbahn und der Bundesbahn entstanden.

Das ARD-Magazin "Report Mainz" hatte im Mai berichtet, politische Gefangene seien in der DDR insbesondere zu Arbeiten beim Gleisbau, bei der Demontage alter Gleise und der Verschrottung von Waggons gezwungen worden. Die Reichsbahn habe regelmäßig Kontingente von Zwangsarbeitern gestellt bekommen.

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QUELLE: http://www.msn.com/de-de/finanzen/top-stories/bahn-chef-entschuldigt-sich-bei-ddr-zwangsarbeitern/ar-BBg8vUp

Siehe auch @ http://www.freenet.de/finanzen/nachrichten/bahnchef-entschuldigt-sich-bei-ddrzwangsarbeitern_4648228_993562.html
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Diakonieanstalt Hapheta (Schwalmstadt/Treysa) 1950er/1960er

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Frankfurter Allgemeine

@ http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/misshandelte-heimkinder-der-zeitgeist-ist-eine-schlechte-entschuldigung-13328032-p2.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2


MISSHANDELTE HEIMKINDER

Der Zeitgeist ist eine schlechte Entschuldigung

Heinz-Norbert Schäfer lebte mehr als 20 Jahre lang im Heim. Er bekam Schläge und wurde gedemütigt. Jetzt bekommt er eine kleine Hilfsleistung. Das ist zu wenig, findet er – nicht nur des Geldes wegen.

25.12.2014, von Denise Peikert

Das Kinderheim [ der Diakonie ] lag auf einer kleinen Anhöhe in der Nähe von Schwalmstadt in Mittelhessen. Malerisch eigentlich. Aber wenn sich die Kinder vor den gemeinsamen Mahlzeiten in einer langen Reihe aufstellen mussten, mit gekämmten Haaren, sauberen Händen und geordneter Kleidung, dann hörten sie die Schreie aus dem hintersten Schlafraum des Flures, dem „Bettnässerschlafraum“. Der Erzieher ließ dafür extra die Tür offen, wenn er zuschlug, mit einem seiner Pantoffeln aus Gummi. Heinz-Norbert Schäfer, bei seinem Einzug ins Johannes-Falk-Haus des Heimes im Dezember 1956 gerade elf Jahre alt geworden, konnte dann immer noch Tage später beim Duschen den Abdruck des Profils auf der nackten Haut desjenigen sehen, den es getroffen hatte.

Die „Heil-, Pflege- und Erziehungsanstalten Hephata“, wie das Kinderheim seinerzeit hieß, war das zweitgrößte, das es damals gab im Westen Deutschlands. 2000 Menschen lebten dort. Eine Institution zur „Abfertigung und Verwahrung im Kollektiv“, nennt es Schäfer, 69 Jahre alt, Frankfurter von Geburt an und heute wieder. Er erzählt seine Geschichte ohne Regung. Schnell und konzentriert handelt er die Punkte ab: die Prügelstrafen, bei denen er und die anderen nicht wussten, warum sie einen trafen. Das „Strafbohnern“ mit den fünf Kilogramm schweren Eisenbohnern bis zehn Uhr abends. Die Zwangsarbeit auf den Feldern um die Stadt. Nur als es um die Selbstmorde seiner Kameraden geht, muss er ein paar Tränen verschlucken.

Hilfsfonds mit 120 Millionen Euro

Es dauerte lange, so lange, bis schon eine zwei vorn an der Jahreszahl stand, bis über die Umstände diskutiert wurde, unter denen Kinder von 1949 an in Westdeutschlands Heimen leben mussten. Dann gab es Petitionen im Bundestag, ein Runder Tisch [Heimerziehung] wurde eingesetzt, er sollte das „System Heimerziehung“ aufklären. Am Ende empfahl das Gremium einen Hilfsfonds, 120 Millionen Euro zahlten Bund, Länder und Kirchen ein, die einstigen Träger der Heime also. Noch bis Ende dieses Jahres können Heimkinder Leistungen aus dem Fonds beantragen. Er wird nicht reichen, das wissen sie schon im Bundessozialministerium und wollen ihn aufstocken. Aber den ehemaligen Heimkindern reicht der Fonds auch aus anderen Gründen nicht.

Schäfer hat schon lange seinen Anteil beantragt. Insgesamt haben sich aus der ehemaligen Bundesrepublik bisher mehr als 10.000 ehemalige Heimkinder an den Fonds gewandt, die Heimerziehung in der DDR wird an anderer Stelle verwaltet. 1200 Frauen und Männer aus Hessen haben sich gemeldet, rund 9,6 Millionen Euro sind an sie ausgezahlt worden. Ihnen werden nötige Psychotherapien bezahlt und für jeden Monat, den sie in den Heimen gearbeitet haben, ohne dass Sozialleistungen abgeführt worden sind, bekommen sie 300 Euro. Durchschnittlich haben die Heimkinder je 8600 Euro für materielle Hilfen bekommen und 7200 an Rentenersatzleistungen. Schäfer hat 10.000 Euro materielle Hilfen ausgezahlt bekommen, den maximalen Betrag, den ein einzelner Betroffener bekommen kann. Noch einmal 12.300 Euro gingen ihm für damals nicht abgeführte Sozialleistungen zu.

Entschädigung wäre das falsche Wort

22.300 Euro, brutto, für mehr als zwanzig Jahre im Heim. Eine Hilfeleistung ist das, keine Entschädigung, so sehen das die Verantwortlichen des Fonds, und so sieht das Helfried Gareis. Er leitet die Selbsthilfegruppe ehemaliger Heimkinder in Frankfurt. Erst jetzt, da viele der Betroffenen in Ruhestand gehen, brechen die Erinnerungen an ihre Kindheit in den Heimen wieder auf. „Die gehen in Rente und haben ein Loch vor sich und ein Loch hinter sich“, sagt Gareis, wobei das noch der glücklichste aller möglichen Fälle sei. Viele ehemalige Heimkinder waren ohnehin den Großteil ihres Lebens arbeitslos, manche wurden drogenabhängig, einige straffällig. Ein Bruder von Heinz-Norbert Schäfer, der wie er selbst wenige Monate nach der Geburt in ein Säuglingsheim kam, hat seit rund 20 Jahren einen gesetzlichen Betreuer. „Er hat das nicht überlebt“, sagt Schäfer, obwohl sein Bruder nicht tot ist.

„Das war ein schönes Leben, ich kann mich nicht beklagen“, sagt Schäfer über seine eigene Zeit nach dem Heim. Im November 1945 ist er unehelich in Frankfurt geboren worden, seine Mutter konnte sich nicht um ihn kümmern. Schäfer kam ins Heim, war lange in Bayern, und dann zehn Jahre in Hephata bei Schwalmstadt. Kurz bevor er nach zwanzig Jahren und einem halben aus der staatlichen Obhut entlassen wurde, konnte er noch eine Schuhmacherausbildung machen. Danach stellte ihn ein großes Kaufhaus in Frankfurt ein, er stieg zur Führungskraft auf, heiratete und bekam zwei Kinder.

Seit ein paar Jahren ist er Rentner, fährt Mountainbike und arbeitet als Trainer in einem Boxstudio in Rödelheim. Kürzlich hat er vom Jugendamt die offiziellen Unterlagen seiner zwei Jahrzehnte langen Heimkarriere bekommen. Darunter sind zwei psychologische Gutachten, die ihm eine geistige Behinderung diagnostizieren. Das brachte dem Träger seiner Heime, im Falle von Hephata war das die Diakonie, „[ pro Woche ] eine Mark mehr“ für seine Unterbringung.

Staatliche Aufarbeitung sei noch nicht abgeschlossen

Obwohl es die Arbeitsgruppe gab, in der Vertreter von Bund, Land und Kirchen sowie drei Betroffene fast ein Jahr lang über die Zustände in den Heimen zwischen 1949 und 1975 debattierten, ist die „Quelle des Systems“ noch immer nicht erforscht. So sieht das Gareis, der selbst Heimkind war und heute versucht, in Archiven so viel wie möglich über die Zeit herauszufinden. Er kritisiert, dass sich der Staat vor der Verantwortung drücke. „Der Runde Tisch [Heimerziehung] hätte die administrative Verantwortung für das Leid anerkennen müssen“, sagt Gareis. Der Zeitgeist, auf den in der Diskussion immer wieder einmal verwiesen worden ist und mit dem beispielsweise die Prügelstrafen gerechtfertigt wurden, hält Gareis für „eine ganz schlechte Entschuldigung“. Obendrein sei die Prügelstrafe in Hessen und in Nordrhein-Westfalen schon Anfang der fünfziger Jahre verboten worden.

Der Abschlussbericht des Gremiums ist 67 Seiten lang, er stellt die Situation in verschiedenen Heimen dar. Für Gareis ist das „keine erschöpfende Aufarbeitung, sondern nur eine Erklärung“. Besonders stört er sich an einem Satz auf Seite 31: „Ein ,Unrechtssystem‘ war es nach Bewertung des Runden Tisches jedoch nicht.“ Gareis findet das angesichts von staatlichen und kirchlichen Vorgaben aus der Zeit, wie Kinder in Heimen zu erziehen seien, ein Versäumnis. Er erklärt es sich aber so: „Wenn der Runde Tisch [Heimerziehung] die administrative Verantwortung anerkannt hätte, dann hätte es eine Welle an Zivilklagen gegeben“.

Das hessische Sozialministerium verweist darauf, dass der Abschlussbericht die „Verantwortung der Einrichtungen und Aufsichtsbehörden in übergreifendem Sinne“ darstelle. Jedoch ist man auch dort der Meinung, dass die Verhältnisse kaum vollumfänglich erfasst worden sind. Dies sei aber auch gar nicht möglich gewesen. „Dies muss weiteren Forschungsarbeiten überlassen bleiben“, sagt eine Sprecherin. Das Ministerium verweist auf eine Dokumentation und eine Wanderausstellung zu dem Thema, die der Landeswohlfahrtsverband Hessen zu dem Thema erarbeitet hat.

Schäfer hat angefangen, seine Erinnerungen aufzuschreiben. Er ist ein bisschen erstaunt darüber, wie er es geschafft hat, ein normaler Mensch zu werden – mit all dem Hass und dem Willen zur Unterdrückung, mit dem er und die anderen behandelt worden sind. Wie er nicht völlig paranoid werden konnte, obwohl er als kleiner Junge zur Strafe in den dunklen Keller gehen musste, um dort die Kartoffeln zu „entkeimen“. Und obwohl der 6.Dezember für ihn und die anderen immer ein Tag der Angst war, weil der Nikolaus allzu oft eben nicht zu dem Säckchen mit den Plätzchen griff, sondern zur Rute.

Seitdem Schäfer seine Akten vom Jugendamt hat, staunt er noch mehr: Wie die Erzieher über ihn geurteilt haben, sogar die, denen er ein bisschen vertraute. Er glaubt, dass er seine Kindheit und Jugend so gut überstanden hat, weil er von der Natur ein Talent bekommen habe: „Ich bin schnell und wendig und habe viel Kraft.“ Der Heimleiter in Hephata bei Schwalmstadt war ein ehemaliger Boxer. In der Einrichtung, so erzählt der Frankfurter das, herrschte Faustrecht. „Ich wusste nur eins: Ich muss überleben.“

QUELLE: F.A.Z.

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( HINWEIS: „Aus Hephata [Schwalmstadt/Treysa] wurden während des Dritten Reichs Menschen mit kognitiven und körperlichen Behinderungen im Rahmen der Aktion T4 zuerst in andere Einrichtungen verlegt und später unter anderem in der NS-Tötungsanstalt Hadamar ermordet.“ )
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Diakonieanstalt Hapheta (Schwalmstadt/Treysa) 1950er/1960er

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Hauptsächlich das Geld floß … in Strömen … … je mehr desto besser …

Viele, viele "Colonia Dignidad" auf deutschem Boden, in Deutschland selbst !

Während aus dem im vorhergehenden Beitrag wiedergegebenen Artikel in der Frankfurter Allgemeine vom 25.12.2014 nicht genau hervorgeht, und wir nicht wissen, was der damalige vom Staat an Heimbetreiber gezahlte Pflegesatz einerseits für „normale“ und anderseits für „schwachsinnige“ Schutzbefohlene war, wissen wir jetzt, dass die Heimbetreiber „[ pro Woche ] eine Mark mehrfürSchwachsinnige“ bekamen.

In Hephata (Schwanstadt/Treysa) hielt die Diakonie nach dem Zweiten Weltkrieg [ in den 1950er/1960er Jahren ] 2000 Insassen – Kinder und Jugendliche – , die angeblichschwachsinnigwaren. Für jedenSchwachsinnigenin Hephata erhielt die Diakonie vom Staat[ pro Woche ] eine Mark mehrals fürnormaleSchutzbefohlene.
Indem man seine Schutzbefohlenen alsschwachsinnigbegutachtete und deklarierte, konnte man seine Gewinne steigern, bei 2000 Insassen im Jahr um 104.000 DM steigern !
Über zehn Jahre hinweg macht das bei 2000schwachsinnigen Insasseneine zusätzliche beträchtliche Summe von 1.040.000 DM aus ( eine Millionen und vierzig Tausend Mark ! ) !
So wurde es dann auch gehandhabt von der Diakonie in Hephata über einen Zeitraum von 20, 30 oder gar 40 Jahren hinweg !!
Und nicht nur in Hephata wurde es so gehandhabt !!!
Und nicht nur von der Diakonie wurde es so gehandhabt, aber ebenso von Caritas und von sonstigen individuellen katholischen Orden wurde es so gehandhabt !!!!

Zusätzlich und obendrein ließen alle Heime und Anstalten ihre Schutzbefohlenen, obnormaloderschwachsinnig“, ohne Lohn für sich, die Geschäftsbetreiber, arbeiten: ZWANGSARBEITEN und ihre BEWACHER und PEINIGER, „Diakone“, „Diakonissen“, „Nonnen“, „Schwestern“ und „Brüder“, arbeiteten ebenso FREIWILLIG ohne Lohn, und somit war das ganze lukrative Geschäft und Geschäftsunternehmen – jedes dieser christlich-abendländischen Geschäftsunternehmen ! – ein hunderprozentig gewinnbringendes Mega-Unternehmen für diese nächstenliebenden Betreiber, und dies ohne auch nur einen Pfennig Steuern aus dem Ganzen bezahlen zu müssen, denn vom Steuerzahlen waren sie ja ebenso alle befreit !!!!

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ACHTUNG, Heimkinderfonds-Anmeldefrist endet 31.12.2014 !

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„Er hat das nicht überlebt“, sagt er, obwohl sein Bruder nicht tot ist. [ Beide waren in den 1950er und 1960er Jahren „Schutzbefohlene“ ( Kinder ) in den von der Diakonie betriebenen „Heil-, Pflege- und Erziehungsanstalten Hephata“ (Schwalmstadt/Treysa), in Hessen, wo sie als „schwachsinning“ deklariert worden waren, untergebracht ]

Der Evangelische Pfarrer i.R. Dierk Schäfer, Diplom-Pädagoge und Diplom-Psychologe in seinem Blog, dem Dierk Schaefers Blog, @ https://dierkschaefer.wordpress.com/2014/12/26/er-hat-das-nicht-uberlebt-sagt-er-obwohl-sein-bruder-nicht-tot-ist/#comments, am Fr. 26.12.2014, um 16:23 Uhr (MEZ), erinnert uns gleich erst noch einmal daran, dass „in wenigen Tagen die Frist für einen Teil der Opfer auf Antragstellung für Hilfeleistungen mit entwürdigenden Prozedere“ „endet“ und hat dann auch noch etwas sehr Augenöffnendes insbesondere bezüglich der TÄTERSEITE zu sagen:

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„Er hat das nicht überlebt“, sagt er, obwohl sein Bruder nicht tot ist.

Die Unfähigkeit zu trauern haben wir nicht noch nicht überwunden. Das "Entschuldigungsgestammel", ein Begriff von Helmut Jacob, ist nur die Camouflage dieser Unfähigkeit. In der Heimkinderfrage finden wir die Unfähigkeit auf beiden Seiten[1]. Doch die ehemaligen Heimkinder sind exkulpiert, denn die einen können in ihrer Empörung, die anderen in ihrer Scham keinen Trauermodus finden. Die Täterseite hingegen könnte, wenn sie wollte. Dafür bedarf es jedoch mehr als bloße Rituale, auch mehr, als die Beauftragung wissenschaftlicher Untersuchungen – denn die Opfer leben noch. in wenigen Tagen endet die Frist für einen Teil der Opfer auf Antragstellung für Hilfeleistungen mit entwürdigenden Prozedere.


Die Verbrechen sind nicht einfach gleichzusetzen. Den Begriff der "Unfähigkeit zu trauern" hat Alexander Mitscherlich geprägt – und ein paar Parallelen gibt es doch:

»Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges beauftragten ihn 1946 die Ärztekammern der drei Westzonen mit der Leitung einer Kommission zur Beobachtung der „NS-Ärzteprozesse“ in Nürnberg. Er bekam den Auftrag, „alles zu tun, um den Begriff der "Kollektivschuld" von der Ärzteschaft in der Presse und in der Öffentlichkeit abzuwenden“. Der Kommission gehörten neben Mitscherlich noch fünf weitere Personen, darunter Alice von Platen-Hallermund und sein Mitarbeiter Fred Mielke (1922-1959), an. Im März 1947 erschien die Prozess-Dokumentation Diktat der Menschenverachtung: Der Nürnberger Ärzteprozeß und seine Quellen in einer Auflage von 25.000 Exemplaren. In der Mitscherlich allerdings, erschüttert von den Grausamkeiten, von denen er in den Prozessen erfahren hatte, über die Verbrechen deutscher Mediziner in den Konzentrationslagern berichtete. Der ursprüngliche Plan, einen Bericht in Deutsche Medizinische Wochenschrift (DMW) zu veröffentlichen, war an der Ablehnung der Redaktion gescheitert. Die Broschüre Diktat der Menschenverachtung: Der Nürnberger Ärzteprozeß und seine Quellen wurde in der DMW und anderen Ärzteblättern nicht erwähnt. Auch in der sonstigen Presse fand die Broschüre fast keine Erwähnung.

1949 erschien das Buch Wissenschaft ohne Menschlichkeit: Medizinische und Eugenische Irrwege unter Diktatur, Bürokratie und Krieg über die NS-Ärzteprozesse, in einer Auflage von 10.000 Exemplaren. „1960 erinnert sich Mitscherlich: ‚[…] Nahezu nirgends wurde das Buch bekannt, […] Es war und blieb ein Rätsel – als ob das Buch nie erschienen wäre.‘ Über das Schicksal des Buches herrscht bis heute Unklarheit. Mitscherlich vermutete, es sei von den Ärztekammern […] ‚in toto aufgekauft‘, denn alle Exemplare seien ‚kurz nach dem Erscheinen aus den Buchläden‘ verschwunden“. „Alexander Mitscherlich war seitdem freilich aus den medizinischen Fakultäten Deutschlands ausgegrenzt; […] er [wurde] nie an eine medizinische Fakultät berufen. Als er berufen wurde, war es die Philosophische Fakultät der Frankfurter Universität“. 1960 erschien die Prozess-Dokumentation aus dem Jahr 1949 mit dem Titel Medizin ohne Menschlichkeit erneut. Von dieser wurden bis 1996 119.000 Exemplare gedruckt, welche große Resonanz fanden. Im Buch sprach Mitscherlich von 350 Medizinverbrechern unter 90.000 Medizinern im Reich.

Um seine Erschütterung auch philosophisch zu verarbeiten, brauchte er 20 Jahre, bis er zusammen mit seiner Frau Margarete 1967 Die Unfähigkeit zu trauern veröffentlichte.«[2]

[1] http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/misshandelte-heimkinder-der-zeitgeist-ist-eine-schlechte-entschuldigung-13328032.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_Mitscherlich

Beschlagwortet mit TAGS/LABELS: Alexander Mitscherlich, Entschuldigungsgestammel, Heimkinder, Rituale, Schuld, Trauer, Schuld, Trauerprozess
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QUELLE: Dierk Schaefers Blog @ https://dierkschaefer.wordpress.com/2014/12/26/er-hat-das-nicht-uberlebt-sagt-er-obwohl-sein-bruder-nicht-tot-ist/#comments ( Fr. 26.12.2014, um 16:23 Uhr (MEZ) ).
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Heimkinder massiv ausgebeutet und um Milliarden betrogen

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Was die nachkriegsdeutsche HEIMERZIEHUNG IM WESTLICHEN DEUTSCHLAND betrifft.

Während sie nicht vorgibt vollständig zu sein, Boardnutzer »brötchen« hat diese umfangreiche Liste der damaligen nachkriegsdeutschen HEIMKINDER-ZWANGSARBEIT-FIRMEN und ich, Boardnutzer »martini«, habe diese umfangreiche Liste der damaligen nachkriegsdeutschen HEIMKINDER-ZWANGSARBEIT-FIRMEN, über die letzten paar Jahre, schon unzählige Male immer und immer wieder bekanntgegeben, d.h. insbesondere insHEIMKINDER-FORUM.DE gestellt und auch sonstwo überall ins Netz gestellt !! - Einige Medien haben sogar einige DIESER FIRMEN ( leider nicht alle, sondern nur einige davon ! ) ebenso namentlich genannt und als SOLCHE identifiziert !!

Keine dieser genannten damaligen nachkriegsdeutschen HEIMKINDER-ZWANGSARBEIT-FIRMEN hat es bisher geleugnet oder gar kategorisch abgelehnt, dass dem so war, und dass sie sich diesbezüglich schuldig gemacht hat !!


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SHORT LIST: Firms profiting and profiteering from the "forced labour of children in care" ( Firmen die von „Heimkinder-Zwangsarbeit“ profitiert und sich auf diese Weise bereichert haben ) : CARITAS; Hella; Claas; Miele; Rowenta Sunbeam; Braun; Grundig; Siemens; Recticel Schalfkomfort, Schlaraffia Matratzen; GROßWÄSCHEREI VOSS GMBH in WUPPERTAL Elberfeld; Leitz; Quelle; Schwab; Neckermann; Stollwerck; BKS Schlösser; nordrohr; Oellerking; Mewes & v. Eitzen; Kölln Flocken; Holzland Gehlsen; Steinbeis Temming, Steinbeis Papier Glückstadt; Meyer-Lippinghausen, Meylip; Ölmühle; Osram GmbH; VDO - Continental Automotive GmbH; DER - Deutsches Reisebüro GmbH & Co. OHG; Tipon; Wanderer-Werke, Exacta Continental, Nixdorf Computer; Maddaus, Rottapharmgruppe; Gebra; Backhaus & Grass; Grasolin-Lackfabrik; Escho-Plast Kunstofferzeugnisse; Roller + Schneider in Biedenkopf; Lahnwerk in Biedenkopf; Varta Consumer Batteries, VARTA Batteriengroßhandel; DEA, RWE-DEA, RWE Dea, Shell Deutschland Oil GmbH; elasta & florex marketing GmbH; Sprick GmbH & Co; Dr.-Ries-Gruppe / BADISCHEN PLASTIC-WERKE IN BÖTZINGEN / Peguform-Werke GmbH / Pergaform / Tarkett / CEREBUS; Dr. Johann Koch Hähnchenfabrik, Dorsten; SOLID Rudolf Meutgens GmbH, Köln, Schreibgeräte; NIVEA = Beiersdorf AG [ ein paar weitere sind seither noch hinzugekommen – aber noch nicht dieser schon seit längerer Zeit bestehenden Liste hinzugefügt worden ]
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Kürzlich ( in einem Interview am 1. Mai 2014 ! ) ließ Ralf Kleindiek, Staatssekretär im zuständigen Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend verlauten ( was sich wohl, es ist anzunehmen, auf HEIMKINDER-ZWANGSARBEIT [Arbeit im Alter von 14-21 Jahren] sowohl wie VERBOTENE KINDERARBEIT [Arbeit im Alter von 8-14 Jahren] bezieht ):
"Wenn der Bundestag sich des Themas annehmen würde und es dann zu einer Verständigung käme, dass dann die Firmen, die damals diese Kinder beschäftigt haben, dann auch sich an Geldzahlungen beteiligen, dann sind wir natürlich die letzten, die was dagegen hätten, ganz im Gegenteil, wir würden das sehr befürworten."
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ACHTUNG, Heimkinderfonds-Anmeldefrist endete entgültig 31.12.2014 !

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Helmut Jacob sagte, am 19. Dezember 2014 um 23:12 Uhr [MEZ]

[ @ https://dierkschaefer.wordpress.com/2014/12/18/gut-gemeint-schlecht-gelaufen/#comment-6423
]

Ich muss meine Feststellungen wohl singen, damit sie endlich durchdringen: Viele ehemalige Heimkinder verfügen aufgrund größter Armut weder über einen PC noch über einen Internetanschluss. Darum ist der ständige Verweis auf irgendeine dusselige Homepage völliger Blödsinn. Auch der Verweis auf irgendwelche Anzeigen, dazu auf solche, die eh kein Mensch liest, ist eher Quatsch.
1. Hätte der Hinweis auf die Meldefrist schon Anfang bis Mitte des Jahres geschehen müssen!
2. Hätte man andere Möglichkeiten der Informationsübertragung einschalten müssen (Werbespots in Rundfunk und Fernsehen, etc.).
3. Hätte man sich Rundfunk und Fernsehen ins Boot holen müssen, darauf hinweisen müssen, dass man in der Informationspflicht gegenüber den Opfern völlig versagt hat und deshalb die Hilfe der Sender braucht, um das damit verbundene Manko der viel zu geringen Information der Opfer halbwegs auszugleichen.
4. Hätte schon der [ »Runde Tisch Heimerziehung« ] RTH die Anstalten verdonnern müssen, ihre Opfer zu informieren.
5. Hätte der RTH die Kellerüberflutungen oder Verbrennungen der Akten schon zu Beginn der Arbeit, nötigenfalls mit juristischen Maßnahmen (Beschlagnahmung der Akten) stoppen müssen, um Adressen der Opfer zu retten.
6. Hätten für Internetnutzer die Sozialen Netzwerke und vorhandene Opferplattformen genutzt werden können, um auf diese Fristen hinzuweisen. Ich habe von [Heimkinder-Ombudsmann, Prof. Dr. Peter] Schruth keinen Brief erhalten!

Es drängt sich mir das Gefühl auf, dass sich so wenig Opfer gemeldet haben, dass aus der Statistik ein Disaster herauszulesen [ sein ] wird. 4 oder 5%, aber auch 10% sind eine Niederlage für die Ziele des RTH.

Heidi Dettinger hat bereits bestätigt [ u.a. auch zu lesen @ http://heimkinder-forum.de/v4x/index.php/Thread/17722-Heimkinder-Demo-Behinderten-Demo-in-Köln-Sa-20-12-2014/?postID=448555&highlight=K%25C3%25A4sebl%25C3%25A4tter#post448555 ], dass die Kurzanalyse von Dierk Schäfer [ @ https://dierkschaefer.wordpress.com/2014/12/18/gut-gemeint-schlecht-gelaufen/#comments
] völlig zutrifft. Darum kann ich mir diese Bestätigung ersparen.
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ACHTUNG, Heimkinderfonds-Anmeldefrist endete entgültig 31.12.2014 !

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versehentlicher Doppelpost - vom Beitragschreiber selbst gelöscht.
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ladydi12

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Hallo Ehemaliges Heimkind,

auch wenn die Frist für den Fonds abgelaufen ist, sollten die Betroffenen dennoch versuchen, entsprechende Leistungen aus dem Fonds zu beantragen und notfalls gerichtlich einzuklagen alleine schon deshalb, damit diverse Vorfälle in den Kinderheimen nicht mehr totgeschwiegen werden können. Hier geht es nämlich auch darum, daß niemand mehr "Davon haben wir nichts gewußt" sagen kann.:cool:

Ich selber habe meinen Antrag auf Leistungen aus dem Fonds Mitte Dezember 2014 fristwahrend gestellt, eine entsprechend modifizierte Vollmacht zur Einholunung entsprechender Auskünfte bei den entsprechenden Behörden beigefügt, und brauche dann nur noch in meinem Besitz befindliche Unterlagen nachzureichen.:cool:

meint ladydi12
 
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Heimkinder massiv ausgebeutet und um Milliarden betrogen

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Weiterführend zu meinem Beitrag (vom Mo. 29.12.2014, um 03:32 Uhr) Beitrag 943 in dieser Chronologie zum Thema »HEIMKINDER-ZWANGSARBEIT« im damaligen Westdeutschland.

Hallo Boardnutzer (nominell) »Ehemaliges Heimkind«

Du hattest schon einmal zuvor berichtet, dass Du während Deiner Heimzeit, u.a., für die Firma »Braas Monier« hast arbeiten müssen.

Wo, in welchem 'Heim' [ an welchem Ort ? ] ( oder ausserhalb welches 'Heims' ? [ an welchem Ort ? ] ) und über welchen Zeitraum insgesamt, hast Du und andere Zöglinge für die Firma »Braas Monier« arbeiten müssen ? – Was alles hat diese Firma »Braas Monier« derzeit produziert ? – Und was hast Du selbst und andere Zöglinge derzeit herstellen müssen ? – Wo genau war der derzeitige Standort dieser Firma »Braas Monier« für die ihr alle habt damals arbeiten müssen ? – Welcher war der damals für Euch zuständige Landschaftsverband oder Landeswohlfahrtsverband oder sonstige kommunale Aufsichtsbehörde ? – Was war Euer damaliger wöchentlicher Lohn für diese Arbeit, die ihr für diese Firma »Braas Monier« habt verrichten müssen und an wen wurde dieser Lohn tatsächlich ausgezahlt ? – Wie alt warst Du derzeit selbst ? – Was war das durchschnittliche Alter der Zöglinge, die für diese Arbeit eingesetzt wurden ? – Wie viele Zöglinge insgesamt wurden zu Deiner Zeit für diese Arbeit in Deiner Kolonne eingesetzt ? – Für welche andere Firmen wurde in diesem 'Heim' sonst noch gearbeitet und produziert ? – Was sind deren jeweilige genauen Namen ?


Dies sind auch die Fragen, die jeder andere Zögling und Insasse ( Junge und Mädchen ! ) in Bezug auf jede Heim-Zwangsarbeit beantworten und aufschreiben und aufbewahren sollte.

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Heimkinder massiv ausgebeutet und um Milliarden betrogen

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Es sei unbedingt zu beachten:

Auch heute feststellbare damalige Sozialversicherungabgaben und diesbezüglich existierende Rentenversicherungsbelege sind keine Guarantee und Beweis dafür, dass damalige Arbeit unter Verdingung oder Leibeigenschaft, und ohne Lohn, innnerhalb oder ausserhalb eines 'Heims' oder einer 'Anstalt' keine ZWANGSARBEIT war:Als Zwangsarbeit wird eine Arbeit bezeichnet, zu der ein Mensch unter Androhung einer Strafe oder eines sonstigen empfindlichen Übels gegen seinen Willen gezwungen wird. Sie ist – mit verschwimmenden Übergängen – die schärfste Form der Arbeitspflicht. Sklaverei und Leibeigenschaft beschreiben ein ähnliches Abhängigkeitsverhältnis, bei dem der Mensch als Eigentum und Objekt des Menschenhandels im Vordergrund steht.
QUELLE: Einfach jetzt nur mal WIKIPEDIA @ http://de.wikipedia.org/wiki/Zwangsarbeit
( Das genügt jetzt erst einmal für diese Zwecke ).
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Heimkinder massiv ausgebeutet und um Milliarden betrogen

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Bezüglich der im vorletzten Beitrag von mir erwähnten Firma »Braas Monier«.

Wie ich gerade vor kurzem erst wiederentdeckt habe, habe ich ja selbst schon einmal zuvor, anderswo, im Netz ( so um den 19./20.07.2013 ) folgenden Beitrag bezüglich der Firma »Braas Monier« getätigt und, u.a., derzeit auch im HEIMKINDER-FORUM.DE abgegeben:

( @ http://heimkinder-forum.de/v4x/index.php/Thread/268-Dorsten-Kreskenhof/?postID=393188#post393188 )


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19. Juli 2013, um 15:52 Uhr

LESERKOMMENTAR von dem Australier Martin MITCHELL, Ehemaliges Heimkind ( Jg. 1946 ), seinerseits getätigt bei DORSTEN-Transparent.de @ http://www.dorsten-transparent.de/2013/03/der-kreskenhof-in-holsterhausen-romerlager-%E2%80%93-fischereihof-%E2%80%93-ausgewanderte-familie-kresken-%E2%80%93-keramitwerk-%E2%80%93-landeserziehungsheim-%E2%80%93-moderne-wohnsiedlung/ ( am 19. Juli 2013 ) [ ein LESERKOMMENTAR zu einem längeren kürzlich dort veröffentlichten diesbezüglichen Artikel ]:
Das Landeserziehungsheim "KRESKENHOF" in Dorsten-Holsterhausen, im Verantwortungsbereich des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe in Münster [LWL], wurde 1965 in Betrieb genommen. Der unter den vielen, vielen verschiedenen von den damals dort festgehaltenen Jugendlichen verrichteten gewinnbringenden und gewinnmaximierenden Produktionsarbeiten und Herstellungsaktivitäten – ALLES UNENTLOHNTE ZWANGSARBEIT IN DER PRODUKTION VON VERBRAUCHSGÜTERN UND LEBENSMITTELN ! – mussten u.a. damals dort im "KRESKENHOF" auch massenhaft und im Akkord Holzpaletten für MONIER BRAAS GmbH in Oberursel/Taunus ( „BRAAS - Dachziegel- und Eternitplatten-Herstellung und -Verwertung“ ) gefertigt werden und, ohne Atemschutz, asbesthaltige Eternitplatten hantiert und zurechtgeschnitten werden --- und dies auch noch Mitte bis Ende der 1970 Jahre !

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Heimkinder massiv ausgebeutet und um Milliarden betrogen

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Und nicht nur die Dachziegel-Hersteller-Firma Brass Monier ( Braas Monier Building Group ) produziert seit langen Jahren schon „weltweit“; „mit vielen Produktionsstandorten auf jedem Kontinent der Welt vertreten“, aber auch die Hersteller-Firmen Hella, Claas, Shell, Siemens, Bosch, Miele und viele andere mehr, befinden sich, was internationale Produktionstätigkeiten und Vermarktung betrifft, seit vielen Jahrzehnten schon am Weltmarkt in einer ebenso hervorragenden finanziellen Position: they are all worldleaders in their field of manufacturing and marketing worlwide.

Ehemalige Bundestagsvizepräsidentin Antje Vollmer, fungierende Schirmherrin am »RTH« ( »Runden Tisch Heimerziehung« 2009/2010 in Berlin ), wusste dies, Prof. Dr. Peter Schruth am »RTH« wusste dies, Prof. Dr. Christian Schrapper am »RTH« wusste dies, Dr. Hans-Siegfried Wiegand am »RTH« wusste dies, und alle anderen an diesem »Runden Tisch Heimerziehung« sitzenden Vertreter der Täterorganisationen, viele von von ihnen Volljuristen – und so, z.B., auch Rechtsanwalt Georg Gorrissen – wussten dies !!

Und die Täterorganisationen anweisenden und beratenden Bundesministerien: "Bundesministerium für Justiz", "Bundesministerium für Arbeit und Soziales" und "Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend" wussten dies ebenso !!

Die vollständige Liste der HEIMKINDER-ZWANGSARBEIT-FIRMEN ist und war auch zur Zeit der Tagung des »Runden Tisches Heimerziehung« ihnen allen bekannt !!

Schirmherrin Antje Vollmer jedoch hatte am »RTH« in Absprache mit den anderen 'Elitären' den Agenda gesetzt und der schloß die Firmen nicht mit ein !!

»Und alle haben geschwiegen« !!

Die Einzigen am »RTH«, die es vielleicht nicht wussten, waren ehemaliges Heimkind Frau Sonja Djurovic und ehemaliges Heimkind Eleonore Fleth; aber Dr. Hans-Siegfried Wiegand, der sich allen voran schlußendlich für „den Spatz in der Hand“ entschied, wusste es ganz bestimmt.
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Heimkinder. - Wer bekam damals welche Gelder für was?

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HEIMKINDER-ZWANGSARBEIT: systematische freiheitsentziehende Unterbringung flächendeckend im ganzen Lande: Arbeitsstelle: Einkommen, Lohn, Verdienst, Bezahlung, „Taschengeld“; Einbehaltung des Einkommens; Vorenthaltung des Lohns; Nichtabführen von Sozialabgaben.

Welche Gelder durften Heimkinder in der bundesrepublikanischen Heimerziehung ( d.h. in Westdeutschland ) damals persönlich besitzen ? – Und was wurde ihnen damals tatsächlich als Lohn für ihre Arbeit ( „an einer gewöhnlichen Arbeitsstelle“ ) gezahlt und auch tatsächlich an sie ausgezahlt, d.h. ihnen auch tatsächlich in die Hand gegeben als Etwas über das sie selbst ohne Bevormundung verfügen durften ?

Wer bestimmte diesbezüglich was ? – Und von wem wurden die jeweiligen Lohngelder der männlichen und weiblichen Zöglinge / Heimbewohner / Arbeitnehmer / Lehrlinge, jeweils, verwaltet und für wessen Nutzen und auf welche Weise für wen angelegt, verwendet und ausgegeben ?

( HINWEIS: Bis zum 01.01.1975 erreichte man seine Volljährigigkeit in Westdeutschland erst mit Vollendung des 20. Lebensjahrs [mit 21 Jahren]; erst vom 01.01.1975 an mit Vollendung des 17. Lebensjahrs [mit 18 Jahren]. )



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DER DIREKTOR DES LANDSCHAFTSVERBANDES RHEINLAND

Landesjugendamt
Köln-Deutz, Landeshaus
Constantinstr. 2
den 20.2.1962
Fernruf: Zentrale 8991
Bearbeiter unmittelbar: 899 573 Hei.
Fernschreiber: 8 873 335
Zeichen: 41.0 - 437 -12/33-


An die
mit schulentlassenen Minderjährigen
der öffentlichen Erziehung belegten Heime
im Bereich des Landschaftsverbandes Rheinland


Betr.:
Verwendung und Verrechnung des Arbeitsverdienstes oder der Erziehungsbeihilfe (Lehrlingsvergütung) der Minderjährigen der öffentlichen Erziehung die in Heimen oder Fremdfamilien untergebracht sind

Nachstehende Regelung gilt mit Wirkung vom 1.4.1962 für diejenigen Minderjährigen der öffentlichen Erziehung, die

- von einem Heim aus ohne Leitung eines Erziehers in einer außerhalb des Heimbereichs gelegenen Arbeitsstelle (Lehrstelle) mit Ziel einer auf die Dauer angelegten Beschäftigung tätig sind

- gegen Pflegegeld in einer Fremdfamilie untergebracht sind und von da aus eine Arbeitstelle oder Lehrstelle besuchen.

1) Minderjährigen, die einen monatlichen Netto-Arbeitsverdienst oder als Lehrling eine Erziehungshilfe bis DM 140,-- beziehen, wird ein Freibetrag belassen in Höhe der aus der Anlage ersichtlichen Sätze für
a) ein Taschengeld zur Bestreitung kleinerer persönlicher Bedürfnisse des täglichen Lebens,
b) Instandhaltung und kleinere Ergänzungen der Bekleidung,
c) Fahrgeld von und zur Berufsschule oder Arbeitsstelle.
d) Lernmittel.

Für Mütter in öffentlicher Erziehung kommt als Sonderbetrag der unter e) in der Anlage genannte Anteil vom Lohn oder der Lehrlingsvergütung hinzu.

2) Liegt der Arbeitsverdienst oder die Erziehungsbeihilfe unter der Summe der Beträge von a) bis e) der Anlage, so ist der ungedeckte Betrag dem Landesjugendamt in Rechnung zu stellen.

3) Übersteigt das Nettoeinkommen des Minderjährigen den Betrag von DM 140,--, so wird

a) bei einem Verdienst bis zu DM 200,-- die Hälfte des übersteigenden Betrages dem Minderjährigen zusätzlich zu dem Freibetrag nach Ziff. 1) belassen; die andere Hälfte wird zusätzlich auf die Unterbringungskosten verrechnet,

b) bei einem Verdienst von über DM 200,--
- vorab ein Freibetrag gemäß Ziff. 1) belassen, von der Einnahme zwischen diesem Betrag und DM 140,-- die Hälfte dem Minderjährigen belassen; die andere Hälfte auf die Unterbringungskosten verrechnet,

- von dem weiteren die DM 200,-- Grenze übersteigenden Einkommen bis zur Deckung der vollen Unterbringungskosten 2/3 verrechnet und 1/3 dem Minderjährigen belassen.

4) Die vereinnahmten Beträge werden bei der Heranziehung der Unterhaltenspflichtigen zu den Kosten der öffentlichen Erziehung zugunsten des Zahlungspflichtigen berücksichtigt.

5) Die mit einzelnen Heimen auf Widerruf getroffenen Einzelregelungen werden mit dieser Verfügung aufgehoben.

6) Für die in der Meisterfamlie wohnenden Lehrlinge ergeht eine besondere Regelung.

7) Die bisherigen Einzelregelungen über die Verrechnung des Arbeitsverdienstes oder der Erziehungshilfe (Lehrlingsvergütung) treten mit Wirksamwerden dieser Regelung außer Kraft.

In Vertretung

[ Landesrat ] Dr. [ Karl-Wilhelm ] Jans


Anlage zu dem Rundschreiben vom 20.2.1962
41.0 - 437 -12/33-


Betr.:
Verwendung und Verrechnung des Arbeitsverdienstes oder der Erziehungsbeihilfe (Lehrlingsvergütung) der Minderjährigen der öffentlichen Erziehung die in Heimen oder Fremdfamilien untergebracht sind

1) Für Minderjährige der öffentlichen Erziehung, die von einem Heim oder einer Fremdfamilie aus in Arbeits- oder Lehrstellen tätig sind, werden neben den für diese Minderjährigen jeweils gültigen Pflegesätzen folgende Beträge gezahlt für

a) Taschengeld:
1. Lehrjahr bzw. für Jugendliche bis zu 16 Jahren … DM 15,--

2. Lehrjahr bzw. für Jugendliche bis zu 18 Jahren … DM 22,--

3. Lehrjahr bzw. für Jugendliche über 18 Jahren ……DM 30,--
monatlich

b) Instandhaltung und kleinere Ergänzungen der Bekleidung 25,-- DM monatlich; sofern Schuhreparaturen aus dem Pflegesatz oder als Nebenkosten gezahlt werden, 15,-- DM [ monatlich ]

c) Fahrgeld von und zur Berufsschule bzw. Arbeitsstelle in tatsächlich entstehender Höhe,

d) Lernmittel 5,--- DM monatlich,

e) Müttern in öffentlicher Erziehung wird vorweg aus ihrem Verdienst oder der Lehrlingsvergütung ein Betrag von DM 20,-- monatlich belassen.

2) Der für diese Minderjährigen gezahlte Heim-Pflegesatz ermäßigt sich

a) wenn der Jugendliche in der Arbeits- oder Lehrstelle volle Beköstigung erhält, um täglich 2,40 DM,

b) bei nur teilweiser Beköstigung in der Arbeits- oder Lehrstelle für


2. Frühstück um ……… DM 0,30
Mittagessen …………… DM 1,--
Nachmittagskaffee …… DM 0,20
Abendessen …………… DM 0,60

c) Wird dem in einer Fremdfamilie untergebrachten Minderjährigen in seiner Arbeits- oder Lehrstelle Verpflegung gegen Bezahlung gewährt, so ist dies aus dem Pflegegeld zu bestreiten.

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QUELLE des Ganzen: Photokopie einer mit der Schreibmaschine geschriebenen Durchschrift dieses offiziellen Dokuments aus dem Jahre 1962 öffentlich online gestellt ( am So.04.01.2015, um 15:28 Uhr (MEZ) ) für alle damaligen Fürsorgezöglinge und/oder sich anderweitig in der damaligen Heimerziehung in Westdeutschland befindenden Personen, die es heute noch interessiert @ http://heimkinder-forum.de/v4x/index.php/Attachment/21724-Arbeitsverdienst-pdf/
Erreichbar über diesen Beitrag vom So. 04.01.2015, um 15:28 Uhr von Boardnutzerin »kliv« @ http://heimkinder-forum.de/v4x/index.php/Thread/17728-Beweise-gegen-Heimkinder-Zwangsarbeit-Firmen-festmachen/?postID=449769#post449769.

Beschlagwortet mit TAGS/LABELS: freiheitsentziehende, Unterbringung, freiheitsentziehende Unterbringung, systematische freiheitsentziehende Unterbringung, flächendeckend, flächendeckend im ganzen Lande, Einkommen, Verdienst, Bezahlung, Einbehaltung des Einkommens, Vorenthaltung des Lohns, Nichtabführen von Sozialabgaben, ehemalige Heimkinder, Heimkinder, Gelder, Heimerziehung, Westdeutschland, besitzen, in die Hand, Lohn, Lohn für ihre Arbeit, Arbeit, Arbeitsstelle, gewöhnlichen Arbeitsstelle, gezahlt, ausgezahlt, in die Hand gegeben, Bevormundung, ohne Bevormundung, verfügen, durften, bestimmte, Lohngelder, Zöglinge, Heimbewohner, Arbeitnehmer, Lehrlinge, verwaltet, Nutzen, angelegt, verwendet, ausgegeben, 01.01.1975, Volljährigigkeit, Vollendung, 20. Lebensjahrs, mit 21 Jahren, 17. Lebensjahrs, mit 18 Jahren, Landschaftsverband, Landschaftsverbandes, Landschaftsverband Rheinland, schulentlassenen, Minderjährigen, öffentlichen Erziehung, Erziehung, Heime, Verwendung, Verrechnung, Arbeitsverdienstes, Erziehungsbeihilfe, Lehrlingsvergütung, Heimen, Fremdfamilien, untergebracht, Regelung, 20.2.1962, mit Wirkung vom 1.4.1962, 1.4.1962, Heim, außerhalb des Heimbereichs, außerhalb, Lehrstelle, Beschäftigung, Pflegegeld in einer Fremdfamilie, monatlichen, Netto-Arbeitsverdienst, Lehrling, Freibetrag, Taschengeld, Bestreitung, Bedürfnisse, des täglichen Lebens, Instandhaltung, Ergänzungen, Bekleidung, Fahrgeld, Berufsschule, Lernmittel, Sonderbetrag, Anteil vom Lohn, Summe, Summe der Beträge, Landesjugendamt, Rechnung, Rechnung gestellt, Nettoeinkommen, übersteigenden Betrages, Unterbringungskosten, verrechnet, Einnahme, Unterhaltenspflichtigen, Kosten, Zahlungspflichtigen, Einzelregelungen, Meisterfamlie, besondere Regelung, Verrechnung des Arbeitsverdienstes, Wirksamwerden, Landesrat, Dr. Karl-Wilhelm Jans, Karl-Wilhelm Jans, Jans, Rundschreiben vom 20.2.1962, 41.0 - 437 -12/33-, Arbeits- oder Lehrstellen, tätig sind, gültigen Pflegesätzen, Pflegesätzen, Beträge gezahlt, 1. Lehrjahr, Jugendliche, Jugendliche bis zu 16 Jahren, 2. Lehrjahr, Jugendliche bis zu 18 Jahren, 3. Lehrjahr, Jugendliche über 18 Jahren, monatlich, Nebenkosten, Heim-Pflegesatz, Beköstigung, Verpflegung gegen Bezahlung, Fürsorgezöglinge, damaligen Heimerziehung,
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Heimkinder massiv ausgebeutet und um Milliarden betrogen

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Eine weitere Tatsache muß bei der HEIMKINDER-ZWANGSARBEIT IM WESTEN, ebenso, noch unbedingt in Betracht gezogen werden !!

Volljährigkeit im WESTEN trat erst mit Vollendung des 21. Lebensjahrs ein !!

Wer, z.B., im WESTEN, in den 1960er Jahren geboren ist, kann sich so etwas wohl kaum vorstellen.

Und wer, z.B., im OSTEN, in den 1940er Jahren oder 1950er Jahren geboren ist, kann sich so etwas erst schon garnnicht vorstellen.

Im OSTEN trat schon seit dem 17.05.1950 Volljährigkeit mit Vollendung des 18. Lebensjahrs ein !!

Die DDR war dem WESTEN, diesbezüglich, also um 25 Jahre voraus !!

Im WESTEN durften die Jugendämter / Jugendwohlfahrtsverbände und Betreiber der Heime (zu 80% in Händen der Kirchen), die Jugendlichen – bis zu 1,000,000 Jugendliche – über einen Zeitraum von 25 Jahren, drei weitere Jahre länger als im OSTEN, in ihren Einrichtungen festhalten, und, zusammen mit ihren verbündeten Haushalten der Reichen, Geschäftsleuten, Fabrikanten und Bauern, NACH BELIEBEN AUSBEUTEN;

und diejenigen im WESTEN, die im Zeitraum von Mitte Juni 1962 bis Mitte Juli 1967 – auch wenn sie in der Zwischenzeit ihre Volljährigkeit erreicht hatten – nach ihrer „Fürsorgeerziehung“ dem derzeit über mehr als 5 Jahre hinweg gültigen »Bewahrungsgesetz« unterstanden, sogar bis zur Vollendung ihres 35. Lebensjahrs (glaube ich mich erinnern zu können, war vorgesehen), NACH BELIEBEN AUSBEUTEN.

Das WESTDEUTSCHE »Bewahrungsgesetz« wurde aber dann am 18.07.1967 vom Bundesverfassungsgericht als verfassungswiedrig deklariert.

So viel nur zumRechtsstaat“ „Bundesrepublik Deutschlandim Umgang mit Kindern und Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der »Totalen Institution« Nachkriegsdeutschland-WEST.
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Heimkinder massiv ausgebeutet und um Milliarden betrogen

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HEIMKINDER-ZWANGSARBEIT: systematische freiheitsentziehende Unterbringung flächendeckend im ganzen Lande: Arbeitsstelle: Einkommen, Lohn, Verdienst, Bezahlung, „Taschengeld“; Einbehaltung des Einkommens; Vorenthaltung des Lohns; Nichtabführen von Sozialabgaben.


Ein ehemaliges Heimkind, Michael Jahnke-Fox, berichtet aus eigener Erfahrung bezüglich der Einbehaltung von Arbeits- bzw. Lehrlingsgeldern in der westdeutschen Heimerziehung, am 07.01.2015, um 14:23 Uhr, im Dierk Schaefers Blog

@ https://dierkschaefer.wordpress.com/2015/01/07/der-amtliche-umgang-mit-den-von-armut-betroffenen/#comment-6506

wie folgt:

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[ in dem von Dierk Schäfer angegebenen und von ihm designierten Thread-Thema »Der amtliche Umgang mit den von Armut Betroffenen« ]

Dem Beitrag des Herrn Martin Mitchell, Australien, bezüglich der Einbehaltung von Arbeits- bzw. Lehrlingsgeldern kann ich mit ruhigen Gewissen bezeugen!
Ich selbst habe noch in der Zeit 1966 bis 1968 im Evangelischen Johannesstift in Berlin-Spandau von meinem Lehrlingsgeld bis auf den amtlichen Taschengeldsatz nichts davon zu sehen bekommen.
Der damalige Taschengeldsatz im Evangelischen Johannesstift betrug 25 DM. Erst durch diesen Hinweis wurde mir deutlich, dass ich während dieser Zeit durch Einbehaltung/ Einzug meiner Lehrvergütung meine Unterbringungskosten selbst zahlen musste.
Lehrlingsgelder und Arbeitseinkommen wurden während dieser Zeit immer noch vom Arbeitgeber bzw. ausbildenden Betrieb direkt an die Heimeinrichtung gezahlt oder überwiesen, sodass ich als damaliger Lehrling dieses Geld erst garnicht in die Hände bekam.
Das Heranführen zur Eigenverantwortung mit diesem Geld gab es im Ev. Johannesstift in Berlin-Spandau nicht. [ und auch in anderen 'Heimen' nicht! – M.M. ]
Ich will damit sagen, dass es nicht nur in den alten Bundesländern so gewesen war, sondern auch im damaligen Berlin-West.

Wie hoch meine damalige Lehrlingsvergütung gewesen war kann ich heute nicht mehr mit an Sicherheit grenzender Genauigkeit sagen, aber es muss so um die 400 DM monatlich gewesen sein. Ich belegte damals eine Lehre zum Elektriker.
Meine Erkenntnis aus diesem Vorgang bezeugt mir erneut, dass [ es ] nur durch derartige Machenschaften seitens der Behörden wie Jugend- und Sozialämter möglich gewesen war uns ehemalige Kinder und Jugendliche von einer Einrichtung in die nächste verschleppen zu können. Und wir ehemalige Heimkinder hatten derartiges durch unser selbst verdientes Geld den Behörden und Einrichtungen ermöglicht.
Alles Geld was ein damaliges Mündel welches sich unter der Fuchtel eines Jugendamts [ befand ] oder [ unter ] Amtsvormundschaft stand wurde rücksichtslos von diesen für Heimkosten mit herangezogen! Auch [ für ] zweckgebundene Rücklagen.
Skrupel kannten diese Behörden und Einrichtungen nicht.
Warum also sollen wir ehemalige Heimkinder Skrupel gegenüber den Behörden heute aufbringen?
Welche Berechtigung gibt es seitens dieser Behörden und Einrichtungen derartiges von uns ehemalige Heimkinder einzufordern?

Spricht man diese Behörden nebst Einrichtungen auf jene Machenschaften an, so erhält man heute immer noch ein Achselzucken und die Aussage “Es war eben so damals gewesen!” und damit hat sich die Sache für diese Leute [ erledigt ]. Kein Bedauern oder Entschuldigen dafür, sondern nur ein leeres Kopf nickendes Lippenbekenntnis wie überall öffentlich bekannt.

Berücksichtigt man die zuvor erfolgte Kinderarbeit sowie das Einbehalten der Lehr- bzw. Arbeitslöhne der ehemaligen Heimkinder, so kommt man zu der Erkenntnis dass die Öffentlichkeit – damit sind Jugendämter, Vormundschaften sowie die staatlichen wie auch kirchlichen Heimeinrichtungen gemeint – ein sehr gutes und gewinnbringendes Geschäft mit dem Leid der Heimkinder gemacht hatten. Und dass in Milliardenhöhe!
Und ich wundere mich heute noch wie das sogenannte Wirtschaftswunder der 50er und 60er Jahre an uns ehemalige Heimkinder auf so wundersamer Weise dabei so vorbei gehen konnte?

mjf
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Textformatierung, zur leichteren Lesbarkeit in den vielen verschiedenen Foren wo es hiernach ebenso veröffentlicht wird, etwas anders als im Original. - M.M.
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Die 3. Reichs-Zwangsarbeit-Tradition fortgesetzt in der BRD.

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Projekt Fürsorgeerziehung der 1950er und 60er Jahre

Universität Koblenz
Dipl. Päd. Melanie Mangold
Leitung: Prof. Dr. Christian Schrapper
Expertise, November 2010
»Zeitgenössische Positionen des AFET - Allgemeiner Fürsorgeerziehungstag e.V. (bis 1971) und seiner Nachfolger: Arbeitsgemeinschaft für Erziehungshilfe (AFET) sowie AFET - Bundesverband für Erziehungshilfe e.V. zur Heimerziehung im Zeitraum 1945 bis 1970«

@ http://www.afet-ev.de/aktuell/AFET_intern/2011/00.AFET-Heimerziehung1950er-60er.pdf ( Umfang: 86 Seiten )

[ Auszüge von Seite 11, Seite 12 und Seite 13, ( bzw. digital Seite 14, Seite 15 und Seite 16 )

Nach der Übernahme der Macht durch die Nationalsozialisten suchte auch der AFET Anschluss an die neuen Ideen und das Gedankengut der Machthaber. Unmittelbar nach der Machtübernahme verfasste ein Ausschuss des AFET die Denkschrift „Die Gestaltung der Fürsorgeerziehung“11, die sich mit durch die politische Umstellung und Veränderungen der Verhältnisse bedingten Fragen zur Durchführung der Fürsorgeerziehung befasste. In dieser Denkschrift war nichts mehr zu spüren von den reformerischen Gedanken Pastor Wolffs von 1931. Man unterstützte die Idee, die Fürsorgeerziehung positiv in die nationalsozialistischen Pläne einzuordnen:

„Die Fürsorgeerziehung (FE.) als staatliche Ersatzerziehung hat sich in ihrem Wesen und Charakter nach der Zielsetzung des Führers Adolf Hitler für den nationalsozialistischen Staat und für seine Erziehungsgrundsätze einzufügen.“ (S. 100)

Der AFET befürwortete die Differenzierung zwischen Erziehbaren und Unerziehbaren. Für die Verwahrung der Letzteren forderte auch der AFET ein entsprechendes Bewahrungsgesetz. Für die Erziehbaren sollte das Mittel der Unterbringung in Familienerziehung verstärkt in Anspruch genommen werden, um so die Zöglinge wieder in die Volksgemeinschaft einzugliedern; Anstaltserziehung sollte nur erfolgen, soweit die erzieherische Lage des Zöglings dies notwendig mache. Die Erziehung der Zöglinge sollte nach nationalsozialistischen Maßstäben erfolgen; bei den Jungen sollte größter Wert auf körperliche Ertüchtigung gelegt werden und die Liebe zu Volk und Vaterland geweckt werden; bei den Mädchen sollte auf die „Entfaltung echter deutscher Frauenart, Dienst und Opferbereitschaft in Familie und Volk“ geachtet werden. Auch seien in Zukunft die Pflichten und Anforderungen an die Zöglinge wieder mehr hervorzuheben statt der Betonung der Zöglingsrechte. Die Erziehung der Zöglinge sei durch eine durch sorgfältige Auswahl und entsprechender Fachbildung geprägte Erzieherschaft zu leisten. Grundsatz in der Anstaltserziehung sei dabei äußerste Sparsamkeit. Eine Vergütung in Form einer Entlohnung der durch die Zöglinge in der Anstalt geleisteten Arbeit schließe sich dadurch aus; diese Arbeit sei als „gemeinsame Angelegenheit“ zugunsten der Volksgemeinschaft anzusehen. Darüber hinaus empfahl der AFET die Durchführung der Fürsorgeerziehung durch Reichsrichtlinien für die Fürsorgeerziehungsbehörden zu vereinheitlichen, um einer zunehmenden Zersplitterung entgegenzuwirken.

Andererseits schaffte es der AFET über Jahre hinweg die von den Machthabern geforderte Anpassung der Organe des AFET an die neuen politischen Verhältnisse hinauszuzögern. Die Frage der organisatorischen Neugestaltung wurde zwar von 1934 bis 1939 immer wieder verhandelt12, zu einer Anpassung kam es jedoch nicht. Mit Kriegsausbruch 1939 verloren die Machthaber das Interesse, den AFET gleichzuschalten, lediglich die Geschäftsstelle musste 1941 von Hannover nach Berlin umziehen. Seine organisatorische Selbständigkeit schaffte der AFET jedoch über die gesamte NS-Zeit hinweg zu erhalten.

Wozu ein Blick auf die Gründungsgeschichte des AFET, die Weimarer und die NSZeit?

Auftrag dieser Expertise ist es, die Rolle, die Tätigkeit und die Positionen des AFET in der unmittelbaren Nachkriegszeit, den 1950er und 1960er Jahren herauszuarbeiten. Warum ist es dann wichtig, auch einen Blick auf die Gründungsgeschichte des AFET und seine Rolle in der Weimarer und NS-Zeit zu werfen? Reicht es nicht aus, im Jahr 1945 zu beginnen?

Nein, es reicht nicht aus. Um die Diskussionsthemen, die Bemühungen und die Positionen des AFET in der unmittelbaren Nachkriegszeit und auch in den Jahren bis etwa 1970 verstehen zu können, ist es erforderlich, diese vor dem Hintergrund der Erfahrungen aus der Gründungszeit des AFET, während des Ersten Weltkriegs, der Weimarer Republik und der NS-Zeit zu untersuchen.13

Sozialrassistische Debatten und Theorien vom Unter- und Übermenschentum, zur Vererbung und Entartung, die bereits in den 1920er Jahren begannen, wurden von den Nationalsozialisten übernommen, weiterentwickelt, radikalisiert und pervertiert. Es erfolgte eine Umdeutung sozialer Auffälligkeiten in genetisch bedingte Krankheiten, um somit eine Eugenik und Rassenhygiene zu rechtfertigen. Die nationalsozialistische Pädagogik war zwiespältig und eindeutig zugleich: sie bedeutete die Zuwendung und Förderung der Erziehbaren sowie die Aussonderung der Unerziehbaren. Fachvertreter schlossen sich mehr oder weniger unkritisch diesen sozialrassistischen Deutungsmustern an, im Versuch einer „Endlösung“ auch der sozialen Frage.14

Der rassenhygienische Rahmen verschwand zwar nach 1945, jedoch nur oberflächlich. Die nach dem Zerfall des Nationalsozialismus weiter andauernden Diskussionen um ein Bewahrungsgesetz und ein Arbeitserziehungsgesetz zeigten ebenso wie die bis in die 1960er Jahre hinein dauernden Debatten zur Unerziehbarkeit eine starke Analogie zum nationalsozialistischen System und deren Idee von Rassenhygiene und Erbbiologie. Schildt spricht von einer „untergründig fortlebenden Virulenz von Denkformen und Überheblichkeit gegenüber Slawen, des Antisemitismus, der Ablehnung der Demokratie und so fort“15. Diese sozialen Ausschließungsprozesse, die sich während des Nationalsozialismus vor allem gegen die Slawen und Juden richteten, wurden nach dem Zerfall des 3. Reiches gegen innergesellschaftliche Gruppen gerichtet. Über moralische Abwertungen wurden Kranke, „Irre“, „Asoziale“, „Krüppel“ oder Schwererziehbare aus der Gesellschaft ausgeschlossen und zum Schutz der Gesellschaft weggesperrt16. Bei drohender oder bereits eingesetzter Verwahrlosung von Kindern und Jugendlichen reagierte man nach dem alten Muster. Man bediente sich den der Jugendhilfe zur Verfügung stehenden gesetzlichen Eingriffsgrundlagen und isolierte die Kinder und Jugendlichen, ob mit oder ohne Einverständnis der Eltern von der übrigen Gesellschaft. Die Diagnose „Verwahrlosung“ wurde dabei von einer Gesellschaft gestellt, deren Bezug zum Nationalsozialismus und dessen Vorstellungen gegenüber abweichendem Verhalten weitgehend affirmativ war.

Die Übernahme von Konzepten aus den 1920er Jahren und der NS-Zeit zog sich durch die Jugendhilfe der Nachkriegszeit durch wie ein roter Faden. So wurden sowohl an die Debatte über ein Bewahrungsgesetz, an Konzepte zur Verwahrlosung und Unerziehbarkeit sowie an gängige Termini, an Erziehungsgrundsätze und -methoden aus den 1920er Jahren angeknüpft, ohne sich mit dem rassenpolitischen und erbbiologischen Missbrauch dieser Ideen während der Jahre des Nationalsozialismus kritisch reflektierend auseinanderzusetzen.

Das deutsche Psychoanalytikerehepaar Mitscherlich führte diese Beharrungstendenzen auf der Ebene gesellschaftlicher Institutionen und auf der Ebene von Gefühlen und Einstellungen der Nachkriegsgesellschaft auf die Unfähigkeit der Deutschen zurück, Trauerarbeit zu leisten über den Zusammenbruch des Nationalsozialismus und dem damit einhergehenden Verlust ihrer Ideale17. Die Erfahrungen mit dem Nationalsozialismus blieben unreflektiert oder wurden verdrängt, die nationalsozialistische Terrorherrschaft erschien als „Betriebsunfall“. Eine Restauration der Gesellschaft erfolgte nur oberflächlich, worüber die Konzentration auf den Wiederaufbau und das einsetzende Wirtschaftswunder jedoch hinweg täuschte.

Auch der AFET knüpfte nach dem Zusammenbruch des NS-Regimes im Mai 1945 nicht an die kritischen und reformorientierten Forderungen Wolffs von 1931 an, sondern ordnete sich in die repressiven Traditionen der Debatten über ein Bewahrungsgesetz sowie der Konzepte zur Verwahrlosung und Unerziehbarkeit ein. Versuche einer Vergangenheitsbewältigung oder einer kritischen Reflektion der NS-Zeit sind auch beim AFET nicht erkennbar. Die NSZeit wurde verdrängt und verschwiegen und der AFET knüpfte 1945 - ungeachtet des menschenverachtenden Gebrauchs der sozialrassistischen Deutungsmuster der Nationalsozialisten und ungeachtet der modernen, zukunftsweisenden und reformträchtigen Ideen Wolffs von 1931 – an Ideen und Konzepte repressiver und autoritärer Fürsorgeerziehung der 1920er Jahre an.

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11 Denkschrift, Die Gestaltung der Fürsorgeerziehung, 1933; in 100 Jahre AFET 1906-2005, S. 100/101
12 Siehe Geschäftsberichte 1934-1939; in 100 Jahre AFET 1906-2005, S. 105-109
13 Vgl. dazu auch: Christian Schrapper, Sozialpädagogik und Heimerziehung in den 1950er und 1960er Jahren; in: Damberg/Frings/Jähnichen/Kaminsky, Mutter Kirche – Vater Staat?, 2010, S. 108-130
14 Vgl. dazu: Carola Kuhlmann, Soziale Arbeit im nationalsozialistischen Gesellschaftssystem; in: Werner Thole (Hrsg.), Grundriss Soziale Arbeit, 2002, S. 77-96
15 Axel Schildt, Ankunft im Westen ( 1999 ); zitiert nach Arbeitsgruppe Heimreform, Aus der Geschichte lernen: Analyse der Heimreform in Hessen 1968 – 1983 ( 2000 )
16 Vgl. Arbeitsgruppe Heimreform, Aus der Geschichte lernen: Analyse der Heimreform in Hessen 1968 – 1983 ( 2000 ), S. 43
17 Vgl. Arbeitsgruppe Heimreform, Aus der Geschichte lernen: Analyse der Heimreform in Hessen 1968 – 1983 ( 2000 ), S. 32; vgl. Mitscherlich und Mitscherlich, Die Unfähigkeit zu Trauern, 1977
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Heimkinder. - Wer bekam damals welche Gelder für was?

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Projekt Fürsorgeerziehung der 1950er und 60er Jahre

Universität Koblenz
Dipl. Päd. Melanie Mangold
Leitung: Prof. Dr. Christian Schrapper
Expertise, November 2010
»Zeitgenössische Positionen des AFET - Allgemeiner Fürsorgeerziehungstag e.V. (bis 1971) und seiner Nachfolger: Arbeitsgemeinschaft für Erziehungshilfe (AFET) sowie AFET - Bundesverband für Erziehungshilfe e.V. zur Heimerziehung im Zeitraum 1945 bis 1970«

@ http://www.afet-ev.de/aktuell/AFET_intern/2011/00.AFET-Heimerziehung1950er-60er.pdf ( Umfang: 86 Seiten )

[ Auszüge von Seite 50, Seite 51 und Seite 52 (bzw. digital Seite 53, Seite 54 und Seite 55 ) ]

Arbeitserziehung und Berufsausbildung der Zöglinge in der Fürsorgeerziehung

[ präsentiert hier als: ERSTE TEIL VON ZWEI TEILEN ]

In den 1950er Jahren gab es in Fachkreisen eine Debatte über die Arbeit und Berufsausbildung der Zöglinge in Erziehungsheimen. Im Hinblick auf diese Diskussion druckte der AFET Beiträge der Direktoren zweier Erziehungsheime ab, die einen exemplarischen Einblick in die aktuelle Situation der Arbeit und Berufsausbildung der Zöglinge in der Fürsorgeerziehung lieferten.115

Im ersten Beitrag stellte Oberin Herrmann, Leiterin des Ev. Mädchenheims Bretten, die Möglichkeiten der Berufsausbildung in ihrem Heim vor:
Demnach seien in Bretten eine hauswirtschaftliche sowie eine handwerkliche Ausbildung in einer Schneiderei und einer Gärtnerei möglich. An der handwerklichen Ausbildung bestehe jedoch von Seiten der Mädchen nur wenig Interesse.
23 % aller Mädchen legten eine Hauswerkprüfung ab. Es wurde der Vorwurf gemacht, diese hauswirtschaftliche Ausbildung habe nur einen ideellen Wert und die Mädchen hätten nach ihrer Entlassung aus dem Heim keine weiteren beruflichen Aufstiegschancen. Oberin Hermann merkte dazu an, diese Mädchen hätten durch ihre Ausbildung sehr gute Kenntnisse im hauswirtschaftlichen Bereich erworben, die ihnen im Hinblick auf ihre spätere Rolle als Hausfrau und Mutter sehr wertvoll sein könne. Daher sei diese Ausbildung von enormer volkswirtschaftlicher Bedeutung.116

An diesem Beitrag wird deutlich, dass eine Berufsausbildung für Mädchen 1956 noch fast ausschließlich auf den hauswirtschaftlichen Bereich beschränkt war. Die Mädchen sollten später die Rolle der Ehefrau, Hausfrau und Mutter übernehmen. Daher wurde eine hauswirtschaftliche Ausbildung als sinnvoll und erstrebenswert betrachtet. Einen gewerblichen Beruf zu ergreifen war für Frauen (wieder) die völlige Ausnahme geworden und wurde daher bei der Berufsausbildung in der Heimerziehung nicht berücksichtigt. Es gab zwar seltene Angebote einer Handwerksausbildung, jedoch nutzten auch die Mädchen diese Möglichkeit seltener.

Im zweiten Beitrag gab Dr. Schaubert, Leiter des Ev. Jugendheims Rummelsberg, einen Einblick in den Umgang mit der Berufsausbildung der männlichen Zöglinge in seinem Heim:
Dort stehe die Erlernung eines Berufes im Mittelpunkt des Erziehungsprogramms, da der Heimaufenthalt für die Jungen durch eine Berufsausbildung einen Sinn erhalte und somit eine positive Einstellung zum Heim und eine aktive Mitarbeit der Jungen aufgebaut werden könne. Schaubert betonte, die Erlernung eines Berufes sei die beste Voraussetzung für die spätere soziale Bewährung der Jungen nach ihrer Entlassung. Im Jugendheim Rummelsberg befanden sich im Jahre 1956 85,1 % der Zöglinge in einem Lehr- bzw. Anlernverhältnis in einer der insgesamt elf Heimwerkstätten.

Laut Schaubert wurden dem Jugendheim Rummelsberg von den Jugendämtern besonders gern solche Jugendlichen zugewiesen, die für eine handwerkliche Ausbildung in Frage kommen, da das Heim über elf verschiedene handwerkliche Werkstätten verfügte.
Diejenigen Jugendlichen, die nicht für eine Lehrausbildung in Frage kamen, arbeiteten in der heimeigenen Landwirtschaft. Den pädagogischen Wert sah Schaubert darin, dass man die Zöglinge durch die Landarbeit zu einer brauchbaren Arbeitseinstellung erziehen kann.
Gleichzeitig diene diese Arbeit auch der Bewährung der Zöglinge: Man erkenne, wenn ein Junge arbeiten könne und wolle und ggf. könne dieser dann auch in ein Ausbildungsverhältnis in eine der Heimwerkstätten vermittelt werden.

Anhand der verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten des Jugendheims Rummelsberg (Schlosserei, Flaschnerei, Schreinerei, Baubetrieb, Malerwerkstatt, Schneiderei, Polsterei, Bäckerei, Metzgerei, Gärtnerei und Landwirtschaft), lässt sich der Schwerpunkt der Berufsausbildung der männlichen Zöglinge in der Heimerziehung im handwerklichen und landwirtschaftlichen Fach festlegen.

Notwendige Anpassung an die sich verändernde Wirtschaftsstruktur

In den 1950er Jahren deutete sich eine Veränderung der Wirtschaftsstruktur an, die eine Anpassung der Berufsausbildung der Jugendlichen in den Heimen erforderte. Die traditionell handwerklichen Berufe waren immer weniger gefragt, Stellenangebote in der industriellen Arbeit nahmen immer mehr zu.

Der AFET reagierte in der April-Ausgabe 1958 des Mitglieder-Rundbriefes darauf, in dem die Frage der Notwendigkeit eines Strukturwandels der Heimerziehung in beruflicher und pädagogischer Hinsicht erörtert wurde. Um den aktuellen Stand der Berufsausbildung in der Heimerziehung festzustellen, wurden 200 Heime angeschrieben und nach der Ausbildungssituation in ihrem Heim befragt. [ Es ist durchaus möglich, dass derzeit nur ein Bruchteil der in Westdeutschland und in Berlin-West existierenden Heime befragt wurden. – M.M. ] 132 Heime mit insgesamt 10.612 schulentlassenen Zöglingen (5.297 Jungen und 5.315 Mädchen) hatten darauf geantwortet.

Die Befragung ergab, dass sich von den 5.297 männlichen Jugendlichen
4.742 in einer Berufsausbildung befinden,
davon 1.970 in Volllehre
468 in einem Anlernverhältnis
und 2.304 ohne anerkanntes Ausbildungsziel.

4.742 Jungen befanden sich in einer Ausbildung innerhalb des Heims, 555 außerhalb des Heims. Der Schwerpunkt der männlichen Ausbildungsberufe lag dabei im Bereich des Handwerks.

Von den 5.315 Mädchen befanden sich insgesamt
5.297 in einer Berufsausbildung,
davon 455 in Volllehre
634 in einem Anlernverhältnis
und 4.208 ohne anerkanntes Ausbildungsziel.

Auch bei den Mädchen stand der Großteil (5.297) in einem meist hauswirtschaftlichen Ausbildungsverhältnis innerhalb des Heims und 18 außerhalb.

Die Mehrheit der männlichen und weiblichen Heimzöglinge (6.512) befand sich in einem Arbeitsverhältnis ohne anerkanntes Ausbildungsziel.

Davon wurden bereits 333 Jungen und 337 Mädchen auf die industrielle Fertigung vorbereitet. Die Jungen arbeiten z.B. in der Torfwirtschaft (180), im Bergbau (50) oder in der Holzindustrie (18). Der Einsatz der Mädchen erstreckt sich z.B. auf die Textilindustrie (25), Bügelanstalten (43) oder Nähereien (96).

Anschließend stellte der AFET Überlegungen an, wie man die Heimerziehung dem Strukturwandel in der Arbeits- und Berufswelt anpassen kann.

So wollte man prüfen, ob eine Handwerkslehre überhaupt noch sinnvoll ist oder ob ein Anlernverhältnis mit einer Grundausbildung im industriellen Bereich ausreicht. Die Wirtschaft stelle immer mehr auf industrielle Fertigung um, welche auch bessere Verdienstmöglichkeiten als das Handwerk für die Arbeitnehmer biete.

Auch in der Ausbildung der Mädchen nahm die Bedeutung einer Spezialisierung der Berufe im Gegensatz zu einer allgemein-hauswirtschaftlichen Ausbildung zu. Es bestand die Tendenz zur Doppelrolle der Frau, zum Einen als Hausfrau und Mutter, zum Anderen als Arbeitnehmerin. Daher sei auch in diesem Fall die Vorbereitung auf industrielle Arbeit, z.B. in Bügelanstalten oder in der Textilindustrie, notwendig.

Die dafür nötigen Ausbildungsbetriebe sollten nach Möglichkeit Produktionsbetriebe sein, um die Zöglinge auf die Arbeitsanforderungen der freien Wirtschaft vorzubereiten.117

Arbeitserziehung und Berufsausbildung in den 1960er Jahren

Diese in den 1950er Jahren geforderte Anpassung der Berufsausbildung der Zöglinge an die sich wandelnde Wirtschaftsstruktur schien sich bis in die 1960er Jahre vollzogen zu haben.

––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––

115 AFET-Mitgliederrundbrief Nr. 3, August 1956
116 Vgl. a.a.O.
117 Vgl. dazu: AFET-Mitgliederrundbrief Nr. 1/2 , April 1958
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[ fortgesetzt im nächstfolgenden Beitrag ]
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Heimkinder. - Wer bekam damals welche Gelder für was?

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[ fortgesetzt vom unmittelbar vorhergehenden Beitrag ]
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Projekt Fürsorgeerziehung der 1950er und 60er Jahre

Universität Koblenz
Dipl. Päd. Melanie Mangold
Leitung: Prof. Dr. Christian Schrapper
Expertise, November 2010
»Zeitgenössische Positionen des AFET - Allgemeiner Fürsorgeerziehungstag e.V. (bis 1971) und seiner Nachfolger: Arbeitsgemeinschaft für Erziehungshilfe (AFET) sowie AFET - Bundesverband für Erziehungshilfe e.V. zur Heimerziehung im Zeitraum 1945 bis 1970«

@ http://www.afet-ev.de/aktuell/AFET_intern/2011/00.AFET-Heimerziehung1950er-60er.pdf ( Umfang: 86 Seiten )

[ Auszüge von Seite 52, Seite 53 und Seite 54, (bzw. digital Seite 55, Seite 56 und Seite 57 ) ]

Arbeitserziehung und Berufsausbildung der Zöglinge in der Fürsorgeerziehung

[ präsentiert hier als: ZWEITE TEIL VON ZWEI TEILEN ]

Der Aufsatz Gertrud Sauerborns „Das Arbeitsverhältnis des Jugendlichen im FE-Heim“.118 von 1965 gibt einen Überblick über die Berufs- und Arbeitssituation der Zöglinge in den 1960er Jahren. Sauerborn berichtet, die Lehrbetriebe und Arbeitsstätten in den Heimen seien technisiert und automatisiert worden. Für die Zöglinge bestände, neben der hauswirtschaftlichen Beschäftigung der Mädchen und den handwerklichen bzw. landwirtschaftlichen Ausbildungsmöglichkeiten der Jungen, die Möglichkeit, die Jugendlichen in Arbeitseinsätze in Betrieben außerhalb des Heims zu vermitteln. Darüber hinaus befänden sich häufig Werkshallen auf dem Heimgelände, in denen die Jugendlichen Arbeiten im Auftrag von Großbetrieben durchführen konnten:

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„Zu diesem Zweck vermieten sie Räume, im Heim oder auf dem Heimgelände, die der Auftraggeber selbst – nicht das Heim – nach den geltenden gesetzlichen Bedingungen einrichtet. Die jungen Menschen werden nach dem Arbeitsschutzgesetz erst nach ärztlicher Untersuchung in Zusammenarbeit mit der Berufsberatung und nach Überprüfung der Arbeitsstätte durch das Gewerbeaufsichtsamt ihrem Arbeitsplatz innerhalb oder außerhalb des Heimes zugeführt.“ 119
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Zu den rechtlichen Bestimmungen dieser Arbeitsverhältnisse der Jugendlichen innerhalb und außerhalb des Heims schrieb der Jurist Dr. [Manfred] Rehbinder:

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„So sind bei Beurteilung der Rechtslage die Anstalten nicht berechtigt, Dienstverschaffungsverträge mit Dritten abzuschließen und in Erfüllung dieser Verträge eine bestimmte Anzahl ihrer Zöglinge dem Vertragspartner zur Arbeit zu schicken. Das gleiche gilt, wenn sich Werkstätten privater Firmen auf dem Anstaltsgelände befinden. Die Anstalt muss also, gem. § 69 Abs. 4 JWG, mit den betreffenden Firmen Arbeitsverträge im Namen bestimmter Zöglinge abschließen.“120
.
Auch der AFET bekräftigte in seiner Ausschusssitzung 1963 in Kassel:

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„Ausbildungs- und Beschäftigungsverhältnisse des Jugendlichen außerhalb des
Heimes sind grundsätzlich Arbeitsverhältnisse im arbeitsrechtlichen Sinn.
Beschäftigung in gewerblichen Betrieben innerhalb des Heimes begründet in jedem
Fall ein Arbeitsverhältnis im Rechtssinn.“121
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Demnach hatten diese Jugendlichen, die in einem solchen Beschäftigungsverhältnis standen, Anspruch auf geregelte Arbeitszeiten, Sozialversicherung und Tariflohn.

Kritik an den Regelungen der Arbeitserziehung und Berufsausbildung

Ende der 1960er Jahre geriet jedoch das Arbeitsprämiensystem [ d.h. die Zahlung anZöglingevon nurTaschengeld“ und das auch noch nur nach „Strafabzügen vom Taschengeld“ – M.M. ] als Bezahlung der während der Heimerziehung tätigen Zöglinge in Kritik. Der AFET schrieb:

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„Der Jugendliche selbst fühlt sich in seiner Arbeit nicht ernst genommen. Er hat das Gefühl, ungerecht behandelt und ausgenutzt zu werden, da ihm bei dem bisherigen Prämien-System [ d.h. „Taschengeld-System“ – M.M. ] nicht deutlich wird, daß und in welchem Umfange er mit seiner Arbeit zur Deckung der Heimkosten beiträgt.“122
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Der AFET forderte eine Anpassung der arbeitsrechtlichen Verhältnisse im Heim an die Regelungen in der freien Wirtschaft und macht im August 1970 einen Vorschlag zur Abänderung des bisherigen Prämiensystems [ d.h. „Taschengeldsystems“ – M.M. ] in eine Arbeitsvergütung123:

Diejenigen Jugendlichen, die eine regelmäßige Arbeit im Heim verrichteten, sollten eine Arbeitsvergütung erhalten. Diese sollte sich in drei Leistungsgruppen staffeln: Spitzen-, Durchschnitts- und Minderleistung. Der Durchschnittsleistende sollte eine angemessene Arbeitsvergütung von ca. 2 DM / Stunde erhalten; die beiden anderen Leistungsgruppen je nachdem einen Zuschlag bzw. Abzug von 0,50 DM. Vom erwirtschafteten Lohn sollten die Zöglinge einen Beitrag zu den Heimkosten leisten.

Ebenfalls setzte sich der AFET für die Verbesserung der sozialrechtlichen Stellung der Heimzöglinge ein. Um festzustellen, wie viele Zöglinge sozialrechtlich versichert waren, sollten alle Heime in Deutschland einen Fragebogen vom 1. Juni 1969 zur Erfassung beantworten.

Die Befragung ergab, dass 1969 insgesamt 7.109 Mädchen und 9.049 Jungen in Heimen untergebracht waren.

12.411 Jugendliche waren innerhalb des Heims beschäftigt,
davon waren 3.343 sozialversichert
und 9.068 nicht sozialversichert.

3.275 Jugendliche waren außerhalb des Heims beschäftigt,
davon waren 2.972 sozialversichert
und 303 nicht sozialversichert.

Dabei ist aufgefallen, dass die 303 Zöglinge, die außerhalb beschäftigt, aber nicht sozialversichert waren, eigentlich hätten versichert sein müssen. Der AFET setzte sich für alle nicht versicherten Zöglinge ein, die im oder außerhalb des Heimes beschäftigt waren.

Dazu machte der AFET einen Vorschlag zur Ergänzung der Reichsversicherungsordnung §1227, Abs. 1 zur Regelung der Rentenversicherung der Arbeitnehmer. Nach dieser Ergänzung sollten nun auch „Zeiten einer nach Vollendung des 16. Lebensjahres liegenden Heimunterbringung im Rahmen der Freiwilligen Erziehungshilfe, der Fürsorgeerziehung oder der Hilfe zur Erziehung nach §§ 5, 6 JWG, soweit nicht eine versicherungspflichtige Beschäftigung oder Tätigkeit ausgeübt wurde“124 sozialversicherungsrechtlich anerkannt werden.

––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––

118 Unsere Jugend, Nr. 9, Sept. 1965
119 a.a.O.
120 Dr. Manfred Rehbinder, Fürsorgeerziehung und Arbeitsrecht, in: „Recht der Arbeit“ – Zeitschrift für Wissenschaft und Praxis des gesamten Arbeitsrechts, Heft 6/1963; zitiert nach: Gertrud Sauerborn, Das Arbeitsverhältnis des Jugendlichen im FE-Heim, in: Unsere Jugend, Nr. 9, Sept. 1965
121 AFET-Auschusssitzung, 1963 in Kassel; zitiert nach: Gertrud Sauerborn, Das Arbeitsverhältnis des Jugendlichen im FE-Heim, in: Unsere Jugend, Nr. 9, Sept. 1965
122 AFET-Mitgliederrundbrief Nr. 5/6 , August 1970
123 Vgl. AFET-Mitgliederrundbrief Nr. 5/6 , August 1970
124 Vgl. a.a.O.

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(kath.) Bürgermeister legte einen Fürsorgezögling in Ketten

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Bundesrepublik Deutschland, Ende der 1960er / Anfang der 1970er Jahre:
Ein vom Heim an einen Bauern verdingtes Heimkind von dem Bauern, der auch der Bürgermeister ist, gefoltert und in Ketten gelegt.


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ZEIT ONLINE

Folterkammer auf dem Bauernhof

Bürgermeister legte einen Fürsorgezögling in Ketten

VON KILIAN GASSNER

Aktualisiert 17. Juli 1970 - 07:00 Uhr

Traustein

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Der Bürgermeister der 886 Einwohner zählenden Gemeinde Emertsham im oberbayerischen Chiemgau, Thomas Mayr (63), wurde angeklagt und vom Schöffengericht der »fortgesetzten Verletzung der Obhutspflicht, Körperverletzung und Freiheitsberaubung« (geschehen im Sommer 1968) für schuldig befunden; seine Frau und Tocher Anna Mayr (28) und sein Sohn Karl Mayr (31) wurden ebenso angeklagt und gleichsam für schuldig befunden. Die Presse sprach dabei von einem „Sklavenprozeß“; das Heimkind, Detlev Kozian, war der „Sklave“ von dem hier die Rede ist und den man gefoltert hatte.

Das Heim war das kaltholische Glonner Pius-Heim, das dem Landwirt und Bürgermeister von Emertsham, Thomas Mayr, den sich im Vollzug der freiwilligen Erziehungshilfe befindenden 17jährigen Zögling, Detlev Kozian, als landwirtschaftlichen Arbeiter auslieh.

Die ganze horrende Geschichte im Original lesen (berichtet am 17. Juli 1970 - 07:00 Uhr )
(Seite 1) @ http://www.zeit.de/1970/29/folterkammer-auf-dem-bauernhof und
(Seite 2) @ http://www.zeit.de/1970/29/folterkammer-auf-dem-bauernhof/seite-2



Zu diesem katholischen Erziehungsheim »Piusheim Glonn« / Glonn Piusheim« / »Piusheim 85625, Erziehungsheim bei Glonn Ebersberg« gibt es mindestens vier verschiedene Threads im HEIMKINDER-FORUM.DE

http://heimkinder-forum.de/v4x/index.php/Thread/15260-Piusheim-Glonn/

http://heimkinder-forum.de/v4x/index.php/Thread/14378-Jugenddorf-Piusheim/

http://heimkinder-forum.de/v4x/index.php/Thread/16520-Suche-Ehemalige-vom-Piusheim-Glonn-war-von-1962-1966-und-Schloß-Birckeneck-Freis/

http://heimkinder-forum.de/v4x/index.php/Thread/15179-Hat-Jemand-Informationen-zum-Erziehungsheim-in-Glonn-Bayern/
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Ein SPIELFILM über die Erziehungseinrichtung "FREISTATT"

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SR - Saarländische Rundfunk @ http://www.sr-online.de/sronline/extrawebs/max_ophuels_preis_2015/neues_vom_festival/interview_rosenkoetter_wolfgang_zeitzeuge_freistatt_mop100~print.html [ Letzte Aktualisierung: 23.01.2015 - 15:56:28 Uhr (MEZ) ]

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„Wir mussten nur arbeiten, arbeiten, arbeiten“

Unterdrückung, Gewalt, Verzweiflung – in der Diakonie Freistatt, einem Heim für Schwererziehbare, sollten Jugendliche zu „anständigen Jungen“ werden. Dabei hatten sie nichts zu lachen. Erziehungsmethode war schwere Arbeit und gewaltsame Züchtigung. Wolfgang Rosenkötter war einer dieser Jungen. Sein Leben ist Grundlage des Films „Freistatt“, der am Donnerstagabend [ 22. Januar 2015 ] beim Max Ophüls Preis Premiere feiert.

(21.01.2015) Der Film thematisiert den Widerstand des 14-jährigen Wolfgangs gegen ein System der Unterdrückung und Gewalt in der Diakonie Freistatt, einem Heim für Schwererziehbare.

Das Drehbuch zum Film basiert auf den Erinnerungen des Zeitzeugen Wolfgang Rosenkötter. Rosenkötter war insgesamt 14 Monate in der Diakonie Freistatt, in der den Jugendlichen Gewalt angetan wurde und sie schwere Arbeit leisten mussten: „Wir mussten nur arbeiten, arbeiten, arbeiten – von morgens bis abends, sechs Tage die Woche. Sonntags Kirche und das war es. Schule gab es nicht.“ Er unternahm drei Fluchtversuche – bei allen kam er immer bis nach Hause, wurde aber vom Vater immer wieder zurück gebracht. Nach dem dritten Mal resignierte er und blieb dann bis zur Entlassung.

Max Ophüls Preis 2015



Rezension: Freistatt

[ @ http://www.sr-online.de/sronline/extrawebs/max_ophuels_preis_2015/filme/freistatt100.html ]

[ Letzte Aktualisierung: 23.01.2015 - 15:56:28 Uhr (MEZ) ]



Über die SR-Koproduktion "Freistatt"

[ @ http://sr-mediathek.sr-online.de/index.php?seite=7&id=30335 ]


Im Film übernimmt Louis Hofmann die Rolle von Wolfgang Rosenkötter, der am Premierenabend seinen 70. Geburtstag feiert. Wir haben bereits vorher mit ihm über Vergangenheitsbewältigung und den Film gesprochen.

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SR-Online: Herr Rosenkötter, wie viel Wahres ist dran am Film?

Wolfgang Rosenkötter: Was im Drehbuch steht, ist alles wahr. Allerdings war meine Lebensgeschichte nur ein Anhaltspunkt und ein roter Faden für das Drehbuch. Natürlich mussten die Filmemacher wegen der Dramaturgie ein bisschen Action reinbringen, aber die Inhalte sind alle so passiert. Es ist nichts beschönigt, nichts überzeichnet. Alles ist so geschehen, aber nicht unbedingt mir.

SR-Online: Regisseur Brummund ist 2009 mit seiner Filmidee an Sie herangetreten. Wie haben Sie reagiert?

Rosenkötter: Ich war natürlich mit dem Film einverstanden. Es hat gut getan, dass jemand da war, der Interesse daran hatte, die Dinge, die uns damals geschehen sind, zu zeigen. Ich fand das sehr gut. Wir haben uns dann über 1,5 Jahre etwa alle zwei Monate einen ganzen Tag lang zusammengesetzt. Ich habe einfach meine Geschichte erzählt, Herr Brummund hat aufgeschrieben. Daraus ist mit Nicole Armbruster [Buch] dann zusammen das Drehbuch entstanden.

SR-Online: Ist es Ihnen nicht schwer gefallen über ihre Erlebnisse in Freistatt zu sprechen?

Rosenkötter: Die Gespräche mit dem Regisseur waren eine Aufarbeitung. Das war schon manchmal sehr heftig für mich; es hat mir aber trotzdem geholfen. Der Film bedeutet für mich eine Anerkennung in der Form, dass gezeigt wird, was wir erleben mussten, welches System damals geherrscht hat.

SR-Online: Welche Wirkung beim Publikum erhoffen Sie sich von dem Film?

Rosenkötter: Der Film soll bewirken, dass das Publikum darüber nachdenkt, was geschehen ist, das auf sich wirken lässt und daraus den Schluss zieht, dass so etwas nie wieder passieren darf. Dass man Kinder und Jugendliche nicht einfach ins Heim stecken und vergessen darf, sondern, dass man mehr tun muss.

SR-Online: Sie selber haben den fertigen Film bisher noch nicht gesehen, sind Sie aufgeregt oder vielleicht sogar ängstlich?

Rosenkötter: Ängstlich bin ich auf keinen Fall. Ich empfinde eher Vorfreude bzw. Spannung, besonders nachdem ich einige Ausschnitte gesehen hab, ist die Spannung noch größer geworden. Und ich habe natürlich den Wunsch, dass der Film prämiert wird. Das wäre natürlich das Schönste.

SR-Online: Das damalige Freistatt heißt heute Bethel im Norden. Dort wohnen Jugendliche in Wohngruppen. Sie arbeiten dort als Vertrauensperson für die Jugendlichen. Wieso haben Sie diese Aufgabe übernommen?

Rosenkötter: Ich habe sofort zugesagt, weil wir früher niemanden hatten, an den man sich mit seinen Sorgen und Nöten wenden konnte. Ich finde es wichtig, dass die Jugendlichen einen Ansprechpartner haben, der das selber erlebt hat und im Heim war, der das dann vielleicht ein bisschen besser verstehen kann, wie man sich fühlt, wenn man von zu Hause weg ist. Es ist wichtig, dass man sich aussprechen kann.

SR-Online: Sie sind regelmäßig vor Ort, um mit den Jugendlichen zu sprechen und auch bei den Dreharbeiten für den Film haben Sie den Schauplatz Ihrer Vergangenheit wieder besucht. Ist das nicht unglaublich belastend?

Rosenkötter: Zu Anfang war es natürlich schwer. Inzwischen kann ich damit gut umgehen. Ich habe von 2006 bis 2009 eine Therapie gemacht. Ich wollte die Vergangenheit aufarbeiten. Das ist auch gut gelungen. Jetzt sind das natürlich immer noch Erinnerungen und diese sind auch schmerzhaft, aber ich kann damit umgehen.

SR-Online: Hatten Sie nach ihrer Zeit in Freistatt jemals wieder Kontakt zu Ihren Peinigern?

Rosenkötter: Viele Diakone sind mittlerweile verstorben. Die meisten haben das wahrscheinlich genauso wie wir verdrängt. Es ist ja nicht angenehm damit konfrontiert zu werden. 2006 gab es eine Lesung des Buches „Schläge im Namen des Herren“ zur Geschichte der Heimkinder in Deutschland. Bei der Lesung waren nur noch zwei ehemalige Diakone da, die auch zu meiner Zeit in Freistatt waren. Einer davon hat sich anschließend bei mir entschuldigt. Die Entschuldigung habe ich angenommen, weil mir klar war, dass er damals auch ein junger Diakon war. Die Diakone waren zum Teil strafversetzt und mussten sich auch dem System unterordnen und haben das gemacht, was man ihnen gesagt hat. Eine Entschuldigung vom Hausvater und seinem Stellvertreter hätte ich aber nicht angenommen. Die haben mich so gequält. So etwas kann man nicht verzeihen.

SR-Online: Sie werden am Premierenabend 70 Jahre alt. Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Rosenkötter: Ich wünsche mir viele gute Jahre, andere Jahre als bisher. Mein neues Leben hat erst relativ spät, nämlich 2006 angefangen. Das vorherige Leben war einfach geprägt durch die Zeit im Heim.

(Das Gespräch führte Lisa Tüch)
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Antje Vollmer - Schirmherrin über RUNDEN TISCH HEIMERZIEHUNG

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Antje Vollmer (* 31. Mai 1943 in Lübbecke, Westfalen) ist eine deutsche evangelische Pastorin, Politikerin von Bündnis 90/Die Grünen und freie Autorin.

MEHR ZUM THEMA

"denn der »Runde Tisch Heimerziehung« war eine absolute Farce" @ http://www.ehemalige-heimkinder-tatsachen.com/viewtopic.php?f=30&t=78

"Könnte es sein… Fragen zum Thema Heimopfer." - "Der Heimkinderskandal und Fragen zur Rolle von Antje Vollmer." – an vielen Stellen im Internet – u.a. auch @ http://www.ehemalige-heimkinder-tatsachen.com/viewtopic.php?f=30&t=53 und @ http://heimkinder-forum.de/v4x/index.php/Thread/16826-K%C3%B6nnte-es-sein%E2%80%A6-Fragen-zum-Thema-Heimopfer-Der-Heimkinderskandal-und-Fragen-zur-/

"Weitere Ehrung der Leugnerin von HEIMKINDER-ZWANGSARBEIT." – an vielen Stellen im Internet – u.a. auch @ http://www.ehemalige-heimkinder-tatsachen.com/viewtopic.php?f=22&t=88

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KINOFILM über die damalige Heimerziehung in der BRD.

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Der Drehbuchautor und Regisseur des Kinospielfilms "VON JETZT AN KEIN ZURÜCK", Christian FROSCH, schrieb mich an am Sa. 14.02.2015 bezüglich genau diesem seinem KINOFILM über die Heimerziehung in der BRD --- wie folgt:

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Lieber Martin Mitchell,

ich bin der Drehbuchautor und Regisseur des Kinospielfilms "VON JETZT AN KEIN ZURÜCK".
Der Film thematisiert die geschlossene Heimerziehung in der BRD. Ich schreibe Ihnen deshalb, da ich bei der Recherche unzählige Male auf Ihren Namen gestoßen bin.

"VON JETZT AN KEIN ZURÜCK" entstand auf der Basis von Gesprächen mit Opfern und Tätern. Konkret werden die Zustände im berüchtigten Heim der Diakonie “Freistatt” und in einem katholischen Mädchenheim der sog. "Barmherzigen Schwestern" exemplarisch gezeigt. Der Film beginnt im Jahr 1967 und endet 1977. [ vergleiche: "Dortmunder Vincenzheim" - M.M. ]

Der erste Anstoß zu dem Film war, dass ich vor 7 Jahren jemanden kennen lernte, der Opfer dieser “Erziehung” wurde und ich darauf hin unbedingt wollte, dass dieser dunkle Teil der Geschichte mit einem Spielfilm gewürdigt wird. Es ging mir in dem Film nicht nur um die Rekonstruktion der äußeren Tatsachen, sondern auch darum, zu zeigen, was für (innere) Konsequenzen und Traumata die Folge sind. Ferner wollten wir den gängigen Bildern der 60er Jahre, die durch Pop, Revolte und Sexuelle Revolution dominiert werden, etwas entgegen halten. Das Bewusstsein über Geschichte wird ja wesentlich auch durch Bilder aus Filmen geprägt. Unser Film will die Ereignisse im Bewußtsein halten und Diskussionen und Kontroversen auslösen.

Die Geschichte soll auch nach dem “Runden Tisch” nicht ad acta gelegt werden!!!!!

"VON JETZT AN KEIN ZURÜCK" ist auch das Portrait einer Zeit in der Bundesrepublik, in der die Gegensätze aufeinander prallten.

„Die Geschichte ist nicht tot. Sie ist nicht einmal vergangen.“ (William Faulkner)

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie uns unterstützen könnten. Da wir nicht die Mittel für eine große PR- Maschinerie haben ist es wichtig, dass der Film sich über diejenigen verbreitet, denen dieses Thema am Herzen liegt. Denn es gibt auch mächtige Gegner, die kein Interesse daran haben, dass das Thema in der Öffentlichkeit bleibt.

Vielen Dank im Voraus und auch vielen Dank für die großartige und wichtige Arbeit, die Sie geleistet haben.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Frosch

"VON JETZT AN KEIN ZURÜCK" KINOSTART 12. März 2015

vorausgewählt für den Deutschen Filmpreis, Seymour Cassel Award für Victoria Schulz,

Lola at the Berlinale, Eröffnungsfilm Int, Filmfestival Oldenburg, Festivals u.a. Int. Filmfestival Mannheim/Heidelberg, Diagonale (Graz)

TRAILER @ https://www.youtube.com/watch?v=DVWduLYcbBM
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KINOFILM über die damalige Heimerziehung in der BRD.

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Vorstellung des Kinospielfilms "VON JETZT AN KEIN ZURÜCK" von den Filmemachern selbst.

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[ hauptsächlich wechselnde schwarz-weiß Stillfotos selektiert aus den Filmszenen ]

Kinospielfilm "VON JETZT AN KEIN ZURÜCK"

von Christian Frosch

Kamera: Frank Amann
mit VICTORIA SCHULZ, ANTON SPIEKER, BEN BECKER, ERNI MANGOLD, WALFRIEDE SCHMITT, MARKUS HERING, THORSTEN MERTEN, CORA FROST
Buch und Regie: CHRISTIAN FROSCH
Produzent: JOST HERING (Jost Hering Filme)
Co- Produzenten: VIKTORIA SALCHER, MATHIAS FORBERG (Prisma Film, Wien)
mit Unterstützung von Cine+ und weltfilm

Förderer:
Hamburg/SWH Nordmedia BKM DFFF ÖFI Niederösterreich Kultur
Drehbuchentwicklung unterstützt durch EQUINOXE GERMANY

Christian Froschs neuer Spielfilm "VON JETZT AN KEIN ZURÜCK", gefördert vom BKM, DFFF, der Nordmedia, der Filmförderung Hamburg/SWH, der Niederösterreichischen Filmförderung, sowie des ÖFI - in Coproduktion mit PRISMA Film, Wien und Cine+, wird im Rahmen der LOAL Vornominierungen auf der Berlinale

am 10.02.2015 um 16:15 Uhr im Zoopalast Berlin,Kino 2zu sehen sein.
[ d.h., war, wie gesagt, auch schon dort zu sehen ]

Premiere am 11.03.2015 in Berlin

Kinostart 12.03.2015

SYNOPSIS [ d.h. Synopse ]

Ruby und Martin sind jung und proben den Aufstand. Der Preis, den sie dafür bezahlen, ist hoch: Schulverweis, elterliche Gewalt und schließlich die Heimeinweisung. Doch sie sind bereit, den Kampf für ihre Liebe aufzunehmen.

Deutschland 1967.
Zwei Jugendliche in der deutschen Provinz: Martin träumt davon, Schriftsteller zu werden und mit seiner Literatur die Welt aus den Angeln zu heben. Rubys Leidenschaft ist die Musik. Wer Ruby, die eigentlich Rosemarie heißt, einmal singen gehört hat, weiß, dass sie wirklich das Zeug zur Sängerin hat.
Martin und Ruby treffen sich heimlich so oft es geht, aber mit jedem Tag wird dieser Zustand unerträglicher. Rubys Vater ist ein unerbittlicher Tyrann, streng-katholisch, vom Krieg und von der Wiederaufbaumoral geprägt.
Ruby wagt es deshalb nicht, offen zu ihrer Liebe zu Martin zu stehen.
Für ihren Vater verkörpert Martin all das Böse, wovon er seine Tochter fernhalten will.
Die Schlinge beginnt sich langsam zuzuziehen. Martin und Ruby hauen ab.
Sie wollen in Berlin untertauchen. Der Traum ist kurz.
Ruby landet in einem geschlossenen katholischen Heim bei den „Barmherzigen Schwestern“ und Martin wird ins berüchtigte Erziehungsheim der Diakonie in Freistatt eingeliefert. Ruby und Martin müssen nun getrennt voneinander um ihr geistiges Überleben kämpfen - in einer Welt, die nur darauf abzielt, sie zu brechen.

Deutschland 1977.
Aus Ruby ist eine mittelmäßig erfolgreiche Herz/Schmerz - Schlagersängerin geworden. Sie hat sich arrangiert. Doch die glamouröse Maske lässt sich nur mit Alkohol und Tabletten aufrecht erhalten.
Martin ist hingegen unversöhnt, selbstzerstörerisch und gewalttätig. Nach dem Heim schloß er sich einer militanten Gruppe an und landete im Knast.
Noch immer verbindet die beiden eine Liebe, die unmöglich zu leben ist, aber auch durch nichts ausgelöscht werden kann.
Vor einem wichtigen Auftritt, wird Ruby von ihren Gespenstern heimgesucht. Das Vergangene ist nicht tot....

WRITER´S STATEMENT [ d.h., Zusammenfassung des Drehbuchauthors ]

Godard sagte einmal, dass die interessantesten Filme wohl die weggeworfenen Ideen der Drehbuchschreiber wären, die nie die Schublade verlassen.
Auf meiner Festplatte, das heutige Äquivalent zur Schublade, entsorgte ich vor längerem die Idee zu einem Film über eine Schlagersängerin, die eher zufällig als gewollt in der Maschinerie der Unterhaltungsindustrie landet. Die Musik, die sie eigentlich machen will, verkauft sich nicht. Hinter der heilen Schlagerfassade macht sich Selbsthass breit, den sie mit Alkohol und Drogen „kuriert“, bis es zur Katstrophe kommt.

Eine weitere Karteileiche war eine Geschichte, stark autobiographisch geprägt, in der ich meine Jugend in der Provinz thematisierte.
Unter anderem meinen kläglich missglückten Versuch, mit 15 von zu Hause abzuhauen. Da ich als Nachzügler relativ alte Eltern habe, die noch von Krieg und Nachkrieg geprägt waren und Provinz damals noch wirklich von der Welt abgeschnitten zu sein bedeutete, sind die Themen und Widerstände, mit denen ich mich herumschlagen musste, nicht so verschieden von dem, womit Ruby und Martin im Film zu kämpfen haben. „Die Menschen ändern sich nämlich langsamer als die Verhältnisse, unter denen sie leben“ (Friedrich Heer).
Diese Drehbuchidee scheiterte an meiner inneren Stimme: „Nur, weil es dir passiert ist, muss es noch nicht interessant sein!“
Dann gab es vor einigen Jahren eine folgenreiche Begegnung mit einem Mann, den man als Jugendlichen in ein Heim eingewiesen hatte und der mir seine traumatischen Erlebnisse erzählte.
Mein erstes Gefühl war Wut.
Wie konnte man so mit Kindern und Jugendlichen umgehen?
Wie konnte es geschehen, dass man so viele Leben systematisch zerstörte?
Nicht in einer fernen Zeit und einem exotischen Land, sondern in der BRD bis in die 70er Jahre hinein.
Ich fing Feuer für dieses Thema. Ich wollte unbedingt diese verborgene Geschichte sichtbar machen.
Die Recherche begann zu einer Zeit, als kaum noch etwas über das Thema publiziert war und meine Hauptquelle die Gespräche mit ehemaligen Heimkindern darstellte.
Das hatte den Vorteil, dass der unmittelbare emotionale Aspekt beim Schreiben im Vordergrund stand.
Ich wurde so mit Geschichten und Details konfrontiert, die schwer auszuhalten sind.
Und eines war mir von Anfang an klar: die Vorgänge im Heim müssen im Film authentisch erzählt werden. Erfindungen oder Übertreibungen verbieten sich.
Dann wurde durch das Buch „Schläge im Namen des Herren“ Heimerziehung zum bundesweiten Thema. Ein Runder Tisch befasste sich mit der Geschichte der Opfer. Ein verschwiegenes Kapitel, die Geschichte von ca. 500.000, wurde endlich thematisiert. Ehemalige Heimkinder gingen an die Öffentlichkeit. TV-Filme entstanden...
Die Stärke von Fernsehen ist die Aktualität. Die Stärke von Kino ist die Intensität.
Die 500.000 ehemaligen Heimkinder könnten Stoff für einen Dutzend Filme liefern.
Die Schreibkrise ließ aber dennoch nicht lange auf sich warten. Denn Heimfilme und auch Gefängnisfilme sind ja ein eigenes Genre: Protagonist landet in einer Umgebung, in der eigene Gesetze herrschen. Er/sie wird unerträglichen Zuständen ausgeliefert und kämpft dagegen an. Ein Szenario von Macht und Ohnmacht, das eigentlich nur wenige befriedigende Schlüsse zulässt: Die (gescheiterte) Revolte, den (versuchten) Ausbruch oder den (Selbst)mord. Es ist zwar richtig, dass alle Geschichten im Grunde schon einmal erzählt wurden, aber um so wichtiger ist es, eine Geschichte anders zu erzählen. „Film bildet nicht die Realität ab, sondern eine Vorstellung der Realität “ (Enno Patalas).
Anfänglich dachte ich, dass die Idee, die Geschichte eines Paares zu erzählen schon ausreicht, die Perspektive zu erweitern.
Immerhin kann man dadurch verschiedene Aspekte beleuchten. Die katholischen Nonnen, die mit Strenge, Schlägen und Gebeten den „gefallenen Mädchen“ den rechten Glauben einbläuen und die protestantischen, am soldatischen Ideal von Männlichkeit orientierten Heime wie Freistatt haben zwar das gleiche Ziel, aber andere Verfahrensweisen und Vorstellungen. Gemeinsam ist ihnen, dass durch harte körperliche Arbeit und die absolute Kontrolle die Jugendlichen gebrochen werden sollten. Durch Gebete, Schläge und Drill sollten aus ihnen angepasste Untertanen werden.
Alles interessant, trotzdem hatte ich das Gefühl, in einer Sackgasse zu sein: Schublade!

Eines Tages erwachte ich und ich wusste es: Die Kleinstadterzählung, die kaputte Schlagersängerin und die Heimgeschichte sind Teile eines Films.
Als ich dann einige Tage später ein Stück der „Fehlfarben“ hörte, blieb mir eine Textzeile hängen. „Von jetzt an kein zurück“.
Nun hatte ich auch den passenden Titel für den Film gefunden.
[ http://de.wikipedia.org/wiki/Fehlfarben - M.M. ]

DIRECTOR´S STATEMENT [ d.h., Zusammenfassung des Regisseurs ]

Papier ist geduldig. Es gab nicht wenige Momente, in denen ich den Drehbuchautor, also mich selbst, verfluchte. Szenen mit 100 Statisten, viele Schauplätze und das Ganze im historischen Ambiente sind für einen Low-Budget Film eine schwere Zumutung. Zusätzlich noch ein Ensemble von 30 tragenden Rollen, was ein mehrmonatiges extrem intensives Casting bedingte.
Ruby und Martin müssen ferner eine Spanne von 10 Jahren und einen emotionalen Bogen von jugendlicher Naivität bis zur desillusionierten Alkoholikerin und einem Ex-Knacki glaubwürdig darstellen. Schon beim ersten Casting von Victoria Schulz, die Britt Beyer vorschlug, bekam Ruby ein Gesicht. Es gab keine Zweifel. Als Anton Spieker zum Casting kam, war ich zuerst skeptisch, Anton entsprach nicht nur äußerlich in keiner Weise meinem inneren Bild von Martin. Der Autor hatte Martin als dunkelhaarig und schlacksig beschrieben. Doch Antons Talent und die Energie, mit der er sich die Rolle aneignete, brachten das ursprüngliche Bild zum Verschwinden, bis kein anderer mehr als Anton für die Rolle vorstellbar war.
Normalerweise entwickle ich beim Schreiben eine klare visuelle Vorstellung des Films. Im Kopf ist der Film gedreht und dann muss ich nur versuchen, diese Vorstellung umzusetzen. In diesem Fall wollte sich der Film vor meinem geistigen Auge nicht einstellen. Ich wusste alles über die Psyche und Biographien meiner Figuren, was sie in jedem Moment sagen und - genauso wichtig - was sie verschweigen.
Der Befreiungsschlag kam aus einer unerwarteten Richtung: ökonomischer Zwang. Wenn wir den Film „normal“ gedreht hätten, wäre es in der Drehzeit unmöglich zu schaffen gewesen. Streichungen wären die naheliegende Antwort gewesen, doch ich wusste, dass dies den Film zerstören würde. Der Kameramann Frank Amann brachte es auf den Punkt: Nur, wenn wir hauptsächlich Handkamera einsetzen gäbe es die Möglichkeit, dieses Pensum zu schaffen.
Da ich eine gewisse Aversion gegen den pseudoauthentischen Dogma-Stil habe, brauchte es einige Zeit, mich mit der Tatsache anzufreunden. Ich kannte aber Franks Arbeit als Dokumentarkameramann. Er hat die Begabung auch in nicht planbaren Situationen großartige Kinobilder zu machen und intuitiv immer die wichtigen Momente zu finden. Den Film in dieser Weise zu drehen war eine der besten Entscheidungen, die ich jemals getroffen hatte.

"VON JETZT AN KEIN ZURÜCK" war für die Schauspieler und die Techniker eine riesige Herausforderung, weil fast alle Szenen von A-Z durchgedreht wurden.
Die Vorgabe war: Egal was passiert, wir werden einen Take nicht wiederholen, sondern ihn aus einer anderer Perspektive wieder zur Gänze durchdrehen. So lange, bis wir soviel Material haben, dass wir für jeden Moment aus einem Take einen perfekten Moment für den Schnitt haben.
Zusätzlich gewöhnten wir uns an, Takes nicht mit dem im Drehbuch vorgesehenen Ende abzubrechen, sondern die Kamera weiter laufen und die Darsteller improvisieren zu lassen. Manchmal war der Nachlauf 15 Minuten lang. Dies waren magische Momente, in denen die Figuren plötzlich zu einem Leben jenseits des Scripts erwachten.
So konnten wir nicht nur alle Szenen drehen, sondern hatten für den Schnitt noch einen Überschuss an Material, von dem sehr viel in den Film Eingang gefunden hat.
Wir konnten beim Montieren des Filmes in die Vollen greifen und unter vielen Optionen auswählen.

Christian Frosch

PRODUCER´S STATEMENT [ d.h., Zusammenfassung des Produzenten ]

"VON JETZT AN KEIN ZURÜCK" hat einen genau recherchierten, dokumentarischen Kern über ein enorm wichtiges Thema. Betrachtet man den Skandal um die Brandenburger Haasenburg-Heime von 2013, erscheint die Problematik leider sogar weniger historisch, als man im ersten Moment denkt.
Der Film erzählt das Scheitern einer Beziehung unter nicht verschuldeten Umständen. In diesem Fall die unheilige Allianz von Eltern, Schule und Fürsorge, Kirche und Heimen.
Das für mich Berührende an dem Film ist, dass man ganz bei den Figuren ist und sich vergegenwärtigt, wie so wunderbare junge Menschen (seelisch) zerstört wurden.
Ich halte "VON JETZT AN KEIN ZURÜCK" vor allem für eine große und berührende Kinogeschichte.
Und es ist eben die Art, wie Geschichten erzählt sind, die Filme zu Ereignissen machen. Das Erstaunliche an dem Buch war für mich von Anfang an die harmonische Verbindung von sehr unterschiedlichen Elementen.
Der erste Teil: ein “Coming of Age-Drama”, das uns eintauchen lässt in die Konfliktwelt von Jugendlichen. Diese ist dramatisch, aber auch frech, witzig und voller ironischer Dialoge.
Dann der Mittelteil mit neuen Settings und vielen neuen Charakteren, fast dokumentarisch erzählt, in denen wir unmittelbar erleben, wie die beiden Protagonisten mit gegensätzlichen Strategien zu überleben versuchen.
Der dritte Teil, der mich persönlich an Fassbinder-Melodramen erinnert, stellt die letzte formale Wende dar, in der die unterschiedlichen Zeitebenen sich vermischen.
Die Erzählung wird nun sprunghaft und assoziativ.
Dieses Unvorhersehbare macht für mich die eigentliche Kraft des Films aus.

Es gibt nichts Schöneres als Tränen im Kino und bei einem guten Melodram schämt man sich nicht dafür, denn es sind bittere Tränen, die unseren Blick schärfen für die Widersprüche und Ungerechtigkeiten.

Jost Hering
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QUELLE: http://www.josthering.de/jhf/node/79
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Und noch mehr zu diesem Kinospielfilm "VON JETZT AN KEIN ZURÜCK", der Biographie des Drehbuchautors und Regisseurs Christian Frosch und eine vollständige Liste seiner anderen bisherigen Spielfilme, sind in einer Veröffentlichung im PDF-Format @ http://www.salzgeber.de/presse/pressehefte/VONJETZTAN_ph_Web.pdf zu finden; insgesamt 9 Seiten ----- und dies schließt auch die Biographien der Hauptdarsteller und vieler anderer in dem jetzigen Kinospielfilm "VON JETZT AN KEIN ZURÜCK" mitwirkenden Personen mit ein.
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KINOFILM über die damalige Heimerziehung in der BRD.

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I highly recommend:

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Movie-Theatre-Film: "VON JETZT AN KEIN ZURÜCK" by CHRISTIAN FROSCH.

International Title: "ROUGH ROAD AHEAD"

AUSTRIAN FILM COMMISSION @ http://www.afc.at/jart/prj3/afc/main.jart?rel=de&reserve-mode=active&content-id=1164397024469&filme_id=1381318366159http://http://www.afc.at/jart/prj3/afc/main.jart?rel=de&reserve-mode=active&content-id=1164397024469&filme_id=1381318366159http://http://www.afc.at/jart/prj3/afc/main.jart?rel=de&reserve-mode=active&content-id=1164397024469&filme_id=1381318366159


SYNOPSIS:
Germany 1967. Ruby and Martin are young and setting out for rebellion. The price they have to pay for this is high: Expulsion from school, parental violence, and eventually the juvenile detention centre. But they are ready to fight for their love.

TECHNICAL DATA:
Running time/min 108

Format: 35 mm

Screen ratio: 16:9

Language spoken: German

Year of production: 2014

Credits:

Director(s): Christian Frosch

Writer(s): Christian Frosch

Cinematographer(s): Frank Amann

Producer(s):
Viktoria Salcher, Mathias Forberg, Jost Hering

Production Company:
Prisma Film-und Fernsehproduktion GmbH
Rathausstraße 3/18
1010 Vienna, Austria
Tel: (+43 1) 406 37 70
Fax: (+43 1) 406 37 70-20
E-Mail:office@prismafilm.at
Web: www.prismafilm.at

with Jost Hering Filme

World Sales
Paul Thiltges Distributions
Filmland, 25 zone industrielle
8287 Kehlen, Luxembourg
Tel: +352 25 03 93
Fax: +352 25 03 94
E-Mail:info@ptd.lu
Web: www.ptd.lu

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SOURCE: AUSTRIAN FILM COMMISSION @ http://www.afc.at/jart/prj3/afc/main.jart?rel=de&reserve-mode=active&content-id=1164397024469&filme_id=1381318366159

I, Martin – Martin MITCHELL (who himself was incarcerated in this very evangelical-lutheran boys’ institution situated in a peat-bog, in “Freistatt” on the moors, in West Germany, in the 1960s, featuring in this film) – recommend !!
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KINOFILM über die damalige Heimerziehung in der BRD.

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KINO-ZEIT.DE ( 19.02.2015 ) http://www.kino-zeit.de/filme/von-jetzt-an-kein-zurueck#

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Von jetzt an kein zurück - Kinostart 12.03.2015

Unerbitterlich!

Das Mädchen kommt ins Heim, der Junge in die Anstalt. Es geht ausgesprochen rigoros zu im deutsch-österreichischen Jugenddrama Von jetzt an kein Zurück.

Rosemarie leidet zuerst unter ihrem tyrannischen Vater (Ben Becker) und dann im Heim der Barmherzigen Schwestern, die doch kein Erbarmen kennen. Als sie noch zu Hause wohnt, jobbt sie heimlich im Plattenladen und hört The Monks. Im Heim fällt sie durch ihren inbrünstigen Gesang auf. Ihr Sopran sticht hell aus dem Chorgesang der Klosterschülerinnen heraus und rührt sogar die verbissen strenge Oberin Mutter Benedikta (Erni Mangold) an.

Trailer (1) ……………… Fotogalerie (17)

Martin (Anton Spieker) aus der Nachbarschaft hat es mit seinem Vater (Thorsten Merten) nicht ganz so schwer. Er ist mit Rosemarie befreundet und haut mit ihr ab. Sie wollen in Berlin untertauchen, doch ihr Traum ist kurz. Martin wird ins berüchtigte Erziehungsheim der Diakonie in Freistatt eingewiesen, militärischem Drill unterzogen, zu schwerer körperlicher Arbeit herangezogen und lernt vor allem: Erziehung ist Gewalt.

Rosemarie und Martin müssen getrennt voneinander um ihr geistiges Überleben kämpfen, in einem Umfeld, das allein darauf abzielt, sie zu brechen. Sie wird schließlich eine Schlagersängerin, die ihre glamouröse Maske nur mit Alkohol und Tabletten aufrechtzuerhalten weiß. Von ihm ist zu hören, dass er später umsetzte, was er im Heim selbst erfahren hat, sich einer militanten Gruppe anschloss und im Knast landete.

Nach Dora – Die sexuellen Neurosen unserer Eltern [ @ http://www.kino-zeit.de/filme//trailer/dora-oder-die-sexuellen-neurosen-unserer-eltern ] ist Von jetzt an kein Zurück bereits der zweite Film mit Victoria Schulz in der Hauptrolle, der im Frühjahr 2015 ins Kino kommt. Ihre Rosemarie oder Ruby, wie die junge Frau selbst sich nennt, ist es vor allem, die das kräftig plakative Drama lohnenswert macht. Neben ihr kennt der Film von Christian Frosch (Weisse Lilien) keine differenzierenden Zwischentöne, kein Grau, nur Schwarz und Weiß, Gut oder Böse. Von Freddy Quinns unsäglich platter, aber inzwischen doch hinlänglich bekannter Single-B-Seite Wir an, die den Vorspann untermalt, stellt der Film Bigotterie aus und kämpft noch einmal längst geschlagene Schlachten. Von Abtreibung über Bulimie, Missbräuche aller Art, Verleumdung, Verlogenheit, Verrat bis Züchtigung sind hier alle Untugenden versammelt und schreien einen von der Leinwand herab an wie Schlagzeilen der Bild-Zeitung. Der Film lebt nicht von Nuancen, sondern vom Kontrast. Als Pastiche zahlloser naheliegender Versatzstücke aus Film, Musik und Literatur ist Von jetzt an kein Zurück immerhin konsequent.

(Stefan Otto)

DATEN & FFAKTEN

Produktionsland: Deutschland, Österreich

Produktionsjahr: 2014

Länge: 108 (Min.)

Verleih: Salzgeber

Kinostart: 12.03.2015

CAST & CREW

Regie: Christian Frosch

Drehbuch: Christian Frosch

Kamera: Frank Amann

Schnitt: Karin Hammer, Daniel Scheimberg

Musik: Andreas Ockert

Hauptdarsteller: Ben Becker, Erni Mangold, Walfriede Schmitt, Victoria Schulz, Anton Spieker
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QUELLE: KINO-ZEIT.DE ( 19.02.2015 ) @ http://www.kino-zeit.de/filme/von-jetzt-an-kein-zurueck#
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"Wenn Jugendhilfe zum Geschäft wird" - ARD 23.02.2015 (BRD)

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DOKUMENTATION: Die Story im Ersten - Mit Kindern Kasse machen. ( 23.02.2015 ) @ http://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/sendung/wdr/wenn-jugendhilfe-zum-geschaeft-wird-100.html

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[ ARD - MEDIATHEK VIDEO @ http://www.ardmediathek.de/tv/Reportage-Dokumentation/Die-Story-im-Ersten-Mit-Kindern-Kasse-m/Das-Erste/Video?documentId=26694946&bcastId=799280 ( Länge: 43 Min. und 48 Sek. ) ]

Die Story im Ersten - Mit Kindern Kasse machen.

Sendetermin: Mo., 23.02.15 | 22:45 Uhr

[ FOTO: Die Story im Ersten: Mit Kindern Kasse machen | Video verfügbar bis 23.02.2016. ]

Jeden Tag werden im Durchschnitt 100 Kinder und Jugendliche aus ihren Familien genommen und in Einrichtungen untergebracht. Die Jugendämter wollen sie vor ihren Eltern schützen und verhindern, dass sie vernachlässigt oder gar misshandelt werden. Diese "Inobhutnahmen“ sind seit 2005 um 64 Prozent gestiegen. Sie sind traumatisierend für die Seelen der Kinder. Aber nötig und sinnvoll, wenn sie zuhause wirklich in Not sind und in Heimen besser betreut werden und sich entfalten können.

[ FOTO: Wakiya, heute 16, verbrachte drei Jahre und drei Monate im Heim. ]

Die Jugendämter, die diese "Inobhutnahmen“ beschließen, sind unter Druck: Fehlentscheidungen können das Leben der Kinder und ihrer Familien zerstören. Doch sie sind allerorts überlastet. Nicht selten betreuen Mitarbeiter bis zu 90 Familien. Sie beauftragen freie Träger, sich um die Unterbringung der Kinder zu kümmern. Eine der sensibelsten Aufgaben des Staates, die Betreuung von Kindern und Jugendlichen in Not, ist nahezu komplett privatisiert.

[ FOTO: Jeden Tag werden im Durchschnitt 100 Kinder und und Jugendliche aus ihren Familien genommen und in meist privaten Einrichtungen untergebracht. ]

Der Markt der stationären Einrichtungen wächst und ist lukrativ. Ein einziger Platz in einem Heim kostet die Kommunen im Jahr rund 50.000 Euro. Doch ob dieses Geld wirklich zum Wohl der Kinder und Jugendlichen verwendet wird, wird kaum überprüft: Den Jugendämtern fehlt die Zeit und ihre Eltern sind dazu nicht in der Lage.

Wenn junge Menschen über Missstände in ihren Einrichtungen klagen, dann wird ihnen wenig Gehör geschenkt. So gerät das Heer der freien Jugendhilfeträger – darunter Privatunternehmer, Verbände, gemeinnützige Vereine – selten ins Blickfeld der Öffentlichkeit. Doch nicht allen geht es allein um das Wohl der ihnen anvertrauten 140.000 Kinder und Jugendlichen. Längst ist die Jugendhilfe auch ein großes Geschäft geworden.

Ein Film von Nicole Rosenbach und Anna Osius

Das Manuskript ist als PDF-Datei per E-Mail erhältlich über:

inland@wdr.de

oder per Post anzufordern über:

WDR Fernsehen, PG Inland, 50600 Köln.
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Alternativer Link zu dem zuvor oben angegebenen Link zu diesem Film: »Die Story im Ersten - Mit Kindern Kasse machen. [Doku]« @ https://www.youtube.com/watch?v=OugU19pdsvc ( Länge: 43 Min. und 49 Sek. ) ( Eingestellt von »eberwaschanlage« am 23. Februar 2015 )

Beschlagwortet mit TAGS/LABELS:
Die Story im Ersten, Mit Kindern Kasse machen, Kinder und Jugendliche, aus ihren Familien genommen, in Einrichtungen untergebracht, Jugendämter, vernachlässigt, misshandelt, Inobhutnahmen, Heimkinder, Heim, Heimen, Fehlentscheidungen, das Leben der Kinder, und ihrer Familien, zerstören, freie Träger, Unterbringung, Betreuung von Kindern, Jugendlichen in Not, komplett privatisiert, Kinder und Jugendliche, aus ihren Familien genommen, Einrichtungen untergebracht, Markt, stationären Einrichtungen, wächst und ist lukrativ, Missstände, Jugendhilfeträger, freien Jugendhilfeträger, Privatunternehmen, Verbände, gemeinnützige Vereine, Nicole Rosenbach, Anna Osius, WDR Fernsehen, Gutachter Robert Filz, TheraVia, Leuchtfeuer, Auslandsmaßnahme,
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KINOFILM über die damalige Heimerziehung in der BRD.

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Zwei kurze Rezensionen / Film-Kritik bisher erschienen im Internet (d.h., die ich habe aufspüren können) zum "KINOSPIELFILM" "VON JETZT AN KEIN ZURÜCK"

ERSTENS:

CINEMA.DECINEMA Verlag GmbH, Hamburg, BRD

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@ http://www.cinema.de/film/von-jetzt-an-kein-zurueck,6408188.html

Von jetzt an kein zurück (2014)

Zwei Jugendliche proben 1967 den Aufstand - ihre Revolte wird brutal unterdrückt.

Bilder zu "Von jetzt an kein zurück" – 16 Bilder

Nicht nur in Berlin, auch in der Provinz rebellieren Jugendliche gegen die autoritären Strukturen in Elternhaus und Schule. Ruby, die eigentlich Rosemarie heißt, ignoriert das Verbot ihres tyrannischen Vaters (Ben Becker) und trifft sich heimlich mit ihrem Freund Martin. Als die beiden zusammen durchbrennen, schlägt die staatliche Fürsorge zu: Die Teenager landen in geschlossenen Erziehungsheimen. Durch Gebete, Prügelstrafe und Arbeitsdrill soll der Wille der Aufrührer gebrochen werden. Die rauen Handkamerabilder, das assoziative Erzählen, die sprunghafte Dramaturgie - all das erinnert an die Aufbruchstimmung der Nouvelle Vague, an die frühen Filme von Truffaut und Godard. Es ist kein Zufall, dass Christian Frosch in Schwarz-Weiß gedreht hat, denn im Gegensatz zu vielen anderen Filmen, die vom jugendlichen Aufbegehren in den wilden 60ern erzählen, verzichtet er darauf, die Verhältnisse nostalgisch zu verklären. Sein unversöhnlicher Blick auf die Lebenswirklichkeit der damaligen Zeit liefert einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung der westdeutschen Nachkriegsgeschichte.

Fazit: Schonungslos und erschütternd: So brutal war der Generationskonflikt in den 60er-Jahren.
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ZWEITENS:

SPIELFILM.DE - Think-Media GmbH - Nierstein, Rheinland-Pfalz, BRD

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@ http://www.spielfilm.de/filme/3000464/von-jetzt-an-kein-zurueck

Von jetzt an kein zurück (2014)

»Tatjana_1« - [ Bewertung und Kommentar abgegeben Mitte Februar 2015 ]

Da der Film der Eröffnungsfilm beim Filmfestival in Oldenburg war, habe ich ihn schon vor einiger Zeit gesehen. Die beiden Hauptdarsteller sind unglaublich toll! Victoria Schulz und vor allem Anton Spieker sind echte Entdeckungen! Sogar Ben Becker, den ich sonst nicht mag, ist verkraftbar. Die Geschichte ist eine Zeitreise in die 60er Jahre. Hart, aber ehrlich und auf alle Fälle total berührend. Eine Liebesgeschichte ohne Kitsch! Es sind einige Szenen im Film, die sich bei mir echt eingebrannt haben. Obwohl der Film in der Vergangenheit spielt hat er was Gültiges. Denn die beiden müssen sich behaupten gegen eine Umwelt, die nicht will, dass sie sich lieben. Das sind zuerst die Eltern und dann die ganze Behörde und schließlich die Heime, die sie brechen wollen. Jeder versucht auf seine Art dem Druck stand zu halten. Martin rebelliert und Ruby versucht die bigotten Nonnen zu täuschen und auszutricksen. Die Erziehungsmethoden in den Heimen sind unheimlich krass. Da möchte man nicht landen. Dagegen sind heutige Knasts wahrscheinlich Erholungsheime. Aber vor die Scheinheiligkeit hält man schwer aus. Für mich war es das Highlight des Festivals und der beste deutsche Film seit langem. Fünf Sterne auf alle Fälle!
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"KINOSPIELFILM" "VON JETZT AN KEIN ZURÜCK" - Kinostart, deutschlandweit, 12. März. 2015.
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KINOFILM über die damalige Heimerziehung in der BRD.

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Schon am 2. Februar 2015 wurde entschieden:

Das Goethe-Institut hat den Film erworben als Teil seines internationalen Förderprogramms und plant ihn beim Australischen Film Festival vorzustellen und die australische Öffentlichkeit weitgehend daran teilhaben zu lassen.

Goethe-Institute has acquired the film as part of its international programme and is planning to screen as part of the Australian Film Festival so that the Australian public may greatly benefit from its screening.

GERMAN: "Von jetzt an kein zurück" /
ENGLISH: "Rough Road Ahead"

Auf der deutschen Webseite des Filmemachers Jost Hering @ http://www.josthering.de/jhf/node/191 wird seit dem 20.02.2015 dazu berichtet ( diesmal weitgehend in Englisch ).

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Von jetzt an kein zurück von Christian Frosch ist auf dem Audi Festival deutscher Filme in Australien eingeladen. In Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Australien sind folgende Termine in Australien geplant.

The Audi Festival of German Films, orchestrated by the Goethe-Institut Australia, is the German key event in Australia’s cultural calendar, and the largest German-language film festival outside of Germany. Now in its 14th year, the festival showcases a fine selection of contemporary, internationally acclaimed German-language movies with English subtitles to Australian cities and their communities. The planned dates for 2015 are as follows:

SYDNEY 13 – 28 May 2015
Chauvel Cinema / Palace Norton Street

MELBOURNE 14 – 29 May 2015
Palace Cinema Como / Kino Cinemas

BRISBANE 21 – 27 May 2015
Palace Centro Cinema

CANBERRA 20 – 27 May 2015
Electric Cinema

ADELAIDE 27 – 31 May 2015
Palace Nova East End

PERTH 28 – 31 May 2015
Cinema Paradiso

BYRON BAY 29 – 30 May 2015
Palace Byron Bay

HOBART 29 – 30 May 2015
State Cinema
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SOURCE / QUELLE: Jost Hering @ http://www.josthering.de/jhf/node/191

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The Audi Festival of German Films, orchestrated by the Goethe-Institut Australia, is the German key event in Australia’s cultural calendar, and the largest German-language film festival outside of Germany. Now in its 14th year, the festival showcases a fine selection of contemporary, internationally acclaimed German-language movies with English subtitles to Australian cities and their communities.
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QUELLE / SOURCE: http://www.goethe.de/ins/au/lp/prj/fia/ffg/enindex.htm?wt_sc=ozfilmfest

"KINOSPIELFILM" "VON JETZT AN KEIN ZURÜCK" - Kinostart, deutschlandweit, 12. März. 2015.
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KINOFILM über die damalige Heimerziehung in der BRD.

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Update aus Adelaide, Australienund Update aus Berlin

Nachdem ich dem Drehbuchautor und Filmregisseur Christian Frosch wie folgt kurz mitteilte was ich meinerseits alles bezüglich seinem "KINOSPIELFILM" unternehme, schrieb er mir auch sogleich zurück (siehe weiter unten).

Am 03.03.2015 um 02:00 Uhr (MEZ) schrieb Martin MITCHELL:


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Lieber Christian,

ich habe seither, beinahe täglich, weitere Beiträge (Bekanntgebungen), in den jeweiligen Foren und auf den jeweiligen Internetplattformen, wo ich immer regelmäßig berichte zu Ihrem Film "VON JETZT AN KEIN ZURÜCK" veröffentlicht;

so, zum Beispiel, auch hier:

@ http://www.ehemalige-heimkinder-tatsachen.com/phpBB3/viewtopic.php?p=838#p838
und @ http://www.ehemalige-heimkinder-tatsachen.com/phpBB3/viewtopic.php?p=839#p839

und

@ http://heimkinder-forum.de/v4x/index.php/Thread/17851-KINOFILM-über-die-damalige-Heimerziehung-in-der-BRD-beginnt-12-März-2015/?postID=455501#post455501 [ bitte dort runter scrollen ] und @ http://heimkinder-forum.de/v4x/index.php/Thread/17851-KINOFILM-über-die-damalige-Heimerziehung-in-der-BRD-beginnt-12-März-2015/?postID=455589#post455589 [ bitte dort runter scrollen ]

und

@ http://freigeisterhaus.de/viewtopic.php?p=1987836#1987836
und @ http://freigeisterhaus.de/viewtopic.php?p=1988204#1988204

und

@ http://www.chefduzen.de/index.php?topic=10331.msg302553#msg302553 und @ http://www.chefduzen.de/index.php?topic=10331.msg302621#msg302621

und an vielen weiteren Stellen im Netz wo es themenweise passt. – Gucken Sie einfach mal.

Die private DVD des Films ist gestern auf dem Postfach meines australischen Freundes angekommen, aber ich habe sie noch nicht abholen können. Mein Freund wohnt in einiger Entfernung von meinem eigenen Wohnsitzt entfernt, und ich habe gerade eine Erkältung. Wenn es mir wieder besser geht werde ich dort hin radeln und die DVD abholen (ein Auto habe ich nicht und öffentlichen Bahn- und Busverkehr benutze ich nicht). Wird daher noch ein paar Tage dauern.

Viele liebe Grüße aus Down Under

Martin

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Am 03.03.2015 um 11:26 Uhr (MEZ) schrieb Christian FROSCH:

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Lieber Martin,

zuerst einmal gute Besserung. Und ja nicht zu früh aufstehen.
Ich kenne Leute die eine Grippe übergangen haben und seither nie mehr zu 100 % fit geworden sind.

–––––––––––

Wir hatten gestern eine Preview mit Diskussion. Es war große Betroffenheit beim Publikum spürbar. Einige weinten sogar. Aber auch unglaublich wieviel Unwissenheit noch unterwegs ist. Eine Dame behauptete, Heime sein ein reines Ostproblem gewesen sei. Im Westen gab es sowas nicht.
Als ich mit den Fakten kam und ihr entsprechende Literatur nannte, dann meinte sie, dass sie aus dieser Generation stamme und es unmöglich sei, dass sie nichts davon mitbekommen habe.
Nunja es gibt ja auch immer noch Deutsche, die die KZ´s für Erfindungen halten.

Mir ist bei soviel Ignoranz schon kurz die Spucke weggeblieben. Schön war, dass Jüngere auf mich zugekommen sind und meinten, dass sie nun ihre Eltern besser verstünden.
Sie kannten solche Schul- und Elterngeschichten nur von Erzählungen.
Jetzt hätten sie sie plötzlich erlebt.

Einigen war die Darstellung der Heime zu drastisch und einige vermißten ein Happy End.

Es gab auch die Unterstellung ich hätte übertrieben.
Dabei habe ich nur ein Bruchteil von den Geschichten verwertet, die mir erzählt wurden. Und die allerschlimmsten Sachen wurden bewußt raus gelassen. Die Leute halten echt nichts aus.
Aber um es mit Ingeborg Bachmann zu sagen : "Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar!"
Ist ja immer schwierig zu entscheiden, was die Leute halt noch verkraften. Überdehnt man etwas fangen die Leute sich zu distanzieren an. Und ich wollte einen Film machen, der die Zuschauer emotionalisiert.

Schön war, dass ganz lange danach über die Entschädigungen geredet wurden und ich klar machen konnte, warum ich den Runden Tisch als keine Erfolgsgeschichte sehe. Um es einmal Milde auszudrücken. Große Zustimmung diesbezüglich.

Ich muß sagen, dass ich unglaublich gespannt, wie Sie den Film finden. Ich hoffe wirklich, dass Sie mit mir zufrieden sind.
Vieles was wichtig wäre, fehlt natürlich, aber man hat eben nur 100 Minuten Zeit. Aber Spielfilm muß emotionalisieren und Interesse für ein Thema wecken. Die Fakten kann man dann nachlesen. Wenn die Leute danach zu Googeln anfangen hat man gewonnen. :)

Herzliche Grüße aus dem kalt- sonnigen Berlin

Christian

P.S. Gerade habe ich erfahren, dass der Film beim Festival in Brüssel laufen wird.

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["KINOSPIELFILM" "VON JETZT AN KEIN ZURÜCK" - Kinostart, deutschlandweit, 12. März. 2015.
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KINOFILM über die damalige Heimerziehung in der BRD.

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Ein Medienbericht zum "KINOSPIELFILM" "VON JETZT AN KEIN ZURÜCK"

DEUTSCHLANDRADIO KULTUR

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Beitrag vom 07.03.2015

KINOFILM ÜBER HEIMERZIEHUNG

"Mir war es wichtig, dass es ein Zeitporträt wird"

[ Interview mit Christian Frosch ]

MODERATION: SUSANNE BURG

[ FOTO: Christian Frosch, Drehbuchautor und Regisseurs des Films "Von jetzt an kein Zurück" (Deutschlandradio Kultur/ Norbert Wassmund) ]

Ein verstörender Film: "Von jetzt an kein Zurück" kommt am Donnerstag [ 12. März 2015 ] [ deutschlandweit ] in die Kinos und erzählt von zwei Kindheiten im Heim. Im Interview spricht der Regisseur Christian Frosch darüber, was ihn an dem Thema interessiert hat und warum es für ihn bis heute so wichtig ist.

SUSANNE BURG: "Von jetzt an kein Zurück" heißt ein Film, der am Donnerstag in den deutschen Kinos anläuft. Und der Film zeigt: In der deutschen Provinz der späten 60er-Jahre aufzuwachsen, weit weg von den großstädtischen Zentren der 68er-Bewegung, war alles andere als ein Vergnügen für Jugendliche, die Beatmusik liebten und gegen alle Spießigkeit randalierten. "Von jetzt an kein Zurück" erzählt die Geschichte der beiden Schüler Martin und Ruby, die infiziert sind vom Schwung ihrer Generation, die sich lieben und die die Repressalien mit aller Härte zu spüren bekommen. Ruby, gespielt von Victoria Schulz, landet in einem geschlossenen katholischen Heim, Martin, gespielt von Anton Spieker, in der gefürchteten Erziehungsanstalt der Diakonie Freistatt.

[ ……… ]

BURG: Der Drehbuchautor und Regisseur des Films ist Christian Frosch. Und er ist jetzt hier im Studio, guten Tag!

CHRISTIAN FROSCH: Schönen guten Tag!

BURG: Ja, der Film ist lange in Ihnen gereift. Sie haben sich mit der Situation der Heimkinder schon auseinandergesetzt, bevor es zum öffentlichen Thema wurde. Wie haben Sie sich diesem Thema angenähert?

FROSCH: Na ja, die erste war wirklich eine persönliche Begegnung, dass mir jemand, der in so einem Heim war, diese Geschichte erzählt hat, und ich das wirklich nicht glauben konnte, dass in der Bundesrepublik Deutschland in den 60er-Jahren so was möglich war. Und dann fängt man an zu recherchieren und merkt, oh, das hat es alles gegeben, und zwar nicht als Randphänomen, sondern die Schätzungen von Jugendlichen, die in diese Art von Erziehung geraten sind in der Nachkriegszeit, sind so zwischen 800.000 und einer Million. Also, das ist kein so ein kleines Phänomen.

BURG: Und dann kam 2006 das Buch "Schläge im Namen des Herrn" von Peter Wensierski heraus, die Situation der Heimkinder in der Bundesrepublik war plötzlich überall in den Medien. Wie hat das Ihre Pläne für den Film beeinflusst?

FROSCH: Ja, so als Künstlerschwein ist es natürlich schon so, dass man denkt, diese Art von Aktualität brauche ich für einen Spielfilm eigentlich nicht. Ein Spielfilm muss sozusagen jenseits der Aktualität Qualitäten haben. Das Thema zum Film ist vielleicht ein Denken, was im Fernsehen funktioniert, aber das Kino muss meiner Meinung nach andere Spannungen aufbauen.

"Eine reine Heimgeschichte bringt nicht so wahnsinnig viel"

BURG: Und das heißt, Sie haben ja dann noch die Geschichte von Ruby und Martin vor ihrer Einweisung ins Heim erzählt. War das dann auch die Überlegung, diese Geschichte zu erweitern?

FROSCH: Ja, ich bin dann halt irgendwie zu dem Schluss gekommen, dass eine reine Heimgeschichte auch nicht so wahnsinnig viel bringt. Mir war dann aber wichtig, dass es ein Zeitporträt wird. Es spielt ja zwischen 67 und 77, also wirklich in der Bundesrepublik zehn wichtige Jahre, wo sehr viel passiert ist. Diese politischen Dinge spielen nur am Rand rein, aber sie sind eigentlich doch präsent. Und mir wurde dann halt wichtiger zu zeigen, dass es ein Vorher, Nachher, einen Kontext gibt. Man könnte auch sagen, der Film geht um die Wiedergabe des Traumas, oder Weitergabe des Traumas.

BURG: Des Traumas der Elterngeneration, die aus dem Zweiten Weltkrieg nach Hause gekommen sind und eigentlich damit nie gelernt haben umzugehen und das dann auch an ihre Kinder weitergegeben haben.

FROSCH: Genau. Das ist irgendwie ... mir eigentlich ... Ich bin 66 geboren, also, es ist nicht so wahnsinnig weit weg, aber mir ist es eigentlich – und das ist eigentlich ein bisschen peinlich – in der Recherche erst auch bewusst geworden, wie nahe der Krieg ist. Also, dass das so ein paar Jahre sind letztendlich. Und irgendwie hat man immer so ein Gefühl, die 60er-Jahre sind schon ganz weit weg vom Zweiten Weltkrieg. Und dass das so nahe ist, das ist mir erst mal so richtig emotional bewusst geworden. Und ich glaube, das ist auch in dem Film eine wichtige Schiene, dass man spürt, der Krieg und der Nachkrieg sind noch präsent.

Ob Katholizismus oder Protestantismus - "genauso brutal"

BURG: Sie schneiden die Erfahrungen von Ruby und Martin abwechselnd so gegeneinander, als sie dann im Heim sind. Sie ist eben im katholischen Heim, muss bügeln und singen, er ist in Freistatt, muss im Moor Torf stechen. Die körperlichen Torturen sind vor allem für Martin enorm, auch die Jungs untereinander sind unglaublich brutal. Bei den Mädchen geht es körperlich nicht ganz so brutal zu, aber wie vergleichbar sind die Systeme dieser Züchtigung dennoch?

FROSCH: Na ja, ich würde mal sagen, die protestantische Tradition oder ein Teil der protestantischen Tradition hat ja so einen Verdammnisaspekt, also jemand, der verdammt ist und deshalb auch hart angefasst werden muss. Das Katholische kennt das in der Form nicht, hat sozusagen immer so einen vermeintlich pädagogischen Ansatz oder Rettungsansatz, Seelenansatz. Letztendlich kommt es auf dasselbe hinaus, letztendlich ist es genauso brutal.

BURG: Nun kann man sich fast diese Enge der Welt, diese Züchtigung in den Heimen heute kaum mehr vorstellen. Sie machen es dann in einzelnen Szenen deutlich, indem Sie zum Beispiel Ruby beim Essen zeigen: Sie bekommt das Essen vorgesetzt, sie kriegt es nicht runter, eine Nonne steht neben ihr und zwingt sie, Ruby erbricht das Essen in den Teller hinein und die Nonne verrührt es dann seelenruhig, stellt den Teller wieder vor Ruby. Diese Szene geht gefühlt relativ lange. Wie viel wollten Sie dem Zuschauer denn auch bewusst, ich sage mal, mitquälen, um diese Atmosphäre nachfühlbar zu machen?

FROSCH: Ich habe keine Horrorshow ... Die hätte man auch machen können. Es passieren in diesen Heimen so wahnsinnig viel Sachen, man könnte da eine Aneinanderreihung von Sadismen machen, das wollte ich nicht. Ja, ich glaube, die Szene tut weh, aber die war notwendig.

BURG: Sie sagten eben, Sie wollten keine Horrorshow daraus machen. Es ist ja auch interessant, was Sie nicht zeigen. Also, beim Höhepunkt des Films, ich will jetzt nicht verraten, wie der aussieht, aber so abstrakt gesagt, wo Repression und Ausbruchsversuch kulminieren, brechen Sie radikal ab und arbeiten dann mit Sounds und mit roten, blinkenden Bildern. Wie haben Sie entschieden, was Sie zeigen und was nicht?

FROSCH: Ich habe die ganze Schiene des sexuellen Missbrauchs nicht erzählt. Das ist so noch mal ein ganz eigenes, sehr sensibles Feld, das wollte ich nicht auch noch reinpacken. Und dann, an dem Höhepunkt abzubrechen, das hat damit zu tun, dass im dritten Akt das Trauma aktiv wird. Da springt die Zeit auch permanent. Und Traumata sind ja irgendwie Ereignisse aus der Vergangenheit, die sich eine Gegenwart verschaffen. Und diesen Ansatz habe ich formal realisiert im dritten Akt. Deshalb gibt es da plötzlich so eine gewisse zeitliche Desorientierung.

"Es kann kein Happy End geben"

BURG: Genau, diesem Teil, dem räumen Sie eigentlich gar nicht so viel Zeit ein. Und da geht es eben, genau, um diese Traumata. Das ist 1977, die beiden sind älter geworden und man merkt irgendwie so, sie haben Schwierigkeiten, mit ihrem Leben klarzukommen. Ich habe mich gefragt, kann man diese Wunden denn tatsächlich auch darstellen, die die Heimkinder davongetragen haben?

FROSCH: Also, für mich war es klar – und jetzt verrate ich auch wieder was –, dass es kein Happy End geben kann. Also, dass sie zum Schluss – Romeo und Julia – sich finden und war nicht so schlimm und unsere Liebe rettet uns, das kam mir doch verlogen vor.

BURG: Martin radikalisiert sich, das zeigen Sie, beginnt, sich terroristisch zu engagieren. Ulrike Meinhof hat ja 1970 ein Drehbuch zum Film "Bambule" geschrieben, in dem es auch um die autoritären Methoden bei der Heimerziehung in einem Mädchenheim geht, und im Film wird auch in gewisser Weise zum Klassenkampf aufgefordert. Wie sehr wollten Sie auch diesen Bezug zur Radikalisierung der Linken in der Zeit darstellen?

FROSCH: Wenn man eine Geschichte im Heim erzählt in den späten 60er-Jahren, da war das sozusagen eine wirkliche Bewegung von der APO, und auch die spätere RAF hat sich wahnsinnig engagiert gegen diese geschlossene Erziehung. Also, da gab es Heimkinder, die dann zur RAF gingen, wie Boock oder so. Also, nach dem, was Martin durchmacht, dass er zu dem Punkt kommt, dass er nur mehr in Gewalt eine Möglichkeit sieht, ist jetzt nicht an den Haaren herbeigezogen, weil er nichts anderes erlebt hat. Genauso wie Ruby eigentlich gläubig ist und die Nonnen ihr den Glauben austreiben. Das ist die Ironie des Films.

BURG: Der Film ist mit ziemlich kleinem Budget gedreht, vor allem, wenn man bedenkt, dass es ja auch ... dass der Film eine große Zeitspanne einnimmt, dass er viele Statisten hat, auch ein historisches Ambiente rekreiert. Wie schwierig war es, das umzusetzen?

FROSCH: Also, Leidensgeschichten von Filmemachern sind das Uninteressanteste, was es gibt. Es war die Hölle und ich hatte halt wirklich Leute, die mitgemacht haben und Unmögliches wahr gemacht haben. Das klingt jetzt auch wie ein blödes Klischee, aber in dem Fall war das so.

Auf die Handkamera vertraut

BURG: Sie haben beschlossen, dann vor allem auch auf die Handkamera zu vertrauen.

FROSCH: Ja, das war sicher auch eine Budgetgeschichte. Das andere war, dass ich wollte, dass der Film eine gewisse Rauigkeit hat und auch erinnert an 60er-Jahre-Filme. Wenn man jetzt so eine historische Geschichte macht, gibt es sozusagen zwei Möglichkeiten: Entweder man steckt alles in die Ausstattung, oder man versucht, den Geist und das Formale auch wiederzugeben. Und das ist eine Budgetgeschichte. Ich musste mich sozusagen für die formale Lösung entscheiden.

BURG: Was daraus geworden ist, das kann man sich jetzt im Kino anschauen ab nächstem Donnerstag. "Von jetzt an kein Zurück", so heißt der Film, und der Drehbuchautor und Regisseur ist Christian Frosch. Vielen Dank für Ihren Besuch!

FROSCH: Ich danke!

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QUELLE: http://www.deutschlandradiokultur.de/kinofilm-ueber-heimerziehung-mir-war-es-wichtig-dass-es-ein.2168.de.html?dram%3Aarticle_id=313609
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KINOFILM über die damalige Heimerziehung in der BRD.

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Mann weigert sich auch weiterhin – in diesen beiden Heimkinderforen-OST: [ die Heimkinder-Community ] http://www.imheim.net und [ das Seppel-Forum / Treffpunkt ehemaliger Heimkinder / Regenbogenstadt ] http://www.kinder-heim.de – dem neuen "KINOSPIELFILM" von Christian Frosch, "VON JETZT AN KEIN ZURÜCK", der von der repressiven bundesrepublikanischen Heimerziehung der späten 1940er, der 1950er, der 1960er und der 1970er Jahre handelt, und der ab dem 12. März 2015 deutschlandweit in allen Kinos erscheinen wird, auch nur die geringste Aufmerksamkeit zu schenken / auch nur mit einem Wort zu erwähnen.
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beginnt 12. März 2015

"KINOSPIELFILM" "VON JETZT AN KEIN ZURÜCK"

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Start bundesweit am 12.03.2015 in 16 Städten und ausgewählten Programm-Kinos:
● Augsburg: Savoy
● Berlin: Moviemento, Central Kino, Kino in der Kulturbrauerei, Tilsiter Lichtspiele, Filmkunst 66, Kino in der Brotfabrik;
● Dresden: Kino im Dach
● Dortmund: sweetSixteen-Kino
● Düsseldorf: Bambi-Filmstudio
● Erfurt: Kinoklub am Hirschlachufer
● Frankfurt/Main: Mal sehn Kino
● Freiburg/Breisgau: Friedrichsbau_Apollo
● Hamburg: 3001 Kino
● Hannover: Kino im Künstlerhaus
● Köln: Filmhauskino
● Leipzig: Schaubühne Lindenfels
● Lüneburg: Scala Programmkino
● Mannheim: Cineplex Mannheim
● München: Monopol Kinos
● Nürnberg: Casablanca Filmkunsttheater
QUELLE: hpd - Humanistischer Pressedienst @ http://hpd.de/veranstaltungen?action=cal&id=1239&tab=cal_single [ Kinofilm-Terminansage erstmalig veröffentlicht hier Anfang März 2015 ]

Von den christlichen Kirchen um deren damalige Erziehungseinrichtungen es sich ja in diesem "KINOSPIELFILM" handelt, hört man DAZU bisher garnichts.
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beginnt 12. März 2015

NEWS: Kinofilm re FREISTATT (boys) u. re VINCENZHEIM (girls)

"KINOSPIELFILM" "VON JETZT AN KEIN ZURÜCK"

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Franziska01 – am 25.02.2015

Empfehlung

Hatte den Film in Oldenburg beim Festival gesehen und finde Victoria Schulz hat den Preis für die beste Schauspielerische Leistung mehr als verdient. Ein deutscher Film, der einem nicht nur zu Herzen geht, sondern sich in jeder Beziehung vom üblichen Fernsehbrei und Till Schweiger Nonsense abhebt.
QUELLE: http://www.cinema.de/film/von-jetzt-an-kein-zurueck,6408188.html ( bitte dort runter scrollen )


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"KINOSPIELFILM" "VON JETZT AN KEIN ZURÜCK"

Event in Berlin

Richard-Sorge-Straße 25a, Berlin-Friedrichshain

Samstag, 14 März 2015, 20:30 Uhr

Organisiert von: Tilsiter Lichtspiele

Kino in Friedrichshain seit 1908! - Das über 100 Jahre alte Berliner Kultkino mit Kneipe versorgt euch jeden Abend mit Filmkunst und selbstgebrautem Bier. Tilsiter Käse gibt es keinen, nur den Namen von der früheren Tilsiter Straße. Gehört zur Kino-Troika Friedrichshain TILSIT - POMPEJI - ZUKUNFT.

"VON JETZT AN KEIN ZURÜCK"

http://www.vonjetztan-film.de
14. März in Anwesenheit von Regisseur Christian Frosch und Hauptdarsteller Anton Spieker
QUELLE: http://www.wherevent.com/detail/Tilsiter-Lichtspiele-VON-JETZT-AN-KEIN-ZURUeCK-in-Anw-von-Regisseur-Christian-Frosch-und-Anton-Spieker


Die TAGESSPIEGEL Redakteurin, Christiane Peitz (Jg. 1959), die das Kulturressort des Tagesspiegels leitet, kürzlich, summierte den FILM wie folgt:

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Gut, dass der FILM erneut das Schweigen über die Heimkinder bricht. Nicht gut, dass er seine Helden auf den Opferstatus reduziert. Ruby, die alkoholsüchtige Schlagersängerin in den Siebzigern, Martin, der bei der RAF und im Knast landet – sie sind verloren. Ist der Mensch nicht mehr als das Ergebnis seiner Erziehung?
QUELLE: DER TAGESSPIEGEL @ http://www.tagesspiegel.de/kultur/schwarz-weiss-film-von-jetzt-an-kein-zurueck-wer-ins-heim-kommt-ist-ein-nichts/11490796.html
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KINOFILM über die damalige Heimerziehung in der BRD.

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Ich persönlich habe beim TAGESSPIEGEL zum "KINOSPIELFILM" "VON JETZT AN KEIN ZURÜCK" folgenden Leserkommentar abgegeben:


Beitrag getätigt von MartinMITCHELL am Fr. 13.03.2015, um 04:31 Uhr

@ http://www.tagesspiegel.de/kultur/schwarz-weiss-film-von-jetzt-an-kein-zurueck-wer-ins-heim-kommt-ist-ein-nichts/11490796.html http://www.tagesspiegel.de/kultur/schwarz-weiss-film-von-jetzt-an-kein-zurueck-wer-ins-heim-kommt-ist-ein-nichts/11490796.html
( bitte dort ganz weit nach unten scrollen )

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Wer ins Heim kommt, ist ein Nichts

Ich als ex-FREISTÄTTER der frühen 1960er Jahre bin folgender Meinnung: Dieser Kinospielfilm "
VON JETZT AN KEIN ZURÜCK" ist mit ziemlich kleinem Budget gedreht und hat auch nicht unbedingt den Zuspruch der Kirchen. Zumindest ist dieser Kinospielfilm aber realitätsnah und nicht an der Wahrheit vorbei. Diese verbrecherische Art von Umgang mit Kindern und Jugendlichen in der Heimerziehung in den Nachkriegsjahrzehnten in Westdeutschland – sowohl wie auch in der DDR – hat tatsächlich vielfach ihr weiteres Leben zerstört; und nur dadurch sind sie zu Opfern geworden; und auch viele leben daher schon lange nicht mehr; und wieder andere von ihnen fristen daher heute nur noch ihr Dasein (auch weil Kirche und Staat, und die an ihrer Zwangsarbeit beteiligten Firmen, Landwirte und Großgrundbesitzer, sie einfach nicht „angemessen entschädigen“ wollen). Es ist also nicht, dass die Opfer ihren „Opferstatus“ feiern. Es kann einfach nicht unter diesen hunderttausendfachen gleichlautenden Umständen und Biographien ein »Happy End« geben. Der Film ist »exactly on the mark«.
Dieser Beitrag wurde verfasst und getätigt von Martin MITCHELL in Australien, der im Alter von 17½ Jahren, unmittelbar aus FREISTATT kommend, im März 1964 nach Australien entfliehen konnte.
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KINOFILM über die damalige Heimerziehung in der BRD.

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KINOFILM über die damalige Heimerziehung in der BRD (beginnt 12. März 2015)

NEWS: Kinofilm re FREISTATT (boys) u. re VINCENZHEIM (girls)

"KINOSPIELFILM" "VON JETZT AN KEIN ZURÜCK"

DIE WELT @ http://www.welt.de/print/die_welt/kultur/article138313929/Die-Brutalitaet-einer-Generation-ist-die-Verrohung-der-naechsten.html

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DIE WELT

12.03.2015

Von Reiner Reitsamer [ http://about.me/reiner.reitsamer ]

Die Brutalität einer Generation ist die Verrohung der nächsten

Der Kinofilm "Von jetzt an kein zurück" schickt ein Liebespaar in die Schrecken der christlichen Heimerziehung

Freddy Quinn verliert fast die Fassung. "Ihr lungert herum in Parks und in Gassen, wer kann eure sinnlose Faulheit nicht fassen? Wir!", brummt er. "Wer ist so gelangweilt, so maßlos verblendet? Ihr! Ihr! Ihr!" So wettert der Schlagersänger gegen Nichtstuer und Gammler, gegen all die jungen Menschen, die in seinen Augen "nur protestieren, bis nichts mehr da ist zum protestieren".

Mit Quinns Lied "Wir" beginnt dieser Film. Es erschien 1966. Quinn, damals selbst erst 35, stellte sich damit auf die Seite der Generation, die Deutschland nach dem Krieg aufgebaut hatte. Recht und Ordnung waren wieder hergestellt, die Wirtschaft blühte. Da drohten die eigenen Kinder, alles wieder umzuwerfen. Sie rauchten Hasch und proklamierten freie Liebe. Kein Wunder, dass es die Eltern mit der Angst zu tun bekamen.

In der westdeutschen Provinz regieren 1967 noch Zucht und Moral. Doch auch hier schleichen sich erste subversive Elemente ein: lange Haare, kurze Röcke, lärmende Beatmusik. Rosemarie (gespielt von Victoria Schulz) ist schon davon angesteckt. Sonntags singt sie im Kirchenchor, unter der Woche arbeitet sie heimlich im Plattenladen. Sie nennt sich Ruby und steht auf den krachenden Garagen-Rock der Monks. Klar, dass jemand wie sie sich in Martin (Anton Spieker) verliebt. Der philosophiert im Unterricht über Rimbaud und schreibt renitente Gedichte für Ruby: "Beiß in den Apfel, Schneewittchen, willst du ewig mit Zwergen leben?"

Martin hat selbst allen Grund auszubrechen: Seine Mutter hat die Familie verlassen, sein Vater ist als psychisches Wrack aus dem Krieg heimgekehrt. Bei Ruby sieht es nicht rosiger aus. Ihr Vater regiert den Haushalt mit strenger Hand. Martin und Ruby beschließen, zusammen abzuhauen. Doch das Vorhaben misslingt: Nach einem Unfall werden die beiden von der Polizei aufgegriffen. Das Jugendamt steckt sie ins Heim. Begründung: "drohende sexuelle Verwahrlosung" und "Arbeitsbummelei". Martin kommt in die Erziehungsanstalt der Diakonie Freistatt, Ruby landet statt bei den Monks bei den Barmherzigen Schwestern. Dort geht der Terror erst richtig los: Die Nonnen schikanieren die "gefallenen Mädchen". In einer zermürbenden Szene wird Ruby gezwungen, ihr Mittagessen hinunterzuwürgen. Als sie sich übergibt, verrührt die aufsichtshabende Schwester das Erbrochene im Teller und befiehlt ihr, weiterzuessen.

Währenddessen muss Martin in Freistatt Torf stechen. Im Moor patrouillieren die Erzieher mit Peitsche und Pistole wie KZ-Aufseher. Wenn die Zöglinge nicht parieren, werden sie geschlagen oder in die Isolierzelle gesteckt.

Bis in die frühen 70er-Jahre ging es Hunderttausenden Jugendlichen wie Martin und Ruby. Schon ein Verdacht auf einen unsittlichen Lebenswandel konnte dazu führen, dass junge Menschen über Jahre hinweg in einer der rund 3000 Erziehungsanstalten der Bundesrepublik verschwanden. Unter dem Vorwand, sie als nützliche Mitglieder der Gesellschaft mit christlichen Werten zu rehabilitieren, wurden sie misshandelt und als billige Arbeitskräfte ausgebeutet. Viele trugen bleibende Schäden davon. Manchmal gingen psychisch gestörte Straftäter wie der Kindermörder Jürgen Bartsch aus den Heimen hervor.

Jahrzehntelang war wenig über das volle Ausmaß des Missbrauchs bekannt. Erst als der "Spiegel"-Journalist Peter Wensierski das verdrängte Kapitel 2006 in seinem Buch "Schläge im Namen des Herrn" aufrollte, begann eine öffentliche Diskussion darüber, die dazu führte, dass ein Hilfsfonds von 120 Millionen Euro für die Opfer eingerichtet wurde.

Bereits 1970 hatte die Journalistin Ulrike Meinhof ein Drehbuch über die Missstände in Fürsorgeheimen geschrieben: In "Bambule" organisieren die Insassinnen eines Heims eine Revolte gegen die Erzieherinnen. Zehn Tage, bevor der Film am 24. Mai 1970 in der ARD gezeigt werden sollte, beteiligte sich Meinhof an der gewaltsamen Befreiung des inhaftierten Andreas Baader. Meinhof wurde selbst zur Gesuchten, "Bambule" verschwand bis 1994 im Archiv.

Der Österreicher Christian Frosch ("Weiße Lilien") ist nun der erste Regisseur, der das Schicksal der deutschen Heimkinder in einem Kinofilm verarbeitet hat. Die mit der Handkamera gedrehten Schwarz-Weiß-Bilder erinnern an den dokumentarischen Stil von "Bambule". Inhaltlich hat "Von jetzt an kein zurück" mehr mit Michael Hanekes "Das weiße Band" gemeinsam: Beide Filme erzählen wie die Brutalität einer Generation zur Verrohung der nächsten führt. Bei Haneke reifen jene heran, die den Ersten Weltkrieg auslösen. Bei Frosch werden die Kinder zu Alkoholikern und Terroristen herangezüchtet. "Es hilft nur Gewalt, wo Gewalt herrscht", lautet die Erkenntnis, die der anfangs so einfühlsame Martin im Heim gewinnt.

Als er Ruby nach Jahren wiedersieht, ist nichts mehr übrig von den romantischen jungen Menschen, die sie einmal waren. Er verspottet sie, weil sie ihre Liebe für Rock `n` Roll einer Karriere als Schlagersängerin geopfert hat. Sie kontert, indem sie eines seiner Gedichte verhunzt. Die Neulinge Schulz und Spieker spielen ihre Rollen sehr natürlich, besonders in dieser Szene, die eine der glaubwürdigsten im ganzen Film ist.

An anderen Stellen wirkt "Von jetzt an zurück" etwas plakativ. Ben Becker ist als Rubys polternder Vater so vorhersehbar besetzt wie Erni Mangold als hexenhafte Oberschwester. Die Antagonisten bleiben eindimensional, das Drehbuch gesteht ihnen nur zwei Charaktereigenschaften zu: Sadismus und Feigheit.

"Von jetzt an kein zurück" ist dennoch einfühlsam und spannend erzählt. Es ist ein ehrenwerter Versuch, einem wichtigen Thema gerecht zu werden.
QUELLE: DIE WELT @ http://www.welt.de/print/die_welt/kultur/article138313929/Die-Brutalitaet-einer-Generation-ist-die-Verrohung-der-naechsten.html

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Und siehe auch den gleichen Artikel noch einmal in DIE WELT, unter einer noch anderen Überschrift und Einleitung, in der Rubrik, „KULTUR“ und „HEIMERZIEHUNG“, am 13.03.2015:

DIE WELT @ http://www.welt.de/kultur/kino/article138345160/Gewalt-kennt-keine-Generationengrenzen.html

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DIE WELT

13.03.2015

Von Reiner Reitsamer [ http://about.me/reiner.reitsamer ]

Gewalt kennt keine Generationengrenzen

Der Film "Von jetzt an kein Zurück" schickt ein Liebespaar zurück in die Sechzigerjahre und die Schrecken der christlichen Heimerziehung. So weit zurück reicht die Debatte. Nun kommt sie ins Kino.
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Eines der wichtigsten EuGMR-Urteile überhaupt

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Eines der wichtigsten EuGMR-Urteile überhaupt ! --- jetzt in Deutsch !

EuGMR - Hoffnung auf betroffenenfreundlichere Rechtsprechung

Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte: Louise O’Keeffe gegen Irland EuGMR 027 (2014), entschieden am 28.01.2014. --- Das Urteil in Deutsch.

Das Urteil in Deutsch ist jetzt hier zu finden @ http://www.ehemalige-heimkinder-tatsachen.com/viewtopic.php?p=867#p867 ( sehr langer Beitrag, der einschließlich dem im Hintergrund laufenden HTML-Quelltext insgesamt 32558 Zeichen umfaßt, einschließlich Leerzeichen ).


Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte: „Niemand darf der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.“


Louise O’Keeffe gegen Irland EuGMR 027 (2014), entschieden am 28.01.2014.


Übersetzung des Urteils vom Englischen ins Deutsche.

Der irische Fall Louise O´Keeffe
vor dem
Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte

Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte, Große Kammer, Beschwerdesache O'Keeffe gg. Irland, Urteil vom 28.1.2014, Bsw. 35810/09

Das ORIGINAL in deutscher Sprache (d.h. diese Übersetzung) ist in dieser österreichischen Datenbank zu finden @ http://www.ris.bka.gv.at/Dokumente/Justiz/JJT_20140128_AUSL000_000BSW35810_0900000_000/JJT_20140128_AUSL000_000BSW35810_0900000_000.html
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Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte: „Niemand darf der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.“


Dieses EuGMR-Urteil – EuGMR 027 (2014) vom 28.01.2014 – auf das ich im unmittelbar vorhergehenden Beitrag verweise, und welches jetzt auch in Deutsch zur Verfügung steht, ist eines der wichtigsten EuGMR-Urteile überhaupt:

Das Urteil des Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte

im Fall von Beschwerdeführerin Louise O’Keeffe gegen Irland EuGMR 027 (2014), entschieden am 28.01.2014 (Beschwerde: Bsw. 35810/09)

in einfacher und für alle verständlicher Sprache:

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Das Urteil läuft darauf hinaus, dass nicht nur der Staat selbst nicht foltern darf, aber auch nicht das Foltern durch andere zulassen oder auch nur tolerieren darf. Der Staat ist verpflichtet seine Bürger zu schützen und jegliches Foltern aktiv zu verhindern, und auch das Foltern von Kindern in seinem Land aktiv zu verhindern. Ein Staat, der diesen seinen Pflichten nicht nachkommt – nicht nachgekommen ist – muß Schadenersatz leisten. Ein Staat, der diesbezüglich auf ganzer Ebene verfehlt, begibt sich ausserhalb der akzeptierten Normen der Staatengemeinschaft und läuft damit die Gefahr als „Schurkenstaat“ ("rogue state") bezeichnet zu werden.
Und hier jetzt noch einmal für alle der Link (ein weiterer Link ! ) zu diesem überaus wichtigen Urteil: http://www.ehemalige-heimkinder-tatsachen.com/viewtopic.php?p=867#p867
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Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte: „Niemand darf der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.“


Für all diejenigen, die TWITTERN / ZWITCHERN können und das auch des öfteren tun: Könnt Ihr mal bitte die folgenden zwei sich jeweils auf 160 Zeichen beschränkenden NACHRICHTEN verbreiten, und überall weiterverbreiten.


IN DEUTSCH:
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„Rechtsstaat“ Westdeutschland verfehlt über Jahrzehnte hinweg die Folter seiner Kinder zu verhindern. - Ein wichtiges Urteil dazu in Deutsch "EuGMR 027 (2014)".
IN ENGLISCH:
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West Germany 40 long years failed to protect its children against torture. - Highly relevant judgment of the European Court of Human Rights: "ECHR 027 (2014)".
Viele Leute werden dann, hoffentlich, einfach "EuGMR 027 (2014)" (für DEUTSCH) oder "ECHR 027 (2014)" (für ENGLISCH) googeln und das Urteil dann an einer oder anderer Stelle sofort, wie gewünscht, in Deutsch und / oder in Englisch im Internet finden.

Danke / Thank you

Martin
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Eines der wichtigsten EuGMR-Urteile überhaupt

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Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte: „Niemand darf der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.“


Es ist wirklich beschämend:

Wie aus dem Internet hervorgeht und ersichtlich ist:

Dieses Urteil, Louise O’Keeffe gegen Irland EuGMR 027 (2014), entschieden am 28.01.2014 im Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, scheint nicht einen einzigen Rechtsanwalt im deutschsprachigen Raum zu interessieren:

Für dieses Urteil in Deutsch siehe @ http://www.ehemalige-heimkinder-tatsachen.com/viewtopic.php?p=867#p867

Obwohl eine Übersetzung dieses Urteils in die deutsche Sprache schon seit Ende letzten Jahres im Internet zur Verfügung steht, hat keine Anwaltskanzlei im deutschsprachigen Raum dieses Thema bei dem es sich um Koventionsverpflichtungen und Staatshaftunghandelt – bisher aufgegriffen, veröffentlicht oder auch nur mit einem einzigen Wort erwähnt.

Ähnlich verhält es sich, in dieser Sache, was die Juristen und Rechtswissenschaftler im deutschsprachigen Raum betrifft.

Sind die Anwälte, Juristen und Rechtswissenschaftler in bestimmten europäischen Ländern tatsächlich so feige, dass sich niemand von ihnen an dieses Thema herantraut?
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Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte: „Niemand darf der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.“


Desweiteren, siehe auch unbedingt die neue diesbezügliche Stellungnahme von dem Evangelischen Pfarrer i.R. Dierk Schäfer, Diplom-Pädagoge und Diplom-Psychologe, in seinenm Blog, Dierk Schaefers Blog vom Sa. 28.03.2015 - »Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte und die staatliche Verantwortung für Schutzbefohlene in privaten (kirchlichen) Einrichtungen« @ https://dierkschaefer.wordpress.com/2015/03/28/der-europaische-gerichtshof-fur-menschenrechte-und-die-staatliche-verantwortung-fur-schutzbefohlene-in-privaten-kirchlichen-einrichtungen/

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Das nun auch auf Deutsch vorliegende Urteil dürfte wegweisend sein in zweierlei Hinsicht:

Rückwirkend sollte es Klagemöglichkeiten eröffnen für die Unterlassung staatlicher Aufsicht in verschiedenen Einrichtungen für Kinder und Jugendliche (Kinderheime, Psychiatrien).

Wird man einen Rechtsanwalt finden, der das für deutsche Verhältnisse aufarbeitet und durchsetzt?

Prospektiv warnt dieses Urteil alle staatlichen Behörden, die die Einweisung von Kindern und Jugendlichen in solche Einrichtungen veranlassen oder anordnen.

Angesichts der föderativ-gesplitterten Zuständigkeiten des Staates in Kinder- und Jugendlichenangelegenheiten wird man wohl vergeblich darauf warten, dass eine entsprechende Information über die Aufsichtspflicht der Jugendämter[1] über die Träger von Jugendhilfemaßnahmen zentral ergeht. Diese Lektion werden die Jugendämter jedes für sich lernen müssen. Die „Kunden“ der Jugendämter werden diesen Bewußtseinswandel erkämpfen müssen. Im Krieg bei der Eroberung einer Stadt würde man von Häuserkampf sprechen. Der ist aufwendig und fordert viele Opfer auf beiden Seiten.

Hier ist das PDF des Urteils, von mir teilweise gelb unterlegt, sonst unverändert. Der irische Fall Luise O´Keeffe: [ https://dierkschaefer.files.wordpress.com/2015/03/der-irische-fall-luise-oc2b4keeffe.pdf ]

Mein Dank geht wieder einmal an Martin Mitchell/Australien für den Hinweis auf das Urteil.

––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––

[1] Jugendämter, die selber keinerlei Aufsicht unterliegen.

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„So quälten mich die Nonnen im Kinderheim“ in der BRD

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Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte: „Niemand darf der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.“


BrandZeilen
Magazin für Menschen und ihre Geschichten

@ http://www.brandzeilen.de/topstories/6/So_quaelten_mich_die_Nonnen_im_Kinderheim.html ( längerer Artikel )

***Triggergefahr besteht möglicherweise für manche Leute.***

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„So quälten mich die Nonnen im Kinderheim“
Von Bianca von Heyden

Datum: 07.04.2015

[ mit Bilderstreifen – 12 Bilder insgesamt ]

Carola K. (54) gehört zu den etwa 500.000 Kindern, die in kirchlichen Kinderheimen körperlich und seelisch misshandelt wurden. Die Nonnen und Schwestern, denen Carola hilflos ausgeliefert war, führten ein grausames Regiment. Auf BrandZeilen.de berichtet das ehemalige Heimkind über ihr Leid und die Qualen, die man ihr im Namen des Herrn zufügte.
BITTE WEITERLESEN IM ORIGINAL @ http://www.brandzeilen.de/topstories/6/So_quaelten_mich_die_Nonnen_im_Kinderheim.html ( längerer Artikel )
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Fonds-Verfahrensregelungen-Handbuch Betroffenen vorenthalten

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»Fonds-Verfahrensregelungen-Handbuch« den Ehemaligen Heimkindern bisher vorenthalten.

Dies kam erst am Di. 07.04.2015 ans Licht.

Erst ab diesem Zeitpunkt steht dieses 54-Seiten umfassende »Fonds-Verfahrensregelungen-Handbuch« uneingeschränkt allen Ehemaligen Heimkindern – in OST und WEST – zur Verfügung.

Der »Verein ehemaliger Heimkinder e.V.« (»VEH e.V.«), sofort nachdem der Verein erstmalig auf die Existenz dieses Dokuments aufmerksam wurde, hat es jetzt für alle auf seiner Vereinswebseite ins Internet gestellt

@ http://www.veh-ev.eu/home/vehevinf/public_html/wp-content/uploads/2015/04/handbuch_heimkinderhilfsfonds_ost_-und-west-2014.pdf

In diesem »Handbuch über die geltenden Verfahrensregelungen« wird, auf Seite 8, auch angegeben wer staatlicherseits und kirchlicherseits damit „beauftragt“ „ist“, „die Interessen“ „der Betroffenen“ zu „vertreten“, bzw. „wahrzunehmen“:

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»Zur Wahrung der Belange der ehemaligen Heimkinder haben die Lenkungsausschüsse im Einvernehmen mit den Vertreter/innen der ehemaligen Heimkinder am Runden Tisch [Heimerziehung (2009/2010)] eine Ombudsperson benannt. Sie ist vor Beschlüssen zu hören und nimmt mit beratender Stimme an den Sitzungen teil. Diese Funktion nimmt Herr Prof. Dr. Peter Schruth (Hochschule Magdeburg/Stendal) in beiden Lenkungsausschüssen [ OST und WEST ! ] wahr. Zudem gehören den Lenkungsausschüssen jeweils eine Vertretung der Betroffenen an, die ebenfalls mit beratender Stimme an den Sitzungen teilnimmt und eigene Vorschläge einbringen kann. Für den Fonds „Heimerziehung West“ nimmt Frau Heidelore Rampp dieses Amt wahr, für den Fonds „Heimerziehung in der DDR“ Herr Ralf Weber
Die im Internet zu findenden allgemein bekannten Kontaktdetails für diese drei „Repräsentanten“ lauten wie folgt:

Prof. Dr. Peter Schruth
Tel. [ nicht bekannt ]
peter.schruth@hs-magdeburg.de

Heidelore Rampp
Tel. +49(0)711 6158905
Heidelore.Rampp@kabelbw.de

Ralf Weber
Tel. [ nicht bekannt ]
ralf558@hotmail.com


Beschlagwortet mit TAGS/LABELS: Heimkinder, Betroffenen, Opfer, Ehemalige Heimkinder, Fonds Heimerziehung-WEST, Fonds Heimerziehung-DDR, Fonds, Hilfsfonds, Rentenersatzfonds, Fonds Heimerziehung, Fonds Heimkinder, Heimkinderfonds, Verfahrensregelungen, Fonds-Verfahrensregelungen, Verfahrensregelungen-Handbuch, Fonds-Verfahrensregelungen-Handbuch, Ehemaligen Heimkindern, Heimkinder-OST, Heimkinder-WEST, DDR-Heimkinder, BRD-Heimkinder, Handbuch, uneingeschränkt, allen Heimkindern, zur Verfügung, Verein ehemaliger Heimkinder e.V., VEH e.V., http://veh-ev.eu, Verein, Heimkinder-Verein, Vereinswebseite, geltenden Verfahrensregelungen, staatlicherseits, kirchlicherseits, beauftragt, Interessen der Betroffenen, vertreten, wahrnehmen, wahrzunehmen, Wahrung der Belange der ehemaligen Heimkinder, Sitzungen, Lenkungsausschuss, Lenkungsausschüsse, Beschlüssen, Runden Tisch Heimerziehung, Runder Tisch Heimerziehung, Ombudsperson, Ombudsmann, mit beratender Stimme, Prof. Dr. Peter Schruth, Peter Schruth, Vertretung der Betroffenen, eigene Vorschläge einbringen, Heidelore Rampp, Ralf Weber, Repräsentanten, Heidelore.Rampp@kabelbw.de, ralf558@hotmail.com, peter.schruth@hs-magdeburg.de,
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Fonds-Verfahrensregelungen-Handbuch Betroffenen vorenthalten

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»Fonds-Verfahrensregelungen-Handbuch« den Ehemaligen Heimkindern bisher vorenthalten.

Das Ehemalige Heimkind, Helmut Klotzbücher – als „Sprecher und Ansprechspartner des baden-württhembergischen Beirats der Anlauf- und Beratungsstelle in Stuttgart“ – teilt mit, gibt bekannt, und will dass sich jeder bewußt ist:

Beitrag von Boardnutzer »typotypen« / Helmut Klotzbücher vom Do. 16.04.2015, um 08:44 Uhr (MEZ/CET) im Thread »Fonds-Auszahlungen« im HEIMKINDER-FORUM.DE @ http://heimkinder-forum.de/v4x/index.php/Thread/14898-Fonds-Auszahlungen/?postID=458734#post458734

»typotypen« / Helmut Klotzbücher zitiert »martini« / Martin MITCHELL und fährt dann fort uns zu unterrichten:


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ZWEITENS !

Und all diejenigen – wer auch immer „diejenigen“ sein mögen und wer auch immer auch nur am Rande zu „diesen“ gehören mögen – die von der Existenz eines von der »Geschäftsstelle Fonds Heimerziehung« herausgegebenen, 54-Seiten umfassenden, »Handbuch über die geltenden Verfahrensregelungen« (auf das ich selbst auch erst gestern [Di. 07.04.2015] während meiner Recherchen gestoßen bin) wußten, hätten uns – d.h. ALLE EHEMALIGEN HEIMKINDER IN OST UND WESTdarauf aufmerksam machen können, sollen und müssen. – Warum sie das nicht getan haben wird mir für immer ein Rätsel bleiben. – Es ist einfach nicht nachvollziehbar.

[ In diesem »Handbuch über die geltenden Verfahrensregelungen«, auf Seite 8, wird ebenso bestätigt, „Zudem gehören den Lenkungsausschüssen jeweils eine Vertretung der Betroffenen an, die ebenfalls mit beratender Stimme an den Sitzungen teilnimmt und eigene Vorschläge einbringen kann. Für den Fonds „Heimerziehung West“ nimmt Frau Heidelore Rampp dieses Amt wahr, für den Fonds „Heimerziehung in der DDR“ Herr Ralf Weber.“ ]
Dieses Handbuch war nur für die Mitarbeiter der Anlaufstellen erstellt worden damit nicht jede Anlaufstelle schalten und walten konnte wie sie wollte. Das Handbuch war explizit nicht für die Heimkinder.
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Betroffene der Heimerziehung in Baden-Württemberg in den Jahren 1949-1975

Der Beirat der Anlauf- und Beratungsstelle 'Heimerziehung' in Stuttgart

Kontakt Betroffenenvertretung

Dem Beirat gehören vier ehemalige Heimkinder an. Direkte Ansprechpartner sind die Betroffenen:

Helmut Klotzbücher
Tel. +49(0)7731 797204
typotypen@googlemail.com

Heidelore Rampp
Tel. +49(0)711 6158905
Heidelore.Rampp@kabelbw.de
QUELLE: http://www.hs-esslingen.de/de/the-university/geschaeftsstellen/geschaeftsstelle-beirat-abh-bw/ueber-den-beirat.html
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Fonds-Verfahrensregelungen-Handbuch Betroffenen vorenthalten

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Weiterführend zu meinem vorgestrigen Beitrag zu diesem Thema hier in diesem Thread »Fonds-Verfahrensregelungen-Handbuch Betroffenen bisher vorenthalten ----- jetzt aber jedem zugänglich.« – d.h. dem unmittelbar vorhergehenden Beitrag hier in diesem Thread (oben) – worin ich mich auf die vorgestrige Aussage des Boardnutzers im HEIMKINDER-FORUM.DE »typotypen« / Helmut Klotzbücher beziehe.


[ Siehe zusätzlich und ebenso QUERVERWEIS zum folgenden Thread: »Wer sind berufene "ehemaligen Heimkinder OMBUDSPERSONEN"?« @ http://www.ehemalige-heimkinder-tatsachen.com/viewtopic.php?p=874#p874 ]


Das »LAND BRANDENBURG« auf seiner offiziellen Webseite »Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur« @ http://www.aufarbeitung.brandenburg.de , z.B., gibt Ende Februar 2015 bekannt:

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Richtig ist, dass es von der Geschäftsstelle Fonds Heimerziehung [ in Köln ] ein einheitliches „Handbuch über die geltenden Verfahrensregelungen für die Fonds `Heimerziehung in der Bundesrepublik Deutschland in den Jahren 1949 bis 1975´ und `Heimerziehung in der DDR in den Jahren 1949 bis 1990´“ gibt, in dem das Verfahren einheitlich geregelt ist.
QUELLE: http://www.aufarbeitung.brandenburg.de/sixcms/detail.php/bb1.c.391618.de

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Verantwortlich im Sinne des Presserechts und des § 5 Teledienstegesetz:

Beauftragte des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung
der Folgen der kommunistischen Diktatur (LAkD)
[ Ulrike Poppe, Aufarbeitungsbeauftragte ]
Hegelallee 3
14467 Potsdam

Tel.: 0331 / 23 72 92 - 0
Fax: 0331 / 23 72 92 - 29

E-Mail: aufarbeitung@lakd.brandenburg.de
Internet: http://www.aufarbeitung.brandenburg.de http://www.aufarbeitung.brandenburg.de
QUELLE: IMPRESSUM dieser Webseite: http://www.aufarbeitung.brandenburg.de/sixcms/detail.php/bb1.c.391618.de

Nirgens im Internet wird offiziell darauf hingewiesen, befohlen oder angewiesen: „Wir haben ein »Handbuch über die geltenden Verfahrensregelungen« veröffentlichen lassen, aber was darin zusammengefasst wird, dürfen und sollen antragstellende ehemalige Heimkinder nicht wissen / geht die antragstellenden ehemaligen Heimkinder nichts an und ist ihnen unter keinen Umständen bekanntzugeben oder mitzuteilen. Zuwiderhandlung von wem auch immer wird geandet und schwer bestraft.

Wer also nimmt sich heraus das Weiterreichen an ehemalige Heimkinder dieses »Handbuchs über die geltenden Verfahrensregelungen« zu verbieten, oder eben auch nur die Existenz dieses »Handbuchs« zu verheimlichen oder verheimlichen zu wollen ??

Ja, ich weiß, manche Leute sind der Meinung, dass die »Fonds-Verfahrensregelungen« nur für die Verwalter und ihre Helfer’ / ‘die Jugendamtsmitarbeiter und ihre Unterstützer gedacht sind ---- d.h., nur für die uns Verwaltenden gedacht sind, und wir uns nicht darüber den Kopf zerbrechen brauchen. – Alles wird für uns und zu unserem Besten getan, so dass wir uns um nichts zu sorgen und zu kümmern brauchen. – Unsere Betreuer werden ʼs garantiert in jedem Fall zu unserem Wohle genau gemäß den »Fonds-Verfahrensregelungen« richten.

Sorry wenn ich persönlich da eine gesunde Skepsis beibehalte und lieber selbst Zugang zu diesem »Fonds-Verfahrensregelungen-Handbuch« haben möchte und bevorzuge für mich selbst denken zu dürfen.

Aber jeder nach seiner eigenen Wahl.
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"Wenn Jugendhilfe zum Geschäft wird", auch AUSLANDSMAßNAHMEN

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"Wenn Jugendhilfe zum Geschäft wird." ---
"Mit Kindern Kasse machen."

AUSLANDSMAßNAHMEN für schwierige ( „schwererziehbare“ ) deutsche Kinder und Jugendliche.

Geschäftsmodel: Verdingung an Bauern im Ausland, wo deutsches Gesetz nicht greift ( und wo oftmals auch kein Deutsch gesprochen wird )

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WDR @ http://www1.wdr.de/daserste/monitor/sendungen/mit-kindern-kasse-machen-heimkinder-104.html

MONITOR Nr. 675 vom 30.04.2015

[ MONITOR Nr. 675 vom 30.04.2015 - Monitor - ARD - Das Erste ]

Mit Kindern Kasse machen? Wie Heimkinder ins Ausland verbracht werden.

Bericht: Nicole Rosenbach, Naima El Moussaoui, Jan Schmitt
Der vollständige Beitragstext dieser Sendung ist jetzt ebenso unter dem oben angegebenen Link aufrufbar !!

Es gibt jetzt dort ( @ http://www1.wdr.de/daserste/monitor/sendungen/mit-kindern-kasse-machen-heimkinder-104.htm ) viele, viele Zuschauer-Kommentare zu diesem Thema; und immer mehr Zuschauer-Kommentare kommen hinzu. Und auch Du kannst einen diesbezüglichen Kommentar dort abgeben, wenn Du möchtest.

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Mit Kindern Kasse machen? Wie Heimkinder ins Ausland verbracht werden.

http://mediathek.daserste.de/Monitor/Mit-Kindern-Kasse-machen-Wie-Heimkinder/Das-Erste/Video?documentId=28028224&topRessort=tv&bcastId=438224

30.04.2015 | 10:14 Min. | Verfügbar bis 30.04.2016

Wenn das Jugendamt einschreitet und Kinder aus Familien heraus nimmt, schlägt die Stunde der privaten Träger, die sich um die Unterbringung der Jugendlichen kümmern sollen. Ein riesiger Markt, der offenbar kaum kontrolliert wird und der ganz neue Geschäftsmodelle schafft. MONITOR-Recherchen decken ein System auf, in dem Jugendliche in dubiosen Einrichtungen im Ausland eher verwahrt statt pädagogisch betreut werden, während die Verantwortlichen in Deutschland dafür öffentliche Gelder kassieren.
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"Wenn Jugendhilfe zum Geschäft wird", auch AUSLANDSMAßNAHMEN

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Mit Kindern Kasse machen? Wie Heimkinder ins Ausland verbracht werden.

Die "Schwarze Pädagogik" der 50er, 60er und 70er Jahre wiederholt sich in 1980 - 2006.

Abschiebung: Outsourcing deutscher "Problemkids" – im Alter von 11- bis 17 Jahren zur "Arbeitstherapie" / "Knechtschaft" ins Ausland (unentlohnt), unter anderem auch nach Kirgisien, Namibia, Nicaragua, Rumänien, Estland, Portugal, Italien, Griechenland, Island, Russland und Kanada – für die Vermittler und Träger eine lukrative Einnahmequelle.
"Damals fehlte die Kontrolle" was "Fremdplatzierung" betraf, und heute fehlt sie ebenso.

http://www.heimkinder-ueberlebende.org/Die_SCHWARZE-PAEDAGOGIK_wiederholt_sich_-_Outsourcing_deutscher_Problemkids_zur_Arbeitstherapie_ins_Ausland_-_besonders_nach_Schwellenlaendern_-_1980-2006.html [ Erstveröffentlichung auf dieser Webseite: 3. November 2006 ]

Ich wurde hier in Australien bezüglich diesem Thema schon Ende 2006 von jemanden aus Deutschland kontaktiert mit der Bitte zu versuchen den SPIEGEL-Journalisten Peter Wensierski davon zu überzeugen darüber im SPIEGEL zu berichten. Peter Wensierski tat dies dann auch ( aber nicht im Internet ! ---- nur in der derzeitigen Ausgabe des SPIEGELS 44/2006 vom Oktober 2006 ! ). Ich stellte das Ganze dann selbst in Netz.

Diese Geschäftemacherei der „Auslandsmaßnahmen“ („Erziehungshilfen im Ausland“) - "Mit Kindern Kasse machen" - hatte seinen Anfang in Deutschland Ende der 1970er Jahre / Anfang der 80er Jahre; und mindestens 50% aller Jugendämter in ganz Deutschland machen heute von diesen „Auslandsmaßnahmen“ Gebrauch !!Das geht also alles so vor sich her schon für insgesamt 35 Jahre !!

Wer erinnert sich noch an Antje Vollmers Assistent und Schriftführer am »Runden Tisch Heimerziehung« (2009/2010), Holger Wendelin (Leiter der „Geschäftsstelle des »Runden Tisch Heimerziehung«“ in Berlin) ?? – Er, Holger Wendelin, ist schon seit vielen Jahren einer der Experten dieser „Auslandsmaßnahmen“ / „Erziehungshilfen im Ausland“ und als Pädagoge / Erzieher / Betreuer persönlich daran beteiligt. Und auch das war während der Laufzeit des »Runden Tisches Heimerziehung« (2009/2010) jedem, und auch Antje Vollmer, durchaus bekannt.

Zu Holger Wendelin siehe Beitrag vom Freitag 16. Juli 2010, um 02:58 Uhr @ http://heimkinder-forum.de/v4x/index.php/Thread/10944-Heimkinder-Entschädigung-LÖSUNGSVORSCHLÄGE-seitens-der-zwei-weiblichen-Betroffen/?postID=177251#post177251 [ einfach auf der dortigen Seite nach „Wendelin“ suchen ]

Zu Holger Wendelin siehe Beitrag vom Donnerstag 15. Juli 2010, um 05:14 Uhr @ http://heimkinder-forum.de/v4x/index.php/Thread/10944-Heimkinder-Entschädigung-LÖSUNGSVORSCHLÄGE-seitens-der-zwei-weiblichen-Betroffen/?postID=176947#post176947 [ einfach auf der dortigen Seite nach „Wendelin“ suchen ]
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BRD vor dem UN-Behindertenrechtskonvention Komitee in Genf

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Bundesrepublik Deutschland = Federal Republic of Germany = BRD = FRG

BRD leugnet Folter vor dem UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) Komitee in Genf

YouTube Video @ https://www.youtube.com/watch?v=HECC-TmQAqM ( Länge: 4 Min. und 25 Sek. )

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Published on Apr 7, 2015

Die BRD leugnet vor dem UN-BRK Komitee in Genf am 27.3.2015 die „Folter“ in der Zwangspsychiatrie. Auch auf Nachfrage von UN-BRK-Komitee-Mitgliedern, behaupten die Vertreter der deutschen Regierung, dass es die vom »UN-Sonderberichterstatter über Folter« festgestellte „Folter“ in der Zwangspsychiatrie nicht gebe!
Siehe: http://www.folter-abschaffen.de [ nicht vergessen diese Petition / Individualbeschwerde zu lesen / zu studieren ]

[ ……… ]

ZITAT - Formulierung der Dolmetscherin:
"In Bezug auf Art. 14 ist es doch etwas beunruhigend, dass es viele Fälle von Einweisungen in Einrichtungen von Personen gibt mit Behinderungen durch Gerichtsbeschlüsse. Und dies widerspricht ja der BRK. Und ich möchte gerne wissen, was der Vertragsstaat [Deutschland] tut, um dies zu ändern. Also um dieses Verfahren zu beenden, diese Praxis zu beenden, dass Gerichtsbeschlüsse dazu führen, dass Menschen mit Behinderungen in Einrichtungen eingewiesen werden. Inbesondere, wenn diese Entscheidung oft aufgrund einer psychiatrischen Begutachtung erfolgt.
In Bezug auf Art. 15 ist es für uns beunruhigend, dass psychologische oder psychiatrische Behandlung oft den betreffenden Personen aufgezwungen wird, wie die Berichterstatterin gesagt hat. Manche dieser Behandlungen sind „Folter“. Wie zum Beispiel, wenn man Personen mit chemischen Stoffen behandelt oder wenn man sie mit elektrischen Stößen behandelt und mit anderen Methoden.
Was tut der Staat, um dieses System zu unterbinden?
Und:
Gibt es eine Art Überwachungsmechanismus [in Deutschland], um diese Praxis zu verhindern?"

Erste Antwort von Dr. Rolf Schmachtenberg auf Ms. Silvia Judith QUAN-CHANG:

[ ……… ]

"Mein Name ist Rolf Schmachtenberg vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales - ich möchte auf eine Frage von Frau Quan-Chang eingehen - soweit ihre Frage nahelegt, es gäbe in Deutschland vom Staat ausgehend „Folter“, so weise ich dies zurück. In Deutschland gibt es keine vom Staat ausgeübte „Folter“."

[ ……… ]

ZITAT - Formulierung der Dolmetscherin:
"Guten Morgen. Ich bin sehr dankbar für die Antworten, die wir von der deutschen Delegation schon bekommen haben zu den Fragen, die wir bereits gestellt haben. Ich habe hier noch eine Zusatzanmerkung, zu dem, was ich gestern gesagt habe.
Und hier geht es um das Konzept derFolter“.
Die BRK hat neue Normen festgelegt, so könnte man es vielleicht nennen, in Bezug auf dieFolter“.
Aber der »Sonderberichterstatter der VN [„Vereinten Nationen“] gegen Folter« hat dies ebenfalls festgestellt.
Also: Beschränkungen oder Fixierungen sind dasselbe wie „Folter“.
Also solche Restriktionen oder Fixierungen sind anscheinend immer noch sehr verbreitet in psychiatrischen Kliniken und Heimen [in Deutschland], wo Menschen mit Behinderungen interniert sind."

Antwort von Dr. Rolf Schmachtenberg - Bundesministerium für Arbeit und Soziales:

[ ……… ]

"Mein Name ist Rolf Schmachtenberg - Bundesministerium für Arbeit und Soziales - ich möchte beginnen mit einer Eingangsbemerkung, mit der wir auf die Frage von Frau Quan-Chang zum Thema „Folter“ antworten möchten - in zwei Punkten - 1. Ein Konzept der „Folter“ gibt es in Deutschland nicht. [2.] Die Bundesregierung teilt die Auffassung des Sonderberichterstatters nicht."

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