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Albtraum Erziehungsheim

Martin Behrsing

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#1
(ddp direkt) - Leipzig - Das Buch "Albtraum Erziehungsheim - Die Geschichte einer Jugend" führt zurück in die Jahre 1968 bis 1973. In dieser Zeit stand der Autor Dietmar Krone (53) unter staatlicher Fürsorge. Für seinen konkreten Fall war die sogenannte Fürsorgeerziehung angeordnet. Mit einfachen Worten, ohne konstruierte Spannungsbögen, beschreibt er sein Leben hinter den Mauern eines Erziehungsheims in Viersen-Süchteln. Die Existenz der dort unter "staatlicher Betreuung" stehenden Jugendlichen bestand aus Arbeit, Demütigung, Prügel und Vergewaltigung. Während sich in der restlichen, freien Bundesrepublik das Wirtschaftswunder abspielte, arbeiteten in dem nordrhein-westfälischen Jugenderziehungsheim Kinder für 4 Pfennig die Stunde. Sie montierten Rasierapparate oder fertigten Teile für bekannte deutsche Haushaltsgeräte-Hersteller. In einem Interview berichtet der Autor: "Als ich einmal zwei Teller fallen ließ, wurde ich von einem betrunkenen Erzieher zusammengetreten. Dabei brach mein Schultergelenk und ich hatte Muskel- und Sehnenabrisse. Statt ärztlicher Behandlung bekam ich drei Tage Dunkelzelle. An den Folgen leide ich bis heute."

Am 11. 12. 2006 fand vor dem Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages eine Anhörung ehemaliger Heimkinder statt. Sie war das erste Resultat einer Petition, die der Verein ehemaliger Heimkinder e. V. eingereicht hatte. ...


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Silvia V

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#2
Das ist ein Thema,welches viele Jahre tot geschwiegen wurde.

Das dieses Thema wieder auf die Tagesordnung kam,ist neben vielen anderen auch dem Australier Martin Mitchell zu verdanken.
Ich habe schon einige Jahre Telefon-und Mailkontakt zu Martin,der oft gegen Windmühlen kämpfen musste und immer wieder zahlreichen Angriffen ausgesetzt war.

Seine Geschichte kann man hier lesen....

http://www.heimkinder-ueberlebende.org/
 

Kaleika

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#3
Es ist immer wieder erschütternd, von solchen Schicksalen, Lebensläufen zu lesen!!

Warum kommt ein junger Mensch ins Erziehungsheim?

Weil es Beziehungsstörungen von seinen Eltern zu ihm und damit logischerweise auch vom Kind selbst zu den Eltern gibt.
Daraus folgen Vernachlässigung, Verwahrlosung, Misshandlung und so ist es kein Wunder, wenn diese Dramen in Heime, Karrieren im Knast führen, Menschen keine Chance bekommen, ihr eigenes Leben zu leben, sich selbst kennen zu lernen.

In "normalen" Familien orientieren sich die Kinder am Verhalten der Erwachsenen, sind sie ihr Vorbild, lernen sie am Modell, übernehmen so die gesellschaftlichen Regeln, entwickeln ein Gewissen, W E N N sie selbst vorher auf ihre Kosten gekommen sind, liebevoll aufgenommen, gehalten, gesehen und gespiegelt wurden und ihnen das, was sie vorgelebt bekommen als gut erscheint. Auch sinnvolle Konsequenzen sind unbedingt nötig, um Kindern die Regeln beizubringen, damit sie ihren Weg gehen können und gleichzeitig in der Gesellschaft nicht anecken.

Das sieht mit Hartz IV natürlich alles schwieriger aus.

Kaleika
 
E

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#4
Das ist ein Thema,welches viele Jahre tot geschwiegen wurde.
ja dieses thema ist jahrzehnte alt und es scheint sich nicht viel geändert zu haben

es gibt zu diesem thema einen sehr guten film, in päd.kreisen ziemlich bekannten film, der die stationen eines kindes bis zur volljährigkeit durch die erschreckenden institutionen mit permanent wechselnden bezugspersonen zeigt

leider habe ich den titel vergessen :icon_redface:, aber silvia vielleicht kennst du ja den titel, oder vielleicht martin

den kann ich wirklich nur jedem und jeder wärmstens empfehlen
 

thomas

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#5
Erziehungsheime

Tja, da isser wieder, der deutsche Drang, andere zu bevormunden und alles "auszumerzen", was nicht "normal" ist.
In diesem Zusammenhang mutet es regelrecht gespenstisch an, daß offen nd lautstark über eine flächendeckende Wiedereinführung "geschlossener Heime" für "Problemkinder" nachgedacht wird.
Übrigens - die ersten "geschlossenen Heime" gibt es schon wieder ...
 

thomas

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#6
Erziehungsheime

Tja, da isser wieder, der deutsche Drang, andere zu bevormunden und alles "auszumerzen", was nicht "normal" ist.
In diesem Zusammenhang mutet es regelrecht gespenstisch an, daß offen nd lautstark über eine flächendeckende Wiedereinführung "geschlossener Heime" für "Problemkinder" nachgedacht wird.
Übrigens - die ersten "geschlossenen Heime" gibt es schon wieder ...
In den 60er Jahren genügte es schon, wenn sich die halbwüchsigen Kinder alleinerziehender Mütter "zu oft" in diversen Tanzschuppen aufhielten - diese halbwüchsigen konnten daraufhin wegen "drohender sittlicher Verwahrlosung" nach dem Jugendfürsorge-Gesetz in ein geschlossenes Heim eingewiesen werden, wo sie bis zu ihrem 21. Geburtstag zu verbleiben hatten.
Alles im Namen des Rechtsstaates ...
Wetten, daß wir genau das wieder bekommen werden?
Nur eine Frage der Zeit ...
 
E

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#7
Meine zwei Halbschwestern haben auch diese "netten" Erfahrungen gemacht. Nach einem Heimaufenthalt vor der Ehe meines Vaters mit meiner Mutter, waren sie restlos verängstigt und ziemlich stark traumatisiert. Es hat Jahre gedauert, bis sie die Quälereien, Erniedrigungen und Prügel aus der Heimzeit auch nur annähernd vergessen hatten.

Und warum mußten sie in ein Heim? Nach der Scheidung meines Vaters von seiner vorherigen Frau konnte er sich wegen ganztägiger Arbeit nicht so um die Kinder kümmern, wie er es gerne gewollt hätte. Daß sein Bruder mit Frau überbrückungsweise eingesprungen wären, das ließ das Amt nicht zu. So mußten Kinder, die noch unter der Scheidung der Eltern litten, in ein Heim. Erst nach der Heirat mit meiner Mutter konnte mühsam erreicht werden, daß die Kinder wieder zum Vater durften.
 

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#8
...Erbrochenes gegen den Schweinehund
Gisela Nurthen war fünfzehn Jahre alt, als sie 1961 ins Dortmunder "Heim für gefallene Mädchen" kam, das von den "Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul" geführt wurde. Der Grund ihrer Einweisung war so nichtig wie bei vielen anderen ihrer Leidensgenossinnen: Sie benahm sich etwas anders als andere Mädchen ihres Alters, etwas auffälliger und lebenslustiger. Sie hatte ein Elvis-Plakat an die Wand ihres Kinderzimmers geklebt, trug gern kurze Röcke oder enge Hosen, fuhr mit Jungs auf dem Moped durch die Gegend und schrieb einen "Liebesbrief" an einen Zwölfjährigen. Zum Verhängnis wurden ihr ein Tanzabend und eine Nacht, in der sie nicht zu ihrer alleinerziehenden Mutter nach Hause gekommen war.
Ein Streifenwagen der Polizei griff sie zusammen mit einem Freund auf, und schon vierundzwanzig Stunden später entschied ein Richter, der sie nie zu Gesicht bekam, dass sie auf "Vorschlag" ihres Vormunds beim Jugendamt ins Heim verbracht werde. Ein Routinevorgang, wie er damals sehr oft vorkam: Entscheid nach Aktenlage, Denunziationen von Nachbarn eingeschlossen. "Vier Jahre dauerte die Haft hinter Klostermauern. Gisela Nurthen war ohnmächtig einem perfiden Repressionssystem frommer Schwestern ausgeliefert, die sie mit Prügeln zu Gebet, Arbeit und Schweigen zwangen. Bis heute hat die Frau das Trauma dieser unbarmherzigen Jahre nicht verwunden." Das Heim der "barmherzigen Schwestern" war ein Zuchthaus. Von Anfang an setzte es, auch bei allergeringsten Abweichungen von der festgefügten Ordnung, Schläge und Tritte, bis Blut floss. Beschimpfungen und Verwünschungen, verbale Erniedrigungen jeder Art galten als pädagogisches Prinzip.
War das fetttriefende Billigessen auch noch so ekelhaft, es musste aufgegessen werden - auch das schon erbrochene. Der Gang zur Toilette war nur zu bestimmten Zeiten erlaubt. Wer dazwischen musste, wurde hart bestraft. Dafür weideten sich die Schwestern an der befohlenen Intimreinigung der "Sünderinnen", die sie minutiös beobachteten. Manchmal legten sie auch selbst Hand an beim Scheuern und Schrubben der gottlosen Sündenfalle. Das alles war Teil des heiligen "Kampfes gegen sich selbst", für gnadenlose "Selbstzucht" und gegen den "inneren Schweinehund".
Manchmal wurden gegen diesen auch Psychopharmaka verabreicht, wie bei Marion. Jahrelang und ohne jede ärztliche Untersuchung. Die gab es sowieso nicht. Lange Zeit war Marion später tablettensüchtig. Ein unglaublicher Höhepunkt der systematischen Quälerei war eine Art Scheinhinrichtung im Herbst 1970 (!). Eine Schwester befahl der neunjährigen Carola, mitten in der Nacht ihr eigenes Grab zu schaufeln. Im Schlafanzug. "Sie weinte, sie schluchzte, sie grub." Dann zerrte die Magd Jesu Christi die hilflose Kleine wieder ins Heim. Bis heute ist Carola, seit ihrem 39. Lebensjahr erwerbsunfähig, in psychiatrischer Behandlung.
Tagsüber musste vielerorts im Akkord unbezahlte Zwangsarbeit verrichtet werden: zehn Stunden nähen, stopfen, waschen, mangeln, bügeln. Selbst im Schlafsaal war die Tortur noch lange nicht zu Ende. Eines Abends, das Licht war schon aus und die wachhabende Nonne gerade nicht da, sang Gisela mit Inbrunst einen Song ihres geliebten Elvis Presley. Mit einem Ruck wurde sie "aus dem Bett gerissen, über den Boden geschleift, heraus aus dem Schlafsaal, den Flur entlang bis zur ‹Klabause›, jenen gefürchteten Zellen mit Glasbausteinen anstelle von Fenstern. Die Ausstattung bestand nur aus einer Holzpritsche, einer groben Decke und einem Blecheimer mit Deckel als Toilette."......
http://www.weltwoche.ch/artikel/?AssetID=13262&CategoryID=80

Was meint ihr? Barmherziger geht es eigentlich kaum mehr, oder?
 

Silvia V

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#9
ja dieses thema ist jahrzehnte alt und es scheint sich nicht viel geändert zu haben

es gibt zu diesem thema einen sehr guten film, in päd.kreisen ziemlich bekannten film, der die stationen eines kindes bis zur volljährigkeit durch die erschreckenden institutionen mit permanent wechselnden bezugspersonen zeigt

leider habe ich den titel vergessen :icon_redface:, aber silvia vielleicht kennst du ja den titel, oder vielleicht martin

den kann ich wirklich nur jedem und jeder wärmstens empfehlen
Ich vermute mal Du meinst "Bambule"..lange Zeit in den Archiven verschwunden,denn die Drehbuchautorin war eine bekannte Terroristin.
Oder vielleicht "Magdalene Sisters"...beides sehenswerte Filme.
 

Silvia V

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#10
...Erbrochenes gegen den Schweinehund
Gisela Nurthen war fünfzehn Jahre alt, als sie 1961 ins Dortmunder "Heim für gefallene Mädchen" kam, das von den "Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul" geführt wurde. Der Grund ihrer Einweisung war so nichtig wie bei vielen anderen ihrer Leidensgenossinnen: Sie benahm sich etwas anders als andere Mädchen ihres Alters, etwas auffälliger und lebenslustiger. Sie hatte ein Elvis-Plakat an die Wand ihres Kinderzimmers geklebt, trug gern kurze Röcke oder enge Hosen, fuhr mit Jungs auf dem Moped durch die Gegend und schrieb einen "Liebesbrief" an einen Zwölfjährigen. Zum Verhängnis wurden ihr ein Tanzabend und eine Nacht, in der sie nicht zu ihrer alleinerziehenden Mutter nach Hause gekommen war.
Ein Streifenwagen der Polizei griff sie zusammen mit einem Freund auf, und schon vierundzwanzig Stunden später entschied ein Richter, der sie nie zu Gesicht bekam, dass sie auf "Vorschlag" ihres Vormunds beim Jugendamt ins Heim verbracht werde. Ein Routinevorgang, wie er damals sehr oft vorkam: Entscheid nach Aktenlage, Denunziationen von Nachbarn eingeschlossen. "Vier Jahre dauerte die Haft hinter Klostermauern. Gisela Nurthen war ohnmächtig einem perfiden Repressionssystem frommer Schwestern ausgeliefert, die sie mit Prügeln zu Gebet, Arbeit und Schweigen zwangen. Bis heute hat die Frau das Trauma dieser unbarmherzigen Jahre nicht verwunden." Das Heim der "barmherzigen Schwestern" war ein Zuchthaus. Von Anfang an setzte es, auch bei allergeringsten Abweichungen von der festgefügten Ordnung, Schläge und Tritte, bis Blut floss. Beschimpfungen und Verwünschungen, verbale Erniedrigungen jeder Art galten als pädagogisches Prinzip.
War das fetttriefende Billigessen auch noch so ekelhaft, es musste aufgegessen werden - auch das schon erbrochene. Der Gang zur Toilette war nur zu bestimmten Zeiten erlaubt. Wer dazwischen musste, wurde hart bestraft. Dafür weideten sich die Schwestern an der befohlenen Intimreinigung der "Sünderinnen", die sie minutiös beobachteten. Manchmal legten sie auch selbst Hand an beim Scheuern und Schrubben der gottlosen Sündenfalle. Das alles war Teil des heiligen "Kampfes gegen sich selbst", für gnadenlose "Selbstzucht" und gegen den "inneren Schweinehund".
Manchmal wurden gegen diesen auch Psychopharmaka verabreicht, wie bei Marion. Jahrelang und ohne jede ärztliche Untersuchung. Die gab es sowieso nicht. Lange Zeit war Marion später tablettensüchtig. Ein unglaublicher Höhepunkt der systematischen Quälerei war eine Art Scheinhinrichtung im Herbst 1970 (!). Eine Schwester befahl der neunjährigen Carola, mitten in der Nacht ihr eigenes Grab zu schaufeln. Im Schlafanzug. "Sie weinte, sie schluchzte, sie grub." Dann zerrte die Magd Jesu Christi die hilflose Kleine wieder ins Heim. Bis heute ist Carola, seit ihrem 39. Lebensjahr erwerbsunfähig, in psychiatrischer Behandlung.
Tagsüber musste vielerorts im Akkord unbezahlte Zwangsarbeit verrichtet werden: zehn Stunden nähen, stopfen, waschen, mangeln, bügeln. Selbst im Schlafsaal war die Tortur noch lange nicht zu Ende. Eines Abends, das Licht war schon aus und die wachhabende Nonne gerade nicht da, sang Gisela mit Inbrunst einen Song ihres geliebten Elvis Presley. Mit einem Ruck wurde sie "aus dem Bett gerissen, über den Boden geschleift, heraus aus dem Schlafsaal, den Flur entlang bis zur ‹Klabause›, jenen gefürchteten Zellen mit Glasbausteinen anstelle von Fenstern. Die Ausstattung bestand nur aus einer Holzpritsche, einer groben Decke und einem Blecheimer mit Deckel als Toilette."......
http://www.weltwoche.ch/artikel/?AssetID=13262&CategoryID=80

Was meint ihr? Barmherziger geht es eigentlich kaum mehr, oder?
Das Buch von Peter Wensierski "Schläge im Namen des Herrn" hat u.a. auch dieses Schicksal bekannt gemacht.Es gab im Fernsehen auch eine Dokumentation...da wurden Zeitzeugen von damals befragt .....auch noch lebende "unbarmherzige Schwestern"...und nicht eine hat auch nur ein Fünkchen Reue gezeit,für die war die Welt noch in Ordnung:mad:
 

Vanzella

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#11
Ich bin selbst 2 Jahre in genau diesem Heim gewesen:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,456655,00.html

Der nächtliche Gang zur Toilette wurde bestraft mit 3 Tagen Isolierhaft in der Zelle:

Matratze auf dem Boden, Glasbausteine an 3 Seiten, Eimer in der Ecke.

Sprech- und Redeverbot war an der Tagesordnung. Es musste 8 Stunden täglich gehandarbeitet oder genäht werden (Hemden) für "Fabriken" die genähten Hemden gebügelt und festgesteckt werden. Ihr wisst schon, auf diesem Pappkarton, wie man Hemden nun mal so kauft.

Einmal bin ich geschlafwandelt, am unteren Flur saß eine "Bewachungsnonne". Sie hat mich die ganze Zeit beobachtet und als ich nicht mehr weiterkonnte im Schlaf (ich stand schlafend vor einer Wand und suchte verzweifelt die Tür) hat sie mich mitten in der Nacht verprügelt.

Ich war damals 15 Jahre alt und landete in dem Heim wegen Weglaufens aus meiner Family. Meine Familie (Vater) hat immer wieder beteuert, dass er keine andere Möglichkeit gehabt hätte, als dem Heimaufenthalt zuzustimmen.

Allerdings hatte er mir versprochen, wenn ich in dem Heim eine Ausbildung absolviere und bestehe, dann würde er mich sofort da rausholen. So war es dann auch *heul

Wie kann man heute noch Kontakt zu den damaligen "Insassen" aufnehmen?????????????????????????
 

thomas

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#14
Heim

Es gibt da etwas, das mich immer und immer wieder unendlich verwundert und irritiert - ich habe NOCH NIE gehört, daß irgend einer der verantwortlichen Sadisten in irgend einer Form jemals bestraft worden wäre.
Nun gut, möglicherweise ist auf dem "Rechtsweg" tatsächlich "nichts mehr zu machen", da die "Verjährung" eingetreten ist (wie passend!).
ABER: in solchen Fällen halte ich es für absolut legitim, als Betroffener, als Opfer mal darüber nachzudenken, wie man diese Leute dennoch ... wenn ihr versteht, was ich meine.
Vergebung? NIE!
Ich wundere mich darüber, daß offensichtlich niemand Rachegedanken hegt - und noch mehr wundere ich mich, daß eventuell doch vorhandene Racheglüste nicht umgesetzt werden.
Wie gesagt - das ist natürlich (wie sollte es auch anders sein?) kein Aufruf zur Gewalt - bewahre! Wo kämen wir denn da hin, wenn solche Leute am eigenen Leibe spüren müßten, was sie anderen angetan haben ...?
Nein, nein, es ist selbstverständlioch viiieel besser, zu vergeben, zu vergessen, "nach vorn" zu schauen, nicht wahr?
Und weil das so ist, dürfen sich Sadisten in derlei Einrichtungen ungestraft austoben.
Das war in Deutschland schon immer so. Und was schon immer so war, das muß auch immer so bleiben.
Gute Nacht, liebe Untertanen.
 

Vanzella

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#16
Es gibt da etwas, das mich immer und immer wieder unendlich verwundert und irritiert - ich habe NOCH NIE gehört, daß irgend einer der verantwortlichen Sadisten in irgend einer Form jemals bestraft worden wäre.
Nun gut, möglicherweise ist auf dem "Rechtsweg" tatsächlich "nichts mehr zu machen", da die "Verjährung" eingetreten ist (wie passend!).
ABER: in solchen Fällen halte ich es für absolut legitim, als Betroffener, als Opfer mal darüber nachzudenken, wie man diese Leute dennoch ... wenn ihr versteht, was ich meine.
Vergebung? NIE!
Ich wundere mich darüber, daß offensichtlich niemand Rachegedanken hegt - und noch mehr wundere ich mich, daß eventuell doch vorhandene Racheglüste nicht umgesetzt werden.
Wie gesagt - das ist natürlich (wie sollte es auch anders sein?) kein Aufruf zur Gewalt - bewahre! Wo kämen wir denn da hin, wenn solche Leute am eigenen Leibe spüren müßten, was sie anderen angetan haben ...?
Nein, nein, es ist selbstverständlioch viiieel besser, zu vergeben, zu vergessen, "nach vorn" zu schauen, nicht wahr?
Und weil das so ist, dürfen sich Sadisten in derlei Einrichtungen ungestraft austoben.
Das war in Deutschland schon immer so. Und was schon immer so war, das muß auch immer so bleiben.
Gute Nacht, liebe Untertanen.
Hi, Thomas,

wenn ein 15-jähriges Kind in eine solche Anstalt geschleppt wird und zwangsverordnetes Redeverbot bekommt, zudem mindestens 8 Stunden täglich Hemden nähen (welche Firma war das bloß???) und verkaufsfertig bügeln muss bzw. in einer Einzelzelle untergebracht wird, weil das Kind nachts zur Toilette muss, dann sind diese Erinnerungen so schlimm (bei mir), dass sie verdrängt werden, komplett verdrängt.

Wenn außerdem in der Familie gesagt wird, "wir konnten nichts tun", dann glaubt "Kind" das.

Wird "Kind" älter und merkt urplötzlich, "ich habe massive Schwierigkeiten, warum kann ich mich nicht wehren?", sucht "Kind" immer noch die Schuld bei sich. "Kind" meint auch, es sei "fleißig" und versteht nicht, wieso trotz Überstunden und Doppelschichten, es "immer noch nicht reicht."

Erst nach Lesen des Links wurde mir schlagartig klar, woher meine Schwierigkeiten rühren.

Alle 14 Tage wurde der "Zwangsfriseurbesuch" verordnet. Wenn ich mir meine Frisur heute so angucke, dann weiß ich, wieso und weshalb ich die Haare genauso trage (kurzgeschoren).

Ich würde zu gern in Kontakt mit ebenfalls Betroffenen kommen.
 

thomas

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#17
Heim

Hi Vanzella, ich verstehe schon, was du meinst - bei mir allerdings hat sich die Ohnmacht in Wut verwandelt und mich sehr, sehr aggressiv gemacht.
Ich suche übrigens heute noch nach bestimmten Leuten, um mich mit ihnen mal zu "unterhalten" - und zwar möchte ich sie doch zu gern mit denselben "Argumenten" (vor allem den schlagenden) konfontieren, mit denen sie mich "disziplinierten" ...
 

Vanzella

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#18
Hi Vanzella, ich verstehe schon, was du meinst - bei mir allerdings hat sich die Ohnmacht in Wut verwandelt und mich sehr, sehr aggressiv gemacht.
Ich suche übrigens heute noch nach bestimmten Leuten, um mich mit ihnen mal zu "unterhalten" - und zwar möchte ich sie doch zu gern mit denselben "Argumenten" (vor allem den schlagenden) konfontieren, mit denen sie mich "disziplinierten" ...
Hi, Thomas,

diese ganze Geschichte hatte ich verdrängt, aber völlig. Jetzt habe ich meiner Ärztin davon erzählt. Sei meint, dass dieser Heimaufenthalt eine psychische Vergewaltigung war, die mein Leben "danach" geprägt hat. Wie recht sie hat.

In welchem Sch. heim warst du? Ich war im Vincentheim in DO und es ist mir scheißegal, ob ich das so schreiben darf, weil ich vor Wut fast platze. Wenn ich nur diese Sch.... Hauben der Nonnen sehe, bekomme ich einen Würgereiz.

Bis zum Umfallen werde ich googeln, um Leute zu finden, die seinerzeit auch da waren.

Ein Gutes hat es: ich habe erkannt, warum ich in den Schwierigkeiten stecke, die ich momentan habe. Selbst meine Berufswahl ist durch den Heimaufenthalt erklärbar.

Sind hier welche aus DO? Gibt es dieses Heim noch?

Wir waren eingesperrt, ich habe 17 Monate die Sonne nur durch Fenster gesehen. Nee, ich hör auf, das zieht mich sonst in einen Weinkrampf.
 

Gell

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#21
Das dieses Thema wieder auf die Tagesordnung kam,ist neben vielen anderen auch dem Australier Martin Mitchell zu verdanken.
Da schlägt man doch glatt der Länge nach hin! So lange lese ich hier schon als Gast mit. Aber das hier hat mich nun doch zur Anmeldung genötigt. Wißt Ihr eigentlich, was hier von sich gegeben wird?

Ist es Recht so, daß jemandem im Elo-Forum gedankt wird, der mit enormer krimineller Energie sein ganz persönliches Ziel verfolgt? Auch ich beobachte seit einigen Monaten diese Entwicklungen, da auch ich in den 70ern in einem Kinderheim in Hessen war und diverse Negativerfahrungen machen musste. Aber was der hier gepriesene Mann aus Australien, der nicht einmal wirklich Martin Mitchell heißt, für eine Spur der Verwüstung hinterlassen hat, ist nur im negativen Sinn beeindruckend.

Hier mal ein Link: http://martinmitchell.heimkinder.net Wirklich sehr aufschlußreich.


Gell
 

Vanzella

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#22
Hi Vanzella, ich verstehe schon, was du meinst - bei mir allerdings hat sich die Ohnmacht in Wut verwandelt und mich sehr, sehr aggressiv gemacht.
Ich suche übrigens heute noch nach bestimmten Leuten, um mich mit ihnen mal zu "unterhalten" - und zwar möchte ich sie doch zu gern mit denselben "Argumenten" (vor allem den schlagenden) konfontieren, mit denen sie mich "disziplinierten" ...
Thomas,

Aggressivität (körperlich ausgedrückt) bringt uns nichts, höchstens wieder in den "Knast".

Ich bin jetzt auf der Suche, irgendwo müssen doch Berichte gespeichert sein, die man sich anfordern kann. Im Fall meiner Heimeinweisung wurden ganz klar und deutlich falsche Angaben bezüglich "meines Auffindens" gemacht. Ich möchte lesen, was in den Berichten steht.

Da ich mich ohnehin im Klageweg bezüglich meiner Rente beim VDK befinde, werde ich auch den VDK bezüglich des Heimaufenthaltes befragen (Anrechnung der unbezahlt geleisteten Tätigkeit auf meine Rente).

In dem von Ferengi per Link angebotenen Forum habe ich mich angemeldet und verfolge das Forum haargenau.

Und ich sehe es nicht ein, dass ich mich krummbuckeln durfte, ohne jemals einen Pfennig dafür zu sehen. Körbe musste ich auch flechten. Die haben ganz gezielt ausbaldowert, in welchem beruflichen Bereich "Kind" am besten war.

Das Lesen in dem verlinkten Forum hilft ungemein. So steht mit wieder Schwester Alburga vor Augen *entsetztbin

Schade, dass Tom nichts von seinen beiden Schwestern schreibt. Zu gern wüsste ich, wie sie mit dem Trauma umgehen.
 

ofra

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#23
ich hab jetzt auch alles mitgelesen und bin zutiefst erschüttert. da sieht man, dass nach kriegsende der krieg noch lang nicht zu ende war. und die nachwehen auf dem rücken der kinder ausgetragen wurden ...

aber anscheinend knüpft man mit hartz IV auch wieder an solche dinge an. zumindest die tendenzen dahin sind erkennbar. allerdings handelt es sich heute um erwachsene bürger, die man durch geldentzug entmündigt.
 
E

ExitUser

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#24
Schade, dass Tom nichts von seinen beiden Schwestern schreibt. Zu gern wüsste ich, wie sie mit dem Trauma umgehen.
Wirklich klargekommen sind sie damit nie. Beinahe wären beide auf die Schiefe Bahn geraten. Meine Mutter, ihre Stiefmutter, hatte alle Hände voll damit zu tun sie wieder in die Familie zu integrieren und ihnen klar zu machen, daß die Zeit der Angst vorbei ist. Aber schon ein lautes Wort des Tadels und sie befürchteten schlimme Schläge, wie im Heim. Die eine Schwester hatte später einen schweren Rückfall von dem wir zu spät erfuhren. Nach exzessivem Trinken ist sie heute schwerbehindert und in einem betreuten Wohnen. Die andere Schwester ist sehr distanziert. Sie hatte trotz der Liebe unserer Mutter, nie mehr wirklich Vertrauen zu anderen Menschen entwickeln können. Sie war zwar einige Zeit verheiratet, hat eine Tochter, aber nie wirklich die Zeit verkraftet. Leider war damals die Psychotherapie noch nicht so gebräuchlich wie heute. Und leider weit weg vom "normalen" Volk.

Wie haben sie das Trauma verkraftet? Nie wirklich... und beide meiden heute alles was nur nach Kirche aussieht, denn es war eine kirchliche Einrichtung in der sie brutal mißhandelt wurden.
 

ofra

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#25
all diese geschichten erinnern mich stark an die versklavten kinder in der schweiz. dort gab es ja auch so einen skandal, der derzeit aufgearbeitet wird. wo hunderte betroffene ihre ansprüche einklagen.
sowas gibt es also offensichtlich auch in anderen ländern.
 
E

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#26
Wenn man als Kind körperlich, seelisch, psychisch misshandelt wurde, egal ob im Heim oder zu Hause, für die jenigen ist Hartz IV im Erwachsenen Alter mit dem Zwang und Schikanen, nochmal eine schallende Ohrfeige, wär als Kind schon sowas erlebt hat, ob nun verdrängt oder nicht, lässt sich das nicht mehr so einfach gefallen, ausser der Wille der Menschen wurde schon so weit gebrochen.

Vorgestern gab es gerade wieder ein Bericht beim MDR über ehemalige Heimkinder.

Es ist jedesmal das gleiche wenn die Menschen vor ihren Heimen stehen in denen sie misshandelt wurden. Sie fangen alle an zu weinen!

Ehemalige Erzieher und Erzieherinnen, die oftmals keine richtige Ausbildung hatten und oft vom Militär kamen, entschuldigen ihr Verhalten damit, das es ja zu dieser Zeit auch in Staatlichen Heimen solche Methoden üblich waren!?

So faseln die Ordensschwestern auch rum, kein bisschen Einsicht, keine Spur von einer Entschuldigung.

Einige Heime und Kirchlichen Organisationen haben aber wohl langsam Bereitschaft zur Aufbereitung der damaligen Zustände zugesichert...
 

Vanzella

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#27
Tom:

Danke, dass du geantwortet hast.

Es tut mir unendlich leid für deine Schwestern. Ich umarme sie in Gedanken (dich auch)

Wie ich schon schrieb, ich habe das alles so lange verdrängt. Mich hat man so programmiert, dass ich scheinbar "auf der richtigen Seite" stand (berufliche Tätigkeit). Ich war 26 Jahre Jahre Volllzeittätigkeit mit selbständigen Nebenjob der Meinung, "mein Leben im Griff zu haben." Niemals hätte ich bezweifelt, auf dem richtigen Weg zu sein, wäre ich nicht auf dieses Thema/Thread gestoßen.

Dieser Thread wühlt mich völlig auf und wenn ich dazu beitragen könnte, ehemaligen Heiminsassen zu helfen, würde ich das sofort tun.

Als Erstinfo benötige ich die Adresse, wo man diese bescheuerten Einweisungsberichte lesen kann. Hoffentlich antwortet mir jemand, der die Info hat, dann geht hier "die Post ab." Tom, vielleicht weiß HJGraf, wo ich ansetzen könnte?

Ferengi kann ich nicht genug danken, der Link zeigt deutlich, dass etliche Leute unter den psychischen Misshandlungen noch heute leiden.
 
E

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#28
Tom:

Danke, dass du geantwortet hast.

Es tut mir unendlich leid für deine Schwestern. Ich umarme sie in Gedanken (dich auch)

Wie ich schon schrieb, ich habe das alles so lange verdrängt. Mich hat man so programmiert, dass ich scheinbar "auf der richtigen Seite" stand (berufliche Tätigkeit). Ich war 26 Jahre Jahre Volllzeittätigkeit mit selbständigen Nebenjob der Meinung, "mein Leben im Griff zu haben." Niemals hätte ich bezweifelt, auf dem richtigen Weg zu sein, wäre ich nicht auf dieses Thema/Thread gestoßen.

Dieser Thread wühlt mich völlig auf und wenn ich dazu beitragen könnte, ehemaligen Heiminsassen zu helfen, würde ich das sofort tun.

Als Erstinfo benötige ich die Adresse, wo man diese bescheuerten Einweisungsberichte lesen kann. Hoffentlich antwortet mir jemand, der die Info hat, dann geht hier "die Post ab." Tom, vielleicht weiß HJGraf, wo ich ansetzen könnte?

Ferengi kann ich nicht genug danken, der Link zeigt deutlich, dass etliche Leute unter den psychischen Misshandlungen noch heute leiden.
Hallo Vanzella,

ich weiß jetzt nicht, ob ich Dir wirklich weiterhelfen kann. Aber alle Einweisungen in Kinderheime müssen normal über das für den damaligen Wohnsitz zuständige Jugendamt abgewickelt werden. Diese müssten also ein Akte darüber haben, in der auch Einweisungsberichte, Gutachten usw. abgelegt sind. Evtl. besteht die Möglichkeit an dieses Jugendamt heranzutreten und eine Akteneinsicht nach § 25 SGB X zu verlangen. Der Text des Paragrafen unten. Vielleicht besser, dabei einen Zeugen oder Rechtsvertreter zu haben.

"SGB X § 25 Akteneinsicht durch Beteiligte

(1) Die Behörde hat den Beteiligten Einsicht in die das Verfahren betreffenden Akten zu gestatten, soweit deren Kenntnis zur Geltendmachung oder Verteidigung ihrer rechtlichen Interessen erforderlich ist. Satz 1 gilt bis zum Abschluss des Verwaltungsverfahrens nicht für Entwürfe zu Entscheidungen sowie die Arbeiten zu ihrer unmittelbaren Vorbereitung.
(2) Soweit die Akten Angaben über gesundheitliche Verhältnisse eines Beteiligten enthalten, kann die Behörde statt dessen den Inhalt der Akten dem Beteiligten durch einen Arzt vermitteln lassen. Sie soll den Inhalt der Akten durch einen Arzt vermitteln lassen, soweit zu befürchten ist, dass die Akteneinsicht dem Beteiligten einen unverhältnismäßigen Nachteil, insbesondere an der Gesundheit, zufügen würde. Soweit die Akten Angaben enthalten, die die Entwicklung und Entfaltung der Persönlichkeit des Beteiligten beeinträchtigen können, gelten die Sätze 1 und 2 mit der Maßgabe entsprechend, dass der Inhalt der Akten auch durch einen Bediensteten der Behörde vermittelt werden kann, der durch Vorbildung sowie Lebens- und Berufserfahrung dazu geeignet und befähigt ist. Das Recht nach Absatz 1 wird nicht beschränkt.
(3) Die Behörde ist zur Gestattung der Akteneinsicht nicht verpflichtet, soweit die Vorgänge wegen der berechtigten Interessen der Beteiligten oder dritter Personen geheimgehalten werden müssen.
(4) Die Akteneinsicht erfolgt bei der Behörde, die die Akten führt. Im Einzelfall kann die Einsicht auch bei einer anderen Behörde oder bei einer diplomatischen oder berufskonsularischen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland im Ausland erfolgen; weitere Ausnahmen kann die Behörde, die die Akten führt, gestatten.
(5) Soweit die Akteneinsicht zu gestatten ist, können die Beteiligten Auszüge oder Abschriften selbst fertigen oder sich Ablichtungen durch die Behörde erteilen lassen. Die Behörde kann Ersatz ihrer Aufwendungen in angemessenem Umfang verlangen."

Die Jugendhilfe unterliegt dem SGB VIII und somit auch den allgemeinen Verfahrensregeln im SGB X.



Hoffe, das hilft ein wenig.
 

Vanzella

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#29
Danke schön HJGraf

ich habe mich im Forum des von Ferengi verlinkten Forums angemeldet.

Auch dort hatte ich die Frage nach den Akten gestellt. Sie dürften nicht mehr vorhanden sein, aber ich werde es dennoch versuchen. Die Grünen bemühen sich angeblich um "Rehabilitation" der seinerzeit seelisch kaputtgemachten Kinder (wer es denn glaubt)

Immerhin ist in meinem Fall der Sachverhalt fast 40 Jahre her. Es dürfte schwer bis unmöglich sein, noch an Berichte zu kommen, aber ich bleibe dran.

Empfehlen kann ich allen Heininsassen (tituliert als "schwer erziehbare Kinder")
den Links von Ferengi zu folgen. Erstaunlicherweise habe ich nach 40 Jahren Verdrängens meiner Heimerlebnisse genau die Frau gefunden, die mit mir trotz mörderischer Erlebnisse im Heim, auch ihre Prüfung geschafft hat. Sie leidet allerdings unter den Erlebnissen noch heute und ist in Rente. Wir telefonieren morgen.

Thomas: Warum meldest du dich nicht mehr? In welchem Heim bist du gewesen? Hoffentlich nicht Torgau.

Wir Heimkinder haben uns krummgeschuftet, 10 Stunden am Tag, kostenlos. Wir haben kein Entgelt bekommen. Diese Zeit wird nicht auf unsere Rente angerechnet. Wir sollen demütig akzeptieren "schwer erziehbar" zu sein und das geht in meinem Fall bis hin zu jahrzehntelangem Mobbing im öD.

Wenn ich jetzt im Netz lesen muss, was mit Jugendlichen passieren soll, wird mir nur noch speiübel.

Danke Tom, dass du mich ernstgenommen hast. Danke auch an HJGraf, für deine hilfreichen Infos.

LG
Vanzella
 

thomas

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#30
Heim

Hallo Vanzella, ich war zwar nur ziemlich kurze Zeit in einer Einrichtung, die einem Heim entspricht, aber das hat absolut ausgereicht. (siehe "Jugendwerkhof Dessau")
Als renitenter Mensch hatte ich dann bei der NVA das "Glück", im Militärstraflager Schwedt einsitzen zu müssen (wobei von "Sitzen" da keine Rede sein konnte).
Ich möchte hier im Forum nicht auf Einzelheiten eingehen, aber du weißt ja selbst, wie es war und was es angerichtet hat.
Und ich denke, daß auch du genügend Leute kennst (evtl. sogar die eigene bucklige Verwandschaft), die nicht verstehen können und wollen, daß uns damit das ganze Leben kaputtgemacht wurde.
Wenn man wie ich heute nicht mehr arbeiten gehen kann, weil die seelischen schäden einfach zu groß sind und nie verheilen konnten (denn du weißt ja selbst, was es an "psychotherapeutischen Maßnahmen" für Leute wie uns in der DDR gab), dann muß man sich vorwerfen lassen, mit "alten, längst vergessenen Geschichten hausieren zu gehen, um sich auf Kosten der Allgemeinheit ein schönes Leben zu machen".
Dazu muß man nun wirklich nichts mehr sagen, oder? Es fällt mir zunehmend schwerer, überhaupt über dieses Thema zu sprechen - vor allem, da sämtliche Therapeuten, mit denen ich bisher zu tun hatte, damit völlig überfordert sind. Und die in den alten Bundesländern wissen oft nicht mal, wovon ich überhaupt spreche ...
 
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#32
Alptraum Erziehungsheim

[zum Sachbuch von Dietmar Krone: "Alptraum Erziehungsheim"] Weiterlesen...
Weitere Hinweise zu diesem Sachbuch, ein Sachbuch über die damalige "Heimerziehung" und die Misshandlung und Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen in westdeutschen "Erziehungsanstalten" in den alten Bundesländern - wie erlebt und erlitten und überlebt von Dietmar Krone selbst, sind seit dem 18.07.2007 auch hier zu finden: http://www.care-leavers-survivors.org/Flaechendeckende-Pressemitteilung-im-deutschsprachigen-Raum-zur-Neuerscheinung-im-Engelsdorfer-Verlag,-Leipzig_-_Alptraum-Erziehungsheim-.-Die-Geschichte-einer-Jugend.html

Und jemand hat auch vor einiger Zeit eine eingehende Buchrezension zu diesem Sachbuch "Alptraum Erziehungsheim" - unter der Überschrift "Kann man leise schreien?" geschrieben. Diese Buchrezension ist hier zu finden: http://www.vehev.org/Buecher.html (bitte dort ein Stückchen runter scrollen). ( leider ohne die Registrierung von zutreffenden Tags / Labels / Liste von Suchbegriffen - wodurch es nicht einfach zu finden ist über die Suchmachinen ).

Auch nicht zu vergessen ist die überaus wichtige Webseite des SPIEGEL-Journalisten und Autors, u. a., des Sachbuches "Schläge im Namen des Herrn - die verdrängte Geschichte der Heimkinder in der Bundesrepublik", mit dem er die ganze Sache erst einmal richtig ins rollen gebracht hat, sodass sich jetzt auch Politiker anfangen darum zu kümmern. Auf Bundesebene, als Parteien, haben zumindest DIE GRÜNEN und die FDP öffentlich dazu Stellung bezogen. Peter Wensierski.s Webseite, wo immer das Neuste zu finden ist, ist www.schlaege.com / www.wensierski.info

Wünsche allen Betroffenen das Beste und viel Erfolg mit der Aufarbeitung des Erlebtens !
 
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#33
MISSHANELTE HEIMKINDER : "Gerechtigkeit für ehemalige Heimkinder!"

Die GRÜNEN (als eine Parteieinheit auf Bundesebene) und die FDP (als eine Parteieinheit auf Bundesebene) haben den ehemaligen Heimkindern jetzt ihr Verständnis und ihre Sympathie mitgeteilt und ihre zukünftige Unterst[FONT=&#23435]ü[/FONT]tzung zugesagt:

Frage zum Thema: Inneres und Justiz @
http://www.abgeordnetenwatch.de/dr_guido_westerwelle-650-5485-2.html#fragen

01.06.2007 - Frage von Martin Mitchell

Gerechtigkeit für ehemalige Heimkinder. -
Position der FDP?

Sehr geehrter Herr Westerwelle.

Welche Stellung bezieht die FDP zu der "Problematik" der damaligen Misshandlung und Ausbeutung EHEMALIGER HEIMKINDER in kirchlichen sowohl wie staatlichen Heimen und Anstalten im "Wirtschaftwunder Westdeutschland"?

Vertritt die FDP die gleiche oder eine unterschiedliche Meinung,
diesbetreffend, wie die GRÜNEN in ihrer Presseerklärung vom 25.04.2007 und dem dieser Presseerklärung ( aufrufbar @
www.josef-winkler.de ) angeschlossenen ECKPUNKTPAPIER vom 24.04.2007 ( aufrufbar @ www.gruene-bundestag.de )?

Mit vorzüglicher Hochachtung !

Martin Mitchell


Frage zum Thema: Inneres und Justiz @
http://www.abgeordnetenwatch.de/dr_guido_westerwelle-650-5485-2.html#fragen

10.07.2007 - Antwort von Dr. Guido Westerwelle

Re: Gerechtigkeit für ehemalige Heimkinder. -
Position der FDP?

Sehr geehrter Herr Mitchell,

haben Sie vielen Dank für Ihre Nachricht vom 4. Juni 2007 und für Ihr Interesse an der Programmatik der FDP.

Wir Liberale nehmen das Thema der Heimunterbringung und Heimerziehung von Kindern und Jugendlichen in den 50er und 60er Jahren und teilweise noch bis in die 70er Jahre hinein sehr ernst. Nach allem, was in diesem Zusammenhang bisher bekannt geworden ist, bedarf die Thematik dringend der weiteren historischen Aufarbeitung. Die Träger und ehemaligen Träger der Heime fordern wir auf, ihren Beitrag zur Aufklärung zu leisten, die Verantwortung für geschehenes Unrecht zu übernehmen und die Opfer von Entwürdigung und Misshandlung angemessen zu rehabilitieren. Über weitere Maßnahmen werden die Freien Demokraten dann auf der Grundlage neuer Erkenntnisse zu entscheiden haben.

Nochmals vielen Dank für Ihre Zuschrift und Ihre Frage. Ihnen persönlich alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Guido Westerwelle, MdB

Von den Koalitionspartnern, der CDU/CSU (als Parteieinheit auf Bundesebene) und der SPD (als Parteineinheit auf Bundesebene) und auch von der LINKEN (als Parteineinheit auf Bundesebene) gibt es bis zum heutigen Tage keine Stellungnahme zu diesem Thema. Sobald jedoch, jeweilig, eine Stellungnahme dieser drei Bundesparteien eintrifft, werde ich Euch auch darüber Bescheid geben.

In der Zwischenzeit veröffentlicht old codger aus Australien: "Engagierter Bürger" und "Ehemaliges Heimkind" Martin Mitchell zwei Fotos der Zwangsarbeit im Moor, die er und zehntausend andere jugendliche Insassen im nachkriegszeitlichen westdeutschen "Wirtschaftswunder", im Sommer sowie auch im Winter in "Freistatt", unentlohnt haben verrichten müssen.




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#34
Wichtige Mitteilung für ehemalige Heimkinder

Die Rechtsanwälte Dr. Vehlow & Wilmans vertreten ehemalige Heimkinder

Im Auftrag ehemaliger Heimkinder verhandelt die Anwaltskanzlei Dr. Vehlow & Wilmans [ Hamburg ] gemeinsam mit der Kanzlei Michael Witti [ München ] mit Staat und Kirchen, mit dem Ziel einer globalen Lösung für alle Betroffenen.

In einem ersten Schritt gilt es zunächst eine neutrale Plattform zu schaffen, auf welcher die von uns formulierten Ziele mit allen Beteiligten diskutiert werden können. Dies kann, zum Beispiel, hier geschehen oder auch im Forum bei www.emak.org stattfinden.

Heimgeschädigte die Ansprüche geltend machen wollen bitten wir die anschließende Bekanntgebung zu lesen und sich gegebenenfalls direkt bei den Anwälten Dr. Vehlow & Wilmans zu melden. Jeder wird gebeten sachlich zu bleiben und sich auf die angesprochenen Themen zu konzentrieren.

[ Hamburg, Freitag den 7. September 2007 ]

Kurzfassung der Zielsetzung durch die Anwaltskanzlei Dr. Vehlow & Wilmans und der Kanzlei Michael Witti.

Unsere Ziele haben wir Staat und Kirchen in Themenkomplexen grob wie folgt formuliert:

Themenkomplex I: Historische Aufarbeitung

Unserer Mandantschaft fordert eine offenen Aufarbeitung der damaligen Geschehnisse. Diese Aufarbeitung sollte zum einen die generellen gesamt-gesellschaftlichen und historischen Fragestellungen, insbesondere auch nach den Ursachen für das geschehene Unrecht erfassen.

Idealerweise sollte das Ergebnis der Aufarbeitung in einer gemeinsamen öffentlichen Präsentation dargestellt werden. Dies ist für das Selbstverständnis und die gesellschaftliche Akzeptanz ehemaliger Heimkinder von entscheidender Bedeutung.

Neben der generellen Aufklärungsarbeit ist es erforderlich, den Betroffenen auch individuell vor Ort bei der Aufklärung ihrer Biografie jede denkbare Unterstützung zukommen zu lassen. Hier ist insbesondere ein weitestgehendes Akteneinsichtsrecht erforderlich, welches beinhaltet, dass einschlägige Akten auch nach Ablauf der Aufbewahrungsfristen nicht vernichtet werden.

Themenkomplex II: Entschädigung

Für unsere Mandantschaft steht es außer Frage, dass sowohl die meist unberechtigte Heimeinweisung als auch der Umgang der Heime mit den Kindern eine Entschädigungslösung erfordern, die unabhängig von der individuellen, zivilrechtlichen Durchsetzbarkeit ist.

Aufgrund der Vielzahl von Anspruchsgegnern bietet sich eine Fonds- oder Stiftungslösung an, die es der Anspruchgegnerseite überlässt, im Innenverhältnis Beteiligungsquoten zu verhandeln, und die andererseits im Verhältnis zu den Betroffenen eine Gleichbehandlung gleich gelagerter Schicksale durch festzulegende einheitliche Kriterien sicherstellt. Neben den christlichen Kirchen und Heimträgern, sehen wir Bund und Länder in der Hauptverantwortung. Aus unserer Sicht wird sich im Rahmen der Aufarbeitung zeigen, dass weitere Anspruchsgegner einzubeziehen sind. Hier denken wir zunächst an diejenigen Unternehmen und Kommunen, die von den Heimkindern als billige Arbeitskräfte unmittelbar oder mittelbar profitiert haben.

Beweisrechtlich weisen wir bereits jetzt daraufhin, dass aufgrund der ausgedünnten Aktenlage keine höhere Anforderungen als eine Glaubhaftmachung zumutbar ist. Zudem wird durch den Bundesgesetzgeber sicherzustellen sein, dass Entschädigungszahlungen keine Anrechnung auf Leistungen nach SGB II finden. [ "SGB" bedeutet "Sozialgesetzbuch" ]

Themenkomplex III: Soziale Belange

Neben der Entschädigungsfrage wird auch zu diskutieren sein, wie verschiedene soziale Folgen aufgefangen werden können. Insoweit möchten wir ausdrücklich das Thema der rentenversicherungsrechtlichen Berücksichtigung von Arbeitszeiten im Heim ansprechen. Ein weiteres soziales Problem ist die Traumatisierung vieler Betroffener, zu deren Überwindung häufig professionelle Hilfe erforderlich ist. Der Zugang zu professioneller Hilfe ist einer Vielzahl von Betroffenen aufgrund der diesbezüglich engen Leistungs-Tatbestände der gesetzlichen Krankenversicherungen, und mangelnder eigener wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit verschlossen. Insoweit regen wir die Errichtung von Anlaufstellen an, die den Betroffenen kostenlos die erforderliche Hilfe gewähren. Auch diesbezüglich ist die Einbeziehung des Bundes natürlich unabdingbar.

Diese reduzierte Fassung enthält Kernsätze unserer Forderungen.

Die Anwälte führen jedoch keine Einzelklagen auf OEG [ d.h. nach dem Opferentschädigungsgesetz ], vor den Sozialgerichten wegen Renten oder Schadensersatzklagen vor den Landgerichten.

Ehemalige Heimkinder können sich mit einer Beschreibung ihrer Erlebnisse direkt bei den Anwälten melden.

Dr. Vehlow & Wilmans
Rechtsanwälte
Sierichstrasse 32
22301 Hamburg
Tel. + 49 (0) 40 65055178
Fax. +49 (0) 40 65055180
Email: vehlow.wilmans@web.de
[ Ansprechspartner: Gerrit Wilmans ]
[ Webseite: http://www.vehlow-wilmans.de/index.php?web=1 ]

Beitrag getätigt von Martin Mitchell in Australien, Betreiber der unabhängigen Webseite Heimkinder-Ueberlebende.org ausschließlich eine nichtkommerzielle, ehrenamtlich von einem 61-jährigen (am 28.07.1946 in West-Berlin geborenen) "Ehemaligen Heimkind" betriebene Heimerziehungsforschung.s-, Geschichtsaufarbeitung.s-, Aufklärung.s- und Hilfeleistung.s- Webseite ist und wertvolle Öffentlichkeitsarbeit leistet – die über jede der folgenden Domain-Namen aufrufbar ist: www.heimkinder-ueberlebende.org / www.heimkinder-ueberlebende.info / www.care-leavers-survivors.org / www.care-leavers-survivors.info / www.care-leavers-survivors.net / www.diakoniefreistatt.de.vu / www.freistatt.de.vu / www.heimkinder.eu / www.heimkinder-community.eu / www.ex-heimkinder.eu; und dazu gehört auch der "Ehemalige Heimkinder" Blog @ www.heimkinderopfer.blogspot.com und der "Heimkinderopfer2 Blog" @ www.heimkinderopfer2.blogspot.com.
 
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#35
Wichtige Mitteilung für ehemalige Heimkinder

Die Rechtsanwälte Dr. Vehlow & Wilmans vertreten ehemalige Heimkinder
Betreffend meinem vorhergehenden Beitrag vom 08.09.2007, 11:13:

Der Text der "Bekanntgebung" der deutschen Anwälte für ehemalige Heimkinder ( "Heimgeschädigte" ) kam in meinen Besitz aus zweiter Hand, via den USA, und es wurde mir leider nicht genau klar gemacht, bzw. mitgeteilt, was die Worte der Anwälte sind oder waren, und welche Worte der übermittelten anwaltlichen "Bekanntgebung" aus Deutschland nach Australien, dem USA Übermittler der Nachricht an mich, gehörten.

Wenn es mir möglich wäre meinen vorhergehenden Beitrag vom 08.09.2007, 11:13 zu korrigieren, bzw. mit einer "EDIT"-Funktion hier zu "editieren", würde ich die folgende Umänderungen machen:

»»» [ Hamburg, Freitag den 7. September 2007 ]

Wichtige Mitteilung für ehemalige Heimkinder

[ Diese Mitteilung geht an alle, die bedingungslos an einer "Aufarbeitung des begangenen Unrechts" und an einer "Wiedergutmachung" mitwirken wollen. ]

Die Rechtsanwälte Dr. Vehlow & Wilmans vertreten ehemalige Heimkinder

Im Auftrag ehemaliger Heimkinder verhandelt die Anwaltskanzlei Dr. Vehlow & Wilmans [ Hamburg ] gemeinsam mit der Kanzlei Michael Witti [ München ] mit Staat und Kirchen, mit dem Ziel einer globalen Lösung für alle Betroffenen.

In einem ersten Schritt gilt es zunächst eine neutrale Plattform zu schaffen, auf welcher die von uns formulierten Ziele mit allen Beteiligten diskutiert werden können.

Heimgeschädigte die Ansprüche geltend machen wollen bitten wir die anschließende Bekanntgebung zu lesen und sich gegebenenfalls direkt bei den Anwälten Dr. Vehlow & Wilmans zu melden. [ Jeder wird gebeten sachlich zu bleiben und sich auf die angesprochenen Themen zu konzentrieren. ]

Kurzfassung der Zielsetzung durch die Anwaltskanzlei Dr. Vehlow & Wilmans und der Kanzlei Michael Witti.

Unsere Ziele haben wir Staat und Kirchen in Themenkomplexen grob wie folgt formuliert: «««

[ Desweiteren ließt die "Bekanntgebung" genauso wie zuvor. Siehe den vorhergehenden Beitrag vom 08.09.2007, 11:13. ] :)
 
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#36
Gleiche Instutitionelle Kindesmisshandlung in der Schweiz ! Neuigkeiten !

Instutitionelle Kindesmisshandlung auch in der Schweiz ! Katholiken wollen um Verzeihung bitten - vielleicht sogar Entschädigung zahlen !

Dieser Text wurde zur Verfügung gestellt von Katholischer Mediendienst in der Schweiz:

Wir freuen uns, Ihnen die folgende Meldung zukommen zu lassen:

Katholiken wollen um Verzeihung bitten

EXPRESS:
[FONT=&#23435]•[/FONT] Katholische Amtsträger haben Zöglinge misshandelt.
[FONT=&#23435]•[/FONT] Die Kirche solle dazu stehen, finden Luzerner Katholiken.
[FONT=&#23435]•[/FONT] Die Kirchen-Exekutive will zunächst Expertisen erstellen.

Vor einer Woche haben die Parlamentarier der römisch-katholischen Landeskirche Luzern mit grosser Mehrheit ein Postulat überwiesen:

[FONT=&#23435]•[/FONT] Der Synodalrat, also die Exekutive der Landeskirche, solle die Schweizerische Bischofskonferenz auffordern, sich zu entschuldigen - und zwar für katholische Amtsträger, die «Verding-, Heimkinder oder Kinder, die ihnen anvertraut waren, psychisch und physisch unrecht behandelt» haben. Solches Unrecht wurde bis Mitte des 20. Jahrhunderts etwa im geistlich geführten Erziehungsheim Rathausen begangen.

[FONT=&#23435]•[/FONT] Der Synodalrat solle sich der Bitte um Entschuldigung anschliessen.

[FONT=&#23435]•[/FONT] Er solle das tun in Koordination mit anderen Landeskirchen und die Bildung eines Fonds für die Geschädigten unterstützen.

«Derzeit keine Kenntnisse»

Der Synodalrat hätte den Vorstoss lieber nicht entgegengenommen. Er habe «derzeit keine Kenntnisse von konkretem Missbrauch oder dessen Vertuschung» und wisse deshalb nicht, an wen er sich zu richten hätte. Ferner argumentierte die Exekutive: «Eine allgemein gehaltene, unspezifische Entschuldigung, zum Beispiel von der Landeskirche, die es zum Zeitpunkt der Vorfälle noch gar nicht gab, kann wirksam weder Schaden mindern noch Verletzungen heilen.»

«Schwarze Vergangenheit»

Umso interessanter, wie der Synodalrat nun die Forderungen des Parlaments umzusetzen gedenkt. Georg Fellmann, frisch gewählter Synodalratspräsident, sagte gestern auf Anfrage: «Man müsste wohl zuerst eine Expertise erstellen lassen. Es ist vieles noch offen: Wie tief wollen wir bei einer allfälligen Untersuchung gehen? Soll sie sich auf Heime allgemein beziehen? Oder nur auf Jugendheime?» Eine «Grundsatzfrage» sei, ob die Entschuldigung überhaupt «eine Aufgabe der Landeskirche Luzern ist oder etwas, das man auf schweizerischer Ebene in Angriff nimmt».

Für Hans Egli, einen von 17 Unterzeichnern des als Motion eingereichten Forderungspakets, sind die Fragen obsolet: «Es macht keinen Sinn, auf weitere wissenschaftliche Gutachten zu warten. Wir haben Kenntnis von dieser schwarzen Vergangenheit.» Er verweist auf vergangene und laufende Untersuchungen zum Thema und resümiert: «Man kann das nicht wegdiskutieren.» Nun sei es an der Zeit, dass die Kirche zu ihrer Verantwortung stehe und sich «mutig und in gebührender Form» entschuldige für Unrecht, das in die Verantwortung kirchlicher Institutionen gefallen sei.

Der Synodalrat will das Postulat zu den Verding- und Heimkindern am 5. Dezember behandeln. Dann könnte klarer werden, wie es nun weitergehen soll.

Von Andreas Töns

Quelle: Neue Luzerner Zeitung, 14.11.2007
__________

Eine Dienstleistung des Portals kath.ch ( http://kath.ch ) - Katholischer Mediendienst ( http://kath.ch/mediendienst )

Freundlich grüsst Sie

Portal kath.ch
mailto: redaktion@kath.ch

Die Frage stellt sich meinerseits: (A.) Wann wird die Katholische Kirche in Deutschland bereit sein, sich für genau solches und genau das gleiche gegen ehemalige Heimkinder in ihren damaligen Einrichtungen in Deutschland begangene Unrecht und genau die gleiche Rechtsstaatswidrigkeit, zu entschuldigen und Sühne zu tun? (B.) Wann wird die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) bereit sein, sich für genau solche und genau das gleiche gegen ehemalige Heimkinder in ihren damaligen Einrichtungen in Deutschland begangene Unrecht und genau die gleiche Rechtsstaatswidrigkeit, zu entschuldigen und Sühne zu tun? (C.) Wann wird das Deutsche Parliament, der Deutsche Bundestag, die verschiedenen Deutschen Landtage - der Deutsche Staat - der ebenso schuldig ist, und an diesen Misshandlungen und Vergehen gegen ehemalige Heimkinder beteilt war und massiv davon profitiert hat - bereit sein sich zu entschuldigen und Sühne zu tun? (D.) Wann wird die Deutsche Industrie, und große sowie auch kleine Wirtschaftsbetriebe und Individuen, in ganz Deutschland (im "Wirtschaftswunder Westdeutschland"), die ebenso, in einem großen Ausmaß, über Jahrzehnte hinweg, an diesen Misshandhandlungen und Ausbeutungen ehemaliger Heimkinder beteiligt waren und davon profitiert haben, bereit sein sich zu entschuldigen und Sühne zu tun?

Diese Fragen werden gestellt ( und schon seit den letzten vier Jahren gestellt ! ) von: Martin Mitchell ( Jugendamtsopfer - BRD-Heimerziehungsopfer - Ehemaliges Heimkind - westdeutscher Zwangsarbeiter / forced labourer - Fürsorgehäftling - Jahrgang 1946 - entflohen / ausgewandert nach Australien in 1964 )
Betreiber seit 17. Juni 2003 der nichtkommerziellen und ehrenamtlich von Australien aus betriebenen Webseite Heimkinder-Ueberlebende.org @ www.heimkinder-ueberlebende.org / www.care-leavers-survivors.org und mit den dazugehörigen Blogs www.heimkinderopfer.blogspot.com und www.heimkinderopfer2.blogspot.com.
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mo

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#37
besonders für alle betroffenen - und auch angehörigen/freunde/freundinnen - dieser gewalttätigen praktiken möchte ich ein buch empfehlen, welches sich als einstieg zum verständnis der eigenen traumatisierung bereits bewährt hat:

Die Narben der Gewalt von judith herman.

sie arbeitet mit einem erweiterten modell der chronifizierten posttraumatischen belastungsstörung (ptbs), welches sich in den letzten jahren langsam beginnt, in psychotherapie und ansatzweise auch in teilen der psychiatrie durchzusetzen. die kriterien für dieses modell, an denen sich auch die relevanz für viele ehemalige heimkinder sehen lässt, sind im letzten teil dieses beitrags aufgeführt:

http://autismuskritik.twoday.net/stories/3136820/

ich möchte das buch wirklich empfehlen, da es die soziale dimension zwischenmenschlicher gewalt ausdrücklich thematisiert.
 
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#38
Alptraum Erziehungsheim

besonders für alle betroffenen - und auch angehörigen/freunde/freundinnen - dieser gewalttätigen praktiken möchte ich ein buch empfehlen, welches sich als einstieg zum verständnis der eigenen traumatisierung bereits bewährt hat:

Die Narben der Gewalt von judith herman.

sie arbeitet mit einem erweiterten modell der chronifizierten posttraumatischen belastungsstörung (ptbs), welches sich in den letzten jahren langsam beginnt, in psychotherapie und ansatzweise auch in teilen der psychiatrie durchzusetzen. die kriterien für dieses modell, an denen sich auch die relevanz für viele ehemalige heimkinder sehen lässt, sind im letzten teil dieses beitrags aufgeführt:

als-ob-leben ? : basis: traumageschichte(n) 1 - eine einführung

ich möchte das buch wirklich empfehlen, da es die soziale dimension zwischenmenschlicher gewalt ausdrücklich thematisiert.
Recht vielen Dank mo !

Neun Kunden-Rezensionen zu diesem wirklich guten Buch, sind hier zu finden @ Amazon.de: Rezensionen zu Die Narben der Gewalt. Traumatische Erfahrungen verstehen und überwinden.: Bücher: Judith Lewis Herman

Und dieses Buch ist ebenfalls über den Anti-Psychiatrie-Verlag erhaltlich. Siehe @ Judith Herman: Die Narben der Gewalt. Traumatische Erfahrungen verstehen und überwinden

NEWS-FLASH re "former wards of the state institutionalised in church and state homes in the former West-Germany" in the marquee (running text) @ http://www.care-leavers-survivors.org[/i]

AUF BUNDESEBENE - Die SPD im Bundestag schlägt zur Experten-Anhörung vor dem Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages am 21.1.2008 folgende Personen vor:
(i) Jugendhilfe, Heimaufsicht: Prof. Dr. Christian Schrapper, Uni Koblenz, Prof. Dr. Manfred Kappeler;
(ii) Gerichtsentscheide, Sorgerecht: Dr. Thomas Meysen, Prof. Dr. Johannes Münder;
(iii) Rentenversicherung: Ein Vertreter des Bundesarbeitsministeriums, ein Vertreter der Deutschen Rentenversicherung.

AUF LANDESEBENE - Schleswig-Holstein - 19.01.2008: Betroffene der damaligen Fürsorgeerziehung treffen sich zum Gespräch mit Sozialministerin Gitta Trauernicht.

AUF LANDESEBENE - Nordrhein-Westfalen - Landschaftsverband Rheinland (Köln) will Fürsorgeerziehung-Geschichtsaufarbeitung - anhand existerendem Archivmaterial - vornehmen und veröffentlichen (die Frage ob auch ehemalige Zöglinge selbst jetzt Zugang zu ihren Akten bekommen werden, ist noch nicht beantwortet worden).

Viele Grüße aus Down Under

Martin Mitchell
( "Rechercheur", "Ehemaliges Heimkind", "Engagierter Bürger" )
 
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#39
"Alptraum Erziehungsheim" - im "Wirtschaftswunderland Westdeutschland"

Wer setzt sich für "Ehemalige Heimkinder" ein, und wer nicht?

Es ist, meines Erachtens, bemerkenswert, wie einige Webseiten, dessen Betreiber vorgeben "Ehemaligen Heimkindern" zu helfen / helfen zu wollen – durch das Stillschweigen darüber und das Verschweigen bestimmter ausschlaggebender Themen – es ablehnen über die Fortschritte in Aufklärung und Aufarbeitung, und ein sich Nähern der verschiedenen beteiltigten Parteien, zu berichten, das besonders seit der Veröffentlichung des Sachbuches "Schläge im Namen des Herrn – Die verdrängte Geschichte der Heimkinder in Bundesrepublik" (Peter Wensierski) unaufhaltsam voranschritt:

1.) re "Ehemalige Heimkinder" @ http://www.heimkinder-ueberlebende.org/DER-PARITAETISCHE-Gesamtverband-berichtet-.-re-Pressekonferenz-am-21.01.2008-nach-der-3.-Anhoering-vor-dem-Petitionsausschuss-des-Deutschen-Bundestages-re-Ehemalige-Heimkinder.html

2.) re "Ehemalige Heimkinder" @ http://www.heimkinder-ueberlebende.org/Online-DOMRADIO-Bericht-vom-22.01.2008-re-Pressekonferenz-mit-Wissenschaftlern-und-Anwalt-der-ehemaligen-Heimkinder-der-alten-Bundeslaender-nach-3.-Petitionsausschussanhoerung.html

3.) re "Ehemalige Heimkinder" @ http://www.heimkinder-ueberlebende.org/Junge-Welt-online-23.01.2008-.-Bericht-von-Jana-Frielinghaus-.-Tausende-Einzelfaelle-von-systematischer-Misshandlung-und-Arbeitsausbeutung-in-der-damaligen-BRD-Heimerziehung.html

4.) re "Ehemalige Heimkinder" @ http://www.heimkinder-ueberlebende.org/ZIBB-Tatsachenbericht-vom-25.01.2008-.-Entschaedigung-fuer-ehemalige-Heimkinder-.-Beitrag-von-E.Wagner-.-Damalige-Erziehungsheime-sowohl-wie-auch-heutige-Erziehungscamps-in-der-Kritik.html

5.) re "Ehemalige Heimkinder" @ http://www.heimkinder-ueberlebende.org/Artikel-in-Sueddeutsche-Zeitung-.-sueddeusche.de-.-14.11.2007-.-Schleswig-Holstein-.-Ehemaliges-Jugendheim-Glueckstadt-.-Schlaege,-Zwangsarbeit-und-Nazi-Uniformen-bis-1974.html

6.) re "Ehemalige Heimkinder" @ FDP im Deutschen Bundestag – ACKERMANN, MdB: Erlittenes Unrecht ehemaliger Heimkinder anerkennen und aufarbeiten
@ http://www.fdp-fraktion.de/webcom/show_websiteprog.php/_c-649/_lkm-566/_nr-9732/kids-a:1:%7Bi:694%3Bi:5781%3B%7D/i.html
7.) re "Ehemalige Heimkinder" Die Position der GRÜNEN und ihr diesbetreffendes "Eckpunktepapier" vom 24.04.2007 @ http://www.josef-winkler.de/der_presseservice/presse_infos/index.html?no_cache=1&expand=433&cHash=fb5ae91003

Diese Beobachtung wird gemacht von dem ehrenamtlichen Rechercheur und Berichterstatter, "Ehemaliges Heimkind“ und "Engagierter Bürger" Martin Mitchell, Betreiber von Heimkinder-Ueberlebende.org @ www.heimkinder-ueberlebende.org / www.care-leavers-survivors.org
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"Das sind die Weisen, die durch Irrtum zur Wahrheit reisen. Die im Irrtum verharren, das sind die Narren." Friedrich Rückert
 
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#40
Australische Regierung entschuldigt sich. Und die DEUTSCHE Regierung?

Australische Regierung entschuldigt sich. Wann wird DEUTSCHE Regierung diesem Beispiel folgen?

Unter anderen deutschen Medien ...

berichtet die TAZ am 13.02.2008 "Australien entschuldigt sich - Albtraum der Aborigines" @ http://www.taz.de/1/politik/asien/artikel/1/albtraum-der-aborigines/?src=SZ&cHash=592726b515

berichtet die FAZ am 13.02.2008 http://www.faz.net/s/RubDDBDABB9457...7389D58F279EB4DA56~ATpl~Ecommon~Scontent.html "Australien entschuldigt sich bei Aborigines - „Beflecktes Kapitel in der Geschichte unseres Landes“"

berichtet die SUEDDEUTSCHE ZEITUNG am 13.02.2008 "Ureinwohner in Australien - Historische Entschuldigung" @ http://www.sueddeutsche.de/ausland/artikel/74/157653/

berichtet der STERN am 13.02.2008 "Australien - Aborigines akzeptieren Entschuldigung" @ http://www.stern.de/politik/ausland/:Australien-Aborigines-Entschuldigung/611030.html?id=611030

berichtet der TAGESSPIEGEL am 13.02.2008 "Regierungschef entschuldigt sich bei Ureinwohnern" @ http://www.tagesspiegel.de/politik/international/Australien-Aborigines;art123,2475784

Der vollständige Text der Entschuldigung der Australischen Bundesregierung, IN ENGLISCH, ist hier zu finden @ http://news.bbc.co.uk/2/hi/asia-pacific/7242057.stm
Der vollständige Vortrag des australischen Premierministers Kevin Rudd, diesbetreffend, im Australischen Parlament, IN ENGLISCH, ist in der offiziellen Niederschrift im HAZARD zu finden @ http://www.aph.gov.au/house/Rudd_Speech.pdf

Mein Kommentar zu diesem historischen Ereignis in Australien, und zu den deutschen Medien-Reportagen darüber, ist dieser:

Entschuldigung bei denen gegen die man sich vergangen hat.
Was die Entschuldigung der Australischen Bundesregierung bei den australischen Ureinwohnern betrifft, so ist dies ein willkommener ERSTER SCHRITT !!!

Ehemalige Heimkinder der alten Bundesländer wollen wissen:

Und wann wird sich die DEUTSCHE Bundesregierung bei IHREN Opfern entschuldigen, den vielen Hunderttausenden der ihren Eltern entrissenen und institutionalisierten Kinder und Jugendlichen, misshandelt und ausgebeutet in der damaligen Heimerziehung in kirchlichen sowohl wie auch staatlichen Heimen und FÜRSORGEANSTALTEN im "Wirtschaftswunderland Westdeutschland"?

Von der DEUTSCHEN Bundesregierung hört man nur ohrenbetäubendes Schweigen diesbetreffend !

Dieser Beitrag wurde getätigt von einem solchen "Ehemaligen Heimkind", Martin Mitchell, der vor 43 Jahren nach Australien ausgewandert war um diesen Qualen, dieser Folter und dieser Ausbeutung in DEUTSCHEN FÜRSORGEHÖLLEN zu entkommen. Heute ist Martin Mitchell (seit dem 17.06.2003) der Betreiber der unabhängigen Webseite Heimkinder-Ueberlebende.org – ausschließlich eine nichtkommerzielle, ehrenamtlich von einem 61-jährigen (am 28.07.1946 in West-Berlin geborenen) "Ehemaligen Heimkind" betriebene Heimerziehungsforschung.s-, Geschichtsaufarbeitung.s-, Aufklärung.s- und Hilfeleistung.s- Webseite, die wertvolle Öffentlichkeitsarbeit leistet – die über jede der folgenden Domain-Namen aufrufbar ist: www.heimkinder-ueberlebende.org / www.heimkinder-ueberlebende.info / www.care-leavers-survivors.org / www.care-leavers-survivors.info / www.care-leavers-survivors.net / www.diakoniefreistatt.de.vu / www.freistatt.de.vu / www.heimkinder.eu / www.heimkinder-community.eu / www.ex-heimkinder.eu ; und dazu gehört auch der "Ehemalige Heimkinder" Blog @ www.heimkinderopfer.blogspot.com und der "Heimkinderopfer2 Blog" @ www.heimkinderopfer2.blogspot.com .

Und falls die DEUTSCHE Bundesregiering nicht weiß was es mit solch einer ENTSCHULDIGUNG auf sich hat oder wie man sich unter den gegebenen Verhältnissen und Umständen entschuldigt, kann sich die DEUTSCHE Bundesregiering, u.a., hier darüber informieren (bedarf aber guter ENGLISCH-Kenntnisse):

1.) "How to Apologize for Serious Wrongdoing against Children in Institutional Care" : "Institutional Child Abuse - Apologising for Serious Wrongdoing: Social, Psychological and Legal Considerations" @ http://web.archive.org/web/20031228....gc.ca/en/themes/mr/ica/2000/html/apology.asp

2.) Menschenwürde zurückgeben : "Restoring Dignity - Responding to Child Abuse in Canadian Institutions" : "Law Commission of Canada, Restoring Dignity: Responding to Child Abuse in Canadian Institutions", u.a. jetzt auch hier zu finden @ http://www.austlii.edu.au/au/journals/MurUEJL/2001/28.html ; und siehe auch hier @ http://dspace.dal.ca/dspace/bitstream/10222/10439/1/Restoring Dignity Report Summary EN.pdf und hier @ http://humanrights.gov.au/social_justice/conference/movingforward/speech_desrosiers.html

3.) "The Politics of Official Apologies", Melissa Nobles, ISBN 9780521872317, Cambridge University Press, Buch-Angebot und kurze Rezensionen @ http://www.cambridge.org/us/catalogue/catalogue.asp?isbn=9780521872317

Ich hoffe der DEUTSCHEN Bundesregierung hiermit geholfen zu haben sich ebenfalls dazu zu entscheiden sich bei IHREN Opfern zu entschuldigen.
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#41

HartzDieter

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#42
Ich vermute mal Du meinst "Bambule"..lange Zeit in den Archiven verschwunden,denn die Drehbuchautorin war eine bekannte Terroristin.
Oder vielleicht "Magdalene Sisters"...beides sehenswerte Filme.
Du meinst wohl die Meinhof. Abgesehen davon, daß ich ihre politische Handlungsweise nicht gut heiße, waren ihre Thesen sehr passend, besonders auf die Jetzzeit sehr zutreffend.
Die Meinhof war 'ne Terroristin, die barmherzige Schwester war...??!!??

Der Meinhof gehört der Literaturpreis nachträglich gegeben.
 

Nrw_Lady

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#44
Horror 1953-1965

leider fing auch mein Leben in so einem Heim an.Es gab zwar keine realen Leichen,aber jede Menge im Keller.Ich mag diese ganzen Horrorgeschichten hier nicht aufzählen,nur haben sie mich mein ganzes Leben lang begleitet....die wievielte Therapie ich hinter mir habe...ich werde zwar nicht ständig daran erinnert,aber sobald ich solche Schicksale lese,dann kommen auch wieder alte Bilder in mir hoch.Leider sind diese Grausamkeiten in meinen Fall verjährt,aber oft wünsche ich mir diese Personen von Angesicht zu Angesicht um ihnen meine ganze Wut in ihre Fratzen zu schleudern....:icon_kotz2:
 

ofra

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#47
Das Drama weitet sich aus ...

bereits mehr als hundert betroffene opfer melden sich, auch aus anderen ländern:

Leichenspürhunde schlugen wieder an

offenbar wurde hier jahrzehntelang gezielt vertuscht und verschwiegen! bereits ab 1945 vereinzelte hinweise und nichts wurde unternommen.
 
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#48
Ehemalige Heimkinder der alten Bundesländer berichten in der Münchener Abendzeitung

Ausagen von drei ehemaligen Heimkindern der alten Bundesländer in der Münchener Abendzeitung:

MÜNCHENAbendzeitung 20. / 21.03.2008( Seite 14 ). Ein Artikel von Natalie Kettinger. Ehemalige Heimkinder: Drei Männer erinnern sich an ihre Leidenszeit in christlichen Heimen: »Die Erzieher damals - das waren Tiere«.

@ MÜNCHEN – Abendzeitung 20. / 21.03.2008 ( Seite 14 ). Ein Artikel von Natalie Kettinger. Ehemalige Heimkinder: Drei Männer erinnern sich an ihre Leidenszeit in christlichen Heimen: »Die Erzieher damals - das waren Tiere«.

... verglichen, ebenfalls, mit den Ereignissen in zumindest einem solchen Kinderheim auf der britischen Kanalinsel Jersey, wo es jahrzehntelang zu Misshandlungen und Vergewaltigungen gekommen war. Und genauso wie in Deutschland, waren es auch dort keine "Einzelfälle".

"Die Leichen" - d.h. die verscharrten menschlichen Überreste von Kindern, Jugendlichen, und jungen Erwachsenen - auf Geländen damaliger deutscher Heime - sind noch zu finden. Noch hat sich keiner in Deutschland bemüht dieser Sache nachzugehen.
________________________________________________

In Deutschland gilt derjenige der auf die Missstände von gestern oder auch die von heute hinweist als viel gefährlicher als derjenige, der für diese Missstände die Verantwortung trägt und dafür zur Rechenschaft gezogen werden sollte.
 
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#49
Meine zwei Halbschwestern können über die Vorkommnisse ein Lied singen. Beide waren durch einen üblen Rosenkrieg zwischen unserem Vater und seiner ersten Frau massiv geschädigt und die Hilfe der Behörden bestand darin meinem Vater die Kinder wegzunehmen und "in ein Heim zu stecken". Meine Mutter, die zweite Frau meines Vaters (Nicht Ursache der Scheidung!) hat alle Hebel in Bewegung gesetzt die Kinder herauszuholen, was ihr auch gelang. Aber was in der Zeit bis sie sich durchgesetzt hatte, dort alles geschehen war, das füllt dicke Bände. Meine beiden Schwestern leiden noch heute unter den Folgen dieser Zeit.

Wer aber glaubt, daß solch übles Verhalten "nur in den Heimen" vorkam, der irrt gewaltig. In der damaligen Zeit war es selbst in Kindergärten und Kinderhorten noch üblich zu Prügeln. Auch hier wurden Kinder und Jugendliche als kostenlose Arbeitskräfte mißbraucht und mußten beispielsweise die Räume reinigen. Man sparte sich das Putzpersonal komplett ein. Besonders taten sich damals hier in Nürnberg Ordensschwestern hervor, die keinerlei Unrechtsbewußtsein an den Tag legten, wenn sie denn auf die Vorkommnisse angesprochen wurden. Die Staatsanwaltschaft Nbg. machte dem auf Betreiben der Eltern ein Ende.
 
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#50
Misshandlungen in kirchlichen Heimen - Entschädigung für ehemalige Heimkinder !

Demokratie ist ein wertvolles Geschenk, das jeden Tag erneut verteidigt werden muß!
...was mich dann in dem in der dortigen Abbildung enthaltenen Link www•vorratsdatenspeicherung.de, zu diesem wertvollen Link hinführte: Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! - Startseite

Danke sehr Tom !!!


Misshandlung in kirchlichen und staatlichen Heimen - Entschädigung für ehemalige Heimkinder !!!

[ Künast: Entschädigung für ehemalige Heimkinder ZRP 2008 Heft 2, Seite 33-36 ]

Entschädigung für ehemalige Heimkinder*

[ von Rechtsanwältin Renate Künast, MdB, Berlin, 29.02.2008 ]

Die Heim- und Fürsorgeerziehung der Nachkriegszeit hat Kinder und Jugendliche in ihren Menschenrechten verletzt. Die Entschädigungsansprüche im geltenden Recht sind aus der Sicht der Betroffenen nicht zufriedenstellend. Erforderlich sind deutliche Verbesserungen im Rentenrecht sowie die Einrichtung einer Stiftung, die sich den Betroffenen annimmt.

I. Ausgangslage

„Wenn Du nicht brav bist, kommst du ins Heim“ - wer in den 50er oder 60er Jahren in der Bundesrepublik groß geworden ist, dürfte diese Drohbotschaft kennen1. Was sich dahinter verbarg, rückt erst nach und nach wieder ins gesellschaftliche Bewusstsein: eine Erziehung der harten Hand bis hin zu gefängnisähnlichen Zuständen in den Heimen der damaligen Zeit2.

Ehemalige Heimkinder, die ihr Schweigen gebrochen haben, berichten über seelische und körperliche Misshandlungen3. Sie beschreiben ausgeklügelte Strafsysteme mit Arrestzellen, berichten von lückenloser Überwachung rund um die Uhr, von Briefen, die zurückgehalten oder zensiert wurden. Ihre Schulbildung wurde zu Gunsten von Arbeitseinsätzen vernachlässigt, die geleistete Arbeit gar nicht oder nur mit geringsten Beträgen entlohnt, Beiträge für die Sozial- und Rentenversicherung wurden nicht gezahlt4. Die Einweisung in die Heime erfolgte häufig unter Angabe von Gründen wie Arbeitsbummelei, sittliche Verwahrlosung oder Herumtreiberei und auf Grund von Denunziation. Besonders berüchtigt waren die Verletzungen der Menschenwürde in Fürsorgeeinrichtungen wie Glückstadt5.

Die Zustände in den Heimen von damals können als Warnung dienen, wenn in aktuellen politischen Debatten um Jugendgewalt nach harten Strafen für Minderjährige gerufen wird. Dass eine Erziehung in Drangsal nicht hilfreich ist, davon legen die Betroffenen Zeugnis ab. Viele ehemalige Heimkinder leiden noch heute unter dem Erlebten. Manche von ihnen sind traumatisiert und brauchen professionelle Hilfe. Erst nach und nach bricht die Mauer des Verschweigens, angestoßen auch von den Veröffentlichungen in den Medien.

II. Einfach eine andere Zeit?

In der Bundesrepublik war Rechtsgrundlage für die Einweisung Minderjähriger in „Erziehungseinrichtungen“ bis zum Inkrafttreten des Achten Buchs Sozialgesetzbuch - Kinder- und Jugendhilfe- (SGB V III) vom 1. 1. 1991 das Reichsjugendwohlfahrtsgesetz aus dem Jahre 1922 6. Dieses Gesetz wurde 1961 durch das Jugendwohlfahrtsgesetzes abgelöst. Nach § 62 RJWG/JWG diente die Fürsorgeerziehung „… der Verhütung oder Beseitigung der Verwahrlosung und wird in einer geeigneten Familie oder in Erziehungsanstalten unter öffentlicher Aufsicht und auf öffentliche Kosten durchgeführt“7. Heimaufsicht und Heimerziehung waren bis dahin überhaupt nicht gesetzlich geregelt. Auch das änderte sich erst mit der zitierten Gesetzesnovelle des Jahres 1961 8.

In der früheren DDR war die autoritäre Praxis durchaus vergleichbar, wobei allerdings kirchliche Stellen als Träger dieser staatlichen Einrichtungen keine Rolle spielten. Die Heime waren als Spezialheime für „Schwererziehbare“ angelegt, in die Kinder und Jugendliche auf Antrag örtlicher Organe der Jugendhilfe über die Bezirkseinweisungsstelle bei der zentralen Einweisungsstelle eingewiesen wurden9. Die Methoden der Erziehung waren dabei autoritär und auf Anpassung und Gehorsam ausgerichtet. Es gab im Hinblick auf die Härte der

[ 34 ]

Lebensbedingungen in Ost und West eine klare Hierarchie. Einrichtungen wie Glückstadt (West) und Torgau (Ost) waren gleichsam Schreckgespenster, mit denen gedroht wurde, um Jugendliche gefügig zu machen. Besonders dramatisch waren die Zustände in den Jugendwerkhöfen der DDR 10. Insbesondere die Zustände in Torgau waren gekennzeichnet durch schwerste Menschenrechtsverletzungen, die sogar dazu führten, dass sich Insassen das Leben nahmen.

Warum diese drastischen Maßnahmen gegenüber Kindern und Jugendlichen? Nur einen Teil der Antwort kann die Situation der Nachkriegsjahre geben: Die Heimerziehung musste Kriegswaisen versorgen, sich um zerrüttete Familien kümmern und den Mangel der Nachkriegszeit verwalten11. Viele Familien wurden in den Wirren der Kriegs- und Nachkriegszeit auseinandergerissen, Millionen waren vertrieben worden und mussten sich eine neue Bleibe suchen. Dass der Lebensstandard in den Heimen aus heutiger Sicht niedrig war, ist aber nicht Kern des Problems. Die Verhältnisse in den Einrichtungen waren geprägt von Autoritätsglaube, extrem harten Erziehungsmethoden und einem konservativen Familienbild. Es erscheint heute unfassbar, dass in der Bundesrepublik erst 1980 der Begriff der „elterlichen Gewalt“ durch die „elterliche Sorge“ ersetzt wurde12. Die bis zur Reform geltende Verwendung des Gewaltbegriffs in § 1626 BGB war keineswegs symbolisch, sondern der Ausdruck eines auf Gehorsam und Unterordnung begründeten Gesellschafts- und Familienbildes. Bis zu dieser Reform hatte der Vater nach § 1626 Nr. 3 BGB (a.F.) „kraft der elterlichen Gewalt das Recht und die Pflicht für die Person und das Vermögen des Kindes zu sorgen“.

Dieses Verständnis und das dahinterstehende Bild von Kindern waren konstitutiv für die öffentliche Erziehung dieser Zeit. Es greift deshalb zu kurz, die Misshandlungen als Einzelfälle abzutun und davon zu sprechen, es habe in diesen Heimen „offenbar auch einzelne Mitarbeitende gegeben, die körperliche Gewalt bzw. Züchtigung als Mittel der Erziehung über das damals Übliche hinaus eingesetzt haben“13. Vielmehr beruhten die Praktiken in den Heimen auf den insgesamt harten Erziehungsvorstellungen der Gesellschaft. Dennoch waren sie schon nach damaligem Recht brutal und menschenrechtswidrig. Vom Stand der erziehungswissenschaftlichen Fachdiskussion waren sie auch damals schon überholt. Es darf nicht in Vergessenheit geraten, dass die vom Grundgesetz verbürgte Menschenwürde seit 1949 gilt. Die gesetzlichen Grundlagen der Jugendfürsorge nach dem Zweiten Weltkrieg wurden indes nur sehr zögerlich den Vorgaben des Grundgesetzes angepasst. Sie unterschieden sich wesentlich von den Regelungen, wie wir sie heute kennen14.

III. Wer ist verantwortlich?

80% der Einrichtungen wurden in der Verantwortung der beiden großen christlichen Kirchen betrieben. Im katholischen Bereich waren bis in die 1970er Jahre hinein hauptsächlich Stiftungen, Ordensgemeinschaften, kirchliche Vereine und Kirchengemeinden tätig. In einigen Fällen waren nach Angaben der Kirchen auch Ordensleute in kommunalen Einrichtungen tätig15. Für die evangelische Kirche lag die Trägerschaft überwiegend in den Händen von Vereinen und Stiftungen. Auch hier waren vereinzelt Diakonissen und Diakone in den Heimen öffentlicher Träger beschäftigt16.

Aber nicht allein die kirchlichen Träger, auch Exekutiven und der Gesetzgeber müssen sich schwere Versäumnisse vorwerfen lassen. Im Reichsjugendwohlfahrtsgesetz (RJWG) waren weder die Heimerziehung noch die Heimaufsicht überhaupt gesetzlich geregelt17. Das änderte sich erst mit der Novelle des Gesetzes im Jahre 1961, als ein Kapitel mit dem Titel „Heimaufsicht und Schutz von Minderjährigen unter 16 Jahren in Heimen“ als Abschnitt VII in das Jugendwohlfahrtsgesetz (JWG) eingefügt wurde18. Erst seit diesem Zeitpunkt existiert überhaupt eine Heimaufsicht. Frühere Versuche, die schon damals als unhaltbar beschriebenen Verhältnisse durch eine verbesserte Aufsicht in den Griff zu bekommen, waren nicht zuletzt auch am Widerstand der Kirchen gescheitert, die staatliche Einflussnahme in ihre Einrichtungen ablehnte. Der Gesetzgeber von heute muss sich die Versäumnisse der Heimaufsicht ebenso zurechnen lassen, wie deren verspätete Einrichtung. Die Bundesländer erließen zwar nach und nach Richtlinien für die Erziehung, doch wurde die Umsetzung nicht kontrolliert, sondern den einzelnen Heimen überlassen19.

IV. Forderungen ehemaliger Heimkinder

Die Betroffenen sind inzwischen aktiv geworden. Der Verein ehemaliger Heimkinder e.V. hat sich im Jahr 2004 als Interessengemeinschaft gegründet20. Trotz seiner schwierigen finanziellen Situation ist er heute Anlaufstelle für Betroffene und politische Interessenvertretung zugleich. Die Hauptforderungen des Vereins sind Entschuldigungen seitens der Verantwortlichen, eine angemessene Entschädigung der Betroffenen und die historische Aufarbeitung der Heimerziehung.

Eine Anerkennung geschehenen Unrechts müsste sowohl von Bund und Ländern als auch von den kirchlichen und anderen Trägern ausgehen. Eine finanzielle Unterstützung wäre außerdem Symbol für die Anerkennung des erlittenen Unrechts durch Staat und Gesellschaft. Eine systematische historische Aufarbeitung ist unerlässlich. Sie müsste beginnen mit dem Stopp der Aktenvernichtung bei Trägern und Behörden und der Sicherung und Archivierung des noch vorhandenen Materials. Einen kleinen Funken Hoffnung bringt, dass innerhalb der Kirchen mit der historischen Aufarbeitung der Geschehnisse begonnen wurde. Den Vorschlag des Vereins ehemaliger Heimkinder, einen runden Tisch einzurichten, haben die Kirchen als größte ehemalige Träger bis heute aber nicht aufgegriffen. Ein solches Gremium, das ehemalige Träger, staatliche Stellen und Betroffene an einen Tisch bringen soll, könnte die Verständigung entscheidend voranbringen.

[ 35 ]

Festzustellen ist: Bei den Verantwortlichen in öffentlichen und privaten Stellen finden die Betroffenen noch immer nicht ausreichend Gehör. Hier wiederholt sich eine Erfahrung, die auch andere Betroffenengruppen machen mussten: Rechtsansprüche können in der Zwischenzeit verjährt sein, Akten sind nicht mehr greifbar und die Täter von damals können sich auf Verjährung berufen.

Es kommt daher darauf an, Lösungen zu finden, die die Menschen nicht zur Bittstellerei zwingen und sie von der Gunst Einzelner abhängig machen. Die Betroffenen brauchen dringend ernsthafte Reaktionen. Jeder weiß, wie wichtig es für die persönliche Bewältigung eines solchen Schicksals ist, ernst genommen zu werden.

V. Mögliche Ansprüche nach geltendem Recht

Die Betroffenen fragen zu Recht, was der Rechtsstaat für sie tut oder tun kann. Ansprüche auf der Grundlage des geltenden Rechts sind nur sehr schwer durchsetzbar. Klagen der Betroffenen haben nach geltendem Recht bei allen in Betracht kommenden Anspruchsgrundlagen eines gemein: Sie bedürfen einer sehr genauen Beweisführung anhand vorliegender Akten. Gerade der Schädigungsnachweis muss individuell geführt und nachgewiesen werden. Die Betroffenen werden - unbeschadet möglicher materiell-rechtlicher Ansprüche - in jedem Fall aus den Akten oder weiteren Unterlagen ihre Ansprüche begründen müssen21. Das wäre nur unter großen Mühen, hohen Kosten und begleitet von schweren seelischen Strapazen möglich. Vielleicht aber auch gar nicht, weil sich manche Geschehnisse kaum noch beweisen lassen.

1. Staatshaftung

Die Staatshaftung setzt ein konkret zurechenbares schuldhaftes Verhalten staatlicher Stellen voraus. Die Rechtsprechung des BGH hat im Grundsatz die Amtshaftung wegen Pflichtverletzungen des Jugendamts anerkannt22. Dennoch dürfte die Durchsetzung entsprechender Ansprüche schon auf Grund der insgesamt wenig bürgerfreundlichen und antiquierten gesetzlichen Regelungen nach Art. 34 GG i.V. mit § 839 I BGB wohl nur in Ausnahmefällen möglich sein. Die größtenteils weit über 30 Jahre zurückliegenden Ereignisse würden angesichts verschwundener Akten, nicht mehr ermittelbarer Täter und auch teilweise nicht mehr existierender Strukturen die Ansprüche der Betroffenen in den meisten Fällen ins Leere laufen lassen.

Die staatliche Heimaufsicht wurde zudem erst im Jahre 1961 eingeführt. Die Heime selbst wurden größtenteils von freien Trägern unterhalten und nicht von staatlichen Stellen. Für die Durchsetzung von Haftungsansprüchen fielen in diesen Fällen die Skandale der 1950er Jahre von vornherein unter den Tisch.

Hinzu kommt die Verjährung der Ansprüche, für die nach § 195 BGB die dreijährige Frist für die Verjährung gilt. Zwar gilt für die Hemmung durch Klagerhebung die Regelung des § 204 BGB. Danach kommt es nicht allein auf die Schadensersatzklage an, sondern auch auf die Erhebung des Widerspruchs oder verwaltungsgerichtlichen Verfahrens.

2. Ansprüche aus unerlaubter Handlung

Die Verjährungsproblematik stellt sich auch hier. Ansprüche aus unerlaubter Handlung verjähren regelmäßig nach 3 Jahren, spätestens nach 30 Jahren; das gilt auch für Schadensersatzansprüche aus unerlaubter Handlung (§§ 195, 199 BGB). Ohne Rücksicht auf die Kenntnis oder fahrlässige Unkenntnis des Gläubigers bei Personenschäden läuft die Frist 30 Jahre nach Begehung der Tat und bei sonstigen Schäden. Das gilt auch für den gesetzlichen Anspruch auf ein Schmerzensgeld. Dieser Anspruch entsteht Ende des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist. Der Gläubiger muss zudem Kenntnis vom Anspruchsgrund und der Person des Schuldners erlangt haben oder erlangen können.

Das heißt für die Heiminsassen, dass die besonders gravierenden Fälle der 1950er und 1960er Jahre auch hier wiederum unberücksichtigt bleiben dürften. Ob im Einzelfall doch die BGB-Vorschriften der §§ 204ff. über Ablaufhemmung und Neubeginn der Verjährung greifen könnten, ist im Einzelfall anhand der Akten zu prüfen. Hier könnte möglicherweise in bestimmten Fällen die Vorschrift des § 208 BGB über die Hemmung der Verjährung bei Ansprüchen wegen Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung greifen.

3. Opferentschädigungsgesetz

Das Opferentschädigungsgesetz gewährt einen Anspruch für gesundheitliche Schäden und wirtschaftliche Folgen auf der Grundlage des Bundesversorgungsgesetzes, wenn diese durch einen vorsätzlichen, rechtswidrigen und tätlichen Angriff erfolgen23. Daraus muss ein Gesundheitsschaden hervorgerufen sein. Der Bereich der Zwangsarbeit ist damit überhaupt nicht erfasst.

Das Opferentschädigungsgesetz leistet finanzielle Hilfe bei der Krankenhaus- oder Arztbehandlung. Es schafft auch die Voraussetzungen für eine Beschädigtenrente. Das Opferentschädigungsgesetz schafft aber keinen Anspruch auf Schmerzensgeld. Ein Ausgleich für Sach- und Vermögensschäden ist ebenfalls nicht vorgesehen. Zudem hat es bisher noch keine Verurteilung wegen der Übergriffe auf Heimbewohner gegeben. Diese sind ohnehin verjährt. Von daher müssen die Erfolgsaussichten für die Betroffenen, Leistungen aus diesem Gesetz zu bekommen, realistisch eingeschätzt werden.

4. Ausgleich im Rentenrecht

In jedem Einzelfall muss vom Rentenversicherer geprüft werden, ob nicht für die Betroffenen beispielsweise Lehrverträge geschlossen wurden, die rentenrechtlich abgesichert sind. Das war vor allem in den 1970er Jahren vereinzelt der Fall. Bei Vorliegen dieser Voraussetzungen können sich heute Leistungsansprüche aus der Rentenversicherung ergeben.

In der übergroßen Zahl der Fälle dürften wir es aber weder mit regulären Arbeitsverhältnissen, noch mit Ausbildungsverhältnissen zu tun haben, sondern mit erzwungener Arbeit. Nach den Regeln des deutschen Rentenrechts werden Renten aber nur für reguläre „freiwillige“ Beschäftigungsverhältnisse bezahlt. Die Arbeit darf nicht unter Zwang erfolgt sein. Auch wenn nach heutigem Recht die Betroffenen nach § 1 SGB VI einen Versicherungsanspruch hätten, gilt dies nicht für die frühren „Fürsorgezöglinge“. Nach damaligem Verständnis handelte es sich bei der Zwangsarbeit um eine „Erziehungsmaßnahme“ und nicht um eine Erwerbs- oder Ausbildungstätigkeit. Die Arbeit wurde dabei auch als Beitrag zur Refinanzierung der Einrichtungen angesehen (!).

Das Problem der fehlenden Rentenansprüche für Zwangsarbeit ist keineswegs neu. So hat die Bundesregierung noch am 19. 9. 2007 eine Richtlinie zur Ghetto-Arbeit beschlossen, die eine Einmalzahlung vorsieht für diejenigen, die keine Rentenzahlungen nach dem Gesetz zur Zahlbarmachung von Renten aus Beschäftigungen in einen Ghetto (ZRBG)

[ 36 ]

erhalten, weil ihre Ghetto-Arbeit nicht die Merkmale eines Beschäftigungsverhältnisses aufweist24.
Ein möglicher Ansatz für die Betroffenen könnte die Nachzahlungsvorschrift des § 205 SGB VI sein. Diese Regelung sieht vor, dass bei zu Unrecht erlittenen Strafverfolgungsmaßnahmen die entschädigungspflichtige Strafverfolgungsbehörde Beiträge nachzahlt, die dann als Pflichtbeiträge anerkannt werden. Diese Regelung ist aber sehr eng gefasst. Die Betroffenen müssen zuvor einen Anspruch auf Entschädigung für zu Unrecht erlittene Strafverfolgungsmaßnahmen rechtskräftig feststellen lassen.

Die Regelung des § 205 SGB VI weist in die richtige Richtung. Der Gesetzgeber sollte durch eine Klarstellung im Gesetz festlegen, dass die Nachzahlungsvorschrift auch für diejenigen Anwendung findet, die im Rahmen ihrer Unterbringung in einer Fürsorgeeinrichtung gezwungen wurden, zu arbeiten.

VI. Eine Stiftung als vielversprechende Lösung

Angesichts dieser rechtlichen Hindernisse bei Entschädigung auf Grundlage der bestehenden gesetzlichen Regelungen erscheint ein Stiftungsmodell als beste Lösung. Es hat den Vorteil der größten Zielgenauigkeit. Anerkannte Vorbilder wie die Zwangsarbeiterstiftung existieren. Zudem könnten die Träger, insbesondere Kirchen, Bund und Länder nach einem bestimmten Kostenschlüssel einzahlen und gemeinsam mit den Betroffenen Verantwortung in der Stiftung übernehmen. Darüber hinaus wird es erforderlich sein, auch jene Unternehmen und Kommunen mit in die Verantwortung einzubeziehen, die seinerzeit von Heimkindern als billige Arbeitskräfte profitiert haben. Möglich wäre dabei auch - anders als bei der „Rentenlösung“ - die Konzentration der Mittelvergabe auf die Betroffenen, die in besonders verwerflicher Weise behandelt wurden und heute noch stark darunter leiden, auch an den wirtschaftlichen Folgen.

Das Beispiel der Entschädigung für die Insassen des Jugendwerkhofs Torgau zeigt einen Weg auf. Nach einer Entscheidung des KG Berlin war die Unterbringung von Jugendlichen dort grundsätzlich rechtsstaatswidrig25. Das Gericht hat seine Entscheidung auf die § 1 und 2 des Strafrechtlichen Rehabilitierungsgesetzes gestützt, das die Entschädigung von Opfern rechtsstaatswidriger Strafverfolgungsmaßnahmen in der früheren DDR vorsieht. Die Übertragung der Unrechtsbereinigungsgesetzgebung auf den Westen ist zwar nicht möglich. Dennoch ist es unbillig, andere Betroffene, ob in Ost oder West, leer ausgehen zu lassen. Das hier vorgeschlagene Stiftungsmodell bietet eine gute Chance, eine unbürokratische Regelung zu finden. Es darf dabei nicht außer Acht bleiben, dass es nicht allein um einen finanziellen Ausgleich geht, sondern um die Anerkennung erlittenen Unrechts durch den Staat. Die Einrichtung einer Stiftung wäre ein solcher Schritt auf die Betroffenen zu.

Es geht aber nicht allein um individuelle finanzielle Entschädigungsleistungen, nicht allein um Entschuldigungen. Viele Betroffene benötigen heute noch ganz konkrete Hilfe bei der Bewältigung ihrer Gegenwart und Zukunft. Das gilt gerade auch für die dringend notwendige Versorgung in den Fällen der Traumatisierung. Hier sind menschliche Zuwendung, gezielte therapeutische Hilfe und deren ausreichende Finanzierung unerlässlich. Ein Fonds könnte unbürokratisch Hilfen in bestimmten Lebenslagen gewähren und beispielsweise Therapien finanzieren, deren Bezahlung von den Krankenkassen verweigert wird. Notwendig ist aber auch eine weitere Beratung und Betreuung.

Im Interesse der Betroffenen, aber auch der Gesellschaft, muss die Vergangenheit aufgearbeitet und dokumentiert werden. Das gilt für die Situation in der alten Bundesrepublik ebenso wie für die frühere DDR. Diese Arbeit kann nur von wissenschaftlich qualifiziertem Personal geleistet werden und ist am besten in einer öffentlich-rechtlichen Stiftung aufgehoben. Jenseits der Stiftungsfrage brauchen wir eine überzeugend ausgesprochene und gesellschaftlich transparent gemachte moralische Rehabilitierung der Betroffenen, die nur von den zuständigen staatlichen Stellen und den ehemaligen Trägern ausgesprochen werden kann. Nicht die Gerichte, sondern das Parlament ist hier in der Pflicht, das vergangene Unrecht anzuerkennen und sein jahrzehntelanges Verschweigen zu beenden.

Die Beratungen des Petitionsausschusses über die vorgelegte Petition ehemaliger Heimkinder sind noch nicht abgeschlossen. Ich hoffe, dass der Petitionsausschuss hier endlich initiativ wird. Ziel könnte ein Beschluss sein, der den Bundestag auffordert, ein Gesetz zur Einrichtung einer öffentlich-rechtlichen Stiftung zu verabschieden. Wünschenswert wäre bei diesem Thema, das uns alle angeht, eine Initiative aller im Bundestag vertretenen Parteien.

1 Nach Schätzungen wurden in dieser Zeit insgesamt weit über 500000 Kinder und Jugendliche in Heime eingewiesen. (Report Mainz am 17. 9. 2007, http://www.swr.de/report/-/id=233454/nid=233454/did=2590106/h1stsw/index.html , zuletzt aufgerufen am 14. 12. 2007). Diese Zahl bezieht sich nur auf die alte Bundesrepublik.

2 Die Berichte von Betroffenen im Buch „Schläge im Namen des Herrn“ haben das Thema erstmalig einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht. (Wensierski, Schläge im Namen des Herrn, 2006).

3 Ein Durchbruch für die Betroffenen war hier die Anhörung im Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages am 11. 12. 2006, Protokoll Nr. 16/23.

4 Beispielhaft wird von einem Heim berichtet, nach dessen Angaben der Arbeitseinsatz von 45 Jugendlichen in der Industrie jeden Monat 5000 Mark gebracht habe. Dieses Geld sei dann direkt auf das Heimkonto geflossen. Die Betroffenen gingen leer aus. (Report Mainz am 17. 9. 2007).

5 Dazu aktuell: TAZ v. 18. 1. 2008.

6 Das RJWG wurde am 9. 7. 1922 verabschiedet und trat am 1. 4. 1924 in Kraft (Reichsgesetz für Jugendwohlfahrt, RGB 1922, 633).

7 Dazu im Einzelnen die Ausarbeitung des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages zur Situation ehemaliger Heimkinder in den alten Bundesländern von 1945 bis in die 1970er Jahre, WD 7-058/07 mit weiteren Quellenangaben, S. 7ff.

8 Darauf geht der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages mit zahlreichen weiteren Verweisen näher ein.

9 Hannemann, Heimerziehung in der DDR, in: Materialien der Enquête-Kommission „Aufarbeitung von Geschichte und Folgen der SED-Diktatur in Deutschland“ (12. Wahlperiode des Deutschen Bundestages), Herausgegeben vom Deutschen Bundestag, Band III/2, S. 1207/1221.

10 „Schlimmer als Knast - Die Jugendwerkhöfe der DDR“, MDR, Sendung v. 20. 3. 2005, zuletzt aktualisiert: 9. 8. 2006; http://www.mdr.de/nah_dran/1769717.html .

11 Auf die zeitgeschichtlichen Rahmenbedingungen verweisen die Bevollmächtigte des Rates der EKD und das Kommissariat der Deutschen Bischöfe in einem gemeinsamen Brief an die Vorsitzende des Petitionsausschusses des Deutschen Bundestages v. 27. 3. 2007.

12 Gesetz zur Neuregelung des Rechts der elterlichen Sorge (SorgeRNG) v. 18. 7. 1980, Art. 9 § 2; BGBl I 1979, S. 1061.

13 Stellungnahme der Deutschen Bischofskonferenz (Bereich Kirche und Gesellschaft) an den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages v. 13. 9. 2006. Auch in der Stellungnahme der Gemeinsamen Stellungnahme des Bevollmächtigten des Rates der DKD und des Kommissariats der Deutschen Bischöfe an den Petitionsausschuss des Bundestages ist nur von Einzellfällen die Rede. Eine systematische Verletzung der Rechte der Betroffenen wird verneint.

14 Zur Situation ehemaliger Heimkinder in den alten Bundesländern von 1945 bis in die 1970er Jahre - Rechtliche Rahmenbedingungen hinsichtlich elterlicher Sorge, Fürsorgeerziehung und Heimeinweisung - Deutscher Bundestag, Wissenschaftliche Dienste, WD 7 - 058/07.

15 Brief des Bevollmächtigten des Rates der EKD und des Kommissariats der Katholischen Bischöfe v. 27. 3. 2007.

16 Brief des Bevollmächtigten des Rates der EKD, o.Fußn. 15.

17 Reichsgesetz für Jugendwohlfahrt in der Fassung v. 9. 7. 1922, RGBl, S. 633.

18 Neufassung des JWG v. 11. 8. 1961, BGBl I 1961, 1205 durch das Gesetz zur Änderung und Ergänzung des Reichsjugendwohlfahrtsgesetzes in der Bekanntmachung v. 16. 8. 1961, BGBl I 1961, 1193.

19 Wensierski (o.Fußn. 2), S. 57.

20 S. die Internetadresse des Vereins: www.veh-ev.org .

21 Diese Auffassung formuliert sehr klar das Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen in einem Brief v. 13. 9. 2007 an einen Betroffenen (liegt der Autorin vor).

22 BGH, Urt. v. 21. 10. 2004 - AZ III ZR 254/03.

23 Opferentschädigungsgesetz in der Fassung der Bekanntmachung v. 7. 1. 1985 (BGBl I, 1), zuletzt geändert durch Art. 2 des Gesetzes v. 19. 6. 2006 (BGBl I, 1305), neu gefasst durch Bek. v. 7. 1. 1985, I 1; zuletzt geändert durch Art. 2 G v. 19. 6.2006, I 1305.

24 Richtlinie der Bundesregierung über eine Anerkennungsleistung an Verfolgte für Arbeit in einem Ghetto, die keine Zwangsarbeit war und bisher ohne sozialversicherungsrechtliche Berücksichtigung geblieben ist v. 1. 10. 2007 (Bundesanzeiger Nr. 186, S. 7693 v. 5. 10. 2007).

25 NStZ 2005, 154 L = NJW 2005, 469.

[ *Die Autorin ist Vorsitzende der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. ]
 
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#51
AW: Heim

Nun gut, möglicherweise ist auf dem "Rechtsweg" tatsächlich "nichts mehr zu machen", da die "Verjährung" eingetreten ist (wie passend!).
Selbst wenn ein junges Mädchen tatsächlich frühzeitig den Mund aufmacht: es wird unter den Teppich gekehrt, man stempelt sie zur Lügnerin... ich kenne eine Fall da wurde so ein Mädchen nach einer Vergewaltigung durch den Heimerzieher schwanger: man hätte nur die Vaterschaft feststelen müssen, sie hatte einen Namen genannt...
nicht ER wurde bestraft, sondern sie...das hat sie bis heute nicht verwunden! (Das Kind nahm man ihr weg)

...Ich wundere mich darüber, daß offensichtlich niemand Rachegedanken hegt -
Was glaubst du, wie oft sie die heute noch hat, aber da sie inzwischen Familie hat, ist die heut wichtiger!

und noch mehr wundere ich mich, daß eventuell doch vorhandene Racheglüste nicht umgesetzt werden.
aber da sie inzwischen Familie hat, ist die heut wichtiger!
 
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#52
Hallo allesamt !

Möchte alle von Euch, die es interessiert, unbedingt auf die neusten Nachrichten aus DER TAGESSPIEGEL vom 26.06.2008 unterrichten.

@ "Das Schweigen ist durchbrochen" kann sich es jeder selbst ansehen und runterladen: »PETER WENSIERSKI - „Das Schweigen ist durchbrochen“- Der Journalist und Buchautor Peter Wensierski spricht mit dem Tagesspiegel über Heimkinder der 50er und 60er«

Möchte Euch alle auch ganz speziell darauf aufmersam machen und darauf hinzuweisen: Jeder / jede von Euch, jung und alt - ob aus Ost oder West, Nord oder Süd - kann und darf auch dort beim DER TAGESSPIEGEL seinen / ihren eigenen kritischen oder komplimentarischen Kommentar zu diesem Artikel - d.h. über das Thema »PETER WENSIERSKI - „Das Schweigen ist durchbrochen“- Der Journalist und Buchautor Peter Wensierski spricht mit dem Tagesspiegel über Heimkinder der 50er und 60er« und das Vorankommen und die weiteren Erwartungen, Wünsche, Ziele und Hoffnungen "Ehemaliger Heimkinder der alten Bundesländer" - abgeben.

Mann muß sich natürlich erst einmal dort beim DER TAGESSPIEGEL registrieren und dann angemeldet sein um einen Kommentar dort abzugeben. Aber solange ein Kommentar, den man dort abgibt nicht einfach nur blöd, zänkerisch oder beleidigend ist oder wirken soll, und sachbezogen bleibt, wird er sicherlich auch dort freigeschaltet werden.

Um einen Kommentar zu diesem Artikel beim DER TAGESSPIEGEL @ "Das Schweigen ist durchbrochen" abzugeben, muß man dort - nachdem man sich registriert hat und angemeldet ist -"Kommentar hinzufügen" oder "auf diesen Kommentar antworten" anklicken.

Mit freundlichen Grüßen aus Australien.

Martin

( hier in Adelaide, Süd Australien, von wo aus ich schreibe, ist es Sonntag, 29. Juni 2008, 07:50 Uhr [ Eastern Standard Time (EST) ] - Auf meiner eigenen Webseite Heimkinder-Ueberlebende.org / care-leavers-survivors.org @ Diakonie Freistatt: Die Wahrheit ueber Kinderzwangsarbeit in Deutschland | The truth about forced unpaid child slave labour in Germany befindet sich eine Uhr für Berlin (Index-Page, oben, auf der linken Seite) und eine Uhr für Adelaide (Index-Page, oben, auf der rechten Seite) )
 
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#53
Warum wurden damalige „Heimkinder-Zwangsarbeiter“ nicht für ihre Arbeit bezahlt?

Was war eigentlich die nachkriegsdeutsche postfaschistische Kategorisierung verschiedener Bevölkerungsgruppen in der Bundesrepublik Deutschland ( vor der Wiedervereinigung Deutschlands ) ?


Der Hauptgrund warum „Heimkinder-Zwangsarbeiter“ / „Fürsorgezöglinge“ / „Mädchen und Jungen, die in ‚Westdeutschland’ der ‚Freiwilligen Erziehungshilfe’ unterstanden“ für die schwere manuelle Arbeit, die sie überall in den alten Bundesländern ( im „Wirtschaftswunderland Westdeutschland“ ) verrichten mußten – unter schweren Strafen gezwungen wurden zu verrichten ! – nicht entlohnt wurden, war, daß sie wie „körperlich behinderte“ und „geistig behinderte“ Personen auch, von ihren „Erziehern“ und „Aufsehern“ ( von denen über die „Untermenschen“ „Verfügenden“ ) als „minderwertige“, „schwächere Bewohner“ / „Anstaltsbewohner“ / „Heimbewohner“ ‚angesehen’, ‚begutachtet’, ‚kategorisiert’ und ‚klassifiziert’ wurden – „diese ‚schwererziebaren’, ‚minderwertigen’, ,sündhaften’ Wesen, denen mit allen Mitteln Fleiß, Zucht und Ordnung beizubringen war“ – die man einer „Sonderbehandlung“ unterziehen durfte und die man gemäß speziell für sie formuliertenSonderregelungen“ mit ein paar Pfennigen oder Groschen „Taschengeld“ / „Dollenmoos“ abfertigen durfte; da es ja sonst, wenn man ihnen gemäß den bestehenden Arbeitsmarktrichtlinien eine anständige Entlohnung hätte zahlen müssen, dies „tiefgreifende Einschnitte in die lukrativen Einnahmequellen der Unternehmen und Betriebe verursacht hätte“.

Die „Mächtigen“ und „Übermächtigen“ hatten es damals als „Ausnahmezustand“ anhand „innerstaaatlichen Sonderbestimmungenzu ihrem eigenen Vorteil einfach so bestimmt und eingerichtet, um die „Schwächeren“ ausnutzen und sich an ihnen bereichern zu können; und es wird in vielen Fällen auch heute noch in der Bundesrepublik Deutschland ( im jetzigen vereinigten Deutschland ) weiterhin so fortgesetzt.

In der Formuliering meinerseits dieser Schuldvorwürfe an Gesellschaft, Kirche, Staat und Kapital stütze ich mich, unter anderem, auf die folgenden Quellen:

1.) Zum Thema RECHT UND GERECHTIGKEIT, UND RECHTSSTAATLICHKEIT – 2008 Vortrag von Prof. Dr. Manfred Kappeler (Erziehungswissenschaftler im Ruhestand): »Überlegungen zum Umgang mit Vergangenheitsschuld in der Kinder- und Jugendhilfe« betreffend den „Ehemaligen Heimkindern der alten Bundesländer“. @
zum Vortrag von Prof. Dr. Manfred Kappeler


2.) Augenöffnende Textauszüge, unter anderem, von »Bethel und das Geld: die ökonomische Entwicklung der v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel; 1867-1998 / Bethel« herausgegeben Wolfram Korn - Bielefeld: Bethel-Verlag, 1998 - ISBN 3-922463-89-4 ( 146 Seiten ) mit Beiträgen von Bärbel Bitter, Karl-Heinz Hongsmeier, Rainer Norden und Walter Schroeder: »Bethel nach 1945 - Wiederaufbau und Fortsetzung der Arbeit im Geiste der Väter« @ »Bethel und das Geld« und weitere Text-Beweise

3.) Absolutes Verbot aller Formen von Zwangsarbeit (Pflichtarbeit) !, oder nicht ? War "Zwangsarbeit" / "Pflichtarbeit" / "Arbeitstherapie" / "Arbeitserziehung" / "Arbeitszucht" / "Arbeitszwang" / "Arbeiterverdingung" / "unentlohnte erzwungene Arbeit" damals legal in der Bundesrepublik Deutschland, oder nicht? War so etwas legal in den 1950er, 1960er, 1970er und 1980er Jahren? Ist es heute legal in der Bundesrepublik Deutschland? Sind nicht die Nutzung und Nutznießung von Zwangsarbeit völkerrechtliche Verbrechen und stellen diese nicht schwere Menschenrechtsverletzungen und Einschränkung der menschlichen Freiheit dar? @ Völkerrechtliches Übereinkommen: Absolutes Verbot aller Zwangsarbeit

4.) Angemerkt von Peter Braun, am 14.02.2006 – Unselige Anstaltstraditionen in Deutschland endlich beenden! @ Der Vorsitzende des „Allgemeiner Behindertenverband in Mecklenburg-Vorpommern e. V.“ meldet sich zu Wort

Martin Mitchell ( "Ehemaliges Heimkind" )
Betreiber seit dem 17. Juni 2003 der Webseite Heimkinder-Ueberlebende.org @ www.heimkinder-ueberlebende.org /
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ofra

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#54
Was Neues hierzu (mit Video):

Dunkles Kapitel: Gewalt im Kinderheim | tagesschau.de

"Dunkles Kapitel der Kirchengeschichte Schläge im Namen des Herrn

Sie waren der Kirche zur Erziehung anvertraut - und mussten Stockhiebe, harte Arbeit und drakonische Strafen erdulden. Rund 500.000 Kinder wurden in den 50er und 60er Jahren in evangelischen Heimen misshandelt. Das ergab eine Untersuchung der niedersächsischen Landeskirche."
 

Sam01

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#55
Schon in den ersten Minuten des Beitrags heißt es : „ . . Diebstahl und unerlaubtes Fahren mit dem Mofa . . . schlicht überfordert waren die Eltern – ihre Entscheidung . . .“:icon_neutral:


Frag ich mich als geneigter Leser doch; welscher Konfession diese vollkommen unfähigen und/oder verkommenen Eltern wohl angehört haben?:confused:

Sam
 
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#56
Die unbarmherzigen Schwestern

Stehe der Kirchenmafia und deren abgrundtiefen Heuchlerei (einige wenige Personen ausgenommen) seit meiner frühen Jugend sehr kritisch gegenüber.

Diesen Film sollte sich jeder mal reinziehen, der sich dafür interessiert:

Die unbarmherzigen Schwestern (authentisch)

Das letzte "Magdalenenheim" wurde erst 1996 (!) geschlossen.
 
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#57
Vorhandenes Archivmaterial eindeutig belegt Zwangsarbeit, Misshandlung und Missbrauch

Diesen Film sollte sich jeder mal reinziehen, der sich dafür interessiert:

Die unbarmherzigen Schwestern (authentisch)

Das letzte "Magdalenenheim" wurde erst 1996 (!) geschlossen.
Vorhandenes Archivmaterial eindeutig belegt Zwangsarbeit, Misshandlung und Missbrauch in nachkriegsdeutschen Heimen der alten Bundesländer !


Offener Brief, der weitestgehend im Internet und auch in den Printmedien veröffentlicht werden wird.


Ein Schreiben von Martin Mitchell aus Australien
Email: martinidegrossi@yahoo.com.au

Adelaide, South Australia, 22. September 2008


An:
Hans Bauer
Untersuchungsbeauftragter: »Gewalt und Unrecht in der Heimerziehung der 50er und 60er Jahre«
Diakonisches Werk der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers e.V.
Diakonisches Werk der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers e.V.
Ebhardtstr. 3 A, 30159 Hannover
Bundesrepublik Deutschland / Federal Republic of Germany
Email: geschaeftsstelle@diakonie-hannovers.de

Re: Damalige Heimerziehung Ende der 1940er Jahre und in den 1950er, 1960er und 1970er Jahren im „Wirtschaftswunderland Westdeutschland“ und

Re: Weitverbreitete systematische Zwangsarbeit / Arbeitsausbeutung, Misshandlung und Missbrauch in Kinder-und-Jugenhilfe-Einrichtungen der Evangelischen Kirche in Deutschland / Diakonie / Innere Mission / Bethel ( im Nachkriegsdeutschland / Bundesrepublik / BRD )

Sehr geehrter Herr Hans Bauer.

Falls Sie es noch nicht entdeckt und gesehen haben, möchte ich Sie unbedingt auf diese, aus dem Jahre 2000 stammenden, detailierten Aufzeichnungen der Geschichte der evangelischen Heimerziehung im Marienstift in Braunschweig, Niedersachsen, aufmerksam machen ...

»Fürsorgearbeit im Marienstift« von Dr. Rosemarie Kamp aus der ev. Zeitschrift "Doppelpunkt" - Heft Nr. 3/2000 - Seite 48-54, wiedergegeben @ Artikel von Dr. Rosemarie Kamp in der ev. Zeitschrift Doppelpunkt

»Es ist aber davon auszugehen, dass die Fürsorgeerziehung [ FE ] im großen und ganzen [ nach 1945 ] so weiterlief wie bisher. Die Quellenlage ändert sich 1946. Die Vorstandsprotokolle, die vielen Eingaben und Berichte an Besatzungsbehörden und Jugendamt, die sich [ u.a. ] im Niedersächsischen Staatsarchiv befinden, ermöglichen ein deutlicheres Bild von den Sorgen der Leitung und dem Leben im Heim.«

»[ ... ] 2 Jahre Heimerziehung, dann bei Bewährung Zuweisung zu Bauern mit Dienst- und Erziehungsauftrag. Während der Heimerziehung im ersten Jahr grundsätzlich kein Urlaub, später bei Wohlverhalten. Unter gleichen Voraussetzungen [ im zweiten Jahr ] Besuch von Angehörigen einmal im Monat zugelassen. Zensur der Post. [ ... ] Praktische Tätigkeit in der Hauswirtschaft: Waschen, Plätten, Nähen, in guter Jahreszeit Garten- und Feldarbeit als Erziehung. [ ... ]«

»Das Marienstift ist ein geschlossenes Heim, die Unterkünfte bei der Wäscherei, da zu ebener Erde gelegen, mit Trailjen [d.h., Gittern / Rosten], [ ... ]«

»In diesem Bericht [ anscheinend Ende 1946 ] tritt die Besatzungsmacht als wohlwollende Instanz in Erscheinung. Sie konnte aber auch erhebliche Schwierigkeiten verursachen. So entdeckte einer der führenden Offiziere [ der britischen Besatzungsmacht ], dass den auf Grund der Ernährungslage wieder verstärkt in der Landwirtschaft arbeitenden Siloahmädchen [ d.h. in der heimeigenen Landwirtschaft oder beim Bauern arbeitenden Mädchen aus dem Marienstift ] kein Lohn ausgezahlt wurde, witterte darin eine deutsche Form von Sklavenarbeit und ordnete kurzerhand eine am allgemeinen Arbeitslohn orientierte Auszahlung an. Da damit nicht nur das pädagogische Konzept, sondern auch die Finanzierung der Fürsorgeerziehung [ FE ] in der Anstalt nachhaltig gefährdet war, gab es einen umfangreichen Schriftwechsel zwischen Marienstift, vergleichbaren Einrichtungen, dem Jugendamt und der Kommandantur mit einer wachsenden Erregung der jeweiligen Stellen, bis durch die routinemäßige Abberufung des Offiziers das Problem sich von selber löste

... und auf das was in diesen detailierten Aufzeichnungen berichtet wird und eindeutig daraus hervorgeht, was sich zweifellos auf vorhandenes extensives und verläßliches Archivmaterial stützt, und daher genau belegen läßt ( wenn man den Opfern selbst also keinen Glauben schenken möchte ), und was Sie, meines Erachtens, ebenfalls unbedingt in Ihren jetzigen Untersuchungen einbeziehen sollten.

Diese Untersuchungen mit denen Sie beauftragt sind und mit denen Sie gegenwärtig beschäftigt sind ( was Niedersachsen und die „Hannoversche evangelisch-lutherische Landeskirche“ betrifft – Untersuchungen die allerseits hoch zu befürworten sind ), dürften und sollten sich aber, meines Erachtens, weder nur auf Kinder-und-Jugendhilfe-Einrichtungen im Bereich der Evangelischen Kirche in Niedersachsen oder im Bereich der „Hannoverschen evangelisch-lutherischen Landeskirche“ und auf die schätzungsweise 50000 dortigen damaligen Opfer beschränken, noch dürften und sollten sie sich auf all solche damaligen Kinder-und-und-Jugendhilfe-Einrichtungen der Evangelischen Kirche in ganz Deutschland beschränken.

Auch die Katholische Kirche in Deutschland muß unbedingt dazu bewegt werden ohne weitere Verzögerung, flächendeckend was ganz Deutschland betrifft, Ihrem und dem Beispiel derHannoverschen evangelisch-lutherischen Landeskirchezu folgen. Denn es wird in den damaligen katholischen Kinder-und-Jugendhilfe-Einrichtungen nicht anders gewesen sein: Zwangsarbeit / Arbeitsausbeutung, Schulungs- und Ausbildungsentzug, Misshandlung und Schikane jeglicher Art und sexueller Missbrauch waren auch dort an der Tagesordnung, und wir die Betroffenen wissen, daß es so war !!! Landschaftsverbände und Landeswohlfahrtsverbände und Staatliche und Kommunale Behörden und Träger in deren damaligen Kinder-und-Jugendhilfe-Einrichtungen es auch nicht anders zuging, haben ja jetzt auch schon, ebenfalls, vereinzelt, ihre eigenen diesbetreffenden Untersuchungen begonnen, und das Bundesland Schleswig-Holstein ist dabei bei weitem allen voraus und am transparentesten. Nur die Katholische Kirche hinkt immer noch nach und behauptet weiterhin, allen Beweisen zuwider, es hätte sich in ihren damaligen Kinder-und-Jugendhilfe-Einrichtungen nur um „bedauerliche Einzelfälle“ gehandelt.

Ich bitte um eine Empfangsbestätigung Ihrerseits dieser meiner Hinweise an Sie und eine Andeutung wie man allerseits damit umgehen wird.

Mit freundlichen Grüßen aus Australien.

Martin Mitchell

Martin Mitchell, "Ehemaliges Heimkind" / "ex-Freistätter Fürsorgezögling",
beschäftigt sich eingehend mit der "Heimkindersache" schon seit Januar 2003.

Martin Mitchell, "Ehemaliges Heimkind" in einem evangelisch-lutherischen Zwangsarbeitslager im Moor - FREISTATT - im "Wirtschaftswunderland Westdeutschland" in den 1960er Jahren ( 28.07.1946 in West-Berlin geboren und seit März 1964 ansässig in Australien ).

Martin Mitchell, "Ehemaliges Heimkind", Betreiber seit dem 17. Juni 2003 der nichtkommerziellen, selbstfinanzierten, und ehrenamtlich von ihm selbst betriebenen Webseite Heimkinder-Ueberlebende.org @ www.heimkinder-ueberlebende.org / www.care-leavers-survivors.org


Unter anderem, die folgenden Medienberichte haben mich dazu veranlaßt Sie heute anzuschreiben:

Von Martin Mitchell ausgesuchte Kurzzitate aus verschiedenen deutschen Medienberichten der letzten paar Tage:

[ Netzzeitung ] »Diakonie gibt Misshandlung in Kinderheimen zu.« [ Frankfurter Rundschau ] »Diakonie: Gewalt als Erziehungskonzept.« [ Jesus.de ] »Schwere Misshandlungen in Kirchlichen Kinderheimen.« [ NDR / ARD ] »NDR: Zehntausende von Kindern in kirchlichen Heimen misshandelt. Studie zu Gewalt und Unrecht in den 50er und 60er Jahren – Landeskirche Hannover: [„]Zahlen spekulativ[“].«

[ epd ] »Der mit der historischen Erforschung der Vorfälle beauftragte Diakonie-Mitarbeiter Hans Bauer«

[ newsclick.de ] »langjährige Erziehungshilfe-Mitarbeiter Hans Bauer: Die Zahl der Opfer soll [ allein ] in Niedersachsen bei 50000 liegen.«

[ Netzzeitung ] »Hans Bauer, der im Auftrag des Diakonischen Werkes der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers recherchierte. Die Anregung dazu hatte Landesbischöfin Margot Käßmann gegeben.«

[ Netzzeitung ]»Hannovers Landesbischöfin Margot Käßmann gab den Anstoß zu einer Dokumentation über die Missstände in niedersächsischen Heimen.«

[ newsclick.de ] »Peter Wensierskis Buch "Schläge im Namen des Herrn", das 2006 erschienen ist, gab den Anlass für das Projekt "Gewalt und Unrecht in der Heimerziehung der 50er und 60er Jahre" beim Diakonischen Werk Hannover. Hans Bauer soll mit seiner Dokumentation "Licht in die dunkle Geschichte" bringen, wie im aktuellen Jahresbericht der Diakonie nachzulesen ist.«

[ newsclick.de ] »Der NDR machte gestern [ 15.9.2008 ] erste Ergebnisse der Untersuchung öffentlich, die das Diakonische Werk Hannover in Auftrag gegeben hatte. "Wir sind daran interessiert, Missstände ans Licht zu holen", so deren Sprecher Johannes Neukirch.«

[ Netzzeitung ] »Diakoniedirektor Manfred Schwetje: „Es ist schwer zu schätzen, wie viele von Gewalt betroffen waren.“«

[ newsclick.de ] »Michael Strauß, Sprecher der [ evangelischen ] Landeskirche Braunschweig, reagierte bestürzt: "Das sind schlimme Vorwürfe." In unserer Region habe es im betreffenden Zeitraum nach seinen Angaben nur eine Handvoll Heime unter kirchlicher oder diakonischer Verantwortung gegeben. Ihm seien keine ähnlichen Vorwürfe gegen die [ evangelische ] Landeskirche Braunschweig bekannt. "Wir nehmen die aktuelle Entwicklung aber zum Anlass, nachzuforschen", so Strauß.«
 
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#58
Heimkinder warten auf Entschädigung für ihr Martyrium !

Ehemalige Heimkinder - in der Diskussion mit der Diakonie?! - Re: Entschuldigung und Entschädigung für unentlohnte "Heimkinder-Zwangsarbeit", "institutionelle Kindesmisshandlung" und "institutionellem sexuellen Missbrauch"

... und wir verschaffen uns Gehör, und halten IHNEN immer wieder den Spiegel vor's Gesicht !!!

QUELLE: ZDF @ Presseportal: ZDF - ZDF-Programmhinweis / Sonntag, 5. Oktober 2008, 18.00 Uhr, ML Mona Lisa

01.10.2008 | 16:42 Uhr

ZDF-Programmhinweis / Sonntag, 5. Oktober 2008, 18.00 Uhr, ML Mona Lisa

Mainz (ots) - Sonntag, 5. Oktober 2008, 18.00 Uhr ML Mona Lisa mit Marina Ruperti

Gestohlene Jugend - Wie lange müssen ehemalige Heimkinder noch auf Entschädigung warten?

Geraubtes Vertrauen - Wie finden Anleger den Weg aus der Finanzkrise?

Geliebtes Deutschland? - Wie Jugendliche ihre Heimat sehen

Pressekontakt:
ZDF-Pressestelle
Telefon: 06131 / 70 – 2120
Telefon: 06131 / 70 - 2121
 
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#59
Alles über den Verein ehemaliger Heimkinder e.V. und die helfende Anwaltskanzlei

Auch dies sollte allen Hilfesuchenden von Nutzen sein:

Dieser Text wurde von "Ehemaliges Heimkind" Martin Mitchell persönlich verfasst und am 07.03.2008 erstmalig auf seiner Webseite Heimkinder-Ueberlebende.org ( @ Resultat der Mitgliederversammlung des Verein ehemaliger Heimkinder e. V. vom 01.03.2008 ) veröffentlicht.

1.) Auf der Mitgliederversammlung am Samstag, 1. März 2008, in Bielefeld, wurde der Vorstand des "Verein ehemaliger Heimkinder e. V." teilweise neu gewählt. Der Vorstand ist nunmehr wie folgt besetzt:

Erster Vorsitzender: Herr Wolfgang Rosenkötter
Zweite Vorsitzende: Frau Regina Eppert
Kassenwartin: Frau Monika Tschapek-Güntner

Die Vertretung nach außen erfolgt durch zwei Vorstandsmitglieder gemeinschaftlich.

Es sei zu bedenken, dass die Vorstandsmitglieder des Vereins [ ausschließlich ! ] ehrenamtlich tätig sind.

2.) Herr Michael-Peter Schiltsky war bis zum 14.12.2007 in seiner Funktion als Leiter der Anlaufstelle des Vereins Angestellter des Vereins. Dieses Arbeitsverhältnis ist seit dem 15.12.07 beendet. Darüber hinaus ist Herr Schiltsky ordentliches Vereinsmitglied. Herr Schiltsky war zu keinem Zeitpunkt Vorstandsmitglied und übt für den Verein keinerlei Funktion aus.

Als Leiter der Anlaufstelle des Vereins von Mitte März 2006 bis Mitte Dezember 2007 hat Herr Schiltsky unter anderem die damalige Homepage des Vereins www.vehev.org gepflegt. Diese Webseite - jetzt auch von Herrn Schiltsky auf "Heimseite" umbenannt - wurde am letzten Wochenende ( 01.03.2008 ) der Art geändert, daß sie ab sofort keine Inhalte enthält, die daraus schließen lassen würden [ bzw. die darauf schließen lassen sollten ! ], es handele sich um eine offizielle Seite des Vereins. Bei dieser Domain www.vehev.org , ebenso aufrufbar über die URL www.heimseite.eu , handelt es sich ausschließlich um eine private Homepage von Herrn Schiltsky.

3.) Die offizielle Homepage des "Verein ehemaliger Heimkinder e. V." ist seit Ende Dezember 2007 die Webseite www.veh-ev.org

4.) Der "Verein ehemaliger Heimkinder e. V." ist gemeinnützig und verfolgt keinerlei kommerzielle Zwecke.

5.) Kontakt-Details für den "Verein ehemaliger Heimkinder e. V." sind wie folgt:

Kontakt: Wolfgang Rosenkötter, Elsa-Brandström-Straße 21, 22043 Hamburg

Telelefon: 040 - 530 22 034 ( 04053022034 )

Fax: 040-530 22 047 ( 04053022047 )

E-Mail: info@veh-ev.org

6.) Die Rechtsanwälte Dr. Vehlow & Wilmans vertreten ehemalige Heimkinder. Mehr dazu hier @ Bekanntgebung der Rechtsanwälte selbst
 
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#60
Heimkinderopfer warten auf Entschädigung für ihr Martyrium !

Opfer warten auf Entschädigung für ihr Martyrium !

Beitrag-Untertitel: MONA LISA Buch »Gestohlene Kindheit: Wie Fürsorgeheime Kinder zerstört haben«

Möchte allen die, die an einer Geschichtsaufarbeitung - der nachkriegsdeutschen ( westdeutschen ! ) Kirchengeschichte und Heimerziehungsgeschichte interessiert sind folgendes neues Buch empfehlen:

MONA LISA Buch »Gestohlene Kindheit: Wie Fürsorgeheime Kinder zerstört haben«

Im Namen des Staates und der Kirche kamen noch bis Ende der siebziger Jahre in Deutschland jährlich rund 150000 Kinder und Jugendliche in Fürsorgeheime, waren dort weggesperrt auf ungewisse Zeit, oft wegen Nichtigkeiten. Manche 10 Jahre und länger. Was ihnen von staatlichen Erziehern, Mönchen oder Ordensschwestern angetan wurde, ist bis heute ein Trauma. In Sträflingskleidern mussten sie oft bis zum Umfallen Zwangsarbeit leisten. Wer nicht parierte, wurde drakonisch bestraft: Prügel mit dem Stock, Isolation in Dunkelzellen, Essensentzug, stundenklanges Stehen. Es gab keinen Kontakt zur Außenwelt, keine Liebe, keinen Trost. Sie wurden gedemütigt, misshandelt und sexuell missbraucht, von denen, die ihnen helfen sollten. Immer wieder versuchten sie zu fliehen, vergeblich. Der einzige Ausweg: Selbstmord.

Die Autorinnen haben hier ein unfaßbares Dokument der jüngeren deutschen Geschichte vorgelegt. Unglaublich spannend, unsagbar traurig. Ein Buch, das jeder lesen muß, der mehr über Deutschland erfahren will.
Gebundene Ausgabe, 160 Seiten, Mira, MVG Verlag

Artikel-Nr. 33131-1

QUELLE: ZDF-Shop - Artikeldetail

Und hier ein weiterer Link zu der gesamten, diesbetreffenden, MONA LISA Story betitelt »Gequält im Namen des Herrn - Ehemalige Heimkinder warten auf Entschädigung« vom Sonntag, 5. Oktober 2005 ZDF.de - Gequ
 
E

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#61
In der Zeit waren die Kindergärten und Jugendhorte der Kirchen auch kein Deut besser, wie mir meine Mutter erzählte. Ohne Wissen der Eltern wurden selbst im Kindergarten die Kinder schon gezwungen die Räume zu putzen. Und ihnen wurde gedroht, wenn sie den Eltern davon erzählen würden, dann würde sie gar nicht mehr nach Hause gelassen werden. Durch einen Zufall erlebte meine Mutter mit, wie die Kinder mit Wurzelbürsten den Boden reinigen mußten und erstattete Anzeige. Dem schlossen sich dann noch viele weitere wütende Eltern an.

Der heutige Umgang mit Erwerbslosen, Behinderten, Kranken, Alten Menschen braucht einen nicht zu wundern. Die menschenverachtende Art der Nazi-Zeit ist bis heute erhalten geblieben. Das braune Pack hat ganze Arbeit geleistet eine Generation von übelsten Sadisten zu erzeugen. Einige Jahrzehnte fröhnten sie heimlich ihrer Menschenverachtung. Heute tun sie es genüßlich und unbestraft öffentlich.
 
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#62
Brauchen wir DIESES "Forschungsprojekt" und wem soll es dienen und helfen?

Brauchen wir DIESES "Forschungsprojekt" und wem soll es dienen und helfen?


KIRCHLICHE HEIMERZIEHUNG - Brauchen wir DIESES "Forschungsprojekt" und wem soll es dienen und helfen während der damals in der Heimerziehung erlittene und weiter anhaltende Traumatisierungen zu bewältigen?

»Forschungsprojekt unter Leitung von Prof. Dr. Wilhelm Damberg*** und Prof. Dr. Traugott Jähnichen^#^

„Erforschung der Kirchlichen Heimerziehung in der frühen Bundesrepublik Deutschland (1949-1972)“ [ mit Untertitel ]Zwischen Skandalisierung und pädagogischer Reformdebatte - Zur Entwicklung der Heimerziehung in der frühen Bundesrepublik“«

Ein diesbetreffendes, sechseitiges Dokument ist gemäß einer GOOGLE-Index-Angabe als PDF-Dokument hier zu finden

Erforschung der Kirchlichen Heimerziehung in der frühen ...
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Erforschung der Kirchlichen Heimerziehung in der frühen Bundesrepublik Deutsch- . land (1949-1972)“ ... Dr. Wilhelm Damberg und Prof. Dr. Traugott Jähnichen ...
www.ruhr-uni-bochum.de/jaehnichen/kirchliche_heimerziehung.pdf -

[ www.ruhr-uni-bochum.de/jaehnichen/kirchliche_heimerziehung.pdf ]

Dazu stellen sich folgende Fragen:

Brauchen wir SOLCH EINE, möglicherweise, langwierige and teure "Studie" um herauszufinden ob EHEMALIGEN HEIMKINDERN in kirchlichen Einrichtungen "Unrecht" widerfahren ist, oder nicht, und ob und in wiefern Religion dabei eine Rolle gespielt hat, oder nicht?

Die Herren Professoren wollen herausfinden, ob gemäß der jeweilig damals bestehenden innerstaatlichen Gesetzgebung in den einzelnen Bundesländern und Verantwortungsbereichen Westdeutschlands, zwischen 1949 und 1972, EHEMALIGEN HEIMKINDERN in kirchlichen Einrichtungen wirklich "Unrecht" widerfahren ist, oder nicht?

Die Herren Professoren wollen herausfinden, genau in welchen kirchlichen Einrichtungen in Westdeutschland EHEMALIGEN HEIMKINDERN "Unrecht" widerfahren ist, und in welchen nicht?

Die Herren Professoren wollen herausfinden, genau wie vielen EHEMALIGEN HEIMKINDERN jedes Jahr, zwischen 1949 und 1972, in kirchlichen Einrichtungen in Westdeutschland "Unrecht" widerfahren ist, und wie vielen nicht?

Die Herren Professoren wollen herausfinden, falls es sich um EHEMALIGEN HEIMKINDERN in kirchlichen Einrichtungen, zwischen 1949 und 1972, widerfahrenes "Unrecht" gehandelt hat, ob dies einfach nur als "moralisches Fehlverhalten" oder als "gesetzliches Unrecht" anzusehen ist.

Wie viel Zeit soll EINE SOLCHE "Studie" in Anspruch nehmen, und wie lange soll sie dauern bis sie abgeschlossen ist?

Wenn wir EINE SOLCHE "Untersuchung" nun wirklich brauchen, warum wurde DIESE nicht schon vor fünf, zehn, zwanzig, dreißig oder fünfunddreißig Jahren angestrengt?

Was würde EINE SOLCHE "Untersuchung" kosten? Wer soll jetzt die Kosten DAFÜR tragen? Wer wird jetzt die "Forschungsgelder" DAFÜR zur Verfügung stellen, bzw. DAFÜR zur Verfügung stellen wollen? Die Kirche / die Kirchen, oder der Steuerzahler?

Falls EINE SOLCHES "Forschungsprojekt" zustande kommen sollte, dürften, zum Beispiel, solche Kritiker wie Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Manfred Kappeler, Historiker Ernst Klee, Theologe und Psychologe Dierk Schäfer ( ev. Akademie Bad Boll ), Dipl. Päd. Wolfram Schäfer ( Institut für Erziehungswissenschaften Philipps Universität, Marburg ) an DIESEN "Forschungen" teilnehmen und mitwirken, und ebenfalls "Forschungsgelder" DAFÜR in Anspruch nehmen?

All dies sind, meines Erachtens, berechtigte Fragen, die erst einmal eine Antwort brauchen. Meint Ihr nicht auch?

*** Prof. Dr. Wilhelm Damberg ( mit Schwerpunkt Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit ), Evangelisch-Theologische Fakultät an der Ruhr-Universität Bochum

^#^ Prof. Dr. Traugott Jähnichen, Evangelisch-Theologische Fakultät, Lehrstuhl für Christliche Gesellschaftslehre, an der Ruhr-Universität Bochum
 
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#63
Brauchen wir DIESES "Forschungsprojekt" und wem soll es dienen und helfen?

KIRCHLICHE HEIMERZIEHUNG - Brauchen wir DIESES "Forschungsprojekt" und wem soll es dienen und helfen während der damals in der Heimerziehung erlittene und weiter anhaltende Traumatisierungen zu bewältigen?

Diesbetreffend zitiere ich jetzt hier - mit Erlaubnis des Verfassers ! - meines Erachtens, ein außerordentlich analytisches und einfühlsames Schreiben ( vom 17.10.2008, 11:45 Uhr ) von dem evangelischen Theologen und Psychologen, Pfarrer Dierk Schäfer ( seit 1993 Studienleiter in der Evangelischen Akademie Bad Boll für den Arbeitsbereich Öffentlicher Dienst, seit Oktober 2004 Studienleiter im Arbeitsbereich Politik, Recht, Gemeinwohl ):

Sehr geehrter Herr Mitchell,

sie nennen meinen Namen in Zusammenhang mit einem Forschungsprojekt über die Heim- und Fürsorgeerziehung in der frühen Bundesrepublik.

Das ist freundlich gedacht. Es handelt sich sicherlich um ein interessantes Projekt, sowohl in allgemein- und kirchenhistorischer, als auch in generell theologischer Hinsicht.

Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, daß die Heimkinder von damals Verständnis für ein solches Projekt von rein akademischem Interesse aufbringen können und frage zudem nach dem möglicherweise praktischen Nutzen.

Nehmen wir einmal an, das Projekt führt wissenschaftlich-historisch abgesichert zu dem Ergebnis, daß es Mißhandlungen gegeben hat, die auch zu damaliger Zeit strafbar waren, dann würden dank der zu vermutenden unvollständigen Aktenlage nur relativ wenige Einzelfälle abgesichert geklärt sein. Viele andere Fälle blieben ungeklärt/unbewiesen. Aber auch den Menschen aus den bewiesenen Fällen dürfte, soweit sie noch leben, das Ergebnis wenig nützen, weil die „Täter“ entweder nicht mehr leben, oder aber längst Verjährung eingetreten ist.

Sollte sich tatsächlich erweisen, daß die Mißhandlungen generell zur nicht beanstandeten Praxis mancher Heime gehört haben, wäre die Haftung der Heimträger und ihrer Auftraggeber zu prüfen. Doch auch da sehe ich zivilrechtliche Schwierigkeiten.

So stellt sich die Frage, wem, abgesehen vom unbestreitbaren historischen und theologischen Interesse, dieses Projekt tatsächlich nutzt. Ich sehe zweierlei Nutzen:

1. Die Zahl von Heimen, Heimträgern und aufsichtsführenden Jugendämtern, die dann überhaupt noch in irgendeine, und sei es nur moralische Verantwortung genommen werden können, dürfte sich auf diese Weise reduzieren lassen.

2. Forschungsprojekte brauchen ihre Zeit, das geht gar nicht anders. Wenn man erst aufgrund der Forschungsergebnisse Antworten auf die Wiedergutmachungsfrage sucht, wird auch dieses seine Zeit brauchen, denn niemand wird sich bei der Wiedergutmachungsaufgabe vordrängen. Das war auch bei der Zwangsarbeiterentschädigung so. Die Zeit hilft sparen, denn derweil „sterben die Leut.“

Ein möglicher Nutzen des Projekts kommt außer der Wissenschaft also nur den Beschuldigten zu. Sie werden gern das Projekt finanzieren helfen.

Doch unabhängig vom Forschungsprojekt: Wie steht es um die aktuelle Glaubwürdigkeitslage der „Kläger“?

- Wir haben eine Reihe von Lebenszeugnissen, die im Punkt der Mißhandlungsvorwürfe wesentliche Übereinstimmungen aufweisen.

- Die Vorwürfe werden innerhalb der individuellen Biographie mit Details zu den „Tatorten“ und „Tätern“ konkretisiert.

- Wir haben Zeugnisse von Begehungen der „Kläger“, die in ihren Heimen fallweise noch zeigen können, wo sie eingesperrt wurden.

- Wir haben auch die ersichtliche Emotion der „Kläger“, die – soweit ich sehe – nicht von Wut geprägt ist, sondern auf Retraumatisierung hindeutet, wenn sie über ihre Erfahrungen sprechen, zumal angesichts ihrer Erinnerungsorte.

All dies unterstreicht für den Psychologen die Glaubwürdigkeit der Zeugen.

Da es sich weithin um kirchliche Heime handelt, darf ich auf eine neutestamentliche, historisch nicht abgesicherte „Beweisführung“ verweisen.

Im Brief an die Hebräer (12,1) heißt es: „Darum auch wir: Weil wir eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, laßt uns ablegen alles, was uns beschwert, und die Sünde, die uns ständig umstrickt …“.Auch in der Heimkinderfrage haben wir mittlerweile viele, also eine „Wolke von Zeugen“. Es ist erstaunlich und beschämend, wie sich die Mehrzahl der Rechtsnachfolger der damals Verantwortlichen angesichts dieser „Wolke von Zeugen“ um die Wiedergutmachung drücken.

Mit freundlichem Gruß

Dierk Schäfer

Evangelische Akademie
Akademieweg 11
73087 Bad Boll
Fon: (0 71 64) 79-209 (meist vormittags)
Fax: (0 71 64) 79 5 209
Mail: dierk.schaefer@ev-akademie-boll.de

Fon: privat: (0 71 64) 1 20 55 (meist nachmittags)

Internet: www.ev-akademie-boll.de
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Das Akademieprogramm zum Downloaden:
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#64
Bundestag will Nationale Konferenz für MISSHANDELTE HEIMKINDER einrichten

The Latest News - Die Neusten Nachrichten - Stand 22.10.2008 07:18 - QUELLE: NDR1

NDR1 @ http://www.ndr1niedersachsen.de/programm/sendungen/aktuell/heimkinder100.html

Bundestag will Nationale Konferenz für misshandelte Heimkinder einrichten

Der Deutsche Bundestag will nach Informationen von NDR 1 Niedersachsen die Misshandlungen an ehemaligen Heimkindern umfassend aufklären. In einer Nationalen Konferenz soll die "Fehlentwicklung in den Kinderheimen von 1945 bis 1975" aufgearbeitet werden. Das erfuhr NDR 1 Niedersachsen aus Kreisen der Opferverbände.

Hilfen für traumatisierte ehemalige Heimkinder

Die Mitglieder des Petitionsausschusses sind sich demnach einig, den Opfern der Gewaltexzesse mit der Konferenz ein Forum zu geben. Bundestagspräsident Norbert Lammert will den Beschluss Ende November offiziell verkünden. Die Konferenz soll Entschädigungszahlungen für die ehemaligen Heimkinder beraten, aber auch eine wissenschaftliche Erforschung der Heimunterbringung in der Nachkriegszeit in Auftrag geben. Zudem soll über Hilfen für bis heute traumatisierte ehemalige Heimkinder beraten werden.

Experten gehen von einer halben Million Kinder aus, die in bundesdeutschen Kinderheimen bis in die 70er-Jahre hinein massiver auch sexueller Gewalt ausgeliefert waren oder zwangsweise arbeiten mussten.

Autorin/Autor: Holger Bock
Stand: 22.10.2008 07:18

Ebenso, kann man sich von der Webseite von NDR1 - Niedersachsen @ http://www.ndr1niedersachsen.de/programm/sendungen/aktuell/heimkinder100.html aus, die folgenden drei AUDIO-Dateien anhören:

Das Unrecht soll nun aufgearbeitet werden
22.10.2008
Lange mussten sie vergeblich auf die Anerkennung als Opfer warten: Kinder, die in den 50er- und 60er-Jahren in Heimen gequält wurden. Nun hat sich der Deutsche Bundestag zu einer Entscheidung durchgerungen.

Länge: 1:12 Minuten

"Die staatliche Kontrolle hat versagt"
22.10.2008
In einer Nationalen Konferenz will der Deutsche Bundestag die Kindesmisshandlungen in Heimen der Nachkriegszeit umfassend aufarbeiten. Doch wie soll das geschehen? Ein Gespräch mit Redakteur Holger Bock.

Länge: 2:25 Minuten

"Im Entengang um den Tisch herum"
22.10.2008
In vielen Nachkriegs-Kinderheimen herrschte Gewalt. Opfer berichten von Zwangsarbeit und sexueller Gewalt. Auch Wolfgang P. hat Demütigungen ertragen müssen. Er wurde von Ordensbrüdern malträtiert.

Länge: 0:17 Minuten
 
E

ExitUser

Gast
#65
Das was ich daran gefährlich finde ist, dass mit dieser Aktion die Missstände auf die Nachkriegszeit "verlegt" werden, und die heutigen damit aus dem Sichtfeld geraten resp. genommen werden. Auch so etwas kann als Ablenkung fungieren, selbst wenn es absolut dringlich ist dass den damaligen Opfern Gerechtigkeit widerfährt, so sollte nicht vergessen werden zu überprüfen, wie die heutigen Zustände sind und ob nicht nur "geschickter" verdeckt wird.

Es wäre gut wenn die ehemaligen Heimkinder diese Chance ebenfalls wahrnehmen um als Paten für heutige Heimkinder darauf zu achten, wie die Zustände heute sind, also den Schwung nutzen um eine solche Evaluation für heute gleich mitzufordern.



Emily
 

Jenie

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#66
Ja sehe ich auch so. 70er und 80er Jahre da gab es auch solche Vorfälle zu genüge... Was ist mit deren Opfer? die schauen in die Röhre
 

Eka

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#67
Natürlich. Das Jugendamt fing ja erst vor ein paar Jahren an die Augen zu öffnen, was in den Jahren noch so alles abging.
 

Kleeblatt

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#69
Torgau und Dessau sagen mir etwas.
In meiner Jugend war ich in der ehemaligen "DDR" und hatte da ein interessantes Erlebnis.

Als ich so ca. in der 6. Klasse war, kam eines Tages ein neues Mädchen zu uns. Sie war auffallend hübsch, hatte schönes rabenschwarzes Haar und leuchtend blaue Augen. Sie war sehr ruhig und ging nach der Schule immer schnell und direkt nach Hause.
Da ich neugierig war begann ich mich mit ihr zu unterhalten; es war sehr schwierig.
Nach längerer Zeit durfte ich dann mal mit zu ihr nach Hause kommen. Sie wohnte bei ihrer sehr alten Oma. Ihre Mutter war einige Jahre zuvor verstorben. Vom Vater erzählte sie nichts.
Jedenfalls hatte man sie 2 Jahre zuvor eines Tages urplötzlich der Oma, bei der sie nach dem Tode der Mutter lebte, einfach ohne Grund weggenommen und in ein Heim gesteckt. Damals hörte ich das erste Mal das Wort "Jugendwerkhof". Eigentlich sei das ein Gefängnis für Kinder die irgendetwas angestellt haben sollen (muß man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen), aber zunehmend wurden eben auch Waisen u.ä. dort hingebracht.

Jedenfalls erzählte sie sehr wenig, aber was sie mir erzählte hat mich niemals mehr losgelassen. Sie hatte sichtlich panische Angst dort jemals wieder hinzu müssen.
Nach ca. knapp 2 Jahren kam sie eines Tages nicht mehr in den Unterricht. Ich bin dann zur Oma gegangen und habe erfahren das diese gerade plötzlich verstorben war. Daraufhin habe ich meinen vater so lange bearbeitet bis er dieses Mädchen suchte. (Das ging deshalb ganz gut, weil meine Familie sozusagen ausgezeichnete Beziehungen hatte und für den dortigen Staat als wertvoll galt. Wir waren ein wenig mit einem Tabu belegt und konnten uns wesentlich mehr rausnehmen als der normale Bürger damals.)
Er sagte mir dann das sie in Torgau sei. Mein Vater konnte sichtlich nichts damit anfangen. So erzählte ich ihm von meinen Unterhaltungen. Er versprach mir da etwas zu unternehmen.
Nach etwa 3 Wochen erhielt ich dann einen Brief von dem Mädchen aus einem Kinderheim in Berlin. Mein Vater sagte das sie dort wirklich gut und bestens untergebracht sei, es sei das beste Kinderheim der "DDR".

Ich kann nichts weiter dazu sagen, denn etwas später zogen wir um und seitdem habe ich nichts mehr von ihr gehört, - und den Brief verloren samt Adresse.
Erst jetzt kam das eben wieder zu Bewußtsein.

Also, wenn man wissen wollte und die Kinder fragte, dann hätte jeder wissen können.
Ich hoffe nur das es ihr im Berliner Heim wirklich auch gut gegangen ist. Da habe ich mich auf meinen Vater verlassen, denn er log mich niemals an und war zudem sehr korrekt und gründlich, außerdem ein ganz Lieber.
 
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#70
MISSHANDELTE HEIMKINDER - Deutsche Welle nimmt sich dem Thema an.

Die QUELLE dieser Bekantgebung ist DW-WORLD.DE - DEUTSCHE WELLE

[ anzunehmen in der Woche beginnend am Samstag, 25. Oktober 2008 ( kein anderes Datum als das heutige ist DORT angegeben woraus hervor geht wann dieser Text erstmalig DORT eingestellt wurde ) ]

DW-WORLD.DE - DEUTSCHE WELLE @ Warten auf Hilfe - ehemalige Heimkinder fordern Wiedergutmachung | Politik direkt | Deutsche Welle

»POLITIK DIREKT

Warten auf Hilfe - ehemalige Heimkinder fordern Wiedergutmachung

Die katholische Kirche will das Leid der ehemaligen Heimkinder noch nicht anerkennen.

Sie wurden misshandelt, gedemütigt, zu Arbeit verpflichtet. In den 50er- und 60er Jahren haben viele Kinder in Heimen, die meisten von der katholischen und der evangelischen Kirche betrieben, die Hölle erlebt. Jahrzehnte haben sie geschwiegen; nun gehen sie an die Öffentlichkeit, fordern eine Entschuldigung und finanzielle Wiedergutmachung für geleistete Arbeit. Die evangelische Kirche von Hannover hat nun ihre Schuld eingestanden. Aber die katholische Kirche und auch die Politik tun sich immer noch schwer. Zwei Jahre lang hat sich der Petitionsausschuss des Bundestages mit der Frage der ehemaligen Heimkinder befasst. Ergebnis: Entscheidung vertagt, zunächst erhalten die Heimkinder keine Rente für geleistet Kinderarbeit. Wir zeigen Schicksale und die Debatte um Wiedergutmachung.«


Siehe, diesbetreffend, auch alle bisherige Hörer / Leser-Meinungen dazu auf DEUTSCHE WELLE @ Forum | Deutsche Welle - und gib Deine eigene Meinung DORT dazu ab, oder auch ( oder sowohl wie auch ! ) HIER im ELO-Forum. Nicht nur Deutschland, aber die gesamte Weltbevölkerung ist eingeladen mitzumachen und sich an dieser Diskussion zu beteiligen !!!

Auf der Hörer / Leser-Meinungen Webseite der DEUTSCHE WELLE @ Forum | Deutsche Welle heißt es einleitend dazu:

»Reden Sie mit im Forum. Jede Woche stellen wir in unserer Sendung eine Frage zu einem aktuellen Thema - und veröffentlichen Ihre Antworten.

Informationen zum Thema:
Warten auf Hilfe - ehemalige Heimkinder fordern Wiedergutmachung«
 
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#71
MISSHANDELTE HEIMKINDER - Deutsche Welle nimmt sich dem Thema an.

MISSHANDELTE HEIMKINDER - Deutsche Welle nimmt sich dem Thema an. Auch Du hättest eine Zuschauer / Hörer / Leser-Meinung dazu DORT zu diesem Thema abgeben können !

Ich selbst habe am Dienstag, 28.10.2008, in den frühen Morgenstunden MEZ ! ) folgenden Beitrag bei DW-WORLD.DE - DEUTSCHE WELLE getätigt

@ Forum | Deutsche Welle

»Entschädigung für MISSHANDELTE HEIMKINDER
Die Verhältnisse und angewandte Methoden und die stattfindende systematische Misshandlung und Ausbeutung der minderjährigen "Insassen" in den meisten der "JUGENDWOHLFAHRTseinrichtungen" betrieben über drei bis vier Jahrzehnte hinweg im "Wirtschaftswunderland Westdeutschland" waren weitgehend genau die gleichen, die von Paul Schäfer ( Ex-SS und ehemaliger Bethel-Erzieher ) – “im Dienste des Herrn" ( so behauptete er ) – jahrzehntelang in der Colonia Dignidad in Chile praktiziert wurden und Gang und Gebe waren. Und Paul Schäfer ( jetzt in seinen hohen achziger Jahren ) sitzt heute im Gefängnis dafür.

Absolut müssen alle durch diese westdeutsche, NACHKRIEGSDEUTSCHE "Heimerziehungsquälerei" und "Arbeitsausbeuterei" Geschädigten entschädigt werden !!! - entschädigt werden von den, Misshandlern und Nutznießern und allen die davon profitiert haben UND VON IHREN RECHTSNACHFOLGERN. Menschenrechtsverbrechen verjähren nicht !
Ich persönlich – ein misshandeltes und ausgebeutet "Ehemaliges Heimkind" im Bethel-eigenen FREISTATT ( Niedersachsen ) in den 1960er Jahren – stelle diese Forderungen unabläßlich nun schon seit Mitte 2003, wie aus dem gesamten Inhalt der umfangreichen nichtkommerziellen auf meine eigenen Kosten betriebene Webseite HEIMKINDER-UEBERLEBENDE.ORG @ www.heimkinder-ueberlebende.org / www.care-leavers-survivors.org hervorgeht.

Ganz besonders auch möchte ich darauf hinweisen was der Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Manfred Kappeler dazu zu sagen hat: Vortrag von Prof. Dr. Manfred Kappeler vom 05.03.2008 an der Universität Koblenz «
 
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#72
HEIMKINDER: Umänderung einer wichtigen URL @ DEUTSCHE WELLE

Die in dem Wochen-Programm "POLITIK DIREKT" auf DW-WORLD.DE - DEUTSCHE WELLE zu der Frage »Sollen misshandelte Heimkinder entschädigt werden?« veröffentlichten Zuschauer / Hörer / Leser Meinungen ( in der Woche vom 23.10.2008 bis zum 29.102008 ) sind von DEUTSCHE WELLE von der ursprünglichen URL auf folgende neue URL verschoben worden: Politik direkt Forum vom 23. 10. 2008 | Forum | Deutsche Welle | 30.10.2008 ( für wie lange diese Meinungen aber jezt dort bestehen bleiben werden, ist nicht gewiß ).

Ganz besonders beeindruckt bin ich persönlich auch von dem abschließenden dortigen Beitrag von Sieglinde Alexander aus der USA ( vom 29.10.2008 ):

»Wenn die Vergehen an allen 500000 ehemaligen Heimkindern, die psychisch, körperlich und sexuell misshandelt und viele davon als Arbeitssklaven verwendet wurden, keine Gerechtigkeit erfahren, erklärt sich die deutsche Gesellschaft, die Religion und die Regierung mit den Entwürdigungen und begangenen [ Menschenverletzungen / ] Menschenrechtsverletzungen der Nachkriegszeit einverstanden.«

Womit Sieglinge Alexander ( die selbst von 1964-1968 [ als Waltraut Jung ] ein "Ehemaliges Heimkind" im dem geschlossenen Mädchenerziehungsheim "Haus Weiher" in Hersbruck, eine Zweiganstalt der evangelisch-lutherischen Rummelsberger Anstalten", gewesen war, und dort misshandelt worden ist ), meines Erachtens, die anhaltende Situation in dieser Sache in Deutschland noch einmal ganz genau und kurz und bündig und zusammenfassend auf den Punkt gebracht hat.

Meine eigener dortiger Beitrag ( vom 28.10.2008 ) wurde leider nicht von DEUTSCHE WELLE freigeschaltet, d.h. ist leider nicht veröffentlicht worden, und ein Beitrag von SANCTA GLORISSIMA NONGRATA ( gleichem Datums ) leider auch nicht.

[ Ein von Nonnen misshandeltes "Ehemaliges Heimkind" SANCTA GLORISSIMA NONGRATA ist, u.a., Betreiberin von dem Blog WIDER-DIE-FOLTER @ www.wider-die-folter.blogspot.com ]
 
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#73
Aufruhr in Europa: „Vernachlässigung und Misshandlung im Kinderheim aufgedeckt!“

Unglaublich, daß soetwas geschehen kann: „Spion mit Videokamera schleicht sich in ein Kinderheim ein wo Kinder vernachlässigt und misshandelt werden.“

Soetwas sollte man unbedingt verhindern - meint Ihr nicht auch?

Was meint Ihr?

Was sollte man unbedingt verhindern? - „das Spionieren mit Videokamera in Kinderheimen“ und „das Aufdecken solcher Schandtaten und das Bloßstellen individueller Täter und Täterorginsationen“ oder „die Vernachlässigung und Misshandlung von Kindern und Jugendlichen in Kinderheimen und Jugendhilfeeinrichtungen“ wo auch immer sie geschehen?


Was siehst Du persönlich auch als Deine eigene Pflicht an in diesem Zusammenhang?


Herzogin filmt verwahrloste Heimkinder


SKANDAL Türkische Regierung über Sarah Fergusons Videoaufnahmen verärgert

K

[VORSPANN] - Mit einem Dokumentarfilm über schlimme Zustände in türkischen Waisenhäusern hat die Ex-Frau des britischen Prinzen Andrew, Sarah Ferguson (49), die Regierung in Ankara verärgert. Mit Perücke und Kopftuch verkleidet und in Begleitung ihrer Tochter Prinzessin Eugenie (18) sowie eines TV-Journalisten hatte „Fergie“ heimlich Videoaufnahmen von vernachlässigten Kindern gemacht. Der Film soll am Donnerstag im britischen Fernsehen gezeigt werden. Die für Soziales zuständige türkische Staatsministerin Nimet Cubukcu warf der Herzogin von York vor, sie hege böse Absichten und wolle die Bewerbung der Türkei um eine EU-Mitgliedschaft beschädigen. „Fergies“ Sprecherin wies das zurück: „Die Herzogin von York hatte keine politischen Motive. Es ging alleine um das Wohlergehen der Kinder“, sagte Kate Waddington. Viele türkische Zeitungen kritisierten, die Regierung sorge sich eher um den Ruf des Landes, als die Probleme in den Waisenhäusern zu lösen. Allerdings berichtete „Vatan“, die Britin habe Spenden geboten, wenn ihr die Einrichtungen mit den schlimmsten Zuständen gezeigt werden. Bei ihrer Aktion in einem Waisenheim für mehr als 700 Jungen und Mädchen nahe Ankara habe Ferguson Kinder gefunden, die ans Bett gefesselt waren, berichteten britische Medien. Die türkische Regierung ordnete derweil eine Überprüfung der Waisenhäuser an. Die türkische Botschaft in London protestierte aber wegen des Videos. Der türkische Außenminister Ali Babacan bezeichnete das Vorgehen der Filmer als inakzeptabel. Der britische Sender ITV rechtfertigte die Aktion: „Zu einer Zeit, in der die britische Regierung den EU-Beitritt der Türkei befürwortet, handelt es sich um ein Thema von öffentlichem Interesse.“05.11.2008

QUELLE: NWZ-ONLINE : SKANDAL Türkische Regierung über Sarah Fergusons Videoaufnahmen verärgert @ http://www.nwzonline.de/index_aktuelles_panorama_nachrichten_artikel.php?id=1831652

Siehe auch weiteres dazu, in Deutsch:

Hannoversche Allgemeine : Sarah Furgesons heimliche Videoaufnahmen in türkischen Kinderheimen schockieren die Türkei @ Fergies Aufnahmen schocken die Türkei

Frankfurter Allgemeine : Heimliche Aufnahmen in Waisenhäusern - Sarah Furgeson verärgert türkische Regierung @ Heimliche Aufnahmen in Waisenhäusern: Sarah Ferguson verärgert türkische Regierung - Hintergründe - Gesellschaft - FAZ.NET

WELT-ONLINE : BRITISCHES KÖNIGSHAUS - Sarah Furgeson sorgt für Krise mit der Türkei @ Britisches Königshaus: Fergie sorgt für diplomatische Krise mit der Türkei - Nachrichten Vermischtes - WELT ONLINE

TAGESSPIEGEL : KÖNIGSFAMILIE – Sarah Furgeson verärgert die türkische Regierung @ "Fergie" verärgert die türkische Regierung

Reportagé und Leserkommentare zum Thema in Deutsch und in Englisch : Waisenhäuser in der Türkei und die herrschenden Zustände darin, belegt durch geheime Videoaufnahmen von Sarah Furgeson @ Waisenhäuser in der Türkei - Kurdistan Portal, Nachrichten, Kultur, Geschichte, Politik-Forum

Weitere diesbetreffende Diskussion in Deutsch : KINDERHEIME - Wie Sarah Furgeson einen Skandal in der Türkei aufdeckt @ www.eltern.de - eltern

And see, also, in English:

THE INDEPENDENT : Turkey accuses Duchess over orphanages 'smear' @ Turkey accuses Duchess over orphanages 'smear' - Europe, World - The Independent

Anatalyas ex pats quoting the Daily Mail of 04.11.2008 : York Duchess's secret visit to orphanage creates storm @ York Duchesss Secret Visit To Orphanage Creates Storm | Antalya Expats .com - A Directory and resource for everything in Antalya, Turkey


GUARDIAN NEWS : Turkish government angered by ITV report on conditions in Turkish orphanages @ Turkish government angered by ITV orphanage report | Media | guardian.co.uk

Canwest Interactive : Duchess of York defends secretly filmed Turkish orphanage film @ Duchess of York defends Turkish orphanage film

PR-inside.com : Sarah Ferguson defends Turkey documentary on conditions in orphanages @ Sarah Ferguson defends Turkey documentary

Selam Turkey : Undercover video recordings shot by Duchess of York Sarah Ferguson in the Turkish orphanages two months ago have sent shock waves across the country. @ Dushess' undercover recordings shock Turkey - Undercover video recordings shot by Duchess of York Sarah Ferguson in the Turkish orphanages two months ago have sent shock waves across the country. - selamTurkey News 04.11.2008

Daily Mail : Turkey attacks Fergie for smearing country's image in undercover TV documentary on state-run orphanages @ Turkey attacks Fergie for smearing country's image in undercover TV documentary on state-run orphanages | Mail Online

Ich selbst hätte nur einen Wunsch - was uns "Schutzbefohlene" und diese damaligen Heime und Anstalten im OSTEN und im WESTEN, im NORDEN und im SÜDEN in Deutschland betrifft - daß wir damals Videokameras gehabt hätten, mit denen wir alles was damals ablief und uns angetan wurde in diesen "Kinder-und-Jugendhilfe-Einrichtungen" / "Jugendwohlfahrtseinrichtungen" / "Fürsorgeeinrichtungen" hätten filmen können, sodaß man später nicht hätte sagen können - heute nicht sagen könnte - "Es waren nur Einzelfälle".

Three cheers for Sahra Ferguson and for her commitment and whistleblowing - für ihren Einsatz als Spion und Advokat für diese Heimkinder !!!
 
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#74
Nochmals zur Erinnerung - "Gemeinsam verschaffen wir uns unser Recht !!!"


Erhebt Eure Stimme gemeinsam, alle die Ihr dazu fähig seit !


MISSHANDELTE HEIMKINDER - Die Katholische Kirche entschuldigt sich ( aber welche und wo ? )


Warum in der Schweiz aber nicht in Deutschland, und auch nicht in Österreich ???


Aufmunterung zur Diskussion zu diesem Thema - falls es Euch interessiert


Katholische Kirche - «Wir bitten alle [ Betroffenen ] um Verzeihung»

Wenn Kirchenleute sich an Kindern vergreifen, wird oft geschwiegen, geleugnet, vertuscht. Nun brechen Luzerns Katholiken das Tabu.

@ http://www.kath.ch/pdf/07_11_2008_CuW.pdf ( untere Häfte dieser Seite ! )

Siehe dazu folgenden Volltext aus der Neue Luzerner Zeitung, vom 06.11.2008 ( den mir, freundlicherweise, jemand aus Deutschland per Email nach Australien hat zukommen lassen )

Katholische Kirche: «Wir bitten alle um Verzeihung»

EXPRESS:
• Das Parlament der Luzerner Landeskirche hat gestern eine Erklärung verabschiedet.
• Es bittet Heimkinder, denen Kirchenleute Leid angetan haben, um Entschuldigung.
Das 100-köpfige Parlament der Römisch-katholischen Landeskirche des Kantons Luzern hat gestern eine Erklärung zum Schicksal von Verding- und Heimkindern verabschiedet.

Kernsätze:
• «Wir bitten alle um Verzeihung, denen als Verding- und Heimkindern Unrecht geschah.»
• «Wir werden eine Studie in Auftrag geben, die der Frage nachgeht: Welches sind die gesellschaftlichen und ideologischen Ursachen dafür, dass der christlich gebotene Einsatz für Unterstützungsbedürftige nicht selten mit unterdrückerischen Mitteln geleistet wurde und wird?»
• «Wir regen an, ein Denk-Mal zu errichten.» Und: «Wir stellen dessen Finanzierung sicher.»

Missbräuche in Luzerner Heimen

Auslöser dieser Erklärung: In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden in den Heimen Knutwil, Luzern, Rathausen und Sursee Kinder aus sozial schwierigen Situationen erzogen, vor allem von kirchlichen Ordensleuten. Viele Kinder erlitten Strenge und Gewalt, einige wurden sexuell missbraucht. Die Opfer, heute 70 Jahre und älter, leiden noch immer. Wie viele es sind, lässt sich kaum mehr erheben. Ein Dutzend ehemaliger Verdingkinder verfolgte gestern die Debatte im Kantonsratssaal auf der Tribüne.

Die Erklärung des Luzerner Kirchenparlaments geht auf einen Vorstoss der Parlamentarier Hans Egli und Florian Flohr zurück. Der Wortlaut der Erklärung wurde mit der Regionalgruppe Luzern der Organisation «Verdingkinder suchen ihre Spur» besprochen. Der Synodalrat hat auch bereits 3000 Franken für die Errichtung des Denkmals ins Budget 2009 aufgenommen.

Das Papier der Kirchenbasis mag wie Vergangenheitsbewältigung wirken - es ist durchaus aktuell. Vorgestern wurde bekannt, dass sich ein Kapuzinerpriester in Fribourg über Jahre an Knaben verging. Als das ruchbar wurde, versetzten die Kirchenoberen den Täter flugs nach Frankreich. Dort machte er weiter.

Die Erklärung war gestern unter den Synodalen (Parlamentariern) umstritten.

Erwin Aregger beantragte Nichteintreten: Die Bitte um Entschuldigung sei ehrenwert, habe aber den falschen Absender. Für Verfehlungen hätten sich die beteiligten Ordensgemeinschaften zu entschuldigen, allenfalls der Kanton Luzern als Betreiber der Heime - «aber nicht die Landeskirche, die es damals noch gar nicht gab. Wir laufen Gefahr, dass wir noch für ganz andere Dinge Verantwortung übernehmen müssen.» Dieser Ansicht schloss sich seine Ratskollegin Marianne Kurmann an.

«Zuerst an die Opfer denken»

Dem entgegnete Postulant Florian Flohr, es stehe der Kirche gut an, «zuerst an die Opfer zu denken» und nicht an Zuständigkeiten. Weitere Votanten teilten diese Ansicht. Mit grossem Mehr trat die Synode auf das Geschäft ein. Sie verabschiedete die Erklärung schliesslich mit 60 Ja- zu 8 Nein-Stimmen bei 12 Enthaltungen.

Von Andreas Töns

QUELLE: Neue Luzerner Zeitung, 06.11.2008


Wann wird die Katholische Kirche in Deutschland und die Katholische Kirche in Österreich diesem Beispiel der Luzerner Katholiken folgen ???


Vielleicht warten die deutschen und österreichischen Kirchenoberhäupter aber auch erst auf spezifische, diesbetreffende Anweisungen vom deutschen Papst - Josef Ratzinger: Papst Benedikt XVI. ???


Was das katholische Österreich betrifft, erhielt ich am 30. Oktober 2008 folgendes Schreiben:


»Liebe ehemalige Heimzöglinge!

Es gab in Österreich auch diese „Erziehungsheime“

Für Jungen
Jagdberg (Vorarlberg) Westendorf (Brixental in Tirol) Volders (Tirol) Kaiser-Ebersdorf (bei Wien)

Für Mädchen
Wiener-Neudorf (bei Wien), St. Martin (bei Schwaz in Tirol), Martinsbühel (bei Innsbruck), Scharnitz (Tirol)

Wir wurden aus den Familien gerissen, als Kinder schwer misshandelt und teilweise sexuell missbraucht.

Nur ehemalige Erziehungsheimzöglinge wissen wie schmerzhaft und erniedrigend diese Zeit war.

Die Republik Österreich, hat bis heute ihren Mantel des Schweigens darüber gebreitet.

Aber die Opfer klagen an und fordern ihr Recht auf Aufarbeitung.

Viele Leidensgenossen fanden durch ihr Traumata nicht mehr den Weg in ein normales Leben. Einige nahmen sich in ihrer Verzweiflung selbst das Leben.

Wir fordern wie alle anderen ehemaligen Erziehungsheiminsassen, die Aufklärung dieser raben schwarzen Vergangenheit.

Alois Lucke
Präs. JKV-Österreich

Im Anhang übersende ich Ihnen ein Foto das zeigt wie wir als geschundene Kinder der Öffentlichkeit vorgeführt wurden. Ein zweites Foto zeigt das Erziehungsheim Westendorf. (Das Haus der Tausend-Tränen).«

JKV – Jenischer Kulturverband Österreich

Kontakt zum Verband: Jenischer.Kulturverband@gmx.at

Siehe über Jenischer Kulturverband Österreich in WIKIPEDIA @ Benutzer:Jenischer Kulturverband – Wikipedia und auch die vielen auch von dort aus weiterführenden Links zum Thema.( u.a. auch Home - JKV und International Institut of the YENISH Minority in Germany & Europe ).

Auf meiner eigenen Webseite HEIMKINDER-UEBERLEBENDE.ORG in der dortigen umfangreichen WEB-LINKS-LISTE ( wo man dann etwas runter scrollen muß ) @ heimkinder-ueberlebende.org/Web-Links besteht auch schon seit geraumer Zeit ein Link zu der Webseite von JENISCHER BUND IN DEUTSCHLAND UND EUROPA E. V. @ JENISCHER BUND IN DEUTSCHLAND UND EUROPA E. V.

Hoffe allen Betroffenen hiermit gedient zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Ehemaliges Heimkind
 

Jenie

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#75
Was meint Ihr?

Was sollte man unbedingt verhindern? - „das Spionieren mit Videokamera in Kinderheimen“ und „das Aufdecken solcher Schandtaten und das Bloßstellen individueller Täter und Täterorginsationen“ oder „die Vernachlässigung und Misshandlung von Kindern und Jugendlichen in Kinderheimen und Jugendhilfeeinrichtungen“ wo auch immer sie geschehen?
Solchen Mutigen Menschen ist das aufdecken versteckter Taten zu danken. Ich wünschte mir mehr davon, auch in Deutschland. Wieviele ehemalig Mißbrauchte - gequälte und Verwahrloste Kinder hätten sich das gewünscht?

Da ist jemand der gegen Regeln zwar verstösst weil man das nicht darf, aber ein gröberer Regelverstoss ist die Misshandlung. Und Täter sind leider nur auf solchen wegen dran zu kriegen.

Ein Kleines Menschenlicht ein gewöhnlicher Ottobürger hätte eines drauf bekommen dafür --- deswegen finde ich es gerade wichtig das Menschen der Prominenz sich für solche dinge einsetzen.

Ich möchte euch mal hier einen guten Bekannten vorstellen:

Aliah Riedmiller...

Er kämpft seit einigen Jahren gegen Missbrauch und die Zustände.
Vor Acht Jahren hatten wir damals -- Einige Freunde und ich, einen Verein gegründet gegen den Mißbrauch. Als ich auf Aliah damit traf ergab es sich, das er sehr daran Interessiert war. Da unser Verein noch nicht lange bestand - wurde er wieder geschlossen. Den die Idee von Aliah - Ivonne Cutterfield und Ayman und Major Game usw... fand ich besser zu Unterstützen - da sie wenigstens Proninent sind.
Er hat es durchgezogen und Schirmherren gefunden und es wurde eine Stiftung gegründet. Da ich Aliahs eigene Geschichte kenne, weis ich auch warum er das verfolgt und umsetzt. Ich selbst habe damals die Vereinsgründung nicht mehr mitgemacht, da ich mich bereits zu einem Marathonumzug nach NRW befand. Auch habe ich nach vorheriger fünfjähriger Opferarbeit und Insgesamt fast Achtjähriger Tiefenarbeit mit Trauma und eigener Geschichte - gemerkt das ich das zwar für mich eine große Zeitlang gut machen konnte, aber nach dem ich meine eigene Geschichte verarbeitet hatte, merkte ich auch das ich an einem Punkt angelangt war, der mir sagte es ist genug.

Ich kann es nicht mehr, da es in mir selber alles wieder hochwühlen würde und ich ruhiger und besser lebe mit dem Abstand den ich heute habe.
Daher möchte ich euch hier aber einfach mal Aliah und seine Tour vorstellen, den es ist eine gute Sache und soll Aufmerksam machen und in Schulen aufklären usw...

Alles fing in Kitzingen einmal an mit den Liedern Rette mich und Reden ist Gold. Es gibt noch mehr die dazugehören und wie Aliah leben einige in Kitzingen und viele in Berlin.


Hier erfahrt ihr wer Aliah ist:
ALIAH RIEDMILLER: ALIAH RIEDMILLER

Hier erfahrt ihr wo er wann mit seiner Tour Reden ist Gold in Deutschland auftritt

MySpace.com - Reden ist Gold Tour 2008 - 100 - Männlich - DE - www.myspace.com/redenistgold

Die Stiftung Hänsel und Gretel gehört auch dazu.

Lg. Jenie
 
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#76
Die Geschichte der Jenischen ist vor allem in der Schweiz ein viel diskutiertes Thema, da dort von den 1920er bis in die 1970er Jahre hinein jenische Kinder durch das „Hilfswerk Kinder der Landstrasse“ zwangsweise von ihren Eltern getrennt wurden, um das Jenische zu bekämpfen und die Leute im Staatssinne zu disziplinieren. „Wer die Landfahrerei wirksam bekämpfen will, muss versuchen, die Gemeinschaft der Fahrenden zu sprengen. Auch wenn das hart klingen mag - er muss der familiären Gemeinschaft ein Ende setzen. Eine andere Lösung gibt es nicht“, schrieb Dr. Alfred Siegfried, der das „Hilfswerk“ von der Gründung 1926 bis zu seiner Pensionierung 1959 leitete. Artikel II (e) der UNO-Konvention über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes[27] führt seit 1948 die gewaltsame Überführung von Kindern einer Gruppe in eine andere Gruppe als Tatbestand des Völkermordes auf. Auch im schweizerischen Strafgesetzbuch [28] ist die Tat entsprechend der Konvention definiert.
Jenische – Wikipedia

Die Schweizer setzen sich überhaupt anscheinend viel stärker mit Vergangenheit auseinander.

Emily
 
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#77
Damals in Westdeutschland: "Menschenhandel" und "Arbeitsausbeutung"

Zumindest "Ehemalige Heimkinder" des schleswig-holsteinischen "Landesfürsorgeheim [ Arbeitszwangslager ] Glückstadt" scheinen sich so langsam durchsetzen zu können.

Ich weise hin auf zwei verschiedene diesbetreffende Artikel in den Kieler Nachrichten und im Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag

und meinen Leserkommentar dazu, unter anderen ...

[ Auch Dein Leserkommentar könnte DORT erscheinen. Worauf wartest Du ? ]

Kieler Nachrichten - »Nicht nur im Fürsorgeheim Glückstadt wurden Kinder und Jugendliche gequält - 8000 Akten werden aufgearbeitet« - »Unwürdige "Umerziehung"« ( 17.11.2008 ) @ Unwürdige "Umerziehung" | Kieler Nachrichten - Aus dem Land

und

Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag - »Ein Dunkles Kapitel kommt ans Licht« ( 17.11.2008 ) [ seit dem 19.11.2008 hier zu finden ] @ Ein dunkles Kapitel kommt ans Licht

»Ein dunkles Kapitel in der Geschichte Deutschlands kommt ans Licht

So viel steht fest:

1. ) Die minderjährigen "Schutzbefohlenen" in Glückstadt und hunderten anderen weiteren westdeutschen Heimen und Anstalten ( meistens "Geschlossenen Einrichtungen" ! ) wurden systematisch gezwungen schwere unentlohnte Arbeit zu verrichten in diesen Institutionen des Staates und der Kirchen.

2. ) Das Deutsche Grundgesetz aber verbat "Zwangsarbeit" seit dem 23. Mai 1949.

3. ) Deutschland unterzeichnete am 13.06.1956 das Völkerrechtsabkommen ILO C29, das "Zwangsarbeit" als ein Menschrechtsverbrechen definierte, und Deutschland verpflichtet sich damit innerstaatliche Gesetze zu schaffen mit denen solche Verbrechen geahndet werden konnten und die Täter bestraft werden konnten, und hätten sollen. 4. ) Anscheinend aber wurden während der anschließenden 50 Jahre nach 1956 keine solchen Gesetze in der der Bundesrepublik Deutschland geschaffen.

5. ) "Heimkinder-Zwangsarbeit" ist also nie geandet worden und alle Täter, Nutznießer und Profiteure dieser westdeutschen "Zwangsarbeit" sind straflos davongekommen, und haben ihren unrechtmäßigen Gewinn behalten dürfen, und profitieren immer noch davon.

6. ) Erst im Jahre 2007 wurde das "Menschenhandel" und "Arbeitsausbeutung" Gesetz ( § 233 StGB ) geschaffen, welches am 19.02.2008 in Kraft getreten ist.

7. ) Seither ist nur ein Fall der Ahndung einer solchen Straftat ( mehrer solcher Straftaten begangen zur gleichen Zeit von ein und derselben Person ) in Deutschland bekannt geworden, ein Fall über den man hier nachlesen kann: Prozess um Ausbeutung von Erntehelfern - Augsburger Allgemeine Community . Der vom Augsburger Landgericht schuldig befundene Täter, ein ehemaliger Polizist, wurde für diese seine Verbrechen zu 3 Jahren und 3 Monaten Gefängnis verurteilt, die nicht auf Bewährung ausgesetzt wurden.

8. ) Wie vereinbart der Staat und die Kirchen, die jahrzehntelang diese westdeutschen "Arbeitszwangslager" betrieben haben und unrechtmäßig davon profitiert haben, ethisch und moralisch ihr damaliges Tun und Handeln gegenüber "Ehemaligen Heimkindern", d.h gegenüber den "Heimkinder-Zwangsarbeitern", die sie zu Hundertausenden durch Zwang und Gewalt, und durch Misshandlung und Demütigung und "Arbeitausbeutung" zu ihren "Leibeigenen" gemacht haben?

9. ) Wann wird der Staat, und wann werden die Kirchen diesbetreffend vollständige und lückenlose Rechenschaft ablegen, sich uneingeschränkt und bedingungslos bei ihren Opfern entschuldigen und diese um Verzeihung bitten?

10. ) Wann werden sich die jeweiligen Täter, Täterschaften und Institutionen und ihre Rechtsnachfolger endlich dazu entschließen alle ihre Opfer zu entschädigen und somit ein Maß an Wiedergutmachung für ihre Verbrechen und das absichtliche Schädigen ihrer Opfer zu leisten?

Der Verfasser dieses Leserkommentars, Martin Mitchell, der seit 1964 in Australien lebt, war selbst ein "Ehemaliges Heimkind" in Westdeutschland und als solches ein "Heimkind-Zwangsarbeiter", in den frühen 1960er Jahren, in Freistatt im Wietingsmoor, eine Zweiganstalt der evangelisch-lutherischen v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel. Seit dem 17. Juni 2003 ist Martin Mitchell der Betreiber der Webseite HEIMKINDER-UEBERLEBENDE.ORG @ www.heimkinder-ueberlebende.org / www.care-leavers-survivors.org «
 
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#78
Auf Bundesebene „Ehemalige Heimkinder-Projekt“ in Auftrag gegeben !!!

Der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags gibt „Ehemalige Heimkinder-Projekt“ in Auftrag !!!

Der „Bundesverband für Erziehungshilfe e. V.“ ( AFET ) gibt bekannt


@ http://www.afet-ev.de/aktuell/AFET_intern/2008/Heimerz_50er.php

[ das Erscheinungsdatum dieser Bekanntgebung im Internet ist Dienstag, 18. November 2008, 14:00 Uhr ]

»Aktuelle Themen

AFET-intern

Heimerziehung der 50/60er Jahre

AFET und DIJuF [Deutsches Institut für Jugendhilfe und Familienrecht e. V.] wurden vom Petitionsausschuss [ des Bundestags ] gebeten, eine Konzeption für ein Projekt zu erstellen. Hintergrund ist, dass seit einigen Jahren Menschen öffentlich auf ihr Leid aufmerksam machen, das ihnen als Fürsorgezöglinge in der Zeit zwischen 1950 und 1970 in Einrichtungen der freiwilligen Erziehungshilfe und Fürsorgeerziehung der Bundesrepublik widerfahren ist. Sie beklagen nachhaltige Schädigung durch die erfahrene körperliche und seelische Grausamkeit, entwürdigende Erziehungsmaßnahmen und Misshandlung, aber auch Renteneinbußen durch Zwang zur Arbeit ohne entsprechende Sozialversicherung.

Aufgrund von Eingaben Ehemaliger an den Petitionsausschuss des Bundestags in 2006 hat sich dieser seitdem intensiv mit dem Thema befasst. Nach mehreren Beratungsterminen, Anhörungen von Betroffenen und Sachverständigen sieht und anerkennt der Petitionsausschuss [ des Bundestags ], dass Kinder und Jugendliche in Erziehungsheimen dieser Zeit Unrecht erlitten haben können und bedauert dies zutiefst.

Im Rahmen seiner Beratungen kam der Petitionsausschuss [ des Bundestags ] zu dem Schluss, dass eine gründliche Aufarbeitung der Problematik mit dem üblichen parlamentarischen Verfahren nicht zu leisten ist. Vor diesem Hintergrund bat er im Juni 2008 die Vorsitzenden von AFET und DIJuF (Deutsches Institut für Jugendhilfe und Familienrecht), Herrn Kröger und Herrn Mörsberger zu einem Berichterstattergespräch. Erörtert wurde eine mögliche Aufarbeitung des Themas im Rahmen eines Projekts.

AFET und DIJuF wurden vom Petitionsausschuss [ des Bundestags ] gebeten, eine Konzeption für ein Projekt zu erstellen, das auf der Basis einer Projektskizze des Petitionsausschusses

a) eine fachlich seriöse und gründliche Aufarbeitung der Geschichte ermöglicht

b) einen ernsthaften und moderierten Austausch zwischen den Betroffenen, Beteiligten und weiteren Fachleuten/Wissenschaftlern ermöglicht

c) dem Petitionsausschuss [ des Bundestags ] Lösungsmöglichkeiten zur Genugtuung der Betroffenen und damit zur Befriedung des Problems vorschlägt.

AFET und DIJuF sind dieser Bitte nachgekommen und haben eine Rahmenkonzeption [ http://www.afet-ev.de/aktuell/AFET_intern/2008/Projektkonzeption.pdf ] für ein solches Projekt erstellt, das sie dem Petitionsausschuss [ des Bundestages ] am 01.08.2008 zusandten.

Parallel zu dieser notwendigen nationalen Aufarbeitung dieses Themas sieht der AFET seine diesbezügliche verbandsinterne Verantwortung.
Seit Ende 2006 befasst er sich mit diesem Thema. Anfang 2008 führte er in Kooperation mit der Uni Koblenz, Herrn Prof. Schrapper, ein Expertengespräch durch, zu dem neben BetroffenenvertreterInnen WissenschaftlerInnen und PraktikerInnen eingeladen waren.
Die Dokumentation des Gesprächs ist in der Reihe „Koblenzer Schriften“ veröffentlicht und über die Uni Koblenz erhältlich.

Für die geschichtliche Aufarbeitung ist von Bedeutung, dass im AFET zum einen die Leitungsebene der Heime und der örtlichen Jugendämter, der Landesjugendämter und der Wohlfahrtsverbände vertreten war und ist.
Zum anderen war und ist Aufgabe des AFET die Qualifizierung der Fachebene der öffentlichen Erziehung.
Vor diesem Hintergrund muss sich der Verband fragen lassen, ob und in wiefern er Zwang und Gewalt und entwürdigende Erziehungsmaßnahmen in der Erziehung ausreichend intensiv im Rahmen seiner verbandlichen Möglichkeiten thematisiert hat. Dieser Verantwortung stellt sich der AFET indem er die vorhandenen Unterlagen aus dieser Zeit sichtet und bewertet.
Die konkrete Umsetzung von Erkenntnissen und Diskussionsergebnissen in den Praxisalltag lagen und liegen nicht im Aufgaben- und Verantwortungsbereich des AFET. Damit trägt er Verantwortung für Entwicklungen, jedoch keine Verantwortung für konkrete Umsetzungen bzw. für konkretes Fehlverhalten.

Die ersten Ergebnisse der Aufarbeitung seines verbandlichen Einwirkens auf die Praxis zu den genannten Themenbereichen wird der AFET im ersten Quartal 2009 bekannt geben.

Download als PDF-Dokument [ http://www.afet-ev.de/aktuell/AFET_intern/2008/Projektkonzeption.pdf ] «


Desweiteren, siehe auch das Impressum des „Bundesverband für Erziehungshilfe e. V.“ ( AFET ) @ http://www.afet-ev.de/impressum.php

»Impressum

AFET – Bundesverband für Erziehungshilfe e.V.
Osterstraße 27
30159 Hannover
Tel.: 0049 (0)511 / 35 39 91 40
Fax: 0049 (0)511 / 35 39 91 50
E-Mail: info@afet-ev.de

Verantwortlich für den Inhalt:
Cornelie Bauer, Geschäftsführerin
E-Mail: bauer@afet-ev.de

Eingetragen im Vereinsregister des Amtsgerichts Hannover
VR 2573

Steuernummer: 25/206/21022 «
 
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#79
Offizielle Pressemitteilung des "Deutscher Bundestags" re "EHEMALIGE HEIMKINDER" !!!

Damit es von niemandem übersehen werden kann, erlaube ich mir jetzt auch HIER in diesem Thread im Erwerbslosen Forum Deutschland diese offizielle Pressemitteilung des Deutschen Bundestags genau zu reproduzieren, genau so wie sie auf der Webseite des "Deutscher Bundestag" @ http://www.bundestag.de/aktuell/presse/2008/pm_0811207.html erscheint.

Offizielle Pressemitteilung des "Deutscher Bundestags" re "EHEMALIGE HEIMKINDER" !!!

»Pressemitteilung

Datum: 20.11.2008

Bundestagspräsident Lammert bei der öffentlichen Beratung
des Petitionsausschusses zum Thema "Heimkinder"

Zeit: Mittwoch, 26. November 2008, 17 bis 19 Uhr
Ort: Paul-Löbe-Haus, Europasaal 4.900

Zum Thema der Heimunterbringung in den 60er und 70er Jahren führt der Petitionsausschuss am 26. November 2008 eine öffentliche Beratung durch, an der auch Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert und Vizepräsidentin a.D. Dr. Antje Vollmer teilnehmen werden. Auch acht Betroffene des Vereins ehemaliger Heimkinder wurden eingeladen.

Das Parlamentsfernsehen überträgt die Sitzung im Anschluss an die Plenarsitzung im Web-TV und zudem wird sie im Video-on-Demand-Bereich bereitgestellt. Bild- und Tonaufzeichnungen von Dritten sind während der Sitzung nicht gestattet. Medienvertreter können jedoch die Sitzung vom Parlamentsfernsehen mitschneiden lassen. Interessierte Redaktionen wenden sich bitte an Herrn Erwin Ludwig vom Sekretariat des Petitionsausschusses, Tel. 030 227 33845.

Interessierte Zuhörer, die keinen Hausausweis des Bundestages haben, melden sich bitte unter Angabe von Namen und Geburtsdatum beim Sekretariat des Petitionsausschusses, Platz der Republik 1, 11011 Berlin (Tel.: 030 227 35257, Fax: 030 227 36053, E-Mail: vorzimmer.peta@bundestag.de) an. Zum Einlass wird ein gültiger Personalausweis benötigt.

Für Medienvertreter gelten die üblichen Akkreditierungsregelungen des Bundestages.

Herausgeber

Deutscher Bundestag, PuK 1 - Referat Presse - Rundfunk – Fernsehen
Dorotheenstraße 100, 11011 Berlin
Tel.: (030) 227-37171, Fax: (030) 227-36192«

Die gleiche Pressemitteilung des Deutschen Bundestags war auch schon am folgenden Tag nachdem sie offiziell herausgeben worden war, 21.11.2008, auf der Webseite "Emak.org" = "Erwachsene misshandelt als Kinder"@ http://www.emak.org/news/news_index.htm ( die Webseite von der USA-Staatsbürgerin Sieglinde Alexander, die selbst von 1964-1968 [ als Waltraut Jung ] ein "Ehemaliges Heimkind" in dem geschlossenen Mädchenerziehungsheim "Haus Weiher" in Hersbruck, eine Zweiganstalt der evangelisch-lutherischen Rummelsberger Anstalten", gewesen war, und dort misshandelt worden ist ) zu finden - wodurch ich selbst erstmalig am 21.11.2008 auf diese Pressemitteilung des Deutschen Bundestags aufmerksam geworden bin. Sieglinde in Amerika ist also auch immer ganz schön am Ball.

Wie in der oben aufgeführten »Pressemitteilung« erwähnt wird, überträgt das Parlamentsfernsehen die Sitzung im Anschluss an die Plenarsitzung im Web-TV, und zudem wird sie ebenfalls im Video-on-Demand-Bereich bereitgestellt. Die Anweisungen zum "Deutscher Bundestag" "Parlamentsfernsehen" und "Video-on-Demand-Bereich" sind hier zu finden @ http://www.bundestag.de/aktuell/tv/index.html

Hoffe Euch allen hiermit gedient zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Ehemaliges Heimkind
 
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#80
"Unrecht und Leid" ehemaliger Heimkinder anerkannt !

QUELLE: DER TAGESSPIEGEL - Kommentare @ http://www.tagesspiegel.de/meinung/kommentare/Heimkinder;art141,2671624#formular

»»»Heimkinder-Bericht

In aller Härte

Das Schicksal der Heimkinder in Deutschland zwischen 1945 und 1970 wird endlich aufgearbeitet. Endlich gibt es ein offizielles Schuldanerkenntnis gegen den Kindern, deren Rechte bis in die 70er Jahre hinein verletzt wurden.

VON TISSY BRUNS
28.11.2008 0:00 Uhr

Unschwer zu erkennen, dass der Heimkinder-Bericht des Petitionsausschusses ein Kompromiss ist. Der wichtigste Satz steht erst auf Seite 13: "Der Petitionsausschuss sieht und erkennt erlittenes Unrecht und Leid, das Kindern und Jugendlichen in verschiedenen Kinder- und Erziehungsheimen in der alten Bundesrepublik in der Zeit zwischen 1945 und 1970 widerfahren ist und bedauert das zutiefst."

An diesem Satz zeigt sich, dass Kompromisse große Taten sein können. Wenn der Bundestag in der nächsten Woche den Bericht annimmt, dann endlich gibt es ein offizielles Schuldanerkenntnis gegenüber den zahllosen Kindern, deren Rechte im Rechtsstaat Bundesrepublik bis in die 70er Jahre verletzt wurden. Deren Menschenwürde ganz und gar nicht unantastbar war, wie es Artikel 1 des Grundgesetzes doch garantiert. Verletzt wurde sie in vielen kirchlichen und staatlichen Einrichtungen, in denen Kinderarbeit, drakonische Strafen, Missbrauch und Entwürdigung von Schutzlosen an der Tagesordnung waren.

Zwei Jahre haben die Abgeordneten an diesem Thema gearbeitet. Das ist eine lange Zeit für die betroffenen Menschen, die über ihr Schicksal jahrzehntelang nicht sprechen konnten. Und der Petitionsbericht ist ja kein Schlusspunkt, sondern nur ein Zwischenergebnis. Denn erst der Runde Tisch, der nun ins Leben gerufen werden soll, wird Vorschläge für Entschädigungen und Wiedergutmachung erarbeiten. Man kann also viel kritisieren an der Art, wie sich die Bundesrepublik den schwarzen Flecken ihrer Geschichte nähert. Aber auch im Kreis der ehemaligen Heimkinder wird die Arbeit der Abgeordneten des Petitionsausschusses zu Recht einhellig anerkannt.

Die Finanzierung des Runden Tisches ist Sache von Bund und Ländern

Diese Parlamentarier haben zugehört, sich in aller Härte konfrontieren lassen mit Zuständen, die im Gedächtnis des Landes seit Ende der 70er verdrängt worden sind: Wie nämlich im aufstrebenden Wirtschaftswunderland Kinder und Jugendliche in Heime gesperrt wurden, deren Makel uneheliche Geburt oder Aufmüpfigkeit waren, kleine und kleinste Abweichungen von dem, was als normal galt. Wie Kindern, die oft nicht wussten, warum sie in ein Heim geraten waren, jahrelang die Briefe ihrer Eltern vorenthalten wurden, wie die Aufsicht gegenüber den Heimen versagt hat und wie eine schwarze Pädagogik weitergeführt wurde, die ihre Legitimation schon vor 1933 verloren hatte. Wie Prügel und Demütigungen das ganze Leben zeichnen können - und umso mehr, wenn darüber ein Schweigeverdikt hängt.

Deshalb muss nun zügig weitergearbeitet werden. Die Finanzierung des Rundes Tisches ist Sache von Bund und Ländern. Die haben damals bei der Heimaufsicht schandbar versagt; sie sollten heute keinen Zuständigkeitsstreit über die Finanzierung führen. Den Satz auf Seite 13 sind wir nicht nur den ehemaligen Heimkindern schuldig, sondern auch unserer Selbstachtung. Die ehemaligen Heimkinder haben spätes Gehör gefunden, weil das Buch eines "Spiegel"-Autors das Schweigen beendet hat, weil sie selbst darum gekämpft, weil Parlamentarier sich ihrer Sache angenommen haben. Das ist: Demokratie.

( Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 28.11.2008 )«««


Und, hierzu, der erste Leserkommentar von Helmut Jacob [ "Ehemaliges Heimkind" / "Misshandeltes Heimkind", körperbehindert und im Rollstuhl von Kindheit an ]

»»»Heimopfer - 29.11.2008 22:55:43 Uhr

Es ist höchste Zeit - die Opfer sterben

Zunächst freuen wir uns natürlich alle sehr, dass - sogar in Anwesenheit des Bundestagspräsidenten und im Bundestags-TV übertragen - eine öffentliche Anhörung im Petitionsausschuss statt fand und BT-Vizepräsidentin Antje Vollmer den Vorsitz des Runden Tisches übernehmen will. Aber dies heißt noch gar nichts. Ein typisch deutsches, geflügeltes Wort heißt: Und wenn man nicht mehr weiter weiß, dann bildet man nen Arbeitskreis. Im Gegensatz zur Evangelischen Kirche Deutschlands, deren Diakonie-Präsident immer noch nach einem Vorsitzenden für seine Runde Kaffeetafel sucht, ist der Petitionsschuss schon weiter. Allerdings vermisse ich den geforderten Opferentschädigungsfond, in den Kirche, Staat und damit Steuerzahler einzahlen sollen, um den Opfern wenigstens im Alter das würdevolle Leben zu ermöglichen, das ihnen in ihrer Kindheit und Jugend vorenthalten wurde. Halten wir im Hinterkopf: Viele Biographien wären völlig anders verlaufen, hätten viele Heimkinder und Jugendliche diese Terrorzeit nicht erlebt.

Mir fiel auf, dass selbst von Seiten der Opfer nicht einmal das Wort "Verbrechen" gefallen ist. Wenn selbst sie die Grausamkeiten und Verbrechen, die ihnen angetan wurden, nicht richtig zuordnen können, werden natürlich die Rechtsnachfolger der Einrichtungen, in denen unzweifelhaft Verbrechen stattgefunden haben, sich hüten, ihrerseits den Begriff anzuführen. Und solange die Fakten nicht mit den richtigen Begriffen versehen werden, werden sie verharmlost.

Zusammengefasst: Natürlich sollten wir uns alle freuen, aber dabei noch intensiver an die Arbeit gehen und versuchen, selbst Einfluss auf den Runden Tisch zu nehmen. Damit all die unangenehmen Punkte, über die man gar nicht so gerne sprechen will (aufrichtige Entschuldigung, großzügigere Auslegung des Opferentschädigungsgesetzes, Garantie an die Opfer für einen menschenwürdigen Lebensabend, etc.) auf die Tagesordnung kommen.

Helmut Jacob«««

( Helmut Jacob ist Betreiber von Freie Arbeitsgruppe Johanna-Helenen-Heim 2006 und Home )

Auch Du kannst Deinen eigenen gut überlegten Leserkommentar DORT, beim TAGESSPIEGEL @ In aller Härte , abgeben !!!
 
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#81
Verhöhnung der „Heimkinder“ seiten Bundesministerin von der Leyen

Verhöhnung der „Heimkinder“ seiten Bundesministerin - Sollen wir uns das jetzt etwa gefallen lassen und uns einfach damit abfinden ?

Re einer neuen „Entgleisung“ von der CDU Fraktionsangehörigen Ursula von der Leyen, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Presseerklärung des „Verein Ehemaliger Heimkinder e. V.“ vom 9. Januar 2009

»»» Presseerklärung des Vereins ehemaliger Heimkinder e. V.

Mit Befremden und Empörung nimmt der Verein ehemaliger Heimkinder den Versuch der Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen zur Kenntnis, die Beschlüsse des Bundestags-Petitionsausschusses ( vom 26. November 2008 ) und des Bundestages ( vom 4. Dezember 2008 ) in unangemessener Weise zu beschneiden.

Anstelle einer umfassenden Aufarbeitung und Wiedergutmachung des auch vom Bundestag anerkannten Unrechts an Heimkindern will Ministerin von der Leyen [ * ] dem bisher geplanten nationalen „Runden Tisch“ lediglich eine „Erörterungs- und Abklärungsfunktion“ zukommen lassen.

Über die Einrichtung eines Entschädigungsfonds soll dabei nicht einmal mehr diskutiert werden, das Ministerium will dies von vorneherein kategorisch ausschließen.

In dem von Frau von der Leyen vorgelegten Konzept ist auch die wichtige Anlauf-und Beratungsstelle für ehemalige Heimkinder nicht mehr vorgesehen.

Erhebliche Abweichungen gegenüber den Beschlüssen des Bundestages gibt es ferner bei der Zusammensetzung des Runden Tisches. Das Ministerium will die Mitglieder des Runden Tisches eigenmächtig berufen. Dem Vernehmen nach sollen ehemalige Heimkinder am Runden Tisch nur durch zwei Vertreter repräsentiert werden. Damit würden wir erneut nicht ernst genommen, sondern an den Rand gedrängt.

Besonders unverständlich ist uns, dass mit der Geschäftsführung des Runden Tisches der „Verein für öffentliche und private Fürsorge“ beauftragt werden soll, und zwar anstelle der vom Bundestag empfohlenen Kinder- und Jugendhilfe Dachorganisation AFET und des Deutschen Instituts für Jugend- und Familienrecht DIJUV. Diese beiden Organisationen haben ein seit langem bekanntes und akzeptiertes Konzept für die Arbeit des Runden Tisches vorgelegt.

In einem Schreiben des Parlamentarischen Staatssekretärs im Familienministerium, Hermann Kues [ ** ], an den Petitionsausschuss heißt es, der „Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge“ sei besonders geeignet „die bevorstehenden Aufgaben zu übernehmen“, denn er sei „wie kaum ein anderer Verein untrennbar verwoben mit der Geschichte der sozialen Arbeit in Deutschland“. Letzteres ist zwar der Fall, aber u.a. auch auf eine höchst unrühmliche Art: Der Deutsche Verein war in besonderer Weise verstrickt in die pädagogische Theorie und Praxis der Heimerziehung des Nationalsozialismus sowie der Nachkriegszeit in der Bundesrepublik Deutschland. Erst in den 90er Jahren wurde bekannt, dass sein jahrzehntelang hoch in Ehren gehaltener ehemaliger Vorsitzender, Herr Muthesius, im Dritten Reich als Referent für die zentrale Verwaltung der Jugendkonzentrationslager in Moringen, der Uckermark sowie in Litzmannstadt zuständig war.

Ausgerechnet dieser Verein soll also die Nachkriegsgeschichte der Heimerziehung, die noch von der Nazizeit geprägt und gefärbt war, für die Betroffenen aufarbeiten! Das ist für uns ein Hohn!

Dem Verein ehemaliger Heimkinder fehlt für dieses Vorhaben der Bundesregierung jegliches Verständnis. Und ebenso fehlt uns das Vertrauen, dass der Deutsche Verein im Sinne der Beschlüsse des Bundestages für uns handeln würde.


Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Dr. Hans-Siegfried Wiegand
1. Vorsitzender des VEH e.V.
Tel. 070725273
www.veh-ev.org «««


[ Alle, oder die meisten, Medienberichte und Meinungen zu diesem Thema, die bisher im Internet abgegeben worden sind und dort existieren und viele mehr, die sicherlich noch hinzukommen werden, und die der Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen eindeutig klar machen und klar machen werden, was die Leute von ihr und ihrer Hartherzigkeit und fortdauernden „Entgleisungen“ denken, können hier gefunden werden

bei Anwendung der Suchbegriffe »»»"Ursula von der Leyen"+"Heimkinder"+"Entschädigung"««« @ GOOGLE.DE-Suchindex [ ein direkter Link zu diesem Thema ! ]

bei Anwendung der Suchbegriffe »»»"Ursula von der Leyen"+"Ehemalige Heimkinder"««« @ YAHOO.DE-Suchindex [ ein direkter Link zu diesem Thema ! ] ]


QUELLE der „Presseerklärung“: 1.) Webseite des „Verein Ehemaliger Heimkinder e. V.“ @ Verein ehemaliger Heimkinder e.V. - Aktuelles und 2.) Webseite „DER PÄRITÄTISCHE GESAMTVERBAND“ @ http://www.der-paritaetische.de/uploads/media/Presseerklaerung_VeH.PDF


[ * CDU Fraktionsangehörige, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Ursula von der Leyen, die selbst keine gewählte Bundestagsabgeordnete ist, sondern am 25. November 2005 von Bundeskanzlerin Angela Merkel zu diesem Ministerialposten „berufen“ und „erhoben“ wurde. Man kann sie also auch nicht als „Nicht-Parlamentarerin“ bei der nächsten Bundestagswahl im September 2009 ganz einfach „abwählen“. ]

[ BITTE EBENSO BEACHTEN: CDU Fraktionsangehörige, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Ursula von der Leyen als vorherige niedersächsische Ministerin für Familie, Soziales und Gesundheit war schon während ihrem seinerzeitigen Zuständigkeitsbereich für Niedersachsen dem Thema „Heimkinderopfer“ ebenso verschlossen und hartherzig wie sie heute als Bundesministerin ist; es hat sich also nichts geändert. Ein eingehendes und detailiertes Schreiben, vom 03.12.08.2005, eines Betroffenen – eine persönliche Fürbitte an die Ministerin für die Belange aller „Ehemaligen Heimkinder“ – an sie als Bundesministerin hat diese ebenso nie beantwortet. Siehe den diesbetreffenden Bericht darüber vom 29.08.2006 »Heimkinder warten wieder einmal vergebens.Keine Antwort nach mehr als 9 Monaten !!!« @ Ehemalige Heimkinder .

Das gesagte Fürbitte-Schreiben vom 03.12.2005 ist ebenfalls in diesem Blog aufgeführt: »Mail an Ursula von der Leyen: Bundesregierung Deutschland«

Frau Ministerin Ursula von der Leyen, die insgesamt 10 Jahre in Californien gelebt und dort ihre Universitätsausbildung genossen hat, spricht fließend Englisch; sie hätte also in Deutsch sowohl wie auch Englisch antworten können. Sie hielt es aber nicht für nötig auch nur in Deutsch zu antworten. Shame on her ! She is a disgrace to everything that is decent !

Ich empfehle der CDU Fraktionsangehörigen, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Ursula von der Leyen, jetzt, dringend das leider bisher nur in englischer Sprache erscheinende Sachbuch »On Apolgy« von dem amerikanischen Autor Aaron Lazare zu studieren und sich in der Vertretung ihres politischen Portfolios und in ihrem diesbetreffenden öffentlichen Auftreten schleunigst dem Rat und den Vorschlägen dieses Professors anzupassen, sowohl wie sich ohne weitere Verzögerung den Empfehlungen des Petitionsausschusses anzupassen. ]

[ ** CDU Fraktionsangehöriger, Dr. Hermann Kues, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, und als solcher ein gewählter Bundestagsabgeordneter ]

[ BITTE EBENSO BEACHTEN: Die Einstellung und Mentalität des CDU Fraktionsangehörigen, Dr. Hermann Kues, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, in der „Heimkinderopfer-Sache“ ist ebenso wohlbekannt, besonders auch aus der öffentlichen Korrepondenz zwischen diesem CDU Fraktionsangehörigen, und einem Betroffenen auf Abgeordnetenwatch.de aus dem Jahre 2007 – Februar / März 2007, wiedergegebenen @ 1960er „Ehemaliges Heimkind“ in Anstalten kirchlicher Trägerschaft, Ausländer deutscher Herkunft, Martin Mitchell, in seinem Fragestellen auf „Abgeordnetenwatch.de“ an den Staatssekretär im Bundesministerium für „Familie, Senioren, Frauen und Jugend“ ]
 
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#82
„Fürsorgeerziehungszöglingjagd“ – Menschenjagd auf „Zöglinge“

„Fürsorgeerziehungszöglingjagd“ – Menschenjagd auf „Zöglinge“ in der Bundesrepublik Deutschland ( ca 1949-1985 ) = "on the hunt for absconded 'wards of the state'" - hunting human beings, escapees from work camps in the Federal Republik of Germany ( ca 1949-1985 )

Schon jemand mal von diesem langen Wort gehört oder gelesen - und sich der Ungeheuerlichkeit dessen dabei bewußt geworden ?

„Fürsorgeerziehungszöglingsjagd“

Besonders für solche eine Jagd geeignet zu sein schien damals ein Brenneke Flintenlaufgeschoß ( hier anzusehen @ 9,3x64 - KJG spitz - Ladungen ( falls der Link hier nicht funktioniert, bitte die URL manuell in die Adresszeile eingeben ! ) ), normalerweise für die Hirschjagd oder die Wildschweinjagd verwendet

Und darüber wie eine solche „Fürsorgeerziehungszöglingsjagd“ damals veranstaltet wurde, ist einzig und allein hier @ »Die Hölle von Glückstadt« – "Fürsorgeerziehung" oder "Freiwillige’ Erziehungshilfe", geprägt von staatlich angeordneter Demütigung, Entwürdigung, Misshandlung und Zwangsarbeit. "Fürsorgezögling" Ferdinand Ellerwald, einer von vielen "Fürsorgezögling ( falls der Link hier nicht funktioniert, bitte die URL manuell in die Adresszeile eingeben ! ) nachzulesen.

Und anscheinend – ziemlich genauen Gerüchten gemäß – wurde damals auch „Kopfgeld“ für das Wiedereinfangen von entlaufenen „Fürsorgeerziehungszöglingen“ gezahlt.

Übrigens, falls Ihr es noch nicht bemerkt habt, wird auf der Informationsseite des ZDF zu der am 25.01.2009 um 18:00 Uhr (MEZ) angesagten Fernseh-Dokumentation - in dem Programm Mona Lisa betitelt »Keine Entschädigung für ehemalige Heimkinder ? – Heimerziehungs-Opfer warten noch auf Gerechtigkeit« @ ZDF.de - Keine Entschädigung für Heimkinder? ( falls der Link hier nicht funktioniert, bitte die URL manuell in die Adresszeile eingeben ! ) ein Foto einer offiziellen Akte gezeigt, einer Akte worin unter der Überschrift „Dienstbetrieb“ „Besondere Vorkommnisse und Entweichungen“ „156 Todesfälle“ und „971 Besondere Vorkommnisse“ notiert sind. Der ZDF weiß sicherlich auch ganz genau auf welche damalige „Anstalt“ / „Institution“ / „Erziehungseinrichtung“ und auf welchen Bundesstaat im damaligen Westdeutschland sich diese Akte bezieht.

Die Frage stellt sich natürlich sofort: Was war die Gesamtzahl der „Todesfälle“ von „Zöglingen“ / „Schutzbefohlenen“ in der gesamten Bundesrepublik Deutschland zwischen 1949 und 1985, “die der ‘Fürsorge’ der Kirchen oder des Staates unterstanden“, und was waren die jeweiligen „Todesursachen“?
In einem anderen Diskussionsforum ist mir deshalb „Berichterstattung im Bildzeitungsstil“ vorgeworfen worden - und ich bin dafür kritisiert worden, daß diese meine „Berichterstattung“ eine „Ungeheuerlichkeit“ / „Verallgemeinerung“ meinerseits sei.

Desweiteren war in den bisherigen Kommentaren und Meinungsäußerungen meiner dortigen Kritiker dort die Rede von „Vormundschaft“, „Pflicht“, „Verantwortung“, „Verantwortlichkeit“, und „Normalität“ aus der Sicht der „Verantwortlichen“, die für die „Fürsorgeerziehungszöglingeverantwortlich waren, und deshalb verpflictet waren hinter ihnen her zu jagen.

Die Tötung mit einem Hirschjagdgewehr, mit dem sich einer der erwachsenen „Wiedereinfänger“ [ der „Miliz“ ] ganz speziell „zum Zwecke des Wiedereinfangenseines jugendlichen Zwangsarbeiters bewaffnet hatte ( und andere Gewehre, mit denen sich andere erwachsene „Wiedereinfänger“ [ der „Miliz“ ] „zum Zwecke des Wiedereinfangensdieses jugendlichen Zwangsarbeiters ganz sicherlich ebenso bewaffnet hatten ), wird als ein „tragischer Unfall“ abgetan – und wenn man diesen Zivilisten [ der „Miliz“ ], die an diesem „Wiedereinfangen“ teilnahmen kein „Kopfgeld“ versprach, nahmen sie alle an dieser „Jagd“ teil wohl nur zum Spaß, oder weil es ihrekommunale Pflicht“ war und sie ihrerVerantwortungnachkamen ? Unbewaffnetete „Vertrauensburschen“ aus Glückstadt selbst waren wohl auch ab und zu mal ebenso an der „Jagd“ auf ihre „Mithäftlinge“ beteiligt ( und auch sie wurden dafür „belohnt“ ). Und dieseWiedereinfänger“ / „Vertrauensburschen“ sahen es wohl ebenso als ihrePflicht“ und ihreVerantwortung“ an, den „Erziehern“ zu „helfen“.

Würde mich mal interessieren, ob diese damaligen „Wiedereinfänger“ / „Vertrauensburschen“ / „Spione“/ „Kapos“, oder auch „Wiedereinfängerinnen“ / „Vertrauensmädel“ / „Spioninnen“ / „Kapos“, unter den „Fürsorgezöglingen“ selbst, in vielen dieser damaligen „Heime“ / „Anstalten“ / „Zwangsarbeitslagern“ / „Arbeitserziehungslagern“, das wohl heute als erwachsene Menschen im fortgeschrittenen Alter, noch genauso sehen wie damals – daß sie sich für den „Vorteil“ einer „Belohnung“ dazu bereit erklärten, und sich dazu „verpflichtet“ sahen, „Hilfserzieher“ oder „Hilfserzieherinnen“ zu werden und sich auf dieses „unterste Niveau der Erzieher“, „Wächter“ und „Sklaventreiber“ „begaben“.

Es war jedesmal das Gleiche wenn einer der „Insassen“ aus Glückstadt entfloh. Die darauffolgende „Jagd“ war sofort angesagt, und schwer bewaffnete Zivilisten [ die „Miliz“ ] nahmen immer daran teil. Es war nur Glücksfall, daß nicht auch noch andere jugendliche Zwangsarbeiter ebenso dabei erschossen worden sind. Ein anderer jugendlicher Zwangsarbeiter, während er ebenso auf diese Weise gejagdt wurde, ertrank in der Elbe. Genau wie viele andere jugendliche Zwangsarbeiter in Glückstadt oder auf der Flucht aus Glückstadt zu Tode gekommen sind und was die jeweiligen Todesursachen waren, habe ich bisher noch nicht feststellen können. Aber ich ( im Auslande ! ) und viele andere engagierte „Ehemalige Heimkinder“ ( in Deutschland selbst ! ) – „Ehemalige Heimkinder der alten Bundesländer“ – arbeiten weiterhin daran es genau festzustellen und alle diesbetreffenden Beweise sicher zu stellen !!!

An all meine Kritiker: Sagt Euch dieses Foto vielleicht etwas und läßt es Euch vielleicht sogar aufwachen, aufhorchen, und nachdenken ? ? ?

http://www.heimkinder-ueberlebende....6-Todesfaelle-in-den-1950er-1960er-Jahren.jpg

Dieses Foto selbst ( auf der Webseite wo es archiviert ist ! - an dieser Stelle In einer offiziellen Verwaltungsakte werden „156 Todesfälle“ für eine bestimmte westdeutsche „Fürsorgeerziehungsanstalt“ in den 1950er / 1960er Jahren dokumentiert – eine von vielen, vielen solcher Anstalten im damaligen Westdeutschland, für Jungen U ( falls der Link hier nicht funktioniert, bitte die URL manuell in die Adresszeile eingeben ! ) ) hat einen Link eingebaut, der, wenn man ihn anklickt, viele, viele andere Fotos jugendlicher Zwangsarbeiter in der Bundesrepublik Deutschland ( in den 1950er, 1960er, und 1970er Jahren! - Jungen und Mädchen ! ), die sich in der GOOGLE-Bilder-Datenbank befinden für jeden Wissensbegierdigen zu Tage befördert ( und das sind noch nicht alle solcher Fotos; es gibt auch noch viele mehr an anderen Stellen im Internet ! - die meisten davon auf meiner Webseite ! ).

Und für die unter Euch die Englisch verstehen ---- Ihr könnt jetzt diese Geschichte aus dem Jahre 1966 „Fürsorgezögling auf der Flucht aus dem schleswig-holsteinischen ‚Landesfürsorgeheim Glückstadt‘ von einem Bauern mit einem Hirschjagdgewehr erschossen“ auch auf einer kanadischen Webseite in Englisch lesen – @ Thought Provoking, - The Exchange [ bitte, dort ein klein wenig runter scrollen ! ] ( falls der Link hier nicht funktioniert, bitte die URL manuell in die Adresszeile eingeben ! ) – wo auch zum ersten mal der Name dieses Bauern aus Hodorf der den Todesschuß auf diesen „Zögling“ abgegeben hat, genannt wird.

Mit freundlichen Grüßen aus Australien

Martin Mitchell

 
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#84
„Fürsorgeerziehungszöglingsjagd“ – Menschenjagd auf „Zöglinge“

Fürsorgeerziehung“ - „Gestohlene Kindheit“ - „Gestohlenes Leben“ - „Flucht in den Tod

GESTOHLENE KINDHEIT“ – Eine ZDF-Veröffentlichung, aus dem Jahre 2008, die sich ebenfalls mit diesen Themen befaßt und auseinandersetzt:

[ Westdeutsche Nachkriegsgeschichte ! – „Wahrheit“ oder „Lüge“ ? – „Tatsachen“ oder „Volksverhetzung“ ? – „Verbrechen“ oder „Zeitgeist“ – „Ausnahmezustand“ oder „Normalität“ ? ]

Mehr Information über den gesamten Inhalt dieser ZDF-Veröffentlichung ist hier zu finden

@ http://www.mvg-verlag.de/mediadata//articles/pdfcontent/978-3-636-06402-8.pdf

»»» Barbara Dickmann | Sibylle Bassler (Hg.)

Gestohlene Kindheit

Wie Fürsorgeheime Kinder zerstört haben

Ein ML Mona Lisa Buch

Nach einer Dokumentation von
Barbara Dickmann und Angelica Fell

5
Inhalt
Vorwort ................................................................... 7

Weggesperrt im Namen des Staates ..................... 9
Frank Leesemann ........................................................ 9
Otto Behnck ............................................................... 12
Wie Sträflinge gehalten ................................................... 15
Drangsaliert und ausgebeutet .......................................... 19
Ausgebeutet für die Stadt und ihre Fabriken ............... 20
Wie im Knast…........................................................... 22
Unheilvolle Geschichte des Landesfürsorgeheims ........ 23

Störung der bürgerlichen Ordnung ...................... 25
Die drohende Verwahrlosung ........................................... 28
Die Maschinerie setzt sich in Gang ................................... 32

Schuldgefühle und Scham der Opfer .................... 35
Kinderheim St. Josef in Eschweiler .................................... 36
Carola Koszinoffski ..................................................... 36
Der Willkür ausgeliefert ................................................... 41
Warum schweigen die Nonnen bis heute?........................ 46
Hermine Schneider ...................................................... 48
Schwarze Pädagogik ........................................................ 50

Die Opfer brechen ihr Schweigen ......................... 51
Michael-Peter Schiltsky ................................................ 54

6
Konfrontation mit der Vergangenheit ............................... 58
Das Trauma ...................................................................... 63

Flucht in den Tod .................................................... 65
Harry Radunz .............................................................. 67
Ferdinand Ellerwald ..................................................... 70

In den Fängen der Fürsorge .................................. 71
Kalmenhof in Hessen ....................................................... 71
Günter Klefenz ........................................................... 76
Systematische Misshandlungen ........................................ 82
Heinz Schreyer ............................................................ 86
Die unglaubliche Geschichte der Elfriede Schreyer ....... 87

Das Unrecht wird angeprangert ........................... 91
Warum so spät? ............................................................... 91
Verbrechen im Namen des Staates und der Kirche ............ 93
Verantwortung übernehmen ............................................ 96
Aufarbeitung in Schleswig-Holstein ............................. 97
Hessen ........................................................................ 100
Petitionsausschuss im Bundestag ...................................... 101

Reaktionen auf die Dokumentation ..................... 103

Anhang ................................................................... 107
Die Mona Lisa-Frauen ...................................................... 107
Wir danken ...................................................................... 108
Quellen, Links und Literatur ............................................. 109
Anmerkungen .................................................................. 112

© des Titels »Gestohlene Kindheit« ( ISBN 978-3-636-06402-8 )
2008 by mvgVerlag, FinanzBuch Verlag GmbH, München
Nähere Informationen unter: MVG Verlag «««

Hoffe vielen Betroffenen und ihren Familien hiermit gedient zu haben.

Mit freundlichen Grüßen aus Australien.

Martini

PS. Ich bin selbst erst gestern ( 30.01.2009 ) auf dieses PDF-Dokument aufmerksam geworden. Und ich hatte selbst auch noch keine Möglichkeit diese ZDF-Veröffentlichung zu studieren, weil sie natürlich nicht in Australien zu erwerben ist. Vielleicht wird ja jemand demnächst so nett sein und mir eine Kopie davon nach Australien, auf mein Postfach, zukommen lassen. Wäre schön.

PPS. Hoffe Ihr friert nicht zu sehr, momentan, in Deutschland, und hoffe das Putin Euch nicht wieder den Gashahn zudreht. In Adelaide hatten wir seit Montag 26.01.2009 jeden Tag über 44 Grad, und die Wettervorhersage ist, daß dies noch für weitere vier Tage anhalten wird ( auch das wird in die Geschichtsbücher eingehen ).
 

Hildeshomer

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#85
ich muss das thema grad mal hochholen

wie sieht es eigentlich mit den verjährungsfristen für missbrauch an kindern aus?

mir ist auch vor 25 jahren was passiert was ich totschweigen musste, aber es kommt immer wieder hoch

wie soll ich am besten vorgehen?
 

B. Trueger

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#86
ich muss das thema grad mal hochholen

wie sieht es eigentlich mit den verjährungsfristen für missbrauch an kindern aus?

mir ist auch vor 25 jahren was passiert was ich totschweigen musste, aber es kommt immer wieder hoch

wie soll ich am besten vorgehen?

Wenn es sich um sexuellen Missbrauch handeln sollte, so verjährt dieser bei Kindern nach 10 Jahren. 20 Jahre Verjährungsfrist kommt bei sexuellen Missbrauch (und es gibt ja nicht nur den sexuellen Missbrauch) in besonders schweren Fällen vor.
 
E

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#87
Es kommt auf die Strafandrohung an.

Bis 5 Jahre Haftandrohung: Verjährung nach 5 Jahren
Bis 10 Jahre Haftandrohung: Verjährung nach 10 Jahren
Mehr als 10 Jahre Haftandrohung: Verjährung nach 20 Jahren
Bei lebenslanger Haftandrohung: Verjährung nach 30 Jahren

Dabei gilt bei Straftaten an Kindern, dass die Frist erst mit dem Vollenden des 18. Lebensjahres beginnt.
 

B. Trueger

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#88
Es kommt auf die Strafandrohung an.

Bis 5 Jahre Haftandrohung: Verjährung nach 5 Jahren
Bis 10 Jahre Haftandrohung: Verjährung nach 10 Jahren
Mehr als 10 Jahre Haftandrohung: Verjährung nach 20 Jahren
Bei lebenslanger Haftandrohung: Verjährung nach 30 Jahren

Dabei gilt bei Straftaten an Kindern, dass die Frist erst mit dem Vollenden des 18. Lebensjahres beginnt.

Es geht nur bis 5 Jahre nach § 176 StGB
 

B. Trueger

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#90
Dann sind es 5 Jahre, nach Erreichen der Volljährigkeit. Zivilrechtlich sogar nur 3 Jahre ...

Das mag sein. Es geht aber hier um die Verjährungsfrist und diese beträgt nun mal nach § 176 StGB 10 Jahre und bei schweren Fällen nach Absatz 3 dieses Paragraphen 20 Jahre.
 
E

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#92
ich muss das thema grad mal hochholen

wie sieht es eigentlich mit den verjährungsfristen für missbrauch an kindern aus?

mir ist auch vor 25 jahren was passiert was ich totschweigen musste, aber es kommt immer wieder hoch

wie soll ich am besten vorgehen?
Und selbst wenn es verjährt wäre, solltest du es dennoch tun, um die Wahrheit protokolliert und veröffentlicht zu haben, um deiner selbst willen. Anzeige schriftlich mit komplettem Protokoll bei der Staatsanwaltschaft - die Polizei würde es im Vorfeld schon nicht aufnehmen.

Lieben Gruss
Emily
 

B. Trueger

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#93
Weil ja auch 10 Jahre Haft angedroht sind, wie dein Link besagt ...

Wie bitte? In welchem Link werden 10 Jahre Haft angedroht. Haftandrohungen stehen doch nicht in Gesetzestexten.

Rumpel, begreifst du das nicht? Sexueller Mißbrauch verjährt nach 10 Jahren. Wenn diese 10 Jahre noch nicht abgelaufen sind, kann man klagen und es kann eine Haftstrafe von 3 Monaten bis zu 5 Jahren verhängt werden, gemäß § 176 StGB.
Wie gesagt, in solch einem Fall beträgt die Verjährungsfrist 10 Jahre


Ist der Missbrauch ein besonders schwerer Fall, darf nach § 176 Abs. 3 StGB nicht unter 1 Jahr verurteilt werden aber nicht mehr als 5 Jahre.
In solch einem Fall beträgt die Verjährungsfrist 20 Jahre.
 
E

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#94
Wie bitte? In welchem Link werden 10 Jahre Haft angedroht. Haftandrohungen stehen doch nicht in Gesetzestexten.

Rumpel, begreifst du das nicht? Sexueller Mißbrauch verjährt nach 10 Jahren. Wenn diese 10 Jahre noch nicht abgelaufen sind, kann man klagen und es kann eine Haftstrafe von 3 Monaten bis zu 5 Jahren verhängt werden, gemäß § 176 StGB.
Wie gesagt, in solch einem Fall beträgt die Verjährungsfrist 10 Jahre


Ist der Missbrauch ein besonders schwerer Fall, darf nach § 176 Abs. 3 StGB nicht unter 1 Jahr verurteilt werden aber nicht mehr als 5 Jahre.
In solch einem Fall beträgt die Verjährungsfrist 20 Jahre.
Sorry, aber hier der Originaltext § 176 StGB (1):

(1) Wer sexuelle Handlungen an einer Person unter vierzehn Jahren (Kind) vornimmt oder an sich von dem Kind vornehmen läßt, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren bestraft.
Nun bring mal nicht alles durcheinander, damit ist niemandem geholfen.
 

B. Trueger

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#95
Sorry, aber hier der Originaltext § 176 StGB (1):

Nun bring mal nicht alles durcheinander, damit ist niemandem geholfen.

Ok, das hab ich übersehen. Dann revidiere ich meine Aussage. Ändert aber nichts an der Verjährungsfrist.
 

B. Trueger

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#96
Hildeshomer, bei aller Tragik, welche dir als Kind da in dieser Kur widerfahren ist aber belangen wirst du nach 25 Jahren keinen mehr. Auch wenn du die Namen der Schwestern noch im Gedächtnis hast. Du kannst a nichts beweisen, somit stände Aussage gegen Aussage und b dürfte es, auch wenn du Beweise hättest, diese Angelegenheit verjährt sein. Ich will mich da aber auch nicht festlegen, juristisch kann ich das nicht einschätzen.

Ich werde mich aber hüten dir eine Empfehlung zu geben, auch attestiere ich dir aus mangelnder Kompetenz nichts aber raten, das kann ich dir:

Vielleicht arbeitst du diese Geschichte mal anhand eines Therapeuten oder Psychologen auf, sofern das noch nicht gemacht worden ist. Zeigt doch auch deine Geschichte, dass da noch viel Redebedarf besteht.
 
E

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#97
Grausamkeiten im seelischen Bereich wie willkürliche Unterstellungen, ungerechtfertigte Schuldzuweisungen, Isolation und Mobbing sind selbst heute noch extrem schwierig zu ahnden. Ist ja nichts sichtbar, was kaputt ist, sondern Interpretationssache, und wird vor allem stets weit von sich gewiesen. Dennoch find ich es wichtig, dass du es mal zusammengesammelt hast, denn daraus bist du auch in der Lage, andere zu unterstützen denen Ähnliches widerfahren sollte. PS. Ich empfehle dir den Film runterzuladen den Kinderklauinfo in dem Thread "Frühwarnsystem" eingestellt hat - "Meine Mörder".

Lieben Gruss
Emily
 

Gabi

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#98
heute in der WAZ

Ich hänge einen Scan des Artikels hier an. Den Artikeltext verlinken kann ich leider nicht; m.E. dosiert die WAZ sehr genau, welcher Artikel online verfügbar, somit verlinkbar und breit zu streuen ist. Dieser Artikel ist in der Online-WAZ nicht zu finden.
 

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Vanzella

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#99
brrhhh, wenn ich das lese: Forscher wollen untersuchen .....
die baulichen Voraussetzungen. Ich bin absolut sicher, dass die Kabause im Vinzenzheim Dortmund nicht mehr existent ist (Einzelzelle, Matratze auf dem Fußboden, Eimer in der Ecke, Glasbausteine rechts und links). Eingesperrt dort 3 Tage wegen Nachtwandelns bei trocken Wasser und Brot, ohne irgendeine Form der Ablenkung.

War Kind bis hierhin noch halbwegs intakt, wusste Kind nach der Kabause fürs Leben: "Ist alles mein Fehler."

Dieses Heim wurde von Nonnen geleitet. Mir fällt nicht eine einzige Nonne ein, die "barmherzig" war. Der Artikel über das Heim im Buch "Schläge im Namen des Herrn" entspricht völlig den damaligen Verhältnissen.

Noch heute (nach Aufenthalt dort für etwas länger als ein Jahr) überkommt mich die kalte Wut, wenn ich mitbekommen muss, dass damals "ja alles nicht so schlimm" gewesen sein soll.

Es war grauenhaft, abartig und das in einem von Nonnen geführten Heim. :icon_cry::icon_kotz2:
 
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