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Albrecht von Lucke – Hartz IV: Das doppelte Schisma oder: Das stählerne Gehäuse der A

wolliohne

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#1
Spätestens seit dem zehnten Jahrestag der „Hartz–Verkündigung“ am 16. August 2002 durch Bundeskanzler Gerhard Schröder und VW-Personalchef Peter Hartz im Französischen Dom zu Berlin wird erregt über die Frage debattiert, ob die Agenda-Reformen dem Land eher ökonomische Stabilität oder soziale Spaltung beschert haben. Was dagegen viel zu wenig beleuchtet wird, sind die psychologischen Auswirkungen, unter denen die Republik seit Einführung der Reformen leidet. Denn längst ist Hartz IV weit mehr als ein bloßes Gesetz. Die Chiffre Hartz IV – das bedeutet für Tausende Menschen ein radikales Gefühl der Verunsicherung ihrer Lebensläufe, die Sorge, von einem Tag auf den anderen ins Nichts zu stürzen und damit den sozialen Abstieg wie einen kalten Entzug zu erleben. Hartz IV steht damit für ein doppeltes, gesellschaftliches Schisma: das der Unterscheidung in Produktive und Unproduktive und das der politischen Linken in Agenda-Verteidiger und erbitterte Gegner.
Quelle: Gegenblende
 

roterhusar

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#2
AW: Albrecht von Lucke – Hartz IV: Das doppelte Schisma oder: Das stählerne Gehäuse d

Bedingungslose Kapitulation. Die Puppenfee hat es noch mal auf den Punkt gebracht. Das Ende der Politik.

"Dies hat zentral mit der Rückkehr der „alten“ linken Frage zu tun, nämlich mit dem Gegensatz von Kapital und Arbeit.

Nur durch neue Bündnisse " " lässt sich das doppelte Hartz IV-Schisma beseitigen, das der Gesellschaft und das der Linken."

Mit dem Ende der Politik begann die Erwerbslosenbewegung II. Der fällt bei der K- Frage nur mehr "Kanzlerfrage" ein.
 

Merkur

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#3
AW: Albrecht von Lucke – Hartz IV: Das doppelte Schisma oder: Das stählerne Gehäuse d

Die Agenda 2010 ist einfach ausgedrückt ein Krieg ,Reich gegen Arm.
 

ThisIsTheEnd

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#4
AW: Albrecht von Lucke – Hartz IV: Das doppelte Schisma oder: Das stählerne Gehäuse d

Wirkliche Aussicht auf Erfolg verspricht daher nur eines – die alte Einsicht in die Notwendigkeit, sich kollektiv betätigen zu müssen, um individuellen Erfolg zu haben. Das war die Basis der Solidarität der fortschrittlichen, sozialdemokratischen und sozialistischen Arbeiterbewegung des 19. und 20. Jahrhunderts;
Ist ja alles schön und richtig, aber ich befürchte dann doch, dass es diese klassische Arbeiterbewegung oder generell sich der "Arbeiterklasse zugehörig fühlen" einfach nicht mehr gibt. Heute will bekanntlich alles Mittelsicht sein. Die Gesellschaften von damals und heute lassen sich nicht vergleichen, und ich bezweifle, dass die Notwendigkeit zur kollektiven Betätigung bereits erfolgreich weg-individualisiert wurde.
 
E

ExitUser

Gast
#5
AW: Albrecht von Lucke – Hartz IV: Das doppelte Schisma oder: Das stählerne Gehäuse d

Hierzu ein interessanter Artikel:

„Den Prolls die Fresse polieren“


Ein Buch des Historikers, Gewerkschafters und Journalisten Owen Jones über die Stigmatisierung der Arbeiterklasse in der britischen Gesellschaft schlägt riesige Wellen.
-----
Aber auch hierzulande ist eine signifikante Zunahme von Sozialchauvinismus und Ressentiments gegen „die da unten“ wahrnehmbar. Bild verbreitet, beispielsweise mit der Kreation und Überzeichnung von Figuren wie „Karibik-Knut“ und „Florida Rolf“, seit Jahrzehnten den Mythos vom massenhaften „Sozialbetrug“. Einige Privatsender haben regelrechte Hetzjagden auf Sozialhilfe-, später auf Hartz IV-Bezieher gestartet.

Quelle: „Den Prolls die Fresse polieren“ | Zeitfragen

Damals mit 16/1977 bin ich noch begeistert den Jusos beigetreten und 2003 aus diesem unsäglichen Verein wieder raus. In der IGM bin ich seit 1980 und weiß noch nicht wie lange ich in dem laschen Haufen noch bleibe. Ein Kollege von der der IGM meinte zu mir als ich mir rechtliche Unterstützung erhoffte: "Bei Hartz IV muss man eben die Hosen runter lassen und sich fügen" schließlich bekommt man da ja auch sein Geld und zudem kam in dem Gespräch heraus, dass er auch noch gut bekannt mit meinem Verfolgungsbetreuer beim Amt ist, boah! :icon_dampf:

Jedenfalls sind die Gewerkschaften für mich nur noch ein Pseudo-Solidarverein im Sinne von Mittel zum Zweck und haben sich schon viel zu lange von der neoliberalen Wirtschaftselite einlullen lassen und sind zu einem starkem Widerstand und Kampf nicht in der Lage, oder wollen es eben auch erst garnicht...
 

Paolo_Pinkel

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#6
AW: Albrecht von Lucke – Hartz IV: Das doppelte Schisma oder: Das stählerne Gehäuse d

Oder wie es @ Curt the Cat in der Signatur stehen hat
Zitat von Michael Rogowski am 16.12.2004 auf PHOENIX sagte :

Am 09.11.1989 haben wir mit der Maueröffnung auch die Abrissbirne gegen den Sozialstaat in Position gebracht.
Hartz V bis Vlll werden demnächst folgen. Es ist Klassenkampf und es ist gut so, dass der Gegner auf der anderen Seite kaum wahrzunehmen ist.

Michael Rogowski, Vorsitzender des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI)
==> http://www.elo-forum.org/members/8.html
 

hartaber4

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#7
AW: Albrecht von Lucke – Hartz IV: Das doppelte Schisma oder: Das stählerne Gehäuse d

"Rosiger" wird es definitiv nicht werden!
 
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ExitUser

Gast
#8
AW: Albrecht von Lucke – Hartz IV: Das doppelte Schisma oder: Das stählerne Gehäuse d

Oder wie es @ Curt the Cat in der Signatur stehen hat
==> http://www.elo-forum.org/members/8.html
Dazu mal ein Statement zum eventuell gedanklichen Hinterfragen und zur Klarstellung:

"Durchs Netz geistert seit einiger Zeit ein vermeintliches Zitat von Michael Rogowski, ehemaliger Chef des Bundesverbandes der deutschen Industrie (BDI). Er soll gesagt haben: "Am 09.11.1989 haben wir mit der Maueröffnung auch die Abrissbirne gegen den Sozialstaat in Position gebracht. Hartz V bis Vlll werden demnächst folgen. Es ist Klassenkampf und es ist gut so, dass der Gegner auf der anderen Seite kaum wahrzunehmen ist." Und Phoenix soll das am 16.12.2004 gesendet haben. Klingt ja erstmal passend und Kapitalisten sind ja manchmal offener als wir als ihre Kritiker denken."

Das Zitat ist aber falsch, wie ich jetzt erst feststellte. Ich habe das Zitat im Netz auch erst vor kurzem gefunden. Und musste feststellen, dass ich die Ursache dafür geschaffen habe.

......

Ich kann mich bei all denen, die das falsche Rogowski-Zitat verwenden, nur entschuldigen und sie bitten, es nicht mehr so zu verwenden. Vielleicht liest das ja jemand hier. Das war mir wichtig, auch wenn es fast genau sieben Jahre her ist.

Quelle: Sozialabbau

Nur mal so am Rande....
 

Piedro

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#9
AW: Albrecht von Lucke – Hartz IV: Das doppelte Schisma oder: Das stählerne Gehäuse d

letzteres kann ich nicht so ohne weiteres glauben. :biggrin:

aber alle achtung, datt is ma ne interessante thread.



es steht jedenfalls ausser zweifel, dass die sozialstandarts der bundesrepublik deutschland in den letzten zwanzig jahren einen anderen stellenwert erhalten haben. das stelle ich aus meiner subjektiven perspektive fest. ich war etwa zwei jahrzehnte ausser landes. was ich über das erfuhr, was in d-land vorging, entnahm ich der berichterstattung meiner wahlheimat. das internet nutze ich erst seit etwa fünf jahren.

in diskussionsforen bekam ich durch youtube-links u.ä. erschreckende einblicke in eine realität, die im deutschlad, das ich verlassen hatte, nicht denkbar gewesen wäre. als ich mich aus persönlichen gründen mit dem gedanken beschäftigte, in mein elternland zurück zu kehren - remigrieren - war mir klar, dass ich das als arbeitsloser tun musste. also las ich da und dort und landete hier, ebenso betroffen wie beeindruckt von dem, was ich hier lesen durfte.

ganz ungeachtet davon, welcher parteiheld was wann gesagt hat: es lässt sich nicht bestreiten, dass die belange von grundsicherung, arbeitslosigkeit und politischem kalkül dieses land auf eine weise verändert haben, dass es nicht mehr wirklich wiederzuerkennen ist.

ich will gar nicht über medienstrategien etc reden - zum glück war ich lange jahre von den deutschen privatsendern unbehelligt. dennoch sind mir die protagonisten dieser kampagnen auch durch ausländische medien bekannt. und ich weiss, dass viele meiner mitbürger DIESES landes ihre scheuklappen bereitwillig aufklappen, wenn es um sozialschmarotzer oder das feindbild des tages geht.

ich will jetzt gar nicht an irgendwelche kapitalistischen ausbeutungsstrategien zwischen merkels streng geheimer grünteerunde - man serviert stark gebrühten gunpowdertee ohne zucker und parliert über die aktuellen anliegen der illuminatenlobby... - und der sachlichen analyse verfügbarer datenn denken. ich schau mich nur um und mir rollen sich die fussnägel ein. deutsche behörden, durch irgendwelche gesetze dezentralisiert und "opitonskommunen" unterstellt, entrechten systematisch, organisiert und auf den rechtsstaat provozierender weise (stichwort sozialgerichte) wachsende bevölkerungsteile. ob es um das wohl von kindern geht, um gesundheit, um förderung, ob es auch nur darum geht die geltenden gesetze einzuhalten um die angelegenheiten irgendeines bürgers zu regeln: ARSCHLECKEN!

nicht immer, aber viel zu oft.

von einer regierung, die es nicht mal im ansatz auf die kette kriegt ihre gesetze so zu verabschieden, dass es keiner korrektur durch das verfassungsgericht bedarf, und die dann nicht mal erkennen lässt, die ihr gesetzten fristen ernst zu nehmen, darf man weniger als nichts erwarten um den sozialpolitischen gau verhindern zu wollen. andere parlamentsanbieter mögen ihre wählerschaft von alternativen überzeugen, aber die mandatare sind dann auch nur ihrem "gewissen" verpflichtet, nicht denen, die ihnen ihre stimme gaben.

diese kreaturen sind mir eh wurscht. was mir nicht wurscht ist: so viele menschen leben in angst, so viele menschen werden in einer art und weise behandelt, dass nur noch ein forenzensursystem es vermeiden kann, dass ich sage: BESCHISSEN! und damit meine ich angedingst! aber sowas von!

man kann hier viel darüber lesen, warum das so ist wie es damals nicht war. eins liest man nicht:

weil die deutschen es zugelassen haben!

und da spielt die nummer mit der "vereinigung" eine grosse rolle. über die man lange und viel schreiben kann. lassen wir das mal aus.

wir sind das volk.

das volk hat all das zugelassen, was getan wurde. warum auch immer. vor zwanzig jahren wäre es echt nicht denkbar gewesen, dass die menschen angst vor IHREM sachbearbeiter haben.

soll die bild schreiben. soll jeder, der auf demonstrationen was von sich geben will, seine reden halten. mögen die verbände ihre analysen publizieren und die zuständigen minister von perspektiven oder inkompetenz schwafeln bis die zunge pelzig wird.

es liegt an uns. wir sind das volk. wir erlauben es den politikern zu schwafeln und wir erlauben es den sozialbehörden geltendes recht zu sabotieren. vor jedes jobcenter einen berater. vor jedes jobcenter jemand, der da ist. zeitnahe beratung, über telefon, foren, mail, wurscht. organisierte begleitung in jeder stadt, und sei sie noch so klein oder gross. eine möglichst umfassende dokumentation der einzelfälle, erst belegen, dann bewerten, dann kommunizieren.

oder wir treffen uns am ersten mai mit den gewerkschaftlern beim aufmarsch. :biggrin:
 

ThisIsTheEnd

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#10
AW: Albrecht von Lucke – Hartz IV: Das doppelte Schisma oder: Das stählerne Gehäuse d

Das Zitat ist aber falsch, wie ich jetzt erst feststellte. Ich habe das Zitat im Netz auch erst vor kurzem gefunden. Und musste feststellen, dass ich die Ursache dafür geschaffen habe.
Habe ich mir gedacht und schon mal woanders hier angezweifelt. Allerdings ist es mit dem Inhalt des falschen Zitats so wie mit guter Satire: Es klingt plausibel und es wäre durchaus denkbar, dass einer wie der Rogowski so was äußert. Es macht aber in der Sache keinen wirklichen Unterschied.
 
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