💡Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der RealitĂ€t

Sybilla

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Die Zahlen auf einen Blick April 2008: Arbeitslose mit Ein Euro Jobs/Arbeitsgelegenheiten 3.710.431 Personen 8.027.980 Leistungsberechtigte 7.090.000 hilfebedĂŒrftige Personen Bestand offene Stellen 592.000.
Im Dezember 2007 verdienten insgesamt 1.289.000 Leistungsbezieher (Aufstocker mit ergĂ€nzenden ALG II) in der Grundsicherung Einkommen aus ErwerbstĂ€tigkeit. 684.000 Leistungsbezieher mit Einkommen bis zur GeringfĂŒgigkeitsgrenze von einschließlich 400 Euro. Einkommen von 400 Euro aber nicht mehr als 800 Euro verdienten 231.000 Leistungsbezieher und 374.000 HilfebedĂŒrftige Einkommen ĂŒber 800 Euro. Quelle der Zahlen: BA Bericht 04/08)

Rund 6,5 Millionen Personen arbeiten unterhalb von zwei Dritteln des mittleren Stundenlohns. Quelle: Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ)


Wer bei 3.710.431 statistisch erfassten Arbeitslosen (mit Ein-Euro-Job) + ca. 1,25 Millionen Personen in arbeitsmarktpolitischen Instrumenten (ohne Ein-Euro-Job) von VollbeschĂ€ftigung faselt hat den Bezug zur RealitĂ€t verloren. Wenn die Medien gleich klingend diese Botschaft verkĂŒnden, ist dass augenscheinlich eine wunschgemĂ€ĂŸe aber keine wahrheitsgemĂ€ĂŸe Berichterstattung.


ZUM TAG DER ARBEIT

Die gesellschaftliche Last der Arbeitslosigkeit oder wie erstellt man eine positive Statistik?

Analyse des BA Berichts April 2008:

Erstellt von Sybilla am 30.04.08 11 Uhr 00
Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden.

Die Wirklichkeit der RealitÀt

AusgewÀhlte Schlagzeilen der letzten Tage:

Neckermann vor Arbeitsplatzabbau
Neckermann vor Arbeitsplatzabbau
Stellenabbau bei BMW
Stellenabbau bei BMW : News & Nachrichten
Regierung baut 400 Stellen ab
Regierung baut 400 Stellen ab - svz.de


Der Arbeitsmarkt steht auf der Kippe. Im ersten Quartal haben deutsche Großunternehmen angekĂŒndigt, knapp 40.000 Stellen streichen zu wollen. Dem steht die geplante Schaffung von nur noch 23.000 neuen Stellen gegenĂŒber. Das geht aus einer Auswertung der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hervor, in die alle öffentlich angekĂŒndigten PersonalstandsverĂ€nderungen von mehr als hundert Stellen in der Wirtschaft einbezogen worden sind.
Folgen der Finanzkrise: Es droht ein Stellenabbau - Konjunktur - Wirtschaft - FAZ.NET
Und so weiter und sofort
.

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Offizielle ermittelte BA - Zahlen des Arbeitsmarkt – Berichts April 2008 diese von vielen Medien ohne Detailbetrachtung verkĂŒndet werden.

April 2008

Im April 2008 betrÀgt Arbeitslosigkeit (mit statistisch erfassten Ein Euro Jobs) 3.710.431 (Vormonat 3.796.088 ). bestehend aus (3.413.921 Arbeitslose (Seite 46 BA Bericht April 08) + * 296.510 Ein Euro Jobs ( BA Bericht April 2008 Seite 70 )

*3) Es ist von einer deutlichen Untererfassung auszugehen, da nur die Informationen darstellbar sind, deren Daten individuell teilnahmebezogen im operativen Verfahren der BA erfasst sind oder von zkT ĂŒber XSozial ĂŒbermittelt werden (z. B. haben fĂŒr 2007 nur ca. 31% der ARGEn Daten zum Einsatz der flankierenden Leistungen erfasst).

Die Zahl der Personen in arbeitsmarktpolitische Instrumenten (Seite 70 BA – Bericht 4/08) ist von 1.456.564 Personen im Februar 08 um 46.985 Personen auf 1.503.549 Personen im MĂ€rz 08 und im April 2008 noch einmal um 28.391 Personen auf jetzt 1.531.940
Personen angestiegen. Das heißt rund 60 % des RĂŒckgangs der statistisch erfassten Arbeitslosigkeit von Februar zu MĂ€rz 08 und rund 30 % des RĂŒckgangs der statistisch erfassten Arbeitslosigkeit von MĂ€rz zu April 08 wurde weder durch die Konjunktur noch durch Nachfrage von ArbeitskrĂ€ften erreicht sondern durch die Ausweitung der arbeitsmarktpolitische Instrumente.

Mit wachsenden Befremden nehme ich zur Kenntnis das viele Medien der Versuchung nicht widerstehen und die niedrigsten Arbeitslosenzahlen seit x Jahren oder gar seit Frau Merkels Geburt verkĂŒnden. (Dabei werden völlig unterschiedliche Statistiken verglichen – so gab es vor 15 Jahren kein Saisonkurzarbeitergeld keine Ein Euro Jobs und die Arbeitslosenhilfe hatte eine komplett andere Grundlage von BedĂŒrftigkeit als das Arbeitslosengeld II.
Die Darstellung eines Vergleich der Arbeitslosenzahlen vor 2005, also vor der Neudefinition der Arbeitslosigkeit, durch das SGB II ab 2005 ansetzt, ist meines Erachtens unsachgemĂ€ĂŸ. Die Daten zu den Arbeitslosenzahlen werden seit der Reform des SGB II in den BA Berichten verkĂŒrzt wiedergegeben und von der Politik und vielen Medien einseitig tendenziös interpretiert. Die Frage ist; finanziert die Wirtschaft den *Aufschwung* am Arbeitsmarkt mit existenzsichernden ArbeitsplĂ€tzen oder wird der *Aufschwung* am Arbeitsmarkt durch ArbeitsplĂ€tze mit ergĂ€nzendem ALG II durch Steuern finanziert? Viele Medien suggerieren mit multimedialen "Jubelmeldungen“ einen Erfolg der Reformen am Arbeitsmarkt.
Entgegen der guten Nachricht vom sinken der Arbeitslosigkeit steht die schlechte Nachricht von wachsender Armut der ErwerbstÀtigen im Niedrigstlohnbereich und wachsende Kinderarmut.


https://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200804.pdf

Knapp die HĂ€lfte aller Leistungsbezieher nicht als arbeitslos registriert

Arbeit und Soziales/Antwort

Berlin: (hib/MPI) Von den 2007 durchschnittlich 6,348 Millionen Beziehern von Arbeitslosengeld I (Alg I) und Arbeitslosengeld II (Alg II) sind laut Bundesregierung 3,135 Millionen (49 Prozent) nicht in der Arbeitslosenstatistik registriert. Dagegen seien insgesamt 3,213 Millionen (51 Prozent) arbeitslos gemeldet gewesen, schreibt die Regierung in ihrer Antwort (16/8458) auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion (16/8131). Außer den LeistungsempfĂ€ngern habe es noch 686.000 Arbeitslose gegeben, die keine Geldleistungen aus der Arbeitslosenversicherung bezogen. Von allen Arbeitslosen hĂ€tten 82 Prozent Leistungen erhalten. Von den durchschnittlich 1,092 Millionen Alg-I-EmpfĂ€ngern im Jahr 2007 seien 26 Prozent nicht in der Arbeitslosenstatistik aufgetaucht, schreibt die Regierung. 225.000 der Alg-I-Bezieher fielen unter die so genannte 58er-Regel, 25.000 der nicht als arbeitslos gefĂŒhrten Personen hĂ€tten an einer Trainingsmaßnahme teilgenommen, 26.000 seien arbeitsunfĂ€hig erkrankt und 16.000 seien vermindert leistungsfĂ€hig gewesen. Kriterien fĂŒr die Aufnahme in die Arbeitslosenstatistik der Bundesagentur fĂŒr Arbeit seien die Arbeitslosmeldung, die BeschĂ€ftigungslosigkeit und die VerfĂŒgbarkeit. Danach wĂŒrden etwa Personen, die arbeitsunfĂ€hig erkrankt oder dauerhaft erwerbsgemindert sind, nicht als arbeitslos gezĂ€hlt, "weil sie dem Arbeitsmarkt nicht zur VerfĂŒgung stehen". Wie aus der Antwort weiter hervorgeht, waren von den im Jahr 2007 durchschnittlich 5,329 Millionen Alg II-EmpfĂ€ngern 2,473 Millionen (46 Prozent) als arbeitslos registriert und 2,856 Millionen (54 Prozent) nicht als arbeitslos registriert. Eine Zuordnung zu bestimmten Gruppen sei bisher statistisch nur annĂ€herungsweise möglich. Zur Gruppe der erwerbstĂ€tigen HilfebedĂŒrftigen ("Aufstocker") mit einem monatlichen Bruttoeinkommen von mehr als 400 Euro zĂ€hlten demnach 524.000 Personen. Der Gruppe der "Ein-Euro-Jobber" und Teilnehmer an Qualifizierungsmaßnahmen wurden demnach 418.000 der als nicht arbeitslos registrierten Alg-II-Bezieher zugeordnet. Ferner seien 484.000 unter-20-jĂ€hrige und 312.000 ĂŒber-58-jĂ€hrige Alg-II-EmpfĂ€nger statistisch nicht als arbeitslos gefĂŒhrt worden.

Deutscher Bundestag: Knapp die HĂ€lfte aller Leistungsbezieher nicht als arbeitslos registriert
Bedarfsgemeinschaften und hilfebedĂŒrftige Personen 1) hochgerechnete Werte

BA Bericht April 2008 Seite 21

Bedarfsgemeinschaften 3.657.000
hilfebedĂŒrftige Personen 7.090.000
davon:
erwerbsfĂ€hige HilfebedĂŒrftige (eHb) 5.154.000
nicht erwerbsfĂ€hige HilfebedĂŒrftige (nEf) 1.935.000


Die Zahl der Leistungsberechtigten *vorlÀufige Werte des BA Berichts April Seite 46

*Die Zahl der ALG I Leistungsberechtigten betrÀgt im April 2008 _938.047
*Die Zahl der ALG II Leistungsberechtigten betrÀgt im April 2008 _5.154.448
*Die Zahl, der Sozialgeld Leistungsberechtigten betrÀgt im April 2008 _ 1.935.485

= * 8.027.980 Leistungsberechtigte April 2008

*VorlĂ€ufig und hochgerechnet, endgĂŒltige Werte stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest.

SozialhilfeempfÀnger (Netto-)ArbeitskrÀftepotenzial Dezember 2004

Statistisches Bundesamt - Ergebnisse der Sozialhilfe und Asylbewerberleistungsstatistik 2004

Verlust der Kaufkraft

Inflation fĂŒr Rentner im MĂ€rz angeblich bei sechs Prozent

Der Kaufkraftverlust hat die rund 20 Millionen Rentner in Deutschland im MĂ€rz Berechnungen von Inflationsforschern zufolge doppelt so stark betroffen wie den Durchschnitt der BĂŒrger. Die Inflationsrate fĂŒr Rentner liege im MĂ€rz bei sechs Prozent, sagte der Inflationsexperte der Schweizer UniversitĂ€t Fribourg, Hans Wolfgang Brachinger, der "Bild"-. Die vom Statistischen Bundesamt ausgewiesene vorlĂ€ufige Rate betrug dagegen 3,1 Prozent. Als Grund fĂŒr den Unterschied nannte Brachinger den vergleichsweise hohen Anteil von Lebensmitteln an den Gesamtausgaben der Rentner....
AFP: Inflation fĂƒÂŒr Rentner im MÀrz angeblich bei sechs Prozent
Vom Verlust der Kaufkraft sind neben 20 Millionen Rentner und 6,5 Millionen Menschen im Niedrigstlohnbereich auch diese 8 Millionen ALG II LeistungsempfÀnger betroffen. Also rund 50 % der Bevölkerung muss mit anhaltenden Kaufkraftverlust rechnen. Denn ohne Beachtung der Pauschalreisen der Ostertage sehe ich eine weiter galoppierende Inflation.

Nahrungsmittel ... verteuerten sich gegenĂŒber MĂ€rz – je nach Bundesland – nochmals leicht um bis zu 0,5% und lagen damit um 6,5% bis 8,8% ĂŒber dem Preisniveau vom April 2007. FĂŒr Heizöl lagen die Preise zwischen 1,1% und 4,6% ĂŒber dem Vormonat beziehungsweise zwischen 33,7% und 42,9% ĂŒber dem Vorjahresmonat. Die Kraftstoffpreise verĂ€nderten sich nur wenig gegenĂŒber MĂ€rz 2008, sie lagen um 7,8% bis 10,8% ĂŒber dem Stand von April 2007.
Verbraucherpreise April 2008: VorausÂsichtlich + 2,4% gegenĂƒÂŒber April 2007
IAB-STUDIE

1,3 Millionen Arbeitnehmer beziehen zusÀtzlich Hartz IV
Wenn der Lohn zum Leben nicht reicht: 1,33 Millionen Menschen in Deutschland mĂŒssen ihr Gehalt mit Hartz-IV-Mitteln aufstocken - das sind ĂŒber eine halbe Million mehr als noch vor zwei Jahren. Das zeigt eine Studie des Instituts fĂŒr Arbeitsmarktforschung.

IAB-Studie: 1,3 Millionen Arbeitnehmer beziehen zusÀtzlich Hartz IV - Wirtschaft - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten
Dazu eine Verdi –Übersicht

Aufstocker

Es ist traurig, aber wahr: Viele BeschĂ€ftigte können von ihrem Arbeitseinkommen nicht den eigenen Lebensunterhalt bestreiten und brauchen deshalb ZuschĂŒsse des Staates. Anspruch auf Arbeitslosengeld II haben nicht nur Hartz-IV-EmpfĂ€nger/-innen. Wer ein sehr geringes Einkommen bezieht, kann es durch Alg II aufstocken.
Wenn der Lebensunterhalt nicht allein durch Arbeitslosengeld I oder Einkommen bestritten werden kann, können Leistungen der Grundsicherung nach dem SGB II (erwerbsfÀhige Personen) oder SGB XII (nicht erwerbsfÀhige Personen) beantragt werden. Einkommen wird dabei im Rahmen des § 11 SGB II auf den Bedarf angerechnet.
Die Zahl dieser so genannten Aufstocker hat in letzter Zeit stark zugenommen. Zuletzt waren bereits mehr als 21 Prozent aller Alg-II-EmpfÀnger/-innen erwerbstÀtig!

.
Diese Entwicklung ist ein gesellschaftlicher Skandal: WĂ€hrend sich in der Großen Koalition die Union massiv gegen die EinfĂŒhrung eines gesetzlichen Mindestlohns stemmt, subventioniert gleichzeitig der Staat in der boomenden deutschen Volkswirtschaft Armutslöhne zu Lasten der öffentlichen Haushalte, zu Gunsten der Wirtschaft.
Es ist nicht lÀnger hinzunehmen, dass Unternehmen Hartz IV zum Zwecke von Lohndumping missbrauchen. Hier muss dringend gehandelt werden. Lohndumping auf Kosten des Staates und der Steuerzahler muss beendet werden. Wir brauchen auch in Deutschland endlich einen flÀchendeckenden gesetzlichen Mindestlohn!
ver.di b+b -Aufstocker
Jeder FĂŒnfte arbeitet fĂŒr Niedriglohn
6,5 Millionen Menschen arbeiten in Deutschland fĂŒr wenig Geld, das sind 22 Prozent aller abhĂ€ngig BeschĂ€ftigten. Im internationalen Vergleich hat Deutschland inzwischen einen hohen Anteil von Niedriglöhnen.

So werden Bruttostundenlöhne bezeichnet, die unterhalb von zwei Dritteln des mittleren Stundenlohns liegen. 2006 lag diese Schwelle bei 9,61 Euro in Westdeutschland und 6,81 Euro in Ostdeutschland. Im Durchschnitt haben NiedriglohnbeschÀftigte im Westen 7,12 Euro brutto und im Osten 5,43 Euro erhalten. Teilzeit- und Minijobs machen mit knapp 54 Prozent inzwischen mehr als die HÀlfte der NiedriglohnbeschÀftigung aus, der Anteil der Minijobs hat sich zwischen 1995 und 2006 von 15 auf 29,7 Prozent fast verdoppelt.

Quelle: Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der UniversitÀt Duisburg-Essen. Auswertung auf Grundlage der Daten des sozio-ökonomischen Panels (SOEP) von 2006.
https://www.iaq.uni-due.de/iaq-report/2008/report2008-01.pdf
Bestand alle Stellen (Seite 10 BA Bericht 4/08 )

Bestand
alle Stellen 592.000
darunter: Vakanzen 527.000
ungeförderte Stellen 399.000
darunter: Vakanzen 351.000
ungeförderte sozialversicherungspflichtige
Stellen1) 364.000
darunter: Vakanzen 322.00

2007:

August 647.500
September 629.100
Oktober 608. 500
November 577.000
Dezember 545.600

2008:

Januar 528.000
Februar 565.000
MĂ€rz 588.000


Der BA sind neben den gemeldeten offenen Stellen noch zusĂ€tzliche Stellen, unter anderem gemeldet aus der privaten Arbeitsvermittlung sowie aus ihrer Job-Börse und dem Job-Roboter bekannt. Viele dieser Stellen sind aber Datendopplungen ein freier Arbeitsplatz, vermehrt sich nicht zu fĂŒnf freien ArbeitsplĂ€tzen, nur weil er in fĂŒnf Stellenbörsen zu finden ist. Zudem werden bereits besetzte Stellen von vielen Jobbörsen erst nach Wochen aus dem Angebot genommen.



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Quellen der Zahlen:
BA – Monatsberichte Monatsberichte
https://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200803.pdf
Erstellt von Sybilla am 30.04.08 11 Uhr 00
Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden.



Mit der EinfĂŒhrung des (SGB II) Ă€nderten sich die Grundlagen der Arbeitsmarktstatistik in Deutschland.
Folgende arbeitsmarktpolitische Instrumente werden in die Entlastungsrechnung einbezogen:
- Kurzarbeit: Zahl der Kurzarbeiter mal durchschnittlichem Arbeitszeitausfall,
- Maßnahmen des zweiten Arbeitsmarktes:Arbeitsgelegenheiten, Einstiegsgeld Variante BeschĂ€ftigung, ABM, traditionelle SAM und BSI,

- Qualifizierung: berufliche Weiterbildung, Trainings- und Eignungsfeststellungsmaßnahmen, berufliche Wiedereingliederung Behinderter

- VorruhestandsÀhnliche Regelungen: Inanspruchnahme des § 428 SGB III im Rechtskreis SGB III und Personen in geförderter Altersteilzeit

- Teilnehmer an Personal-Service-Agenturen

- Förderung der SelbstĂ€ndigkeit: ExistenzgrĂŒndungszuschuss (Ich-AG) , ÜberbrĂŒckungsgeld, GrĂŒndungszuschuss und Einstiegsgeld Variante SelbstĂ€ndigkeit

Folgende Instrumente werden in der Entlastungsrechnung nicht berĂŒcksichtigt, was nichts gegen ihre Wirksamkeit hinsichtlich der Eingliederung von Arbeitslosen in regulĂ€re BeschĂ€ftigung sagt:

- Maßnahmen der beruflichen Erstqualifizierung spielen sich grĂ¶ĂŸtenteils im Vorfeld des Arbeitsmarktes ab; sie betreffen
ĂŒberwiegend Personen, die vorher nicht arbeitslos gemeldet waren. Dies gilt insbesondere fĂŒr berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen, die Berufsausbildung Benachteiligter, die berufliche Ersteingliederung Behinderter, BAB wegen einer
beruflichen Ausbildung sowie fĂŒr große Teile des Sofortprogramms zum Abbau der Jugendarbeitslosigkeit. Ob sich diese Jugendlichen ohne eine derartige Maßnahme (kurzfristig) arbeitslos gemeldet hĂ€tten, muss offen bleiben.

- Daneben gibt es finanzielle Hilfen zur direkten Eingliederung Arbeitsloser in regulĂ€re abhĂ€ngige BeschĂ€ftigung. Insbesondere bei EingliederungszuschĂŒssen und BeschĂ€ftigungshilfen fĂŒr Langzeitarbeitslose (2003 ausgelaufen) werden großenteils Schwervermittelbare gefördert, die andernfalls kaum eine Chance hĂ€tten. Die finanzielle Förderung ist also hĂ€ufig Ausgleich fĂŒr eine (vermutete) Minderleistung. Deshalb dĂŒrfte auf diese Weise keine zusĂ€tzliche BeschĂ€ftigung entstehen, d. h. ohne diese Hilfen wĂ€ren vermutlich Arbeitnehmer ohne Vermittlungshemmnis eingestellt worden (Substitutionseffekt). Vielleicht wĂ€re es in dem einen oder anderen Fall aber auch ohne diese ZuschĂŒsse zur Einstellung förderungsfĂ€higer Arbeitsloser gekommen (Mitnahmeeffekt) oder (leistungsschwache) BeschĂ€ftigte wĂ€ren freigesetzt worden (DrehtĂŒreffekt).

- Schließlich bestehen zahlreiche Maßnahmen zur Förderung regulĂ€rer BeschĂ€ftigung ausschließlich oder großenteils in
einmaligen Hilfen, so dass sich Bestands- und damit EntlastungsgrĂ¶ĂŸen nicht angeben lassen. Dies gilt, abgesehen von den (normalen) Arbeitsvermittlungen, insbesondere fĂŒr die UnterstĂŒtzung der Beratung und Vermittlung sowie fĂŒr MobilitĂ€tshilfen (z. B. Übernahme von Bewerbungs-, Reise- und Umzugskosten), großenteils aber auch fĂŒr die Freie Förderung gem. § 10 SGB III.

In die „Entlastung durch arbeitsmarktpolitische Maßnahmen“ der Bundesagentur nicht einbezogen sind schließlich Bezieher von vorgezogenem Altersruhegeld oder ErwerbsunfĂ€higkeitsrenten , auch wenn diese FrĂŒhverrentungen arbeitsmarktbedingt sind; hierzu liegen keine monatsaktuellen Daten vor.

Quelle: BA Monatsbericht September 07 Seite 29

In der Tat es gibt einen RĂŒckgang der statistisch erfassten Arbeitslosigkeit.
Erstellt von Sybilla am 30.04.08 11 Uhr 00
Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden.
 
E

ExitUser

Gast
Politik feiert sich ohne das Volk

TĂ€usche und herrsche

Von Hans-Dieter Hey

NĂ€chstes Jahr sind Bundestagswahlen. Deshalb feiert SPD-Parteichef Kurt Beck jetzt schon mal die umstrittene Agenda 2010 als „Auftakt zu einem großen wirtschafts- und arbeitsmarktpolitischen Erfolg“. Die CDU feiert mit, möchte gern vermutete Erfolge auf sich verbuchen. Die Mainstream-Medien stiften landauf, landab die positive öffentliche Stimmung dazu. Und BundesprĂ€sident Horst Köhler trĂ€umt schon von einer „Agenda 2020".
Weiter: www.nrhz.de
 

wolliohne

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Zitat:

Weiter so?


Reden wir nicht drum herum. Agenda 2010 ist ein großer politischer Skandal der ehemaligen rot-grĂŒnen und in deren Fortsetzung der aktuellen schwarz-roten Regierung. Agenda 2010 hat unsere Gesellschaft gespalten, ihr weniger Arbeit mit Chancen zum Überleben gebracht, weniger Bildungschancen, ungleiche medizinische Versorgung und vor allem große Armut in immer grĂ¶ĂŸeren Teilen der Bevölkerung, wĂ€hrend ManagergehĂ€lter und Gewinne skandalös steigen. Wie jetzt zu sehen ist, zeigt sich zudem inzwischen auch weltweit, dass das neoliberale Herumwurschteln gescheitert ist und der von vielen beschworene Marktmechanismus nicht funktioniert. Die Folgen: Siehe oben. Ob diese Gesellschaft noch eine Agenda 2020 aushĂ€lt, weil auf die Politik kein Verlass mehr ist, ist eine große Unbekannte. Wie im Lande gedacht wird, zeigt eine Untersuchung:

55 Prozent aller Deutschen sind sicher, dass in ihrem jetzigen Leben noch eine Revolution kommen wird. Es bleibt nur die Frage, wer's macht. (HDH)

Ps.es ist lÀngst 10 nach 12.
 

Mario Nette

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Die von Dir genannte "Neue Rheinische Zeitung" wird nicht von Journalisten gemacht, wird lediglich im Internet veröffentlicht und ist damit genauso "wertvoll" wie die Homepage einer x-beliebigen MÀrchenfee.

Es ist jedenfalls kein Medium, das man als "seriös" oder "ernsthaft" bezeichnen könnte.
Ein Journalist [ʒʊrnaˈlÉȘst] ist, „wer hauptberuflich an der Verbreitung von Informationen, Meinungen und Unterhaltung durch Massenmedien beteiligt ist“, so der Deutsche Journalisten-Verband. Aus rechtlicher Sicht kann sich jeder als Journalist bezeichnen (Artikel 5 Grundgesetz).
(Quelle: Journalist ñ€“ Wikipedia)

Jeder!, auch jene Leute von SZ, WAZ, SPON, Bild, ...

Mario Nette
 

mercator

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Auch Bild, SZ, WAZ beschĂ€ftigen Menschen, die ĂŒblicherweise die journalistische Sorgfaltspflicht nicht vernachlĂ€ssigen.
Bild beschĂ€ftigt Menschen, die ĂŒblicherweise die journalistische Sorgfaltspflicht nicht vernachlĂ€ssigen? Auf welchem Planeten lebst Du denn?
 

Sybilla

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Hier die Ablehnung der FOCUS-Online-Administrationsteam als Kommentar zu diesen Artikel
Arbeitsmarkt: FrĂƒÂŒhling bringt gute Zahlen - Arbeitsmarkt - FOCUS Online
Hallo Sibylles_Augen,

Ihr Beitrag: mEin-Euro-Job 3.710.431 Arbeitslose 8.027.980 Leistungsber.
Die Zahlen auf einen Blick April 2008: Arbeitslose mit Ein Euro Jobs/Arbeitsgelegenheiten 3.710.431 Personen 8.027.980 Leistungsberechtigte 7.090.000 hilfebedĂŒrftige Personen Bestand offene Stellen 592.000. Im Dezember 2007 verdienten insgesamt 1.289.000 Leistungsbezieher (Aufstocker mit ergĂ€nzenden ALG II) 684.000 Leistungsbezieher mit Einkommen bis 400 Euro 231.000 Leistungsbezieher mit Einkommen von 400 bis 800 Euro 374.000 HilfebedĂŒrftige Einkommen ĂŒber 800 Euro. Wer bei 3.710.431 statistisch erfassten Arbeitslosen (mit Ein-Euro-Job) ca. 1,25 Millionen Personen in arbeitsmarktpolitischen Instrumenten (ohne Ein-Euro-Job) von VollbeschĂ€ftigung faselt hat den Bezug zur RealitĂ€t verloren.


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Als Zensur im Internet werden verschiedene Verfahren von Staaten oder nichtstaatlichen Gruppen bezeichnet, deren Ziel es ist, die Publikation von bestimmten Inhalten im Web zu kontrollieren, zu unterdrĂŒcken oder im eigenen Sinn zu steuern. Vor allem Nachrichten und MeinungsĂ€ußerungen sind davon betroffen, in muslimisch geprĂ€gten Staaten auch Webseiten mit erotischem oder religiösem Inhalt. Die Zensur im Internet unterscheidet sich damit nicht grundsĂ€tzlich von der Zensur anderer Medien.
 

mercator

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Hallo Sybilla,
das zeigt doch nur, dass Du mit Deinen Recherchen und Zahlen in ein Wespennest gestochen hast. Traurig, was hier mittlerweile passiert. Ich weiß, Du bist auch in anderen Foren aktiv und veröffentlichst dort Artikel zur Arbeitslosenstatistik, die sehr viel nĂ€her an der Wahrheit sind, als die offiziellen, manipulierten Statistiken. Weiter so! :icon_klarsch:
 

BerndH

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Hier die Ablehnung der FOCUS-Online-Administrationsteam als Kommentar zu diesen Artikel
Arbeitsmarkt: FrĂƒÂŒhling bringt gute Zahlen - Arbeitsmarkt - FOCUS Online

Als Zensur im Internet werden verschiedene Verfahren von Staaten oder nichtstaatlichen Gruppen bezeichnet, deren Ziel es ist, die Publikation von bestimmten Inhalten im Web zu kontrollieren, zu unterdrĂŒcken oder im eigenen Sinn zu steuern. Vor allem Nachrichten und MeinungsĂ€ußerungen sind davon betroffen, in muslimisch geprĂ€gten Staaten auch Webseiten mit erotischem oder religiösem Inhalt. Die Zensur im Internet unterscheidet sich damit nicht grundsĂ€tzlich von der Zensur anderer Medien.
@ Sybilla

Oh je - Du hast versucht am Ansehen des medialen Imperiums zu kratzen - das lassen DIE sich nicht gefallen!
Motto: Was uns nicht in den Kram passt, wird wegzensiert.

Der Hinweis, solche MeinungsĂ€ußerungen in einem entsprechenden Forum zu tĂ€tigen, hat auch System:
Inzwischen gibt es an jeder Ecke und fast auf jeder Homepage einen Chat oder ein Forum, wo sich die unmöglichsten und verschrobensten Typen aufhalten und ihren "Senf" zum Besten geben. Diese "Typen" werden von den meisten Menschen nur "mitleidsvoll belÀchelt" - ergo, nicht ernstgenommen!
Demzufolge wĂŒrde ein Beitrag, wie der von Sybilla, in einem Forum nicht fĂŒr voll genommen. Zumindest nicht von der Allgemeinheit und von den Menschen, die mit diesen Problemen (noch) nicht konfrontiert sind. Denn wer bitteschön liest und schreibt im Forum von FOCUS? Wir, die wir betroffen sind? Nein, wir haben unsere Plattformen, da geht aber kein Nicht-Betroffener drauf.

Also, was ist zu tun, damit die Bevölkerung nicht aufwacht? Alles Negative schön dahin verfrachten, wo es keinen Schaden anrichten kann. Und als Otto-NormalbĂŒrger hast Du darauf auch keinen Einfluss. Frei nach dem Motto: Wir sitzen eh am lĂ€ngeren Hebel!

Denn: Wir sind die Medien - wir sind die Politiker - wir sind die Wirtschaft

Hoch lebe die DEMOKRATUR!

Aussage von mercator:

Hallo Sybilla,
das zeigt doch nur, dass Du mit Deinen Recherchen und Zahlen in ein Wespennest gestochen hast. Traurig, was hier mittlerweile passiert. Ich weiß, Du bist auch in anderen Foren aktiv und veröffentlichst dort Artikel zur Arbeitslosenstatistik, die sehr viel nĂ€her an der Wahrheit sind, als die offiziellen, manipulierten Statistiken. Weiter so! :icon_klarsch:
Dem schließe ich mich ohne Zweifel an!
 
B

B. Trueger

Gast
Wir sind ja eine pluralistische Gesellschaft. Also pluralistisch bedeutet vielfĂ€ltig. Das heißt, wir können uns aus zahlreichen Quellen informieren, haben also die Auswahl unter einer Vielzahl von Sendern und Zeitungen. Allerdings wissen wir auch, dass in den ĂŒberwiegenden Teilen der Medien, sei es Rundfunk, Fernsehen, Printmedien - eines gemeinsam ist: Sie publizieren alle das gleiche. Auch wenn die LĂŒgen noch so widerlegbar sind. Das ist purer Meinungsmanipulation. Es ist egal ob es sich um Arbeitslosenzahlen, Demonstrationsteilnehmer, Lohnentwicklung, Alterung der Gesellschaft uvm. handelt.

Nur ein Beispiel: erinnert Ihr euch an die Montags Demonstrationen 1989? Diese wurden dauernd im Westfernsehen gezeigt, auf Sendern, die in der damaligen DDR empfangen werden konnten. Sie wurden immer weiter hochgespielt, da wurden Teilnehmerzahlen in den Zehntausenden genannt und es wurden von Mal zu Mal mehr. So haben die Leute dort gesehen, dass es immer mehr Menschen werden, dass SolidaritĂ€t besteht und sie etwas erreichen können. Als 2005 die Montagsdemonstrationen gegen Hartz 4 stattgefunden haben, verhielten sich die Medien genau andersherum. Es wurde beilĂ€ufig erwĂ€hnt, dass sich da weniger Leute eingefunden hĂ€tten, dass immer weniger kommen wĂŒrden - und die Demonstranten sind zuhause geblieben. So wurde der Widerstand im Ansatz abgewĂŒrgt. So ist es mit allem. Ebenso mit dem Euro, der in den Medien immer als Erfolg dargestellt wird, obwohl der grĂ¶ĂŸte Teil der Deutschen diese WĂ€hrungsreform noch immer ablehnt. Okay, es war ja auch keine WĂ€hrungsreform, sondern nur eine WĂ€hrungsumstellung. Das bezeichnet zwar dasselbe, klingt aber viel harmloser als die radikale Entwertung unseres Geldes.

Eine besondere Technik der Manipulation seitens der Medien ist unter anderem die selektive Darstellung. Ihr kennt sicher jener Einspielungen, wo Leute in der FußgĂ€ngerzone ĂŒber irgendwelche Dinge befragt werden und unwissende Antworten geben. "Comedians", die offiziellen Fernsehclowns, fĂŒhren uns gerne Menschen vor, die Anfragen wie "wie lange dauerte der dreißigjĂ€hrige Krieg?" Antworten geben, bei denen man sich fragt, wie sie bis jetzt der Einweisung in eine geschlossene Anstalt entgehen konnten.

Stellt man eine ernsthafte Frage: "was feiern wir an Pfingsten?" Auch da erhalten wir höchst seltsame Antworten, wenn man genĂŒgend Leute befragt. Wenn von 100 Leuten 90 richtig antworten, kann ich mir als Fernsehjournalist jene fĂŒnf aus den restlichen 10 heraus picken, die am weitesten daneben gelegen waren, und so die Meldung ĂŒber die Flimmerkiste jagen, dass 85% der Deutschen keine Ahnung von kirchlichen Festen hĂ€tten und deshalb der Pfingstmontag als Feiertag abgeschafft werden sollte. Und genauso sieht es natĂŒrlich mit der Veröffentlichung der allmonatlichen Arbeitslosenquote aus, welche natĂŒrlich noch durch entsprechende thematischen BeitrĂ€ge untermauert werden. Dass diese jenseits von Gut und böse sind, ist vielen klar, aber sehr viele glauben das was dort in den Medien und Zeitungen publiziert wird - unvoreingenommen. Hinterfragen? Wozu?
 

RudiRatlos

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Hey B.Trueger,
echt Klasse dein Beitrag, ohne Sche....:icon_daumen:
 

Papa BĂ€r

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Inzwischen gibt es an jeder Ecke und fast auf jeder Homepage einen Chat oder ein Forum, wo sich die unmöglichsten und verschrobensten Typen aufhalten und ihren "Senf" zum Besten geben. Diese "Typen" werden von den meisten Menschen nur "mitleidsvoll belÀchelt" - ergo, nicht ernstgenommen!
Wobei hier zu bemerken ist, dass selbst die "heilige Inquisition der Foren" im SPON zunehmend einen grundlegenden Meinungswandel erfÀhrt. Kritische Stimmen gewinnen an Breite.
Auch das vor einigen Jahren mit viel "Getöse" ins Leben gerufene Medienspektakel "Du bist Deutschland", erfÀhrt in seinem Forum eine Form der offenen Kritik, dass es sicher eine Frage der Zeit ist, das die Familie Mohn dies noch geschehen lÀsst.
Insoweit sind die GesetzesvorstĂ¶ĂŸe unserer beiden gleichgeschalteten Minister... Justiz und Inneres, eine Gedankenpolizei zu schaffen Ă€ußerst bedenklich.


GrĂŒĂŸe vom Papa BĂ€r
 
S

sogehtsnich

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"Was ich selber denk und zu, trau ich immer anderen zu!"

Aber sich ĂŒber die Zensur in China und der DDR aufregen und selbst ist die Glotze und die Presse doch die grĂ¶ĂŸte Propaganda- und LĂŒgenmaschine der Damen & Herren in Berlin!
 

BerndH

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Wobei hier zu bemerken ist, dass selbst die "heilige Inquisition der Foren" im SPON zunehmend einen grundlegenden Meinungswandel erfÀhrt. Kritische Stimmen gewinnen an Breite.
Auch das vor einigen Jahren mit viel "Getöse" ins Leben gerufene Medienspektakel "Du bist Deutschland", erfÀhrt in seinem Forum eine Form der offenen Kritik, dass es sicher eine Frage der Zeit ist, das die Familie Mohn dies noch geschehen lÀsst.
Insoweit sind die GesetzesvorstĂ¶ĂŸe unserer beiden gleichgeschalteten Minister... Justiz und Inneres, eine Gedankenpolizei zu schaffen Ă€ußerst bedenklich.
GrĂŒĂŸe vom Papa BĂ€r
Habe mir mal die MĂŒhe gemacht und besagtes Forum von DBD besucht. Mir ist aufgefallen, dass alle Kritikthemen und -diskussionen irgendwo im Februar bis Anfang MĂ€rz diesen Jahres auslaufen. Ich finde nur wenige Threads, die eine offene Kritik beinhalten und dazu noch aktuell sind. Gibt es denn ab 02-03/2008 nichts mehr, worĂŒber man sich mittels öffentlicher Kritik Ă€ußern könnte?
Das lĂ€ĂŸt doch den Eindruck entstehen, dass hier mit Absicht Diskussionen in die WĂŒste geleitet werden, damit die schöne und saubere Fassade nach Außen hin weiterhin als gepflegt erscheint. Inwiefern das von den Machern dieses Forums möglich ist, kann ich nicht beurteilen. Doch denke ich, dass die entsprechenden Administratoren auch in der Lage sind, BeitrĂ€ge zu löschen und nur einen kleinen Teil Kritik ĂŒbriglassen. Was dann nach außen wieder so aussehen wĂŒrde, als ob die Kritiker der Kampagne nur recht wenige sind. Auch eine Möglichkeit der Manipulation - und eine sehr erfolgreiche dazu. Wenn man dann noch bedenkt, dass die angeschlossenen Firmen, Medien und Personen einen Ruf zu verlieren haben.....
M.E. ist diese Kampagne eh nur dazu bestimmt, Sch...e zum glĂ€nzen zu bringen. Oder hat jemals einer der Verantwortlichen von DBD etwas dagegen unternommen, dass die RegelsĂ€tze von Kindern nach der EinfĂŒhrung von H4 reduziert wurden? Also was bringt es, die Front seines Hauses zu renovieren, und den Rest vergammeln zu lassen. Außen Hui - Innen Pfui! Man muss nur "dahinterblicken"!

Wenn es soweit kommt, dass wir nirgendwo mehr unsere Meinung frei Ă€ußern dĂŒrfen, dann ist doch mit einem Schlag unser Grundgesetz ausgehebelt. Das ist nicht nur bedenklich, sondern wĂŒrde m.E. sofort den letzten Rest Demokratie vernichten. Zumal wir ohnehin nicht sicher sein können, dass wir nicht lĂ€ngst von der "Gedankenpolizei" bespitzelt werden.
 
D

dr.byrd

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Als 2005 die Montagsdemonstrationen gegen Hartz 4 stattgefunden haben, verhielten sich die Medien genau andersherum. Es wurde beilĂ€ufig erwĂ€hnt, dass sich da weniger Leute eingefunden hĂ€tten, dass immer weniger kommen wĂŒrden - und die Demonstranten sind zuhause geblieben. So wurde der Widerstand im Ansatz abgewĂŒrgt.
Ich habe damals die Berichterstattung auch so gesehen. Es war sogar so, daß in den ersten Wochen noch relativ gut berichtet wurde. So kamen dann auch von Woche zu Woche mehr Leute zusammen. Erst als das ganze eine kritische GrĂ¶ĂŸe erreicht hatte, brach die Berichterstattung ab, wurde kaum noch berichtet, und wenn, dann negativ.
Ich hatte damals so richtig das GefĂŒhl, da hat jetzt jemand im Sender eine Order ausgegeben.
 

zebulon

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Zu der Auflistung des Stellenabbaus von Sybilla auch immer wieder interessant die Rubrik [SIZE=+2]Arbeitsplatzvernichtung in Deutschland
[/SIZE]
[SIZE=+2]von Helmut Kreutzer, wer's noch nicht kennt.[/SIZE][SIZE=+2] [/SIZE]
 
E

ExitUser

Gast
Das zeigt nur, daß Frau Sybilla gegen den Mainstream schwimmt, und damit kommt man nur selten sehr weit.

Es hat wenig Sinn, die allgemein publizierten Zahlen widerlegen zu wollen. Es hinterlĂ€sst einen unangenehmen "Geschmack" beim Leser. Abgesehen davon, daß Frau Sybillas korrigiertes Zahlenwerk kaum die Masse erreicht.
Wenn nur jeder Betroffene einen Menschen ĂŒberzeugen kann und dieser wieder nur einen Menschen usw., dann haben wir trotz viel Grund zum Pessimismus dennoch eine Chance. Und seien wir doch ehrlich, einen einzigen Menschen zu ĂŒberzeugen, das ist doch eine realistische Aufgabe...
 

zebulon

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Zweifler schrieb:
Auch Bild, SZ, WAZ beschĂ€ftigen Menschen, die ĂŒblicherweise die journalistische Sorgfaltspflicht nicht vernachlĂ€ssigen. Wozu gehört, bei einer Behauptung auch die Gegenseite zu hören. Eine Veröffentlichung in so einem Medium geschieht nicht auf eigenes Risiko oder in eigener Verantwortung, sondern der Inhalt wird von verschiedenen Leuten gegengelesen, bevor er veröffentlicht wird. Wenn er ĂŒberhaupt veröffentlicht wird und nicht neu bearbeitet werden muß.
die ĂŒblicherweise die journalistische Sorgfaltspflicht nicht vernachlĂ€ssigen.

Was fĂŒr eine Floskel. Vielleicht machen Sie's ja nur ab und zu (zum Beispiel wenn Druck von "Oben" kommt), ĂŒblicherweise jedoch nicht, weil das schon ausreicht.

sondern der Inhalt wird von verschiedenen Leuten gegengelesen, bevor er veröffentlicht wird. Wenn er ĂŒberhaupt veröffentlicht wird und nicht neu bearbeitet werden muß.

Das war beim "Der StĂŒrmer" bestimmt auch gĂ€ngige Praxis und sagt wenig ĂŒber die GlaubwĂŒrdigwĂŒrdigkeit von Artikeln aus.

Wenn du dich hier mal durch verschiedene Threads durchliest, Zweifler, dann wirst du feststellen, dass man hier den etablierten Medien oft wenig GlaubwĂŒrdigkeit beimißt. Zu oft sind einfach die MAnipulationen zu erkennen, das fĂ€ngt bei der Arbeitslosenstatistik an, geht ĂŒber die Warenkobberechnung denen HartzIV zugrundeliegt, direkt zu den Inflationsdaten (Beispiel:
"hedonische Methode der QualitÀtsbereinigung")

Dazu HIER ein kompletter Thread ĂŒber die Manipulation der Teuerungsraten zum Beispiel, aus einem ganz anderen Forum, was gleichzeitig aufzeigt, dass die Zweifel an den Medien lĂ€ngst nicht auf dieses Forum bzw. diese soziale Schicht beschrĂ€nkt sind.

Deine Vermutung, das die angesprochenen Medien schon aus den von dir angefĂŒhrten GrĂŒnden glaubwĂŒrdig sein mĂŒssen, erklĂ€rt mir jetzt auch warum ich intuitiv deinen RealitĂ€tsanspruch nicht ernst nehme. :biggrin: Kann es sein, das du die Begriffe "RealitĂ€t" und "Macht" verwechselst ?

 
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sogehtsnich

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"Mir kommen Zweifel, ob da nicht ein RealitÀtsverlust vorliegt?"
 

Faustus

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Wer den ********** noch wĂ€hlt, der muß ja ganz schön mit dem "Hammer behauen" sein. Ueberhaupt, Am Beispiel der "Inselaffen" kann man ja schon sehen wie die Wahlen wahrscheinlich ausgehen werden: Es wird zu einer schallenden Ohrfeige fuer die etablierten werden
 

Sybilla

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Das zeigt nur, daß Frau Sybilla gegen den Mainstream schwimmt, und damit kommt man nur selten sehr weit.

Es hat wenig Sinn, die allgemein publizierten Zahlen widerlegen zu wollen. Es hinterlĂ€sst einen unangenehmen "Geschmack" beim Leser. Abgesehen davon, daß Frau Sybillas korrigiertes Zahlenwerk kaum die Masse erreicht.
Immerhin löst mein Zahlenwerk egal wo ich es publiziere in bestimmten Kreisen erhöhte NervositĂ€t und gewisse AktivitĂ€ten aus. Das meine Arbeitsmarktanalyse in der BlogossphĂ€re der Blogs und Foren vermehrt gelesen und kommentiert wird, zeigt dass ich damit eine grĂ¶ĂŸere Masse erreiche als manchen lieb ist.

Dehalb habe ich noch einen kleinen Nachtrag erarbeitet.

Schmelzende Mittelschicht - DiÀtenerhöhung - Kinder in Armut

Was kann der aufmerksame Beobachter hinter Schlagzeilen wie: Arbeitsmarkt - FrĂŒhling bringt gute Zahlen - Von der Bundesagentur fĂŒr Arbeit werden heute gute Zahlen erwartet. SPD-Chef Beck und sein Vize Steinmeier streben fĂŒrs nĂ€chste Jahrzehnt sogar VollbeschĂ€ftigung an finden?

Als erster möchte ich einen Blick auf die soziale Lage in Deutschland und vor allem auf den Niedrigstlohnsektor werfen, der die gute Zahlen am Arbeitsmarkt ermöglicht. Neben mehren hunderttausend 1 Euro Jobbern die nicht als arbeitslose in der Statistik erscheinen gibt es 6,5 Millionen Personen im Niedrigstlohnbereich - Jeder FĂŒnfte arbeitet fĂŒr Niedriglohn vor allem durch die Ausweitung des Niedrigstlohnbereich ist der relativ geringe Abbau der Arbeitslosigkeit( April 2008: Arbeitslose +Ein-Euro-Job = 3.710.431 / 8.027.980 Leistungsberechtige) gelungen.

Ist das der Weg in die VollbeschÀftigung oder Weg zur Arbeit in Armut?
Ein Blick auf die Fakten und die zukĂŒnftige und aktuelle Lage gibt Grund zu wachsender Sorge.

Zum Beispiel die anwachsende Zahl von "Tafeln" und SuppenkĂŒchen.

So beirechtete ARD-exclusiv am Sonntag, 4. Mai 2008, 13.15 Uhr:
Die Wiederkehr der SuppenkĂŒchen (SR)- Wie die Tafel-Bewegung den Hunger bekĂ€mpft
und der ZDF LĂ€nderspiegel vom 26.04.2008 Rasant steigende Lebensmittelpreise fĂŒhren zu einen rasanten Anstieg der BedĂŒrftigen, auch in Deutschland schlĂ€gt der Kostentsunami der Lebensmittelpreise auf die Ärmsten der Armen durch. Der ZDF - LĂ€nderspiegel besuchte eine von ĂŒber 30 Ausgabestellen der MĂŒnchner - Tafeln. Die Ware wird knapp die SupermĂ€rkte spenden immer weniger. Die Zulauf von BedĂŒrftigen Menschen steigt ungebremst an.
zur Mediathek Laenderspiegel_vom_26.04.2008 (Beitrag 1 und 2)

Oder die Krefelder Aktion "Das tÀgliche Brot"
Interview Gunda Hagens und Karl-Heinz Hermanns ĂŒber die Aktion „Das tĂ€gliche Brot“ an St. Dionysius, die im Mai ein Jahr alt wird. Der City-Seelsorger und die Gemeindereferentin bemerken eine wachsende Armut in der Stadt und wollen den BedĂŒrftigen WĂŒrde zurĂŒckgeben.
Das sich diese Entwicklung fĂŒr die gesellschaftlichen Strukturen sehr nachteilig auswirkt ist eine logische Folge der zunehmende Verarmung breiter Gesellschaftsschichten.Besonders stark betroffen sind die Kinder von Hartz IV Berechtigten.
...Hartz IV - Kinder in Armut - Zu den 28 Prozent der HilfebedĂŒrftigen, die ein Einkommen aus ErwerbstĂ€tigkeit mit zusĂ€tzlichen Sozialleistungen verbinden, gehören besonders die Familien mit mehreren Kindern. Mittlerweile liegt die Armutsquote der unter 15-JĂ€hrigen bei 16,2 Prozent.... Das Problem scheint sich weiter zu verschĂ€rfen denn Obdachlosigkeit trifft junge Menschen in Deutschland - Tausende Kinder ohne Heim und Hoffnung lassen nach meiner EinschĂ€tzung die angekĂŒndigte VollbeschĂ€ftigung als zynisch demagogischen Populismus erscheinen.

Faktenlage:

Ein Blick auf die Zahl der HilfebedĂŒrftigen nach SGB II lĂ€sst die MĂ€r vom Aufschwung am Arbeitsmarkt wie Butter in der Sonne zerfließen. ...insgesamt liegt die Zahl der HilfebedĂŒrftigen in der Bundesrepublik gegenwĂ€rtig bei 7,1 Millionen, das sind rund 300 000 weniger als vor einem Jahr, aber ebenfalls etwa 300 000 mehr als noch vor drei Jahren... Ich bin mir sehr gut der Tatsache bewusst dass viele denken "ich bin kein Arbeitsloser - ich bin kein Hartz IV Berechtigter - ich bin davon nicht betroffen - warum sollte ich mich dagegen wehren - warum sollte ich gegen den Mainstream schwimmen - warum sollte ich mich fĂŒr mehr soziale Gerechtigkeit einĂ€tzen - ich bin davon nicht betroffen"

Wer so denkt sollte folgendes beachten in Deutschland schmilzt Mittelschicht weg Bis zum Jahr 2020 werden laut einer Studie nicht einmal 50 Prozent der Bevölkerung noch ein Einkommen auf Durchschnittsniveau haben

Denn....

....Nach bereits Anfang des Jahres veröffentlichten Zahlen des Deutschen Instituts fĂŒr Wirtschaftsforschung (DIW) sank der Anteil der Mittelschicht an der Bevölkerung zwischen den Jahren 2000 und 2006 drastisch von 62 auf 54 Prozent. Dies entspricht einem RĂŒckgang von 49 auf 44 Millionen Menschen.

Also in der Regel wird die Mehrheit der Arbeitnehmer mit sinkenden Lebensstandard und sinkender Kaufkraft konfrontiert. Es gibt natĂŒrlich auch die Ausnahmen von der Regel das sind zum einen die llenkenden Wirtschaftsmanager und die exorbitant hohen Gewinne der Unternehmen und zum anderen die Gruppe der Abgeordneten des Deutschen Bundestag.

Geplante DiÀtenerhöhung:

Noch mehr Geld fĂŒr Abgeordnete - Bekommen sie den Hals nicht voll? Nur sechs Monate nach der letzten DiĂ€tenerhöhung planen Union und SPD schon die nĂ€chste krĂ€ftige Anhebung.

versus

Laut Caritas sind Hartz IV-Leistungen nicht ausreichend

Fazit:

Das fabulieren von der VollbeschĂ€ftigung kann meines Erachtens als Wahlkampfgetöse und als positive Reform Propaganda eingeordnet werden. Problematisch wird es wenn ich den Blick auf die RealitĂ€t der Wirklichkeit lenke viele Menschen in Niedrigstlohnarbeit und Arbeitslosigkeit leben in Armut von dieser Armut sind vor allem Familien und Kinder betroffen aber zunehmend fallen auch immer mehr Senioren in Altersarmut. Deshalb ist ein gesetzlicher Mindestlohn dringend geboten zum einem sichert ein gesetzlicher Mindestlohn die Existenz der Arbeitnehmer und der soziale und kulturelle Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zum anderen schĂŒtzt ein Mindestlohn vor Altersarmut. Auch das von manchen hochgelobten Konstrukt des ergĂ€nzenden ALG II, muss wegen seiner Sinnlosigkeit und unsinnigen Anreizen zur Schaffung von immer mehr Kombi-LohnarbeitsplĂ€tzen. Die mit einer immer höheren finanziellen Belastung der Solidargemeinschaft der Steuerzahler verbunden ist, durch einen gesetzlichen Mindestlohn oberhalb der Grundsicherung in eine Sinnvolle Arbeitsmarktpolitik mĂŒnden. Nur eine VollbeschĂ€ftigung deren Arbeitsentgelte eine Teilnahme am sozialen und kulturellen Leben zulĂ€sst ist eine echte VollbeschĂ€ftigung. Wenn eine "VollbeschĂ€ftigung" auf 1 Euro Jobs und Niedrigstlöhne basiert wĂŒrde ich von einer simulierten VollbeschĂ€ftigung sprechen. Die simulierte VollbeschĂ€ftigung beinhaltet Armut - Kinderarmut - Altersarmut und sinkenden Lebensstandard fĂŒr breite gesellschaftliche Schichten und ein abschmelzen der Mittelschicht. Das kann nicht das Ziel einer Politik sein die den Nutzen fĂŒr die Bevölkerung mehren und Schanden von der Bevölkerung abwenden soll.

Der gesetzliche Mindestlohn in Höhe des westeuropÀischen Niveau muss gegen die Lobbygruppen aus Wirtschaft und neoliberalen Kreisen politisch durchgesetzt werden, damit Deutschland nicht zum europÀischen Armenhaus und seine Bevölkerung nicht in Arbeit in Armut absteigen.
 

Sybilla

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Mindestlohn, Armutslohn, gar kein Lohn

Wormser Dialog packt heißes Eisen an / Immer mehr „Aufstocker” / WĂŒrde der Arbeit ein Menschenrecht

...in der gesamten Bundesrepublik mĂŒssten jĂ€hrlich rund 3 Milliarden Euro zur UnterstĂŒtzung der Aufstocker ausgegeben werden. ...

...Bei der sich anschließenden Diskussion stellte Uwe Groß von der SPD-Stadtratsfraktion die moralische Frage in Richtung unserer Gesellschaft: "Ist es wirklich wĂŒrde-voll, einen Menschen 40 Stunden die Woche hart arbeiten zu lassen, ohne dass er davon leben und eine Familie ernĂ€hren kann."
Karl-Heinz Winkler aus dem BĂŒro des OberbĂŒrgermeisters wies daraufhin, dass es zurzeit in Wirklichkeit nicht 3,3 Millionen Arbeitslose, sondern 5,6 Millionen gĂ€be. Es habe in den letzten Jahren jedoch einen "Verschiebebahnhof" hin zu Ein-Euro-Jobs und in andere Maßnahmen gegeben....

Nibelungen-Kurier
Es wird immer offensichtlicher das der "Erfolg" von Hartz IV wer das als Erfolg bezeichnen möchte, in "Arbeit in Armut" im Niedrigstlohnsektor und im Ein Euro Sektor zu finden ist. Diese bizarre Hartz IV - Niedrigstlohnstruktur - Aufstocker - Ein Euro Job Struktur fördert die Familien und Kinderarmut mit anschließender Altersarmut. Keine Person die in "Arbeit in Armut" im Niedrigstlohnsektor und im Ein Euro Sektor gefunden hat ist instante eine private eigenverantwortliche Altersvorsorge zu erstellen. Kinder und Familien von Personen die "Arbeit in Armut" im Niedrigstlohnsektor und im Ein Euro Sektor gefunden haben sind in ihren Bildungschancen aufgrund ihrer sozialen Herkunft benachteiligt.

Ich behaupte, nur ein gesetzlicher Mindestlohn auf westeuropÀischen Niveau verhindert das viele Arbeitnehmerfamilien und ihre Kinder in der Hartz IV -Armutsfalle gefangen bleiben.

Die Förderung der sozialen Gerechtigkeit bleibt die wirkungsvollste Strategie, um Ungleichheiten zwischen sozialen Gruppen zwischen Arm und Reich zwischen "Wohlhabenden und Habenichtsen" zu beseitigen, wie auch um die Sicherheit aller zu erhöhen. TatsĂ€chlich können die Hartz IV Opfer von Not und Verzweiflung, deren MenschenwĂŒrde ungestraft und fortdauernd verletzt wird, leicht Beute von radikalen politischen Strömungen werden.
 

Sybilla

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Die gesellschaftliche Last der Arbeitslosigkeit oder wie erstellt man eine positive Statistik?

Geschönte Arbeitslosenzahlen -Seit Kohl wurde getrickst

Seit Jahrzehnten rechnen Politiker die Arbeitslosigkeit klein - mit beachtlichem Einfallsreichtum und immer neuen Förderprogrammen. Noch jede Regierung hat sich Tricks einfallen lassen, um die Statistik aufzubessern.
Analyse des BA Berichts Mai 2008:

Erstellt von Sybilla am 29.05.08 11 Uhr 00
Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden.

Die Wirklichkeit der RealitÀt

1.Entwicklung am Stellenmarkt

Arbeitsplatzvernichtung in Deutschland

Chiphersteller Qimonda streicht 600 Stellen in Dresden


Der Arbeitsmarkt steht auf der Kippe. Im ersten Quartal haben deutsche Großunternehmen angekĂŒndigt, knapp 40.000 Stellen streichen zu wollen. Dem steht die geplante Schaffung von nur noch 23.000 neuen Stellen gegenĂŒber. Das geht aus einer Auswertung der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hervor, in die alle öffentlich angekĂŒndigten PersonalstandsverĂ€nderungen von mehr als hundert Stellen in der Wirtschaft einbezogen worden sind.
Folgen der Finanzkrise: Es droht ein Stellenabbau - Konjunktur - Wirtschaft - FAZ.NET
2. Entwicklung der statistisch erfassten Arbeitslosigkeit


Offizielle ermittelte BA - Zahlen des Arbeitsmarkt – Berichts Mai 2008 diese von vielen Medien ohne Detailbetrachtung verkĂŒndet werden.

Mai 2008

Im Mai 2008 betrĂ€gt die statistisch erfasste Arbeitslosigkeit (mit statistisch erfassten Ein Euro Jobs) 3.591.171 Personen Bestehend aus (3.283.279 Arbeitslose (Seite 45 BA Bericht Mai 08) + * 307.892 Ein Euro Jobs ( BA Bericht Mai 2008 Seite 69)*3) Es ist von einer deutlichen Untererfassung auszugehen, da nur die Informationen darstellbar sind, deren Daten individuell teilnahmebezogen im operativen Verfahren der BA erfasst sind oder von zkT ĂŒber XSozial ĂŒbermittelt werden (z. B. haben fĂŒr 2007 nur ca. 31% der ARGEn Daten zum Einsatz der flankierenden Leistungen erfasst).

Die Zahl der Personen in arbeitsmarktpolitische Instrumenten (Seite 69 BA – Bericht 5/08)
Im Monat Mai stieg die Zahl der in einer von Bund oder Bundesagentur fĂŒr Arbeit geförderten arbeitsmarktpolitischen Maßnahme auf 1,55 Millionen Personen an.

Mit wachsenden Befremden nehme ich zur Kenntnis das viele Medien der Versuchung nicht widerstehen und die niedrigsten Arbeitslosenzahlen seit x Jahren oder gar seit Frau Merkels Geburt verkĂŒnden. (Dabei werden völlig unterschiedliche Statistiken verglichen – so gab es vor 15 Jahren kein Saisonkurzarbeitergeld keine Ein Euro Jobs und die Arbeitslosenhilfe hatte eine komplett andere Grundlage von BedĂŒrftigkeit als das Arbeitslosengeld II.
Die Darstellung eines Vergleich der Arbeitslosenzahlen vor 2005, also vor der Neudefinition der Arbeitslosigkeit, durch das SGB II ab 2005 ansetzt, ist meines Erachtens unsachgemĂ€ĂŸ. Die Daten zu den Arbeitslosenzahlen werden seit der Reform des SGB II in den BA Berichten verkĂŒrzt wiedergegeben und von der Politik und vielen Medien einseitig tendenziös interpretiert. Die Frage ist; finanziert die Wirtschaft den *Aufschwung* am Arbeitsmarkt mit existenzsichernden ArbeitsplĂ€tzen oder wird der *Aufschwung* am Arbeitsmarkt durch ArbeitsplĂ€tze mit ergĂ€nzendem ALG II durch Steuern finanziert? Viele Medien suggerieren mit multimedialen "Jubelmeldungen“ einen Erfolg der Reformen am Arbeitsmarkt.
Entgegen der guten Nachricht vom sinken der Arbeitslosigkeit steht die schlechte Nachricht von wachsender Armut der ErwerbstÀtigen im Niedrigstlohnbereich und wachsende Kinderarmut.

Ja die statistisch erfasste Arbeitslosigkeit sinkt die Massenarmut steigt, ich denke dass eine VollbeschÀftigung aufgrund von Ein Euro Jobs und Niedrigstlohnjobs in Massenarmut mittelfristig erreichbar ist.

https://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200805.pdf

Knapp die HĂ€lfte aller Leistungsbezieher nicht als arbeitslos registriert

Arbeit und Soziales/Antwort

Berlin: (hib/MPI) Von den 2007 durchschnittlich 6,348 Millionen Beziehern von Arbeitslosengeld I (Alg I) und Arbeitslosengeld II (Alg II) sind laut Bundesregierung 3,135 Millionen (49 Prozent) nicht in der Arbeitslosenstatistik registriert. Dagegen seien insgesamt 3,213 Millionen (51 Prozent) arbeitslos gemeldet gewesen, schreibt die Regierung in ihrer Antwort (16/8458) auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion (16/8131). Außer den LeistungsempfĂ€ngern habe es noch 686.000 Arbeitslose gegeben, die keine Geldleistungen aus der Arbeitslosenversicherung bezogen. Von allen Arbeitslosen hĂ€tten 82 Prozent Leistungen erhalten. Von den durchschnittlich 1,092 Millionen Alg-I-EmpfĂ€ngern im Jahr 2007 seien 26 Prozent nicht in der Arbeitslosenstatistik aufgetaucht, schreibt die Regierung. 225.000 der Alg-I-Bezieher fielen unter die so genannte 58er-Regel, 25.000 der nicht als arbeitslos gefĂŒhrten Personen hĂ€tten an einer Trainingsmaßnahme teilgenommen, 26.000 seien arbeitsunfĂ€hig erkrankt und 16.000 seien vermindert leistungsfĂ€hig gewesen. Kriterien fĂŒr die Aufnahme in die Arbeitslosenstatistik der Bundesagentur fĂŒr Arbeit seien die Arbeitslosmeldung, die BeschĂ€ftigungslosigkeit und die VerfĂŒgbarkeit. Danach wĂŒrden etwa Personen, die arbeitsunfĂ€hig erkrankt oder dauerhaft erwerbsgemindert sind, nicht als arbeitslos gezĂ€hlt, "weil sie dem Arbeitsmarkt nicht zur VerfĂŒgung stehen". Wie aus der Antwort weiter hervorgeht, waren von den im Jahr 2007 durchschnittlich 5,329 Millionen Alg II-EmpfĂ€ngern 2,473 Millionen (46 Prozent) als arbeitslos registriert und 2,856 Millionen (54 Prozent) nicht als arbeitslos registriert. Eine Zuordnung zu bestimmten Gruppen sei bisher statistisch nur annĂ€herungsweise möglich. Zur Gruppe der erwerbstĂ€tigen HilfebedĂŒrftigen ("Aufstocker") mit einem monatlichen Bruttoeinkommen von mehr als 400 Euro zĂ€hlten demnach 524.000 Personen. Der Gruppe der "Ein-Euro-Jobber" und Teilnehmer an Qualifizierungsmaßnahmen wurden demnach 418.000 der als nicht arbeitslos registrierten Alg-II-Bezieher zugeordnet. Ferner seien 484.000 unter-20-jĂ€hrige und 312.000 ĂŒber-58-jĂ€hrige Alg-II-EmpfĂ€nger statistisch nicht als arbeitslos gefĂŒhrt worden.

Deutscher Bundestag: Knapp die HĂ€lfte aller Leistungsbezieher nicht als arbeitslos registriert
Bedarfsgemeinschaften und hilfebedĂŒrftige Personen 1) hochgerechnete Werte

BA Bericht Mai 2008 Seite 21

Bedarfsgemeinschaften 3.644.000
hilfebedĂŒrftige Personen 7.054.000

davon:
erwerbsfĂ€hige HilfebedĂŒrftige (eHb) 5.125.000
nicht erwerbsfĂ€hige HilfebedĂŒrftige (nEf) 1.928.000

SGB II-Quote 10,7
eHb-Quote 9,4



Die Zahl der Leistungsberechtigten *vorlÀufige Werte des BA Berichts Mai Seite 46


*Die Zahl der ALG I Leistungsberechtigten betrÀgt im Mai 2008 _835.491
*Die Zahl der ALG II Leistungsberechtigten betrÀgt im Mai 2008 _5.125.454
*Die Zahl, der Sozialgeld Leistungsberechtigten betrÀgt im Mai 2008 _ 1.928.349

= * 7.889.294 Leistungsberechtigte Mai 2008

*VorlĂ€ufig und hochgerechnet, endgĂŒltige Werte stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest.


SozialhilfeempfÀnger (Netto-)ArbeitskrÀftepotenzial Dezember 2004

Statistisches Bundesamt - Ergebnisse der Sozialhilfe und Asylbewerberleistungsstatistik 2004

Das Problem der Massenarbeitslosigkeit wird mit dem Problem der Massenarmut ergÀnzt.

Aufstocker:
IAB-STUDIE

Jeder FĂŒnfte arbeitet fĂŒr Niedriglohn
6,5 Millionen Menschen arbeiten in Deutschland fĂŒr wenig Geld, das sind 22 Prozent aller abhĂ€ngig BeschĂ€ftigten. Im internationalen Vergleich hat Deutschland inzwischen einen hohen Anteil von Niedriglöhnen.
...
https://www.iaq.uni-due.de/iaq-report/2008/report2008-01.pdf
3. Armutsbericht vom 19. Mai 2008 (415 Seiten - 1,53 MB pdf.datei)

Bestand alle Stellen (Seite 10 BA Bericht 5/08 )

Bestand
alle Stellen 579.000
darunter: Vakanzen 515.000
ungeförderte Stellen 402.000
darunter: Vakanzen 353.000
ungeförderte sozialversicherungspflichtige
Stellen1) 367.000
darunter: Vakanzen 323.000

Der BA sind neben den gemeldeten offenen Stellen noch zusĂ€tzliche Stellen, unter anderem gemeldet aus der privaten Arbeitsvermittlung sowie aus ihrer Job-Börse und dem Job-Roboter bekannt. Viele dieser Stellen sind aber Datendopplungen ein freier Arbeitsplatz, vermehrt sich nicht zu fĂŒnf freien ArbeitsplĂ€tzen, nur weil er in fĂŒnf Stellenbörsen zu finden ist. Zudem werden bereits besetzte Stellen von vielen Jobbörsen erst nach Wochen aus dem Angebot genommen.

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Quellen der Zahlen:
BA – Monatsberichte Monatsberichte
https://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000100/html/monat/200805.pdf
Erstellt von Sybilla am 29.05.08 11 Uhr 00
Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden.
 
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