Agora und Soziale Phobie diagnostiziert, wie mache ich dem Jobcenter klar, das ich bei schulischen Maßnahmen in geschlossenen Räumen und vielen Personen nicht zurecht komme?

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heureka

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Guten Tag erstmal an euch Elo-Member,

schon seit meiner Kindheit hab ich Probleme, mit engen Räumen und zu viele Menschen, wenn beides in einem Raum zusammen kommt, ist es wirklich unerträglich!
Ich hatte von der 3-8 Klasse mehrere Therapien bei Psychologen, die aber immer nur kurzfristig geholfen haben, bis ich dann in der 8ten Klasse die Schule geschmissen habe!

Was die Auswahl meiner Arbeitsplätze angeht, bin ich daher etwas eingeschränkt, aber im normalfall finde ich recht schnell was neues, Probleme hat das Jobcenter bis jetzt nicht gemacht, wenn ich mal arbeitssuchend war.
Das hat sich aber nach meinem Jobverlust im Februar geändert, meine SB/FM hat mich nach 2 Wochen in eine 6 monatige Bewerbungstrainingsmaßnahme gesteckt!
Ich hatte ihr nichts genaueres gesagt was meine psychischen Probleme angeht, nur das ich mich in solchen Situationen nicht wohl fühle und wenn ich schon an einer Maßnahe teilnehmen soll, dann eine die draußen stattfindet und nicht soviele Leute um mich herum sind!
Sie sagte nur wenn ich damit Probleme hätte, dann müsste ich ihr etwas vorlegen was das bestätigt!

Ich hatte dann trotzdem versucht zur Maßnahme zu fahren, habe aber auf dem Weg dorthin schon eine Panikattacke gehabt,worauf ich zu meinem Hausarzt gegangen bin.
Mein Hausarzt hatte mich daraufhin krankgeschrieben, bis ich letzten Donnerstag einen Termin bei einer Psychiaterin hatte.
Das Gespräch mit ihr war eine reine Katastrophe, sie hatte am Ende zwar eine Agoraphobie und Soziale Phobie diagnostiziert, aber irgendwie hatte ich das gefühl das sie mich in Richtung Depression abschieben wollte, aber gut das steht wieder auf einem anderen Blatt!

Mein Problem ist jetzt, wie soll ich weiter vorgehen, soll ich mir eine schriftlich Diagnose aushändigen lassen und mit dieser zu meiner FM/SB gehen um aus dieser Maßnahme zu kommen, oder soll ich ihr direkt sagen das ich einen Termin beim psychologischen Dienst, Amtsarzt oder wie auch immer das heißt, haben möchte?
Ich lese schon seit ein paar Monaten hier im Forum mit und dort heißt es immer, das man den Leuten bei JC kein Diagnosen und ähnliches mitteilen soll, kann das vom JC nicht als Verstoß gegen die Mitwirkungspflicht sanktioniert werden?


Danke vorab für euer Feedback
 

AsbachUralt

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Diagnose geht FM/SB nichts an.! Einfach entsprechendes Attest vom Facharzt besorgen, dann schickt man Dich eventuell noch zum Amtsarzt.
 

saurbier

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Nun ja,wenn dein Gesundheitszustand so ist wie er ist, dann wäre es schon von Vorteil wenn du dich von deiner Psychologin bzw. Hausarzt mal für längere Zeit AU schreiben läßt. Über eine längere AU könnte es dir passieren das die SB dann mal zum äD-Gutachter schickt um zu klären ob du überhaupt für eine Arbeitsvermittlung zur verfügung stehst.

Dein Problem aktuell dürfte sein, daß du ja immer wieder schnell in Arbeit gekommen bist, trotz deiner Erkrankung. Da ist es eben schwer einer SB zu erklären das bei dir eine solche Krankheit überhaupt vorliegt.

Eigentlich raten wir ihr eher dazu, den SB´s nur nichts über die Krankheitssymtome zu sagen, denn das geht die absolut nichts an, sie sind eben keine Ärzte. Sowas fällt unter Datenschutz und hat nur dich und deine Ärzte bzw. Gutachter zu interessieren.

Versuch es über eine lange AU oder halt über wiederholte Abbrüche mittels AU bei neuen Zuweisungen, irgendwann sollte ein guter SB dann mal den äD-Gutachter einschalten um abklären zu lassen was bei dir Sache ist.

Mir persönlich ist es schon ein Rätsel, wie du die letzten Jahre damit überhaupt durchgehalten hast.

Da scheint eine dauerhafte Behandlung bei einer Psychologin/Psychiater sicherlich der weit bessere Weg, auch im eigenen Interesse um mal abzuklären was dir überhaupt fehlt und wie man dir weiter helfen kann, denn in jüngeren jahren klappt das mit hier und da neuen Arbeitgeber noch, nur mit zunehmenden Alter dürfte das weit schwerer werden.


Grüße saurbier
 

heureka

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Vielen dank erstmal euch beiden!

Das mit dem krankschreiben wäre sicher eine Möglichkeit, aber so wie ich die SB/FM verstanden habe, ist die Maßnahme eine fortlaufende, wenn ich mich also krankenschreiben lasse, würde die verlorene Zeit am Ende nur dranghängt, bis ich die 6 Monate voll habe!
Außerdem komme ich mit der Psychiaterin nicht klar, da sie über vieles lacht und mich lieber in die Depressionsecke schiebt, was aber definitiv nicht der Fall ist!
Ich müsste also wieder zu meinem Hausarzt und ihn bitten mir eine weitere AU auszustellen, irgendwie komme ich mir dabei doof vor und möchte auch nicht daser mich für einen Simulanten hält!

Das mit dem Attest wäre auch mein Wunsch, aber wie soll so ein Attest aussehen, das meiner SB/FM klar macht das ich Probleme habe aber ihr nichts über die Diagnose verrät?
Gibt es bei den Krankenkassen oder Jobcentern irgendwelche Vordrucke für solche fälle, oder kann man den Besuch beim äD oder so, nicht selbst forcieren?

Mir persönlich ist es schon ein Rätsel, wie du die letzten Jahre damit überhaupt durchgehalten hast.

Laut meinem Hausarzt verlaufen Agora/Sozialphobie, bei mir halt etwas anders, normalerweise verschlimmert sich die Situation bei vielen Menschen ja, was dann sogar soweit geht das sie nicht einmal mehr das Haus verlassen.
Der Auslöser bei mir war vermutlich, das Ich in meiner Kindheit einen Brand im Hotel miterlebt habe, inklusive der Panik und dem Geschrei der anderen Menschen, dabei wurde ich auch Verletzt und bin erst im Krankenhaus wieder zu mir gekommen.

Ich habe daher ausschließlich Probleme mit großen Menschmengen bzw mit zu vielen Menschen in Räumen und Gebäuden, ansonsten habe ich sehr viele Soziale Kontakte und auch eine große Familie, ich kann sie halt nur in kleiner Dosis ertragen, also genau solange ich das Gefühl habe alles im Blick zu haben bzw kontrollieren zu können!
 

Doppeloma

Super-Moderation
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Hallo heureka, :welcome:

Das mit dem krankschreiben wäre sicher eine Möglichkeit, aber so wie ich die SB/FM verstanden habe, ist die Maßnahme eine fortlaufende, wenn ich mich also krankenschreiben lasse, würde die verlorene Zeit am Ende nur dranghängt, bis ich die 6 Monate voll habe!

Das sieht ja eher danach aus, dass sie dich möglichst lange "aus dem Blickfeld" haben möchte, als nach einer sinnvollen Maßnahme.
Wie hat sie dir denn diese Notwendigkeit erklärt wenn du doch offenbar bisher durchaus in der Lage gewesen bist, dich ordentlich zu bewerben und selbst wieder Arbeit zu finden ???

In der Regel benötigt man auch keine 6 Monate Bewerbungs-Training wenn man da wirklich Nachholbedarf haben würde, das klingt mehr nach sinnloser Beschäftigungstherapie.
Wie viele geeignete VV hast du denn schon vom JC bekommen in der ganzen Zeit, das soll ja keine "Einbahnstraße" sein oder was stellt sich deine SB so unter "aktiver Arbeitsvermittlung" vor ???

Woran konkret liegt es denn aus deiner eigenen Sicht, dass es aktuell nicht so gut läuft mit deinen Bewerbungen ???
Am sichersten und schnellsten würdest du ja mit einer neuen Anstellung aus dieser Maßnahme kommen ...

Außerdem komme ich mit der Psychiaterin nicht klar, da sie über vieles lacht und mich lieber in die Depressionsecke schiebt, was aber definitiv nicht der Fall ist!
Ich müsste also wieder zu meinem Hausarzt und ihn bitten mir eine weitere AU auszustellen, irgendwie komme ich mir dabei doof vor und möchte auch nicht daser mich für einen Simulanten hält!

Wenn du diese Probleme schon so lange mit dir herumschleppst solltest du mal über eine gezielte Psychotherapie nachdenken, denn es wird ja von selber nicht besser und du hast (vermutlich) noch ein langes Arbeitsleben vor dir ???
Wenn man mit seinem Facharzt nicht (mehr) klar kommt sollte man sich einen anderen suchen auch wenn das nicht überall immer einfach ist, gerade ein Psychiater sollte schon glauben was der Patient zu seinem Befinden erzählt ... sonst kannst du dir diese "Behandlung" dort auch komplett verkneifen.

Eine AU-Bescheinigung (wäre vom Hausarzt ohnehin "neutraler") kann tatsächlich nur eine vorübergehende Lösung sein und ein Attest nützt dir GAR NICHTS, jedenfalls nicht für die SB ... was soll der Arzt dir denn darauf bescheinigen können, damit du nicht mehr in diese (oder andere) Maßnahmen gehen musst OHNE Diagnosen wenigstens anzudeuten ?

Genau das geht die SB aber NICHTS an, das hätte bereits VOR Beginn dieser Maßnahme geklärt werden müssen, dass dir die Teilnahme daran nicht zumutbar ist.
Dafür hat den Vermittlern zu genügen, dass es gesundheitliche Einschränkungen zu beachten gibt, VORHER kannst du "zumutbar" (nach § 10 SGB II) nicht in Arbeit vermittelt und auch nicht (ersatzweise) in Maßnahmen gesteckt werden.

Dafür wäre von Anfang an NUR der med. Dienst vom JC zuständig (gewesen) die konkreten Einschränkungen bei deiner Vermittlung festzustellen und in möglichst "neutraler Form" an deine Arbeitsvermittler zu geben, NUR daran haben sich die SB dann auch zu halten.

Für diese "Begutachtung" kannst und solltest du auch einige medizinische Belege (von deinen Ärzten) darüber besorgen denn der Arzt beim ÄD muss dir auch nicht ohne Beweise dafür alles glauben wollen was du erzählst.

Das bekommt dann aber NUR DIREKT der med. Dienst und niemals ein Arbeitsvermittler, bei deinen Ärzten hast du einen Rechtsanspruch auf Kopien aus deiner Patienten-Akte.
Daran muss man die leider auch oft erst erinnern.


Das mit dem Attest wäre auch mein Wunsch, aber wie soll so ein Attest aussehen, das meiner SB/FM klar macht das ich Probleme habe aber ihr nichts über die Diagnose verrät?

Deiner SB hat es zu genügen wenn du ihr (ganz allgemein formuliert) mitteilst, dass gesundheitliche Einschränkungen bestehen, die vom ÄD (also von einem ARZT des JC) abzuklären sind, weil sie sonst deiner Gesundheit Schaden zufügen wird, bei unpassender Vermittlung und unpassenden (sowieso überflüssigen) Maßnahmen.

Du darfst sie da gerne an die Beachtung des § 10 SGB II erinnern ... die medizinischen Gründe hat ein Arzt herauszufinden und ihr deine Einschränkungen zu bestätigen / beschreiben OHNE konkrete Diagnosen zu nennen.


Wenn sie sich weigert das Nötige (Vorstellung beim JC-ÄD) zu veranlassen dann beschwere dich (bitte schriftlich und nachweislich !!!) bei den Vorgesetzten (Teamleiter / Geschäftsführung) darüber, dass sie ihre Pflichten dir gegenüber bisher grob verletzt hat ...

Gibt es bei den Krankenkassen oder Jobcentern irgendwelche Vordrucke für solche fälle, oder kann man den Besuch beim äD oder so, nicht selbst forcieren?

Die Krankenkasse hat damit NICHTS zu tun, diese Prüfungen für die Vermittlung beim JC sind alleinige Angelegenheiten vom JC-ÄD,
Irgendwelche Atteste deiner Ärzte haben dafür gar keine besondere Bedeutung, deine Ärzte haben das nicht zu bestimmen, was die SB vom JC dürfen oder zu beachten haben bei deiner Vermittlung.

Genau dafür gibt es ja diesen ärztlichen Dienst für die "Kunden" der JC, die SB wollen leider viel zu oft das Geld einsparen, was dieser Auftrag an den ÄD dann kosten wird.
Die Formulare dafür stehen dem SB zur Verfügung, da muss der nur seinen PC und den Drucker anwerfen ... vermutlich braucht der Arbeitsvermittler sogar den ÄD nur per Mail zu kontaktieren dafür ...

Es ist NICHT deine Aufgabe das zu "erbetteln oder zu beantragen" das ist Aufgabe der Arbeitsvermittler ... wenn gesundheitliche Probleme auch nur "angedeutet" werden im Beratungsgespräch, da stellen sich die SB nur leider sehr häufig "taub" ...

Bis dahin brauchst du ("rein theoretisch") auch keine Maßnahmen besuchen oder dich auf Stellen-Angebote bewerben, wenn nicht klar ist was dir gesundheitlich überhaupt zugemutet werden kann ...
Austesten würde ich das allerdings besser nicht, denn ein Abbruch dieser Maßnahme könnte für dich mit einer Sanktion enden, die zwar unrechtmäßig wäre aber trotzdem schwer wieder "vom Tisch" zu bekommen ist.

MfG Doppeloma
 
E

ExitUser

Gast
Es gibt eine 20/80 Prozent Regel 20% können ihren Job sehr gut und 80% nicht oder nur sehr schlecht das gilt auch für Psychiater
Die Diagnose Depression ist vage bietet aber die Möglichkeit den Menschen zu dämpfen und gefügig zu machen
davon unberührt gibt es Depressionen die richtig diagnostiziert auch gut behandelbar sind.
Idealerweise finde ich medizinisches Fachpersonal mit dem ich gut kann, die kompetent sind und mir helfen können
Ich hatte das schon öfter nur manchmal ist der Weg dahin lang und steinig
und es gibt Eigenschaften der Psyche wo damit leben und nicht daran rumdoktern der bessere Weg ist
oft schwierig , meistens machbar und langfristig effektiver, leider nicht so anerkannt da es doch sehr kostengünstig ist.
Leider ist Schwarz/Weiß Denken die Regel, ist bequem und auch für minder-begabte gut zu händeln
 

heureka

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Danke @Doppeloma und @Ronald BW

Ich werde es dann erstmal so machen wie du es beschrieben hast @Doppeloma!
Ein schreiben aufsetzen in dem ich ihr mitteile das ich momentan gesundheitliche Einschränkungen habe, die eine Teilnahme an der Maßnahme unmöglich machen und das sie gegebenenfalls den äD einschalten soll!

@Doppeloma

Der Grund für die Maßnahme, bzw. der Grund warum sie denkt ich müsste in diese Maßnahme, ist wohl der Tatsache geschuldet das ich mich bis jetz immer nur telefonisch öder persönlich beworben habe.
Was ja auch immer gut funktioniert hat.
Ich könnte spontan als Saisonkraft bis September in einem anderen Bundesland arbeiten, aber sobald ich wieder zurück wäre, würde der ganze Wahnsinn wieder von vorne losgehen, darum will ich das jetzt vom äD bestätigt haben.

Im Fall einer erneuten Erwerbslosigkeit, möchte nicht noch einmal Angst vor dem ganzen Stress haben müssen, irgendwie aus einer Maßnahme kommen zu müssen, die ich aufgrund psychischer Probleme nicht antreten kann!

Danke nochmals für eure Hilfe vielleicht muss ich mich ja noch einmal an euch wenden.
 
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Dieses Thema ist geschlossen.
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