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AGH für mich nicht zumutbar? Was tun?

Nala87

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Hallo, ihr Lieben.

Ich hatte heute meinen ersten Einsatz bei der AGH, die mir zugewiesen wurde. Am Morgen bin ich zwar sehr aufgeregt, aber offen für das, was mich da erwarten möge, dorthin gefahren. Schon am Tor der Einsatzstätte lernte ich einen der anderen Teilnehmer kennen und war, sagen wir mal, geplättet. Der Mann sprach nur gebrochen Deutsch, dem Dialekt her Pole, und er roch schon nach Alk. Naja, ich ignorierte das erstmal und war gespannt auf die anderen Teilnehmer und meinen künftigen Aufgabenbereich bzw. das Arbeitsgelände. Und ich war von allem geschockt.

Bei den ca. 35 bis 40 Teilnehmern (darunter 5 oder 6 Frauen) handelt es sich um chronische Trinker, etliche ausländische Mitbürger und andere sonstwie äußerst schwer Vermittelbare (ich nenne sie hier jetzt mal so). Ich hatte, mit Verlaub, den krassen Eindruck, ich bin da völlig deplatziert. Es gab einen Moment, da musste ich Tränen unterdrücken, weil ich mich da dermaßen unwohl fühlte. Die Anderen unterhielten sich im Grunde ständig übers Trinken, irgendwelche zotigen Sachen usw. Teilweise scheinen manche Teilnehmer auch während der Arbeitszeit zu trinken, was wohl von der Anleiterin mehr oder weniger geduldet oder bewusst ignoriert wird.

Normalerweise bin ich eine Person, die sich recht gut in eine Gruppe einfügen kann, aber bei dieser Truppe bin ich echt überfordert! Ich fühl mich da so fehl am Platz. Da ist nicht eine Person dabei, mit der ich warm werden könnte. Ich wurde natürlich heute bei den anderen Frauen eingegliedert, aber ich fühle mich da einfach nicht wohl. Hatte auch nach etwa zwei Stunden eine Panikattacke, und ich hatte jetzt schon länger keine mehr. Das mit der Panik hat zum Glück keiner mitbekommen, weil die anderen rauchen waren. Ich zwang mich aber dazu, durchzuhalten, obwohl ich glaubte, dass ich gleich umkippe... Ich war kurz davor, zur Anleiterin zu gehen. Stattdessen hielt ich dann doch noch bis zum Feierabend durch, aber zu Hause brach es aus mir raus. Hab erstmal geheult und meinem Lebensgefährten erzählt, wie schrecklich ich es da finde.

Noch dazu kommen ja die anderen schlechten Gegebenheiten: es gibt nur ein Dixi-Klo. Ein Waschbecken, wo man sich mal die Hände ordentlich mit Seife waschen kann, hab ich nicht entdeckt, man hat sich die Hände im Regenfass abgewaschen. Ich fand das so eklig! Zum Glück war es heute nicht der Fall, aber was soll ich tun, wenn ich meine Tage habe? Soll ich mit den dreckigen Fingern, mit denen ich eben noch Unkraut gezupft habe den Tampon wechseln?! Ich bin bei sowas sonst nicht sehr empfindlich, aber ich erwarte doch, dass man eine gewisse Hygiene einhalten kann. Oder bin ich zu verwöhnt?

Fakt ist, ich möchte da raus. Als ich heute da Feierabend hatte, war ich total down, weil ich weiß, dass ich da morgen wieder hin muss. Mir gehts echt mies, bin total angespannt und hab einfach nur Angst. Ich will da nicht nochmal hin. So habe ich mir das dort nicht ausgemalt. Ich bin psychisch ohnehin nicht sehr stabil, bin zur Zeit sogar in Therapie. Das JC weiß das, ich war auch vor einem halben Jahr zur Begutachtung des medizinischen Dienstes. Da kamen ein paar Einschränkungen raus bzgl. meiner Leistungsfähigkeit. Zum Beispiel auch, dass ich aufgrund einer Sozialphobie keine Tätigkeiten mit hohen sozialen Anforderungen machen soll. Könnte ich das als Begründung verwenden, um dieser Maßnahme zu entkommen? Quasi als für mich unzumutbare Maßnahme? Aber ob sich meine SB darauf einlässt? Die wollte mich ja unbedingt in diese Maßnahme bringen, weil sie ja ihre Vorgaben hat und sie ja mit mir irgendwas machen muss... Mein Weg sieht erstmal so aus, dass ich wohl morgen früh erstmal zu meiner Hausärztin gehe und ihr von meinen Ängsten und der Panikattacke berichte, mit der Hoffnung auf Krankschreibung. Ansonsten weiß ich auch nicht weiter.

Sorry für den langen Text, aber irgendwie musste ich mir das auch von der Seele schreiben.
 

erwerbsuchend

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Könntest du bitte auch alle mit der AGZ zusammenhängenden Unterlagen in anonymisierter Form hier hochladen? Eventuell entdeckt man dort Fehler, die dir bei einer Abwehr dieser AGH helfen können. Du solltest zudem deine Erlebnisse von vor Ort in Form von Tagesberichten schriftlich festhalten. Gibt es für deine medizinischen Einschränkungen entsprechende medizinische Unterlagen? Sind diese dem JC bekannt? Wurdest du dazu bereits vom äD begutachtet?
 

Nala87

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Ja, ich war vor etwa einem halben Jahr beim äD des Jobcenters, da wurde anhand meiner Krankenakten und der schriftlichen Erläuterung meiner gesundheitlichen Probleme ein Gutachten erstellt. Ein persönliches Gespräch zwischen dem Gutachter und mir fand aber nicht statt, es wurde halt nur nach Aktenlage entschieden. Da kam raus, dass ich keine Tätigkeiten mit Publikumsverkehr, häufig wechselnden Arbeitszeiten, großer sozialer Beanspruchung, großem Leistungs- und Zeitdruck, viel Stress, hoher Konzentration machen soll, da diese meiner Gesundheit nicht zuträglich oder gar kontraproduktiv sind.

Das JC hat die Begutachtung erst auf meine Veranlassung hin angeleiert, obwohl meiner SB seit Jahren (!) schon bekannt war, dass ich gewisse Probleme habe. Leider hatte ich auch keinen fähigen Arzt, der mich unterstützt hat, stattdessen musste ich mir von meinem Hausarzt anhören, dass ich mich nicht so anstellen soll. Zudem kam nun auch heraus, dass ich eine chronische Unterfunktion der Schilddrüse habe, was meine Antriebslosigkeit erklärt. Auch die depresiven Verstimmungen, die Angstgefühle usw. können daher kommen, zum Teil jedefalls. Mein vorheriger Arzt hat das nicht erkannt, der hat alles komplett auf die Psyche geschoben, aber auch nicht weiter geholfen. Meine derzeitige Hausärztin hat ganz komisch geguckt, als sie meine Blutwerte sah. Nun bekomme ich Schilddrüsentabletten, aber die richtige Dosierung muss noch gefunden werden. Richtig fit fühle ich mich noch nicht.
 
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gila

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Ich bin psychisch ohnehin nicht sehr stabil, bin zur Zeit sogar in Therapie. Das JC weiß das, ich war auch vor einem halben Jahr zur Begutachtung des medizinischen Dienstes. Da kamen ein paar Einschränkungen raus bzgl. meiner Leistungsfähigkeit. Zum Beispiel auch, dass ich aufgrund einer Sozialphobie keine Tätigkeiten mit hohen sozialen Anforderungen machen soll. Könnte ich das als Begründung verwenden, um dieser Maßnahme zu entkommen? Quasi als für mich unzumutbare Maßnahme?
Ja - ich bin der Ansicht: JA - das ist einfach nach deinen Schilderungen UNZUMUTBAR!
Und das in vielerlei Hinsicht!
Ich würde sogar so weit gehen, parallel zu einer Krankmeldung (!) - diese Schilderungen den Tatsachen so entsprechend an die Geschäftsleitung des JC zu senden, parallel kann man auch die Bundesagentur erwägen, und mich hier saftig zu beschweren!
Die Behörden sind zu einer QUALITÄTSKONTROLLE ihrer Maßnahmen verpflichtet und DAS kann es ja nun echt nicht sein!

WAS für eine Maßnahme/AGH mit welcher Beschreibung und Tätigkeit ist das denn?

Mein Weg sieht erstmal so aus, dass ich wohl morgen früh erstmal zu meiner Hausärztin gehe und ihr von meinen Ängsten und der Panikattacke berichte, mit der Hoffnung auf Krankschreibung.
GENAU SO! :icon_daumen: man muss sich wirklich nicht alles bieten lassen!

Dein Arzt soll dich da unterstützen - denn das hat ja genau das Gegenteil bewirkt von dem, was sein sollte.
 

Nala87

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@gila: das ist eine AGH, bei der die Teilnehmer Gemüse, Obst und Kräuter auf dem Areal und in einigen Gewächshäusern einer ehemaligen (und baufälligen) Gärtnerei anbauen. Der Gärtnereikomplex steht schon seit mindestens 10 Jahren leer, ein Teil wurde wohl von dem Maßnahmeträger gepachtet. Die Feldfrüchte werden dann der Essensausgabe der Tafel zugeführt und dort entweder in der Suppenküche verbraucht oder an Bedüftige ausgegeben.

Aber wie soll ich denn beweisen, dass dort z.B. manche Teilnehmer unter Alkoholeinfluss aufkreuzen? Ich könnte ja viel erzählen... Dann heißt es vielleicht nur, dass ich mich ja mit den Leuten nicht abgeben soll. Und ich denke mal, das mit dem Dixi halten viele auch noch für zumutbar...Als ich beim Maßnahmeträger das Vorgespräch hatte, wurde mir schon gesagt, dass ich dort keinen Luxus erwarten darf. Aber mit sowas habe ich echt nicht gerechnet.

Ich hab einfach Bedenken, ob diese AGH unter diesen Umständen für mich überhaupt sinnvoll ist. Am Ende stumpfe ich genauso ab, wie die Leutchen dort. Vielleicht sollte ich auch anfangen zu trinken, eine Jogginghose anziehen und mich drei Tage nicht mehr duschen, damit ich mich besser in die Gruppe einfüge... Ich bin wirklich auch kleidungstechnisch heute schon aus dem Rahmen gefallen, einfach nur, weil ich eine normale graue Jeans mit einer normalen Jacke trug. Sachen, die ich auch privat bei der Gartenarbeit anziehe. Die anderen Teilnehmer erschienenen dort größtenteils in Jogginghose. Ich fühlte mich schon overdressed!

Da fällt mir noch ein: in der Belehrung wurde ich darauf hingewiesen, dass im Gewächshaus Helmpflicht besteht, aufgrund der Baufälligkeit. Nun ratet mal, ob da heute jemand einen Helm auf hatte... Natürlich keiner, auch die Anleiterin nicht. Es lagen zwar Helme da, aber anscheinend werden die nur aufgesetzt, wenn jemand vom Amt kommt.
 

gila

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Das wird dich nicht in Arbeit bringen, weil du das auch gar nicht weiter machen solltest. Du hast ja gesehen welche Wirkung das psychisch auf dich hat und wenn hier keine Rücksicht genommen wird , was sollte denn dann die Untersuchung beim ärztlichen Dienst?
Ich persönlich verliere ja sehr sehr selten die Contenance, aber ich glaube, wenn ich das gleiche angetroffen hätte so wie du und das hätte mich jetzt dann auch noch in Arbeit bringen sollen... wäre ich wahrscheinlich auf der Stelle von der Maßnahme weggegangen, ab ins Jobcenter gedackelt und hätte den Sachbearbeiter aus seinem Zimmer raus geholt und ihm gesagt er soll auf der Stelle mitkommen und sich da mal umschauen und mir dann selbst sagen, wie und ob sowas zumutbar ist und mich in Arbeit bringen soll.
Irgendwo hört der ganze Spaß ja auf. Nun stell mal deine Unterlagen hierher rein dass man sich ein näheres Bild machen kann, bitte nicht vergessen Orte und alle Namen vorher zu schwärzen.

Noch eine Nachfrage: hast du für diese AGH irgendetwas unterschreiben müssen auch noch beim Maßnahmeträger? Und wie lange soll dieser Zirkus gehen? Also ich kann mich gar nicht mehr beruhigen, ich halte sowas nicht für eine Arbeitsgelegenheit sondern in diesem Umfeld mit jemanden der psychische Schwierigkeiten hat und auch mit Sozialphobien zu tun hat noch dazu instabil ist, und in einer Therapie für geradezu entwürdigend und gesundheitsgefährdend.

Davon abgesehen, dass mir der Sinn nicht verständlich ist sämtlicher AGHs, die so angeboten werden...
 
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Nala87

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Ja, ich musste beim Träger was unterschreiben. Halt Belehrung, Kontodaten für die Überweisung der MAE. Oh, da ist doch noch eine Art Vertrag dabei, da gibts eine Verschwiegenheitsklausel: "Der Teilnehmer verpflichtet sich, über alle Vorgänge jederzeit Stillschweigen zu bewahren, auch nach Beendigung der Maßnahme. Auftretende Probleme sind im Zeitraum der Maßnahme mit den zuständigen Mitarbeitern des Vereins zu besprechen." Mist, ist bestimmt schlecht, dass ich dies unterzeichnet habe. Oder? Also dürfte ich mich nicht mal beim JC darüber beschweren?

Die Belehrung ist inhaltlich harmlos, da sehe ich keine Fallstricke, daher hab ich sie unterschrieben. Halt so Arbeitsschutz, Alkohol- und Drogenverbot (haha, lustig)...aber das mit dem Vertrag war wohl doch dumm von mir. Aber ich hatte ja keine Ahnung, wie es da so zugeht.

Welche Unterlagen möchtest du sehen? Die Zuweisung? Die AGH soll ein halbes Jahr dauern. Ein Ziel, wieso diese AGH für mich sinnvoll ist, steht nicht in der Zuweisung. In der EGV ist ebenfalls die AGH vermerkt, neben der Aufnahme einer Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt, als Ziele der EGV. Ich hab die EGV noch nicht unterschrieben, ich habe es schlichtweg vergessen... Huch, die sollte ich eigentlich schon unterschrieben zurücksenden... Die EGV kam übrigens per Post, am selben Tag wie die Zuweisung. Ich hab mal gelesen, dass es eigentlich nicht rechtens ist, wenn einem die vorgefertigte EGV per Post zugeschickt wird. Ist das richtig?

Im Übrigen findet meine Psychologin die Sache mit der AGH ganz toll, weil ich da doch gestärkt herausgehen könnte, weil ich das Gefühl kriege, eine Aufgabe zu haben und unter Menschen komme. Das sei doch so förderlich für mein Selbstwertgefühl und ich könne doch auf diese Art meine Sozialkompetenz trainieren etc. Und nun das.
 

Mona Lisa

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Weiß Deine Psychologin, wie es da zugeht bei Deiner AGH? Deine Sozialkompetenz kannst Du besser bei einer ehrenamtlichen Tätigkeit trainieren, denke ich.

LG

Mona Lisa
 

Nala87

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Weiß Deine Psychologin, wie es da zugeht bei Deiner AGH? Deine Sozialkompetenz kannst Du besser bei einer ehrenamtlichen Tätigkeit trainieren, denke ich.

LG

Mona Lisa
Nein, hatte noch keinen weiteren Termin bei ihr, habe die AGH erst heute begonnen. Mein nächster Termin bei meiner Psychologin ist erst nächste Woche. Ich hatte ihr bei meinem letzen Termin aber bereits von meinen Bedenken erzählt, weil man ja als Alg2-Empfänger weiß, dass solche Maßnahmen nicht wirklich einen Nutzen bringen. Ist ja auch nicht meine erste.

Aber ich finde schon, dass meine Psychologin irgendwie in ihrem Elfenbeinturm sitzt und glaubt, dass solche Maßnahmen wirklich sinnvoll und bereichernd sind. Ich musste ihr ja auch erstmal erklären, dass man sanktioniert werden kann, wenn man was ablehnt, egal ob Jobangebot oder Maßnahme. Sie dachte allen Ernstes, dass ich ja einfach wieder aufhören oder "Nein sagen" könne, wenn mir eine Maßnahme oder ein potentieller Arbeitsplatz angeboten bzw. zugeteilt wird. Hab sie dann auf die Sanktionsgefahr aufmerksam gemacht. Da hat sie geguckt wie ein Auto...
 

Mona Lisa

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Ja, leider haben die meisten Menschen keine Ahnung wie es in der ELO-Welt zugeht. Aufklärung tut da Not.

LG

Mona Lisa
 

gila

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Gut, dass die EGV nicht unterschrieben wurde. Die EGV kam auch nicht als Verwaltungsakt?
Schlecht ist das mit den Vertrag beim Träger... Es herrscht in Deutschland Vertragsfreiheit - man muss nichts unterschreiben, schon gar nicht privatrechtliche Verträge außerhalb des Jobcenters.

Bitte die Unterlagen einstellen, vorher schwärzen. Morgen erstmal akut zum Arzt und möglichst länger krank schreiben lassen. Meinst du er könnte ein Attest ausstellen, dass du aufgrund der Zuweisung in eine völlig unpassende Maßnahme akut erkrankt bist... Unzumutbare belastende Situation, auf die er nicht näher eingehen kann wegen Schweigepflicht und Verschwiegenheitsklausel des Trägers... Aber es sei aus gesundheitlichen Gründen die Teilnahme an der AGH sofort zu beenden.

Schreib den Text mal an und frag ihn.
Das wäre vielleicht die Rettung!
 

kge

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Aber ich finde schon, dass meine Psychologin irgendwie in ihrem Elfenbeinturm sitzt und glaubt, dass solche Maßnahmen wirklich sinnvoll und bereichernd sind. Ich musste ihr ja auch erstmal erklären, dass man sanktioniert werden kann, wenn man was ablehnt, egal ob Jobangebot oder Maßnahme. Sie dachte allen Ernstes, dass ich ja einfach wieder aufhören oder "Nein sagen" könne, wenn mir eine Maßnahme oder ein potentieller Arbeitsplatz angeboten bzw. zugeteilt wird. Hab sie dann auf die Sanktionsgefahr aufmerksam gemacht. Da hat sie geguckt wie ein Auto...
Dass Psychologen keine Ahnung von den Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt haben, ist nicht unüblich. Die meisten kommen aus gut betuchten Elternhäusern, die ihren Kindern während des Studiums und der anschließenden Ausbildung zum Therapeuten finanziell unter die Arme greifen. Viele der Frauen, welche als Therapeutinnen arbeiten, machen dies auch nur in Teilzeit, haben oft gut verdienende Partner/Ehemänner, verstehen also nur bedingt, was es bedeutet, sich allein auf dem Arbeitsmarkt behaupten zu müssen.

In Anbetracht der Schweigeverpflichtung würde ich den Weg der Krankschreibung wählen - und zwar genau wie von Gila beschrieben. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass die Träger solcher Maßnahmen generell nichts von Beschwerden halten und es jederzeit zu ihren Gunsten auslegen werden, auch wenn du die herrschenden Arbeitsverhältnisse bei deiner SB zur Sprache bringst.

Je weniger Zeit du in der Maßnahme verbringst, desto weniger kann außerdem über dich geschrieben und geurteilt werden. Das ist wichtig, denn falls dir das JC aus der abgebrochenen Maßnahme einen Strick drehen wollen würde, könnte es sich nicht auf den Bericht des Maßnahmenträgers berufen. Je mehr du aus der Reihe tanzt, desto weniger vorteilhaft würde ein solcher Bericht über dich nämlich ausfallen. Da diese Berichte beim ÄD tatsächlich wie normale Gutachten behandelt werden, könnte dir der Träger sogar - je nach Bedarf - die Erwerbsfähigkeit absprechen, Krankheiten anhängen, die du nicht hast, Krankheiten absprechen, die du hast usw. Und der ÄD würde das ernst nehmen, wenn du Pech hast!
 

Onkel Tom

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Ich gehe mal davon aus, das Du anbei Unterlagen unterzeichnet hast, die dein SB und dem
Ein Euro Job - Träger auf "rechtssicheren" Boden stellen, die AGH zu verabreichen..

Wird dort heimlich getrunken oder stehen in den Beeten gar die Buddeln rum..
Alles Trinker_innen oder nur vereinzelte ?

Ich würde neben der AU mich beim SB darüber schriftlich nachweisbar beschweren, das sie
dich in ein Umfeld zugewiesen hat, der dich nur runter zieht und diese AGH-Masnahme aufheben soll.
Lässt sich SB nicht darauf ein, müsste alles vertragliche zur AGH, Teilnahmevereinbarung
und Datenschutzeinwilligung gekündigt werden.. EGV natürlich blos nicht unterzeichnen..

Klaro, das man anbei einem Irrtum unterlegen ist, weil mann nicht damit rechnen konnte,
in einer Arbeitsgruppe von Alkoholkranken zu landen.. Ob das als "wichtiger Grund"
angenommen wird, bleibt offen..
Die prophylaktische fristlose Kündigung im Sinne des § 119 BGB ist eine Option..

Weiter könnte das auch durch die BG ans Licht gebracht werden und deine Glaubwürdigkeit
unterstreichen.
Die BG interessiert sich schon dafür, ob Alkoholkonsum am Arbeitsort tolleriert wird..
(Müsstest den Laden bei der BG anschwärzen)

Die BA-Prüfstelle ist eine weitere Adresse AGH-Firmen an die Substanz zu gehen..
Würde jedoch von beiden die BG vorziehen, weil sie viel strenger drauf ist..
 

gila

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Das könnte mit der Verschwiegenheitsklausel kollidieren und zu einer belastenden Auseinandersetzung werden, der die jetzt nicht gewachsen scheint.

Eine AU und Attest wäre hier evtl. unkomplizierter - dann könnte alles andere ggf. parallel verlaufen, evtl mit anwaltlicher Unterstützung.
 

Onkel Tom

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Liegen in der Ein-Euro-Klitsche eklatannte Verstöße gegen Arbeitsschutzvorschriften vor,
nützt dem Erwerbslosenindustriellen seine Geheimhaltungsklauseln auch nichts mehr..
Seid wann gehört Verstöße gegen Arbeitsschutz zur Geheimhaltungspflicht ??
Würde der Träger damit los schießen, würden sie sich ins eingene Knie ballern..
;)

Soweit ich das verstanden habe, will Threadstarter diese AGH "entgültig" los werden..
Mit bereits ausgelaufener AU und Attest, kann es passieren, das nur eine Versetzung,
jedoch im gleichem Club unternommen wird..

Weiter hätte der Biß a la Beschwerde beim SB und eventuell weiteres eine Genugtuung
gegenüber weiteren Erwerbslosen, denen solch ein caros bevorstehen könnte..

Das muss jedoch der ratsuchende für sich selbst entscheiden, welchen Weg optimaler für sich ist..

Gut, das die EGV nicht unterzeichnet wurde, dann würde nur noch Papierkrieg-Hardcore
helfen..
 
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apfelkuchen

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Auf jeden Fall AU schreiben lassen.

Du hast hier schon hilfreiche Tipps bekommen.
Wenn du dich dem gewachsen fühlst, kannst du ja mit Hilfe eines Beratungshilfescheins einen Anwalt kontaktieren, und eventuell mal mit einem Profi besprechen, wie man dich da rausboxen kann (und dem Träger gehörig ans Bein pinkelt).
 

Nala87

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Ich weiß nicht, ob und wie lange meine Ärztin mich krank schreibt. Habe leider schon mehrfach schlechte Erfahrungen mit meinen vorherigen Ärzten gemacht. Die haben meine psychischen oder auch psychosomatischen Probleme oftmals nicht ernst genommen, mich allenfalls nur ein paar wenige Tage krank geschrieben. Meine ehemalige Hausärztin hat mich, als ich heulend bei ihr im Sprechzimmer saß aufgrund von Ängsten und Panikattacke, mit einem Tag Krankschreibung und den Worten "Das Leben ist kein Ponyhof, Sie müssen auch mal Dinge tun, die Ihnen nicht gefallen. In meinen Augen sind Sie nicht krank" nach Hause geschickt. Das war mein letzter Besuch dort, danach hab ich mir eine andere Arztpraxis gesucht. Und ob die neue Ärztin mich da ernst nimmt, weiß ich nicht.
 

Onkel Tom

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Sorry, hatte die Umstände zum Gemüt zu wenig berüksichtigt..
Ich hoffe Du schaffst es eine AU zu bekommen. ;)
 

Nala87

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Mir fehlt einfach auch oft die Kraft, mich durchzusetzen, für mich einzustehen und am Ende leide ich darunter.

Ich hab gerade recherchiert und gelesen, dass pauschale Verschwiegenheitsklauseln ohnehin nicht rechtens sind. Eigentlich muss da immer erwähnt werden, worauf sich die Verschwiegenheit eigentlich beziehen soll (z.B. Lohn, Buchhaltung, Innovationen, Pläne usw.). Pauschale Klauseln zur Verschwiegenheit seien wohl unwirksam.
 

Onkel Tom

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Hmm, Ja das mit den Panikattacken hatte mich gerade wach gerüttelt..
Wie schaut es denn bei Dir mit der Möglichkeit aus, künftig einen Beistand im
Sinne des § 13 Abs.4 bei JC-Besuchen mit zu nehmen ?
 
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