Agenda 2010: Was die Hartz-Reformen gebracht haben

G

Gast1

Gast
01.05.2017

Agenda 2010: Was die Hartz-Reformen gebracht haben

Die deutsche Wirtschaft brummt, die Zahl der Erwerbstätigen wächst, die Steuereinnahmen sprudeln. Manch ein Beobachter führt diesen Aufschwung auf die Agenda 2010 der früheren rot-grünen Bundesregierung zurück. Kritiker hingegen sehen in der Reform des Arbeitsmarktes keine Jobmaschine, sondern eine Armutsfalle.

Von Caspar Dohmen
Agenda 2010 - Was die Hartz-Reformen gebracht haben
 

#HIV#

Elo-User*in
Mitglied seit
10 Mai 2014
Beiträge
1.483
Bewertungen
1.319
Kritiker hingegen sehen in der Reform des Arbeitsmarktes keine Jobmaschine, sondern eine Armutsfalle.
Dazu muss man kein Kritiker sein um das zu erkennen, einfacher Realist reicht da schon aus ;)
 

flandry

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
25 Februar 2013
Beiträge
1.190
Bewertungen
209
Eines haben sie mit Sicherheit nicht gebracht: Eine sinnvolle Förderung von Arbeitslosen.
Und wie soll ich eine gute Arbeit finden, wenn ich nicht qualifiziert bin?
Und soviel Stellen für Putzfrauen, Toilettenpersonal usw. wie nötig wären gibt es gar nicht.
Von dem "davon leben können" noch nicht einmal zu reden.

Und damit sind diese Reformen zumindest zweifelhaft.
Dass Deutschland im internationalen Wettbewerb möglicherweise dadurch besser dasteht, davon habe keinen Pfennig mehr im Portemonnaie.
 

Atze Knorke

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
28 Februar 2009
Beiträge
1.716
Bewertungen
872
An die Forumsrunde,

aus Sicht der Industrie und Wirtschaft ein voller Erfolg!

Was kümmert uns die Menschen, die von der Hände Arbeit nicht mal mehr die Mietbelastungen tragen können, da es keine existenzsichernden Löhne in Deutschland für das Volk gibt.

Christoph Butterwegge Hartz IV: Die große soziale Entsicherung | Frankfurter Rundschau

Eine andere Republik ? Hartz IV und die Folgen*|*NachDenkSeiten ? Die kritische Website

10 Jahre Hartz IV ? und die SPD lernt nicht dazu | Nachdenken in München

In einem solchen Staat sind die Erwerbslosen, die nun in Bedürftige transformiert wurden,
keine Bürgerinnen und Bürger mehr, die einen Teil des demokratischen Souveräns bilden,
sondern nur noch sanktionsbedrohte Objekte bzw. untertänige Hörige des Staates.
Der Staat wacht nun, ob sie auch die richtige Gesinnung und das richtige Verhalten an
den Tag legen, die er für richtig hält.
Damit wird zugleich eine Art Sanktions- oder Strafrecht für ungebührliches, eigenwilliges
Verhalten der Erwerbslosen in das soziale Sicherungssystem eingeführt: Denn wer auf
Berufsfreiheit, Vertragsfreiheit, Freizügigkeit, Menschenwürde, Verbot der Zwangsarbeit
usw. pocht, hat sich schon des marktwidrigen Verhaltens schuldig gemacht und muss
deshalb sanktioniert werden, in dem man diesen Delinquenten die finanziellen
Existenzmittel streicht bzw. kürzt.

Das ist die persönliche und individuelle SGB II-Schädigungsabsicht im Einhergang mit
den gemeinschaftlich zusammenarbeitenden staatlichen Institutionen.

In diesem Land offensichtlich - weiter so - hat eine lange Tradition.

Ein Naturgesetz und es ist auch historisch überliefert, jede Kette hat ein schwaches Glied,
irgendwann bricht dieses Glied bei Dauer-Belastung!
 

Zeitkind

Super-Moderation
Mitglied seit
30 Januar 2015
Beiträge
3.538
Bewertungen
7.789
Die deutsche Wirtschaft brummt
Brummen klingt ja so vielversprechend. Die bessere Wortwahl wäre hier ächzst oder knirscht.

  • Arbeiten am Limit bis zum Umfallen
  • Produzieren, Exportieren, Entsorgen
  • Sinnlos Konsumieren bis zum Erbrechen
  • Naiv Verschulden bis zur Insovenz
die Zahl der Erwerbstätigen wächst
Welche Erwerbstätigen sind hier gemeint?

  • Die zahllosen Angestellten immer größerer Verwaltungen?
  • Die bis zu drei Jobber, die sich als Aufstocker einen Arbeitsplatz teilen?
  • Die wachsende Zahl der Rentner, die für´s Überleben weiterarbeiten müssen?
  • Die wachsende Zahl der Leihsklaven, deren Job schon beendet ist, bevor sie sich überhaupt einarbeiten können?
  • Die zahllosen Zuwanderer aus Drittländern, welche unter Mindestlohngrenze schuften?
  • Hätte ich sie doch fast vergessen: Die wachsende Zahl von AGH Zwangsarbeitern?
die Steuereinnahmen sprudeln
Sprudeln klingt erstmal positiv. Aber von wem und für wen sprudeln sie denn?
  • Kaum für den, der sie erwirtschaftet.
  • Was wird denn mit den Steuern finanziert, subventioniert, geschmiert?
  • An der Infrastruktur kann ich das Sprudeln nicht erkennen, wohl aber an der Verwaltung.
Bei der Wahl des Wortes "Aufschwung" wird ignoriert, daß diesem nach physikalischem Gesetz bei Erreichen des Umkehrpunktes ein saftiger Absturz folgt.
Ein Regelwerk, was ungepflegt ständig am Limit fährt, wird sich früher oder später so richtig festfressen. Ist nur eine Frage der Zeit.
 

Gehatzter

Elo-User*in
Mitglied seit
11 Januar 2010
Beiträge
193
Bewertungen
8
Und damit sind diese Reformen zumindest zweifelhaft.
Dass Deutschland im internationalen Wettbewerb möglicherweise dadurch besser dasteht, davon habe keinen Pfennig mehr im Portemonnaie.
Jeder Pfennig weniger im Portemonnaie des Arbeiters, ist einer mehr in dem, der Arbeit gnädigerweise gibt.
Und dafür ist das Hartz-Regime auserdacht worden, die absolute finanzielle Gefügigmachung des deutschen Arbeitnehmers, fremdgesteuert initial durchgeführt von den Sozen.
 

Andrew Sarchus

Elo-User*in
Mitglied seit
3 März 2017
Beiträge
83
Bewertungen
3
Wen einer glaubt, daß Rot-Grün mit dieser verdammten Agenda 2010 und den Hartz-IV-Schweinereien schlimm waren, na da sollte dann vor einer möglichen Rot-Gelben Regierung mal wirklich Panik aufkommen. Denn, seinen wir ehrlich, die SPD ist zu einer echt grausamen Politik-Hure verkommen und somit wäre Rot-Geld, tschuldigung ich meinte natürlich Rot-Gelb durchaus eine Option um an der Macht zu bleiben.

Den Blick fest auf die Wahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen im Mai und auf die Bundestagswahl im September gerichtet, sagte er, die FDP stünde in allen drei Fällen „für Gespräche“ bereit. Es solle aber doch „erstmal jemand auf uns zukommen“. Prompt kamen gleich zwei.Die beiden heißen Martin Schulz und Thomas Oppermann, der erste ist Vorsitzender der SPD und deren Kanzlerkandidat, der zweite führt die sozialdemokratische Bundestagsfraktion an

[...]
Quelle

Wer glaubt Martin Schulz wäre ein Heilsbringer, wird sich noch wundern! Da kommen auf die sozial schwächeren noch ganz ganz schwere Zeit zu.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

arbeitsloskr

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
1 Januar 2017
Beiträge
1.622
Bewertungen
1.013
Wer glaubt Martin Schulz wäre ein Heilsbringer, wird sich noch wundern! Da kommen auf die sozial schwächeren noch ganz ganz schwere Zeit zu.
Ist das nicht irgendwie bei jedem so, der als Messias angepriesen wird?

Geht man den veröffentlichten Redebeiträgen von Hr. S. aus, seit er Kanzlerkandidat ist, dann gibt es für ihn "nur" sogenannte "hart arbeitende" Menschen, im derzeitigen Alter von Ü50. Alle jüngeren Elos und Erwerbstätige scheinen für ihn nicht zu existieren oder er meint, diese hätte "keine Probleme" auf dem Arbeitsmarkt. Was meint er mit "hart arbeiten" oder war das eine indirekte Ankündigung, was er von "seinem" Wahlvolk erwartet, dass dieses in jedem Job für den wirtschaftlichen Erfolg Deutschlands "hart" zu arbeiten hat?

Gleiches gilt für Hr. L von der FDP. Na klar sie stehen für "Freiheit", allerdings meinen sie damit "Freiheit" von sozialer Sicherheit (d.h. die FDP versteht unter dem Begriff "Freiheit" das gleiche, wie manche US-Politiker/innen, die bspw. das irakische, libysche, syrische und ukrainische Volk "befreien" wollen).

Aber leider wird der Großteil der Wählerschaft, der sein Wahlrecht wahrnimmt, sich leider nicht vorher intensiv mit den jeweiligen Wahlprogrammen und möglichen Folgen daraus befassen, sondern eher aus Gewohnheit, die Kreuze an den gleichen Stellen machen.

Und nach der Wahl sagen die Parteien dann, dass man leider nicht alle Wahlversprechen verwirklichen kann. Es ist ja auch ungerecht an seinen Wahlversprechen gemessen zu werden, wie Franz M. von der sPD mal sagte.
 

SimdeB

Elo-User*in
Mitglied seit
26 August 2012
Beiträge
328
Bewertungen
63
Wer glaubt Martin Schulz wäre ein Heilsbringer, wird sich noch wundern! Da kommen auf die sozial schwächeren noch ganz ganz schwere Zeit zu.
DIE SPD ist schon lange nicht mehr die Partei für die Sozial Schwächeren und wird sie auch nicht mehr werden.

--> Ich bin schon auf Schröder reingefallen Ich habe mich anfangs gefreut, dass die Ära "KOHL" nun endlich vorbei ist, aber er hat mich bitter enttäuscht und daher werde ich nicht nochmal auf einen SPDler reinfallen, der mit großen Sprüchen vor der Wahl kommt um die Sozial Schwächeren wieder ins Boot zu holen. NUR, weil er die Stimmen braucht, um Kanzler zu werden. :icon_evil:
 

XxMikexX

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
11 Februar 2012
Beiträge
2.860
Bewertungen
10
Ich bin schon auf Schröder reingefallen Ich habe mich anfangs gefreut, dass die Ära "KOHL" nun endlich vorbei ist, aber er hat mich bitter enttäuscht
Genau so ging es mir auch, da ist eine ganze Generation total verarscht worden!

Am Schlimmsten, die Presse und andere Medien, da sieht man deutlich wie wir verkauft werden!
 

Curt The Cat

Redaktion
Mitglied seit
18 Juni 2005
Beiträge
6.725
Bewertungen
2.879
[...] Da kommen auf die sozial schwächeren noch ganz ganz schwere Zeit zu.
[...] die Partei für die Sozial Schwächeren und [...]
Ich krieg' 'nen Föhn, wenn hier ständig von sozial Schwächeren schwadroniert wird. Diese Menschen haben schlicht und ergreifend zu wenig Kohle, um am gemeinhin üblichen Leben teilnehmen zu können. Das ist aber kein Merkmal sozialer Schwäche, sondern eher eins von Armut ...

Gewöhnt euch doch bitte dieses "Neusprech" ab oder habt ihr das schon so verinnerlicht, daß ihr den Unterschied nicht mehr erkennt ...?


:icon_wink:
 
E

ExitUser

Gast
Ich krieg' 'nen Föhn, wenn hier ständig von sozial Schwächeren schwadroniert wird. Diese Menschen haben schlicht und ergreifend zu wenig Kohle, um am gemeinhin üblichen Leben teilnehmen zu können.
Das sehe ich anders. Und ich will das auch begründen:

Natürlich gibt es immer das Problem, dass Begrifflichkeiten polarisieren. Unterschiedliche Menschen laden die Begriffe sozialisationsbedingt und interessengeleitet durch unterschiedliche Frames mit unterschiedlichen Bedeutungen auf. Was für den einen eine differenzierte Formulierung ist, erachtet der andere als diffamierende Abwertung. Und wieder ein anderer macht sich gar keine Gedanken über die Wirkung von Begrifflichkeiten.

Aus dieser Problematik, dass auch vermeintlich "neutral" gemeinte Ausdrücke unterschiedliche Assoziationen wecken, kommt man nie raus, weil Sprache niemals neutral ist. Dass ich den Ausdruck "sozial schwach" für in Ordnung - und eben nicht despektierlich - erachte, liegt daran, dass Armut eben, so meine Überzeugung, neben der finanziellen Komponente auch eine soziale Komponente umfasst.

In hunderten von Armutsstudien (auch im aktuellen Armuts- und Reichtumsbericht, der in der finalen Fassung in einer Passage entschärft wurde, in der es genau darum geht) wird immer wieder festgestellt, dass es armen Menschen eben nicht nur an Geld mangelt. Es mangelt ihnen auch an der Fähigkeit, den eigenen Interessen politisches Gehör zu verleihen.

Dass dem so ist, liegt daran, dass sie sozial schwach sind. Das Sozial leitet sich hier aus socialis (gesellschaftlich) ab. Und warum sind arme Menschen gesellschaftlich schwach? Weil sie - neben Geldarmut - oftmals nur unter ihresgleichen vernetzt sind. Man bleibt salopp gesagt ganz oft unter sich und zieht sich zurück, was natürlich auch ein Resultat mangelnden Geldes (und oft auch mangelnder beruflicher Kontakte) ist.

Im Klartext: Die Bezeichnung "sozial schwach" trifft in meinen Augen ziemlich gut eines der Kernprobleme der Armut: Sozial schwache Menschen sind - anders als Menschen aus der oberen Mittelschicht oder gar Oberschicht - oft kaum vernetzt mit Menschen, die in Machtpositionen sind.

Sozial schwach sind arme Menschen, weil es ihnen an politischer Schlagkraft und wirtschaftlicher Macht mangelt. Ihnen fehlt Zugang zu den Kommunikationskanälen, derer sich die Mächtigen bedienen können. Menschen in Wohlstand haben fast immer deutlich größere Netzwerke als arme Menschen. Sie haben mehr Kontakt(optionen) zu anderen Menschen, die ihnen beruflich, wirtschaftlich, sozial nützlich sein können.

Menschen in der oberen Mittelschicht - und erst Recht in der Oberschicht - machen von der Ich-kenne-wen-der-wen-kennt-Tür-Öffner-Karte wesentlich mehr Gebrauch. Sie können das, weil sie sozial stark sind, also viele Kontakte haben bzw. aktivieren können.

Sozial schwache Menschen können das nicht. Viele Türen bleiben sozial schwachen Menschen daher verschlossen. Sie kennen kaum je wen, der gesellschaftlich Einfluss nehmen kann (und dann auch noch bereit ist, für sie Partei zu ergreifen).

Sozial starke Menschen sind top vernetzt. Die können ihre Interessen öffentlichkeitswirksam artikulieren und lobbyieren. Genau das tun sie auch! Sozial schwache Menschen dagegen können das nicht. Sie gehören nicht dazu, können nicht mitspielen, kommen ins Spiel gar nicht erst rein.

Und wenn sozial schwache Menschen doch mal dorthinkommen, wo sich diejenigen treffen, die gesellschaftliche Macht haben und Entscheidungen treffen, dann ist es zumeist in der Rolle als Kellner, Klofrau oder Empfangsdame in den Räumlichkeiten, wo sich sozial Starke treffen.

Die Titulierung als sozial schwach bedeutet also nicht, dass es armen Menschen an Sozialkompetenz oder Empathie mangelt. Der Begriff bezieht sich in der sozialpolitischen und sozialwissenschaftlichen Debatte auf die gesellschaftliche Macht-Dimension, nicht auf die personale Charaktereigenschaft bzw. Verfehlung.

Und um da nicht falsch verstanden zu werden: Geld ist zweifellos enorm wichtig, denn Geld bildet den Grundstein dafür, dass man überhaupt soziale Stärke entwickeln kann (oft ist es das Geld der Eltern - oder dessen Fehlen -, das hier positiv/negativ wirkt, weshalb der soziale Status ja oft auch vererbt wird).

Dass Geld so wichtig ist, ändert aber nichts daran, dass es - in meinen Augen - korrekt ist, von sozial schwachen Menschen zu reden. Würde man einfach nur von Menschen sprechen, die arm an Geld wären, wäre das verkürzt. Armut ist nicht immer, aber doch oft eine Triage aus Bildungs-, Finanz- und Sozial-Deprivation.

Das zu sagen heißt freilich nicht, dass mehr Geld für sozial schwache Menschen nichts brächte. Es brächte mit Sicherheit etwas. Aber am Problem des mangelnden sozialen Impacts, der mangelnden Vernetzung mit Entscheidungsträgern und der mangelnden Einbindung armer Menschen in die Gesellschaft, kurz: des mangenden Ernst-Nehmens der sozial schwachen Menschen, würden auch 200 € mehr im Monat nichts ändern.

Was wirklich etwas ändern würde, wäre, so ist mittlerweile wieder meine Überzeugung (nachdem ich daran lange gezweifelt habe und meine Meinung mehrfach revidierte) ein bedingungsloses Grundeinkommen.
 

Curt The Cat

Redaktion
Mitglied seit
18 Juni 2005
Beiträge
6.725
Bewertungen
2.879
@BurnsTorn

Daß DU das anders siehst, ist mir klar ...


:icon_wink:
 

Curt The Cat

Redaktion
Mitglied seit
18 Juni 2005
Beiträge
6.725
Bewertungen
2.879
@BurnsTorn
Da Du mich augenscheinlich mißverstehen willst, drück' ich mich einfach mal etwas klarer aus.

Daß DU als Profiteur der Agenda-Politik das anders siehst, anders sehen musst, ist mir klar, klar ist aber auch, daß Du als solcher keine Gelegenheit auslässt, diese Agenda-Politik wortreich, unter Hinzuziehung hunderter obskurer Studien, als "alternativlos" zu beschreiben ...


:icon_wink:
 
Zuletzt bearbeitet:
E

ExitUser

Gast

Daß DU als Profiteur der Agenda-Politik das anders siehst, anders sehen musst, ist mir klar ...

Diese Kausalitätskette erschließt sich mir nicht. Ich habe oben skizzierte Überzeugung schon im Studium erlangt, als ich noch nix mit Hartz IV am Hut hatte.

Doch abgesehen von deinem argumentum ad hominem: Was an meinen oben genannten Argumenten, mit denen ich für das Beibehalten des Begriffes "sozial schwach" anstatt "arm an Kohle" plädiere, erachtest du denn für falsch?

Das zu diskutieren wäre doch interessant, finde ich.
 
E

ExitUser

Gast

Daß DU als Profiteur der Agenda-Politik das anders siehst, anders sehen musst, ist mir klar, klar ist aber auch, daß Du als solcher keine Gelegenheit auslässt, diese Agenda-Politik wortreich, unter Hinzuziehung hunderter obskurer Studien, als "alternativlos zu beschreiben ...
Bitte verlinke doch auf eines meiner Postings, in dem ich unreflektiert in lobbyistischer Weise für die Agenda-Politik Partei ergreife. Ich finde keines. Auch einen Ausdruck wie "alternativlos" würde ich - bezugnehmend auf politische Entscheidungen - als Konstruktivist kaum nutzen. Des Weiteren erachte ich keine der Studien, auf die ich zwecks Fundierung meiner Argumente oft verlinke, als obskur.
 

*kampfpaar*radikal.A

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
22 Februar 2008
Beiträge
1.784
Bewertungen
360
.
Das leicht off-topic Eingeworfene vom Kater Curt hat jedoch eine weitaus längere Relevanz.
Nur um önne lütte Spur ergänze ich.


Ich krieg' 'nen Föhn, wenn hier ständig von sozial Schwächeren schwadroniert wird. Diese Menschen haben schlicht und ergreifend zu wenig Kohle, um am gemeinhin üblichen Leben teilnehmen zu können. Das ist aber kein Merkmal sozialer Schwäche, sondern eher eins von Armut ...
.... fauch kräftig weiter so, Kater. Ist inhaltlich richtig und jedenfalls z. Z. wichtig.

Trotz alledem sind solche Kontroversen über Wörter im Alltag nur PippiGrenzmarkierungen. Auch die Analysen dazu, z. B. als
"Die linguistische Relativitätstheorie im konstruktivistischen
und systemtheoretischen Licht"

*lach*

Übrigens habe ich gerade mit einem sehr wachen IntelligenzInhaber telefoniert. Wir sind uns beide einig, diesen Begriff schon viel länger zu kennen. Jahrzehnte. Vor allem auch in der Intonation auf's Erbärmliche bezogen.

Und schauen wir uns dieses hier an: https://www.blzk.de/blzk/site.nsf/id/li_fdis9k9ct7.html ... erleben wir, wie sog. "Gute Menschen" "sozial schwache" mit "finanz schwache" Gruppen verzahnen. Interessant, wa?

Doch:
Dass es sich bei alldem um eine letztlich Jahrhunderte alte sprachliche Unterwerfung unserer Klasse unter die der Höfischen und des Bürgertums handelt, kapieren auch nicht alle Macher dieses Forums. *lächel*. Ich schreibe aus Erfahrung, gelle? ... ...

:cool:
... nich wahr, oller Norbert Elias, Dein "Prozeß der Zivilisation" steht immer noch in gut sortierten Uni-Bibliotheken. Aba is wohl für fußkranke Nerds nich erreichbar ...


Und überhaupt:
Was mein kleiner
bruchstückhafter
Text mit der Gegenwehr gg o. g. Hartz"Reformen" zu tun hat, ist romanelang ... nich nur wg der ?Reformen?.

Weiter im Fred, sagt Fred.
 
Oben Unten