AG möchte Infektionsschutzbelehrung, die ich selbst bezahlen soll - muß ich wirklich oder übernimmt JC? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Mona Lisa

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Hallo!

Ich arbeite für 400 Euro brutto in einem Sekretariat. Jetzt soll ich eine Infektionsschutzbelehrung besuchen. Kosten soll ich selbst tragen. Sie betragen bei uns 38 Euro, damit fast 10 % meines Bruttogehaltes.

Habe ich vielleicht die Möglichkeit, die Kosten vom JC übernehmen zu lassen?

Vielen Dank im voraus für Antworten.


Liebe Grüße

Mona Lisa
 

Seepferdchen 2010

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Mona Lisa

Diese Bescheinigung wird in der Branche für Lebensmittelzubereitung, des Lebensmittelverkaufs oder in der Gastronomie benötigt.

Wenn im Arbeitsvertrag sich ein Absatz befindet der diese Kostenübernahme ausschließt, hast du die Möglichkeit aus dem
Vermittlungsbudet § 44 SGB III einen Antrag zu stellen.
Hierzu ein kurzes Anschreiben.

Förderung aus dem Vermittlungsbudget
Bewerbungskosten pauschal
Bewerbungskosten Nachweis
Reisekosten zum Vorstellungsgespräch
Fahrkosten für Pendelfahrten
Kosten für getrennte Haushaltsführung
Kosten für den Umzug
Fahrkosten zum Antritt einer Arbeits- oder Ausbil-dungsstelle
Kosten für Arbeitsmittel
Kosten für Nachweise
Unterstützung der Persönlichkeit ( z.B. Kleidung)
Sonstige Kosten
Anforderung Unterlagen

Quelle:
arbeitsagentur/Vermittlungsbudget Seite 14

ist eine Kann-Leistung.

Bleibt noch die Frage wann hast du diese Tätigkeit aufgenommen?
 
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Porks

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ist Sache des AG wenn er das will soll er zahlen . Was hat die Allgemeinheit damit zu tun und das sozusagen über das Amt den AG das zu ersparen.

Klar kann der sagen zahle ich nicht und sie auch nicht dann habe ich keine Verwendung für Sie mehr und dann gibt es eine Kündigung (Begründung dann Wichtig) und dann sieht man sich halt vor Gericht . aber wenn da ein AG (38€) schon sparen will dann würde ich mal schnell schauen ob es was anderes gibt .
 

Admin2

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ist Sache des AG wenn er das will soll er zahlen . Was hat die Allgemeinheit damit zu tun und das sozusagen über das Amt den AG das zu ersparen.

Klar kann der sagen zahle ich nicht und sie auch nicht dann habe ich keine Verwendung für Sie mehr und dann gibt es eine Kündigung (Begründung dann Wichtig) und dann sieht man sich halt vor Gericht . aber wenn da ein AG (38€) schon sparen will dann würde ich mal schnell schauen ob es was anderes gibt .
Hallo @Porks,

ich bitte darum vor bestimmten Aussagen doch etwas zu recherchieren.
Insbesondere das bemühen der Allgemeinheit will gut bedacht sein da derlei als Totschlagargument eine ganz andere Bedeutung bekommt als du das ausdrücken möchtest.

Inhalte von Arbeitsverträgen können "frei vereinbart" werden. Schließt ein AG darin wirksam die Übernahme von bestimmten Kosten aus so ist dies wirksam vereinbart und der AN hat diese Kosten selbst zu tragen. Allerdings hat der AN im SGBII auch eine Pflicht einen Arbeitsvertrag zu unterschreiben, weil die nicht Unterschrift, eine empfindliche Sanktion auslösen würde. Somit bestehen im SGBII bestimmte Regelungen "Kosten der Arbeit" in bestimmtem Umfang zu übernehmen/einkommensmindernd anzuerkennen. Die genaueren Zuständigkeiten wiederum hat Seepferdchen bereits sehr schön dargelegt.

Kosten die mir als AN auferlegt sind können als imho als "Ausgabe", Einkommensmindernd, in die Leistungsberechnung einfließen bzw, bei selbiger geltend gemacht werden.

Nachtrag:
Hier ein AG-Urteil (BAG, Urteil vom 01. Dezember 1992 - 1 AZR 260/92) das u.a. auch vom AN (nicht) zu tragenden Kosten anreißt...
 
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Mona Lisa

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@Seepferdchen

Vieln Dank für Deine Antwort.

Ich weiß auch nicht, warum wir in der Verwaltung diese Belehrung machen müssen.

Wir bedienen machmal Gäste mit Brezeln, Keksen und Obst, natürlich auch mit Wasser und Kaffee.

Außerdem bin ich für das Putzen des Kühlschrankes zuständig.

Im Sekretariat arbeite ich seit über drei Jahren. Allerdings hatte ich schon mal so eine Mail bekommen, die ich aber ignoriert habe. Jetzt kam am Freitag neue Mail mit dem Inhalt, wir sollen den Termin Bescheid geben.

Mit dem Bereichsleiter konnte ich noch nicht sprechen.


@alle

In meinem Arbeitsvertrag stand gar nichts, weder, daß ich zu der Belehrung muß, noch, daß ich die Kosten übernehmen muß. Nur bei meinen Kolleginnen steht das im Vertrag. Daher habe ich auch die erste Mail ignoriert. AG hat mich auch nicht mehr angesprochen bis Freitag die zweite Aufforderung per Mail kam.

LG

Mona Lisa
 

Porks

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das sehe ich etwas anders . Wenn ein AG möchte ,dass ich etwas mache dann muss er zahlen . Wie Lohn für Arbeit . So jetzt will er , dass mit Lebensmitteln gearbeitet wir und es steht ja nix im Arbeitsvertrag der ja vor Aufnahme Verhandelt wir.

Somit ist doch klar das er das zu zahlen hat und nicht ein andere entweder man selbst oder der Steuerzahler. Wenn das so schule macht zahlen wir noch mehr Abgeben und die Firmen werden noch Trickreicher und dann Reicher .

Wenn das mit der Untersuchung vor Einstellung schon bekannt wäre und in der Stellenausschreibung steht ist das was anderes . dann steht es einen frei sich darauf zu bewerben . Oder wenn das Amt einen VV einen gibt dann sollen die es klar zahlen weil sie es ja wissen und einen dazu Verpflichteten sich dort zu bewerben.
 

Seepferdchen 2010

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@Mona Lisa

Ich weiß auch nicht, warum wir in der Verwaltung diese Belehrung machen müssen.

Wir bedienen machmal Gäste mit Brezeln, Keksen und Obst, natürlich auch mit Wasser und Kaffee.

Außerdem bin ich für das Putzen des Kühlschrankes zuständig.
Genau das ist der Punkt, wie du im Zitat schreibst, ist hier mal eine Kontrolle, kommt das unten genannte Gesetz zum tragen.

und meine Frage:

Bleibt noch die Frage wann hast du diese Tätigkeit aufgenommen?
bezieht sich darauf, das alle zwei Jahre diese Belehrungen durchgeführt werden müßen.

und du bestätigst das hier in diesem Satz:

Allerdings hatte ich schon mal so eine Mail bekommen,
Nun kommt es darauf an, ist es eine Gruppenbelehrung oder Einzelbelehrung hier gibt es unterschiedliche Beträge.

Diese Belehrung ist eine gesetzliche Vorgabe, kannst du hier nachsehen:

IfSG - nichtamtliches Inhaltsverzeichnis

Es wird am besten sein du sprichst mit deinem Bereichsleiter.
Sollte hier mal eine Kontrolle durchgeführt werden, geht das
zu Lasten vom AG, wenn er die Mitarbeiter aus der Verwaltung
im Servicebereich arbeiten/aushelfen lässt und das wird teuer.

@Porks lies doch einfach mal in ruhe was @Admin2 geschrieben hat und dazu den Link!
 
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Ahanit

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Also soweit ich weiß und auch von meinem AG aufgeklärt wurde sind die Kosten vom AG zu tragen, er kann lediglich darauf bestehen, das man in Vorkasse geht und dann die Rechnung einreicht.

Die Belehrung steht nicht in dienem Arbeitsvertrag noch ist die Kostenübernahme per Vertrag ausgeschlossen, folglich ist die Belehrung sein Problem. Entweder macht er das mit einer Hausinternen Schulung, oder zahlt dir den Gang zum Gesundheitsamt. Das gilt auch für die regelmäßigen Wiederholungen, die vom Hygienebeauftragten des AG organisiert und durchgeführt werden müßten.

Da du bereits seit drei Jahren dort arbeitest und bisher niemand nach der Belehrung bzw. einem Nachweis darüber gefragt hat, würde ich erst mal mit deinem Chef reden. (Normalerweise muß man das nämlich in Kopie abgeben für die Akten falls mal wer vom Gesundheitsamt auftaucht).
 

Heidschnucke

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Eine Infektionschutzbelehrung kann von einen AG verlangt werden, in der Regel wenn der Mitarbeiter direkt oder indirekt mit LM arbeitet.

Und Ja leider auch bei Dir auch wenn du nur auf 400 € Basis arbeitest oder auch sonst du keinen Kontakt hast. Wenn der Betrieb eine EG – Zulassung hat oder anstrebt, ist das unumgänglich, das jeder Mitarbeiter eine Belehrung nach IfsG vorweisen kann, was auch regelmäßig kontrolliert wird in den Internen wie Externen Audits der Lebensmittelüberwachung. Also das örtliche Vet. Amt bis hin zur Lavis. (Selbst wenn ext. Handwerker im Betrieb sind müssen diese eine IfsG vorlegen können, oder sie müssen alternativ vor Ort von einen Beauftragten belehrt werden! Was natürlich auch dokumentiert wird!). Selbst des Örtliche Vet. Amt kann hier einen Wunsch zum Ausdruck bringen, dem man als Betreib auch nachkommt den mit den verärgert man sich am besten nicht.

Die gute Nachricht wäre: es ist eine Belehrung in der Regel beim örtlichen Gesundheitsamt, und die reicht für das ganze Leben. Das hin und her fahren dauert länger als die Belehrung. Nun die schlechte, der AG MUSS das NICHT bezahlen, gute machen es aber und die organisieren das auch. Nun die wieder eine gute Nachricht, sollte es der AG nicht zahlen kann man versuchen es dem JC aufs Auge zudrücken aus dem Vermittlungsbudget, sollte das auch nicht klappen, kann man es bei der Steuer angeben.
 

Mona Lisa

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@Heidschnucke

Danke für Deine Antwort.

Auf den Seiten des Gesundheitsamtes steht, daß die Belehrung 90 Minuten dauert und man wegen der Formalitäten 30 Minuten vorher da sein muß. Der Morgen ist also bei mir gelaufen, da ich mit dem Bus fahren muß und schon damit über eine Stunde brauche.

Steuern bezahle ich keine, ich habe ja nur einen Mini-Job.

Wie wäre es mit dem JC?

Muß ich da vorher einen Antrag wie normalerweise, aber AG will ja jetzt baldige Belehrung. Oder reicht nachträgliches Hinbringen der Quittung? Muß AG belegen, daß er nichts bezahlt?

LG

Mona Lisa
 

Kerstin_K

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Den Antrag beim JC kannst Du formlos stellen. Wenn die Bewilligung noch nicht da ist, hast Du allerdings das Risiko, Dass Du auf den Kosten sitzenbleibst.

Zahlt der AG wenigstens die Zeit als Arbeitszeit?
 
G

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Wenn du diese Belehrung nicht hast, dann darfst du diese Tätigkeiten auch nicht machen.
 

Sowhat

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Die TE arbeitet ja schon drei Jahre ohne diese Infektionsschutz- Belehrung dort.
Dass der AG jetzt doch schon drauf besteht. Meine Meinung wäre auch, dass der AG das bezahlen muss.Aber heute können sie ja offensichtlich fast alles auf den AN oder das Jobcenter abwälzen.
Ich würde den Arbeitgeber nochmal drauf ansprechen und ggf. darauf ansprechen, wieso du jetzt drei Jahre ohne dieses Bescheinigung die Gäste bewirten und Kaffee kochen (ich nehme an du hast das all die Jahre unter anderem gemacht) konntest und nun sollst du das selbst bezahlen?
Fragt sich wer verantwortlich gewesen wäre, wenn in dieser Zeit jemand mit irgendwas infiziert worden wäre?
 

Heidschnucke

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Wenn du diese Belehrung nicht hast, dann darfst du diese Tätigkeiten auch nicht machen.
Von der Sache her ist das richtig, aber man ist da nicht Päpstlicher als der Papst.



Also wenn das ca. 90 min dauern soll ist das sehr lang. OK etwas zeitiger da sein des Papierkrieges wegen kann ich verstehen, ansonsten ist das so was wie eine Schulstunde, mehr nicht.
Wenn du das bei beim JC beantragen möchtest bitte beachte das du vorher beantragen musst, und rechne damit das sie nicht bewilligen weil es kein Vollzeitjob ist.
 

Helga40

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Aus dem Vermittlungsbudget ist es nicht förderbar, da fehlen die Voraussetzungen, da es für eine bereits bestehende, nicht versicherungspflichtige Beschäftigung ist.

Genau genommen fällt es unter Aufwendungen für die Erwerbstätigkeit, also Absetzung nach § 11b Absatz. 1 Nr. 5 SGB II. Das ist dann aber beim 400 Euro Job über die 100 Euro Grundfreibetrag abgedeckt.
 

Mona Lisa

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Hallo an alle!

Vielen Dank noch mal für Eure Tips.

Ich habe jetzt mit dem Bereichsleiter gesprochen. Er meinte, ich müsse vorstrecken, bekäme aber das Geld. Außerdem sei die Belehrung Arbeitszeit.

Das würde dem widersprechen, was meine Kolleginnen mir gesagt haben. Allerdings stand die Belehrung bei ihnen schon im Arbeitsvertrag.

Liebe Grüße

Mona Lisa
 
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