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AG II-Empfänger und Todesfall in der Familie

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creezy

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#1
Guten Tag,

meine Mum ist Freitag verstorben. Ich bin AG II-Empfängerin und habe keine finanziellen Polster die Beerdigung bezahlen zu können. Meine Mum hatte eine Sterbevorsorgeversicherung abgeschlossen, aus dieser werden aufgrund der Sachlage nur die bereits gezahlten Teilbeträge zurück gezahlt. D.h. die Hälfte der Beerdigungskosten können so erst mal gar nicht von mir beglichen werden.

Hat irgendjemand unter diesen ungünstigen Voraussetzungen Erfahrungen gemacht? D.h. kann ich hier einen Antrag auf Kostenübernahme stellen? Muß ich das bei der Arbeitsagentur tun? Oder beim Bürgeramt?

Wenn mir hier einige Ratschläge gegeben werden können, wäre ich sehr dankbar!

claudia
 

Arania

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#2
Erstmal Herzliches Beileid!

Also ich kann dazu nur sagen das früher das Sozialamt dafür zuständig war wenn man die Beerdigungskosten nicht aufbringen konnte, dann wurden die Kosten dort übernommen.

Ob die ARGE da etwas übernimmt bezweifele ich, aber ich denke es wird noch jemand genaueres wissen!
 
E

ExitUser

Gast
#3
Beerdigungskosten

Mein aufrichtiges Beileid!

Ich würde einen Bestattungsunternehmer(oder mehrere) kontaktieren und den klar über die Situation aufklären.
Die wissen aus Erfahrung, wie eine Sozialbestattung zu finanzieren ist. Letztlich , wenn es keine andere Möglichkeit mehr gibt, bieten sie Dir eine Teilzahlung an.
Ich weiß, wie traurig das ist! Aber, auf einige Sachen kann man dann aus Not verzichten. Die Bestattung des Bruders meiner Exfrau hat vor 2 Jahren ca. 1200 € gekostet. (Grabstätte war vorhanden)
Als Angehöriger 1 Grades ist man prinzipiell Bestattungspflichtig. Beim Sozialamt zählte damals nur das monatliche Einkommen und nicht vorhandenes Vermögen der Bestattungspflichtigen, sodas das Sozialamt damals die Kosten übernommen hat.
Vorsicht: Wenn Deine Mutter Schulden hatte, mußt Du das Erbe ablehnen.
Man erbt nicht nur das Guthaben, man erbt auch die Schulden!

keine Rechtsberatung!
 
E

ExitUser

Gast
#4
Auch von mir Herzliches Beileid ,

wende Dich doch mal an den Pfarrer !
Oder frage beim Bestattungsunternehmen nach !!

Die müssten Dir helfen können !

Gruss
Rüdiger
 

Martin Behrsing

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#5
Auch erstmal von mir mein herzliches Beileid.

§ 74 SGB XII Bestattungskosten
Die erforderlichen Kosten einer Bestattung werden übernommen, soweit den hierzu Verpflichteten nicht zugemutet werden kann, die Kosten zu tragen.
Du kannst dies auch bei der ARGE beantragen, wenn die nicht zuständig sein sollten, müssen sie es an den richtigen Träger weiterleiten.
 

ofra

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#6
wie ist das eigentlich mit dem erbe? das gilt dann bestimmt als einkommen und das ALG II wird gekürzt.
 

Arania

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#7
wenn es etwas zu erben gibt, wenn man Alleinerbe ist u.s.w. aber ich glaube das ist jetzt nicht das Problem des Threaderöffners ;)
 

creezy

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#9
Vielen Dank für Eure lieben Worte und das Feedback. Dann werde ich mich als nächstes wohl aufmachen zur Agentur. Auch etwas, was man in diesen Tage nicht wirklich braucht. Naja.

Herzlichen Dank nochmals!
 

berlinien

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#10
§ 74 SGB XII Bestattungskosten
Die erforderlichen Kosten einer Bestattung werden übernommen, soweit den hierzu Verpflichteten nicht zugemutet werden kann, die Kosten zu tragen.


Wäre nett, wenn Du für uns das Ergebnis Deines Antrages mitteilst, was als erforderliche Kosten anerkannt wurde.

Danke im voraus!
 
E

ExitUser

Gast
#11
creezy sagte :
Vielen Dank für Eure lieben Worte und das Feedback. Dann werde ich mich als nächstes wohl aufmachen zur Agentur. Auch etwas, was man in diesen Tage nicht wirklich braucht. Naja.

Herzlichen Dank nochmals!
Herzliche Anteilnahme auch von mir. Ist schon eine traurige Angelegenheit, sich Sorgen machen zu müssen, wie man die Mutter beerdigt.

Du kannst den Antrag auf schriftlich stellen. Nur vergiß den Nachweis nicht, z.B. Faxquittung)

Bevor du den Antrag aber abgibst oder abschickst, solltest du die anfallenden Kosten auflisten. Ich kann mir vorstellen, das Amt geht da genauso "Dienst-nach-Vorschrift" vor, wie in anderen Angelegenheiten auch. Dabei kann dir ganz gewiss das Bestattungsinstitut oder der Pfarrer helfen. Schließlich haben die Erfahrung damit.
 

Blackdragon

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#12
Auch von mir herzliches Beileid, Claudia... ich habe es schon in Deinem Blog gelesen...
 

creezy

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#13
So. Mittlerweile bin ich ein Stück weiter. Als erstes, ich bin zwar die Antragsstellerin, die in dem Fall auch bedürftig ist, der Antrag muß aber bei dem Sozialamt im Bezirk des Verstorbenen eingereicht werden. Sozialamt in diesem Fall, weil meine Mum erwerbsunfähige Rentnerin war. Wäre sie wohl selber arbeitslos gewesen, dann hätte ich zur Agentur gehen müssen, dort den Antrag stellen.

Beim Sozialamt kann man dann einen Antrag auf komplette Übernahme der Kosten stellen, das endet dann aber in einem anonymen Grab und spartanischer Feier. Oder eine Beihilfe beantragen. Das mache ich in meinem Fall, da ca. 40 % der Kosten durch noch vorhandene Gelder meiner Mum gedeckt sind. Aber: das Sozialamt übernimmt in meinem Fall von der restlichen Summe nur 50 %, da es noch einen Bruder gibt, der zu gleichen Teilen als Hinterbliebener aufkommen muß. Dumm in meinem Fall, dass dieser Bruder sich seit über einem Jahrzehnt den familiären Pflichten entzogen hat, keiner weiß, wo er wohnt – ich mir fast sicher bin, er ist in Deutschland gar nicht gemeldet. Da ich die Auftraggeberin beim Bestatter bin, muss ich seine 50 % erst mal aufbringen (keine Ahnung wie). Der Sozialbeamte wird sich zwar darum kümmern, ihn zu ermitteln und ggfs. auch seinen Antrag auf Beihilfe entgegen nehmen. Aber wenn er nicht gefunden wird, muss ich zahlen und könnte nötigenfalls das Geld einklagen (bei jemandem, der eben nicht gefunden wird bzw. werden will.)

Hier (Berlin) werden ca. 1.200 Euro für die gesamte Bestattung im Fall der Bedürftigkeit übernommen. Die Regel sagt: einfach, aber in etwa auf den Niveau in dem der Verstorbene gelebt hat. Das muß dann aber komplett mit Grabstelle und Friedhofsgebühren vor Ort sein. Überführungen etc. gibt es natürlich nicht. Die Summe wird sicherlich bei den einzelnen Komunen differieren, in Berlin gibt es noch relativ 'günstige' Bestattungen. Allerdings wird es bei der Summe wohl immer eher auf eine Feuerbestattung hinaus laufen.

Beihilfe zu Bestattungskosten bzw. Übernahme der Bestattungskosten sind die einzigen, die im Sinne der Sozialgesetze auch nachträglich gewehrt werden. Ich hatte schon Sorge, draussen zu sein, weil ich zuerst den Bestatter beauftragt habe …

… der Mann selber beim Sozialamt ist reizend. Die setzen da doch besondere Leute hin. Aber irgendwie ist das alles überhaupt nicht lustig.
 

Arania

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#14
Nun dann hatte ich mit dem Sozialamt recht, aber was den ANteil Deines Bruders betrifft den wird das Sozialamt auch übernehmen wenn er nicht zu ermitteln ist.

Das man Abstriche an der Feier nehmen muß ist eine traurige Tatsache, ich denke aber eine Feuerbestattung ist teurer als eine Erdbestattung, zumindest hier bei uns ist das so.


Weiter alles Gute :hug:
 

Blueeyes1407

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#15
Hallo,

erstmal mein herzliches Beileid.

Also, mein Vater ist vor 4 Wochen auch verstorben. Da wir selbst Harz 4- Bezieher sind und meine beiden Geschwister gerade erst volljährig sind und nur Ausbildungsvergütung haben, sind wir alle auch nicht in der Lage gewesen, die Beerdigungskosten zu übernehmen.

Geh zu einem Bestatter und sag ihm, du willst eine Bestattung, die vom Sozialamt getragen wird. Die wissen dann Bescheid. Machen die jeden Tag.

Du hast auch die Wahl zwischen Erdbestattung oder Feuerbestattung. Beides muss das Sozialamt tragen.

Wir haben uns für eine Feuerbestattung entschieden, da mein Vater das so wollte.

Die Gesamtkosten betragen ca. 1500 Euro, also Bestatterkosten, Friedhofskosten und Krematorium.

Das Sozialamt berechnet, ob euer Einkommen zu hoch ist, oder angemessen und die zahlen dann die Kosten. Da musste Anträge abholen.

Und von wegen "Armenbegräbnis". Das ist wieder was anderes. Das wird nur gemacht, wenn NIEMAND für die Kosten aufkommt. Das wäre ein anonymes Urnengrab.

Die Bestattung meines Vaters war sehr schön. Wir hatten eine kleine Andacht in der Kapelle des Friedhofs mit der evangelischen Pastorin. Die ist umsonst, mussten sie nur anrufen.

Anschließend wurde die Urne beigesetzt. Blumen und Gestecke kamen von der Familie und so sieht das Grab auch jetzt sehr schön aus. Ein Holzkreuz zahlt auch das Sozialamt. Wenn auf eurem Friedhof Grabsteinpflicht herrscht (zu erfragen beim Friedhofsamt der Gemeinde), dann ist das Sozialamt auch verpflichtet, den Grabstein zu zahlen.

Falls du noch Fragen hast, meld dich einfach.

LG
Mareike
 

heuschrecke

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#16
Blueeyes1407 sagte :
Und von wegen "Armenbegräbnis". Das ist wieder was anderes. Das wird nur gemacht, wenn NIEMAND für die Kosten aufkommt. Das wäre ein anonymes Urnengrab.
Das beruhigt mich ungemein. War schon total entsetzt, dass jetzt bald alle ALG2ler nur noch anonym verschart werden würden. Auch dass sowohl Feuer als auch Erdbestattung möglich sit finde ich sehr beruhigend.

Meines Wissens ist der Pastor(in) aber nur umsonst, wenn der Verstorbene Kirchenmitglied war (also Kirchensteuer bezahlt hat). Ansonsten muss man wohl den Bestatter beauftragen, was wieder Geld kosten dürfte.

Naja, danke jedenfalls für die vielen Infos!
 

creezy

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#17
Blueeyes1407 sagte :
Und von wegen "Armenbegräbnis". Das ist wieder was anderes. Das wird nur gemacht, wenn NIEMAND für die Kosten aufkommt. Das wäre ein anonymes Urnengrab.
Ja, aber genau darum geht es ja, wenn man selber gar kein Geld hat und somit nicht für die Kosten aufkommen kann.

Generell muß man aber mit den vom Amt übernommenen Kosten vorsichtig sein: die sind wirklich von Komune zu Komune ganz unterschiedlich. Es gibt Bundesländer, da wird deutlich teurer beerdigt als z.B. in Berlin. Generell sind hier z.B. die Feuerbestattungen deutlich günstiger als eine Erdbestattung. Also sicher günstiger seitens des Bestatters, aber hinzu kommen ja noch die Friedhofs- und Grabgebühren, die bei einer Sargbestattung weiter über denen der Feuerbestattung liegen können (hängt vom jeweiligen Friedhof ab).

@Arnaia
Nein, sie übernehmen die restlichen Kosten leider nicht. Die Ansage war ganz deutlich. Per se gehen sie erst einmal davon aus, da ist einer, der kann die Sache selber zahlen. Das ist Sache meines Bruders, sie übernehmen in diesem Fall aber die Ermittlung seines Aufenthaltsortes. Das einzige, was ich noch tun kann, ist mir bei der Agentur ein Darlehen für die Höhe der restlichen Kosten zu besorgen oder mir das Geld woanders leihen.

Ich habe mir zu keiner Zeit mehr gewünscht, Arbeit und Geld zu haben. Es ist wirklich nicht schön so. Ich bin in der glücklichen Lage wenigstens die Trauerkarten selber zu gestalten – aber wer kann sich schon unter Hartz IV Druck und Porto leisten? Geschweige denn eine Feier?
 

Arania

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#18
Keine schöne Situation, da kann man nur etwas trösten :hug:
 

privy

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#19
Arania sagte :
, ich denke aber eine Feuerbestattung ist teurer als eine Erdbestattung, zumindest hier bei uns ist das so.


Weiter alles Gute :hug:
sicher? kann ich mir nicht vorstellen.

privy
 

Arania

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#20
Nein mittlerweile wurde ja geschrieben das es dort anders ist, nur bei uns ist es so ;)
 
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