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Ärztliches Gutachten - Wie kann ich einen Unterpunkt anfechten oder eine neuerliche Begutachtung anstrengen?

Schreibsand

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hallo,

stehe aktuell vor einer unklaren situation und würde um eine einschätzung bzw. einen rat bitten.
ich versuche es kurz zu halten:

bin seit langer zeit arbeitslos gemeldet. mein aktueller sachbearbeiter veranlasste eine begutachtung durch den ärztlichen dienst. dieser schrieb mich dann erstmal für 6 monate arbeitsunfähig. nach dem folgetermin wurde ein neues gutachten erstellt, dass es in sich hat.
zwar hat mich der arzt als vollschichtig arbeitsfähig klassifiziert aber aufgrund von psychischen und physischen krankheiten eine halbe textseite an ausschlusstätigkeiten aufgeführt. mein zuständiger sachbearbeiter meinte, er könne mich nach diesem gutachten nichteinmal mehr in einen bastelkurs stecken und hat mich an die reha-abteilung überstellt, bei welcher ich im nächsten monat den ersten termin habe. der nächse angedachte schritt sind wohl leistungen zur teilhabe arbeitsleben/Arbeitserprobung auf Grundlage des Gutachtens.

nun habe ich folgendes problem:

der arzt hat bei ausgeschlossenen tätigkeiten jegliche arbeit an pc, internet oder smartphone aufgeführt, aufgrund eines von mir eingereichten kurzentlassberichtes aus einer rehaklinik, aus welchem hervorgeht, dass bei mir eine abhängigkeit von inet und pc vorliegt.
die einschätzung beruhte damals ausnahmlos auf dem, was ich dort spontan bei einem multible choice test angegeben hatte. die substanz für dieses diagnose ist also äußerst dünn und zumindest nicht vollumfänglich gerechtfertigt, insbesondere da der pc für mich aufgrund eines eingeschränkten bewegungsradiusses mehr eine kompensation darstellt, so wie bücher eben auch.

dennoch ist der pc meine leidenschaft, ich kann jedes teil an einem pc oder laptpo tauschen, genau wie ich sie in allen denkbaren situationen warten kann. den ersten pc hab ich mit 14 zusammengebaut. in der berufsvorbeitung damals, war ich als 15 jähriger für die edv von drei klassen zuständig, inkl rechnerzusammenstellung und wartung. falls ich nocheinmal irgendwie eine chance auf umschulung mit aussicht auf beschäftigung haben sollte, dann in diesem bereich.
dieser bereich wurde aber nun sozusagen amtlich ausgeschlossen und sollte die rehabteilung eine umschulung für angezeigt halten, fielen quasie alle relevanten tätigkeiten weg, und sei es nur ein bürojob.

mein sachberarbeiter meinte daraufhin, ich solle nochmal zum ärztl. dienst gehen und mir einen neuen termin geben lassen. habe ich getan, nur dass ich keinen neuen termin erhielt, sondern man mir sagte, ich könne über den sachbearbeiter einen kommentar einreichen, der dann irgendwie verabreitet werden würde; als kundenrückmeldung oder sowas.

fragen:

-hat jemand schonmal eine derartige rückmeldung eingereicht und was hatte das zur folge?

-soll ich diese rückmeldung formulieren und an meinen sachbearbeiter schicken oder eher den termin in der reha abteilung abwarten, auf dass da nocheinmal nachjustiert oder interveniert werden könnte? kann die rehabteilung oder mein sachbearbeiter eine neuerliche begutachtung veranlassen?
(Gehe mit dem gutachten zu ca. 85% konform, es ist wirklich nur dieser kleine einzelpunkt, der für mich ausserordentliches gewicht hat, obwohl die ein oder andere feststellung im gutachten durchaus fragwürdig ist, so rät der arzt zb kein tätigkeiten zuzulassen, bei welcher ich kontakt mit farbe, desinfektionsmitteln usw habe, mit der begründung, ich könnte diese dann _ebenfalls_ als suchtmittel einsetzen, so dass man mich sozusagen nicht allein mit einer flasche abflussreiniger lassen sollte...:icon_neutral:; zudem wurde eine krankheit nicht ausreichend beachtet, bzw. der schweregrad floss nicht in das bild ein, so dass die diesbzl. einschätzung falsch oder lückenhaft ist)

-sind irgendwelche fristen relevant, die ich beachten müsste, würde ich mir einen arzt suchen der nach gewisser behandlungsdauer ein gegengutachten erstellen könnte? könnte dies auch der hausarzt machen oder ist ein psychiater zwingend erforderlich?

ich habe weder die ressourcen, noch die belastbarkeit, mir einen ausgedehnten (rechts)streit zu liefern. alles worum es mir geht, ist die minimale aber auswirkungsreiche einschränkung bzgl. computern. ich gehe davon aus, dass der (kompetente und relativ umgängliche) arzt diese einschränkung rückgängig machen würde, könnte ich dazu auch nur eine minute stellung beziehen, selbst kann ich aber natürlich kein neuerliches gutachten oder eine revision beantragen.

wozu würdet ihr mir also raten? wie sehen meine chancen aus, diese einschätzung nocheinmal (minimalst) überarbeiten zu lassen?


danke schonmal für jede antwort. 🙂
 

gila

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Der Gutachter kann offensichtlich nicht wirklich unterscheiden zwischen "stofflichen" und "nicht-stofflichen" Süchten und wirft da "reinvorsorglich" einiges in den gleichen Pott.
Ich sehe es jedoch durchaus so, dass er - da in dem Kurzentlassungsbrief der Klinik es ja wohl drin stand - er kaum eine andere Möglichkeit hatte, als die rein nicht-stoffliche "Sucht" für Handy, PC etc. zu übernehmen.

Ich bezweifle, dass er dies ändern wird - nur auf deine Aussage - überlege mal die Verantwortung, die damit einher geht, wenn er da einen "Suchtweg" für dich öffnet, ohne dich zu kennen!

Ich würde da vielleicht eher mal deinen Therapeuten in der Klinik anfragen, ob der "Kurzbericht" in dieser Hinsicht bereinigt werden kann - es müsste ja noch ein ausführlicher Bericht ausstehen, oder?
Wenn das von der Klinik auch so gesehen wird .... könnte das ein Weg sein.

Selbstverständlich kannst du auch den angebotenen Weg nehmen und - parallel - diese Mitteilung machen, vielleicht erwähnen, dass du dich diesbzgl. an die Klinik wendest, selbst, oder der Arzt vom ÄD sich im Rahmen einer Schweigepflichtsentbindung, die du dann erstellen müsstest, selbst an die Klinik wendet und das mit dem entspr. Arzt/Therapeuten bespricht.

Ebenso würde ich schreiben, dass es sich um eine rein nicht-stoffliche DAMALS vorliegende "Abhängigkeit" handelte (Vergangenheit!), die erfolgreich bearbeitet wurde, und nichts mit einer stofflichen Sucht zu tun hat.
Im Übrigen sei diese "Abhängigkeit" in einem bestimmten Zusammenhang und Kontext zu sehen mit deinen Lebensumständen und hätte keinesfalls zu einer SUCHT geführt, wie man es landläufig verstehen mag.

Dass insofern auch die Interpretation im Gutachten falsch ist, dass du keinen Kontakt mit chemischen Substanzen haben dürftest - im Übrigen sei den Berufswunsch nicht Maler.

Wie sieht denn DEINE EInschätzung aus? GÄBE es denn ein Berufsfeld, dass du dir mitsamt Einschränkungen vorstellen kannst und ist
dann auch VOLLSCHICHTIG und 8 Stunden wirklich richtig???
 

Schreibsand

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hallo gila,

vielen dank für deine antwort.

ja er hatte diesbzgl. also ob des Entlassberichtes keine andere möglichkeit als die pc "Abhängigkeit" mit einfliessen zu lassen. dennoch ist es mmn einfach überzogen, mich deswegen von jedem pc fernhalten zu wollen. welcher körperlich nicht belastende Job kann denn ohne tel. oder pc ausgeführt werden?

die Reha fand ende 2013 statt, ist also schon einige zeit her. theoretisch könnte ich die anfrage stellen aber ob die gewillt sind, vergebene Diagnosen rückwirkend zu entfernen, wage ich zu bezwefeln. der Arzt der afa hat ja auch den Kurzbericht, so dass automatisch die frage entstünde, weswegen das nun nach jahren revidiert werden kann/sollte.

es existiert natürlich ein ausführlicher bericht, aber da die Klinik und deren therapeuthische arbeit einfach famos war, gehe ich davon aus, dass es keinen tieferen Einblick in meinen kopf gibt. ich selbst habe den bericht allerdings nicht bekommen und mein damaliger ambulanter Therapeut wollte ihn mir ebenfalls nicht aushändigen. gut möglich, dass ich mit diesem bericht noch größeren schaden anrichten könnte.

was ich mir beruflich vorstellen könnte, wäre eine wie auch immer geartete Tätigkeit in einem Archiv oder einer bibliothek. eigentlich wollte ich ursprünglich buchhändler werden, aber selbst wenn ich dazu käme, ist das das gegenteil von zukunftssicher. alternativ arbeit in einem computerladen oder einem überschaubaren büro. ggfs. bestattungswesen. sowie alles, insbesondere im hinblick auf Texterstellung und dergleichen, von zuhause aus bzw. mit einem großen Anteil an möglicher Heimarbeit.
habe ich eine feste Deadline und kann mir die zeit eigenverantwortlich einteilen, kann ich auch liefern und die Ergebnisse wissen zuweilen selbst gehobeneren ansprüchen zu genügen. Rhetorik, Eloquenz, englisch in wort und schrift, pc kentnisse (soft+hardware), soziale Kompetenz bzw. Empathie, Ausstrahlung, manieren, höflich- bzw förmlichkeit und auch eine umfangreiche bildung sind meine stärken.

*entfernt weil wayne*

aber wie gesagt, meine verwertungsmöglichkeiten sind begrenzt, erst recht nach diesem gutachten. :(
frage mich natürlich, wie eine arbeitserprobung (nie gemacht) aussehen soll, wenn ich zwar einerseits für mittelschwere arbeiten geeignet bin, es andererseits aber so gut wie nichts geben dürfte, insbesondere in einer arbeitserprobung, das mit "meinen" Anforderungen zu vereinen wäre. frage mich zudem, was dann passiert. etwa doch bastelkurse, wfb oder werde ich eher zur Karteileiche werden die zweimal im jahr einbestellt wird?



den text bzgl. der Rückmeldung zum gutachten habe ich bereits fertiggestellt. sollte ich den noch vor dem ersten Termin in der rehabteilung des JC absenden?

soll ich meinen SB vorab kontaktieren oder sollte ich den text zusammen mit erklärendem anschreiben direkt versenden?


nochmal vielen dank.
 
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gila

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Nun ... mit der Info, dass dein Klinikaufenthalt bereits schon SECHS JAHRE her ist, sieht das vielleicht etwas anders aus.
Da frage ich mich, welche AKTUELLEN Befunde denn der Gutachter gehabt hat - denn die alten Kamellen können ja heut nicht wieder "kriegsentscheidend" sein!

FRAGLICH, ob der Gutachter da was ändern kann und will - und der Text, den du jetzt wohl geschrieben hast, dürfte damit auch überholt sein!
Die Klinik kann dann ja auch nicht "liefern" - sie haben ja nichts aktuelles!

Inzwischen könnte alles mögliche bei dir eingetreten sein. Ist mir unverständlich, warum sich auf altes Zeug berufen wird!

GIBT es neuere Aussagen von Ärzten?

Ich meine mal - vorausgesetzt, es kommt nicht wieder etwas Neues von dir zur Sache daher - es würde lediglich Sinn machen, diesen angebotenen Schriftweg zu nutzen und Mitteilung zu machen, dass sich verschiedene Sachverhalte NICHT MEHR so darstellen - darauf aufmerksam machen, dass der Klinikbericht von 2013 ist - das mit den Süchten rein - und wie gesagt ggf. NEUERE Befunde!

Im Grund ist es aber so: die Aussagen des Gutachters sind eine "sozialmedizinische Einschätzung" - kein VERBOT.

Wenn du in die Rehaabteilung kommst, wird man da sicher auch mehr Verständnis haben und es ist dein gutes RECHT, dich auch
zu erproben und selbst zu bestimmen, was du dir zumuten kannst, und was nicht.
Sonst trittst du ja auf der Stelle!
 

Schreibsand

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pardon, dass es da zu einem Missverständnis kam. wäre mir bewusst gewesen, dass das alter des befundberichtes übermäßig relevant ist, hätte ich dieses natürlich schon im ausgangspost benannt.

alles was ich bzgl. der Begutachtung eingereicht habe, war besagter kurzentlassbericht. darüber hinaus gibt es keine neueren medizinischen daten von mir mit auswirkungen auf meine Arbeitsfähigkeit. allenfalls die Notizen meines damaligen Therapeuten aber auch diese dürften als überholt gelten. dem arzt der afa hat der kurzentlassbericht auch gereicht, einfach weil die aufgeführten Diagnosen chronische sind.

ja die soz.med.einschätzungen sind kein verbot, aber in dem gutachten steht z.b. dass nachfolgende Leistungen zur teilhabe bzw. zur Abklärung der Verwertbarkeit auf Basis dieses gutachtens selektiert werden sollen. wenn da steht, kein pc, werden die mich wohl nicht zum Informatiker ausbilden. das ist ja die Crux, natürlich ist es kein verbot, aber sozusagen eine Weisung der vermutlich entsprochen werden wird. alles Theorie - aber das klingt für mich wahrscheinlich. deshalb treibt mich das ganze auch so um. eine Qualifizierung erhalte ich nur noch selbstfinanziert oder eben über Reha und nur bei Eigenfinanzierung bzw. Organisation, ist eine freie Entscheidung gegeben.
dennoch hoffe ich, dass die in der rehaabteilung, wie du schon sagtest, verständnisvoller und auch erfahrerner im umgang mit solchen fällen sind.

ich denke weiter, dass es das beste sein wird, wenn ich den Kommentar zum gutachen (veränderte tatsachenlage, hinweis auf alter des berichtes usw. )versende. am liebsten würde ich damit zwar warten, bis der erste Termin in der rehaabteilung war, damit ich weiss, womit ich es zu tun habe. andererseits habe ich gelesen, dass Einwendungen bzgl .des gutachtens binnen eines Monats eingereicht werden müssen, womit ich mir sozusagen keine zeit mehr lassen dürfte.

ich hoffe nun einfach mal auf das beste bzgl der rehabteilung, rechne aber pro forma mit dem schlimmsten, d.h. abgabe von selbstständiger entscheidungsfindung rund um das Thema der arbeitsmarkttlichen Verwertbarkeit oder qualifizierung.
 

gila

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Vielleicht wäre es dann wegen der Fristen zur Äußerung eine Idee, wenn du einfach jetzt nur die Möglichkeit wahr nimmst, dem Ärztlichen Dienst mitzuteilen, dass du gerne von der Möglichkeit Gebrauch machst, Einwendungen in Sachen des Gutachtens abzugeben, weil es doch ein paar Dinge gibt, die überholt sein sollten. Und du würdest aber einen Termin bei der Reha Abteilung noch abwarten wollen und dich dann gegebenenfalls später dazu äußern. Das müsste doch eine Lösung sein, oder?

Ja ich weiß, man ist da in der Bredouille, ich habe eine psychisch kranke Tochter mit einigen chronischen Geschichten, die schon seit einigen Jahren jetzt aus der Vermittlung raus ist, eine befristete Rente erhält und Grundsicherung über das Sozialamt, jetzt möchte sie gerne wenigstens mal stundenweise ein paar Arbeitsversuche starten, aber dann finde erstmal irgendetwas was da passt, oder einen Arbeitgeber, der das mit deinen Einschränkungen mitmacht. Und richtige Hilfen haben wir bis jetzt auch noch nicht dafür ausgemacht. Nur immer Regularien und weitere Einschränkungen - du drehst dich im Kreise... Es ist unsäglich

Hast du aufgrund deiner chronischen Erkrankungen einen Grad der Behinderung beantragt über das Versorgungsamt? Obwohl sich das dann auch immer gut anhört, dass die Leute mit Behinderungen vorgezogen werden sollen, auch bei Ausbildungen, die da durchaus auch als Teilzeitausbildung laufen könnten, aber finde doch mal einen Arbeitgeber oder eine Institution, die sowas anbietet und mitmacht.
Jou "irgendwas mit Holz" oder Floristin vielleicht - aber wenn man das nicht möchte oder kann?

Zusatz: Du weißt schon, dass du gegen ein Gutachten selbst KEINEN "Widerspruch" einreichen kannst?
Lediglich auf eine Entscheidung/Bescheid, der aufgrund eines Gutachtens, was Mängel oder Ungereimtheiten beinhaltet etc. - getroffen wurde.
Dann kann es unter Umständen ein neues Gutachten geben.
Wenn dir hier Gelegenheit zu einer "Kundenrückmeldung" gegeben wurde, ist das schon höchst selten und eher unüblich!

Denn meist haben die Ämter da eher einen Vertrag mit "wayne" ;-) - wenn der Bürger was zu motzen hat!
 
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Schreibsand

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der Knackpunkt ist, dass ich das alles über meinen SB laufen lassen muss, weil laut ä.d. afa und jobcenter getrennt sind. mein Ansprechpartner ist sozusagen das jobcenter bzw. mein Sachbearbeiter und auch nur er kann meinen Kommentar an die zuständige stelle weiterreichen. dass ich direkt kontakt mit dem ä.d. aufnehme, ist offenbar nicht vorgesehen. ich könnte den SB darum bitten und darauf verweisen, dass ich eine eingabe zu machen habe, diese aber erst nach dem rehatermin abgeben möchte. angesichts der Tatsache, dass er von dem Prozedere nichts wusste und mich deshalb wieder zurück zum ä.d. geschickt hat, ist meine Hoffnung darauf, dass er das umsetzt, eher gedämpft. dennoch werde ich es so versuchen, also meinen Kommentar fristgerecht ankündigen und diesen nach dem reha-gespräch an ihn leiten will. muss mir darüber nocheinmal den kopf zerbrechen.

ich stehe hinsichtlich dieser Erfahrung rund um teilhabe, Reha-abteilung usw. zwar noch am anfang, aber kann deine Schilderungen bereits jetzt vollumfänglich nachvollziehen. von Pontius zu Pilatus, keiner will so wirklich, keiner kann so richtig. und im Endeffekt steht man mit den fragen, Befürchtungen und der suche nach einer adäquaten Existenzgrundlage doch alleine da. dabei geht es ja um teilhabe und nicht um einen platz an der sonne.

ich hatte bereits schoneinmal einen gdb von 50, bedingt durch meinen Diabetes. mit der Volljährigkeit entfiel aber die Möglichkeit kostenfrei den övp benutzen zu können, so dass ich keinen neuen beantragte. zieht man nun die psychischen aber auch orthopädischen Gesichtspunkte hinzu, dürfte dieser dann wohl über 50% angesiedelt sein. nur: wenn da nun rauskommen sollte, dass ich einem gdb von zb 80 entspreche, dürfte der weg in eine behindertenwerkstatt schon fast vorgezeichnet sein. ähnliches habe ich in foren gelesen, beispielsweise menschen, die einen gdb von 100 festgestellt bekamen und nun ihre jahrzehnte in einer solchen Werkstatt verbringen, obwohl vom Intellekt eigentlich nicht im mindesten da rein passend. das will ich in jedem fall vermeiden, zumindest aber bis zur letzten sekunde hinauszögern. es wäre kein gesundes Umfeld für mich und -bei allen Einschränkungen- gehöre ich da auch (noch) nicht hin.
weiter habe ich öfters gelesen, dass zwar viele städtische Verwaltungen usw. bevorzugt "behinderte" einstellen sollen, dies aber in der Praxis nichtsdesdotrotz selten erfolgt. das gilt insbesondere bei vorhandenen psychischen Einschränkungen. nachvollziehbar aus sicht eines Personalleiters, der für eine Verwaltung zuständig ist, hässlich für betroffene.

möchte nun weiter schauen, was mir überhaupt noch offen stünde, bevor ich in einer solchen finalen Sackgasse ende.

ehrlich gesagt beisse ich mich gerade in den hintern, dass ich diesen Entlassbericht überhaupt eingereicht habe. ohne diesen wären zwar evtl. harte Maßnahmen oder Jobs mit ausserordentlicher Belastung auf mich zugekommen, andererseits hab ich mich durch besagten Entlassbericht schlicht und ergreifend abgeschossen: stempel ist eine milde Bezeichnung hierfür, los werde ich das Stigma nun nicht mehr.

sei es wie es sei, ich muss mich jedenfalls nocheinmal für deine antworten bedanken, das ist nicht selbstverständlich und ich weiß es dementsprechend zu schätzen. in gewisser weise hast du mir auch bereits weitergeholfen, und sei es nur über das offene ohr und anreizen bzw. Denkansätzen bzgl .des weiteren vorgehens. merci.
 

gila

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Ich kann das alles sehr gut nachvollziehen was du da schreibst und würde dich gerne mit positiveren Ausblicken bestücken, aber es ist einfach schwierig, da beißt die Maus keinen Faden ab.

Ich meine mal, du brauchst dich da auch nicht in den Hintern beißen wegen diesem Gutachten, sollte eine Entscheidung getroffen werden, die sich auf dieses Gutachten beruft oder sich eine Chance bieten für dich,8 wo du sagst, ich kann jetzt eigentlich das Ergebnis von diesem Gutachten gar nicht gebrauchen könnte vielleicht bei einer vernünftigen umschulung hinderlich sein), bin ich der Meinung, dass man immer noch auffordern kann, ein neues Gutachten zu erstellen und neue Erkenntnisse dem zugrunde zu legen.

Denn es ist ja nun mal eine Tatsache, dass die dem Gutachten zugrunde liegenden Fakten bereits sechs Jahre alt sind. Wenn du parallel irgendwo noch in Behandlung bist, Therapie und so weiter und das immer fleißig fortführst, sammeln sich ja neue Gesichtspunkte und Befunde, mit denen dann eine Entscheidung getroffen werden muss.

Ebenso kannst du einen neuen GdB in Angriff nehmen und dir vielleicht auch vom vdk oder einem anderen Sozialverband bei der Beantragung helfen lassen, du bist ja nicht verpflichtet dich pausenlos auf einen Schwerbehinderungsausweis zu berufen und damit zu wedeln... sicher kann es vielleicht aber nicht schaden, ihn in der Hinterhand zu haben, falls man sich auf die Rechte mal berufen müsste.
Und solltest du mal einen Job bekommen, bringt dir das natürlich auch bei der Einkommensteuererklärung einen zusätzlichen Vorteil.

Alles in Allem hast du sicherlich jetzt erst einmal mit deiner Situation gut zu tun und sämtlichem Stoff, der sich hier ansammelt, zu verarbeiten. Da wünsche ich dir ganz ganz viel Geduld und Glück!
 

Kerstin_K

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Also alleine über den GdB gibt es sicer keinen Grund, Dich in eine WfbM zu stecken. Ich habe GdB 100 G, aG, B und habe einen ganz normalen Vollzeitarbeitsplatz.
 

gila

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Viele haben auch falsche Vorstellungen von "Behindertenwerkstätte" - wir haben hier in der Gegend eine ganze "Ortschaft" und ich habe auch mal interessehalber dort 2 Wochen "hospitiert" - da braucht es schon auch ganz bestimmte Einschränkungen, um wirklich nur noch in einer solchen Institution an so etwas wie "Arbeit" teilzuhaben. Das geht nicht "nur" über einen GdB.
 

Muzel

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Es gibt keinen Anspruch auf eine erneute Begutachtung , nur auf eine ermessensfehlerfreie Entscheidung.
 

Susanne42

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Es gibt über die DRV eine Teilhabe Leistung, wo du 1 Jahr Schuling machst mit mehreren Praktikas, die kann man sich selber aussuchen. Hat mein Bekannter gerade gemacht und ist auch übernommen worden.
Außerdem hast du ja auch die Möglichkeit dich selber zu bewerben, du musst ja nicht unbedingt auf die Angebote warten, die dein Vermittler Dir schickt.
 
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