Ärztliches Gutachten per Ferndiagnose?

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Pewa

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Hallo,

mal wieder neuer "Ärger" mit dem Jobcenter.
Meine Frau hatte vor 4 Wochen einen Termin bei ihrer SB, dort wurden ihr die üblichen Unterlagen für das ärztliche Gutachten vorgelegt. Leider hat sie die alle unterschrieben (Schweigepflichtentbindungen usw.)
Nun rechnete sie damit, persönlich vorgeladen zu werden.

Dazu kam es aber nicht, heute flatterte eine neue Einladung nach §59 in Verbindung mit §309 ins Haus.

Aus dem Text:
"Das Ergebnis des ärztlichen Gutachtens ist eingetroffen. Ich möchte es gerne mit Ihnen besprechen."

Meine Frau ist weiterhin durchgehend AU, natürlich ist auch wieder der "Bettlägerigkeitsabschnitt" mit drin.

Meine Frau ist nun komplett verwirrt. Kein einziger Amtsarzt wollte sie sehen, es wurde einfach per Ferndiagnose entschieden.

Der Termin ist nächste Woche, sollen wir jetzt einfach abwarten?
Ist das normal, dass beim ärztlichen Gutachten auch Ferndiagnosen gestellt werden?

Danke wie immer für eure Hilfe.

Lg
Pewa
 

margotsch

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Es ist absolut legitim und möglich nach Aktenlage zu entscheiden. Ob es sinnvoll ist... nun das ist eine ganz andere Frage. Inwieweit so ein Gutachten in einer gerichtlichen Auseinandersetzung als Basis einer Entscheidung dient bleibt abzuwarten. Könnte mir vorstellen das ein Gericht ein neues und aktuelles Gutachten anfordert, welches auch eine Untersuchung beinhaltet.
 

Cindy

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hey

Da deine Frau alles unterschrieben hat, wird der ÄD sich die Unterlagen wohl von den Ärzten geholt haben und hat dann nach Aktenlage entschieden.

Also zurückblickend auf mein ÄD Erlebnis sag ich fast: sei froh !!

Laßt euch überraschen was in dem Gutachten steht und schreibt dann einfach hier im Forum, was euch z.B. stört o.ä.

Ist das normal, dass beim ärztlichen Gutachten auch Ferndiagnosen gestellt werden?
ja kommt wohl häufiger vor - also nichts unnormales.


Achtung:
Bei mir wurde versucht, wegen dem Ergebnis des Gutachten, direkt eine neue EGV abzuschließen. Trotz noch gültiger EGV !!

Nichts unterschreiben bitte !!


LG Cindy
 

gelibeh

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Ihr könnt das Gutachten(Teil A und Teil B) direkt beim ÄD anfordern, das Jobcenter bekommt ja nur den Teil ohne Diagnosen, bzw. so sollte das zumindest sein.
 

hartaber4

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Ähnlich dümmlichen Wisch habe ich damals zu JC-Zeiten auch bekommen (Ist es erforderlich das zu "besprechen"? Ist die SB medizinisch soweit gebildet, dass GA erläutert werden können? Eine vollumfängliche Besprechung ohne Verletzung des Sozialdatenschutzes?)

Ich habe damals (sinngemäß) geschrieben:


"Bitte um Übersendung des GA (beide Teile! ggf. den Ärztlichen Dienst verständigen!)

Und der Hinweis, dass ich eine "Besprechung" nicht für ERFORDERLICH halte, da ich des Lesens mächtig bin.

Die "hochkomplexe Frage" der Erwerbsunfähigkeit lässt sich aus dem teilweise als Ankreuzformular gestalteten GA auch alleine rausdeuten (unter 3 h, zwischen 3 h und 6 h und über 6 h) wie gesagt: Ganz ohne SB.

Den entsprechenden VA können Sie der Vereinfachung halber gleich mit übersenden.

Bitte beachten Sie ggf. beim Übergang von SGB II zu SGB XII die Rechtsprechung des BSG zum § 44a SGB II (fiktive Erwerbsfähigkeit; Nahtlosigkeit, etc.)

MfG"



Anhang zu o.a. (für UserInnen hier im Forum, würde ich als Az. nicht anführen...soll das JC doch selbst recherchieren.... so lernt man am besten dazu!):

aus Rn 20 u.a. der Satz

"Nach Sinn und Zweck der gesetzlichen Regelung darf die Beklagte fehlende Erwerbsfähigkeit nicht annehmen, ohne den zuständigen Sozialhilfeträger eingeschaltet zu haben."


Link zu dem Urteil des BSG - B 7b As 10/06 R-

https://sozialgerichtsbarkeit.de/sgb/esgb/show.php?modul=esgb&id=64144
 

Pewa

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Vielen Dank, so werden wir das auch machen :)
@Gelibeh: Wie kriegen wir die Adresse/Nummer unseres ärztlichen Dienstes raus?
 

Pewa

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So, erst mal vielen Dank für alles bisherige.
Ich habe heute für meine Frau (Vollmacht) beide Teile des Gutachtens abgeholt und bin schlichtweg entsetzt.

Meine Frau ist derzeit arbeitsunfähig, sowohl nach Ansicht ihres Hausarzts, ihres Psychotherapeuten und ihres Neurologen.

Jetzt steht wörtlich in ihrem Gutachten:

"Nach Beendigung der derzeitigen AU gehe ich nach Auswertung der vorliegenden Unterlagen (...) von vollschichtigem Leistungsvermögen mit qualitativen Einschränkungen aus."

Auf Nachfrage wurde mir vom ärztlichen Dienst bestätigt, dass mit "derzeitiger AU" tatsächlich ihre aktuelle Krankschreibung gemeint ist. Diese endet in 2 Wochen. Meine Frau wird aber nächsten Monat zu einer stationären Therapie aufbrechen.

Soll das ein Witz sein?
Kann das Jobcenter aufgrund diesem "Ferngutachten" wirklich die folgenden AUs für meine Frau ablehnen?

Ich weiss grad echt nicht mehr weiter...

Grüßli
Pewa
 

Anna B.

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Eigentlich kann eine Au nur der MDK der Kk aufheben.

Der ärztl Dienst der Afa oder Jc kann nur beurteilen, ob es zeitliche und körperliche Einschränkungen gibt, die bei einer Vermittlung berücksichtigt werden müssen.

Die derzeitige Au bedeutet ja nicht zwangsläufig, dass diese nun morgen oder in 14Tagen abgeschlossen ist.....wenn der beh. Arzt weiterhin au bestàtigt, dann ist das so....
Da kann auch der ÄD nichts dran ändern...
 
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