Ärztliches Gutachten für Antrag auf Erwerbsminderungsrente

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fritzi

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Ich beziehe Alg II und bin seit längerer Zeit arbeitsunfähig. Die Arge möchte mich jetzt bei der Beantragung der Erwerbsminderungsrente unterstützen. Dazu möchte die FM ein "Attest zur Antragstellung für die Rente wegen Erwerbsminderung" von der behandelnden Ärztin. Diese soll darin "auf folgende Zielfragen Bezug nehmen":

1. Diagnose(n)
eine ärztliche Aussage zu bestehenden Diagnosen

2. Auswirkung der Erkrankung/Behinderung auf Arbeit, Belastbarkeit, Schnelligkeit ...
Darstellung, daß eine Tätigkeit auf dem regulären Arbeitsmarkt z. Z. oder ggf. auch dauerhaft nicht möglich ist.

3. Dauerhaftigkeit der Erkrankung/Behinderung

4. Belastbarkeit/Leistungsfähigkeit
für voraussichtlich mehr als 6 Monate eine unter 3 Std. täglich umfassende Belastbarkeit auf dem 1. Arbeitsmarkt gegeben?


Daß die Fragen sich sehr auf den 1. bzw. regulären Arbeitsmarkt beziehen, macht mich ein wenig stutzig :icon_kinn:. Frage 4 verstehe ich überhaupt nicht.

Es soll kein Medizinischer Dienst eingeschaltet werden, die FM meinte, es wäre so doch viel einfacher, die behandelnde Ärztin würde mich ja schließlich besser kennen und könne mich besser beurteilen, als jemand vom MD. Außerdem soll ich die Ärztin von der Schweigepflicht entbinden, was grundsätzlich ja OK wäre, aber wem gegenüber denn? Wohl kaum der FM :icon_evil:. Wie sind diese Fragen grundsätzlich zu bewerten?
 

Muzel

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Fritzi, du lädst dir das Gutachten von der BA herunter und damit marschierst du zu deinem HA. Dieses Formular soll er ausfüllen. Wozu du ihn von seiner kompletten Schweigepflicht entbinden sollst, entzieht sich meiner Kenntnis und das würde ich auch nicht machen. Hast du etwas Schriftliches von deiner SB , ohne musst du gar nichts machen. Diese ganze Geschichte hört sich für mich auch merkwürdig an. Ich weiß auch nicht, ob dein HA so ein Formular ausfüllt, ohne dass irgendjemand seine Kosten dafür übernimmt. Das würde ich schon der BA Tante sagen.
 

fritzi

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Hast du etwas Schriftliches von deiner SB , ohne musst du gar nichts machen.
Ja, sie gab mir ein Schreiben an meine behandelnde Ärztin. Der kursiv geschriebene Text ist ein Teil davon.

Diese ganze Geschichte hört sich für mich auch merkwürdig an. Ich weiß auch nicht, ob dein HA so ein Formular ausfüllt, ohne dass irgendjemand seine Kosten dafür übernimmt.
Die FM hat meiner Ärztin in diesem Schreiben die Übernahme von Kosten in Höhe von 30 - 60 € für das Attest zugesichert.

Wie gesagt, das Ausstellen eines Attestes wäre ja in Ordnung, aber wer soll das lesen? Wie ausführlich soll das sein? Da die FM das zu ihren Händen haben möchte, kann es ja nur sehr allgemein gehalten sein.

So, und wenn mir meine Ärztin dann bestätigt, daß ich keine drei Stunden am Tag arbeiten kann, stopfen die von der Arge mich in eine Behindertenwerkstatt? Mir kommt die Fokussierung auf den 1. bzw. regulären Arbeitsmarkt so was von merkwürdig vor.

Die Einladung für den gestrigen Gesprächstermin hatte übrigens auch keine Rechtsfolgenbelehrung, alles absolut "freiwillig" von meiner Seite.
 

Linchen0307

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Moin Fritzi....

Hast du selbst schon einmal versucht, EM Rente zu beziehen?
Ich meine: Wenn du auf längere Zeit durchgehend krank geschrieben bist, solltest du bei deiner RV vorsprechen und dort den Antrag auf volle EM Rente stellen.
Ich weiß jetzt nicht, wie es bei dir vor Ort aussieht, mit einer Niederlassung deiner RV Stelle.
Ich bin gerade erst beim med. Dienst von der RV gewesen, dem voraus ging eine REHA und anschliessend mein Antrag auf volle EM Rente. Hierfür musste ich eine Schweigepflichtsentbindung aller meiner beh. Ärzte unterzeichnen. Das ist aber ein normaler Ablauf denke ich, der wiederum nichts mit der ARGE zu tun hat.
Bist du eigentlich inzwischen ausgesteuert oder warst du nicht im Krankengeldbezug?
 

fritzi

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Hallo Linchen,

das ganze geht komplett von der Arge aus, ich selbst habe keinen Rentenantrag gestellt, auch noch keine Reha gemacht. Ich habe auch kein Krankengeld bezogen, denn bis ich in die Krallen der Arge kam, ging es mir gut :icon_sad:.

Ich kann mir auch nicht vorstellen, daß die RV einen Rentenantrag genehmigt. Ich habe nur irgendwie das Gefühl, verdammt vorsichtig sein zu müssen, weil ich nicht weiß, was wirklich hinter dem Ganzen steckt. Es ist ja nicht so, daß mir von seiten der Arge die Wahrheit gesagt wird. Das geht schon damit los, daß die FM plötzlich meine Telefonnummer hat, die ich bei der Arge niemals bekannt gegeben habe. Es ist mir ein Rätsel, woher die die haben, aber die FM tat auf meine Nachfrage hin ganz ahnungslos. Sie hat auch, ohne mich darüber zu informieren, bei meiner Ärztin angerufen, die ihr allerdings keinerlei Auskunft gegeben hat.

Die Begründung der FM , warum ich doch Rentenantrag stellen solle, war, dann bräuchte ich doch nicht immer zu Terminen zu ihr kommen :icon_eek:.
 

Linchen0307

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Im Falle der EM Rente, könnte man dich in die Sozialhilfe abschieben...

Wenn man dich zum medizinischen Dienst der ARGE schickt, geh dort hin, nimm alle ärztlichen Unterlagen mit und frag den untersuchenden Arzt (und nur den) Wofür eine Schweigepflichtsentbindung für ihn relevant wäre.
Frag auch sofort nach einer REHA, denn dafür lass sich mal die ARGE nen Kopf machen.
Ich würde aber deinen behandelnden Arzt fragen, ob sich für deinen Gesundheitszustand, eine REHA nicht positiv auswirkt. Dann solltest du mit deinem Arzt einen REHA Antrag stellen, entweder bei der RV oder bei der KV.

Sollte man dir von Seiten der ARGE (med. Dienst) eine REHA anbieten, so achte darauf, das dies auch deinem Gesundheitszustand förderlich ist.
Selbst bei den angebotenen REHAS der KV's und RV's sollte man nachsehen, auf was sich diese kliniken spezialisiert haben.

Ich beziehe Alg II und bin seit längerer Zeit arbeitsunfähig. Die Arge möchte mich jetzt bei der Beantragung der Erwerbsminderungsrente unterstützen.

Wie will sie das anstellen? Das entscheidet einzig der med. Dienst der RV!
Dazu möchte die FM ein "Attest zur Antragstellung für die Rente wegen Erwerbsminderung" von der behandelnden Ärztin. Diese soll darin "auf folgende Zielfragen Bezug nehmen":
Die FM will ein Attest? Die lediglich Anspruch auf eine Krankmeldung!

1. Diagnose(n)
eine ärztliche Aussage zu bestehenden Diagnosen

Geht die FM nix an, wenn überhaupt, dann dem med. Dienst der ARGE und hier auch nur dem dortigen, untersuchenden Arzt!

2. Auswirkung der Erkrankung/Behinderung auf Arbeit, Belastbarkeit, Schnelligkeit ...
Darstellung, daß eine Tätigkeit auf dem regulären Arbeitsmarkt z. Z. oder ggf. auch dauerhaft nicht möglich ist.

Diese Entscheidung trifft nicht der behandelnde Arzt, das wird vom MD festgestellt. Der beh. Arzt kann dir in nem Dreizeiler bestätigen, das deine Gesundheit in absehbarer Zeit nicht her zu stellen ist.

3. Dauerhaftigkeit der Erkrankung/Behinderung

Darf der behandelnde Arzt gar nicht, erübrigt sich auch mit dem o. stehenden Dreizeiler!

4. Belastbarkeit/Leistungsfähigkeit
für voraussichtlich mehr als 6 Monate eine unter 3 Std. täglich umfassende Belastbarkeit auf dem 1. Arbeitsmarkt gegeben?

Stellt auch der MD fest, vom beh. Arzt haben sie die AU !

Daß die Fragen sich sehr auf den 1. bzw. regulären Arbeitsmarkt beziehen, macht mich ein wenig stutzig . Frage 4 verstehe ich überhaupt nicht.

Es soll kein Medizinischer Dienst eingeschaltet werden, die FM meinte, es wäre so doch viel einfacher, die behandelnde Ärztin würde mich ja schließlich besser kennen und könne mich besser beurteilen, als jemand vom MD. Außerdem soll ich die Ärztin von der Schweigepflicht entbinden, was grundsätzlich ja OK wäre, aber wem gegenüber denn? Wohl kaum der FM . Wie sind diese Fragen grundsätzlich zu bewerten?
Lass dich nicht irre machen, lass dir von dem beh. Arzt den Dreizeiler ausstellen und die FM soll sich damit zufrieden geben. Dieses Spielchen habe ich auch schon dadurch, nur stand ich im Krankengeldbezug...
 

Esox

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Moin Moin,

das hört sich alles eigenartig an, also bei mir hat nur die Rentenversicherung-Nord ( ehem. LVA) den EU-Rentenantrag entgegen genommen, diese bearbeitet ja auch den Sachverhalt.Auch dieses Amt schickt Dich zum MD...da kommste hier nicht drum rum. Sie entscheidet ja auch über eine eventuelle Rentenzahlung und nicht die Arge .
Hast Du einen GdB beim Versorgungsamt beantragt oder wie hoch ist dieser?

Mfg. Esox
 

Muzel

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Hallo Fritzi, mein HA ist ein Freund der kurzen Worte. Er hat mir immer gesagt, dass man einer Behörde möglichst wenig Infos geben sollte.
Er würde in so einem Schreiben erklären, dass er eine Erwerbsunfähigkeit bei dir gegeben sieht, weil bei dir die Diagnosen XYZ vorliegen.
 

fritzi

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mein HA ist ein Freund der kurzen Worte. Er hat mir immer gesagt, dass man einer Behörde möglichst wenig Infos geben sollte.
Da hat er absolut Recht, kann ich durch eigene Erfahrung bestätigen.
Er würde in so einem Schreiben erklären, dass er eine Erwerbsunfähigkeit bei dir gegeben sieht, weil bei dir die Diagnosen XYZ vorliegen.
Ich denke, das ist eine gute Lösung. Ich werde das mit meiner Ärztin besprechen und sie kann das dann in dem von Linchen ebenfalls empfohlenen Dreizeiler verpacken :icon_daumen:.
@ esox
Einen GdB habe ich nicht. Die Untersuchung beim MD wäre auch völlig OK, ich habe ja bereits ein paar Wochen auf den Termin dazu gewartet. Die FM meinte, das wäre wohl ein Mißverständnis gewesen, sie hätte ihrerseits auf meine Schweigepflichtentbindung gewartet (sie hatte mir beim vorletzten Termin dieses Bündel Papier mit der Schweigepflichtentbindung für diverse Ärzte, Kliniken etc. in die Hand gedrückt, welches ich dann zum MD-Termin mitnehmen wollte). Wie gesagt, die FM hatte sogar bei meiner Ärztin angerufen. Ich habe den Eindruck, die will partout die Diagnosen wissen.
 

Linchen0307

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Ich habe den Eindruck, die will partout die Diagnosen wissen.

Das soll sie sich mal aus dem Kopf schlagen, dazu ist sie gar nicht berechtigt und med. Kenntnis besitzt sie auch nicht.... sonst würde sie nicht in der ARGE sitzen, sondern in ner Arztpraxis
 
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