Ärztliches Gutachten der Agentur für Arbeit

Status
Für weitere Antworten geschlossen.

momo59

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
11 Februar 2008
Beiträge
17
Bewertungen
0
Hallo,
ich bin mir sehr unsicher, wo ich mein Thema einstellen soll. Da dachte ich mir Allgemeines ist doch immer gut :rolleyes:

Bevor ich zu meiner eigentlichen Frage komme, erzähl ich euch erst einmal einige Hintergrundfakten.

  • ich bin 49 Jahre alt und arbeitete zuletzt als Sozialpädagogin.
  • seid Mai 07 bin ich wegen unterschiedlichen Wirbelsäulenerkrankungen bis heute durchgängig krank geschrieben.
  • zu den körperlichen Problemen kommen auch depressive Störungen.
  • mein Arbeitsverhältnis besteht nach wie vor.
  • Dez.07 habe ich einen Antrag auf EU-Rente gestellt.Das Verfahren dauert bis heute an- Stand Klage eingereicht beim Sozialgericht. Das Gutachten war eine Farce.
  • seid November bin ich aus dem Krankengeldbezug ausgesteuert
  • ich habe beim Arbeitsamt einen Antrag auf ALG I (im Zuge der Nahtlosigkeit) gestellt. Der ist bewilligt worden.
  • das Landesamt hat mir Ende 08 einen GDB von 40 wegen der depressiven Störungen und der Wirbelsäulenerkrankungen eingeräumt.
  • meinem Antrag auf Gleichstellung mit Schwerbehinderten gab die Agentur für Arbeit Anfang 09 statt.

Nun zu meinem aktuellen Problem. Letzte Woche hatte ich einen Termin bei einer Arbeitsvermittlerin des Arbeitsamtes.
Sie händigte mir ein ärztliches Gutachten aus. Dies wurde von einem Internisten basierend nur auf den Unterlagen der DRV erstellt.
In diesem Gutachten wurden wie schon bei den Gutachten der DRV aber nur die Wirbelsäulenerkrankungen, und dass auch noch nicht einmal komplett, erfasst. Völlig unter dem Tisch fielen aber die Diagnosen im psychischen Bereich, die u.a. das Landesamt und ja auch die Agentur für Arbeit im Zuge der Gleichstellung bereits anerkannt haben.

In diesem Gutachten heißt es, ich kann ständig leichte Arbeit vollschichtig leisten und kann weiterhin in meinem Beruf arbeiten. Mit dem Ergebnis geh ich nicht konform.

Ausgehändigt wurde mir aber nur das Gutachten, kein Bescheid.

Meine Frage ist, kann ich auch ohne einen Bescheid gegen dieses Gutachten vorgehen oder muss ich erst irgendeinen Bescheid abwarten, der auf diesem Gutachten basiert?
Hat vielleicht jemand darüber hinaus einen Tipp für mich, wie ich jetzt am Besten vorgehe und auf was ich besonders achten muss, wenn ich gegen das Gutachten vorgehe?

Im Voraus Danke für Eure Antworten.

momo59
 

Martin Behrsing

Redaktion
Mitglied seit
16 Juni 2005
Beiträge
21.601
Bewertungen
4.177
Du musst leider auf einen Bescheid warten, der dieses Gutachten zur Grundlage hat. Dann kannst Du widersprechen und unter anderen die Erkenntnisse des Gutachten in Frage stellen.
 
E

ExitUser

Gast
Hi momo und herzlich willkommen im Forum,

mir wurde aufgrund dessen, daß ich "krank" war, also für die Arbeitsagentur somit nicht vermittelbar war, die Nahtlosigkeitsregelung abgelehnt. An Deiner Stelle würde ich mich beim Sozialverband (evtl. VDK) oder Caritas beraten lassen wie Du am besten vorgehst.

Ich bin nun schlauer. Hätte ich "meinen Rattenschwanz", der dann los ging, vorher gewusst, hätte ich vermutlich anders gehandelt. (Ich bin dadurch SOFORT in ALG II, dann in die Sozialhilfe durchgerutscht). Widerspruch läuft zwar diesbezüglich (seit Jan. 2008 !!) .... aber was hilfts.

Manchmal ist es so: Egal wie man es macht - alles kann falsch sein.

Wenn Du mehr diesbezüglich wissen möchtest, so schreib mich einfach an. LG und alles Gute für Dich :icon_smile:
 

avalon

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
29 Mai 2007
Beiträge
920
Bewertungen
1
Der Bescheid kommt schnell, das kenn ich!
Drin stehen wird, dass Du weiterhin ALG1 beziehst, aber nicht mehr nach §125 SGB3.
Die gute Nachricht ist also, dass das erstmal keine Auswirkung auf die Zahlung hat.
Die schlechte Nachricht ist die, dass Du keine AU mehr vorlegen darfst, dann wird die
Zahlung nach 6 Wochen eingestellt.

Gegen diesen Bescheid vorzugehen ist nicht einfach, da das Gutachten der RV bindend ist und es mittlerweile tatsächlich so ist, dass Zahlungen aufgrund der Nahtlosigkeitsregelung nur noch bis zum ersten Ablehnenden Bescheid der RV geleistet werden.

Also ist die einzige Lösung, sich einigermassen clever zu verhalten! Brav nicken, dass man selbstverständlich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht und sich auf Stellenvorschläge bewerben. Wenn der Lebenslauf dann endet mit "seit 2 Jahren AU, jetzt wieder eingeschränkt erwerbsfähig" rennen einem die Arbeitgeber nicht unbedingt
die Tür ein.
 
E

ExitUser

Gast
Also ist die einzige Lösung, sich einigermassen clever zu verhalten! Brav nicken, dass man selbstverständlich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht und sich auf Stellenvorschläge bewerben. Wenn der Lebenslauf dann endet mit "seit 2 Jahren AU, jetzt wieder eingeschränkt erwerbsfähig" rennen einem die Arbeitgeber nicht unbedingt
die Tür ein.
Stimmt! Denn Du kannst ja vermittelt werden, wenn man Deine gesundheitlichen Einschränkungen bei der Arbeitsvermittlung berücksichtigt :icon_wink:
 

momo59

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
11 Februar 2008
Beiträge
17
Bewertungen
0
Danke für Eure Antworten.

Ok Martin, dann werde ich mich mal in Geduld üben. :icon_sleep:

Muci, den SOVD habe ich zwar bereits an meiner Seite, aber ich war durch einige nicht ganz korrekten Hinweise meiner dortigen Ansprechpartnerin etwas verunsichert und wollte mir durch das Einstellen des Themas wieder Sicherheit erlangen. Zumal ich mir wirklich unsicher bin, was klüger ist in Bezug auf mein Rentenverfahren.
Ich geh davon aus, dass die Nahtlosigkeit trotz der Ablehnung meines Widerspruches bei der DRV gewährleistet wurde, da ich kurz vor der Antragstellung die Klage eingereicht habe.

Muci und Avalon, leider ist mir nur zu klar, dass ich zur Zeit zwischen allen Stühlen sitze und ich bei einem Angehen des Gutachtens es auch riskiere in die Sozialhilfe zu rutschen.
Aber ich kann wirklich nicht vollschichtig arbeiten und auch aus gesundheitlichen Gründen sehe ich mich nicht in der Lage an meinen alten Arbeitsplatz als Sozialpädagogin zurückzukehren.
Da ich aber dort noch nicht gekündigt worden bin, hätte dieses Gutachten zur Folge, dass das Arbeitsamt eine Rückkehr dahin erwarten würde.

Aus diesem Grund und in Hinsicht auf das noch schwebende Klageverfahren seh ich bei mir momentan nur die Möglichkeit gegen das Gutachten vorzugehen. Wenn jemand mir eine Alternative aufzeigen kann oder einfach ein paar Anregungen oder Ideen hat - immer her damit-würde mich riesig freuen.

Danke und liebe Grüße

momo59
 
E

ExitUser

Gast
Lies bitte das nochmal was Avalon geschrieben hat :icon_smile:

Ansonsten würde ich zusätzlich das Rentenverfahren versuchen zu beschleunigen.

Wenn Du magst, dann kannst Du Dir ja mal meine "Geschichte" durchlesen. Es gibt da einige Parallelen
Dann kannst Du vielleicht nachvollziehen (muss alles nicht so kommen - KANN aber) Und das "KANN" gibt Dir hoffentlich die Möglichkeit nochmal gut zu lesen was Avalon geschrieben hat und dies evtl. zu berücksichtigen.

.
 

avalon

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
29 Mai 2007
Beiträge
920
Bewertungen
1
Das Problem ist, dass Dank der unermesslichen Weisheit der Herren Schröder/Müntefering
keinerlei Berufsschtz mehr existiert. Daher ist es garnicht wesentlich, ob Du gegenwärtig in Deinem Beruf als Sozialpädagogin arbeiten kannst! Du kannst auf eine beliebige Tätigkeit des allgemeinen Arbeitsmarktes verwiesen werden. Die Rentenversicherung ist sehr kreativ wenn es darum geht, sich Berufe auszudenken, die man theoretisch noch ausüben könnte!

Ansonsten gibt es keinen Königsweg: Das Gutachten der AA ist das geringere Problem, problematisch ist das Gutachten der RV, denn die trifft letztlich die verbindliche Entscheidung über Deine Erwerbsfähigkeit. Ich sehe keine Alternative zu dem sehr langen Standardweg. Den (vermultlich) ablehnenden bescheid der RV abwarten, Widerspruch einlegen, die Ablehnung des Widerspruchs abwarten, Klagen.

Ansonsten hätte ich nur mein Leib-und Magenthema anzubieten: "Wegefähigkeit". Das hilft allerdings nur, wenn Deine Wirbelsäulenerkrankung Deine Gehfähigkeit deutlich einschränkt. Wie siehts damit aus? Oder konkreter gefragt: Kannst Du 4 mal täglich 500 Meter in je zwanzig Minuten gehen? Das hängt ja stark von der Art der Wirbelsäulenerkrankung ab!
 

momo59

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
11 Februar 2008
Beiträge
17
Bewertungen
0
Stimmt Avalon der Standardweg ist sehr lang. Ich geh in wie geschildert seid Dez. 2007 und habe den Stand der Klage erreicht, da die DRV Bund komplett die psychischen Probleme in den Gutachten außer Acht gelassen haben. Insofern hast du Recht, wenn du sagst das Gutachten der DRV sei das größere Problem. Der Gutachter der AfA hat m.E. nämlich dort einfach abgeschrieben und das noch nicht einmal korrekt.

Stimmt generell was du sagst bzgl. Berufsschutz. Aber da ich noch zu den letzten Jahrgängen gehöre, für die die Möglichkeit der Berufsunfähigkeit besteht, hoffe ich zumindest darauf.

Leider trifft die "Wegefähigkeit" bei mir nicht zu.Es sei denn, dabei spielt die Frage, ob ich dies schmerzfrei kann, eine Rolle.

Lieben Gruß
momo59
 

Muzel

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
15 Dezember 2008
Beiträge
12.455
Bewertungen
1.941
Momo, wie ich das verstanden habe, klagst du vor dem Sozialgericht wegen der Ablehnung deiner Eu-Rente. Du beklagst die Qualität des Gutachtens der DRV. Hat es denn überhaupt denn eine Zusatzbegutachtung von einem Psychodoc gegeben? Der Internist kann ja nichts zu deinen psychischen Problemen sagen. Kennst du die Akte vom Versorgungsamt? Bei euch heißt die zuständige Behörde Landratsamt, bei uns ist es jetzt die Kommune. Die Unterlagen vom Landratsamt würde ich mir unbedingt ansehen, um zu wissen, wie insbesondere deine psychischen Beschwerden bewertet worden. Diese Unterlagen würde ich dann den behandelnden Ärzten besprechen. Du musst erreichen, dass zumindest vor dem Sozialgericht deine gesundheitlichen Einschrändungen umfassend gewürdigt werden.
 

momo59

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
11 Februar 2008
Beiträge
17
Bewertungen
0
Hallo Muzel,
für das Gutachten des Arbeitsamtes war ein Internist beauftragt.

Für das Gutachten der Drv war ich bei einen Neurologen und Psychiater. Dieser hat eine neurologische Standarduntersuchung Gehirnstrommessung etc. durchgeführt.
Die Psyche ließ er im Grunde fast komplett außen vor. Er fragte nur welche Art von Therapie ich mache und ließ sich minutenlang darüber aus, dass ich meinen Antrag auf Rente nach zwei erfolglosen Rehas "nur" über den Sovd und nicht über einen Arzt gestellt habe und das meine Therapeutin damals aus fachlichen Gründen kein Gutachten für die Rente erstellt hat. So bliebe alle Arbeit an ihm hängen.:icon_neutral:
Insgesamt dauerte alles mit Pausen etwas über eine Stunde.
Das mit dem Landesamt ist ein guter Tipp. Danke
Gruß
momo59
 

momo59

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
11 Februar 2008
Beiträge
17
Bewertungen
0
Lies bitte das nochmal was Avalon geschrieben hat :icon_smile:

Ansonsten würde ich zusätzlich das Rentenverfahren versuchen zu beschleunigen.

Wenn Du magst, dann kannst Du Dir ja mal meine "Geschichte" durchlesen. Es gibt da einige Parallelen https://www.elo-forum.org/schwerbehinderte-gesundheit-rente/26550-nahtlosigkeitsregelung-sgb-iii-%A7-125-hartz-iv-grundsicherung-sgb-xii-kapitel.html
Dann kannst Du vielleicht nachvollziehen (muss alles nicht so kommen - KANN aber) Und das "KANN" gibt Dir hoffentlich die Möglichkeit nochmal gut zu lesen was Avalon geschrieben hat und dies evtl. zu berücksichtigen.

.
Hallo Muci,

besaß heute endlich genügend Konzentration und mein Kopf war frei genug, mich durch deine Geschichte zu lesen.
Ich verstehe was du und Avalon meinen und werde dies auf jeden Fall im Auge behalten.

Danke und ein schönes Wochenende

momo59
 

momo59

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
11 Februar 2008
Beiträge
17
Bewertungen
0
Hallo,

ich möchte euch allen einfach nochmals danke sagen. Mit euren Tipps habe ich es hin bekommen bis heute in AlG I zu bleiben :icon_smile:.

Es gab nie einen neuen Bescheid und ich habe die Finger weggelassen von einem Einspruch gegen das Gutachten.

Zurzeit habe ich nach meinem Umzug einfach auch einen fairen und anständigen Sachbearbeiter mit dessen dezenten Hinweisen ich auch noch die ein andere Hürde gut umschiffen konnte.

Die Klage zieht sich noch hin. Z.Z. sammelt das Gericht bei allen angegeben Ärzten und Therapeuten Stellungnahmen ein. Diesmal scheinen wirklich alle angehört zu werden. Bin mal gespannt wie das ganze endet.

MfG
Momo
 

gutis

Neu hier...
Mitglied seit
28 Januar 2011
Beiträge
3
Bewertungen
0
Hallo Muci,

ich schreibe dir im Bezug auf dein Kommentar: "Wenn Du mehr diesbezüglich wissen möchtest, so schreib mich einfach an. LG und alles Gute für Dich".

Kannst Du dir bitte mein Anliegen ansehen? Denn ich glaube/hoffe dass Du mir/uns ein paar Tipps geben kannst.
Thema:
Erwerbslosen Forum Deutschland (Forum) > Information > Schwerbehinderte / Gesundheit / Rente > ALG1 nach 6 Monaten ausgesetzt wegen verminderter&aufgehobener Leistungsfähigkeit
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Oben Unten