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Ärztliches Gutachten ALGI

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#1
Moin moin,

erst mal der Hintergrund meines Postings :

Anfang der 90er hatte ich im Rahmen meiner Berufsausbildung einen Arbeitsunfall der mir fast auf einem Auge das Augenlicht kostete. Nach 2 OP's und Lasertherapie beträgt die Sehkraft knapp 10%. Nur durch einsetzen einer künstlichen Linse und Verpflanzung einer neuen Hornhaut ist an der Sehkraft eine Besserung zu erreichen.wurde zu damaliger Zeit nicht gemacht da ich zu jung, in den Augen der Ärzte, war. Auf Grund dieser Sehbehinderung bin ich (lt. Gutachten der BG kurz nach den OP's) 20% erwerbsgemindert. Erwerbsminderungsrente wird gezahlt etc. Meine Berufsausbildung konnte ich auf Grund des Unfall's nicht beenden.
Eine Umschulung (sponsored by BG) zum Masseur /med. Bademeister Lympfdrainage- Ödemtherapeuten vollzog ich dann von Ende 93 bis Ende 96 (mit Erfolg), obwohl sich während der Umschulung bereits herausstellte das ich diesen Beruf auf Grund anderer körperlicher "Gebrechen" nicht ausüben kann. Es wurde vor Beginn der Umschulung keine ärztliche Untersuchung anberaumt die mich auf die körperliche/gesundheitliche Eignung für dieses Berufsbild "testet".
Direkt im Anschluss an die Umschulung begab ich mich erneut zum Arbeitsamt und stellte erneut einen Antrag auf Reha wegen Fehlintegration, welches zunächst aber nur belächelnd abgewertet wurde. In Eigeninitiative besorgte ich mir einen Umschulungsplatz, den ich ich in Absprache mit der ausführende Stelle zunächst auch besuchte. Das Arbeitsamt strich mir sofort jegliches Geld da ich ja nicht mehr vermittelbar bin (Vollzeitumschulung). Das Sozialamt weigerte sich ebenfalls mir Hilfe zum Lebensunterhalt zu leisten, da ich mich ja arbeitslos melden könnte. Mir blieb also nichts anderes übrig als nach der Schulzeit und am Wochenende an Tankstellen bzw in Discotheken arbeiten zu gehen um zu überleben. Dies spiegelte sich aber in schlechten Noten und ständiger Müdikeit (bis hin zum Einschlafen während des Unterrichts) wieder. Ich musste die Umschulung also abbrechen da ich das Ausbildungsziel so nicht erreichen konnte.
Ich sprach wieder beim Arbeitsamt vor und musste mir Schelte anhören wieso ich die Umschulung abgebrochen habe. Nach einigem Hin und Her wurde ein ärztliches Gutachten anberaumt, sogar ein Termin zum MRT. Das Gutachten selber welches beim ärztlichen Dienst des Arbeitsamtes statt fand, war der reinste Witz. Nur auf Grund des MRT's und der ärztlichen Unterlagen meiner behandelnder Ärzte war es zu danken das ich eine neue Umschulung der Reha des Arbeitsamtes bekommen habe. Das Gutachten sagte aus das ich so gut wie nichts mehr machen konnte : nicht lange stehen, nicht lange laufen, nicht mehr als 10kg tragen, keine gebückten oder knie'nden Tätigkeiten, nichts wo ich räumlich sehen muss (Gerüst zB), nichts wo es auf Genauigkeit ankommt (auf grund der Augen ist es kaum möglich genau zu Messen oder zB technische Zeichnungen anzufertigen), da ich nur ein schlechtes Farbsehvermögen habe wurde dies auch angegeben. Ich bekam also eine neue Umschulung vom Arbeitsamt zum Fachinformatiker. Nach knapp einem Jahr musste ich die Umschulung aber auf Eis legen da ich von meinem damaligen Wohnort weg zog (knapp 350km). das Arbeitsamt in meinem neuen Wohnort weigerte sich die Umschulung ohne erneutes Gutachten etc fortzuführen und signalisierte mir bereits das ich eh nicht mit der Fortführung der Umschulung rechnen brauch. Aus persönlichen Gründen zog ich einige Zeit später wieder zurück in meine Heimatstadt. Der erste Weg war natürlich wieder zur Reha-Abteilung des Arbeitsamtes, die mich auch weiterhin dann erst einmal betreuten. Da ich aber auf keinen grünen Zweig kam und mir ein Bekannter anbot bei ihm in der Firma zu arbeiten, zog ich in die Niederlande und ging dort, mehr schlecht als recht (gesundheitlich) arbeiten.
Nach knapp 5 Jahren wurde ich in den Niederlanden arbeitslos, beantragte beim Arbeitsamt (Deutschland) ALG I und verwies direkt auf meine Krankengeschichte. Da das Arbeitsamt (noch) nicht zuständig war (Arbeitsbescheinigungen brauchen ca 12Wochen bevor man sie aus den Niederlanden bekommt) verwies man mich an die ARGE. Die ARGE beraumte umgehend ein neues ärztliches Gutachten beim Gesundheitsamt an, da das "alte" schon zu lang her sei (degenerative Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen können sich ja positiv verändern :icon_neutral: ) Ich dachte das erste Gutachten war ein Witz aber was da dann auf mich zu kam macht der besten Sitcom konkurrenz :icon_klatsch: . Allein schon die Untersuchungsmethoden waren mehr als lächerlich, welches sich dann auch im Ergebnis des Gutachtens wiederspiegelten. Laut dem neuen Gutachten sei ich voll belastbar und könnte JEDE Tätigkeit uneingeschränkt ausüben mit einer Ausnahme: Ich solle nach Möglichkeit nichts tun wo ich zB in ein Mikroskop schauen muss. Mir muss die Tatsache entgangen sein das ein Selbstheilungsprozess von statten gegangen ist oder ich das Handauflegen eines Wunderheilers aus Indien nicht mitbekommen habe, denn ich leide komischerweise immer noch an den gleichen Symptomen (Alles Einbildung?). Also konnte (wollte?) man mir nicht wirklich weiter helfen und zog es wohl vor mich weiterhin ungeachtet meiner gesundheitlichen Verfassung kaputt arbeiten zu lassen.
Auf Grund einer sehr guten Freundin bin ich ca 1/2 jahr später darauf hin nach bayern gezogen. Erster Weg, natürlich das Arbeitsamt. Komischerweise stand bei denen im Computer weder das erste noch das zweite Gutachten. (wie ich gerade aus einem Telefonat mit dem ersten Arbeitsamt erfuhr schreddern die alle Unterlagen nach 10 Jahren, was das Fehlen dieses Gutachten erklärt aber wo ist das zweite?Gibt es doch Ausserirdische? :eek: )
Also veranlasste das Arbeitsamt ein neues Gutachten. Erstmalig musste ich einen Frageboge zuvor ausfüllen in dem ich meine Krankheitsgeschichte so wie meine derzeitigen Beschwerden dokumentieren sollte. Fleissig wie ich bin füllte ich die HALBE!! Din A4 Seite aus und reichte sie ein. knapp 4 Wochen später dann der Termin zur amtsärztlichen Untersuchung. Ein Laie hätte es nicht schlechter machen können. Ein wenig drücken hier, ein bisschen biegen da, ein paar Fragen beantworten, FERTIG.....knapp 30min incl an/ausziehen und Vorbesprechung. In der Menge der Zeit wurde dann sogar vergessen auf alle meine Beschwerden die ich so mühevoll auf dem Fragebogen aufgeführt hatte einzugehen. 2Wochen später: Erneuter Besuch (diesmal wegen einer anderen Angelegenheit) beim Arbeitsamt. Da ich noch nichts gehört hatte was das Gutachten ergeben hat klopfte ich mal still und heimlich bei meiner Fallmanagerin an und sprach sie darauf an. Welch Zufall, ausgerechnet an diesem Tage hat sie das Gutachten in ihrer Post gehabt. Also direkt mal reinschauen :

Keine wesentliche Einschränkung der Belastbarkeit aus orthopädischer Sicht.
-vollschichtig arbeiten
-gelegentlich schwer
-überwiegend sitzend,stehend,gehend
-Vermieden werden sollte lediglich : ständiges Heben/Tragen von schweren/schwersten Lasten sowie Tätigkeiten die ausschliesslich in Hocke oder auf Knien ausgeübt werden

Aus orthopädischer Sicht besteht keine signifikante Einschränkung der Belastbarkeit
Es kann sowohl die Tätigkeit des Masseurs (ich habe nach der Umschulng nicht eine Minute in diesem Beruf gearbeitet) ausgeübt werden sowie die zuletzt durchgeführte Tätigkeit als Lagerfachangestellter.Leistungseinschränkungen können auf Grund der klinischen Untersuchung nicht gesehen werden

Es wird zwar in einem Satz der Arbeitsunfall und der daraus resultierende Schaden erwähnd aber eher beiläufig und ohne auf etwaige Einschränkungen einzugehen was die Job-auswahl betrifft.

Ich muss erwähnen, das ich keine ärztlichen Unterlagen beifügen konnte (Röntgenbilder/MRT/Befunde etc) da ich schon seit langem nicht mehr beim Arzt gewesen bin und von daher keine Unterlagen mehr vorhanden sind. Ich hatte es vorgezogen arbeiten zu gehen (auch wenn es sehr oft fast auf allen vieren war) statt zum Arzt zu rennen und faul zu Hause rumzuliegen. Auf grund meiner Ausbildung bin ich durchaus dazu in der Lage qualifizierte Eigentherapien durchzuführen, welche den Bewegungsapparat betreffen.

Was nun, sprach Zeus ......
Hat jemand eine Idee wie ich mich gegen solche Machenschaften und unqualifizierten Methoden wehren kann? Ich habe keine Lust in ein paar Jahren mich gar nicht mehr bewegen zu können und dies nur weil die fähigen Amtsärzte der Meinung sind ich sei gross,breitschultrig und kräftig, könnte also jede tätigkeit ausüben
 
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