ärztlicher dienst - wie weit geht die mitwirkungspflicht? (1 Betrachter)

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Piccolo

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gestern war eine langjährige bekannte von mir beim ärztlichen dienst. dort hat sie ein fiasko erlebt und nun droht wohl eine sanktion. ob die rechtens bzw was nun zu tun ist wäre also meine fragestellung. die ganze sache ist in gewisser hinsicht etwas delikat.

hier nun die einzelheiten: meine bekannte wurde zur abklärung der erwerbsfähigkeit zu einem der ba-ärzte geschickt. termin war am vergangenen montagsvormittag. dort wurde sie nach einem kurzen gespräch mit dem arzt gebeten sich bis auf die Unterwäsche auszuziehen was meine bekannte auch tat.
nun muss man dazu wissen dass sie erheblich vollschlank ist und aus diesem grunde nur sogenannte formbodys oder korseletts trägt. der arzt meinte zu ihr so könne er sie nicht untersuchen und das hätte sie wissen müssen. meine bekannte war natürlich auch nicht bereit sich noch weiter zu entkleiden da sie das als würdelos ansehen würde.
ausserdem habe sie keine andere unterwäsche als diese art und extra 'untersuchungsfreundliche' wäsche zu kaufen könne sie sich nicht leisten. daraufhin sagte der arzt er würde deswegen nun ein gutachten nach aktenlage schreiben müssen weil er ja zu so gut wie keinen untersuchungsergebnissen gekommen sei und das meine bekannte wohl mangels mitwirkung eine sanktion zu erwarten habe. jedenfalls würde er das so der sb mitteilen, also die mangelnde mitwirkung.

die frage dazu wäre: ist das tatsächlich mangelnde mitwirkung? hätte man als arzt nicht andere möglichkeiten finden müssen um vielleicht zu etwas eingeschränkteren untersuchungsergebnissen zu kommen? zb durch abhören durch die wäsche hindurch, ebenso das abtasten der bauchorgane?
so lächerlich wie das klingt aber kann man wegen falscher unterwäsche sanktioniert werden oder weil man sich nicht völlig entblössen möchte?
Im raum war übrigens noch eine weibliche schreibkraft die alle angaben des arztes mitschrieb.

meine bekannte ist ziemlich verstört; ihr ist das alles nur peinlich.
dabei wäre auch die persönliche untersuchung so wichtig für sie gewesen.
manche einschränkungen kommen erst richtig zu geltung wenn man sie in augenschein nimmt und nicht durch die akten.
im übrigen hätte sie sich auch nicht weit ausgezogen wenn dort eine ärztin gewesen wäre. sie hat generell damit probleme.
was kann man tun? Ich wüsste nämlich auch nicht was jetzt auf sie zukommt.
 

hartaber4

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SGB II ? Also auf Veranlassung des JC ?

Immer Grundsatz der Erforderlichkeit......

Dazu müsste man mehr zum Krankheitsbild wissen.....

Beispiel:

Eine Röntgenbefunderhebung wäre wohl bei einer psychischen Erkrankung wohl kaum erforderlich.

Anmerk:

Bei ordnungsgemäßer Einladung und Rechtsfolgenbelehrung

Nicht hinzugehen ohne wichtigen Grund = 10 % Sanktion

Verweigern der erforderlichen Mitwirkung während der Untersuchung = Versagung möglich
 

Anna B.

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Hallo,

m.E. kommt es hier auf die Erkrankung an..

wenn sie schwere Knieprobleme hat, dann braucht er die Bauchorgane nicht abtasten...
das gleiche mit Ellbogen oder HWS...

was anderes wäre ggf. LWS oder BWS....

bei Asthma auch, da reicht abhören..



ein Arzt hätte hier m.E. anders reagieren müssen....aber warum wird ein Mediziner Gutachter bei Afa oder Gesundheitsamt oder MDK?..
die frage kann sich jeder selber beantworten..
 
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Finde ich komisch,war doch schließlich ein Arzt :confused: und wie du schreibst wichtig für Sie

Was macht deine Bekannte beim Frauenarzt :confused:
 

Piccolo

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danke für eure meinungen.

hartaber4, ja das war das jobcenter dass das gutachten benötigt.
meine bekannte hat verschiedene gesundheitliche probleme die einzeln betrachtet alle nicht dramatisch sind aber durch die gesamtheit erhebliche probleme bereiten.
da sind ebenfalls Knieprobleme dabei wie sie anna b. ansprach, aber auch andere dinge. eine gründliche untersuchung müsste schon gemacht werden damit man die einzelnen schweregrade als arzt erfasst. so jedenfalls meine auffassung.

harte sau, wie ich schon schrieb: meine bekannte ist recht vollschlank, bmi über 34. wieviel drüber sagt sie nicht. ihr hausarzt findet immer mittel und wege dass sie nicht ganz entblösst dasteht. so gibt es dort auch nach klinik-vorbild untersuchungskittel die manche peinlichkeit ersparen.
ob sie zum frauenarzt geht weiss ich nicht. aber ich könnte mir denken dass sie das mit jetzt fast 60 jahren nicht mehr tut.
 

Anna B.

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Hallo,

naja, auch mit fast 60 Jahren sollte man noch zum Gynäkologen gehen...allein auch schon wegen der Krebsvorsorge...

wie macht sie das beim Mammographie-Screnning? da muss sie sich ja auch obenrum freimachen....

wenn es sich um eine gynäkologische Erkrankung handelt, dann hätte ich auch Bedenken gehabt, bei einem Feld-Wald - und Wiesen-Afa-Gutachter..
 
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