Ärztlicher Dienst von unter 3 Stunden nun über 6 Stunden

Besucher und registrierte Nutzer in diesem Thema...

Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...

IV-Factor

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
7 Januar 2019
Beiträge
30
Bewertungen
49
Hallo liebe Community.

Meine Lebensgefährtin und ich leben in einer Bedarfsgemeinschaft. Sie leidet unter einer etwas selteneren, chronischen und beidseitigen Kniegelenkserkrankung die dauerhaft Schmerzen verursacht und die Kniegelenke sehr unstabil macht.

Vor etwas über einem halben Jahr wurde sie zum ersten Mal zum Ärztlichen Dienst geschickt und es wurde ein Leistungsbild mit täglich weniger als 3 Stunden festgestellt.
Zu diesem Zeitpunkt war es noch nicht ganz klar ob eine Operation oder Therapie Erfolg haben könnte.

Seit etwa 3-4 Monaten wissen wir nun dass es keine echte Möglichkeit auf Besserung gibt. Wir haben mit 4 verschiedenen Ärzten gesprochen. Zwei von den Ärzten würden vielleicht eine Operation durchführen, diese Operationen würden aber lediglich die Knie stabilisieren nicht aber die Symptome lindern oder zu einer Heilung führen. Die anderen beiden Ärzte befürchten, dass es zu einer „Verschlimmbesserung“ kommen könnte.
Somit ist eine Operation fürs erste Ausgeschlossen. Reha Therapien für diesen Fall gibt es nicht.

Nun war Ende Januar der zweite Termin beim Ärztlichen Dienst und sie hat nun schon mal Teil B des Gutachtens von ihrem SB bekommen. Dieser ergibt nun plötzlich ein Leistungsbild von vollschichtig täglich 6 Stunden oder mehr (Wunderheilung?).

Im groben habe ich in etwa eine Vorstellung davon was wohl als nächstes zu tun wäre. Im Optimal Fall wohl erst mal eine dauerhafte AU. Ihr Facharzt verhält sich im Bezug auf die AU allerdings etwas zurückhaltend. Ich vermute das es einfach daran liegt das sie Erwerbslos und ohne abgeschlossene Berufsausbildung ist. Er sagt dass die Tätigkeit für die AU Begründung notwendig wäre.

Warum fällt das zweite Gutachten plötzlich so anders aus?

An der Situation hat sich nichts verbessert. Im Gegenteil sogar, es gibt medizinisch keine Heilungschancen.

Habt ihr ein paar Ratschläge für uns? Erfahrungen etc.?

Was könnten wir tun? Ich halte es für unrealistisch das sie 6 Stunden oder mehr durchhalten könnte. Der Alltag ist durch die Erkrankung schon deutlich eingeschränkt.
 

verona

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
30 Mai 2008
Beiträge
2.604
Bewertungen
889
Erstnal ist eine Tätigkeit keineswegs notwendig für eine AU.
Ausschlaggebend ist auch, was der Facharzt in den letzten Behandlungen diagnostizierte. Wenn ihr das nicht wisst, Arzt ansprechen, Befund geben lassen. Ggf. Akteneinsicht fordern.
Das JC darf nicht mehr bekommen, als die Info wie lange sie arbeiten kann und was sie ausüben kann bzw. nicht. Weiteres wird denen in der regel vom ÄD nicht übermittelt.
Dagegen angehen dürfte schwierig sein. Erst wenn die SB Vermittlungsvorschläge macht, kann denen widersprechen werden.

Es ist nicht auszuschliessen, dass dieser Arzt Vorurteile gegenüber erwerbslosen hat. Wäre nicht der einzige.
 

IV-Factor

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
7 Januar 2019
Beiträge
30
Bewertungen
49
Danke für die Antwort.
Ausschlaggebend ist auch, was der Facharzt in den letzten Behandlungen diagnostizierte. Wenn ihr das nicht wisst, Arzt ansprechen, Befund geben lassen.
Die Diagnose kennen wir aber scheinbar hat der Ärztliche Dienst kein Gebrauch von unserer Schweigepflichtsentbindung gemacht. Zumindest war es beim ersten Gutachten so, da wir den Facharzt explizit danach fragten. Die Schweigepflichtsentbindung stammte aus einer Vorlage hier aus dem Forum.
Zudem haben wir noch weitere Unterlagen zum Termin mitgebracht. Röntgenbilder usw.
Das JC darf nicht mehr bekommen, als die Info wie lange sie arbeiten kann und was sie ausüben kann bzw. nicht. Weiteres wird denen in der regel vom ÄD nicht übermittelt.
Interessanterweise steht in Teil B mehr als nur die Stunden. Darin sind einige Hinweise für die Besserung der Beschwerden, was natürlich irgendwie nutzlos erscheint da der Ärztliche Dienst keine "echte" Diagnose erstellt hat und natürlich auch nicht der behandelnde Arzt ist. Gefragt wurde bei dem Termin zb. nach ihren Hobbys.
 

verona

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
30 Mai 2008
Beiträge
2.604
Bewertungen
889
Das wollte ich damit sagen, dass das JC nicht mehr bekommen darf. Die Unterlagen des MD´s kann man einsehen.
Woher nehmen die denn die Info, dass eine Besserung eingetreten ist?
 

IV-Factor

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
7 Januar 2019
Beiträge
30
Bewertungen
49
Danke für eure Antworten.
Hast du den Teil "A" von den beiden Gutachten, damit du erst mal weisst was denn überhaupt begutachtet/berücksichtigt wurde?
Noch nicht, Teil A steht aber als nächstes auf der to-do Liste. Das zweite Gutachten ist ganz frisch. Das erste Gutachten war für uns nachvollziehbar von daher gab es da erst mal nichts zu beanstanden. In der Zeit nach dem ersten Gutachten waren wir auch erst mal noch damit beschäftigt die Heilungsaussichten zu klären.

Vor dem zweiten Gutachten war diese Frage geklärt, eben damit das es nichts Aussichtsreiches gibt was man tun könnte.

Mit Nachhaken konnte ich über die Team Leitung und dem Ärztlichen Dienst selbst schon mal herausfinden, wo das Archiv ist in dem sich das Gutachten befindet und wo ich den Antrag auf Einsicht stellen muss.
Kurze Frage dazu da ich sie mir noch nicht selbst beantworten konnte:

Kann ich den Antrag auf Einsicht Formlos stellen? Oder gibt es da etwas Genaueres zu beachten?

Woher nehmen die denn die Info, dass eine Besserung eingetreten ist?
Du meinst woher der Ärztliche Dienst diese Info hernimmt? Gute Frage…keine Ahnung...
 

IV-Factor

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
7 Januar 2019
Beiträge
30
Bewertungen
49
Danke für deine Antwort.
Wenn du weisst wo der äD der AfA ist, kannst du einfach hingehen und mit deinem Personalausweis dir Teil A und B aushändigen lassen. Oder du schickst formlos einen Brief, mit einer Kopie des Persos, hin in dem du um beide Gutachten (jeweils Teil A und B) bittest.
Wir wollten das Gutachten vor Ort einsehen aber uns wurde mitgeteilt dass es nur im Archiv möglich wäre. Das Archiv ist in einem anderen Jobcenter der Stadt. Den Antrag allerdings solle ich bei unserem Jobcenter stellen oder dem SB geben. Na klar, als ob ich das dem SB geben würde….

Wir sind hier in einer Optionskommune. So wie ich das verstehe versuchen die ja gerne mal ihre eigenen Regeln zu machen.
 
E

ExitUser

Gast
Wir wollten das Gutachten vor Ort einsehen aber uns wurde mitgeteilt dass es nur im Archiv möglich wäre.
Du hast sogar ein Anrecht darauf es auch zu bekommen, nicht nur einzusehen. Und einen "Antrag" dafür musst du nicht stellen, es ist dein Recht und dafür muss man keine Anträge stellen. Einen Quatsch erzählen die manchmal.......

Wir sind hier in einer Optionskommune. So wie ich das verstehe versuchen die ja gerne mal ihre eigenen Regeln zu machen.
Das versuchen sie generell, nur nicht abwimmeln lassen
 

IV-Factor

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
7 Januar 2019
Beiträge
30
Bewertungen
49
Danke für deine Antwort.
Du hast sogar ein Anrecht darauf es auch zu bekommen, nicht nur einzusehen.
Könnte man auch einfach zum Archiv marschieren und eine Kopie fordern?
Der Teamleiter versuchte mir weiszumachen das ich einen Termin dafür bekommen würde.

Einen Quatsch erzählen die manchmal.......
Ja, wäre nichts neues. Musste auch schon einiges mitmachen.
 
E

ExitUser

Gast
Könnte man auch einfach zum Archiv marschieren und eine Kopie fordern?
Ich hab keine Ahnung was die mit Archiv meinen?! Ich bin damals direkt zum äD - ohne Termin - welcher bei mir in einer anderen Stadt ist und habe mir das (unter Vorlage Perso) aushändigen lassen. Versuch doch einfach mal die Telefonnummer vom äD raus zu bekommen und frag mal nach wie die das machen.
 

IV-Factor

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
7 Januar 2019
Beiträge
30
Bewertungen
49
Ich hab keine Ahnung was die mit Archiv meinen?!
Ich hab die Info mit dem Archiv vom Ärztlichen Dienst selbst.

Wir wollten es bei der Untersuchungsstelle des Ärztlichen Diensts vor Ort einsehen. Wir haben gefragt wann das Gutachten fertiggestellt sei und wann wir Teil A und Teil B sehen können. Darauf kam die Antwort das es hier vor Ort nicht möglich sei, sondern nur im Archiv. Die Sekretärin würde es dort hinbringen und dort kann es eingesehen werden.
 

IV-Factor

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
7 Januar 2019
Beiträge
30
Bewertungen
49
Dann würde ich nicht lange fackeln und es direkt beim äD schriftlich anfordern. Kopie vom Perso dazu und ab, direkt an den äD.
Alles klar! Vielen Dank für den Tipp. Gibt es noch irgendwas das ich beachten sollte? Fristsetzung etc.? Irgendwas?
Ich muss sowas zum ersten Mal machen und will es nicht verbocken.

Gibt es vielleicht noch irgendeinen guten Link zu dem Thema?

Würde mich natürlich auch über weitere Tipps und Ratschläge freuen. Gerne jede Kleinigkeit die euch dazu einfällt, sei sie auch noch so unscheinbar. Alles hilft…
 

IV-Factor

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
7 Januar 2019
Beiträge
30
Bewertungen
49
Ja ;) Sofern im Zuge der Begutachtung durch den äD auch Schweigepflichtentbindungen ohne zeitliche Einschränkungen für Arzt/Ärzte unterschrieben wurden, diese auf jeden Fall auch gleich widerrufen.
Den Teil habe ich schon im Voraus bedacht. Wir haben eine eigene, zeitlich begrenzte eingereicht.
Allerdings wurde davon wohl gar kein Gebrauch gemacht. Zumindest war es beim ersten Gutachten so. Jetzt beim zweiten wahrscheinlich auch nicht.
 

Doppeloma

Super-Moderation
Mitglied seit
30 November 2009
Beiträge
11.440
Bewertungen
15.183
Hallo IV-Factor,

Den Teil habe ich schon im Voraus bedacht. Wir haben eine eigene, zeitlich begrenzte eingereicht.
Allerdings wurde davon wohl gar kein Gebrauch gemacht. Zumindest war es beim ersten Gutachten so. Jetzt beim zweiten wahrscheinlich auch nicht.

Ob was angefordert wurde sollten euch ja zumindest die befreiten Ärzte mitteilen können, ansonsten KANN das nur im Teil A stehen denn solche Informationen gehen den SB nichts an, übrigens auch keine Behandlungs-Empfehlungen, das würde ich mal dem Datenschutz zukommen lassen.
Schick die Anforderung vom Gutachten Teil A bitte unbedingt per "Übergabe-Einschreiben" ... normale Briefe dazu werden sehr gerne einfach ignoriert ... und nach § 25 SGB X besteht ein Anspruch auf eine Kopie solcher Unterlagen (auch bei persönlicher "Einsichtnahme").

Insgesamt sollte deine Partnerin unbedingt durchgehend AU geschrieben sein, völlig EGAL was der ÄD da so begutachtet (ohne sie je gesehen zu haben vermutlich ?), das wird jeder vernünftige Hausarzt machen wenn es erforderlich ist, auch Ungelernte sind Arbeits-UNFÄHIG wenn sie zu krank zum Arbeiten sind.

Diese ÄD-Entscheidungen haben für die Außenwelt nämlich KEINE Bedeutung, ohne AU-Bescheinigung (die auch bei der KK abgegeben wird) ist sie offiziell als "gesund" anzusehen, also kann sie jetzt auch in Arbeit vermittelt werden wenn sogar der ÄD entschieden hat, dass ihre gesundheitlichen Probleme behoben sein sollen.

Davor KANN sie NUR eine echte AU-Bescheinigung vom ambulanten Arzt bewahren und sie sollte mal darüber nachdenken einen Antrag auf EM-Rente zu stellen, sofern sie darauf Anspruch haben könnte, wenn eine Erwerbsfähigkeit eher nicht mehr zu erwarten ist.
Dafür ist es auch sehr wichtig lange Krankheitszeiten auch über AU-Bescheinigungen (bei der KK registriert) nachweisen zu können ... die "Gutachten" vom JC-ÄD beeindrucken die DRV da nicht sonderlich, die wissen auch auf welche Weise die in der Regel zustande gekommen sind.

Der JC-ÄD darf sie nur für bis zu 6 Monate aus der Vermittlung nehmen (das ist also keine echte AU) und das wird der Grund sein warum sie jetzt lt. ÄD gesund sein soll.
Wer auf lange Sicht UNTER 3 Stunden am allgemeinen Arbeitsmarkt "begutachtet" wird kann an das Sozial-AMT abgeschoben werden ... zumindest kann dann ein Antrag auf EM-Rente verlangt werden weil die Erwerbsfähigkeit stark angezweifelt wird.

ALGII gibt es NUR für Arbeitslose die (wenigstens theoretisch) noch 3 Stunden arbeiten könnten ...
Zur echten Erwerbsminderung (ALLES UNTER 3 Stunden täglich für deutlich länger als 6 Monate) hätte aber rechtsverbindlich NUR die Rentenkasse zu entscheiden.

MfG Doppeloma
 

IV-Factor

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
7 Januar 2019
Beiträge
30
Bewertungen
49
Vielen Dank für deine Antwort Doppeloma.
Ob was angefordert wurde sollten euch ja zumindest die befreiten Ärzte mitteilen können
Ja, daher wissen wir das zumindest beim ersten Gutachten nichts angefordert wurde.
übrigens auch keine Behandlungs-Empfehlungen, das würde ich mal dem Datenschutz zukommen lassen.
Da sollte ich definitiv mal nachhaken. Es stehen dort nämlich tatsächlich Empfehlungen. SB hat auch sofort darauf reagiert und wollte eine "passende" Maßnahme aufdrücken.
Muss mich mit diesem Thema dann wohl als nächstes befassen. Wenn jemand ein paar Tipps dazu hat würde mich das freuen.
das wird jeder vernünftige Hausarzt machen wenn es erforderlich ist
Ich hoffe es.
sie sollte mal darüber nachdenken einen Antrag auf EM-Rente zu stellen
Dafür fehlen leider die Pflichtbeiträge.
 

IV-Factor

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
7 Januar 2019
Beiträge
30
Bewertungen
49
Hallo.

Möchte noch einmal kurz was zu dem Thema sagen, einfach um die Erfahrung zu teilen.

Teil A und B kamen nun recht zügig an und lösen irgendwas zwischen Kopfschütteln und Wut aus.

In dem Gutachten wird das eigentliche Problem ignoriert. Vielmehr Interessiert man sich wohl für das Verhalten des ELO in diesen 5 Minuten die man dort sitzt.
Darin steht wie der ELO sich angeblich beim Termin Verhalten hätte.
Man Interessierte sich hier wohl auch dafür das ein Beistand anwesend war der das Gespräch angeblich störte.

Die mitgebrachten Röntgenbilder werden als „eigenausgefüllte Blätter“ bezeichnet.

Die selbstverfasste Schweigepflichtsentbindung wird auch erwähnt. Ich denke man interpretiert diese als unkooperativ.
Befunde vom Facharzt wurden auch dieses Mal nicht angefordert.

Ein Hammer ist auch: Auf Körperliche Untersuchung wurde im gegenseitigen Einvernehmen Verzichtet. Dabei wurde diese Frage niemals gestellt.

Die schreiben das Ding so wie es ihnen gerade passt. Ich bin überzeugt davon das dieses Gutachten nur zu weiteren Einschüchterungszwecken dienen soll.

Danke noch mal an das Forum. Dank euch habe ich den KORREKTEN Weg gefunden das Gutachten anzufordern und nicht den Weg den das Mobcenter mir weiß machen wollte.
 
Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
Oben Unten