Ärztlicher Dienst - seltsamer Ablauf und nun Fragen dazu

Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...

Yuna

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
21 November 2010
Beiträge
368
Bewertungen
25
Hallo liebe Leut'!

Mein Partner hatte heut den nächsten Termin bei äD.
Es ging gleich damit los, dass man ihn quasi über seinen Lebenslauf ausfragte, was natürlich im Grunde nichts mit den Kopfschmerzen zu tun hat, die ihn immer noch lahm legen.
Im Nachhinein ärgere ich mich etwas über den Ablauf, da schnell versucht wurde, alles auf die depressive 'Psychen-Schiene' zu schieben.
Dass ähnliche Symptome aufgrund der besonderen Kopfschmerzen auftreten, wissen & merken wir, aber die Ärztin (die den Beistand fast ablehnen wollte) war überzeugt, dass man da am besten gleich stationär aufgenommen werden sollte :icon_eek: Und dies wolle sie auch im Gutachten festhalten, meinte sie.

Meine (ersten) Fragen sind nun:
  • Gehört soetwas in das Gutachten?
  • Die Ärztin möchte das Gutachten an den 'Haus-Neurologen' weiterleiten - darf Sie das einfach so?
 

Yuna

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
21 November 2010
Beiträge
368
Bewertungen
25
Danke dir, da habe ich mich die letzten Tage zur Vorbereitung schon durchgewühlt,
und auch beim erneuten durchforsten keine genauen Antworten auf meine Fragen gefunden. Leider!

Sonst würde ich nicht nochmal nachhaken :icon_wink:
 

Muzel

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
15 Dezember 2008
Beiträge
12.764
Bewertungen
2.030
Eine stationäre Therapie stellt eine Freiheitsberaubung dar und dazu müssen Rechtfetigungsgründe gegen den Freireiseeingriff vorliegen.
 

ShowCenterFulda

Elo-User*in
Mitglied seit
27 Juli 2013
Beiträge
220
Bewertungen
102
Sonst würde ich nicht nochmal nachhaken :icon_wink:

Unbedingt nachhaken! Wenn es so gelaufen ist, wie Du beschreibst, wollen die wahrscheinlich wieder einmal den Elo aus dem Leistungsbezug drängen und in die Erwerbsunfähigkeitsrente pressen. Dazu erfinden sich die FM einfach irgendwas - ist immer die gleiche Masche.

Die müssen Deinen Partner ja aus einem bestimmten Grund eingeladen haben (z.B. "Feststellung der Leistungsfähigkeit"). Meistens wird unter einem harmlos klingenden Vorwand zum ÄD gelockt.

Aber: Die FM lügen sich hinterrücks was zusammen und "präsentieren" dem Amtsarzt einen ganz anderen Untersuchungsgrund, von dem der Betroffene gar nichts weiß (O-Ton): "Herr/Frau abc wirkt im Gespräch motivationslos blablabla... Damit begründen die FM die Zielfragen und unterstellen: Dies könnte auf eine psychologische Krankheit hindeuten usw."

Erstens dürfen die FM dem Elo nicht irgendwas andichten. Zweitens dürfen sie keine med. Einschätzung abgeben mangels Kompetenz. Drittens dürfen sie nicht dem Amtsarzt unerlaubt vorgreifen, indem sie diesem sozusagen die "gewünschte Diagnose" in den Mund legen.

1. Akteneinsicht verlangen
2. Dokumente vergleichen hinsichtlich des Untersuchungsgrundes

Gut möglich, dass in der "Beauftragung" des ÄD seitens des FM was drinsteht, wovon ihr noch gar nix wisst.
 

Anna B.

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
5 Juli 2011
Beiträge
7.799
Bewertungen
5.420
wenn ihr euch gegen eine psychiatrische Begutachtung und Einweisung wehren wollt, dann legt eine Patientenverfügung an...

PatVerfü | Die schlaue Patientenverfügung

nicht erschrecken, Nina Hagen ist Schirmfrau, aber informativ ist die ganze Seite...ich habe mir das bereits ausgedruckt und ausgefüllt und unterschrieben...

so kann mir keiner mehr damit kommen, dass ich mich psych. untersuchen lassen muß...ich kann ablehnen..und habe ein Recht auf Ablehnung...
 

Yuna

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
21 November 2010
Beiträge
368
Bewertungen
25
Vielen Dnk euch schonmal! :icon_daumen:

Hmm, ja, sowas habe ich mir schon gedacht. Das wird ja immer besser mit dem Verein....
Eingeladen wurde er, um erneut die Erwerbsfähigkeit festzustellen. Ein Gutachten von vor 2 Jahren ergab schoneinmal 6 Monate Erwerbsunfähigkeit.

Stationär - soweit ist es 'ein Glück' nicht. Und dass er nicht muss, ist uns bewusst. Davon lassen wir uns nicht stressen.

Wie sieht es mit der Weitergabe des Gutachtens an seinen Neurologen aus? Weiß das jemand?
Nicht, dass wir nicht wollen, dass der Neurologe das Gutachten bekommt, es geht mir um's Prinzip.
Bei der Erkrankung meines Partners ist es nicht zwingend notwendig, monatlich beim Neurologen aufzutauchen und wenn der nun plötzlich was von schweren Depressionen etc. liest ???
 

Muzel

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
15 Dezember 2008
Beiträge
12.764
Bewertungen
2.030
Die Weitergabe von Infos von einem Arzt zum anderen geht nur mit einer Schweigepflichtentbindung. Nur im KH wird die Einverständniserklärung fingiert. Du gehst beispielsweise in ein Krankenhaus und der Chirurg hat Zweifel an deiner Op-Fähigkeit. Dann kann er einen Internisten mit einer Untersuchung beauftragen, ohne dich zu fragen. Du hast also quasi mit deiner Einwilligung zur Op auch die dazu notwendigen Voruntersuchungen durch andere Ärzt mit unterschrieben.
Wenn man aber zum ärztlichen Dienst geht, geht man da nicht freiwillig hin und da muss der Arzt schon fragen, ob man mit einer Untersuchung durch einen anderen Facharzt einverstanden ist.
 

Yuna

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
21 November 2010
Beiträge
368
Bewertungen
25
Wenn man aber zum ärztlichen Dienst geht, geht man da nicht freiwillig hin und da muss der Arzt schon fragen, ob man mit einer Untersuchung durch einen anderen Facharzt einverstanden ist.

Will heißen, dass der äD dieses Gutachten nicht einfach an den 'Haus-Neurologen' übersenden darf? :icon_redface: :icon_kinn:
 

ShowCenterFulda

Elo-User*in
Mitglied seit
27 Juli 2013
Beiträge
220
Bewertungen
102
Will heißen, dass der äD dieses Gutachten nicht einfach an den 'Haus-Neurologen' übersenden darf? :icon_redface: :icon_kinn:

Wozu auch? Der sog. "Haus-Neurologe" hat doch gar nix damit zu tun. Der hat doch nicht dahin überwiesen und demzufolge steht ihm auch kein Bericht zu. Dazu müsste der ÄD von der Schweigepflicht entbunden werden.

In diesem threats ist beschrieben, wie der Ablauf in puncto Schweigepflicht zu sein hätte:

link: https://www.elo-forum.org/alg-ii/114489-entbindung-schweigepflicht-sb.html#post1465275

link: https://www.elo-forum.org/schwerbehinderte-gesundheit-rente/113992-25-kg-schein-arzt-bekommen.html

link: https://www.elo-forum.org/50/114173-medizinischer-dienst.html#post1464425
 

Yuna

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
21 November 2010
Beiträge
368
Bewertungen
25
Ja, der Meinung bin ich ja auch!

Wie kann ich das denn unterbinden?
Eine Schweigepflichtentbindung haben wir nicht unterschrieben!

Oder ist es jetzt womöglich schon zu spät?
 
H

hass4

Gast
was ist daran verwerflich, jemanden der erkrankt ist nach seinem lebenslauf oder beruflichen laufbahn zu befragen?
ein bekannter von mir hatte ein nervenleiden und nach dem er offen legte was er die letzten 20 jahre beruflich gemacht hatte stellte sich raus dass er wegen der arbeiten mit verdünnugsmittel (CLOU!!) die er ungeschützt eingeatmet hatte erkrankt ist. in dem betrieb wo er gearbeitet hatte wurde enorm gegen sicherheitsvorschriften verstoßen.

das zeug hatte sogar schon die venen und adern angegriffen. im krankenhaus ist er später sogar ins koma gefallen.
wie er da lag ist ihm die halsschlagader geplatzt und er ist auf der intensivstation an seinem blut erstickt!!

der arzt der das festgestellt hatte musste ihn auch an einen anderen arzt überweisen, mit verdacht auf etc.

wenn er jetzt gar nichts unternommen hätte, wäre das wohl unterlassene hilfeleistung gewesen.

dann geht doch zum hausarzt wenn es so schlimm ist und ihr euch vom ä.D. nicht verstanden fühlt!
 

ShowCenterFulda

Elo-User*in
Mitglied seit
27 Juli 2013
Beiträge
220
Bewertungen
102
Eine Schweigepflichtentbindung haben wir nicht unterschrieben! Oder ist es jetzt womöglich schon zu spät?

Schon möglich, erstmal nachhaken, ob etwas weitergegeben wurde. Am besten persönlich auflaufen und Auskunft verlangen. Denen ein Schriftstück geben, mit dem Du darauf bestehst, dass sie an die Schweigepflicht gebunden sind und dass Du die Datenweitergabe an Dritte ohne Schweigepflichtentbindung ausdrücklich untersagst (hier: Hausneurologe). Sollten bereits Daten unzulässigerweise weitergegeben worden sein, so könnte dieser Verstoß u.U. sogar strafrechtlich geahndet werden.
 

Muzel

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
15 Dezember 2008
Beiträge
12.764
Bewertungen
2.030
Der Amtsarzt darf schon dem HA bzw dem Neurologen Infos schicken. Du musst ihn nur von seiner Schweigepflicht entbunden haben. Ich würde das niemals tun, weil ich immer erst die Befunde die weitergeleitet werden sollen, lesen wollte.
 

Yuna

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
21 November 2010
Beiträge
368
Bewertungen
25
was ist daran verwerflich, jemanden der erkrankt ist nach seinem lebenslauf oder beruflichen laufbahn zu befragen?

Nichts daran ist verwerflich - eigentlich!
Bei der Ärztin hatte man allerdings von Anfang an gemerkt, dass da irgendwas komisch läuft, das kennt jeder das Gefühl, oder?!
Sie hat gezielt nach der Psyche und alles, was damit zusammenhängt gefragt. Die eigentliche Erkrankung kam später und dann auch nur kurz zu sprechen!!
Zumal es nicht die erste Untersuchung bei äD war und ihr das vorherige Gutachten natürlich vorlag.


Einfach nochmal auflaufen - hmm, sind schon ein paar Kilometer.
Wie gesagt, eine Schweigepflichtentbindung wurde nicht unterschrieben!

Dann werden wir wohl beim Neurologen nachhaken.
Wenn dieser wirklich etwas erhalten hat, könnten wir gegen den äD vorgehen, ja??
 
Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
Oben Unten