Ärztin, die gleichzeitig Therapeutin und Sachverständige ist? (Parteilichkeit) (1 Betrachter)

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Jackey

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Hallo,

meine Hausärztin hat mir eine Fachärztin und Therapeutin empfohlen, deren Internetseite an sich einen guten Eindruck auf mich macht. Allerdings steht da auch, dass sie vom Sozialgericht als Sachverständige im Klageverfahren um Rente, etc. beauftragt werden kann.

Nun bin ich unsicher, ob das gut ist, zu so jemanden zu gehen. Auf welcher Seite steht sie dann? Auf die der Patienten?...oder trennt sie das, je nachdem, ob sie jetzt als Ärztin/Therapeutin oder als Sachverständige arbeitet?

Ich bin grade unsicher und wollte ein paar Meinungen hören. Die Seite gefällt mir ansonsten gut.

Danke für Antworten.
 

AsbachUralt

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Viele Ärzte sind auch als Gutachter tätig. Solange sie das nicht für eigene Patienten sind, ist dagegen nichts einzuwenden.
 

motherati

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Hallo AsbachU,

ich bin Ehrenamtliche Richterin im Sozialgericht. Meiner Meinung nach könnte es sogar von Vorteil sein, dass sie Therapeutin und Sachverständige ist, denn sie kann die Situation besonders gut einschätzen und dir manchen Tipp geben. Je besser sie ihren Patienten kennt, umso eher kann sie ein Gutachten, was oft ja nur nach Aktenlage erstellt wird, mit "realen" Angaben komplettieren. Ich würde da auf die Empfehlung der Hausärztin setzen.

Toi, toi, toi.
 
E

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Gast
Viele Ärzte sind auch als Gutachter tätig. Solange sie das nicht für eigene Patienten sind, ist dagegen nichts einzuwenden.
Wie meinst Du das?

Ich sehe es in meinem Fall z.B als gut an.
Mein Lungenfacharzt ist Gutachter für Berufsgenossenschaften.
Durch ihn ist meine Lungenkrankheit als Berufskrankheit anerkannt worden.

Ärzte die als Gutachter tätig sind, müssen also nicht gleich pro Auftraggeber sein.
 

Doppeloma

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Hallo Jackey,

meine Hausärztin hat mir eine Fachärztin und Therapeutin empfohlen, deren Internetseite an sich einen guten Eindruck auf mich macht. Allerdings steht da auch, dass sie vom Sozialgericht als Sachverständige im Klageverfahren um Rente, etc. beauftragt werden kann.
Kann mich den Vorschreibern nur anschließen, welche Ärzte sollten denn deiner Ansicht nach solche Begutachtungen durchführen ?

In der Regel sind das (fast) immer aktive Ärzte und Therapeuten mit eigener Praxis und ständigem Patientenkontakt, die sind wenigstens medizinisch "auf dem Laufenden", was ich bei den DRV-internen Gutachtern in deren Med. Diensten eher anzweifeln würde.

Nun bin ich unsicher, ob das gut ist, zu so jemanden zu gehen. Auf welcher Seite steht sie dann? Auf die der Patienten?...oder trennt sie das, je nachdem, ob sie jetzt als Ärztin/Therapeutin oder als Sachverständige arbeitet?
Regulär darf ein Arzt / Gutachter auf der Seite von Niemandem stehen, es soll ja gerade ein objektives Gutachten werden (müssen), dass die Wirklichkeit oft vom Auftraggeber abhängt, liegt auch in der Verantwortung der beauftragten Ärzte und da kommen die von der DRV beauftragten (bei mir) am Schlechtesten weg.

Der Internist war Leiter einer Klinik-Abteilung und hat nicht mal Blutdruck gemessen oder gar richtig untersucht, trotzdem war "Alles OB" von Kopf bis Fuß, in 17 Minuten ...

Der beauftragte Psychiater hatte auch eine Praxis (mit einigen guten Patientenbewertungen sogar), mich hat er nur rein körperlich untersucht und den Rest seiner Assistenzärztin überlassen, die hat fast 2 Stunden mit mir geredet aber in SEINEM Gutachten fand ich da nicht viel von wieder.

Er hat eigentlich kaum mit mir gesprochen und hat sein volles Wartezimmer abgearbeitet, dann muss ein Gutachter den Auftrag eigentlich ablehnen, wenn er gar keine Zeit hat das zu machen.
Ich wußte erst später, dass es so gar nicht hätte laufen dürfen, da hatte ich schon die Ablehnung zur EM-Rente von der DRV bekommen ...

Ob das Gutachten anders ausgefallen wäre wenn er seinen Auftrag auch selbst erfüllt hätte, kann ich nicht beurteilen mir ist auch nicht bekannt, ob die Assistentin wenigstens auch das Geld bekommen hat ...

Die Schmerztherapeutin von Männe wurde öfter mal angefragt ob sie für die DRV Gutachten erstellen möchte, sie hat es abgelehnt, weil sie zumindest geahnt haben dürfte, was man dann "von ihr erwartet fürs Geld" ...

Mein behandelnder Psychiater war selber auch Gutachter (u. A. für das Sozialgericht), die DRV hat seine Arztberichte allerdings schon nicht "verstanden" oder nicht verstehen wollen ... ich denke schon, dass der auch Bescheid wußte worauf es ankommt.

Am Gericht haben die Gutachter die gleichen Berichte dann besser verstanden, der dortige Internist (über 70 damals schon) hat mich fast 3 Stunden untersucht und hat NUR noch Gutachten für Gerichte geschrieben, auch für das LSG ... vielleicht sind der DRV dann deswegen "die Argumente" ausgegangen und ich bekam die EM-Rente endlich bewilligt ???

Ich bin grade unsicher und wollte ein paar Meinungen hören. Die Seite gefällt mir ansonsten gut.
Der behandelnde Arzt darf in der Regel KEINE Gutachten zu seinen Patienten erstellen, es mag Ausnahmen geben aber gerade da wird eher von "Begünstigung" ausgegangen.

Trotzdem solltest du deine Entscheidung beim Termin treffen und nicht nach einem Internet-Auftritt deine Ärzte auswählen (wollen), letztlich muss es menschlich zwischen euch beiden passen, egal wie andere Menschen das sehen ...

Aber die Empfehlungen unserer Hausärzte waren meist auch die beste Entscheidung für unsere Facharztbehandlungen ... ob die auch Gutachten schreiben und für wen hat uns bei der Auswahl nicht interessiert, das wissen wir von unseren aktuell behandelnden Ärzte gar nicht und ist uns auch egal. :icon_evil:

MfG Doppeloma
 

Jackey

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Danke Euch. Ich denke, ich werde diese Ärztin/Therapeutin mal anrufen. Klar kommt es da auch auf die "Chemie" etc. an.
Zumindestens wird sie Ahnung haben.

Bei mir ist es ja so, dass die Reha. deswegen abgelehnt wurde, weil die RV meint, sie sei nicht zuständig, weil es ja um die Wiederherstellung und den Erhalt der Erwerbsfähigkeit ging (wenn man ne Reha. macht). Allerdings sehe ich für mich, dass das ja der Grund für den Antrag war. Nun denke ich, macht es Sinn, wirklich nochmal ambulant was zu machen, damit die wenigstens nicht sagen können, ich hätte ambulant nichts gemacht (denn das sollte ich nach denen machen. Scheinbar hat das, was ich mache, denen nicht ausgereicht).

Ich glaub, ich muss hier irgendwann mal fragen, was man macht, wenn man das Gefühl hat, nicht mehr arbeiten zu können. Wegen Rente und so. Ich vermute aber, es ist das Beste, zu gucken, das man möglichst lange zumindestens so lange arbeitsfähig bleibt, dass man sich damit finanzieren kann, ohne von Ämtern und solchen Entscheidungen abhängig zu sein.
 
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