Änderungen im Leistungsbezug bei Selbständigkeit und Krankheit

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Struwwelliese

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Wenn ich als Aufstockerin unfallbedingt länger als 6 Wochen krank bin - was muß ich beachten?

1. Wird ALG II auch nach 6 Wochen weitergezahlt oder bekommt man Krankengeld?
2. Was ist mit dem Freibetrag - fällt dieser weg (falls ja, von Anfang an oder nach 6 Wochen)?
3. Wenn ich trotz Krankmeldung geringfügig arbeiten kann und z.B. 8 Wochen krank bin - wäre es dann günstiger, mich nach 6 Wochen "gesund zu melden" (betr. Freibetrag/AU wurde eingereicht)?
4. Kann ich den WBA samt vEKS ganz normal einreichen, auch wenn ich z.B. in der 7. Woche krank bin und die AU noch besteht?

Danke für die Auskunft!
 

bla47

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Beim Minijob gibt es nie Krankengeld, da keine extra Beiträge zur Krankenversicherung abgeführt werden.
Du wirst nach 6 Wochen Lohnfortzahlung also volles ALG 2 bekommen. Die Änderung ist natürlich zu melden.
Was für einen Unfall hattest du ? Arbeitsunfall oder Wegeunfall ? Wäre besser, da dann von der Berufsgenossenschaft Verletztengeld ( vergleichbar mit Krankengeld ) gezahlt wird. Weil die Unfallversicherung hast du auch beim Minijob.
Die 100 € + 20 % Freibetrag hast du nur bei Lohn. Bei Lohnersatzleistungen wie Krankengeld, Verletztengeld, ALG 1 usw. ist der Freibetrag 30 € pro Monat.

Wegen der Überschrift: Selbstständige können sich freiwillig gesetzlich versichern. Und beim Antrag ankreuzen, ob mit oder ohne Krankengeldanspruch. Mit kostet 0,5 % Beitrag mehr.
 
Zuletzt bearbeitet:

chromoxidgruen

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Hallo Struwwelliese,

wie bist Du krankenversichert - pflichtversichert über das JC oder freiwillig? Je nach Einkommen ist bei Selbständigen beides möglich. Über das JC Pflichtversicherte haben keinen Anspruch auf Krankengeld. Bei freiwillig Versicherten hängt der Anspruch vom individuellen Vertrag ab, wie von bla46 erwähnt.

Für Aufstockende ergibt sich ein ganzer Strauß von Möglichkeiten:

  • Arbeitnehmer_innen deren Entgelt über 450 EUR liegt sind über Arbeitgeber_in pflichtversichert (KV, PV, RV, AV)
    --> also gibt es Krankengeld, die Höhe richtet sich nach dem Arbeitsentgelt
  • Arbeitnehmer_innen deren Entgelt unter 450 EUR liegt sind nicht über Arbeitgeber_in krankenversichert (da Minijob) sondern über das JC (KV, PV)
    --> kein Krankengeldanspruch

  • Selbständige, deren anrechenbares Einkommen - ohne Berücksichtigung irgendwelcher Sozialversicherungen - unterhalb der Höhe des jeweiligen ALG-2-Anspruchs liegt, sind im Normalfall über das JC pflichtversichert (KV, PV)
    --> kein Krankengeldanspruch
  • Selbständige deren anrechenbares Einkommen - ohne Berücksichtigung von Sozialversicherungen - oberhalb der Höhe des jeweiligen ALG-2 Anspruchs liegt, aber nach Anrechnung von freiwilligen Sozialversicherungen unter dieser Grenze liegt, bekommen vom JC einen entsprechenden Zuschuss
    --> Krankengeldanspruch hängt vom individuellen Vertrag ab
Nicht alle unternehmerisch oder selbständig Tätigen sind automatisch oder freiwillig über eine Berufsgenossenschaft versichert.

Gruß chromoxidgruen

siehe auch https://www.haufe.de/sozialwesen/sg...gsbezieher-sgb-iii_idesk_PI434_HI1239950.html
 

Struwwelliese

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@bla47
Ich habe keinen Minijob, ich bin selbständig (und arbeite hier in geringem Umfang weiter).

@chromoxidgruen
Es war ein privater Unfall und ich bin gesetzl. versichert (über's JC).
Der jeweilige ALG II-Anspruch - ist das inklusive KdU?
 

chromoxidgruen

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Ja, damit ist der komplette Anspruch gemeint. Also fiktives Beispiel: alleinstehend, KdU=400 EUR --> Grenze liegt bei 400 + 409 EUR = 809 EUR

Mein Wissensstand ist, wenn Du die Weiterbewilligung beantragst und Du liegst in der vEKS mit Deinem anrechenbaren Einkommen (ohne Sozialversicherungen) über dieser Grenze, solltest Du die Ausgaben für freiwillige Sozialversicherungen in der vEKS anführen. (Außerdem eine Veränderungsmitteilung schicken / Anlage VÄM). Wenn Du dann unter der Grenze liegst, solltest Dir die Differenz bis zu dieser Grenze als Zuschuss für die Versicherungen erstattet werden.

Solltest Du als Pflichtversicherte während des laufenden Bewilligungszeitraumes die Grenze überschreiten, passiert Dir in puncto Versicherungsschutz auch dann nichts wenn Du es erst bei der aEKS merkst. Die KV kann Dir nicht rückwirkend gekündigt werden. Im Normalfall musst Du dann nur das zuviel erhaltene ALG-2 zurück zahlen. Im Extremfall, wenn nachweislich ein Verschulden des Kunden vorliegt, muss auch der KV-Beitrag erstattet werden, aber nur der Pflichtversicherungsbeitrag den das JC tatsächlich gezahlt hat, nicht der Freiwilligenbeitrag (z. B. in einer Situation, wenn schon riesige Knöpfe auf den Augen nötig wären um nicht absehen zu können dass man/frau wegen exorbitant hoher Einnahmen aus dem ALG-2-Bezug fallen wird).
 
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