Abschließende EKS reicht dem Jobcenter nicht (2 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 2)

Federal Reserve

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Hallo,

das Jobcenter möchte nachdem ich die abschließende EKS abgegeben habe zusätzlich betriebswirtschaftliche Auswertungen und eine Summen- und Saldenliste von mir.
Dazu bin ich doch gar nicht verpflichtet?
Die abschließende EKS muss doch reichen zumal diese Summen und Saldenlisten bei meinem Steuerberatrer mich zusätzlich Geld kostet.
Ich muss für das Jobcenter nicht noch rechnen. Das ist doch deren Job.

Ferner soll ich noch Nachweise erbringen über die angegeben Ausgaben in der EKS.
Diese Nachweise können die gerne einsehen, bzw. Kopien werde ich keine machen auf meine Kosten.

Wie soll ich mich jetzt verhalten?

Denen einen netten Brief schreiben und um Termin bitten zwecks Einsicht in meine Betriebsunterlagen (Nachweise)?
 

olli1

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Hallo,
ich habe hier einen Textbaustein aus Köln.
Kann man ja schön umstricken.
Danke nach Köln.

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich bitte um Aufklärung, auf welcher rechtlichen Grundlage ihre Annahme beruht, dass ich ein Auftragsbuch führe und wie sie aus der einen potentiellen Auftragsbuch in dem vermutlich nur ein Datum, Kundenname und eine wage Auftragsbeschreibung stehen würde Annahmen über Umsatzrückgänge ziehen könnten.
 

Koelschejong

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Hallo,

das Jobcenter möchte nachdem ich die abschließende EKS abgegeben habe zusätzlich betriebswirtschaftliche Auswertungen und eine Summen- und Saldenliste von mir.
Dazu bin ich doch gar nicht verpflichtet?
Die abschließende EKS muss doch reichen zumal diese Summen und Saldenlisten bei meinem Steuerberatrer mich zusätzlich Geld kostet.
Ich muss für das Jobcenter nicht noch rechnen. Das ist doch deren Job.

Ferner soll ich noch Nachweise erbringen über die angegeben Ausgaben in der EKS.
Diese Nachweise können die gerne einsehen, bzw. Kopien werde ich keine machen auf meine Kosten.

Wie soll ich mich jetzt verhalten?

Denen einen netten Brief schreiben und um Termin bitten zwecks Einsicht in meine Betriebsunterlagen (Nachweise)?
BWA und SuSa gibt's nur bei doppelter Buchführung - und zu der bist Du vermutlich nicht verpflichtet.
 

DeppvomDienst

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... in jedem Falle mitteilen, dass Du nicht zur Führung der genannten Unterlagen verpflichtet bist und diese somit gar nicht besitzt.
Außerdem nachfragen, auf welche Rechtsgrundlage diese Forderung basiert und inwieweit das zur Berechnung von Leistung relevant sein soll, da alle getätigten Angaben bereits in der EKS gemacht wurden und dort alles ersichtlich ist, was zur Berechnung von Leistung auch erforderlich ist.
Im Grunde sogar mehr als das, denn wieso muss das Jobcenter wissen, wie sich die Betriebsausgaben zusammensetzen? Eigentlich ist das schon viel zu weitgreifend... (und führt leider auch praktisch ständig zu Problemen, weil das Jobcenter hier ständig meint, mitreden zu dürfen)

Der Nachweis von Belegen.
Du kannst erst einmal den harten Weg versuchen:

https://www.elo-forum.org/existenzgruendung-selbststaendigkeit/28240-keine-herausgabe-kundendaten-selbststaendigkeit.html

Und gucken, was dabei herauskommt.
Vermutlich eine "Aufforderung zur Mitwirkung" und eine explizite Auflistung dessen, was Du nachweisen sollst...

Die Überlassung von Kopien würde ich verweigern, ebenso würde ich sämtliche Dokumente schwärzen.
Kundenbelege würde ich GAR NICHT erbringen, sondern nur die Ausgaben nachweisen, dort aber z. B. Lieferantendaten, Sonderkonditionen etc. schwärzen.
Der Endbetrag muss auf der Rechnung sichtbar sein.

Das ist viel Aufwand, aber je nach Jobcenter wirst Du nicht daran vorbeikommen.
Die Jobcenter sind diesbezüglich zur Zeit extrem aggressiv. Ich hab das Thema bei und mit meinem Geschäftspartner gerade durch.
Wir haben am Ende alle Belege kopiert und geschwärzt (eigentlich geweisst, weil eingescannt und mit Photoshop entsprechend die Stellen wegradiert ^^) und dann eingereicht (ich hätte es nicht gemacht, aber er hatte Angst, sich zu wehren, weil er Angst hatte, dass ihm die Leistung gestrichen wird, was auch angedroht wurde in der Aufforderung).

Gefordert wurden hier aber auch Kassenbücher und allerhand Kram, der gar nicht geführt wird. Die wurden natürlich auch nicht eingereicht mit dem Hinweis, dass diese gar nicht existieren.
 

gelibeh

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Die abschließende EKS muss doch reichen zumal diese Summen und Saldenlisten bei meinem Steuerberatrer mich zusätzlich Geld kostet.
Na, dann beantrage doch die Kostenübernahme des Steuerberaters durch das JC, bzw. mach es darauf aufmerksam, dass das Kosten verursacht, die den Gewinn schmälern.
 

DeppvomDienst

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Der Steuerberater ist dazu sowieso nicht befähigt, denn der macht das, was gesetzlich gegenüber dem Finanzamt zu erbringen ist.

Der Steuerberater weiß im Regelfall gar nicht, wie er gegenüber einem Jobcenter zu arbeiten hat, da er eben nach Steuerrecht arbeitet und nicht nach dem, was im SGB da zusammengefrickelt wurde.
Mein Steuerberater hat jedenfalls die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen und konnte nur mit dem Kopf schütteln, als ich ihm im Gespräch mitteilte, wie das Jobcenter "abrechnet".
Der konnte das erst gar nicht glauben.
 

Federal Reserve

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Danke, gute Idee.:biggrin:
Na dann werde ich mich mal dransetzen und dem Jobcenter mal einen netten Brief schreiben.
 

Federal Reserve

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Hier mal mein Schreiben an das JC, kann man das so Schreiben?


An:
Jobcenter


Nummer der BG:
Antwort auf Ihr Schreiben vom 29.08.2012
Hier: Aufforderung zur Mitwirkung für den Bezug von Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts


Sehr geehrte,

laut Ihrem oben genannten Schreiben vom 29.08.2012 fordern Sie von mir betriebswirtschaftliche Auswertungen von Januar bis Juni mit Summen und Saldenlisten.

Betriebswirtschaftliche Auswertungen und Summen und Saldenlisten gibt es nur bei Unternehmen und Selbständigen, welche zur doppelten Buchführung verpflichtet sind.
Von meinem Finanzamt bin ich dazu nicht verpflichtet. Einzig und alleine reicht hierzu die abschließende EKS, welche Ihnen bereits vorliegt.

Ebenfalls werden ich Ihnen keine Kopien der Nachweise anfertigen, da hierzu mir die Geldmittel fehlen.
Im Übrigen halte ich das Übersenden solcher Nachweise auf dem Postweg für brisant und möchte das auch nicht so handeln.

Ich bot Ihnen mit meinem Schreiben vom 28.08.2012 an, Einsicht in meine Betriebsunterlagen zu gewähren, damit Sie Nachweise der Ausgaben sichten können.

Hiermit bitte ich erneut um einen persönlichen Termin,
um Nachweise erbringen zu können.

Eine fehlende Mitwirkungspflicht ist nicht daraus zu leiten.
Sollten Sie Leistungen versagen oder kürzen, gehe ich davon aus, dass Sie eine gerichtliche Auseinandersetzung anstreben.
Gegebenfalls sehe ich das auch als Nötigung.

Hochachtungsvoll
 

Couchhartzer

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Den letzten Satz:

Gegebenfalls sehe ich das auch als Nötigung.
würde ich persönlich anders (nicht so ganz aggressiv anmutend aber dennoch sehr deutlich) formulieren in:

"Sollten Sie auch weiterhin eine Terminvergabe zur Vorlage verweigern und dadurch die ordnungsgemäße Erfüllung meiner Mitwirkungspflichten willkürlich vereiteln bzw. unterlaufen, mache ich vorsorglich darauf aufmerksam, dass dieses ggf. weitere Kosequenzen (z.B. auch dienstrechtlicher Art) nach sich ziehen kann."
 
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